Die Liebhaber - Anne B. Ragde
Reiheninfos:
1. Das Lügenhaus
2. Einsiedlerkrebse
3. Hitzewelle
4. Sonntags in Trondheim
5. Die Liebhaber
6. Rückkehr
Beschreibung des Verlages:
Die 40-jährige Torunn Neshov hatte bisher wenig Glück in der Liebe, und
auch beruflich lief es nicht wirklich rund. Doch als die ehemalige
Tierpflegerin sich entscheidet, den langsam verfallenden Bauernhof ihrer
Familie zu übernehmen und in das dümpelnde Bestattungsunternehmen ihres
Onkels einzusteigen, nimmt ihr Leben Fahrt auf. Sie mistet gründlich
aus und zwar in jeder Hinsicht. Das gefällt nicht jedem. Aber Torunn ist
hartnäckig und hat ein Händchen für schwierige Fälle, auch wenn es um
die Liebe geht ...
Inhalt:
Torunn nimmt sich als Anerbin des alten Neshov-Hofs an und findet ihre Berufung als Lernende im Bestattungsunternehmen ihres Onkels Margido. Gleichzeitig richtet Erlend die neue Familienvilla in Dänemark ein und kämpft mit den Launen seines Diät haltenden Mannes.
Im Altersheim lebt sich Tormod so langsam in seinem Zimmer ein und freut sich über die häufigen Besuche von Torunn und erinnert sich dabei an eine verbotene Liebe aus seiner Jugend.
Meine Meinung:
Zuerst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass der Klappentext auch bei diesem Band auf eine sehr unpassende und komplett verfälschende Art zu suggerieren versucht, dass es bei der Reihe vor allem um Torunns Liebesleben gehen soll. Dies ist aber überhaupt nicht der Fall, vielmehr werden die verschiedenen Mitglieder der Neshov-Familie durch ihren oft ein wenig düsteren, von Lügen und Schuld geprägten und dadurch einfach irgendwie trostlosen Alltag begleitet. Die Reihe ist spannend, berührend und lebt von einem feinen Humor und Figuren, die versuchen, immer wieder das beste aus herausfordernden Situationen zu machen. In diesem Band gelingt es Torunn sogar zum ersten Mal, ein wenig Farbe in ihr Leben zu bringen und zwar wortwörtlich; sie beginnt nämlich, die Gästezimmer des Neshov-Hofes zu renovieren und in verschiedenen Farben einzurichten.
Meine Empfehlung:
Das Buch hat mich begeistert und berührt und vor allem das Ende hielt
wieder einige Überraschungen für mich bereit, die mich auch ziemlich
mitgenommen haben. Der sechste und letzte Band der Reihe liegt schon
bereit und ich werde ihn wahrscheinlich im Mai lesen. Natürlich möchte
ich gerne erfahren, wie alles ausgeht, aber gleichzeitig habe ich die
Familie Neshov - mit all ihren Unzulänglichkeiten - so richtig ins Herz
geschlossen und möchte eigentlich nicht, dass die Geschichte endet.
Zusätzliche Infos:
Titel: Die Liebhaber
Originaltitel: Liebhaberne
Autorin: Anne B. Ragde wurde 1957 im westnorwegischen Hardanger geboren. Sie ist
eine der beliebtesten und erfolgreichsten Autorinnen Norwegens und wurde
mehrfach ausgezeichnet. Mit ihren Romanen »Das Lügenhaus«,
»Einsiedlerkrebse« und »Hitzewelle« gelang ihr einer der größten
norwegischen Bucherfolge aller Zeiten. Nachdem Anne B. Ragde zunächst
angekündigt hatte, die Lügenhaus-Serie nicht weiterzuschreiben,
erscheint nach »Sonntags in Trondheim« und »Die Liebhaber« mit
»Rückkehr« das große Finale der auch in Deutschland gefeierten
Buchserie.
