Rezension: Salinenkrebse

Rezensionsexemplar aus dem Verlag Kremayr & Scheriau, vielen Dank!

Salinenkrebse - Linda Sensenberger

Beschreibung des Verlages:

Will ist überfordert, sensibel, kritisch gegenüber dem Leben und sich selbst. Will heißt eigentlich Wilhelmine, kennt unendlich viele Tierfakten und bleibt nachts gerne wach. Auch, weil sie in ihren Träumen immer öfter riesige Salinenkrebse sieht, von denen sie nicht weiß, was sie bedeuten. Aber Will geht es gut. Davon versucht sie zumindest ihre Eltern und ihre beste Freundin Frieda zu überzeugen – und belügt dabei in erster Linie sich selbst.
Bis sie Leo kennenlernt. Leo, nichtbinär, ist wie Will auf der Suche. Still und intensiv ist die Verbindung, die zwischen ihnen entsteht, obwohl sie unterschiedliche Dinge wollen: Während Leo die Vergangenheit aufarbeiten möchte, versucht Will, diese endlich hinter sich zu lassen. Bald lernen beide, wie schön und schrecklich Fühlen sein kann – und Will muss sich der Frage stellen, wie sie Nähe zulassen kann, wenn sie diese kaum erträgt.
Poetisch und einfühlsam erzählt „Salinenkrebse“ vom Erwachsenwerden und davon, dass Überleben keine Schwäche, sondern Stärke ist.

Inhalt:
Will und Frieda sind beste Freundinnen und während Will mit ihrem Leben, ihren Ängsten, ihrem Alltag hadert, lebt Frieda in einer glücklichen Beziehung mit Jonathan. Alles ändert sich, als Will auf dem Heimweg von einer schwierigen Sitzung mit ihrer Psychologin Leo im Tram trifft. Leo mit den blauen Augen, Leo ohne Pronomen, Leo mit einem Buch in der Hand und einer grosse Liebe zum gedruckten und gesprochenen Wort.

Meine Meinung:
Gerade habe ich wirklich ein Händchen für Bücher, oder sie finden mich einfach zur richtigen Zeit. Linda Sensenbergers Debüt "Salinenkrebse" hat mich sofort angesprochen und nach nur wenigen Seiten war ich mitten im Geschehen. Will ist eine wundervolle Protagonistin, die gerade zweifelt und mit dem Leben hadert, die aber ein riesiges Herz hat, sich für die Tier- und Pflanzenwelt interessiert und ihren nicht ganz einfachen Alltag mit den unterschiedlichsten Strategien zu bewältigen versucht. Die kurze Kennenlerngeschichte von Will und Leo und die Freundschaft von Will und Frieda streifen ganz viele Themen und Fragen. Wie gehen wir miteinander um, wie nähern wir uns einander an? Welchen Regeln folgen unsere Beziehungen und Freundschaften und wen kontaktieren wir, wenn es uns gerade gar nicht gut geht?

Schreibstil und Aufbau:
Besonders beeindruckt haben mich der fragmentarische Aufbau dieses Romans. Immer wieder werden Chatverläufe eingestreut und im nächsten Augenblick befinden wir und mitten in Wills Leben und/oder in Wills Gedankenwelt. Die Geschichte wird nämlich aus Wills Perspektive erzählt und kommt mehrheitlich als - von wenig Dialog unterbrochenem - innerer Monolog daher. Sensenbergers Affinität zur Lyrik zeigt sich in einigen Szenen. Es gibt Kapitel, die sich wie ein modernes Gedicht lesen und dann wieder Kapitel, die wunderschöne Prosa sind. Die eher kurzen Kapitel mit vielen sehr detaillierten Beschreibungen liessen mich den Figuren und ihren Sorgen und Gedanken nahe sein. Diese Nähe und die Natürlichkeit, mit der wir uns mitten in Wills Leben befinden, sind in meinen Augen die grössten Stärken des Textes.

