Rezension: Das unglaubliche Leben des Wallace Price

Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar aus dem HEYNE-Verlag, das mich via Bloggerporal erreicht hat.

Das unglaubliche Leben des Wallace Price

Beschreibung des Verlages:
Der erfolgsverwöhnte Anwalt Wallace Price kennt nur drei Dinge: Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit. Es kommt ihm daher äußerst ungelegen, als er eines Tages tot umfällt und in der Zwischenwelt landet. Dort erwartet ihn der Wächter Hugo, der Wallace auf seine Reise ins Jenseits vorbereiten soll. Doch Wallace ist noch nicht bereit, und so wird ihm Zeit gewährt, um seine Angelegenheiten zu ordnen. Zeit, in der Wallace den wahren Sinn des Lebens entdeckt. Und die Liebe findet ...

TW: Tod, Verlust, Suizid

Inhalt:
Wallace Price ist als Mensch und Anwalt ein richtiges Ekel. Als er unerwartet an einem Herzinfarkt verstirbt, findet er sich an seiner eigenen Beerdigung wieder, wo er Mei trifft, welche sich ihm als persönlicher "Sensemann" vorstellt. Sie bringt ihn in eine eigenartige Teestube, welche zugleich als Zwischenwelt fungiert. Dort begegnet Wallace dem Fährmann Hugo, der ihm helfen soll, seine Angelegenheiten zu ordnen und in die Ewigkeit überzusetzen. Nun sieht sich Wallace plötzlich mit seinen persönlichsten Ängsten, Sorgen und Gefühlen konfrontiert und empfindet Liebe und Schmerz und sogar ein wenig Versöhnung mit dem Leben.

Meine Meinung:
Sicher erinnert ihr euch noch an meine absolut begeisterte Rezension zu "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" von T. J. Klune. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen zum kürzlich erschienenen "Das unglaubliche Leben des Wallace Price". Nur leider sind diese nicht komplett erfüllt worden. Ich weiss sogar nicht einmal, ob ich das Buch beendet hätte, wenn es kein Rezensionsexemplar gewesen wäre, so zäh war der Mittelteil. Aber ich bin froh, dass ich das Buch beendet habe. So bin ich mit einem wundervollen, bewegenden, tränenreichen und mich zumindest ein wenig mit der Geschichte versöhnenden Schluss belohnt worden.

Handlung und Sprache:
Die Grundidee hat mich begeistert, was für ein grandioses Setting, welch toller Plot. Ausserdem haben die wunderschönen Beschreibungen vor allem der Teestube und der Liebe Hugos zu seinen Teepflanzen für sehr stimmige Szenen gesorgt und immer wieder haben mich einige besonders poetische Sätze den Atem anhalten lassen, so schön waren sie geschrieben.
Leider aber wirken vor allem die Dialoge sehr gestelzt. Die Lebensweisheiten werden definitiv zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger erzählt und auch wenn ich die beiden Bücher eigentlich nicht vergleichen wollte, hatte ich mehr und mehr das Gefühl, gerade Parnassus 2.0 gelesen zu haben.

Die Figuren:
Auch die Figuren haben diesen Verdacht bestärkt. Wallace war eigentlich genau wie Linus, Hugo war wie Mr. Parnassus und auch die sich sehr offensichtlich anbahnenden romantischen Gefühle waren schon irgendwie ein wenig gar konstruiert.
Ausserdem kommt die Läuterung des einstmals so ekligen, gemeinen Anwalts Wallace viel zu plötzlich, er ist von einer Sekunde auf die andere gefühlt lammfromm und das war einfach nicht stimmig für mich.
Die Nebenfiguren sind aber unglaublich gut skizziert. Mei ist der perfekte, feinfühlige Sensemann (Sensefrauen gibt es wohl nicht). Sie hat Humor, ist temperamentvoll und hat ein Herz aus Gold. Auch Hugos Opa Nelson, der mit seinem Schabernack für einige witzige Situationen sorgt und Wallace das beste Geistervorbild ist, das Wallace sich nur hätte wünschen können, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Mein persönlicher Star ist aber der Geisterhund Apollo, der wirklich eine unendlich treue Seele ist und der Geschichte sehr, sehr viel Charme verpasst.