Hardcover mit Schutzumschlag: 416 Seiten
Sprache: Deutsch
Aus dem Norwegischen von:
Gabriele Haefs
Verlag: btb Verlag
Erscheinungsjahr der Erstausgabe: 2017
ISBN: 978-3-442-75786-2
Rezension: Die Liebhaber
Rezension: Krawall und Kekse
Krawall und Kekse - Shirley Jackson
Beschreibung des Verlages:
Neben ihrem Talent für das Schaurige war die große amerikanische Autorin
Shirley Jackson bekannt für die absurdkomische Betrachtung ihres Lebens
als Ehefrau und Mutter von vier Kindern in einem baufälligen Herrenhaus
in Vermont. In Krawall und Kekse, das erstmals 1953 erschien, hadert
sie mit liegen gebliebenen Autos, Haushaltshilfen, die nicht
wiederkommen, und einem selbstvergessenen Ehemann, der mit seinen
Nachkommen erst etwas zu tun haben will, wenn sie lesen und schreiben
können. Auch die altklugen Kinder tanzen ihr auf der Nase herum: Sohn
Laurie erfindet einen aufmüpfigen Klassenkameraden, dem er seine eigenen
Streiche anhängt. Tochter Jannie geht nirgends hin ohne ihre
Puppen-Entourage, Baby Sally isst eine Spinne und grinst triumphierend.
Dieses Buch ist ein zeitloses Lesevergnügen, das unterschwellig damalige
wie gegenwärtige Rollenverhältnisse aufs Korn nimmt.
Inhalt:
Die Protagonistin dieses Buches ist Mutter und Autorin, manchmal hat sie die Kontrolle über ihren Alltag und manchmal entgleitet ihr jegliche Ordnung. Eines ihrer Kinder hat selber mehrere imaginäre Kinder, ein anderes macht einen erfunden Klassenkameraden für seine eigenen Streiche verantwortlich, eines lernt gerade laufen und weitere Kinder werden im Verlauf der Geschichte geboren und in das Alltagschaos integriert.
Eine Nebenfigur in der Erzählung ist das Haus, in der die Familie wohnt. Dem Nachwort habe ich entnehmen können, dass in den Schaureromanen der Autorin ebenfalls Häuser zum Schauplatz und sogar fast zur Hauptfigur stilisiert werden, eine spannende Parallele zum anderen Genre der Autorin.
Meine Meinung:
Das Buch habe ich in einer Adventsverlosung gewonnen und darüber habe ich mich riesig gefreut, weil ich schon lange einmal ein Buch von Jackson lesen wollte. Von der ersten Seite an war ich mitten im Familienchaos angekommen und habe der Protagonistin, die - wohl absichtlich - eher eindimensional blieb gerne über die Schulter geschaut. Besonders gut gefallen hat mir, dass sehr viele äusserst turbulente Familienszenen im Buch zusammengefunden haben. Die einzelnen Kapitel wirken lose zusammenhängend und beim Lesen des Nachwortes habe ich erfahren, dass viele der Texte einzeln in Magazinen erschienen sind und dann für dieses Buch als quasi zusammenhängende Geschichte bearbeitet worden sind.
Jackson, die vor allem für ihre Schauerromane bekannt ist, hat mit ihren humorvoll-kritischen Büchern rund um Familienthemen ebenfalls einen Nerv der damaligen Zeit getroffen und tief in Themen blicken lassen, die andere Menschen nur hinter verschlossenen Türen erlebt haben.
Schreibstil und Aufbau:
Die Familienszenen haben mich in ein anderes Jahrhundert versetzt und die Rollenbilder der 1950-er ziehen sich durch das ganze Buch hindurch. Der Mann unterstützt seine - für die Zeit eher moderne und selbstständig als Schriftstellerin arbeitende - Frau zwar, zieht sich aber oft aus dem Alltagschaos zurück und bleibt während der ganzen Erzählung eher im Hintergrund. Die Protagonistin erzählt aus der Ich-Perspektive und blickt eher neutral auf ihre Kinder und ihre Rolle als Hausfrau und selbstständige Schriftstellerin, die extrem schrägen und humorvollen Szenen sowie die eher kurz gehaltenen Abschnitte haben mich aber wunderbar unterhalten.