Meine Empfehlung:
Ein aussergewöhnlicher, mitreissender Text, ein zarter, berührender Text. Blaue Augen, gute Literatur, wichtige Fragen des Lebens, spannende Details zum Leben von Tieren und Pflanzen und die Notwendigkeit, im richtigen Moment um Hilfe zu bitten sind Themen von "Salinenkrebse". Das Debüt hat noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient und ich kann mir gut vorstellen, dass es sich auch wunderbar als Diskussionsgrundlage für Buchclubs eignet.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Salinenkrebse
Autorin: Linda Sensenberger, geboren 2004 in Oberösterreich, schreibt Lyrik, Kurzprosa und an Romanprojekten. Sie war und ist Teilnehmerin zahlreicher Schreib- und Textwerkstätten und studiert am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Manche ihrer Texte veröffentlicht sie in verschiedenen Medien (Literarische Blätter, mosaik, lyrix, kaffeeundkippen u. a.). In der Zwischenzeit kuschelt sie mit ihrem Hund. Salinenkrebse ist ihr erster Roman.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Lesebändchen: 180 Seiten
Verlag: Kremayr & Scheriau
Erschienen: Oktober 2026 (1. Auflage)
ISBN: 978-3-218-01528-8

Rezension: Vielleicht ist die Liebe so

Vielleicht ist die Liebe so - Katja Früh

Beschreibung des Verlages:
»Der Termin ist am 18. Februar um vier. Trag dir das ein!«, sagt Anjas Mutter und schlürft genüsslich ihre Won-Ton-Suppe. Sie meint damit weder Friseur noch Zahnarzt, sondern ihr eigenes Ableben. Anja, Anfang vierzig, früher Schauspielerin, nun Barkeeperin, wirft diese Ankündigung aus der so oder so ungeraden Bahn, auch wenn das Verhältnis zu ihrer eigenwilligen Mutter schon immer kompliziert war und sie unentwegt um Abstand und ihr eigenes Leben und Lieben ringt. Und außerdem: Was soll denn nur aus Mamas Hund werden?

Inhalt:
Anjas Mutter hat nach jahrelangem Hin und Her endlich einen Termin bekommen, um ihr Leben mit der Hilfe einer bekannten Sterbehilfeorganisation zu beenden. Dies teilt sie Anja in einem Nebensatz mit und erwartet im gleichen Atemzug, dass Anja, mit der sie eigentlich überhaupt kein enges Verhältnis verbindet, ihr auf ihrem letzten Weg auf Schritt und Tritt zur Seite steht.
Anja wird dabei in unmöglich absurde Situationen gebracht, die gleichzeitig zum Schreien komisch und abgrundtief traurig sind.

Meine Meinung:
Vielleicht erinnert ihr euch: im Mai durfte ich als Angies Begleitperson die Solothurner Literaturtage besuchen. Dort haben wir ein grandioses Podiumsgespräch zum Thema "Familie erzählen" besucht und sind dabei unter anderem auf Katja Frühs ersten Roman aufmerksam geworden. Im Herbst haben wir dann endlich entschieden, "Vielleicht ist die Liebe so" gemeinsam zu lesen und wir hatten spannende und unterhaltsame Lesestunden und Diskussionen mit dem Buch. 
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, weil er mich mit seinem schwarzen Humor für sich eingenommen hat. Die Handlung ist nicht nur sehr skurril und vor allem aussergewöhnlich konstruiert, es schwingen auch stets ernste Untertöne rund um die Themen Selbstbestimmung, Familienbande, historische Verstrickungen und Verantwortung mit.

Schreibstil und Aufbau:
Katja Früh weiss genau, was sie macht und spielt gekonnt mit den unterschiedlichsten Themen, um sich dann sofort wieder ihrer grotesken Grundidee zu widmen. Sie schafft es aber, gleichzeitig eine verstrickte Liebesgeschichte, das tragische Schicksal der jüdischen Grossmutter ihrer Protagonistin und die aussergewöhnliche Geschichte des Hundes Anton in ihrer Geschichte unterzubringen.
Die ernsteren Themen werden zwar nur eher oberflächlich gestreift und einige Kniffe und Entwicklungen wirken auch ein wenig simpel konstruiert, aber auch wenn das Buch nicht lange nachhallen wird, hat es mich sehr gut unterhalten und mich auch immer wieder überrascht.

Meine Empfehlung:
"Vielleicht ist die Liebe so" ist ein Spiel mit den Grenzen des guten Geschmacks, das Katja Früh hervorragend meistert. Die bekannte Drehbuchautorin hat ein Buch geschrieben, das richtiggehend danach schreit, auf die Bühne oder ins Kino gebracht zu werden und wer auf der Suche nach kurzweiliger Unterhaltung, schwarzem Humor und überraschenden Entwicklungen ist, ist mit diesem Roman hervorragend beraten.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Vielleicht ist die Liebe so
Autorin: Katja Früh, 1953 in Zürich geboren, ist Drehbuchautorin und Regisseurin. Nach der Schauspielausbildung in Berlin begann sie 1978, fürs Theater zu inszenieren und zu schreiben. Ab 1980 arbeitete sie beim Schweizer Radio DRS, produzierte und schrieb fürs TV (u. a. die über 10 Jahre laufende Serie ›Lüthi und Blanc‹) und realisierte Projekte mit Martin Suter und Patrick Frey. Seit 2014 schreibt sie eine regelmäßige Kolumne für ›Das Magazin‹ des Tages-Anzeiger. 2025 erschien ihr erster Roman ›Vielleicht ist die Liebe so‹.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag: 304 Seiten
Verlag: Diogenes
Erschienen am: 22. Oktober 2025
ISBN: 978-3-257-07344-7

