A Year at Castle Court - Holly Hepburn
Beschreibung des Verlages:
Sadie
is a single mum, nursing a broken heart. Her best friend from
childhood, Cat, is burned out from working long hours as a chef in
Paris. In need of a
change, they decide to invest in their dream – running their own
handmade biscuit shop in gorgeous Castle Court, a three-storey food
court tucked away behind Chester's bustling streets.
They soon
discover that Castle Court has its own community – a little haven of
delight against the stresses of the outside world. But not everyone
welcomes the new business; the patisserie owner is less than pleased by
what she sees as direct competition and Greg, who runs the fancy bistro
that dominates one end of the courtyard, doesn't think Sadie and Cat have the talent or business acumen to succeed. Luckily, there's support in the form of the delectable Jaren, who owns the Dutch waffle house opposite Smart Cookies, and Swiss chocolate-shop owner, Elin. And if all else fails, the friends can drown their sorrows in Seb's cocktail bar on the third floor!
Inhalt:
Die Freundinnen Sadie und Cat haben bereits einige Herausforderungen gemeistert. Sadie ist nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann alleinerziehend und Cat hat das mit zwei Michelinsternen gekürte Restaurant in Paris verlassen, in dem sie als Köchin gearbeitet hat, um sich ein neues Leben als Geschäftsinhaberin aufzubauen. Gemeinsam stürzen sich die Frauen in dieses neue Projekt und eröffnen das Geschäft „Smart Cookies“. Schon in ihrem ersten Jahr als Unternehmerinnen werden ihnen aber zahlreiche Steine menschlicher, romantischer und geschäftlicher Natur in den Weg gelegt. Ihre Freundschaft überdauert aber auch das stärkste Unwetter.
Meine Meinung:
Holly Hepburn Bücher sind stets ein wunderbares Lesevergnügen für mich. Vier ihrer neueren Romane habe ich - in der übersetzen Version - innerhalb von kürzester Zeit gelesen. Dabei haben mich vor allem ihre Figuren, deren mitten aus dem Leben gegriffenen alltäglichen Herausforderungen und Freuden sowie die wunderschön beschriebenen Szenen der Handlung. Ob traumhafte Landschaften auf den Orkney Islands oder geschäftige Strassen in einer gemütlichen Altstadt, Hepburn holt mich einfach immer ab. Und auch das Schicksal des edlen Geschäfts „Smart Cookies“ sowie die wunderbaren und sehr modernen Nebenfiguren in „A Year at Castle Court“ haben mich überzeugt. Allen voran haben vor allem die dinosaurierliebende vierjährige Tochter von Sadie sowie der Imker Adam mein Herz im Sturm erobert.
Allerdings muss ich leider sagen, dass mir dieser Roman trotzdem nicht ganz so gut gefallen hat, wie die anderen Bücher. Das kann daran liegen, dass er ein wenig älter ist, als die anderen Bücher, die ich bisher von ihr gelesen habe, oder dass man ihm deutlich angemerkt hat, dass er zuerst in vier Teilen als eBook und dann erst als ganzer Roman erschienen ist. Dies ist zwar bei allen ihren Romanen der Fall, bei den anderen Bücher empfand ich aber die Übergänge und Zusammenhänge der einzelnen Teile als sehr viel stimmiger. Zudem beinhaltet die Handlung für meinen Geschmack zu viele romantische Irrwege und die Hauptfiguren waren mir leider nicht so sympathisch, wie die Nebenfiguren.
Meine Empfehlung:
Das Buch ist in meinen Augen der bisher schwächste Roman der Autorin, er enthält aber dennoch sehr gut, liest sich leicht und stimmig, beinhaltet viele kulinarische Details und Bienenliebe und tolle Nebenfiguren.
Weitere Bücher der Autorin:
Heute Abend in der Eisdiele am Meer (2021)
Süße Träume im Cottage am Strand (2022)
Große Liebe im kleinen Trödelladen (2023)
Bei Sonnenaufgang in Darling Cove (2025)
Zusätzliche Infos:
Titel: A Year at Castle Court
Autorin: Holly Hepburn is the author of several novels including, Escape to Darling Cove, Return to Half Moon Farm and Healing Hearts on Thistledown Lane. Follow her on Instagram at @HollyH_Author.
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Simon & Schuster UK
Erschienen: 27.12. 2018
ISBN: 9781471170294
Kurzrezension: A Year at Castle Court
Kurzrezension: Walzer für Niemand
Walzer für Niemand - Sophie Hunger
Beschreibung des Verlages:
Ein Mädchen und ihr bester Freund Niemand. Als Kinder von
Militärattachés ist ihr Aufwachsen geprägt von ständigen Ortswechseln.
Vom Rhythmus der Musik getragen erleben sie Magie und Erschütterungen
von Kindheit und Jugend. Am glücklichsten sind sie, wenn sie sich in
ihrer Plattensammlung verlieren, wenn sie im Atlas die Welt nach
Bandnamen neu kartografieren, wenn sie im Klavierunterricht
Dezibelangaben herausbrüllen oder in Songs die Sätze finden, die schon
immer in ihnen gelauert haben. Sie verstecken sich in der Musik und
werden von ihr versteckt, aber immer haben sie einander.
Doch dann
bekommt die Freundschaft Risse. Während Niemand eine Obsession für die
Volkskunde der Walserinnen entwickelt, von denen die Erzählerin
abstammt, und während sie selbst erste eigene Lieder schreibt, bahnt
sich eine Katastrophe an.
Sophie Hunger gelingt es auf
beeindruckende Weise, ihre besonderen Qualitäten als Songwriterin in
einen vielschichtigen und bewegenden Roman über das Werden, die
Freundschaft und das Elementare der Musik zu verwandeln.
Inhalt:
Die Musikerin Sophie Hunger baut in ihrem Roman ihren 2008 erschienenen Song "Walzer für Niemand" zum Roman aus. Ihre Ich-Erzählerin erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in einer Berner Gemeinde, ihren ersten Schritten als Musikerin und einer innigen Freundschaft, die über die Jahre zerklüftet wird.
Meine Meinung:
Das Buch habe ich aus einem Bücherschrank mitgenommen und hatte überhaupt keine Erwartungen an den Roman. Die Musikerin Sophie Hunger ist mir natürlich ein Begriff, aber ihre Songs kenne ich leider wirklich nicht so gut. Dies könnte sich allerdings bald ändern, schliesslich hat mich der Roman so richtig neugierig auf ihr Werk gemacht.
Besonders gut gefallen haben mir die kreative Erzähllust, der sehr freie Umgang mit Worten und die aussergewöhnlichen aber äusserst starken Sprachbilder, welche Erinnerungen und grosse Emotionen wecken. Ausserdem spricht natürlich aus jeder Sequenz Hungers enorme Liebe zur Musik, wohl das einzige, das sie und ihre Ich-Erzählerin verbindet.
Die teilweise ziemlich skurrilen Beschreibungen und Coming-of-Age-Elemente hatten dabei eine komische und unterhaltsame Komponente, stimmen aber auch wehmütig und die kurzen Abschnitte und Kapitel sorgten dafür, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.
Meine Empfehlung:
Dieses aussergewöhnliche Büchlein ist ein grosses Gedicht in Buchform, verbindet Legenden, Fantasie, die Liebe zur Musik und die tragische Geschichte einer zuerst innigen und später dahinschwindenden Freundschaft. Dieser Roman ist definitiv ein kleines Abenteuer für alle, die sich darauf einlassen wollen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Walzer für Niemand
Autorin: Sophie Hunger ist eine Schweizer Musikerin. Sie debütierte 2008 mit ihrem Album
"Monday's Ghost" (Universal Jazz France) und spielte 2010 als erste
Schweizer Künstlerin beim Glastonbury Festival. In Deutschland erhielt
sie 2015 den LEA für die beste Live-Tournee und 2019 den Preis für
Popkultur. In Frankreich erhielt sie 2017 den Prix Lumières für ihre
Filmmusik des Oscarnominierten Films "Ma Vie de Courgette". Sie
studierte Anglistik und Germanistik in Zürich, Konstanz und Bern.
Sprache: Deutsch
Hardcover: 192 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Erscheinungstermin: 13.03.2025
ISBN: 978-3-462-00324-6
Kurzrezension: Ronja Räubertochter
Ronja Räubertochter - Astrid Lindgren
Beschreibung des Verlages:
"In der Nacht, als Ronja geboren wurde, rollte der Donner über die
Berge. Ja, es war eine Gewitternacht, dass sich selbst alle Unholde, die
im Mattiswald hausten, erschrocken verkrochen…"
Mitten im Wald,
zwischen Räubern, Graugnomen und Wilddruden, wächst Ronja, die Tochter
des Räuberhauptmanns Mattis, auf. Eines Tages trifft sie auf ihren
Streifzügen Birk, den Räubersohn aus der verfeindeten Sippe von Borka.
Und als die Eltern den beiden verbieten, Freunde zu sein, fliehen Ronja
und Birk in die Wälder.
Meine Meinung:
Wie so viele von euch bin ich mit den Geschichten von Astrid Lindgren aufgewachsen und es freut mich immer sehr, dass ich als Erwachsene noch einmal einen ganz anderen Zugang zu ihren Geschichten finden darf. Mein liebstes Buch von Lindgren ist "Die Brüder Löwenherz", allerdings muss ich sagen, dass ich noch längst nicht alle ihre Bücher gelesen habe.
Mein erneutes Eintauchen in "Ronja Räubertochter" hat mir wunderbare Lesestunden beschert, in mir die Vorfreude auf den Frühling geweckt und mich einmal mehr entdecken lassen, wie fortschrittlich Lindgren ihre Kinderbücher konzipiert hat. Freundschaft und Familie spielen eine grosse Rolle, das Erwachsenwerden und das Einstehen für die eigenen Werte und die Menschen, die man liebt. Die mutige Ronja behauptet sich gegen ihren Vater und seine Räuberbande und setzt sich ein für ihre Unabhängigkeit und ihren Freund Birk ein, der seinerseits ebenfalls gegen veraltete Vorstellungen seiner Familie ankämpfen muss.
