Lese-Statistik November 2021

Hallo ihr Lieben

Nun ist auch der November schon wieder Geschichte und damit ein turbulenter Monat, der nicht nur viel spannende und fordernde Arbeit, sondern auch unseren Umzug mit sich gebracht hat. Veränderungen fallen mir stets schwer und obwohl ich mich sehr auf die neue Wohnung, den kürzeren Arbeitsweg, einen Neustart gefreut hatte, bin ich vor dem Umzug sehr wehmütig geworden. Zum ersten Mal wurde mir das Bevorstehen dieses neuen Lebensabschnitts so richtig bewusst, als wir im September einen grossen Stapel Umzugskartons bei Freunden, die kurz vorher umgezogen waren, abgeholt hatten. Dann, als mein kleiner Gecko nicht mehr fit war und ich mit ihm zur Tierärztin musste und als der kleine Fuchur schliesslich zwei Wochen später und nach intensiver Pflege verstarb.
In unserer alten Wohnung haben wir insgesamt drei Masterabschlüsse gefeiert, zwei Jahre mit einem Mitbewohner und drei Monate mit meiner Schwester zusammengewohnt. Dort haben wir uns verlobt, wir haben geheiratet (dreimal ;-) ), Feste und Errungenschaften von uns und lieben Menschen gefeiert. Wir haben auch Verluste erlitten. Mussten den Tod der Oma des Liebsten verkraften, mussten von einer lieben Nachbarin Abschied nehmen, hatten mit Enttäuschungen zu kämpfen. Jobs, die wir nicht bekommen haben, Freundschaften, die zerbrochen sind. Dort haben wir einen Lockdown verbracht. So viel zu Hause, wie nie zuvor. Es sind Pläne gereift und verworfen worden, aber auch Träume in Erfüllung gegangen. Mit diesem Ort sind sechs Jahre unseres gemeinsamen Lebens und unserer Geschichte untrennbar verknüpft.
Aber plötzlich ging alles schnell und innerhalb einer Woche waren wir komplett im neuen Zuhause eingerichtet und angekommen. Hier haben wir zuerst meinen Geburtstag gefeiert und dann weihnachtlich dekoriert, geniessen das hellere Wohnzimmer, die praktischere Küche (mit Geschirrspülmaschine :-) ) und ich geniesse vor allem auch den kürzeren Arbeitsweg. Wir sind glücklich hier.
Sicher könnt ihr euch aber vorstellen, dass neben dem Umzug, zahlreichen Proben für meine Projekte aber auch für Projekte an der Musikschule und der Planung von Konzerten im Dezember (die hoffentlich noch stattfinden dürfen), nicht viel Lesezeit blieb. Weshalb ich euch nun ganz kurz und schmerzlos einen Überblick über meine gelesenen Bücher im November verschaffen möchte :-)

Meine gelesenen Bücher im November:

Sci-Fi, historische Ereignisse, Naturwissenschaften und eine spannende Handlung, sehr empfehlenswert

Der sechste Roman rund um das Comfort Food-Café, nicht der beste Band der Reihe, aber ein Wohlfühlbuch

Kurzweilig, packend, überraschend und ein erzählerisches Highlight, aus der Perspektive eines Diebes

Bewegendes, meisterhaft erzähltes Buch über eine arme Familie und ein Mädchen, das Schriftstellerin werden will


Alle Rezensionsen und Seitenzahlen:

Die drei Sonnen - Cixin Liu   (592 Seiten)
Weihnachten mit Zimt und Happy End - Debbie Johnson   (416 Seiten)
Der Dieb - Fuminori Nakamura   (224 Seiten)
Ein Baum wächst in Brooklyn - Betty Smith   (621 Seiten)

Meine Neuzugänge im November:

Neben dem bereits gelesenen "Weihnachten mit Zimt und Happy End" von Debbie Johnson, das ein Rezensionsexemplar aus dem Heyne-Verlag war, habe ich auch "Nordlichtträume am Fjord" von Julie Larsen (erschienen im Verlag Harper Collins) als Rezensionsexemplar bekommen.
"Muscheln in meiner Hand" von Anne Morrow Lindbergh habe ich von einer sehr guten Freundin und "Hohgant" habe ich von meiner Schwester zum Geburtstag bekommen. Fun Fact: "Hohgant" spielt in der Region, in der wir jetzt wohnen, das wird sicher ganz besonders gruselig beim Lesen ;-)

Aus dem Bärner Brocki:
Direkt vor dem Umzug habe ich noch sehr, sehr viele Dinge ins Bärner Brocki gebracht und dabei wirklich viele Reihenfortsetzungen entdeckt, die ich schon lange suche. Ich konnte nicht widerstehen und werde nun im Dezember einige grosse Pläne haben, damit der SuB vielleicht doch noch in den zweistelligen Bereich schrumpft...