Fazit:
Wer "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" noch nicht gelesen hat, wird trotz einiger Längen in der Mitte sicher Freude am Buch haben und sehr schöne, bewegende, einzigartige Lesestunden mit der Geschichte erleben. Allen Fans von Mr. Parnassus empfehle ich das Buch nicht unbedingt.
Obwohl mich vor allem der Schluss richtig intensiv berührt und mich sogar ein wenig mit der ganzen Geschichte versöhnt hat, war mir das  alles insgesamt zu ausufernd und zu plakativ erzählt war. Ich würdige die grandiose Grundidee sehr, die vom persönlichen Schmerz und Erleben des Autors geprägt ist. Ich weiss aber noch nicht, ob das Buch bei mir bleiben wird. Vorerst steht es noch ein wenig im Regal, die Aufmachung und vor allem das Cover sind nämlich wunderschön, gekonnt, passend und liebevoll. Das muss ja schliesslich auch einmal erwähnt werden (ausserem habe ich erst nach mehrmaligem Betrachten den Hirsch auf dem Cover gesehen, das passt einfach soooo gut und hat mich von der Gestaltung her total umgehauen) ;-)

Zusätzliche Infos:
Titel:
Das unglaubliche Leben des Wallace Price
Originaltitel: Under the Whispering Door
Autor: Im Alter von sechs Jahren griff T. J. Klune zu Stift und Papier und schrieb seine erste Geschichte – eine mitreißende Variante des Videospiels »Super Metroid«. Zu seinem Verdruss meldete sich die Videospiel-Company nie zu seiner verbesserten Variante der Handlung zurück. Doch die Begeisterung für Geschichten hat T. J. Klune auch über dreißig Jahre nach seinem ersten Versuch nicht verlassen. Nachdem er einige Zeit als Schadensregulierer bei einer Versicherung gearbeitet hat, widmet er sich inzwischen ganz dem Schreiben. Für die herausragende Darstellung queerer Figuren in seinen Romanen wurde er mit dem Lambda Literary Award ausgezeichnet. Sein Roman »Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte« ist ein internationaler Bestseller.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von: Michael Pfingstl
Paperback, Klappenbroschur: 480 Seiten
Verlag: HEYNE
Erschienen am: 11. April 2022
ISBN: 978-3-453-32146-5

Lese-Statistik April 2022

Auf dem Bild fehlt "Hagebuttenblut", das wird gerade von meinem Vater gelesen :-)

Hallo ihr Lieben

Nun ist der April und somit auch ein sehr arbeitsintensiver Monat bereits wieder vorbei. Meine Leseziele habe ich nicht ganz erreicht und der SuB ist leider wieder angestiegen, dafür sind aber sehr viele Bücher hier eingezogen, die ich mir schon länger gewünscht habe und/oder die mir geschenkt worden sind. Darüber freue ich mich sehr und während der Anfang des Lesemonats noch eher zäh war, hat mich am Ende des Aprils dann wieder richtig grosse Leselust gepackt, weshalb ich mich schon auf meine - hoffentlich - sehr vielen Lektüren im Mai freue.