Zahlreiche fantasievoll beschriebene Fabelwesen, Wildpferde und Erlebnisse im Wald und auf der Räuberburg machen das Buch zu einem spannenden, unterhaltsamen Leseerlebnis und die liebevollen und auch sehr bekannten Illustrationen von Ilon Wikland komplettieren das Werk.
Meine Empfehlung:
Lindgrens Bücher eignen sich vom Vorlesen, zum Erstlesen und zum erneuten Lesen als erwachsene Person und die wunderschöne Ausgabe von "Ronja Räubertochter" kann ich euch dafür nur sehr herzlich empfehlen.
Kurzrezension Bilderbücher: "The Truth Pixie" und "The Truth Pixie Goes to School"
Hallo ihr Lieben
Heute darf ich euch eine ein wenig andere Rezension - respektive gleich zwei Rezensionen - präsentieren. Sicher wisst ihr bereits, dass ich die Weihnachtstrilogie von Matt Haig gelesen und geliebt habe. Zur Reihe gibt es zwei Spin-offs, die sich zwischen und nach die anderen Bände einreihen. Das sind "A Mouse Called Miika", das ich erst gerade beendet und geliebt habe und die beiden Kinderbücher rund um die Thruth Pixie. Voller Begeisterung habe ich damals die Bücher bestellt und mir war gar nicht bewusst, dass diese letztgenannten Bücher eigentlich Bilderbücher sind und sich nicht wie die anderen Weihnachtsromane an einem oder zwei Abenden gemütlich vor dem Kamin (oder so) lesen lassen, sondern dass die wirklich ganz, ganz schnell gelesen sind. Und eigentlich wollte ich mir die Bücher noch ein wenig aufsparen, weil die Zusammenarbeit von Matt Haig und dem Illustrator Chris Mould mir jeweils so schöne und gemütliche Lesestunden beschert hat, aber nach "A Mouse Called Miika", musste ich einfach wissen, wie es mit der Truth Pixie weitergeht. Ausserdem hilft es dem SuB schon auch, dass gleich zwei Bücher weniger darauf liegen ;-)
Reiheninfos:
1. A Boy Called Christmas
2. The Girl Who Saved Christmas
3. Father Christmas and Me
Spin-off
1.5 A Mouse Called Miika
3.5 The Truth Pixie
3.6 The Truth Pixie Goes to School
The Truth Pixie (alle weiteren Details findet ihr ganz unten an diesem Post), Beschreibung des Verlages:
"Wherever she is, whatever the day,
She only has one kind of thing to say.
Just as cats go miaow and cows go moo,
The Truth Pixie can only say things that are true."
A very funny and lovable tale of how one special pixie learned to love herself. The Truth Pixie
is an enchanting, rhyming story that will delight younger readers –
with words by the bestselling mastermind Matt Haig and pictures by the
inky genius Chris Mould.
Inhalt und meine Empfehlung:
Die kleine Elfe "Wahrheitselfe" ist vor Jahren von ihrer Grosstante Julia verflucht worden und kann seither nur noch die Wahrheit sagen. Weil die meisten Wesen aber die Wahrheit fürchten, sobald diese sie selber betrifft, ist die Wahrheitselfe nicht sehr beliebt. Sie versucht, sich mit Elfen, Kobolden und Hasen anzufreunden, wird allerdings immer wieder abgewiesen. Erst ein kleines Mädchen namens Aada ist bereit, sich auf die Wahrheitselfe einzulassen.
Diese Geschichte über Freundschaft und Selbstfindung trifft direkt ins Herz. Es geht ums Anderssein und darum, einfach dazugehören zu wollen. Es geht aber auch auf sehr kindgerechte Art darum, zu sich selber zu finden und sich in der eigenen Haut wohlzufühlen. Mit humorvollen Reimen und grandios illustriert kommt diese Geschichte sehr unterhaltsam und zugleich extrem berührend daher. Obwohl ich diese kleinen Bücher zwar eher schnell gelesen habe, habe ich dabei doch so oft innegehalten, die Bilder bewundert, ein paar Sätze nachhallen lassen und die schöne Landschaft von Elfhelm und die Winterstimmung in mich aufgesogen.
The Truth Pixie Goes to School, Beschreibung des Verlages:
"Don’t try to be something
You really are not.
Your one true self
Is the best thing you’ve got."
In
this heartwarming adventure, the Truth Pixie and her human friend go to
school, face a bully and learn the importance of friendship and being
yourself. With words by the bestselling mastermind Matt Haig and
pictures by the inky genius Chris Mould.
Inhalt und meine Empfehlung:
Auch in diesem kleinen Fortsetzungsband stehen wieder die Wahrheitselfe und ihre neu gewonnene Freundin Aada im Zentrum. Ihre Freundschaft wird aber auf eine harte Probe gestellt, als Aada zur Schule muss und dabei alles andere als Wohlwollen erfährt. Sie gilt als Sonderling, weil sie immer eine Elfe im Schlepptau hat, in deren Haare eine Maus wohnt. Aber so schnell geben sich die beiden nicht geschlagen.
Der Schulalltag und das Mobbing in diesem Buch werden absolut realistisch dargestellt und Aadas Trauer und innerer Konflikt haben mich sehr berührt. Obwohl sich das Duo Haig-Mould auch hier wieder nicht ganz einfachen Themen angenommen hat, sind diese sehr altersgerecht behandelt und immer dann, wenn die Handlung sonst zu dramatisch werden würde, sind die Szenen und Reime besonders lustig gestaltet.
Diese beiden kleinen Büchlein und die ganze Weihnachtsreihe von Matt Haig werde ich mir sicher noch ganz oft ansehen und immer wieder in den wunderbaren Geschichten stöbern. Die Reihe ist ein absolutes Highlight für mich und ich hoffe, dass sie bald noch ganz viele weitere Fans finden wird.
Zusätzliche Infos:
Titel: The Truth Pixie
Sprache: Englisch
Fester Einband: 128 Seiten
Verlag: Canon Gate
Erschienen: 18.10.2018
ISBN: 978-1-78689-432-8
Titel: A Mouse Called Miika
Sprache: Englisch
Fester Einband: 128 Seiten
Verlag: Canon Gate
Erschienen: 04.08.2020
ISBN: 978-1-78689-826-5
Autor: As well as being a number one bestselling writer for adults, Matt Haig has won the Blue Peter Book Award, the Smarties Book Prize and been nominated three times for the Carnegie Medal for his stories for children. In 2021, A Boy Called Christmas was released as a feature film with an all-star cast. He has sold more than two million books in the UK and his work has been translated into over forty languages.
Illustrator: Chris Mould went to art school at the age of sixteen. He has won the Nottingham Children’s Book Award and been commended by the Sheffield Children’s Book Award. He loves his work and likes to write and draw the kind of books that he would have liked to have had on his shelf as a boy. He is married with two children and lives in Yorkshire.
Kurzrezension: Wenn es nur Licht gäbe, bevor es dunkel wird
Wenn es nur Licht gäbe, bevor es dunkel wird - Iunona Guruli
Beschreibung des Verlages:
Iunona Guruli schafft georgische Geschichten, die wie wundersame Filme
sind und immer zu früh enden. Ein flauschig-weicher Vogel, der vergessen
in der Manteltasche zum Schutzpatron eines jungen Mädchens wird. Die
zauberhaften Märchen des verlorenen Vaters, die der jungen Frau in
tiefster Dunkelheit beistehen. Es sind zarte Momente wie diese, voller
Schmerz, Liebe und Hoffnung, die Iunona Gurulis Erzählungen einer
zerrissenen georgischen Jugend zum Strahlen bringen und sie zu einer der
aufregendsten weiblichen Stimmen der georgischen Gegenwartsliteratur
machen.
TW: häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Gewalt, Sucht, Drogen, Alkohol, Suizidgedanken
Inhalt:
In sechzehn Szenen widmet sich die Wortkünstlerin Iunona Guruli Alltagssituationen, Beziehungen, Familienkonstellationen und Erinnerungen Sie schafft es, ihre Figuren zwar kurz, aber intensiv durch die Texte zu begleiten und dabei Beklemmung, Liebe, Freundschaft und immer wieder einen Silberstreifen am Horizont spüren zu lassen. Umrahmt und unterbrochen werden diese Szenen von berührenden und unterhaltsamen "Kleinanzeigen", die nachhallen.
Meine Meinung:
"Biete:
28 Jahre alte, aber gut erhaltene grüne Augen, verschimmelte Träume und gebrochenes Herz mit interessantem Inhalt.
Preis: Verhandlungsbasis."
So beginnt dieses ungewöhnliche Buch und lässt damit direkt spüren, dass Guruli nicht lange fackelt, sondern mitten ins Geschehen, ins Leben ihrer Figuren springt, die teilweise verzweifelt, hoffend oder von Angst geplagt durch ihren Alltag stolpern. Sie verschont weder sie noch uns und mutet ihren Lesenden heftige Texte mit gewaltvollem Inhalt zu, welche mich oft haben innehalten lassen. Genau so schnell, wie sie uns ihre Figuren vorstellt, verlässt sie diese manchmal auch wieder, lässt sie teilweise erneut vorkommen oder nie mehr und lässt uns mitfiebernd und auf ein gutes Ende hoffend mit offenen Fragen zurück. Nur einige Male hätte ich mir doch noch ein wenig mehr Handlung oder auch Auflösung gewünscht, ansonsten empfand ich dies allerdings als stimmig. Immer wieder nimmt Guruli übrigens Bezug auf ihre Heimat Georgien, auf Krieg und Flucht und Armut und das harte Leben am Rande der Gesellschaft. Und auch wenn ich vom Inhalt manchmal sogar ein wenig abgeschreckt war, wollte ich doch immer weiterlesen, kein Wort dieser grandiosen Erzählerin verpassen, welche dieses Werk direkt selber vom Georgischen ins Deutsche übersetzt hat.
Meine Empfehlung:
Ich bin ehrlich begeistert und überzeugt und möchte noch viel mehr Texte aus Gurulis Feder lesen. Wenn ihr euch nicht ganz einfache Kost zutraut, seid ihr mit diesem mal zarten, poetischen, mal wuchtig und brutalen Buch bestens beraten.