Meine Empfehlung:
Nach den sehr unterhaltsamen und auch atmosphärischen Texten hat das Nachwort der Übersetzerin Nicole Seifert mir noch einmal eine ganz andere Perspektive auf das Buch geschenkt und dieses Gesamtkonzept hat mich begeistert und überzeugt und vor allem auf weitere Werke der Autorin neugierig gemacht.
Zusätzliche Infos:
Titel: Krawall und Kekse
Originaltitel: Life Among the Savages
Autorin: Shirley Jackson, 1916 in San Francisco geboren,
arbeitete nach dem Studium für den ›New Yorker‹. Die 1948 dort
erschienene Kurzgeschichte ›The Lottery‹ machte sie schlagartig berühmt,
ihr erster Roman ›The Road Through the Wall‹ erschien im selben Jahr.
Jacksons Werk wird vor allem dem Horrorgenre zugerechnet, zu den
bekanntesten Büchern zählen die mehrfach verfilmten Romane ›Spuk in Hill
House‹ und ›Wir haben schon immer im Schloss gelebt‹. Zu Lebzeiten war
Shirley Jackson auch als Chronistin ihres Familienlebens bekannt.
›Krawall und Kekse‹ erschien 1953 in den USA und wurde ein landesweiter
Bestseller. Die deutsche Ausgabe offenbart nicht nur Jacksons großes
Erzähltalent, sie rückt nun auch hierzulande die beeindruckende Person
Shirley Jackson in den Fokus – eine Frau, die entgegen den Widerständen
ihrer Zeit in den Rollen als Mutter von vier Kindern, Ehefrau und
zugleich als Autorin von 17 Büchern brillierte. Auf die Frage, wie sie
das geschafft habe, sagte sie in einem Interview einmal: »Das frage ich
mich auch.« Shirley Jackson starb 1965 im Alter von 48 Jahren.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen und mit einem Nachwort versehen von: Nicole Seifert
Hardcover mit Schutzumschlag:
256
Verlag: Arche Literatur Verlag AG
Ersterscheinung: 21.09.2022
ISBN: 978-3-7160-2816-2
Challenge: Autorinnen - Nobelpreis für Literatur und Deutscher Buchpreis
Hallo ihr Lieben
Vielleicht kommt euch der Titel dieses Posts bekannt vor, weil ihr schon bei Melli darüber gestolpert seid :-D Melli hat sich nämlich vorgenommen,
Bücher aller Autorinnen und nonbinären Personen zu lesen, die den
Literaturnobelpreis gewonnen haben sowie die Titel, welche den Deutschen Buchpreis gewonnen haben oder beim
Deutschen Buchpreis auf der Long- oder Shortlist standen. Ich finde die Idee so gut, dass ich mich Melli anschliessen möchte. Daraus mache ich für mich eine zeitlich unbegrenzte Challenge.
Untenstehend findet ihr alle Namen und Titel und ich habe mir eine Challenge-Liste gebastelt, in der ihr alle meine Fortschritte sehen könnt. Schaut doch direkt einmal HIER vorbei, ich habe nämlich die bereits gelesen Bücher schon erfasst und auch einige Rezensionen verlinkt.