  1. Die Fährte - Jo Nesbo (Harry Hole 4)
  2. Durst - Jo Nesbo (Harry Hole 11)
  3. Lemmings Himmelfahrt - Stefan Slupetzky (Lemming 2)
  4. Das kalte Lächeln des Meeres - Andrea Camilleri (Montalbano 7)
  5. Die Stimme der Violine - Andrea Camilleri (Montalbano 4)
  6. Die schwarze Seele des Sommers - Andrea Camilleri (Montalbano 10)
  7. Das Spiel des Patriarchen - Andrea Camilleri (Montalbano 5)
  8. Das Paradies der kleinen Sünder - Andrea Camilleri (Montalbano-Erzählungen)


Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 4
Abgebrochene Bücher: -
Somit in die Leseeule: 4 Franken
Gelesene Seiten: 1'664 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 53.67 Seiten
Geschenkt bekommene Bücher: 2
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 2
Gekaufte Bücher: 8
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 13
SuB am Monatsbeginn: 101
Aktueller SuB: 105
Differenz: +4, mal sehen, ob das mit den uHu noch was wird...

Ankündigung: 34. Gemütliches Lese-Miteinander am Freitag, 10.12.21

Das traumhaft schöne Banner wurde erstellt von Ascari vom Blog Der Leseratz

Ihr Lieben

Lang, lang ist's her, seit wir gemeinsam gelesen haben und so langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu. Höchste Zeit also, mal wieder gemeinsam zu lesen und uns über Bücher und das Leben auszutauschen.

Gelegenheit dazu wird es am Freitag, 10.12.21, ab 18.00 Uhr geben. Dann nämlich lesen wir gemeinsam unter dem Motto "Jahresabschluss" alles, was uns in die Finger fällt. Es gibt ein Buch, das ihr im 2021 noch unbedingt beenden wollt? Ihr kommt in einer Leserunde nicht vom Fleck? Ihr wollt euch mit Weihnachtslektüre auf das kommende Weihnachtsfest einstimmen? Bringt alles mit und lest los. Ich bin gespannt, welche Bücher am Freitag am Start sein werden.

Meldet euch direkt unter diesem Post oder unter dem Startpost am Freitag an und schreibt mir, wenn noch Fragen sind.

Ich freue mich auf euch
Livia

Rezension: Ein Baum wächst in Brooklyn

Zu diesem Buch habe ich gemeinsam mit Jamie vom Blog Librovore eine Leserunde veranstaltet, an der Martina vom Blog Martinas Buchwelten teilgenommen hat. Vielen Dank an Martina für den regen Austausch, Jamie hat leider nicht in das Buch hineingefunden.

Ein Baum wächst in Brooklyn - Betty Smith

Beschreibung des Verlages:
Die elfjährige Francie Nolan ist eine unbändige Leserin, eine Süßigkeiten-Connaisseuse, eine genaue Beobachterin der menschlichen Natur – und sie hat einen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden. Ein Traum, der in dem bunten, ruppigen Williamsburg von 1912 kaum zu erfüllen ist. Hier brummen die Mietshäuser vor all den Zugewanderten, jeden Tag wird von dem hart verdienten Geld das Essen zusammengeklaubt, Kinder strömen samstags durch die Straßen, um für ihren gesammelten Trödel einige Pennies für Süßes zu ergattern. Doch wenn Francie auf der Feuertreppe in der Sonne sitzt und liest, kann sie sich keinen schöneren Ort vorstellen. Und wenn sie auch gegen so manche Widrigkeit anschreiben muss, trägt sie doch eines in sich: dass es sich immer lohnt, nach dem puren Leben zu streben.

Inhalt:
In Brooklyn leben Katie und Johnny Nolan und ihre Kinder Francie, die eifrige Leserin und Geschichtenerzählerin und Neeley, der lebensfrohe und hilfsbereite Sänger ein Leben ohne Annehmlichkeiten. Katie und Johnnys Ziel ist, dass es ihre Kinder einmal besser haben werden, als sie selber und so nimmt Katie die Geschicke und Finanzen der Familie in die Hand, lässt ihre Kinder lesen und sparen, schickt sie zur Schule und ist ihnen ein pragmatisches und hart arbeitendes Vorbild. Ihr Mann Johnny ist ein singender Kellner und Tänzer, eine Lebemann, der zwischen Optimismus und Schwermut schwankt und dafür sorgt, dass seine Familie Klavierunterricht erhält und die Freuden und Schönheiten des Lebens kennenlernen darf und schätzen lernt.
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die Stadt Brooklyn und das Gefühl, das darin vorherrscht und das Betty Smith so grandios einzufangen vermag. Es schildert den Alltag einer armen Familie und erzählt äusserst gesellschaftskritisch die Geschichte mutiger und emanzipierter Frauen sowie die Geschichte der jungen Francie, welche Schriftstellerin werden will.