Rezension: Die Riesinnen

Die Riesinnen - Hannah Häffner

Beschreibung des Verlages:

Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen. Groß und dünn überragen sie alle anderen und wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald so sehr liebt und sich dessen erst bewusst werden muss.
In dunkler, satter, aber auch zarter Poesie erzählt Hannah Häffner mit stilistischer Präzision, feinem Humor und einer subtilen Beobachtungsgabe die Geschichte dreier Frauen, die sich von den 60-er Jahren bis in unsere Zeit spannt. Ein lange nachhallender Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Wurzeln, über Mütter und Töchter und über die Kraft der Natur.

Inhalt:
Die Riesinnen, das sind die drei Frauen der Familie Riessberger; Oma Liese, ihre Tochter Cora und deren Tochter Eva, ein kleines Dorf im Schwarzwald und eine Metzgerei. Sie alle sind voll von Sehnsüchten und Träumen, aber auch in den Zwängen und Regeln ihrer Generation, ihres Dorfes und ihres Geschlechts gefangen.
Doch was in Stein gemeisselt scheint, lässt sich aufbrechen, mit jeder Generation ein wenig mehr. Und so beginnen die drei Frauen, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen und nach ihrer ganz persönlichen Freiheit zu streben.

Meine Meinung:
Soeben ist "Die Riesinnen" zum Lieblingsbuch der Unabhängigen 2026 gekürt worden und dies überrascht nicht. Der atmosphärische, immer wieder ziemlich düstere und vor allem am Anfang extrem dicht gewobene Roman, der mit Sätzen von unbändiger und zugleich feinsinniger Wildheit und Schönheit besticht, hat es also nicht nur mir angetan.
Vor allem die erste Hälfte des Romans hat mich mit ihrer Sogwirkung verzaubert, die drei Riessberger-Frauen habe ich - mit all ihren Ecken und Kanten - ins Herz geschlossen und besonders gut gefallen hat mir, wie oft ich beim Lesen von Formulierungen, Szenen, Gedanken und Gesprächen überrascht worden bin. Nach der ersten Hälfte verzweigt die Erzählung mehr und mehr, der Roman wird durchlässiger, die Zeitsprünge werden grösser, die Umrisse der Figuren verlieren ein wenig an Klarheit, aber ganz am (sehr offenen) Ende wird der Handlungsstrang noch einmal festgezurrt und der anfängliche Sog hat mich wieder komplett vereinnahmt.

Schreibstil und Aufbau:
Die Handlung wird chronologisch, aber mit einigen Rückblenden erzählt und es hat mich tief beeindruckt, wie viel Handlung, wie viele Figuren, wie viele Schicksale auf ein wenig mehr als 400 Seiten Platz haben. Jedes Wort, jeder Satz ist mit grösster Präzision konstruiert. In sehr langen Kapiteln lernen wir dabei die drei Riesinnen - wie sie im Dorf hinter nicht ganz vorgehaltener Hand genannt werden- und ihre geheimsten Sorgen und Sehnsüchte kennen. Obwohl die Grundstimmung dieses Buches bedrohlich wirkt, scheinen die Beschreibungen teilweise seltsam distanziert. Und plötzlich braut sich Satz um Satz wieder ein Abschnitt zusammen, der vor Sprachkunst trieft und Lust macht, noch ganz viele Werke von Hannah Häffner zu entdecken.

Meine Empfehlung:
Der kleinen Kritik zum Trotz ist dieser Roman vor allem aufgrund seiner poetischen, eher düsteren Sprachkunst und seiner sprachlichen Schönheit eine Entdeckung für mich. Ich empfehle euch "Die Riesinnen" sehr gerne weiter.