Im April gelesen habe ich:

Packende Fortsetzung von "Löwenzahnkind", düster und spannend erzählt und äusserst klug konstruiert

Ein wenig ausschweifend erzählter zweiter Teil der Kristina-Mahlo-Reihe mit überzeugenden Ende

Monumentale Erzählung über Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Verrat sowie die turbulente Geschichte Georgiens

Feministische Kampfschrift gegen das Patriarchat, eindringliche Familiengeschichte, kraftvoll erzählt

Alle Rezensionen und Seitenzahlen:

Hagebuttenblut - Lina Bengtsdotter   (496 Seiten)
Die Stimme des Vergessens - Sabine Kornbichler   (416 Seiten)
Das mangelnde Licht - Nino Haratischwili   (832 Seiten)
Die Wut die bleibt - Mareike Fallwickl   (384 Seiten)
Die Stunde der Lerche - Willi Fährmann   (101 von 400 Seiten)

Abgebrochen:

Willi Fährmann - Die Stunde der Lerche   (nach 101 von 400 Seiten)

Neuzugänge:

Rezensionsexemplar:
Das unglaubliche Leben des Wallace Price - T. J. Klune

Geschenkt bekommen von Martina:
Die Uhrmacherin - Claudia Dahinden

Von einer lieben Freundin bekommen (ihre Eltern haben die Bücherregale aus- und umgeräumt):

Die Frau, die Töne sehen konnte - V.S. Ramachandran
Kamala Harris - Dan Morain
Verschwiegene Kanäle - Donna Leon
Lasset die Kinder zu mir kommen - Donna Leon
Tod zwischen den Zeilen - Donna Leon

Vom Osterhasen bekommen:
Rory Shy, der Fall der roten Libelle - Oliver Schlick

Gekauft:
Die Stimme des Vergessens - Sabine Kornbichler

Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 4
Abgebrochene Bücher: 1
Aussortierte Bücher: -
Somit in die Leseeule: 5 Franken
Gelesene Seiten: 2'229 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 74.3 Seiten
Bücher von Autorinnen: 4
Bücher von Autoren: -
Gemischte Autorenduos (oder mehr): -
Geschenkt bekommene Bücher: 7
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 1
Gekaufte Bücher: 1
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 9
SuB am Monatsbeginn: 98
Aktueller SuB: 100
Differenz: +2

Rezension: Das mangelnde Licht

Das mangelnde Licht - Nino Haratischwili

Beschreibung des Verlages:

Nach der lang ersehnten Unabhängigkeit vom ins Taumeln geratenen Riesen stürzt der junge georgische Staat ins Chaos. Zwischen den feuchten Wänden und verwunschenen Holzbalkonen der Tbilisser Altstadt finden Ende der 1980er Jahre vier Mädchen zusammen: die freiheitshungrige Dina, die kluge Außenseiterin Ira, die romantische Nene, Nichte des mächtigsten Kriminellen der Stadt, und die sensible Keto. Die erste große Liebe, die nur im Verborgenen blühen darf, die aufbrandende Gewalt in den Straßen, die Stromausfälle, das ins Land gespülte Heroin und die Gespaltenheit einer jungen Demokratie im Bürgerkrieg – allem trotzt ihre Freundschaft, bis ein unverzeihlicher Verrat und ein tragischer Tod sie schließlich doch auseinandersprengt.
Erst 2019 in Brüssel, anlässlich einer großen Retrospektive mit Fotografien ihrer toten Freundin, kommt es zu einer Wiederbegegnung. Die Bilder zeigen ihre Geschichte, die zugleich die Geschichte ihres Landes ist, eine intime Rückschau, die sie zwingt, den Vorhang über der Vergangenheit zu heben und eine Vergebung scheint möglich.

TW: Suizid, Selbstverletzendes Verhalten, Gewalt, Krieg, Vergewaltigung, Drogen

Inhalt:
Vier Freundinnen, vier Schicksale, vier Familien und vier Lebensentwürfe, welche von Krieg, Armut, Gewalt, Verlusten, aber auch ersten Schwärmereien und Liebschaften und innigen Momenten der Freundschaft geprägt werden. Die Prüfungen schweissen zusammen, entzweien aber auch und die gedanklich in der Vergangenheit lebende Keto, welche im Buch als Chronistin ihrer Schicksale und zeitgleich der Geschichte Georgiens fungiert, hat alle Hände voll zu tun, die vier Freundinnen immer wieder zusammenzubringen.