Zusätzliche Infos:
Titel: Wenn es nur Licht gäbe, bevor es dunkel wird
Autorin: Iunona Guruli, 1978 geboren in Tbilisi, Georgien, studierte Schauspiel
und Journalistik. Lange Zeit pendelte sie zwischen Wohnungen, Städten,
Ländern. Seit 1999 lebt sie in Deutschland. Nach dem Studium der Politik
und Geschichte zog sie schließlich nach Berlin, wo sie heute als
Übersetzerin für Deutsch und Georgisch lebt. »Wenn es nur Licht gäbe,
bevor es dunkel wird« ist ihr Debüt, das sie selbst aus dem Georgischen
übertragen hat. Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman, den sie auf
Deutsch schreibt.
Fester Einband mit Schutzumschlag: 224 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: btb
Ersterscheinung: 20.08.2018
ISBN: 9783442757992
Kurzrezension: Seebeben
Seebeben - Djaimilia Pereira de Almeida
Beschreibung des Verlages:
Der alte Boa Morte zieht durch die
Gassen Lissabons, findet Obdach in verborgenen Winkeln, lauscht dem
Gebimmel erzürnter Straßenbahnen und dem Gesang der Betrunkenen. Früher
hat er in der Kolonialarmee gegen die Unabhängigkeit seiner Landsleute
gekämpft, heute verdient er sich als Parkplatzeinweiser ein paar Münzen
für die nächste Mahlzeit. Zusammen mit seiner Freundin Fatinha erhascht
er Momente der Zufriedenheit, wenn abends zu ihren Füßen die Lichter des
Viertels aufleuchten. Doch seine Erinnerungen fordern ihren Tribut, und
die dunklen Bilder seiner Vergangenheit hüllen die Farben der Stadt in
einen grauen Schleier.
Ohne zu urteilen, erzählt Almeida von einem Gestrandeten, den die
Geschichte vergessen will, der selbst jedoch seine Geschichte nicht
vergessen kann.
Inhalt:
Boa Morte lebt auf den Strassen Lissabons und notiert dabei seine Lebensgeschichte, um diese seiner Tochter Aurora zu vermachen. Er weiss nämlich, dass er nicht mehr lange zu leben hat, ein Nabelbruch, den er nicht behandeln lassen kann, wird ihn bald sterben lassen.
Erinnerungsfetzen aus seiner Zeit in der Armee, das Ausharren in der prallen Sonne, während er die Autos fremder Menschen auf Parkplätzen bewacht und die glücklichen Stunden in einem gemeinschaftlich genutzten Garten vermengen sich in seinen Erzählungen zu poetischen Betrachtungen seines Alltags.
Meine Meinung:
Dieses Buch musste ich mir erarbeiten. Die poetische Sprache zwingt zur Langsamkeit und lässt dafür um so tiefer eintauchen in ein Leben, das von Armut, Schmerzen und Ungewissheit geprägt ist. Boa Morte hat im Laufe der Jahre aber begonnen, seine Umgebung und seine Mitmenschen um so gründlicher zu beobachten, dankbar zu sein für alle Gesten der Nähe und Freundschaft und für alle positiven Überraschungen und Begegnungen, die von der Gleichgültigkeit abweichen, die ihm sonst oft entgegenschlägt. Er nimmt jeden Tag, wie er kommt, versucht, stets optimistisch zu bleiben und lässt sich immer wieder neu auf seine Mitmenschen ein. Er ist ihnen Vaterfigur und Freund zugleich. Da sind Fatinha, die in einer Strassenbahnhaltestelle lebt, der junge Drogensüchtige Vando oder Dona Idalina, die ihnen das Gartengrundstück besorgt hat. Und da ist noch sein vierbeiniger Freund Jardel, ein zugelaufener Hund, der ihm nicht mehr von der Seite weicht, im Nähe und Trost und Lebensfreude schenkt.
Boa Mortes Gedankengänge und Briefe an seine Tochter haben mich tief berührt und mich selber immer wieder innehalten lassen. Sein reflektierter Blick auf das Leben und Sterben, seine eigene Vergangenheit und Familie ist sprachlich einzigartig ausgearbeitet und mit viel Geschick erzählt. Ich bin schon ganz gespannt auf weitere Bücher von Djaimilia Pereira de Almeida.
Meine Empfehlung:
Mit diesem zugleich kraftvoll und behutsam erzählten Roman holt Djaimilia Pereira de Almeida einige Menschen, die sich sonst am Rande der Gesellschaft befinden, in die Mitte ihrer Geschichte. Wer sich darauf einlassen kann, wird mit berührenden Überlegungen und Gedanken belohnt. Ein stiller Roman, der um so länger nachhallt.
Zusätzliche Infos:
Titel: Seebeben
Originaltitel: Maremoto
Autorin: Djaimilia Pereira de Almeida, geboren 1982 in Luanda, Angola, wuchs in
Portugal auf. Sie ist promovierte Literaturtheoretikerin, Autorin und
schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine. Sie erhielt 2018
ein Stipendium vom portugiesischen Kulturministerium und wurde mit
mehreren Preisen und Auszeichnungen geehrt, u. a. mit dem Prémio
Literário Fundação Inês de Castro 2018, dem Prémio Literário Fundação
Eça de Queiroz 2019 und dem Prémio Oceanos 2019. Almeida lebt in
Setúbal.
Sprache: Deutsch
Aus dem Portugiesischen von: Barbara Mesquita
Gebunden mit Schutzumschlag: 160 Seiten
Erstauflage: 13.2.2023
ISBN: 978-3-293-00595-2
Kurzrezension: The Mothers
The Mothers - Brit Bennett
Beschreibung des Verlages:
The Mothers is a dazzling debut about young love, a big secret in a small community and the moments that haunt us most.
All good secrets have a taste before you tell them, and if we’d taken
a moment to swish this one around our mouths, we might have noticed the
sourness of an unripe secret, plucked too soon, stolen and passed
around before its season.
It’s the last season of high school life for Nadia Turner, a rebellious,
grief-stricken, seventeen-year-old beauty. Mourning her own mother’s
recent suicide, she takes up with the local pastor’s son. Luke Sheppard
is twenty-one, a former football star whose injury has reduced him to
waiting tables at a diner. They are young; it’s not serious. But the
pregnancy that results from this teen romance – and the subsequent
cover-up – will have an impact that goes far beyond their youth. As
Nadia hides her secret from everyone, including Aubrey, her God-fearing
best friend, the years move quickly. Soon, Nadia, Luke and Aubrey are
full-fledged adults and still living in debt to the choices they made
that one seaside summer, caught in a love triangle they must carefully
manoeuvre and dogged by the constant, nagging question: what if they had
chosen differently?
In entrancing, lyrical prose, THE MOTHERS asks whether a ‘what if’ can be more powerful than an experience itself.
Inhalt:
"Die Mütter", so werden die älteren Frauen in der kleinen kalifornischen Gemeinde Oceanside genannt. Und neben Rassismus und tiefen Einblicken in eine immer wieder von Tragödien erschütterte Gemeinde sind sie auch ein wichtiges Leitmotiv dieses Debütromans. Mütter, die keine Mütter sein wollen, Mütter, die hart arbeiten, Mütter, die fast zu präsent sind, Frauen, welche keine Kinder geboren haben, aber eine Mutterrolle einnehmen und immer, immer wieder Mütter, die schmerzlich vermisst werden.
Meine Meinung:
In diesem eindringlich erzählten Roman nimmt Bennett sich der tragischen Geschichte einer jungen Frau an, die ihre Mutter verloren hat und die selber ungewollt schwanger ist. Und dies auch noch ausgerechnet vom Sohn des Priesters. Aber auch andere Skandale Geschlechterklischees, Rassismuskritik und ein sehr kritischer Umgang mit der Kirche und ihren Vertretern sind wichtige Bestandteile dieses Romans und gleichzeitig schafft es Bennett, mit einer einfühlsamen Leichtigkeit die Themen Freundschaft und erste Liebe zu verarbeiten. Was wäre, wenn? In "The Mothers" werden die grossen und kleinen Meilenstein und Wendepunkte in einem Leben beleuchtet und dies hat mich persönlich sehr berührt, wenn auch ich anfangs Mühe hatte, in die eher langsam erzählte Geschichte hineinzufinden.
Meine Empfehlung:
"The Mothers" ist ein nicht ganz einfacher Roman, welcher den Finger immer wieder schmerzlich in die Wunden unserer Gesellschaft legt, Privilegien konkret benennt und die Rolle von Frauen in einem schwierigen Umfeld aber auch die Themen Freundschaft, Familie und Hoffnung gekonnt zu einer packenden Geschichte verwebt.
Zusätzliche Infos:
Titel: The Mothers
Autorin: Born and raised in Southern California, Brit Bennett graduated from
Stanford University and later earned her MFA in fiction at the
University of Michigan, where she won a Hopwood Award in Graduate Short
Fiction as well as the 2014 Hurston/Wright Award for College Writers.
Her work is featured in The New Yorker, The New York Times Magazine, The Paris Review, and Jezebel. She is one of the National Book Foundation’s 2016 5 Under 35 honorees.
Sprache: Englisch
Paperback: 280 Seiten
Verlag: Dialogue Books
Erschienen: 16th July 2020
ISBN: 978-0-349-70149-3
Kurzrezension: Lazarus
Lazarus - Aleksandar Hemon
Klappentext:
1908 wird in Chicago der junge osteuropäische Einwanderer Lazarus Averbuch vom Polizeipräsidenten aus nächster Nähe erschossen. Hundert Jahre später will der bosnisch-amerikanische Schriftsteller Brik die Wahrheit über diesen angeblichen Anarchisten ans Licht bringen. Mit seinem Freund Rora macht er sich auf den Weg in die Heimat von Lazarus. Ihre Reise wird zu einer Suche nach den eigenen Wurzeln.
Inhalt:
Vladimir Brick stösst auf die Geschichte des jungen jüdischen Einwanderers Lazarus Averbuch, der 1908 in Chicago hinterrücks von Polizisten erschossen worden ist. Beim Versuch, den Mord zu vertuschen, ist über Averbuch verbreitet worden, er sei eine Gefahr für die Demokratie gewesen. Brick möchte auf den Spuren des Mannes in die Vergangenheit reisen und nimmt seinen Freund Rora, einen in den 1990er Jahren aus dem belagerten Sarajevo geflüchteten Fotografen, auf einen sonderbaren Roadtrip mit. Auf zwei Zeitebenen erzählt Hemon, wie Rora und Brick sich in der Gegenwart von Chicago aus in den Osten Europas aufmachen und dabei alten Geschichten, Feinden und Verbündeten sowie ihren eigenen Wurzeln begegnen und wie in der Vergangenheit überlebende Freunde und Verwandte von Lazarus um ihn trauern, befragt werden und ihn vermissen.
