Rezension: Die Riemannsche Vermutung

Die Riemannsche Vermutung - Atle Næss

Beschreibung via Lovelybooks:
Terje Huuse, von Haus aus Mathematiker, hat sich vorgenommen, die Biografie seines großen Vorbilds Bernhard Riemann zu schreiben. Doch von dem Leben eines anderen zu erzählen, birgt für ihn unerwartete Schwierigkeiten, die Arbeit gerät ins Stocken. Und als er sich in seine einzige Vertraute Ingvild verliebt, wird er in einen gefährlichen Strudel der Leidenschaft gezogen ...

Meine Meinung:
Was vielversprechend beginnt und immer wieder einmal von poetischen, romantischen Schilderungen aufgewertet wird, entwickelt sich leider zu einer eher zähen und vor allem trägen Geschichte. Es sind nicht die detaillierten mathematischen Schilderungen, die Formeln und die Liebe zu den Zahlen, die das Buch zu langatmig machen, im Gegenteil. Wie in "Das Geheimnis der Eulerschen Formel" von Yoko Ogawa werden die Primzahlen in den Fokus gerückt und dies hat mir sehr gut gefallen. Verschiedenste Funktionen werden erklärt oder eine Erklärung wird zumindest angedeutet und wer mag, kann sich detailliertere Informationen immer noch aus dem Internet besorgen. Vielmehr waren es die Schilderungen von eintönigen Tagesabläufen, von erloschener Leidenschaft und einem lieblosen Familienleben, welche die Erzählung in die Länge gezogen haben, was komplett schade ist, da der Stoff eigentlich noch viel mehr hätte hergeben können. Das Ende des Buches hat mir dann aber wieder gut gefallen, wenn auch dies nicht über die vielen Längen hinwegtrösten kann.

Erzählsprache und Stil:
Der fiktive Ich-Erzähler Terje Huuse erzählt seine Geschichte in Form von Tagebucheinträgen. Darin hält er fest, wie er sich ans Schreiben der Biografie des grossen Mathematikers Bernhard Riemann macht und sich anfangs sehr schwer damit tut. In einem Schreibkurs lernt er Ingvild kennen und lieben und es entwickelt sich eine Romanze, von der nicht klar wird, was davon Realität, was die - gewünschte und erträumte - Fiktion des Erzählers ist. Viele Leerstellen sorgen dafür, dass man sich zusammenreimen muss, was zwischen den Zeilen und Tagebucheinträgen geschieht, was mir persönlich jeweils sehr gut gefällt und die romantischen Abenteuer der Turteltauben sind äusserst poetisch, sinnlich und stilvoll beschrieben, was immer wieder zu einer Aufwertung des ganzen Stils führt.

Fazit:
Insgesamt waren mir das ein paar negative Kritikpunkte zu viel, auch wenn die Sprache immer wieder für positive Überraschungen sorgt und der Plott eigentlich sehr viel hätte hergeben können, weil die Grundidee mir wirklich gut gefallen hat. Von mir gibt es aber keine Leseempfehlung für dieses Buch, das mir alles in allem ein wenig zu langatmig und oberflächlich war.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Riemannsche Vermutung
Originaltitel: roten av minus en
Autor: Atle Næss 
Sprache: Deutsch
Aus dem Norwegischen von: Günther Frauenlob
Fester Einband mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 204 Seiten
Verlag: Piper
Erschienen: 2007 (Deutsche Ausgabe)
ISBN: 978-3-492-05110-1 

Rezension: Das Haifischhaus

Das Haifischhaus - Rüdiger Barth

Beschreibung des Verlages:
Toto Berger war die gefeierte Nummer eins des Welttennis. Bis er überraschend zurücktrat, schwer krank, medikamentenabhängig. Ein Geheimnis, das niemand wissen durfte. Drei Jahre danach liegt sein Leben in Trümmern. Da fordert ihn die neue Nummer eins zu einem letzten Duell. Vor 30.000 Zuschauern auf Schalke. 10 Millionen Preisgeld. All or nothing. Noch einmal versammelt Toto Berger in einem einsam gelegenen Haus an der Ostsee seine Gefährten von einst um sich. Darunter die Frau, die er schon lange liebt. Und sein Sohn, den er stets verleugnet hat. Noch einmal bringt er sich in Form. Bis er begreift: Bei diesem Spiel muss er nicht seinen Rivalen besiegen, sondern sich selbst.

