Beschreibung des Verlages:
»Unmöglicher Abschied« erzählt die Geschichte einer Freundschaft
zwischen zwei Frauen und beleuchtet zugleich ein jahrzehntelang
verschwiegenes Kapitel koreanischer Geschichte
Eines Morgens ruft Inseon ihre Freundin Gyeongha zu sich ins
Krankenhaus von Seoul. Sie hatte einen Unfall und bittet Gyeongha, ihr
Zuhause auf der Insel Jeju aufzusuchen, weil ihr kleiner weißer Vogel
sterben wird, wenn ihn niemand füttert. Als Gyeongha auf der Insel
ankommt, bricht ein Schneesturm herein. Der Weg zu Inseons Haus wird zu
einem Überlebenskampf gegen die Kälte, die mit jedem Schritt mehr in sie
eindringt. Noch ahnt sie nicht, was sie dort erwartet: die verschüttete
Geschichte von Inseons Familie, die eng verbunden ist mit einem lang
verdrängten Kapitel koreanischer Geschichte. Han Kangs neuer Roman ist
eine Hymne an die Freundschaft und das Erinnern, die Geschichte einer
tiefen Liebe im Angesicht unsäglicher Gewalt – und eine Feier des
Lebens, wie zerbrechlich es auch sein mag.
Inhalt:
In der schier unerträglichen Sommerhitze schafft es die Autorin Gyeongha kaum, eine Seite zu schreiben, geschweige denn, das Haus zu verlassen. Sie wird allerdings immer wieder von einem bedrohlichen Traum aufgesucht: in einer verschneiten Landschaft stehen schwarz eingefärbte Baumstämme, die an einen mit Grabsteinen übersäten Friedhof erinnern. Auch Han Kang erwähnte übrigens in einigen Reden und Interviews, dass ein Traum sie zu diesem Buch inspiriert hat.
Gyeongha erwacht aus ihrem trägen Zustand, als es endlich Herbst wird. Ausserdem hat ihre gute Freundin Inseon einen schweren Unfall und bittet sie, auf die Insel Jeju zu reisen, um sich dort um einen kleinen Vogel zu kümmern, der nicht so lange ohne Wasser überleben kann.
Gyeongha geht der Bitte ihrer Freundin nach und ein plötzlicher Schneesturm droht, das Unterfangen scheitern zu lassen. In Inseons Wohnung auf Jeju angekommen, beginnt die Handlung in fiebertraumähnlichen Sequenzen zwischen Realität und Fiktion zu schwanken und rückt dabei ein brutales Kapitel aus Koreas Geschichte ins Zentrum der Erinnerungen der Protagonistinnen.
Meine Meinung:
Auch dieser sprachgewaltige und gekonnt erzählte Roman der Autorin hat mich sehr für sich eingenommen, berührt und zu eigenen Recherchen angeregt. Die teilweise vernichtenden Kritiken ("zu viel Schnee") kann ich dabei überhaupt nicht nachvollziehen. Es stimmt allerdings, dass man sich beim Lesen auf Han Kangs magischen Realismus, Zeitsprünge und überraschende Wendungen und Elemente einlassen muss. Da dies mein fünfter Roman der Autorin ist, ist mir dies aber überhaupt nicht schwergefallen, im Gegenteil; dem heftigen Thema zum Trotz behält Han Kang die ihr typische Leichtigkeit bei und ihre Sätze überzeugen mit grossem handwerklichem Geschick und überwältigender sprachlicher Schönheit. Als Einstieg in ihr Werk empfehle ich das Buch aber nicht. Dafür empfinde ich "Die Vegetarierin" und dann "Menschenwerk" als sehr viel geeigneter.
Schreibstil und Aufbau:
Wie schon in ihrem unglaublich brutalen und aufrüttelnden Roman "Menschenwerk" legt Han Kang auch in "Unmöglicher Abschied" den Schwerpunkt auf ein grauenvolles Kapitel der koreanischen Geschichte und kritisiert dabei vor allem auch die Vertuschungen und den Machtmissbrauch der koreanischen Regierung. Der Schnee in Form von Schneestürmen, Schneeflocken und alle Geräusche verschluckende Schneedecken ist dabei allgegenwärtig und die Handlung besteht aus verschiedenen Ebenen. In der Gegenwart begleiten wir Gyeongha durch den Schnee ins Haus ihrer Freundin, auf der anderen Ebene erzählt Inseon (oder Inseons Geist) von ihren Nachforschungen zu ihrer eigenen Familiengeschichte und somit auch zu den Gräueltaten des Jeju-Massakers von 1948. Bis zum Schluss des Buches bleibt offen, welche in der Gegenwart stattfindenden Ereignisse Traum und welche Realität sind. Das gekonnte Sprachspiel der Autorin lenkt mit der ihr eigenen Leichtigkeit auf genau die historischen Ereignisse, welche ihr wichtig sind und die Rahmenerzählung nutzt sie eben genau als Rahmen, als Teppich und kunstvolle Metapher.