Meine Meinung:
Gemeinsam mit der lieben Jamie vom Blog Librovore habe ich "Das mangelnde Licht" gelesen und weil wir beide "Das achte Leben (für Brilka)" sehr geliebt haben, waren wir zuversichtlich, dass uns auch dieses Buch von Nino Haratischwili gefallen würde. Und wir sind nicht enttäuscht worden und haben eine grossartige, bewegende Lektüre entdecken dürfen, welche uns einiges abverlangt, uns immer wieder tief berührt und erschüttert hat und uns auch ganz viele traumhaft schöne Szenen der Freundschaft und Liebe haben erleben lassen.
Ich bin froh, dass ich mich mit Jamie über das Gelesene austauschen konnte, so haben wir einzelne Unklarheiten in Bezug auf die historischen Ereignisse und Daten (Haratischwili spart aber auch sehr beim Verwenden von Jahreszahlen) ausmerzen und über die teilweise sehr bewegenden Szenen diskutieren können.
Was ich noch anmerken möchte, was aber nicht in meine Bewertung einfliessen wird: im Buch sind aussergewöhnlich viele Sätze mit fehlenden oder überzähligen Worten (vor allem Vorsilben) anzutreffen. Als wären einzelne Sätze mehrmals umgestellt und dann nicht mehr genau kontrolliert worden. Dies hat Jamie nicht so sehr gestört (obwohl es ihr auch aufgefallen ist), aber ich bin einige Male über solche Sätze gestolpert und habe noch nie so viele Fehler bei einem Buch der Frankfurter Verlagsverstalt bemerkt und möchte dies - vor allem in Hinblick auf die fast 50 Franken, die ich für dieses Buch bezahlt habe - hier doch noch erwähnt haben.

"Auch wir waren Kinder der Zeit, auch wir waren ihr versprochene Bräute. Sie hielt uns fest umklammert, und doch wollten wir ihr an jenem Tag entkommen, wollten sie überlisten und ihr einen Streich spielen, wir fühlten uns unbesiegbar, denn wir waren verliebt, und Verliebte dürfen das Recht für sich beanspruchen, von der Welt unberührt zu bleiben."
S. 485, Das mangelnde Licht - Nino Haratischwili

Aufbau der Handlung:
Mir ist der Einstieg in die Geschichte schwerer gefallen, als erwartet. Obwohl mich die Sprache von Anfang an verzaubert hat, musste ich mich zuerst ein wenig zurechtfinden. Wir befinden uns mitten im Jahr 1987 in Tbilissi und springen dann ziemlich oft zwischen dieser "Vergangenheit" und der Gegenwart in Brüssel (2019) hin und her, was es mir anfangs ein wenig erschwert hat, voll in die Szenen einzutauchen.
Keto erzählt nämlich in Rückblenden von ihrer Kindheit, von der Freundschaft zur furchtlosen Dina, welche das Leben der vier Freundinnen sowie zahlreiche Kriegshandlungen in der Region als Fotografin festhält und somit zum unfreiwilligen Mittelpunkt der Gruppe wird. Nene, deren männliche Verwandte zu den gefürchtetsten Kriminellen der Region gehören und die kluge und stille Ira, welche immer wieder die Stimme der Vernunft sein muss, ergänzen das Kleeblatt. Die tragischen Ereignisse - welche im Detail geschildert werden - die Zeit, verschiedene Lebensentscheide und auch Verluste haben die vier Freundinnen auseinandergetrieben und bei der Begegnung in Brüssel, bei der die Fotografien von Dina ausgestellt werden, blickt Keto auf ihr gemeinsames Leben zurück.
In einzelnen Erinnerungsfetzen und mit vielen Unterbrüchen, bei denen stets wieder ein neues Bild und dessen Geschichte in den Fokus rückt, erzählt Keto nach und nach von tragischen Verlusten, von Verrat und Liebe, von ihrem kurzen Glück bei ihrer Arbeit ausserhalb Georgiens und der turbulenten Geschichte dieses Landes, das immer wieder zum Spielball von Grossmächten geworden ist.
So sehr mich dieses Buch mitgenommen hat, so sehr hat es mich auch unterhalten und ich habe mich zeitweise gefühlt, als würde ich Keto, Dina, Nene und Ira kennen, als wäre ich Teil ihrer Gruppe, ihrer Freundschaft, ihrer Geschichte gewesen und als ich das Buch (mit Tränen in den Augen) zugeschlagen habe, hatte ich das Gefühl, mich gerade von liebgewonnenen Menschen verabschiedet zu haben. Schon jetzt weiss ich, dass ich mir für dieses Buch stets wünschen werde, was ich mir auch für "Das achte Leben (für Brilka)" schon so oft gewünscht habe: ich wünsche mir so sehr, dieses Buch noch einmal zum ersten Mal lesen zu können und lieben lernen zu dürfen.