Inhalt:
Ein wenig zugenommen hat er, Toto Berger, seit er vom Profisport zurückgetreten ist. Seine Blutwerte sind auch nach dem Überwinden seiner Medikamentensucht noch nicht rosig und sein Konto ist komplett leer. Da fordert ihn sein ehemaliger Erzrivale, die aktuelle Nummer eins im Tennis Frédéric Lamenteau, zu einem letzten grossen Duell. Zehn Millionen stehen auf dem Spiel und vor allem auch Bergers Ehre. Sein ehemaliger enger Kreis von Vertrauten zieht mit ihm ins sogenannte Haifischhaus ein, in dem er sich auf dieses alles entscheidende Spiel vorbereien will. Dass er aber zuerst mit sich selber ins Reine kommen, alte Rechnungen begleichen und seine persönliche Lebenssituation klären muss, überrascht und fordert ihn auf unerwartete Weise.

Meine Meinung:
Vom Tennissport weiss ich lediglich das Nötigste. Vor allem mit meiner Grossmutter verfolge ich ab und an die grossen Turniere, sie ist nämlich ein grosser Fan von Roger Federer. Wie es sich aber anfühlt, im Rampenlicht zu stehen und unter grossem Druck eine Leistung zu erbringen - oft auch in einer Wettbewerbssituation - weiss ich als Musikerin sehr genau, was sich sicher ein wenig mit einigen Situationen im Sportlerleben vergleichen lässt. Um so beeindruckender empfand ich die äusserst authentischen und detaillierten Schilderungen der Situation auf dem Tennisplatz, der Unsicherheit, der Wut, dem Schmerz und dem fokussierten Denken und Handeln der Spieler. Auch der Aufbau des Protagonisten Toto Berger durch seinen Betreuerstab, die harten Trainings und die unterschiedlichen zwischenmenschlichen Situationen der Figuren im Haifischhaus waren spannend geschildert und stimmig aufeinander aufgebaut. Auch wenn viele Begriffe aus dem Tennissport fallen, ist das Buch sehr verständlich geschrieben und mit einer durchschnittlichen Allgemeinbildung ohne Probleme zu verstehen, ihr müsst also keine Sportler sein, um nachvollziehen zu können, was auf dem Platz vor sich geht.

Figuren und Sprache:
Bergers Sohn Nils, zu dem Toto Berger bis kurz vor seinem geplanten Comeback gar keinen Kontakt mehr hatte, übernimmt eine immer wichtigere Rolle in Bergers Leben und seine ehemalige grosse Liebe Liv, an der immer noch sein Herz hängt, ist zugleich eine grosse Unterstützung als auch ein Hindernis für sein hoch gestecktes sportliches Ziel. Wie die Personen in Bergers Betreuerstab interragieren, wie die Atmosphäre im Haifischhaus und auf dem Tennisplatz beschrieben ist, hat mich tief beeindruckt. In seinen Beschreibungen zeigt Rüdiger Barth nämlich nicht nur, dass er sich im Tennissport auskennt, sondern dass er auch sehr genau beobachtet und sich intenisv mit seinen Figuren auseinandergesetzt hat. Die Stimmungen werden intensiv spürbar, die Spannung gegen Ende des Buches steigt und der Schluss des Buches hat mich sehr zufrieden zurückgelassen, weil er eher überraschend kam, aber meiner Meinung nach wirklich gut gepasst hat. Die Sprache bleibt aber leicht und gut verständlich und war mir - mein einziger Kritikpunkt - manchmal ein wenig zu oberflächlich gehalten.