Zustäzliche Infos:
Titel:
Die Riesinnen
Autorin: Hannah Häffner wurde 1985 in Heidelberg geboren. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaften begann sie, als Werbetexterin zu arbeiten und sich parallel dazu verstärkt dem Schreiben zu widmen. Heute lebt sie mit ihrer Familie als freie Texterin und Schriftstellerin in der Nähe von Stuttgart.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 416 Seiten
Verlag: Penguin

Erschienen am: 25.02.2026
ISBN: 978-3-328-60433-4

Lese-Statistik September 2026

Hallo zusammen

Ein wundervoller erster Herbstmonat liegt hinter mir. In der ersten Septemberwoche hatten wir zwar wieder fast täglich Temperaturen von über 30 Grad und obwohl die Hitze natürlich kürzer anhielt und die Nächte angenehm kühl waren, konnte ich noch nicht wirklich aufatmen. Nach insgesamt fünf (!!!) Monaten mit Temperaturen von über 30 Grad wurde es dann endlich ein wenig Herbst. Sogar ganz wenig Regen und um so mehr Herbstsonne und bunte Blätter...alles war dabei (wenn auch für meine Verhältnisse und die nach wie vor viel zu trockene Natur immer noch viel zu wenig Regen) und ich freue mich so, so, so, so sehr auf die kommenden Monate und hoffe auf weitere noch viel herbstlichere Tage.
Der September brachte wieder ein paar Konzerte und sehr volle Wochenenden sowie einen regionalen Instrumentalwettbewerb (der für meine Schülerinnen und somit auch für mich sehr erfolgreich verlief) mit sich. Dann begann auch schon der Herbstunterbruch und ich nutzte die Zeit, um mich für meine nächsten Konzerte und Unterrichtslektionen vorzubereiten und mich um die letzten Details für die Weihnachtskonzerte an den Musikschulen zu kümmern.
Ich dufte den runden Geburtstag meines Vaters feiern und verbringe gerade ein paar fast freie Tage mit meiner besten Freundin und meinem Patenkind bei viel Lesezeit und Babykuscheln. Der Oktober wird anfang ein paar ruhige Tage bringen und dann darf ich mich wieder in die Arbeit stürzen und ganz viele tolle November- und Dezemberkonzerte vorbereiten.

Gelesen im September:

Ein heftiges, berührendes, intensives und so, so wichtiges Debüt, das lange nachhallt


Mathematik, eine Freundschaft zwischen zwei ungleichen Menschen, viel Humor, Skurrilität und Feinsinn


Eine weitere spannende und berührende Reise nach Venedig mit Commissario Brunetti


Aufrüttelnd, intelligent, gründlich recherchiert und sehr pointiert: ein wichtiges Buch für die aktuelle Zeit


Herzerwärmende, überraschende Geschichte über Freundschaft, Liebe und das Altern mit zartem Humor


Spannender zweiter Teil der Nevermoor-Reihe mit vielen überraschenden Wendungen


Simpler, kurzweiliger Weihnachtsroman, der im verschneiden Manhattan spielt, toll für Hundefans


Alle Zahlen und Rezensionen:

Heult leise, Habibis! - Sineb el Masrar  (abgebrochen nach 52 Seiten)
Mit beiden Händen den Himmel stützen - Lilli Tolkien   (255 Seiten)
Pi mal Daumen - Alina Bronsky   (272 Seiten)
Das goldene Ei - Donno Leon   (320 Seiten)
Was wäre, wenn wir mutig sind - Luisa Neubauer   (144 Seiten)
Ruthchen schläft - Kerstin Campbell   (224 Seiten)
Wundersmith - Jessica Townsend   (525 Seiten)
Verliebt für eine Weihnachtsnacht - Sarah Morgan   (304 Seiten)

Neuzugänge:

  • Die Briefschreiberin - Virginia Evans   (Bücherschrankfund)
  • Die Riesinnen - Hannah Häffner   (Bibliotheksbuch) 
  • Affenhitze - Volker Klüpfel/Miachel Kobr   (Kluftinger 12, gebraucht gekauft)
  • Flüchtiges Begehren - Donna Leon   (Brunetti 30, gebraucht gekauft) 
  • Vielleicht ist die Liebe so - Katja Früh   (Bibliotheksbuch) 
     

Abgebrochen:

Heult leise, Habibis! - Sineb el Masrar (abgebrochen nach 52 Seiten)
Das war wohl nichts... Schon nach wenigen Seiten war ich mir mit dem Buch nicht mehr sicher. Und die Tatsache, dass ich es schnell für eher oberflächlich und ein wenig gar simpel befand, sorgte für den Abbruch.

Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 7
Abgebrochene Bücher: 1
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 2'096 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 69.86 Seiten
Bücher von Autorinnen: 7
Bücher von Autoren: -
Autor*innenduos (oder Gruppen): -
Geschenkt bekommene Bücher: -
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: -
Neu gekaufte Bücher: -
Gebraucht gekaufte Bücher: 2
Eingesammelte Bücher: 1
Bibliotheksbücher: 2
Gesamte Neuzugänge: 5
SuB am Monatsbeginn: 25
Aktueller SuB: 20 (und zwei Bibliotheksbücher)
Differenz - 3

Rezension: Verliebt für eine Weihnachtsnacht

Verliebt für eine Weihnachtsnacht - Sarah Morgan

Inhalt (via Lovelybooks):

Harriet Knight will sich jeden Tag einer Herausforderung stellen. Aber als die Hundesitterin ihren neuesten Kunden kennenlernt, gerät sie mächtig ins Stottern: Obwohl der attraktive Arzt Ethan Black bei vielen Frauen einen Fieberschub auslöst, scheitert er an der Erziehung des unbändigen Spaniels Madi kläglich. Um dem Hund zu helfen, bleibt Harriet nichts anderes übrig, als in Ethans Apartment im winterlichen Manhattan einzuziehen - wo sie sich Hals über Kopf in Ethan verliebt. Doch wenn ihre Arbeit getan ist, muss sich Harriet eines fragen: Hat sie Ethan ihr Herz nur für eine Weihnachtsnacht geschenkt? Oder für ein ganzes Leben?

Meine Meinung:
Weihnachten im September? Kann man machen. Zumindest mit diesem Roman. Der achte Band der Manhattan-Reihe (den man ganz sicher auch für sich stehend lesen kann, so habe ich es zumindest getan), eignet sich ideal, um frühzeitig mit weihnachtlichen Romanen zu starten. Das zwar winterliche aber anfangs noch gar nicht weihnachtliche Manhattan hat natürlich seinen eigenen Zauber, erschlug mich beim Lesen aber noch nicht mit Deko und Mistelzweigen. Vielmehr erzählt der Roman eine eher simpel gestrickte aber kurzweilige Geschichte rund um die Hundesitterin Harriet Knigt und den Arzt Ethan Black. Während sie sich selber täglich neue Herausforderungen stellt, privat eher ungeschickt durch ihr Leben stolpert, beruflich aber ihre Karriere so richtig im Griff hat und ihren Mitmenschen mit Herzlichkeit begegnet, setzt er stets auf kühle Distanz und lässt niemanden an sich heran. Als Arzt in der Notaufnahme hat er damit die besten Erfahrungen gemacht. Schliesslich möchte er sich nicht zu sehr vom Schicksal seiner Patienten berühren lassen. Dies geht natürlich nur so lange gut, bis die beiden Menschen sich über den Weg laufen und dabei lernen müssen, ihre jeweilige Komfortzone wieder und wieder zu verlassen.

Schreibstil und Aufbau:
Ein wenig Drama, ganz wenig Spice und gegen Ende sogar noch richtig viel Schnee und Weihnachtsstimmung machen dieses Buch aus, das übrigens auch lose mit der Snow Crystal-Trilogie verbunden ist. Die ungeschickten Flirtversuche und die Tatsache, dass bei der Übersetzung sehr lange das höfliche "Sie" zwischen den Hauptfiguren verwendet wird, liessen mich einige Male mit den Augen rollen. Auf die Kosten kommen aber alle Hundefans, die sich von Oberflächlichkeit und vorhersehbaren Entwicklungen nicht abschrecken lassen und auf der Suche nach sehr kurzweiliger Unterhaltung mit humorvollen Momenten und kulinarischen Köstlichkeiten sind. Harriet ist nämlich eine begnadete Köchin und das Rezept für ihre Schokokekse hätte ich ihr gerne abgeluchst. Das Buch beinhaltet sogar einige berührende Szenen. Dann nämlich, wenn Harriet sich auf Gespräche mit einem Obdachlosen oder Spaziergänge mit einer älteren Kundin einlässt und dabei zeigt, wie viel Menschlichkeit in ihr steckt.

Meine Empfehlung:
Alles in allem war das leicht und seicht, unterhaltsam und ein wenig romantisch. Also einfach der perfekte Einstieg in die Vor-Vor-Vor-Weihnachtszeit, wenn man ein wenig eintauchen und gemütliche Lesestunden erleben will.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Verliebt für eine Weihnachtsnacht
Originaltitel:
Autorin: Sarah Morgan ist eine gefeierte Bestsellerautorin mit mehr als 21 Millionen verkauften Büchern weltweit. Ihre humorvollen, warmherzigen Liebes- und Frauenromane haben Fans auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von London, wo der Regen sie regelmäßig davon abhält, ihren Schreibplatz zu verlassen.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Ivonne Senn
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 01.10.2018
ISBN: 9783956497865