Schreibstil:
Nino Haratischwilis Sprache ist einfach einzigartig. Sie schafft es, detaillierte Beschreibungen, historische Ereignisse und Personen, Schicksale, Spannung, Familiendrama, Romantik und wunderschöne Wortpoesie zu einem Gesamtkunstwerk zu verweben.
Die Ereignisse und Kriegsszenen sind erschreckend aktuell, die Ängste der Menschen sehen wir täglich in unseren Nachrichten und die geschilderte Gewalt ist keine leichte Kost. Und trotzdem ist dieses Buch wunderschön erzählt, manchmal sogar tröstend, aber immer sehr poetisch und auf eine ganz eigene Weise fesselnd, spannend und sehr, sehr klug und kurzweilig.

Meine Empfehlung:
"Das mangelnde Licht" hat mich in die tiefsten menschlichen Abgründe, an Kriegsschauplätze und in Drohenhöhlen geführt, es hat mir aber auch ganz viel Liebe und Freundschaft und einen weiteren spannenden und wichtigen Teil der Geschichte Georgiens erleben lassen. Es hat mir intensive und packende Lesestunden beschert und ist mir ans Herz gewachsen, weshalb ich es euch auch dringenst empfehle.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Das mangelnde Licht
Autorin:
Nino Haratischwili, geboren 1983 in Tbilissi/Georgien, ist preisgekrönte Theaterautorin, –regisseurin und Romanautorin. Ihr großes Familienepos Das achte Leben (Für Brilka), in 25 Sprachen übersetzt, avancierte zum weltweiten Bestseller, eine große internationale Verfilmung ist in Vorbereitung. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Anna-Seghers-Literaturpreis, dem Bertolt-Brecht-Preis und dem Schiller-Gedächtnispreis, ihr Roman Die Katze und der General stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018. Heute lebt die Autorin in Berlin. Ihr neuer Roman Das mangelnde Licht wurde bereits vor Erscheinen in 15 Länder verkauft.
Sprache:
Deutsch

Hardcover mit Lesebändchen und buntem Vorsatzpapier: 832 Seiten
Verlag:
Frankfurter Verlagsanstalt

Erschienen:
25.02.2022

ISBN:
9783627002930

Rezension: Die Stimme des Vergessens

Die Stimme des Vergessens - Sabine Kornbichler

Kristina-Mahlo-Reihe:
1. Das Verstummen der Krähe
2. Die Stimme des Vergessens
3. Das böse Kind

Beschreibung des Verlages:
Als die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo das Haus des verstorbenen Albert Schettler betritt, sind die Zeichen seiner Paranoia unübersehbar. Die Türen sind mehrfach gesichert, alle Fenster vergittert. In einem Brief, den er hinterlassen hat, steht, jemand werde versuchen, an den brisanten Inhalt seines Bankschließ­fachs zu gelangen. Kristina hält das für Verfolgungswahn, doch dann werden die Unterlagen tatsächlich gestohlen. War Schettlers Angst begründet? Kristinas Recherchen bringen ungeahnte Wahrheiten ans Licht …