Leseeindrücke:
Hemons Erzählungen schwanken stets zwischen Traum und Wirklichkeit, Wunsch und Realität und wie bei Roras Geschichten wird auch in Hemons Roman selten klar, was nun wirklich stimmt, und was der Fantasie des Erzählers entsprungen ist. Ganz so, wie es halt immer ist, wenn ein Bosnier eine Geschichte erzählt.
Immer wieder werden die bosnischen Comicfiguren Mujo und Suljo bemüht, immer wieder stoppen aber auch tragische und gewaltvolle Kriegserinnerungen den Erzählfluss. Zarter bis derber Humor und die Brutalität des Alltags in Krieg treffen dabei ungebremst aufeinander.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen, dann wurde diese aber leider sehr zäh und auch wenn ich mich mit vielen der historischen und politischen Hintergründe auskenne (was sich definitiv lohnt), wurde mir irgendwann alles zu theoretisch und die philosophischen Geplänkel zwischen Rora und Brick haben die eigentlich spannende Handlung zu sehr in den Hintergrund gedrängt.
Fazit:
Das Buch beinhaltet zwar immer wieder äusserst unterhaltsame Szenen, es ist gekonnt erzählt und die tragischen historischen Hintergründe, welche es thematisiert, sind wirklich spannend in die Geschichte integriert. Insgesamt war mir das alles aber ein wenig zu zäh erzählt, weshalb das Buch einen Platz in einem offenen Bücherschrank finden darf.
Zusätzliche Infos:
Titel: Lazarus
Originaltitel: The Lazarus Project
Autor: Aleksandar Hemon wurde 1964 in Sarajevo geboren. 1992 hielt er sich im
Rahmen eines Kulturaustauschs in den USA auf, als er von der Belagerung
seiner Heimatstadt erfuhr. Er beschloss, im Exil zu bleiben. Seit 1995
schreibt er auf Englisch und veröffentlicht regelmäßig unter anderem in
"The New Yorker", "Granta" und "The Paris Review". Sein Erzählband "Die
Sache mit Bruno" erschien 2000 in acht Ländern gleichzeitig. 2002 folgte
der Roman "Nowhere Man", der für den "National Book Critics Circle
Award" nominiert war. Die MacArthur Foundation zeichnete Hemon 2004 mit
dem "Genius Grant" aus. Spätestens seit seinem international gefeierten
Roman "Lazarus", der in Deutschland auf der Shortlist des
Internationalen Buchpreises 2009 stand, gehört er zu den meist
beachteten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. 2013 erschien
"Das Buch meiner Leben", wie alle Bücher des Autors in Deutschland bei
Knaus. Hemon lebt mit seiner Familie in Chicago.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von: Rudolf Hermstein
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 352 Seiten
Verlag: (früher Albrecht Knaus Verlag München, heute gehört der Verlag zu Randomhouse) Knaus Verlag
Erschienen: 2008
ISBN: 978-3-8135-0329-6
Kurzrezension: Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt
Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt - Jörg Maurer
Kommissar Jennerwein ermittelt, Band 11
Beschreibung des Verlages (Taschenbuchausgabe):
Der Tod liebt frischen Pulverschnee. Kommissar Jennerweins
stimmungsvollster Fall – der elfte Alpenkrimi von Nr.1-Bestsellerautor
Jörg Maurer
In einer verschneiten Berghütte hoch über dem idyllisch
gelegenen Kurort will Kommissar Jennerwein mit seinem Team feiern.
Einmal ohne Ermittlungsdruck und Verbrecherjagd gemütlich am Kaminfeuer
sitzen und Geschichten erzählen. Aber was bedeuten die blutigen Spuren
im Schnee, die draußen zu sehen sind? Warum kreist eine Drohne über der
Hütte? Und welcher unheimliche Schatten streift durch die Nacht? Während
drunten im Kurort die Polizeistation verwaist ist und eine Gestalt
leblos in einem versperrten Keller liegt, erkennt Jennerwein, dass er in
eine Falle geraten ist, aus der es kein Entkommen gibt. Wenn er sein
Team retten will, muss er mit dem Tod Schlitten fahren…
Inhalt:
Kommissar Jennerwein empfängt das ganze Ermittlungsteam in seiner Berghütte. Gespräche über die Arbeit sind streng verboten und der Glühwein fliesst in Strömen. Aber das immer wieder am Fenster auftauchende Gesicht, die im Schnee gefundene Drohne und ein seltsamer Besucher lassen aus Spass sehr schnell Ernst werden. Gerade, als Jennerwein nämlich eine Geschichte aus seiner Schulzeit erzählen will, kippt die Stimmung und plötzlich befinden sich alle mitten in einem gefährlichen Kriminalfall.
Meine Meinung:
Voller Vorfreude habe ich mich in dieses Buch gestürzt und der Aufbau, die von Jennerwein erzählten Geschichten aus der Schulzeit sowie die vielen Verstrickungen haben mir anfangs sehr gut gefallen und mich miträtseln lassen. Besonders gut gefallen haben mir die unterschiedlichen Personen im Ermittlerteam, welche alle ihren sehr eigenen Charakter haben und auf ihre Weise zur Lösung des Falles beizutragen versuchen. Nur Jennerwein wirkt immer arroganter und verzettelt sich mehr und mehr in einer Geschichte aus der Vergangenheit, die eigentlich gar nicht so unterhaltsam ist, wie er denkt. Je länger das Buch dauert, desto schleppender entwickelt sich leider auch die gesamte Handlung, die Rückblicke werden repetitiv, die Spannung schwindet und gegen Ende bleiben viele Fragen offen. Die nächsten Bände würden diese wahrscheinlich beantworten, sie interessieren mich aber nicht wirklich.
Fazit:
Viele gute Ideen und ein sehr interessant zusammengesetztes Ermittlungsteam sprechen für dieses Buch. Die ständigen Repetitionen und der leider immer unsympathischere Jennerwein haben mich aber leider nicht überzeugen können, zumal am Ende viele Fragen offen bleiben, deren Antwort wohl in den weiteren Bänden zu finden wäre. Diese werde ich aber nicht lesen und das Buch darf weiterziehen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt
Autor: Jörg Maurer liebt es, seine Leserinnen und Leser zu überraschen. Er
führt sie auf anspielungsreiche Entdeckungsreisen und verstößt dabei
genussvoll gegen die üblichen erzählerischen Regeln. In seinen Romanen
machen hintergründiger Witz und unerwartete Wendungen die Musik zur
Spannungshandlung.
All dies hat Jörg Maurer auch schon auf der Bühne
unter Beweis gestellt. Als Kabarettist feierte er mit seinen
musikalisch-parodistischen Programmen große Erfolge und wurde dafür
mehrfach ausgezeichnet, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine
inzwischen fünfzehn Jennerwein-Romane sind allesamt Bestseller. Sein
Roman »Shorty« war ebenfalls erfolgreich.
Jörg Maurer lebt zwischen Buchdeckeln, auf Kinositzen und in Theaterrängen, überwiegend in Süddeutschland.
Sprache: Deutsch
Paperback: 432 Seiten
Verlag: Scherz (S. Fischer)
Ersterscheinung:
24.10.2018
ISBN:
978-3-651-02573-8
Kurzrezension: Zum Glück ein Jahr
Zum Glück ein Jahr - Sophia Bergmann
Beschreibung des Verlages:
Ein Jahr nach Lázlós Tod hat Nelly den Verlust ihres geliebten Mannes
noch nicht überwunden. Und Julia hat sich als Mutter von Zwillingen über
die Jahre selbst aus den Augen verloren. Am Silvesterabend blicken die
Freundinnen gemeinsam zurück. Schlagartig merken sie, dass das Leben
endlich ist und sie ihre Träume jetzt in Angriff nehmen müssen. Zeit für
einen Neuanfang – und für eine Liste mit ihren größten Wünschen, die
sie sich in den nächsten zwölf Monaten erfüllen möchten.
Inhalt:
Julia tröstet ihre beste Freundin Nelly mit einer rauschenden Silvesterparty zumindest ein wenig über den Tod deren Mannes hinweg. Mitten in der Nacht fassen die besten Freundinnen einen Entschluss und was als amüsantes Trinkspiel begonnen hat, wird zu einer Löffelliste, die sich gewaschen hat und die ihre Leben komplett auf den Kopf stellen wird.
Meine Meinung:
Das Buch habe ich sehr gerne gelesen und ich habe mich von der Geschichte und den sympathischen Protagonistinnen immer wieder überraschen und unterhalten lassen. Die Handlung bleibt zwar eher oberflächlich, greift aber doch einige spannende Themen auf und vor allem Nellys Umgang mit einem heftigen Verdacht hat mich tief beeindruckt. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Entwicklung von Julias Beziehung sich anders und in meinen Augen realistischer ergibt, als dies in vielen anderen Romanen der Fall ist und ich hätte ihren Mann Alex einige Male am liebsten getreten. Er ist die Figur, die mit Abstand am eindimensionalsten bleibt und auch sonst hat die Geschichte nicht allzu viele Facetten, der Charme der beiden besten Freundinnen, der leichte Humor und die immer mal wieder äusserst pointierten Dialoge machen dies aber wett.
Meine Empfehlung:
Das Buch hat mich überrascht und unterhalten und mir einfach immer wieder entspannte Lesestunden beschert, ihr dürft aber nicht zu viel Tiefgang erwarten, sondern bekommt einfach zwei wunderbar erzählte Protagonistinnen, eine lustige Grundidee und einzelne eher blasse Nebenfiguren.