Meine Empfehlung:
"Das Haifischhaus" ist ein Buch über den Weg zum Erfolg, die unangenehmen Begleiterscheinungen von Berühmtheit, über Freundschaft, Liebe und ganz viel Schweiss und Tränen. Es ist ein besonderes Leseerlebnis, das die Leserschaft in die Welt des Profisports entführt und die Atmosphäre auf dem Tennisplatz auch für Laien greifbar machen kann. Deshalb empfehle ich euch dieses packende Buch sehr gerne weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel: Das Haifischhaus
Autor: Rüdiger Barth, Jahrgang 1972, wuchs im Schwarzwald auf und lebt mit seiner Familie am Rande Hamburgs. Er arbeitet als Head of Print bei der Looping Group, die er gemeinsam mit drei Freunden gründete. In seinen fünfzehn Jahren als Reporter für das Magazin »stern« traf er viele Größen des Sports, etwa Bastian Schweinsteiger, Pete Sampras, Oliver Kahn und Joachim Löw. Als Tennisspieler verfügt Barth über eine, wie er sagt, recht vertrauenswürdige Vorhand und eine Rückhand, die er meist vergeblich zu umlaufen versucht. Er schrieb mehrere Sachbücher, zuletzt »Die Totengräber« (mit Hauke Friederichs). »Das Haifischhaus« ist sein Romandebüt.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag: 512 Seiten 
Verlag: Heyne Encore
Erschienen am: 02. September 2019
ISBN: 978-3-453-27239-2

Rezension: Der Schneesturm

Der Schneesturm - Vladimir Sorokin

Beschreibung des Verlages:
Ein fantastisches Wintermärchen vom großen russischen Stilisten Vladimir Sorokin
Was beginnt wie eine Erzählung aus dem 19. Jahrhundert, entpuppt sich als fantastische Irrfahrt durch das ländliche Russland einer nahen Zukunft. Der Landarzt Garin will so schnell wie möglich in den Ort Dolgoje, um die Menschen dort gegen eine rätselhafte Krankheit zu impfen, die jeden Infizierten zum Zombie macht. Doch es herrscht Schneesturm, Garins Pferde sind erschöpft, und so heuert er den einfältigen Brotkutscher Kosma an, dessen Schneemobil von winzigen Pferden gezogen wird. Und so beginnt seine Reise in eine Märchenwelt mit Ingredienzien einer Hochtechnologiegesellschaft. Eingebettet in den erzählerischen Kosmos von Tolstoi, Tschechow und Gogol, versetzt »Der Schneesturm« ein grotesk-imaginäres Russland in den Abgrund zwischen den Zeiten – ein zugleich heiteres wie verstörendes Buch, das von der Kritik einhellig gefeiert wurde und einmal mehr Sorokins herausragende Stellung unter den zeitgenössischen russischen Schriftstellern untermauert.
»Hier tut sich die Seele auf. Man legt das betörend schöne, hintergründige und schonungslos kritische Buch nicht mehr aus der Hand, liest es in einem Zug durch.« Die Welt

Inhalt:
Es schneit, es ist kalt, es stürmt und gefühlt befinden wir uns sowohl in der Vergangenheit, wo man sich mit Kutschen von A nach B bewegt, als auch in einer märchenhaften und auch ein wenig bedrohlichen Zukunft, in der es Zwergpferde und Riesen gibt,  und in der seltsame Drogen für enorme Visionen sorgen können. Wir haben den Arzt Garin, der sich furchtlos durch den Sturm wagt und den Brotlieferanten Kosma, gennant Krächz, der unseren Arzt der bei der Bekämpfung einer Seuche, welche die Menschen zu zombieähnlichen Gestalten macht, dringend gebraucht wird, ins ein paar Stunden entfernte Örtchen Dolgoje fahren soll.