Nobelpreis für Literatur
Deutscher Buchpreis
2005
Shortlist
Gila Lustiger:
So sind wir
Friederike Mayröcker: Und ich schüttelte
einen Liebling
Longlist
Ulrike
Draesner: Spiele
Evelyn Grill:
Vanitas oder Hofstätters Begierden
Marion
Poschmann: Schwarzweißroman
2006
Gewinnerin
Katharina
Hacker: Die Habenichtse
Longlist
Felicitas
Hoppe: Johanna
Judith
Kuckart: Kaiserstraße
Sibylle Lewitscharoff: Consummatus
2007
Gewinnerin
Julia Franck:
Die
Mittagsfrau
Shortlist
Katja Lange-Müller: Böse Schafe
Longlist
Larissa
Boehning: Lichte Stoffe
Lena Gorelik:
Hochzeit in Jerusalem
Sabine Gruber:
Über Nacht
2008
Shortlist
Iris Hanika:
Treffen sich zwei
Longlist
Karen Duve:
Taxi
Olga Flor:
Kollateralschaden
Judith
Kuckart: Die Verdächtige
2009
Gewinnerin
Kathrin
Schmidt: Du stirbst nicht
Shortlist
Herta Müller:
Atemschaukel
Longlist
Sibylle Berg:
Der Mann schläft
Anna Katharina Hahn: Kürzere Tage
Brigitte
Kronauer: Zwei schwarze Jäger
Terézia Mora:
Der einzige Mann auf dem Kontinent
Angelika
Overath: Flughafenfische
2010
Gewinnerin
Melinda Nadj Abonji: Tauben fliegen auf
Shortlist
Judith Zander:
Dinge, die wir heute sagten
Longlist
Alina Bronsky:
Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche
Nino Haratischwili: Juja
Mariana Leky:
Die Herrenausstatterin
Olga
Martynova: Sogar Papageien überleben uns
2011
Shortlist
Angelika Klüssendorf: Das Mädchen
Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg
Marlene Streeruwitz: Die Schmerzmacherin
Longlist
Esther Kinsky:
Banatsko
Doris Knecht:
Gruber geht
Astrid
Rosenfeld: Adams Erbe
Judith
Schalansky: Der Hals der Giraffe
Antje Rávic Strubel: Sturz der Tage in die
Nacht
2012
Gewinnerin
Ursula
Krechel: Landgericht
Longlist
Jenny
Erpenbeck: Aller Tage Abend
Milena Michiko Flašar: Ich nannte ihn
Krawatte
Olga
Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt
Dea Loher:
Bugatti taucht auf
Angelika
Meier: Heimlich, heimlich mich vergiss
2013
Gewinnerin
Terézia Mora
– Das Ungeheuer
Shortlist
Marion
Poschmann: Die Sonnenposition
Monika Zeiner:
Die Ordnung der Sterne über Como
Longlist
Judith
Kuckart: Wünsche
Dagmar
Leupold: Unter der Hand
Nellja
Veremej: Berlin liegt im Osten
2014
Shortlist
Angelika Klüssendorf: April
Gertrud Leutenegger: Panischer Frühling
Longlist
Ulrike
Draesner: Sieben Sprünge vom Rand der Welt
Esther Kinsky:
Am Fluss
Marlene Streeruwitz: Nachkommen
2015
Shortlist
Jenny
Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen
Inger-Maria Mahlke: Wie Ihr wollt
Monique
Schwitter: Eins im Andern
Longlist
Alina Bronsky:
Baba Dunjas letzte Liebe
Valerie
Fritsch: Winters Garten
Gertraud
Klemm: Aberland
Anke Stelling:
Bodentiefe Fenster
Christine Wunnicke: Der Fuchs und Dr. Shimamura
2016
Shortlist
Eva Schmidt: Ein langes
Jahr
Longlist
Katja Lange-Müller: Drehtür
Dagmar
Leupold: Die Witwen
Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder
Michelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an
Land und im Wasser ein Walfisch
Anna
Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen
2017
Shortlist
Marion
Poschmann: Die Kieferninseln
Sasha Marianna Salzmann: Außer sich
Longlist
Monika Helfer:
Schau mich an, wenn ich mit dir rede!