Zusätzliche Infos:
Titel: Zum Glück ein Jahr
Autorin: Sophia Bergmann studierte Theater- und Literaturwissenschaften und
arbeitete dann als Redakteurin beim Fernsehen. Sie lebt mit ihrer
Familie im Herzen von München. „Zum Glück ein Jahr“ ist ihr erster
Roman.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Diana
Erschienen am: 14.11.2016
ISBN: 978-3453358911
Kurzrezension: Sie sagt, er sagt
Beschreibung des Verlages:
Katharina Schlüter, eine erfolgreiche TV-Moderatorin, behauptet, ihr ehemaliger Geliebter habe sie missbraucht: Aus zunächst einvernehmlichem Sex sei eine Vergewaltigung geworden. In dem Strafprozess steht Aussage gegen Aussage – ein Dilemma, das eine ungeheure Sprengkraft entfaltet. Denn über die berufliche und private Zukunft zweier Menschen hinaus, geht es um nichts weniger als um die Werte, aber auch Vorurteile, die uns als Gesellschaft ausmachen.
Inhalt:
Ein Gerichtsprozess, eine Frau, die behauptet, von ihrem damaligen Geliebten vergewaltigt worden zu sein, besagter Mann, der dies abstreitet, aber auch mangelhafte Polizeiarbeit und engagierte Verteidiger machen dieses Theaterstück aus und auf wenigen Seiten wird eine ganze Geschichte gesponnen, die von Liebe, Verrat und Vorurteilen erzählt.
Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich von Esther bekommen und in New York gelesen. Dieses kurzweilige Theaterstück, das aufgrund der oft sehr ausführlichen Regieanweisungen ausserdem sehr offenen Ende fast nichts der Fantasie überlässt, liest sich innerhalb von kürzester Zeit. Dabei wird die Erzählkunst des Autors immer wieder spürbar, die grosse Begeisterung, die ich nun schon einige Male auf diversen Blogs und bei Instagram entdeckt habe, kann ich allerdings nicht ganz teilen. Der Prozess verläuft so, wie ein Prozess gefühlt in jedem Buch oder Film verläuft, es bleibt eher unspektakulär und es steht Aussage gegen Aussage und kurz vor dem, was vielleicht eine dramatische Wendung hätte sein können, stoppt die Erzählung und das Ende bleibt offen.
Das Buch hat wohl bewirkt, was es sollte, es hat mich wütend gemacht, weil keine klare Position eingenommen wird, weil immer noch alles möglich ist, weil bei den Ermittlungen Fehler unterlaufen sind... Und doch reicht das noch nicht, um mich von der Qualität des Autors zu überzeugen, zu wenig haben mich die Sprache oder Handlung überzeugen können. Sollte er mir noch einmal in die Hände fallen, gebe ich ihm gerne noch eine Chance, ich denke aber nicht, dass ich etwas verpasse, wenn ich keine weiteren Bücher von ihm lese.
Fazit:
Immer wieder habe ich erkennen können, dass Ferdinand von Schirach erzählen kann. Dieses kurze Theaterstück und das doch sehr offene Ende, das mir persönlich zu viel Interpretionsspielraum gelassen hat, haben mich nicht ganz überzeugt. Ich weiss, dass diese Wut und dieser luftleere Raum Teil des Konzeptes des Stücks sind, mir hat aber dieses Konzept einfach nicht zugesagt.
Zusätzliche Infos:
Titel: Sie sagt, er sagt
Autor: Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Seine Bücher wurden vielfach verfilmt und zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen in mehr als vierzig Ländern. Die Theaterstücke Terror und Gott zählen zu den erfolgreichsten Dramen unserer Zeit, und Essaybände wie Die Würde des Menschen ist antastbar sowie die Gespräche mit Alexander Kluge Die Herzlichkeit der Vernunft und Trotzdem standen monatelang auf den deutschen Bestsellerlisten. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm u.a. die Erzählsammlung Nachmittage sowie der Theatermonolog Regen.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: btb
Erschienen am: 28.02.2024
ISBN: 978-3-442-77466-1
Kurzrezension: Der Zirkel der Literaturliebhaber
Der Zirkel der Literaturliebhaber - Amir Hassan Cheheltan
Beschreibung des Verlages:
Jeden Donnerstag kamen in das Elternhaus Cheheltans acht Gäste, um mit
den Eltern und später auch ihm selbst über Literatur zu sprechen. Sie
sprachen vorzugsweise über die klassische persische Literatur, über
Rumi, Hafis, Saadi, Ferdowsi und andere. Über Jahre hielten diese
Treffen an und eröffneten einen Raum der Sprache, der Poesie, der
Interpretation, was die großen Themen des Lebens und des Geistes
anbelangt, verbanden die Teilnehmer, verstrickten sie aber auch
miteinander, weil die Staatsmacht auch in ihren Zirkel reinregierte.
Denn
in diesem Zeitraum seit den sechziger Jahren herrscht erst der Schah
mit seinem Repressionsapparat und dem Geheimdienst SAVAK, bis die
islamische Revolution von 1979 das Regime durch die Macht der Mullahs
ersetzt. In seiner dichten und detaillierten Erzählung kehrt Amir Hassan
Cheheltan immer wieder zu dem Zirkel der Literaturliebhaber, den
Gesprächen über die Poesie, der Rolle seiner Eltern, den Impulsen für
die eigene Lektüre und der Wirkung der Literatur zurück. Denn diese ist
älter, weiser, komischer, subversiver und sexuell weitaus freizügiger,
als die offizielle Sittenlehre und die gesellschaftlichen Zwänge es
dulden wollen.
Inhalt:
In einer Mischung aus autofiktiver Erzählung, Gesellschaftskritik und Details der Geschichte des Irans erzählt Amir Hassan Cheheltan von seiner Kindheit in einer belesenen Familie, dem wöchentlichen Literaturzirkel seiner Eltern sowie seiner eigenen Lesart der Literatur seiner Heimat. Persische Klassiker, Lyrik und Prosa werden so nahbar und kurzweilig vorgestellt und es wird auf die menschlichen, derben und rebellischen Facetten dieser grossen und teilweise sehr bekannten Texte und Autoren eingegangen.
Meine Meinung:
Jeden Donnerstag wird im Hause Cheheltan geputzt und aufwändig gekocht, damit sich am Nachmittag die Gäste einfinden und zu einem Literaturzirkel treffen können. Es wird gelesen, gelacht, getrunken, gegessen und über Politik, Gott und die Welt diskutiert. Die politische Lage im Land spitzt sich zu, bis auch den Mitgliedern des Zirkels nicht mehr vertraut werden kann.
Amir wird älter und reifer und darf immer häufiger an den Treffen teilnehmen und lernt so schnell, dass die klassischen Dichter der persischen Literatur alles andere als harmlose und ausschliesslich intellektuelle Texte geschrieben haben. Sexuelle Ausschweifungen, vor allem unter Männern (respektive auch viele pädophile Handlungen, die fast kritiklos stehengelassen werden), aber auch unterhaltsame und derbe Gedichte und Texte, Gesellschaftsstudien und naive Skizzen finden sich in den Werken dieser Dichter. Und so nähert sich der junge Amir auf eine ganz unschuldige, humorvolle und überhaupt nicht verkopfte Art diesen Texten und macht sie durch unterhaltsame Zusammenfassungen, Hinweise auf ihre Entstehung aber auch Hintergründe zur Geschichte des Irans und seiner Familie nahbar.
Mein Fazit:
Dieses Buch hat sich sehr kurzweilig gelesen und ich habe mich sehr darüber gefreut, wie der junge Amir zum Lesen und zur Literatur gefunden und es dann auch noch gewagt hat, den seiner Familie fast schon heiligen Texte eigene und sehr zugängliche Interpretationen abzuringen.
Ein wenig gestört haben mich die fast kritiklos wiedergegebene Verherrlichung pädophiler Handlungen und Beziehungen in klassischer persischer Literatur und das komplette Fehlen von Texten aus weiblicher Feder in Cheheltans Lebensbibliothek. Das wäre sicher auch noch spaannend gewesen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Der Zirkel der Literaturliebhaber
Autor: Amir Hassan Cheheltan, wurde 1956 in Teheran geboren. Seine Romane dürfen seit über 20 Jahren nicht mehr im Iran erscheinen.
Sprache: Deutsch
Aus dem Persischen von: Jutta Himmelreich
Fester Einband mit Schutzumschlag: 252 Seiten
Verlag: C.H.Beck
Erschienen am: 17. Februar 2020
ISBN: 978-3-406-75090-8
Kurzrezension: Herzblut
Herzblut - Volker Klüpfel und Michael Kobr
- Milchgeld
- Erntedank
- Seegrund
- Laienspiel
- Rauhnacht
- Schutzpatron
- Herzblut
- Grimmbart
- Himmelhorn
- Kluftinger
- Funkenmord
- Affenhitze
- Lückenbüßer
Beschreibung des Verlages:
Kluftinger ist sich sicher: Bei einem anonymen Handyanruf, der ihn
ausgerechnet während einer der gefürchteten Pressekonferenzen seines
Chefs erreicht, wird er Zeuge eines Mordes. „Alpträume von zu viel
Schweinsbraten“, tun seine Kollegen diesen Verdacht ab. Kluftinger
ermittelt auf eigene Faust und findet am vermeintlichen Tatort jede
Menge Blut, aber keine Leiche. Da überschlagen sich die Ereignisse:
Mehrere brutale Mordfälle, anscheinend ohne Zusammenhang, erschüttern
das Allgäu. Als dann doch noch der Großteil des abgängigen Toten
auftaucht und Kluftinger endlich herausfindet, was all die Verbrechen
verbindet, ist es fast schon zu spät ...
Dabei steht er auch privat
unter Druck: Seit Tagen leidet er unter heftigem Herzstechen und
befürchtet sofort das Schlimmste. Eine demütigende Untersuchung bei
Erzfeind Doktor Langhammer scheint das zu bestätigen. Doch der Kommissar
ist entschlossen, das Ruder noch einmal herumzureißen. Aber ob fleisch-
und kässpatzenarme Ernährung und ein Yogakurs da die richtigen Mittel
sind?
Inhalt:
Während im Vorgängerband der Schwerpunkt auf den Ermittlungsarbeiten
lag, begleiten wir in diesem 7. Band der Reihe unseren mürrischen
Lieblingskommissar auf einer eigenartigen (bewusst nicht "einzigartigen") Reise zu sich selbst. Nachdem
ein anhaltender Druck in der Brust und ein missverständliches Gespräch
mit Freund und Feind Doktor Langhammer ihm Angst eingejagt haben,
arbeitet Kluftinger auf eine gesunde Entwicklung hin, stellt seine Ernährung um und versucht sich in Achtsamkeitsübungen. Gleichzeitig geht
er einem verzwickten Mordfall nach, der immer wieder den Fokus auf das
Herz und herzkranke Menschen lenkt und die Enge in Kluftingers Brustkorb
täglich intensiviert.