Meine Meinung:
Jahrelang stand dieses Buch schon auf meiner Wunschliste und angeregt durch die Erwähnung im Buch "Unorthodox", das ich ebenfalls schon mit Jamie gelesen habe (von dem wir aber leider beide nicht komplett überzeugt waren), machten wir Nägel mit Köpfen und planten diese nächste Leserunde.
"Ein Baum wächst in Brooklyn" habe ich mit einem von Gedanken, Sorgen, Ängsten, Erinnerungen und Vorfreude gefüllten Kopf gelesen, ich habe es inmitten von Umzugskisten am Boden unserer alten Wohnung sitzend und inmitten von Umzugskisten in unserer neuen Wohnung gelesen und letztendlich in der fertig eingerichteten neuen Zuhause beendet. Es hat mich in einer Zeit des Umbruchs unterhalten, inspiriert und vor allem unendlich tief berührt und wird noch lange nachhallen.

Sprache:
Ich weiss nicht genau, wie es der Autorin gelungen ist, aber sie schafft es, Emotionen, Menschen und Orte zum Leben zu erwecken und "Ein Baum wächst in Brooklyn" hat mich sofort nach Brooklyn entführt und am Alltag dieser bunten Familie teilhaben lassen.
Besonders bewegend waren die Schilderungen der traurigen und fröhlichen Weihnachtsfeste sowie der Silvesterfeier 1917, welche Francie und Neeley gemeinsam auf dem Dach ihres Hauses verbringen.
Immer wieder wird klar, wie sehr Katie versucht, ihre Familie und die Finanzen zusammenzuhalten, wie sie noch mehr arbeitet, noch weniger isst, noch mehr spart und immer wieder sehr einzigartige aber äusserst pragmatische Lösungen für jedes noch so abwegige Problem findet, damit es ihren Kindern an nichts mangelt. Auch Johnny als Lebenskünstler und unverbesserlicher Optimist, der trotzdem manchmal in seiner Schwermut versinkt oder die beiden Kinder Francie und Neeley, welche sehr früh selbstständig und ebenso gerissen und lebensklug werden, wie ihre Mutter, haben mich mit ihrer ehrlichen und hilfsbereiten Art eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit einigen Tränen und noch mehr Gelächter durchleben lassen. Durch das ganze Buch zieht sich ein Hauch von Wehmut, aber auch eine Aufbruchstimmung, die mich sofort erfasst und inspiriert hat.

Meine Empfehlung:
Das Buch hat mich von Anfang an abgeholt und emotional berührt, sehr gut unterhalten und mir eine wundervolle, von Zusammenhalt und - teilweise - Liebe, aber auch von Träumereien, Mut und Kraft geprägte Familie nähergebracht. Es hat mich wohl genau zum richtigen Zeitpunkt auf dem richtigen Fuss erwischt und ich gehe sehr inspiriert und um eine Erfahrung reicher aus dieser Leserunde und dieser Leseerfahrung, weshalb ich euch "Ein Baum wächst in Brooklyn", das einfach dieses Brooklyner-Gefühl so wunderbar vermitteln kann, sehr, sehr ans Herz lege.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Ein Baum wächst in Brooklyn
Originaltitel: A Tree Grows In Brooklyn
Autorin:
Betty Smith, geboren 1896, wuchs als Tochter deutscher Immigranten in armen Verhältnissen in Brooklyn auf. Mit ihrem ersten Ehemann zog sie nach Michigan, wo sie sich zwar nicht in die Universität einschreiben, aber doch an den dortigen Kursen teilnehmen durfte. Ihr erster Roman Ein Baum wächst in Brooklyn wurde 1943 sofort zum Erfolg. Betty Smith verfasste weitere Romane und Dramen, viele davon sind hochprämiert. 1972 verstarb sie in Shelton, Connecticut. Glück am Morgen wurde 1965 verfilmt, u. a. mit Richard Chamberlain
Sprache:
Deutsch
Aus dem Englischen von:
Eike Schönfeld
Taschenbuch:
621 Seiten
Verlag:
Insel
Ersterscheinungstermin dieser Ausgabe:
12.11.2018