Inhalt:
Alles wirkt sonnenklar, Albert Schettler ist eines natürlichen Todes gestorben und die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo kann den Fall schnell abschliessen. Lediglich seine Paranoia weist darauf hin, dass Schettler wohl ein sehr einsames Leben voller Angst geführt haben muss. Als aber Schettlers Prophezeiung eintritt und wichtige Unterlagen gestohlen werden, wird Mahlo skeptisch und geht der Sache auf den Grund. Ihre Recherchen führen sie nach Korsika, lassen sie selber an ihrem Verstand zweifeln und bringen ihre Beziehung in Gefahr.

Meine Meinung:
Vor bald sechs Jahren habe ich den ersten Band dieser Reihe gelesen und war komplett begeistert (HIER geht es zu meiner Rezension) und jetzt war es wirklich endlich Zeit, nun auch den zweiten Band zu lesen. Anfangs habe ich ein paar Seiten gebraucht, um mich wieder an alle Figuren aus dem ersten Band erinnern zu können, dann ist mir der Einstieg aber sehr leicht gefallen. Es hat lediglich ein wenig länger gedauert, bis wirklich Spannung aufgekommen ist, aber dafür waren die Dialoge und Szenen um so amüsanter. Wenn auch ich mir ein wenig mehr Tempo und dafür weniger privates Geplänkel gewünscht hätte, so hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten und gegen Ende bin ich dann sogar noch einmal richtig schön in die Irre geführt und mit einem tollen Schluss belohnt worden.

Schreibstil:
Auch dieser zweite Band der Reihe kommt sehr unblutig daher und lässt in die Arbeit einer Nachlassverwalterin blicken. Durch ihren Beruf nutzt sie natürlich keine Forensik, muss ihre Befragungen stets als unverbindliches Gespräch tarnen (beispielsweise indem sie vorgibt, nach möglichen Erben zu suchen) und kann nicht irgendwelche Wohnungen durchsuchen oder Dinge konfiszieren. Sie ist also auf die Kooperation ihres Gegenübers und ihre Kombinationsgabe angewiesen. Diese Herangehensweise kann natürlich dazu führen, dass Mahlo nicht so schnell herausfindet, was vor sich geht, dafür finde ich die unterschiedlichen Überlegungen, welche sie anstellt, sehr nachvollziehbar und aufschlussreich geschildert.
Auch haben mir die Beschreibungen der Figuren und Orte wie auch schon im ersten Band der Reihe sehr gut gefallen und vor allem auch geholfen, mich in Kristina Mahlos Leben, privatem Umfeld und ihrer Wohnung schnell wieder orientieren zu können.

Meine Empfehlung:
Dieser zweite Band der Reihe braucht definitiv länger, bis er in Fahrt kommt, kann dann aber vor allem am Ende sehr gut mit dem Reihenauftakt mithalten. Dieser kleinen Kritik zum Trotz hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten und ich hoffe, dass es nicht wieder fast sechs Jahre geht, bis ich den nächsten Band lesen werde ;-) Deshalb empfehle ich euch diesen unblutigen Krimi, der besonders viel Denkarbeit und Einblicke in die Arbeit einer Nachlassverwalterin zeigt, sehr gerne.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Stimme des Vergessens
Autorin: Sabine Kornbichler, geboren 1957, wuchs an der Nordsee auf und arbeitete in einer Frankfurter PR-Agentur, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Schon ihr erster Roman, »Klaras Haus«, war ein großer Erfolg. Mit »Das Verstummen der Krähe«, ihrem ersten Kriminalroman um die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo, wurde sie für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Sabine Kornbichler lebt und arbeitet als Autorin in München.
Taschenbuch: 416 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Piper
Erschienen am: 01.07.2016
ISBN: 978-3-492-30944-8