Birgit Müller-Wieland: Flugschnee
Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo
Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen
Christine Wunnicke: Katie
2018
Gewinnerin
Inger-Maria Mahlke: Archipel
Shortlist
María Cecilia Barbetta: Nachtleuchten
Nino Haratischwili: Die Katze und der General
Susanne
Röckel: Der Vogelgott
Longlist
Carmen-Francesca Banciu: Lebt wohl, Ihr
Genossen und Geliebten!
Susanne Fritz:
Wie kommt der Krieg ins Kind
Franziska
Hauser: Die Gewitterschwimmerin
Helene
Hegemann: Bungalow
Anja Kampmann:
Wie hoch die Wasser steigen
Angelika Klüssendorf: Jahre später
Gianna
Molinari: Hier ist noch alles möglich
Christina
Viragh: Eine dieser Nächte
2019
Shortlist
Raphaela Edelbauer: Das flüssige Land
Miku Sophie Kühmel: Kintsugi
Jackie Thomae:
Brüder
Longlist
Nora Bossong: Schutzzone
Andrea Grill:
Cherubino
Karen Köhler:
Miroloi
Angela Lehner:
Vater unser
Katerina
Poladjan: Hier sind Löwen
Lola Randl:
Der Große Garten
Eva Schmidt: Die
untalentierte Lügnerin
Marlene Streeruwitz: Flammenwand
2020
Gewinnerin
Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos
Shortlist
Dorothee
Elmiger: Aus der Zuckerfabrik
Deniz Ohde:
Streulicht
Christine Wunnicke: Die Dame mit der bemalten
Hand
Longlist
Helena Adler:
Die Infantin trägt den Scheitel links
Birgit
Birnbacher: Ich an meiner Seite
Valerie
Fritsch: Herzklappen von Johnson & Johnson
Eva
Sichelschmidt: Bis wieder einer weint
Olivia Wenzel:
1000 Serpentinen Angst
Iris Wolff:
Die Unschärfe der Welt
2021
Gewinnerin
Antje Rávik Strubel: Blaue Frau
Shortlist
Monika Helfer:
Vati
Mithu Sanyal:
Identitti
Longlist
Shida Bazyar:
Drei Kameradinnen
Dana
Grigorcea: Die nicht sterben
Dilek Güngör:
Vater und ich
Felicitas
Hoppe: Die Nibelungen
Yulia
Marfutova: Der Himmel vor hundert Jahren
Sasha Marianna Salzmann: Im Menschen muss
alles herrlich sein
2022
Gewinner:in
Kim de l’Horizon: Blutbuch
Shortlist
Fatma Aydemir:
Dschinns
Kristine
Bilkau: Nebenan
Daniela Dröscher: Lügen über meine Mutter
Longlist
Theresia Enzensberger: Auf See
Marie
Gamillscheg: Aufruhr der Meerestiere
Yael Inokai:
Ein simpler Eingriff
Anna Kim:
Geschichte eines Kindes
Esther Kinsky:
Rombo
Dagmar
Leupold: Dagegen die Elefanten!
Gabriele
Riedle: In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg.
Anna Yeliz Schentke: Kangal
2023
Shortlist
Terézia Mora:
Muna oder Die Hälfte des Lebens
Necati Öziri:
Vatermal
Anne Rabe:
Die Möglichkeit von Glück
Sylvie Schenk:
Maman
Ulrike
Sterblich: Drifter
Longlist
Raphaela Edelbauer: Die Inkommensurablen
Elena Fischer:
Paradise
Garden
Charlotte Gneuß: Gittersee
Angelika Klüssendorf: Risse
Angelika
Overath: Unschärfen der Liebe
Teresa
Präauer: Kochen im falschen Jahrhundert
Kathrin
Röggla: Laufendes Verfahren
2024
Gewinnerin
Martina
Hefter: Hey guten Morgen, wie geht es dir?