Meine Meinung:
Einmal mehr habe ich mich in Kluftingers Welt gewagt und mich bestens vom kauzig-unbeholfenen Kommissar mit dem ungeschlagenen Riecher für verborgene Spuren unterhalten lassen. Nicht nur einmal habe ich laut aufgelacht aber auch eine sonderbare Rührung beim Gedanken an Kluftingers vermeintlich nahendes Ableben verspürt.
Der Fokus wurde in meinen Augen zurecht nicht auf die Verstrickungen in diesem Fall gelegt, dafür haben Kluftinger, sein Privatleben und seine Lieben eine viel grössere Rolle gespielt, als auch schon, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Diese Abwechslung macht die Reihe in meinen Augen erst so richtig sympathisch und sorgt für sehr viel Unterhaltung, lässt tief ins Leben des Protagonisten blicken und bietet trotzdem ganz unterschiedliche, spannend und klug aufgebaute Fälle.
Meine Empfehlung:
Meine Sympathie für diese Reihe und Kommissar Kluftinger wächst und ich freue mich, dass ich noch einige weitere Bände vor mir habe. Es scheint, als würde das Autorenduo mit jedem Band mehr zusammenwachsen, was für immer runder erzählte Krimis sorgt, weiter so!
Zusätzliche Infos:
Titel: Herzblut
Autoren: Volker Klüpfel teilt mit Kluftinger den Heimatort Altusried. Doch den
ehemaligen Journalisten hat es beruflich nach Augsburg verschlagen. Dort
lebt er nach wie vor mit seiner Familie, auch wenn ihn sein Beruf nun
nicht mehr in die Kulturredaktion der Augsburger Allgemeinen, sondern an
seinen Autoren-Schreibtisch führt. Studiert hat Klüpfel, Jahrgang 1971,
Politik und Geschichte in Bamberg, arbeitete dann bei einer Zeitung in
den USA und vertreibt sich seine Zeit mit Sport und Theater – entweder
als Zuschauer oder als Mitspieler bei den Freilichtspielen in Altusried.
Wie Kommissar Kluftinger. Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten im Allgäu, studierte Germanistik
und Romanistik in Erlangen. Er arbeitete nach dem Staatsexamen an
verschiedenen Realschulen in Bayern, momentan aber ist er beurlaubt – um
sich dem Schreiben der Romane, den Shows und der Familie widmen zu
können. Kobr wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im Allgäu.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Erscheinungstermin: 02.05.2014
ISBN: 978-3-426-51183-1
Kurzrezension: Fallensteller
Beschreibung des Verlages:
Ein vom Leben nicht sehr verwöhnter alter Mann hat eine Leidenschaft für die Magie. Er bittet um Ruhe für die Große Illusion. Aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still.
Ein geheimnisvoller schwarzgekleideter Mann taucht in unserem Dorf auf, er behauptet, Fallen herstellen zu können für jeden Zweck, nicht nur für das Tier. Mit dem Fallensteller kehrt Stanišić nach Fürstenfelde zurück, jenes uckermärkische Dorf, das den Lesern aus „Vor dem Fest“ bekannt ist, und in dem alles immer möglich ist, auch Magie.
„Ich finde Bäume nur als Schrank super“, ruft der naturabgeneigte Erzähler der Geschichte „Im Ferienlager im Wald“. Immerhin freundet er sich mit Hirschen an und spielt eine Runde Fifa auf der X-Box mit ihnen.
Ständig auf der Reise sind "der unterhaltsame Gesetzesbrechers Mo und seine wohlstandstrübsinnige Begleiterin“ (Hamburger Abendblatt). Zwei Freunde, die mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterher jagen, quer durch Europa: einer christlichen Menschenrechtsaktivistin, einer syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel. Um nur ein paar zu nennen.
Dies sind Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen die sich befreien - im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz.
Inhalt:
Zwölf Erzählungen aus der Feder des Wortkünstlers Saša Stanišić, zwölf Szenen aus zwölf Leben, die zwischen Traum und Wirklichkeit, Fantasie und Kühnheit schwanken, die voller List und Erfindergeist und Freundschaft stecken und vom Finden, Locken und Erschaffen berichten.
Meine Meinung:
Nachdem ich Stanišićs neues Buch "Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne" im Mai verschlungen hatte, wollte ich sofort weitere Erzählungen des Autors lesen. Und ich muss ehrlich sagen, dass diese Texte mir ganz unterschiedlich gut gefallen haben. Jedes Mal, wenn der vorwitzige Mo aufgetreten ist (wohl der selbe Mo, der auch in der "Witwe" einige Auftritte hat), war ich begeistert und auch die Geschichten "Die Große Illusion am Säge-, Holz- und Hobelwerk Klingenreiter Import Export" sowie "In diesem Gewässer versinkt alles" haben mich begeistert und vor allem letztere auch tief berührt. Einige andere Erzählungen - unter anderem leider die titelgebende Erzählung "Fallensteller" - haben mich nicht ganz für sich einnehmen können, wenn auch mich alle Figuren, vor allem die Figur des Fallenstellers, wirklich fasziniert haben. Woran es genau lag, kann ich gar nicht genau sagen, irgendwie ist der Funke einfach nicht bei allen Texten auf mich übergesprungen. Dennoch ist diese Sammlung ein ganz grossartiges Stück Literatur, das ich aus meinem Regal nicht mehr wegdenken möchte und das die grosse Qualität und Wandelbarkeit des Autors sehr gut abbildet.
Meine Empfehlung:
Diese Texte haben nicht alle meinen Geschmack getroffen, dafür sind einige davon um so mehr herausgestochen und haben meine Neugier auf weitere Bücher des Autors geweckt. "Vor dem Fest" sowie die Kinder- und Jugendbücher "Wolf", "Hey, hey, hey, Taxi" und "Ava auf einem Bein" warten ja zum Glück noch auf mich und ich vertraue fest darauf, dass Saša Stanišić in den nächsten Jahren weitere Bücher veröffentlichen wird.
Weitere Bücher von Saša Stanišić:
Wie der Soldat das Grammofon repariert
Herkunft
Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne
Zusätzliche Infos:
Titel: Fallensteller
Autor: Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Werke wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt und viele Male ausgezeichnet. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist dort Fußballtrainer einer F-Jugend.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag: 288 Seiten
Verlag:Luchterhand
Erschienen am: 09.05.2016
ISBN: 978-3-630-87471-5
Kurzrezension: Schutzpatron
Schutzpatron (Kluftinger 6) - Volker Klüpfel, Michael Kobr
- Milchgeld
- Erntedank
- Seegrund
- Laienspiel
- Rauhnacht
- Schutzpatron
- Herzblut
- Grimmbart
- Himmelhorn
- Kluftinger
- Funkenmord
- Affenhitze
Eine Arbeitsgruppe für die Sicherung des Altusrieder Burgschatzes, der im Allgäu gefunden wurde und jetzt nach einer weltweiten Ausstellungstour endlich wieder in die Heimat kommt – so ein Schmarrn!, denkt sich Kommissar Kluftinger, der doch gerade den mysteriösen Mord an einer alten Frau aufklären muss. Oder hat das eine gar mit dem anderen zu tun?
Inhalt:
Diesmal hat es Klufti mit ganz grossen Fischen zu tun. Erfahrene Kunstdiebe planen, den berühmten Altusrieder Burgschatz zu stehlen. Bereits vor zwanzig Jahren hatte Kluftinger mit diesem Schatz und berüchtigten Ganoven aus der Region zu tun.
Ausserdem wird bei einer routinemässiger Obduktion einer alten Dame festgestellt, dass sie keines natürlichen Todes gestorben ist und schon bald stellt sich die Frage, wie und ob diese Fälle zusammenhängen. Als auch noch Kluftingers Auto verschwindet und es in seinem Privatleben ebenfalls turbulenter wird, hat er alle Hände voll zu tun.
Meine Meinung:
Einmal mehr hat mich das Autorenduo mit einer äusserst spannenden und unterhaltsamen Geschichte beeindruckt. Besonders gut gefallen haben mir die ausgeklügelten Beschreibungen des im Stile von Ocean’s Eleven konzipierten Coups sowie die Irrungen und Wirrungen um Kluftingers Auto. Auch hat sich einmal mehr gezeigt, dass der Kommissar aller Eigenheiten sowie seiner Abneigung gegen die Errungenschaften der Technik und seiner teilweise sehr konservativen Weltanschauungen zum Trotz ein grandioser Ermittler mit einem hervorragenden sechsten Sinn ist. Ausserdem macht er sich so langsam und wird hoffentlich in den nächsten Bänden noch ein wenig aufgeschlossener und vorurteilsfreier ihm fremden Menschen und Kulturen gegenüber.
Meine Empfehlung:
Die Reihe überrascht mich immer wieder mit einem ganz neuen, aussergewöhnlichen Fall und einem einzigartigen, im schönen Allgäu gelegenen Setting. In diesem Band besonders unterhaltsam gestaltet ist Kluftis geheime Jagd nach dem Dieb seines Autos.
Zusätzliche Infos:
Titel: Schutzpatron
Autoren: Volker Klüpfel, geboren 1971 in Kempten, aufgewachsen in Altusried, studierte Politikwissenschaft und Geschichte. Danach arbeitete er bei einer Zeitung in den USA und stellte beim Bayerischen Rundfunk fest, dass ihm doch eher das Schreiben liegt. Seine letzte Station vor dem Dasein als Schriftsteller war die Feuilletonredaktion der Augsburger Allgemeinen. Mit seiner Familie lebt er im Allgäu.
Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten, studierte in Erlangen Romanistik und Germanistik, und war danach als Lehrer tätig. Momentan hat er schweren Herzens dem Klassenzimmer den Rücken gekehrt, um sich dem Schreiben, den ausgedehnten Lesetouren und natürlich seiner Familie widmen zu können. Kobr wohnt mit seiner Frau und den beiden Töchtern im Unterallgäu. Die beiden Autoren sind seit ihrer Schulzeit befreundet. Für ihre Werke erhielten Volker Klüpfel und Michael Kobr zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Bayerischen Kunstförderpreis 2005, die Corine 2008, die Mimi 2008 und 2009, den Kulturpreis Bayern 2011, den Memminger Kulturpreis 2008, den Hörbuchpreis Osterwold 2012 sowie die Bürgermedaille in Gold der Gemeinde Altusried 2012.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch, Broschur: 432 Seiten
Verlag: Disclaimer: sicher habt ihr alle mitbekommen, welch problematisches Buch der Piper-Verlag Ende 2023 veröffentlicht hat. Noch problematischer waren aber das Schweigen und die Nonpology des Verlages, mit dem er sich auf die Seite einer lauten, faschistischen Minderheit gestellt hat. Entsprechend wird der Verlag von mir bei Instagram nicht mehr erwähnt und markiert und hier auf meinem Blog nicht mehr verlinkt. Ich werde die Kluftinger-Reihe, die fast komplett (secondhand gekauft) auf meinem SuB liegt, weiterhin lesen (und auch weiterhin gebraucht kaufen), der Verlag wird aber auf allen meinen Bildern nicht mehr sichtbar sein.
Erschienen: 17.09.2012
EAN: 978-3-492-27483-8
Kurzrezension: Morden mit Maud
Morden mit Maud - Helene Tursten
Beschreibund des Verlages:
Sie geht auf die Neunzig zu, und niemand ist vor ihr sicher – »Helene Tursten macht süchtig.« ZDF
Mord ist ihr ganz persönliches Hobby: Fünf neue, spannende und
unterhaltsame Geschichten rund um die fast 90-jährige Maud, die in
Göteborg in einer mittlerweile museumsgleichen Altbauwohnung lebt, immer
noch gern Fernreisen unternimmt und einige Leichen im Keller hat. Wir
erfahren vom unglücklichen Tod ihrer Schwester, dem Ableben des
unfähigen, egoistischen Sohnes einer Nachbarin; zudem berichtet Maud
über prägende Ereignisse in ihrem Leben. Es stellt sich heraus, dass sie
bereits in jungen Jahren mit allen Wassern gewaschen war. Zuletzt
bricht Maud zu einer langen, ereignisreichen Reise nach Südfrika auf.
Inhalt:
Dieser lose an die Kurzgeschichtensammlung "Alter schützt vor Morden nicht" anschliessende Erzählband lässt die neunundachtzigjährige Schwedin Maud in sechs aufeinander aufbauenden Geschichten auf ihr bewegtes Leben zurückblicken. Schnell wird klar, dass unsere Protagonistin zwar alt, aber noch lange nicht senil ist. Vielmehr nimmt sie ihr Leben (und das Leben und Sterben anderer Menschen manchmal auch) selbst in die Hand und reist im abschliessenden und längsten Text nach Südafrika, wo sie ein wenig zufällig und unfreiwillig in eine Ermittlung gerät, mit der sie ausnahmsweise einmal (fast) nichts zu tun hat.
Meine Meinung:
Auch dieses Buch habe ich von der lieber Irene vom Blog Igelabooks erhalten und mit sehr viel Vergnügen gelesen. Es ist definitiv ein ganz aussergewöhnlicher Krimi mit einer sympathischen Protagonistin, die es faustdick hinter den Ohren hat. Und ja, auch wenn Maud immer mal wieder ein Verbrechen begeht, so tut sie dies doch immer irgendwie einem ganz strengen moralischen Kompass folgend.
Den ersten Band - von dem ich lange gar nichts wuste - habe ich nicht gelesen, das ist aber sicher auch gar nicht nötig, da darin wohl nicht nur Geschichten mit Maud, sondern auch mit anderen Figuren vorkommen. Ich habe ihn mir aber bereits auf die Wunschliste gepackt, da ich die kurzweilig erzählende Sprache von Helene Tursten sowie ihre genau beobachtenden Beschreibungen - unter anderem der Landschaft und Tierwelt Südafrikas - sehr mochte.
Meine Empfehlung:
Dieser Krimi ist wirklich einmal ganz etwas anderes und die unterhaltsamen und teilweise auch spannenden und kritischen Geschichten lassen sich sehr gut nebenher lesen. Von mir gibt es eine herzliche Empfehlung, ich werde auf jeden Fall weitere Bücher der Autorin lesen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Morden mit Maud
Originaltitel: ÄLDRE DAM MED MÖRKA HEMLIGHETER
Autorin: Helene Tursten, geboren 1954 in Göteborg, ist eine der beliebtesten
schwedischen Kriminalautorinnen. Ihre Serie um die Göteborger
Kriminalinspektorin Irene Huss hat nicht nur viele Fans, sondern wurde
auch erfolgreich verfilmt. Neben neuen Fällen für die junge Polizistin
Embla Nyström veröffentlicht Helene Tursten auch sehr erfolgreich Bände
mit Krimigeschichten.
Sprache: Deutsch
Aus dem Schwedischen
von:
Antje Rieck-Blankenburg
Taschenbuch, Broschur: 208 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erschienen am: 13. Dezember 2023
ISBN: 978-3-442-77208-7
Kurzrezension: Sei kein Mann
Sei kein Mann, Warum Männlichkeit ein Albtraum für Jungs ist - JJ Bola
Beschreibung des Verlages:
Wann ist ein Mann ein Mann?
In der Ära von Trump, #MeToo und
Attentätern wie in Halle oder Hanau ist Männlichkeit kein positiver
Begriff mehr. Der Aktivist JJ Bola sucht Auswege aus der Krise. Dabei
betrachtet er Einflüsse aus nichtwestlichen Traditionen, aus Popkultur
und der LGBTQ+-Community und zeigt, wie vielfältig Männlichkeit sein
kann.
JJ Bola lädt in versöhnlichem Ton ein zum Gespräch zwischen
verhärteten Fronten. Denn erst wenn sich auch die Männer und der Begriff
von Männlichkeit verändern, wird es echte Geschlechtergerechtigkeit
geben.
Meine Meinung:
JJ Bola nimmt sich mit diesem Buch einem sehr wichtigen Thema an, von dem wohl einige von uns sich wünschen, dass es vermehrt ins Bewusstsein der ganzen - also auch der männlichen - Bevölkerung gerät. Die negativen Auswirkungen von (alten/klassichen) Männerbildern, Männlichkeiten und natürlich des Patriarchats an sich sind nämlich nicht nur für Frauen sowie natürlich sämtliche Minderheiten, sondern auch für Männer verheerend. Dies zeigt Bola eindrücklich an vielen Alltagsbeispielen, die er mit aussagekräftigen Statistiken und Quellen belegt. Leider ist mir sein Buch insgesamt ein wenig zu simpel geschrieben und ich schätze zwar sehr, dass er verschiedenste Probleme benennt - und ich freue mich über jede männliche Stimme, die sich gegen vorherrschende veraltete und diskriminierende Strukturen stellt - allerdings sind mir in seinem Buch zu wenige Lösungsansätze und auch zu wenig kritische Auseinandersetzung mit sich selber und seiner Rolle im System enthalten.
Gleichzeitig muss ich erwähnen, dass ich einfach schon sehr viele feministische und systemkritische Bücher aus vor allem weiblicher/queerer Perspektive gelesen habe und von diesem Buch einfach nicht mehr viel Neues mitnehmen konnte. Ich empfinde es aber als sehr guter Einstieg ins Thema vor allem auch für junge Menschen und explizit für junge Männer.
Fazit:
Obwohl ich mir sicher bin, dass es unbedingt auch männliche Stimmen bruacht, welche die Auswirkungen des Patriarchats/toxischer Männlichkeiten thematisieren und kritisieren, bin ich mir nicht ganz sicher, was ich von diesem Buch halten soll. Mir persönlich ist es viel zu seicht geschrieben und es präsentiert auch nicht wirklich (oder nur ganz kurz am Ende) Lösungen. Persönlich denke ich, dass es ein guter Einstieg ist für junge Menschen (Männer), die sich noch gar nicht mit dem Thema befasst haben, selber konnte ich allerdings nicht wirklich viel neues aus dem Buch mitnehmen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Sei kein Mann, warum Männlichkeit ein Albtraum für Jungs ist
Originaltitel: Mask Off
Autor: JJ Bola, geboren in Kinshasa im Kongo, ist Autor und Aktivist. Im Alter
von sechs Jahren flüchtete er dank der diplomatischen Verbindungen
seines Großvaters mit seiner Familie. Er wuchs in London in einer
Brennpunkt-Siedlung auf. Nach seinem Master in Kreativem Schreiben an
der Birkbeck University arbeitete er einige Jahre als Sozialarbeiter mit
Jugendlichen mit psychischen Problemen. Bola engagiert sich weltweit zu
Rassismus, Migrationserfahrungen und Männlichkeit. Er veröffentlichte
drei Gedichtbände und einen Roman.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Malcolm Ohanwe
Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: hanserblau
Erscheinungsdatum: 24.01.2022
ISBN: 978-3-446-27283-5
Kurzrezension: Rauhnacht
- Milchgeld
- Erntedank
- Seegrund
- Laienspiel
- Rauhnacht
- Schutzpatron
- Herzblut
- Grimmbart
- Himmelhorn
- Kluftinger
- Funkenmord
- Affenhitze
Eigentlich sollte es für die Kluftingers ein erholsamer Kurzurlaub werden, auch wenn das Ehepaar Langhammer mit von der Partie ist: ein Winterwochenende in einem schönen Allgäuer Berghotel samt einem Live-Kriminalspiel. Doch aus dem Spiel wird blutiger Ernst, als ein Hotelgast unfreiwillig das Zeitliche segnet. Kluftinger steht vor einem Rätsel: Die Leiche befindet sich in einem von innen verschlossenen Raum. Und über Nacht löst ein Schneesturm höchste Lawinenwarnstufe aus und schneidet das Hotel von der Außenwelt ab …
Meine Meinung:
Zum Verlag: bitte untenstehenden Disclaimer lesen!