Mein SuB kommt zu Wort, 20.4.22

"Mein SuB kommt zu Wort"
Eine Gemeinschaftsaktion von Melli und Vanessa

Guten Morgen liebe SuBs und SuB-Besitzer*innen

Wie geht es euch? Habt ihr euch intensiv mit euren Sub-Leichen auseinandergesetzt? Ich muss ja sagen, dass ich sehr stolz auf mich und meine SuBrina bin. Ich habe mich nämlich der vierten Frage sehr konsequent angenommen und aufgeräumt. Mehr dazu findet ihr dann ganz unten im Post :-) Und jetzt lasse ich meine SuBrina an die Tasten. Wir freuen uns übrigens riesig darüber, wenn ihr einen Kommentar (und gleich auch den Link zu eurem Beitrag) dalassen mögt. Dann finden wir euren Post schnell und können auf einen Gegenbesuch vorbeikommen.

Viel Spass beim Lesen und Stöbern und bis bald
Livia


1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Bei meiner letzten Teilnahme im März 2022 war ich zweistellig und umfasste 98 Bücher. Bis zum Monatsende konnte ich sogar auf 96 Bücher abbauen. Im April sind ganz viele Bücher bei uns eingezogen. Es sind alles Schätze, die mein Frauchen sich schon länger gewünscht hat, Geschenke und Reihenfortsetzungen. Also stört es uns überhaupt nicht, dass wir aktuell wieder bei 100 Büchern liegen. Auch wenn noch zwei Rezensionsexemplare zu uns unterwegs sind (typisch Frauchen, eskaliert es einmal, kann man sie nicht mehr bremsen), sind wir nämlich zuversichtlich, dass wir den Monat zweistellig abschliessen können, schliesslich muss Frauchen dazu nur noch drei Bücher lesen/beenden und das sollte machbar sein.

Die SuB-Entwicklung in der Übersicht:
20.01.2022: 101 Bücher
21.02.2022: 100 Bücher
20.03.2022: 98 Bücher
20.04.2022: 100 Bücher

2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Nun wird Klartext geredet...phhhuuu.....also: ein Bild aller neuen Schätze gibt es noch gar nicht, da die überall verstreut sind und mein Frauchen überlegt sich sogar, Ende Monat nach sehr laaanger Zeit wieder einmal einen Neuzugängepost zu tippen, da der Stapel enorm sein wird (ein neues Buch ist noch im März hier eingezogen, den Rest könnt ihr dann Ende April hier auf dem Blog bestaunen). Mal sehen, ob sie das durchzieht ;-)
Weil es also aktuell noch kein Stapelbild gibt, bekommt ihr hier eine - hoffentlich - vollständige Liste:
  1. Kalt lächelt die See - Ellis Corbet (Buchprämie der Lesejury, eingezogen am 30.3.22) 
  2. Kamal Harris - Dan Morain, von einer lieben Freundin bekommen, ihre Eltern haben aussortiert
  3. Lasset die Kinder zu mir kommen - Donna Leon (Brunetti 16), Reihenfortsetzung, auch von der Freundin
  4. Verschwiegene Kanäle - Donna Leon (Brunetti 12), Reihenfortsetzung, auch von der Freundin
  5. Tod zwischen den Zeilen - Donna Leon (Brunetti 23), Reihenfortsetzung, auch von der Freundin
  6. Die Frau, die Töne sehen konnte - V. S. Ramachandran, auch von der Freundin
  7. Die Uhrmacherin, Im Sturm der Zeit - Claudia Dahinden (Die Uhrmacherin 1), von Martina bekommen
  8. Der Fall der roten Libelle - Oliver Schlick (Rory Shy 2, vom Liebsten zu Ostern bekommen
  9. Die Stimme des Vergessens - Sabine Kornbichler, Reihenfortsetzung, Buchkauf
3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Livia hat gestern Abend ziemlich spät noch "Die Stimme des Vergessens" von Sabine Kornbichler beendet. Der Krimi hat ihr nicht ganz so gut gefallen, wie der erste Band der Reihe, aber sie fand ihn dennoch sehr unterhaltsam und gegen Ende auch richtig spannend. Der dritte Band darf also auch bald hier einziehen. Das Buch ist noch nicht rezensiert, weshalb wir euch nun einfach zeigen, was zuletzt rezensiert worden ist:
Zuletzt rezensiert hat Frauchen den zweiten Teil der Charlie Lager-Reihe und sie war komplett begeistert von diesem Buch. Die Rezension findet ihr HIER.
TW: Sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, Alkoholismus, Drogenkonsum