Shortlist
Maren Kames:
Hasenprosa
Ronya Othmann:
Vierundsiebzig
Iris Wolff:
Lichtungen
Longlist
Nora Bossong:
Reichskanzlerplatz
Zora del
Buono: Seinetwegen
Daniela Krien:
Mein drittes Leben
Ulla Lenze:
Das Wohlbefinden
Mithu Sanyal:
Antichristie
Stefanie Sargnagel: Iowa
Dana von
Suffrin: Nochmal von vorne
Ruth-Maria
Thomas: Die schönste Version
Doris Wirth:
Findet mich
2025
Gewinnerin
Dorothee
Elmiger: Die Holländerinnen
Shortlist
Jehona Kicaj:
ë
Fiona Sironic:
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Christine Wunnicke: Wachs
Longlist
Kathrin Bach:
Lebensversicherung
Nava Ebrahimi:
Und Federn überall
Annett Gröschner: Schwebende Lasten
Jina Khayyer:
Im Herzen der Katze
Jacinta Nandi: Single Mom Supper Club
Gesa Olkusz:
Die Sprache meines Bruders
Lena Schätte:
Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Lina Schwenk:
Blinde Geister
Lese-Statistik März 2026
Hallo zusammen
Hinter mir liegt ein sehr voller und auch anstrengender März. Ich hatte viele Proben und Konzerte, Termine an der Musikschule und war generell fast immer unterwegs. Obwohl ich die vielen Auftritte geniessen konnte und zudem noch eine wundervolle Trauerfeier an einem ganz besonderen Ort umrahmen durfte, was mich immer sehr berührt und ehrt und obwohl ich sogar selber auch noch einige Konzerte besuchen und viele schöne Stunden mit lieben Menschen verbringen konnte, war dieser Monat auch für meine Verhältnisse wirklich zu voll. Deshalb habe ich mich auch nicht ganz so ausführlich auf euren Blogs umgesehen, wie ich das gerne getan hätte. Aber das hole ich in den kommenden Tagen nach.
Ich freue mich jetzt nämlich schon sehr darauf, dass es ab Montag ein wenig ruhiger wird und dass ich mich aufgrund der unterrichtsfreien Zeit komplett auf die Vorbereitung für ein grosses Orchesterprojekt konzentrieren und Mitte April sogar noch ein paar Tage Urlaub geniessen kann.
Ich hatte das Gefühl, kaum eine Seite gelesen zu haben, aber im März ist trotzdem ein schöner Stapel zusammengekommen. Vor allem Unterhaltung und Romantik haben mich auf meinen vielen Zugreisen begleitet. Und wer weiss, vielleicht kann ich im April sogar noch die eine oder andere Seite mehr lesen.
Im März sind übrigens auch einige Bücher hier eingezogen, geliehen Bücher, ein Geschenk, neu gekaufte Bücher und Bücherschrankfunde...da war irgendwie alles dabei. Aber ich freue mich schon darauf, diese neuen Schätze bald für mich zu entdecken und bin schon ganz gespannt darauf, was mich zwischen den vielen Buchdeckeln erwartet.
Zuerst aber blicke ich noch einmal zurück auf meinen buchigen März.