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich in Marias Lesekreis gelesen und freue mich auf den Austausch, der am Sonntag stattfinden wird. Sicher sind nämlich auch einige äusserst kontroverse Meinungen dabei. Auf mich hat "Der Schneesturm" äusserst beklemmend gewirkt. Mit einer inneren Enge habe ich Seite um Seite umgeblättert und zusehen müssen, wie ein Hindernis nach dem anderen die sonst schon scheinbar endlose Kutschenfahrt noch mehr in die Länge zieht. Wie es kälter und kälter wird, wie unser eigentlich so pflichtbewusste Arzt seinen Kutscher und herzensguten Begleiter Krächz zurechtweist und massregelt, weil dieser mit seiner bedächtigen Art nicht gerade dazu beiträgt, dass die Reise ein baldiges Ende nimmt.
Wer zum ersten Mal zu einem Stück russischer Literatur greift, ist sicher irritiert von den Bildern und Ideen, die heraufbeschworen werden und dem Umgang, den die Menschen miteinander pflegen. Aber eigentlich befinden wir uns einfach in einem - äusserst dramatischen - russischen Märchen. Einem Märchen, in dem die endlose Kutschenfahrt eine Metapher für ein Land ist, in dem alles sehr langsam vorankommt, in dem Vergangenheit und Gegenwart und vielleicht sogar ein wenig Zukunft aufeinanderprallen, in dem Menschen abhängig sind von einem System, in dem der Alkohol und grosse Machthaber äusserst präsent in den Köpfen und Herzen sind und in dem eine Landschaft voller Schönheit und Weite zum Träumen und Schwelgen einlädt, aber auch äusserst bedrohlich wirken kann.
Die scheinbare Sinnlosigkeit des Versuches, ans Ziel zu kommen, hat mich ein wenig an "Wo warst du, Adam?" von Heinrich Böll erinnert. Dort allerdings ist es der zweite Weltkrieg, der bis zum bitteren Ende geführt wird und der ohne jeden Sinn und Zweck, aber auch komplett planlos für unheilbare Wunden in der Seele ganzer Nationen führt.

Sprache:
Einlullend und poetisch schön und zuweilen auch kafkaesk erzählt Sorokin seine Geschichte. Geübte Literaturkritiker wollen Zitate grosser russischer Autoren und Dichter in Sorokins Erzählung finden, ich habe vor allem sehr viel Humor, Sarkasmus und einige äusserst spitze Seitenhiebe gefunden. Immer wieder war da aber auch eine ganz eigene, schillernde sprachliche Schönheit, die das Buch zu einem wahren Lesegenuss gemacht haben und mich förmlich an den Seiten kleben liessen. Ein grosses Lob an dieser Stelle an den Übersetzer Andreas Tretner, der es mit diesem anspruchsvollen Text sicher nicht leicht hatte, dem aber eine runde, in sich stimmige Übersetzung gelungen ist.

Meine Empfehlung:
Von mir gibt es eine herzliche Empfehlung für dieses durchaus anspruchsvolle, wunderschön erzählte Buch, das aber auch äusserst beklemmend wirkt und beim Lesen für Gänsehaut gesorgt hat.

Zusätzliche Infos:
Titel: Der Schneesturm
Originaltitel: Metel
Autor: Vladimir Sorokin, geboren 1955, gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Russlands. Er wurde bekannt mit Werken wie »Die Schlange«, »Marinas dreißigste Liebe«, »Der himmelblaue Speck« und zuletzt »Der Tag des Opritschniks«, »Der Zuckerkreml« und »Der Schneesturm«. Zuletzt erschien von ihm der große polyphone Roman »Telluria«. Sorokin ist einer der schärfsten Kritiker der politischen Eliten Russlands und sieht sich regelmäßig heftigen Angriffen regimetreuer Gruppen ausgesetzt.
Sprache: Deutsch
Aus dem Russischen von: Andreas Tretner
Taschenbuch: 208 Seiten
Erscheinungstermin: 06.11.2014 
ISBN: 978-3-462-04682-3 

Meine buchigen Challenges für das Jahr 2020

Hallo ihr Lieben

Bevor hier (hoffentlich bald) die ersten Rezensionen online gehen, möchte ich euch zeigen, welche buchigen Challenges ich im Jahr 2020 bewältigen möchte, um meinen SuB endlich ein wenig zu reduzieren. Klickt einfach direkt auf die Banner, die euch ansprechen, ihr werdet direkt zur entsprechenden Challengeseite weitergeleitet.