4. Liebe:r SuB, in diesem Monat wollen wir die AutorINNEN unterstützen. Welche Bücher auf deinen Stapeln wurden von Frauen verfasst?
Oh Melli und Vanessa, ihr macht es Livia einmal einfach. Es stimmt zwar, dass bei ihr auf dem SuB gerade sehr viele Autoren zu finden sind (Klassikern und alten Krimireihen sei "Dank"), aber wie die meisten, die hier mitlesen, wissen, liest Frauchen ganz viele Autorinnen aus allen Genres. Damit aber hoffentlich bald eine weitere Reihe ins Zentrum gerückt werden darf, möchte ich, dass Frauchen den ersten Teil der Brunetti-Reihe bis zum 20.5.22 liest ("Venezianisches Finale"). Vielleicht wisst ihr das ja schon, aber ich erwähne es trotzdem gerne noch einmal: Die Brunetti-Reihe komplettiert Livia seit Jahren und sie hat vor mehr als zehn Jahren auch einige der Bände gelesen. Sie weiss nicht mehr gaaaanz sicher, welche Bücher sie gelesen hat und welche nicht (typisch, aber zu ihrer Verteidigung muss auch erwähnt werden, dass die Titel sich schon sehr stark ähneln), weshalb sie bei dieser Reihe wohl alle Bücher noch einmal lesen wird und zwar schön chronologisch. Mal sehen ;-)

Frauchen hat euch ausserdem versprochen, bei der vierten Frage noch ein wenig von unserem grossen Erfolg zu erzählen. Sie hat bemerkt, dass die vierte Frage für viele von euch eine riesige Challenge ist und dass gerne einiges an Büchern untergeht. Das war bei Frauchen mit "Legende" von Ronald M. Schernikau auch der Fall. Das Buch liest sie Schritt für Schritt und seeeehr langsam seit mehr als einem Jahr, weil es auch ein gnaz spezielles Buch ist. Es ist hier einmal bei einer vierten Frage aufgetaucht, aber es ist einfach kein Buch, das man so mal schnell beenden kann, weshalb es hier nicht mehr auftauchen wird (oder evtl. nur noch einmal kurz, wenn es dann beendet ist ;-) ). Die restlichen Aufgaben der vierten Frage hat Frauchen aber allesamt im März und April 2022 abgehakt.

Die Bücher der vierten Frage:
Januar 2022: "Vor Rehen wird gewarnt" - Vicki Baum (gelesen im März 2022) REZENSION
Februar 2022: "Hierzulandee" - Heinrich Böll (gelesen im März 2022), "Poetenleben" - Robert Walser (aussortiert im März 2022), "Der Räuber" - Robert Walser (noch im Regal), Frauchen sollte zwei aus drei Büchern lesen/aussortieren
März 2022: "Alles, was wir geben mussten" - Kazuo Ishiguro, "Die Stunde der Lerche" - Willi Fährmann (abgebrochen im April 2022), eines davon sollte Frauchen lesen/aussortieren

April 2022: Endstation Venedig- Donna Leon

Soooooo, nun sind wir schon sehr gespannt auf eure Bücher, Erfolge, Zahlen und Tabellen und freuen uns bereits riesig auf das Stöbern bei euch. Denkt bitte an den Link im Kommentarfeld, so finden wir euch viel schneller.

Alles Liebe
SuBrina (und Livia)