ISBN: 978-3-458-36380-4

Kurzrezension: Der Dieb

Der Dieb - Fuminori Nakamura

Beschreibung des Verlages:
Er ist ein Taschendieb mit Prinzipien: nur wohlhabende Opfer, männlich, keine Gewalt. In den überfüllten U-Bahnen oder belebten Straßen Tokios holt Nishimura ihnen das Portemonnaie aus der Tasche. Dabei bedeutet ihm Geld wenig, er lebt zurückgezogen in einem billigen Apartment an der Peripherie, hat keine Familie, keine Freunde. Nur einen kleinen Jungen, der um jeden Preis von ihm lernen will, wie man stiehlt, wird er nicht los. Seine Vergangenheit versucht Nishimura zu vergessen, doch eines Tages holt sie ihn ein. In Gestalt eines Kumpels, mit dem er vor Jahren in einen Raubüberfall verwickelt war. Und auch der Drahtzieher jenes Überfalls, der allmächtige Yakuza-Boss Kizaki, Herr über Leben und Tod, hat erfahren, dass er wieder in Tokio ist. Ein Roman in messerscharfer, schnörkelloser Sprache, ein Leseerlebnis von großer Intensität.

Meine Meinung:
Mit angehaltenem Atem bin ich dem Protagonisten Nishimura, einem Taschendieb, der nach strengen persönlichen Prinzipien auf Beutezug geht, durch die Strassen Japans gefolgt. Zuerst habe ich ihm nur beim einfachen Taschendiebstahl über die Schultern geschaut und bin dabei in seine Gedankengänge eingetaucht. Dann habe ich beobachtet, wie er sich mit einem kleinen Jungen anfreundet, der von seiner Mutter zum Klauen angestiftet wird. So kommt die Familie zu den alltäglichen Lebensmitteln, was in Nishimura einen starken Beschützerinstinkt weckt. Obwohl es gegen seine Ideale ist, beginnt er den Jungen halbherzig in seine Geheimnisse einzuweihen.
Schliesslich bin ich Nishimura in ein lebensgefährliches Abenteuer gefolgt, das die Geister der Vergangenheit in ihm weckt und ihn tief in die Unterwelt Topkios führt.
Innerhalb von wenigen Stunden habe ich dieses Buch inhaliert, Seite um Seite umgeblättert und mich in eine Welt enführen lassen, die mir komplett fremd ist und die mich bisher (zum Glück) nicht beschäftigt hat. In Zukunft werde ich definitiv die Augen offen halten...

Sprache:
Nakamura hat mich mit seinen Worten gefesselt und es ist eine absolute Meisterleistung des Autors und des Übersetzers, diese zwielichtige Welt des Stehlens, Lügens und Betrügens so fassbar zu machen. Die Beschreibungen des Alltags und der gefährlichen Aufgabe des Protagonisten haben mich auf eine ganz eigene zwischen Traum und Wirklichkeit schwankende Weise gefesselt und in dieser Geschichte versinken lassen. Klare, präzise und emotionslos wirkende Worte entwickeln dabei eine einzigartige Sogwirkung, die mich die Figuren trotzdem und um so besser hat verstehen lassen.

Meine Empfehlung:
Ich wusste überhaupt nicht, worauf ich mich da einlasse und bin absolut und restlos begeistert und werde die anderen Bücher von Fuminori Nakamura hoffentlich schon ganz bald lesen.

Zusätzliche Infos:
Titel: Der Dieb
Originaltitel: Suri
Autor: Fuminori Nakamura, geboren 1977 in Tokai, studierte Öffentliche Verwaltung und Staatsverwaltung an der Universität Fukushima. 2002 erschien sein Debüt ›Ju‹ (›Der Revolver‹). Inzwischen hat er in Japan über ein Dutzend Romane veröffentlicht, die in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Fuminori Nakamura lebt in Tokio.
Sprache: Deutsch
Aus dem Japanischen von: Thomas Eggenberg
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag:Diogenes
Erschienen am: 18. Januar 2017
ISBN: 978-3-257-24376-5

Rezension: Weihnachten mit Zimt und Happy End

Dieses Buch ist ein Rezensionexemplar aus dem Heyne-Verlag, das mich via Bloggerportal erreicht hat. Vielen herzlichen Dank dafür.