Gelesen und rezensiert im März:
Wichtiges und intensives Buch, das Rassismus und auch den Mut, für sich einzustehen, thematisiert
Wunderschöne Landschaften, grandioser Beginn, tolle Idee, aber zu viel Hin und Her und Missverständnisse
Intensive Themen (TW in der Rezension beachten), Aufwachsen in den 90ern als Frau, wichtig und bewegend
Poetisch und voller Sprachkunst erzählt, ein Gedicht in Buchform, eine Liebeserklärung an die Musik
Auch der 8. Band der Reihe hat mich begeistert und mit liebevoll erzählten Figuren und tollem Plot überzeugt
Leichte Lektüre, süsses Handlung rund um einen Keksladen, eher platte Figuren und vorhersehbar
Schräge konstruierte aber sehr lustige Geschichte, dafür nicht so berührend wie "Der Sommer der Blaubeeren"
Berührender und sehr tragisch-komischer zweiter Teil der Reihe "Alle Toten fliegen hoch"
Alle Rezensionen und Seitenzahlen:
I Capture The Castle - Dodie Smith (abgebrochen nach 40 Seiten)
Zusammenkunft - Natasha Brown (113 Seiten)
21 Tage zum Verlieben - Lia Louis (432 Seiten)
Die schönste Version - Ruth-Maria Thomas (272 Seiten)
Walzer für Niemand - Sophie Hunger (192 Seiten)
Der geheimnisvolle Fall der Braut - Oliver Schlick (304 Seiten)
A Year at Castle Court - Holly Hepburn (496 Seiten)
Mein Glück in deinen Händen - Mary Simses (400 Seiten)
Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war - Joachim Meyerhoff (352 Seiten)
Neuzugänge:
Wut und Liebe - Martin Suter (hat mir eine Freundin geliehen)
Insomnia. Nachtgedanken - Ivo Andrić (Rezensionsexemplar aus dem btb-Verlag)
Die Liebhaber - Anne B. Ragde (neu gekauft)
Die magische Bibliothek der Buks - Nina George und Jens J. Kramer (neu gekauft)
Mini Horror - Barbi Marković (neu gekauft)
Zwei Leben - Ewald Arenz (Bücherschrankfund)
Der geheimnisvolle Fall der Braut - Oliver Schlick (neu gekauft)
Sternflüstern - Paula Carlin (Geschenk von Andrea)
Alle Zahlen in der Übersicht:
Gelesene Bücher: 8
Abgebrochene Bücher: 1
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: Seiten
Bücher von Autorinnen:
Bücher von Autoren:
Autor*innenduos (oder Gruppen):
Geschenkt bekommene Bücher: 1
Ausgeliehen: 1
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 1
Neu gekaufte Bücher: 4
Gebraucht gekaufte Bücher:
Eingesammelte Bücher: 1
Bibliotheksbücher: -
Gesamte Neuzugänge: 8
SuB am Monatsbeginn: 38
Aktueller SuB: 36
Differenz: - 2
Rezension: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war - Joachim Meyerhoff
Reiheninfos "Alle Toten fliegen hoch":
1. Amerika
2. Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
3. Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
4. Die Zweisamkeit der Einzelgänger
5. Hamster im hinteren Stromgebiet
6. Man kann auch in die Höhe fallen
Beschreibung des Verlages:
Ist das normal? Zwischen Hunderten von körperlich und geistig
Behinderten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und
Jugendpsychiatrie aufzuwachsen? Der junge Held in Joachim Meyerhoffs
zweitem Roman kennt es nicht anders – und mag es sogar sehr. Sein Vater
leitet eine Anstalt mit über 1.200 Patienten, verschwindet zu Hause aber
in seinem Lesesessel. Seine Mutter organisiert den Alltag, hadert aber
mit ihrer Rolle. Seine Brüder widmen sich hingebungsvoll ihren Hobbys,
haben für ihn aber nur Häme übrig. Und er selbst tut sich schwer mit den
Buchstaben und wird immer wieder von diesem großen Zorn gepackt.
Glücklich ist er, wenn er auf den Schultern eines glockenschwingenden,
riesenhaften Insassen übers Anstaltsgelände reitet.
Joachim Meyerhoff erzählt liebevoll und komisch von einer
außergewöhnlichen Familie an einem außergewöhnlichen Ort, die
aneinander hängt, aber auseinandergerissen wird. Und von einem Vater,
der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Wer schafft
es sonst, den Vorsatz zum 40. Geburtstag, sich mehr zu bewegen, gleich
mit einer Bänderdehnung zu bezahlen und die teuren Laufschuhe nie wieder
anzuziehen? Oder bei Flaute mit dem Segelboot in Seenot zu geraten und
vorher noch den Sohn über Bord zu werfen?