Alle Jahre wieder bin ich bei Dianas SuB-Challenge dabei
https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/p/nieder-mit-dem-sub.html

Und endlich schaffe ich es wieder einmal, an Daggis Challenge teilzunehmen
https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/p/daggis-buch.html

Charleen hat sich in diesem Jahr eine neue Challenge überlegt
https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/p/die-abc-cover-challenge.html

Für welche Challenges habt ihr euch im Jahr 2020 entschieden? Den Überblick über alle meine Challenges findet ihr übrigens HIER.

Ganz liebe Grüsse und auf ganz bald
Livia

Buchige Jahresstatistik 2019

Hallo ihr Lieben

Am 1.1.2020 ging mein persönlicher Jahresrückblick mit ganz vielen Highlights und Fotos online und ich freue mich schon darauf, euch auch bald zu zeigen, welche Challenges für 2020 geplant sind. Nun nehme ich mir aber zuerst einmal die Zeit, meine buchige Jahresstatistik zu tippen und ich warne euch vor: es wird ein längerer Post. Also schnappt euch etwas Süsses und einen Kaffee oder Tee und dann wünsche ich euch viel Spass beim Lesen.

Zuerst einmal seht ihr, wie viele Bücher ich  2019 gelesen habe:

 
Es zeigt sich, dass wirklich jeder Monat sehr unterschiedlich war und ich gehöre wohl definitiv nicht zu dieser Gruppe Menschen, die stets eine durchschnittliche Anzahl Bücher pro Monat lesen, aber vielleicht lässt sich ja in der Anzahl Seiten eine gewisse Regelmässigkeit feststellen.
Weiter würde ich nach wie vor gerne ein wenig mehr lesen, aber ich habe ja noch andere Dinge, die ich in meiner Freizeit unternehme und manchmal bin ich abends auch einfach zu erledigt, um mich noch auf ein Buch zu konzentrieren, von dem her ist es realistisch, 100 Bücher im Jahr zwar anzustreben, aber mich auch schon über wesentlich weniger zu freuen. Aber: 2017 habe ich 66 Bücher gelesen, 2018 waren es 67 und 2019 waren es dann sogar 70 Bücher. Es geht also aufwärts.


Meine Highlights aus dem Jahr 2019

2019 habe ich auch wieder quer durch (fast) alle Genres gelesen und habe auch fast gar nie zu einem Buch gegriffen, das mir so gar nicht gefallen hat. Highlights waren aber nicht ganz so viele dabei, es kann aber auch einfach sein, dass ich im Verlauf der Jahre kritischer geworden bin. Zwei Bücher aber haben mich von der ersten bis zur letzten Seite nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch sprachlich überzeugt und so will ich mich ausnahmsweise nicht auf ein Highlight festlegen, sondern präsentiere euch heute gleich zwei Highlights aus dem Jahr 2019:
Maria Christina Piwowarski ist meine absolute Lieblingsbuchhändlerin. Bei Instagram folge ich ihr schon länger. Sie empfiehlt leidenschaftlich, überzeugt und fast immer kommt sie am Ende auf "Das achte Leben (für Brilka)" von Nino Haratischwili. Die vielen Seiten dieses Buches haben mich aber immer davon abgehalten, zu diesem dicken Buch zu greifen. Bis dann im Februar 2019 mein Leben in eine Zeit vor und eine Zeit nach Brilka geteilt wurde.
Und hier kommt ihr noch einmal direkt zu meiner REZENSION, schaut gerne vorbei, da steckt viel Arbeit drin ;-)

Natürlich darf auch das grandiose Buch "Herkunft" von Saša Stanišić, von dem ich schon beim Lesen im März 2019 vermutete, dass es ein ganz heisser Kandidat für den Deutschen Buchpreis sein würde, nicht in meinen Highlights fehlen. Wie "Brilka" hat es mich vor allem sprachlich überzeugen können, ich fühlte mich von diesem Buch aber auch einfach verstanden, da ich Bosnien nicht nur sehr gut kenne und liebe und mich immer wieder mit den Zweifeln, Fragen und der Kultur der Menschen aus diesem Land auseinandersetze, sondern weil ich mittlerweile auch einen bosnischen Nachnamen trage.
Meine sehr persönliche Rezension zu diesem Buch findet ihr HIER.