Comfort Food Café-Reihe:
6. Weihnachten mit Zimt und Happy End

Weihnachten mit Zimt und Happy End - Debbie Johnson

Beschreibung des Verlages:

Wenn aus Freunden Familie wird...
Weihnachten war für Katie noch nie die schönste Zeit des Jahres. Während alle anderen in Erinnerungen an ihre Kindertage schwelgen, versucht Katie ihr Bestes, ihre Kindheit zu vergessen. Doch seit sie in das wunderschöne Budbury an der Küste von Dorset gezogen ist, haben Katie und ihr kleiner Sohn eine Ersatzfamilie gefunden. Nachbarn und Freunde, die sich im Comfort Food Café treffen, wo ein Stück Kuchen und eine Tasse Tee heilende Kräfte zeigen. Dieses Jahr wollen Katies Freunde ihr ein Weihnachtsfest schenken, das ihr immer in Erinnerung bleiben soll. Und mit dem attraktiven Neuankömmling Van könnte tatsächlich ein großer Weihnachtswunsch in Erfüllung gehen.

Meine Meinung:
Was habe ich lange auf diesen sechsten Teil der Reihe gewartet und ich habe mich riesig darüber gefreut, wieder zur Weihnachtszeit nach Budbury zu reisen und die weihnachtlichen Düfte, Geräusche, den Trubel und die Lichterketten im Comfort Food Café zu erleben. Einmal mehr hat sich das Lesen dieses Buches angefühlt, wie ein Nachhausekommen und ausserdem habe ich endlich etwas über Katie und ihren Sohn Saul erfahren. Ausgerechnet Katie ist in den letzten Bänden nämlich ein wenig im Hintergrund geblieben, was sich nun geändert hat.
Leider aber ist der weihnachtliche Funke nicht ganz so sehr gesprungen, wie in "Weihnachten mit dir" oder auch "Schlittschuhglück und Mandelduft". Auch hat sich die Handlung ein wenig zäher entwickelt, als ich dies von den anderen Bänden kenne und ausserdem hat mich Katies Geschichte nicht so sehr berühren können, wie Lauras oder Zoes Schicksal.
Um so schöner fand ich aber die Mutter-Kind-Beziehung zwischen Katie und Saul beschrieben. Ich habe mit Katie mitgefiebert, die sich von ihrer traumatischen Kindheit und ihren immer streitenden Eltern und deren verkorksten Beziehung lösen möchte. Ausserdem hat mir sehr gut gefallen, wie Auburn und Katie in der Apotheke zusammenarbeiten und sich auch nach und nach miteinander anfreunden. Generell schaffen es in diesem Band Cherie und Laura aber auch die anderen uns bereits aus den Vorgängerbänden bekannten Figuren, die Handlung aktiv mitzugestalten und so den typischen Geist Budburys zu verströmen und Katies Geschichte wesentlich spannender zu machen.

Schreibstil:
Obwohl der Titel natürlich ein Happy End verspricht, hält das Buch noch einiges an überraschenden Wendungen, kleinen Schreckmomenten und humorvollen Szenen bereit, bevor es dann endlich so weit ist. Diese Entwicklungen haben mir sehr gut gefallen und mich wunderbar unterhalten. Ein wenig gestört hat mich die doch sehr stereotype Sprache, welche Frauen als leicht zu beeindrucken darstellt, sobald ein muskelbepackter Mann auftaucht. Auch haben die ganzen Verstrickungen für eine eher langsame Erzählweise gesorgt, die dann gegen Ende doch ein wenig gar vorhersehbar war.

Meine Empfehlung:
Einmal mehr gelingt es Debbie Johnson, ein nicht ganz einfaches Thema in die tröstliche Szene von Budbury hineinzuschreiben. Wenn auch dieser Band der bisher schwächste Band der Reihe ist, so lohnt sich eine Reise ins Comfort Food Café auch dieses Mal, damit endlich in Erfahrung gebracht werden kann, welche Geheimnisse Katie seit Jahren mit sich herumschleppt und um den bereits bekannten Figuren, welche sich in diesem Band von ihrer besten Seite zeigen und die Handlung damit positiv beeinflussen, einen erneuten Besuch abzustatten.

Zusätzliche Infos:
Titel: Weihnachten mit Zimt und Happy End
Originaltitel: A Gift from the Comfort Food Cafe
Autorin: Debbie Johnson ist eine Bestsellerautorin, die in Liverpool lebt und arbeitet. Dort verbringt sie ihre Zeit zu gleichen Teilen mit dem Schreiben, dem Umsorgen einer ganzen Bande von Kindern und Tieren, und dem Aufschieben jeglicher Hausarbeit. Sie schreibt Liebesromane, Fantasy und Krimis – was genau so verwirrend ist, wie es klingt.
Taschenbuch, Klappenbroschur: 416 Seiten
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von: Hanne Hammer
Erschienen am: 13. September 2021
ISBN: 978-3-453-42433-3