Am Ende ist es aber wieder der Tod, der den Glutkern
dieses Romans bildet, der Verlust, der nicht wieder gutzumachen ist, die
Sehnsucht, die bleibt – und die Erinnerung, die zum Glück unfassbar
pralle, lebendige und komische Geschichten produziert.
Inhalt:
Joachim ist noch ein Kind, als er seinen ersten Toten sieht und dieses Erlebnis macht ihn kurzzeitig zum Helden seiner Schule. Er wächst inmitten des Geländes einer Kinder- und Jugendpsychiatrie als jüngster Sohn deren Direktors auf. Begegnungen mit Patientinnen und Patienten sind an der Tagesordnung und die Schreie, die er beim Einschlafen aus den Zimmern der Psychiatrie hört, gehören für ihn zur Normalität. Auch seine ihm ganz eigene Wut, die Liebe zum Familienhund und ausgeklügelte Pläne, um seinen Willen auch als jüngstes Kind durchzusetzen, prägen seinen Alltag.
Dieser zweite Band der Reihe erzählt eine Kindheit, die im ersten Band der Reihe bereits vorbei ist und steuert auf eine Tragödie zu, die wir ebenfalls aus dem ersten Band kennen. Es erstaunt also nicht, dass sich der Skurrilität sowie den freudigen, überschwänglichen Erinnerungen zum Trotz eine tiefe Traurigkeit und Melancholie durch den gesamten Roman ziehen.
Meine Meinung:
Eine Kindheit inmitten von körperlich und geistig behinderten Menschen, die sicher keine moderne Pflege erhalten und oft sediert, verwahrlost und vereinsamt in einer Ecke sitzen oder über das Gelände der Psychiatrie streunern, sind für ein mitten in diesem Chaos aufwachsendes Kind ganz sicher ein spannendes Umfeld. Gemeinsam mit unserem Ich-Erzähler erleben wir die komischsten Situationen aus seinem Alltag und seiner Schulzeit und kommen der Dynamik der Beziehung seiner Eltern sowie den aus heutiger Sicht menschenunwürdigen Zuständen der in der Psychiatrie lebenden Menschen auf die Schliche.
Was als eine bunt schillernde, aus dem vollen Leben gegriffene Erzählung beginnt, kippt mehr und mehr ins Melancholische. Verlust und Sehnsucht prägen die Jugend und das frühe Erwachsenenalter unseres Protagonisten und beim Lesen hat auch mich eine grosse Verlorenheit ergriffen. Irgendwie tröstet es mich, dass ich den letzten und versöhnlichen Abschlussband der Reihe bereits gelesen habe und nun freue ich mich um so mehr auf die weiteren Entwicklungen in den nächsten drei Bänden.
Meine Empfehlung:
Auch der zweite Band der Reihe ist ein berührendes, humorvolles und immer wieder überraschendes Meisterwerk der Autofiktion. Was am Ende alles der Wahrheit entspricht ist dabei komplett irrelevant, schliesslich resultiert dabei eine grossartige Geschichte, die mich neugierig gemacht hat auf die weiteren Bände.
Zusätzliche Infos:
Titel: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
Autor: Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar,
aufgewachsen in Schleswig, hat als Schauspieler an verschiedenen
Theatern gespielt, unter anderem am Burgtheater in Wien, am
Schauspielhaus in Hamburg, an der Berliner Schaubühne und den Münchner
Kammerspielen. Dreimal wurde er für seine Arbeit zum Schauspieler des
Jahres gewählt. 2011 begann er mit der Veröffentlichung seines
mehrteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch«. Seine Romane wurden mit
zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Kasseler
Literaturpreis für grotesken Humor.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Erscheinungstermin: 08.01.2015
ISBN: 978-3-462-04681-6