Weitere äusserst lesenswerte Bücher aus dem Jahr 2019

Ein grandioser Reihenauftakt, bald lese ich den vierten Band und kann es kaum mehr erwarten
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Schwarz/Stephen-King/Heyne/e168759.rhd

Ein wichtiges und erschütterndes Buch, HIER direkt zur Rezension

Endlich habe ich auch diesen Klassiker gelesen und zu meiner Empfehlung geht es HIER

"Lempi, das heißt Liebe" hat in mir tiefe Emotionen geweckt, zur Empfehlung geht es HIER

Nicht nur weil Irland in diesem Jahr besonders wichtig war, sondern vor allem sprachlich: bitte lesen!
 https://www.dtv.de/buch/heinrich-boell-irisches-tagebuch-1/

Sprachgewandt und wortgewaltig, dramatisch, berührend und poetisch, eine Leseempfehlung

Und wieder geht es ins ehemalige Jugoslawien, kritisch, pointiert und sehr intelligent, REZENSION


Meine gelesenen Seiten, eine Erfolgsgeschichte :-D

Ganze 27'531 Seiten habe ich 2019 gelesen. Das waren 2'745 Seiten mehr als 2018 und durchschnittlich immer um die 2'000 Seiten im Monat. Der April und der Juli waren eher schwach, der Juni und der August dann aber aussergewöhnlich stark. Besonders gefreut hat mich, dass der Dezember, der vollste Monat im Jahr, sehr durchschnittlich verlaufen ist und nicht etwa zum grossen Sinkflug ansetzte.
 

Diese Neuzugänge sind 2019 bei mir eingezogen

Ich habe ja Besserung gelobt, aber leider hat das 2019 so gar nicht geklappt, es sind viel zu viele neue Bücher bei mir eingezogen, aber ich habe nun wirklich vor, ein wenig mehr abzubauen und möchte vermehrt ausmisten und vor allem auch endlich wieder zu meinen SuB-Büchern greifen. Gleichzeitig habe ich - weiterhin - vor, weniger Rezensionsexemplare hier einziehen zu lassen, aber auch die Bücherschränke in der Umgebung ein wenig zu ignorieren. Insgesamt waren es 2019 69 Neuzugänge und wow...das sind 30 Neuzugänge mehr als noch vor einem Jahr...
 
Um ein wenig besser zu verstehen, wo der Hund begraben liegt, zeige ich euch noch, wie sich die Neuzugänge verteilen. Erstaunlich viele Bücher habe ich gekauft (die meisten davon immerhin secondhand), erstaunlich viele Bücher habe ich eingesammelt (aber die Bücherschränke, denen ich begegne, sind auch grandios bestückt) und viel zu viele Rezensionsexemplare, nämlich 28 Bücher, sind bei mir eingezogen. Das möchte ich definitiv minimieren.

Die unangenehme Wahrheit, der SuB

Im Dezember 2018 beendete ich das Jahr mit 142 Büchern auf dem SuB, 2019 endet mit 135 SuB-Büchern und so wäre das eigentlich nicht geplant gewesen, in den zweistelligen Bereich wollte ich, weniger anfragen wollte ich, mehr lesen wollte ich... Aber so kann es gehen und solange ich immerhin einen kleinen Abbau zu vermelden habe, ist das schon einmal nicht so schlimm. Ausserdem muss ich noch erwähnen, dass ca. fünfzig Bücher bei mir auf dem SuB Klassiker der Weltliteratur/Reclambücher sind, da werde ich auch nicht ausmisten, deshalb bleibt der Grundstock halt einfach schon einmal eher hoch. Nichtsdestotrotz kann ich das ganz schnell lösen, wenn ich noch ein wenig mehr lese und noch ein wenig weniger anfrage ;-)
 
Und das war es auch schon wieder mit meinem buchigen Rückblick 2019 und nun ist es definitiv Zeit, das Jahr 2020 einzuläuten und vor allem auch, mich neuen Büchern, neuen Herausforderungen und neuen Projekten zuzuwenden.

Macht euch noch ein schönes Wochenende und wir lesen uns
Livia