Ich muss ehrlich sagen: die Kluftinger-Reihe wird mit jedem Band unterhaltsamer. In diesem Band übertrifft sich Klufti selber und dabei ist er eigentlich mit seiner Erika und dem Ehepaar Langhammer über das Silvesterwochenende in den Bergen im Urlaub. Doch aus dem geplanten Krimidinner, während dem Kluftinger als Hercule Poirot agieren soll, wird ein waschechter Mordfall. Zu allem Übel wird die Partygemeinde auch noch eingeschneit, auf Verstärkung kann Kluftinger also nicht so schnell hoffen. Martin Langhammer ist als Arzt zwar gut genug, um den Tod des Opfers festzustellen, seine Hilfe bei den Ermittlungen ist allerdings eher kontraproduktiv. Trotzdem ist Klufti froh, dass er nicht ganz alleine ermitteln muss, was er aber natürlich nie zugeben würde.
Die Geschichte hat sich wunderbar, sehr humorvoll und kurzweilig entwickelt, obwohl mir von Anfang an klar war, wer die Tat begangen hatte, wenn auch mir die Motive bis zum Schluss schleierhaft waren. So bin ich vom Ende zwar nicht mehr gross überrascht worden, der unterhaltsame Erzählstil und die skurrilen Figuren haben dies allerdings mehr als wettgemacht.
Meine Empfehlung:
Die Reihe wird mit jedem Band besser und was ich in den ersten Bänden als ein wenig unrund kritisiert habe, wird nun immer unterhaltsamer und (hier trotz Vorhersehbarkeit) spannender. Kluftinger uns seine kluge Frau Erika muss man einfach mögen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Rauhnacht
Autoren: Volker Klüpfel, geboren 1971 in Kempten, aufgewachsen in Altusried, studierte Politikwissenschaft und Geschichte. Danach arbeitete er bei einer Zeitung in den USA und stellte beim Bayerischen Rundfunk fest, dass ihm doch eher das Schreiben liegt. Seine letzte Station vor dem Dasein als Schriftsteller war die Feuilletonredaktion der Augsburger Allgemeinen. Mit seiner Familie lebt er im Allgäu.
Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten, studierte in Erlangen Romanistik und Germanistik, und war danach als Lehrer tätig. Momentan hat er schweren Herzens dem Klassenzimmer den Rücken gekehrt, um sich dem Schreiben, den ausgedehnten Lesetouren und natürlich seiner Familie widmen zu können. Kobr wohnt mit seiner Frau und den beiden Töchtern im Unterallgäu. Die beiden Autoren sind seit ihrer Schulzeit befreundet. Für ihre Werke erhielten Volker Klüpfel und Michael Kobr zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Bayerischen Kunstförderpreis 2005, die Corine 2008, die Mimi 2008 und 2009, den Kulturpreis Bayern 2011, den Memminger Kulturpreis 2008, den Hörbuchpreis Osterwold 2012 sowie die Bürgermedaille in Gold der Gemeinde Altusried 2012.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch, Broschur: 368 Seiten
Verlag: Disclaimer: sicher habt ihr alle mitbekommen, welch problematisches Buch der Piper-Verlag Ende 2023 veröffentlicht hat. Noch problematischer waren aber das Schweigen und die Nonpology des Verlages, mit dem er sich auf die Seite einer lauten, faschistischen Minderheit gestellt hat. Entsprechend wird der Verlag von mir bei Instagram nicht mehr erwähnt und markiert und hier auf meinem Blog nicht mehr verlinkt. Ich werde die Kluftinger-Reihe, die fast komplett (secondhand gekauft) auf meinem SuB liegt, weiterhin lesen (und auch weiterhin gebraucht kaufen), der Verlag wird aber auf allen meinen Bildern nicht mehr sichtbar sein.
Erschienen: 01.12.2010
EAN: 978-3-492-25990-3
Kurzrezension: O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit
Rezensionsexemplar aus dem Diogenes Verlag, vielen herzlichen Dank für diese funkelnde AusgabeO du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit - Anne Schmucke (Herausgeberin)
Beschreibung des Verlages:
Die schönsten deutschen Weihnachtslieder und
-gedichte von Walther von der Vogelweide, Martin Luther, Friedrich von
Spee, Paul Gerhardt, Angelus Silesius, Matthias Claudius, Johann
Wolfgang von Goethe, Johann Peter Hebel, Friedrich Rückert, Joseph von
Eichendorff, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Annette von
Droste-Hülshoff, Heinrich Heine, Eduard Mörike, Theodor Storm, Theodor
Fontane, Conrad Ferdinand Meyer, Wilhelm Busch und mit Illustrationen
von Lucas Cranach, Ludwig Richter, Albrecht Dürer, Franz Graf von Pocci
u.a.
Inhalt:
Lieder, Gedichte und Sprüche zur Weihnachtszeit aus verschiedenen Jahrhunderten. Unterhaltsam, besinnlich und auf jeden Fall sehr nostalgisch.
Meine Meinung:
Zuerst einmal war ich ganz glücklich, dass dieses kleine Büchlein so schön vor sich hin funkelt. Beim Blättern ist mir dann erst bewusst geworden, dass die darin enthaltene Sammlung schon ziemlich alt und entsprechend nicht allzu divers daherkommt. Das ist allerdings auch schon der einzige Wunsch, den ich gerne anbringen möchte: bitte, lieber Diogenes Verlag, bringt diese Sammlung ganz neu und mit vielen zeitgenössischen Ergänzungen heraus, damit könnt ihr ganz vielen Menschen eine noch grössere Freude bereiten.
Ansonsten habe ich es geliebt, in den Sprüchen zu stöbern, mir die Weihnachtslieder (von denen mir einige Strophen gänzlich unbekannt oder nur in abgewandelter Form bekannt waren) anzusehen und die kurzen Geschichten zu lesen. Selber liebe ich es, Weihnachtskarten zu schreiben und bin immer wieder auf der Suche nach kürzeren Sprüchen oder Gedichten, welche auf den Karten Platz finden können. In diesem Büchlein werde ich im nächsten Jahr sicher fündig und ich bin mir sicher, dass es ein wundervolles Geschenk für alle ist, die eigentlich schon alles haben, in ihrem Leben aber ein wenig Nostalgie vertragen können.
Meine Empfehlung:
Mit diesem glitzernden Büchlein gelingt es wohl allen, in Erinnerungen zu schwelgen und dabei das ein oder andere Weihnachtslied im Kopf (oder laut) mitzusummen. Dieses Buch ist für alle, welche sich besinnliche Momente zur Weihnachtszeit wünschen und gerne ab und an ein Gedicht auf eine Weihnachtskarte schreiben oder einer lieben Person vorlesen möchten.
Zusätzliche Infos:
Titel: O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit
Herausgeberin: Anne Schmucke
Sprache: Deutsch
Hardcover Diogenes Deluxe: 112 Seiten mit Lesebändchen
Illustrationen von: Ludwig Richter, Franz Graf von Pocci u. a.
Verlag: Diogenes
Erschienen am: 20. Oktober 2017
ISBN: 978-3-257-26139-4
Kurzrezension: Früher war mehr Bescherung
Früher war mehr Bescherung, Hinterhältige Weihnachtsgeschichten - Ausgewählt von Daniel Kampa
Beschreibung des Verlages:
»Es gibt tatsächlich Menschen, die Weihnachtsfeste veranstalten. Ist das
komisch!«, hat sich schon Gustave Flaubert gewundert. Was würde er wohl
vom heutigen Geschenkwahn halten, der uns jedes Jahr auf Trab hält.
Kompletter Irrsinn! (Es sei denn, man kauft Bücher und unterstützt so
Buchhandel und Verlage.) In ›Früher war mehr Bescherung‹ schreibt zum
Beispiel Andrea Camilleri eine stille Elegie auf den Weihnachtsmann, der
früher mal die Geschenke brachte, jedoch langsam, aber sicher durch
Computer und Kreditkarte ersetzt wird. In Robert Gernhardts ›Die Falle‹
dagegen bringt ein beim Studentenwerk gebuchter Weihnachtsmann einiges
durcheinander – sehr zum Leidwesen der Eltern. David Sedaris tischt eine
irrsinnige Familiengeschichte auf, und John Waters erklärt kurz und
bündig, warum er Weihnachten hasst. ›Früher war mehr Bescherung‹ ist
mehr als ein neuer Band mit garantiert hinterhältigen
Weihnachtsgeschichten … Es ist schlicht das perfekte Geschenk für alle,
die nichts wollen oder schon alles haben.
Inhalt:
25 hinterhältige, nicht ganz ernst gemeinte, überraschende, kritische und fantasievolle Geschichten rund um das Fest der Liebe sind in diesem Band versammelt. Wir erleben Weihnachten im Hotel, im Flugzeug, während Kriegszeiten, in der Krippe als Esel oder Ochse und natürlich am gemeinsamen Esstisch. Es wird diskutiert, gestritten, geklaut und geliebt und die Geschichten lassen sich sogar (fast) als Adventskalender lesen.
Meine Meinung:
Die Kurzgeschichten habe ich im Dezember nebenher aber nicht als (leicht verlängerter) Adventskalender gelesen und mich bestens unterhalten. Einige Geschichten waren richtig spannend, andere haben sich ein wenig gezogen, aber insgesamt bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Besonders gemocht habe ich die sehr kritische Geschichte "Der Weihnachtskarpfen" von Vicki Baum, Ingrid Nolls "Weihnachten im Schlosshotel" hat mich überrascht und "Ein feines Pärchen" von Sean O'Faolain war herzerwärmend aus dem Leben gegriffen erzählt. Kurzgeschichten empfinde ich immer als tolle Möglichkeit, neue Autor*innen kennenzulernen und sie lassen sich auch wunderbar nebenher lesen, verschenken und weiterreichen und dies natürlich nicht nur zu Weihnachten.
Meine Empfehlung:
Diese hinterhältig-weihnachtliche Sammlung hat mir sehr gut gefallen und mir unterhaltsame und äusserst abwechslungsreiche Lesestunden in einem sehr intensiven Monat beschert. Ich empfehle das Buch als Geschenk oder auch einfach für alle, die sich gerne mit Kurzgeschichten befassen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Früher war mehr Bescherung, Hinterhältige Weihnachtsgeschichen
Ausgewählt von: Daniel Kampa
Taschenbuch: 320 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Diogenes
Erschienen am: 01. November 2008
ISBN: 978-3-257-23775-7