Meine Empfehlung:
"Unmöglicher Abschied" hat es mir angetan, mich berührt, begeistert und neugierig auf weitere Werke der Autorin gemacht. Ich empfehle das Buch vor allem Fans von Han Kang und empfehle "Die Vegetarierin" als Einstieg in ihr Werk.
Weitere Empfehlungen für Bücher der Autorin:
Die Vegetarierin
Menschenwerk
Deine kalten Hände
Griechischstunden
Zusätzliche Infos:
Titel: Unmöglicher Abschied
Originaltitel: 작별하지 않는다 "We do not part"
Autorin: Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und ist die wichtigste
literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr
erster Roman erschien 1994. Für »Die Vegetarierin« wurde sie gemeinsam
mit ihrer Übersetzerin 2016 mit dem Man Booker International Prize
ausgezeichnet, für »Menschenwerk« mit dem renommierten italienischen
Malaparte-Preis. »Weiß« war ebenfalls für den Booker Prize nominiert.
2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur. Sie lebt in Seoul.
Sprache: Deutsch
Aus dem Koreanischen von: Ki-Hyang Lee
Hardcover: 315 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag
Veröffentlichung: 12.08.2026
ISBN: 978-3-7466-4348-9
Rezension: Unmöglicher Abschied
Rezension: Mini Horror
Beschreibung des Verlages:
Mini und Miki sind nicht von hier, aber sie bemühen sich,
dazuzugehören und alles richtig zu machen. Trotzdem werden sie verfolgt
von Gefahren und Monstern, von Katastrophen und Schwierigkeiten. Es geht
um die großen und kleinen Albträume des Mittelstands, um den Horror des
perfekten Familienfrühstücks, um Mobbing am Arbeitsplatz und
gescheiterten Urlaub, um den Abgrund, der sich im Alltag öffnet und
nicht mehr schließen will.
In «Minihorror» setzt Barbi Marković
den Angstarbeiter:innen unserer Gesellschaft ein Denkmal aus Perfidie
und Mitgefühl, bei dessen Lektüre wir uns gleichermaßen ertappt und
verstanden fühlen.
Inhalt:
In zahlreichen kurzweiligen Kapiteln widmet sich Barbi Marković dem ganz alltäglichen Horror, der sich aus scheinbar harmlosen Situationen entwickeln kann. Der Anfang eines jeden Kapitels kommt dabei (meistens) komplett unscheinbar daher und plötzlich kippt die Geschichte und eskaliert zu einer schaurig-skurrilen Erzählung, die Spass macht und dabei auch immer wieder wichtige und uns oft auch nur zu bekannte Themen wie Rassismus, eigene Privilegien, Beziehungen und Familie vor Augen führt.
Meine Meinung:
Schon sehr lange einmal wollte ich ein Buch von Barbi Marković lesen. Nach Anetts begeisterter Rezension zu "Minihorror" habe ich mir das Buch sofort gekauft. Anfangs musste ich mich ein wenig an den eher speziellen Stil gewöhnen, habe dann aber immer mehr Spass empfunden beim Lesen. Besonders gut gefallen hat mir, dass Marković es schafft, aus den banalsten Situationen - wie Familientreffen, Spaziergänge, Katzenbegegnungen - Gedankenspiele zu machen, die plötzlich unheimlich, gruselig und bedrohlich werden. Immer dabei sind ihre Hauptfiguren Mini und Miki, die das Leben mehr oder weniger Seite an Seite verbringen und die Szenarien meistens auch ziemlich lebend aber definitiv nicht immer unversehrt überstehen. Im Anhang hat die Autorin noch weitere Texte und Horrorszenarien mit unterhaltsamen Skizzen versammelt.
Meine Empfehlung:
Von ein wenig schrägen bis komplett verstörenden Szenarien hat Marković einfach alles in ihren Texten versammelt. Der Humor ist dunkelschwarz und jeder Satz ist vom ersten bis zum letzten Wort durchdachte und höchste erzählerische Kunst. Die Kapitel sind kurz und oft auch nachdenklich stimmend.
Auf dieses kurze Büchlein muss man sich einlassen. Und dann sind der Genuss und natürlich der Horror um so grösser.
Zusätzliche Infos:
Titel: Minihorror
Autorin: Barbi Marković, 1980 in Belgrad geboren, studierte
Germanistik und arbeitete zunächst als Lektorin. 2009 erschien ihr Debüt
«Ausgehen», noch als Übersetzung aus dem Serbokroatischen, 2016 dann
der Roman «Superheldinnen», der unter anderem mit dem Förderpreis des
Adelbert-von-Chamisso-Preises ausgezeichnet wurde; fünf Jahre später
folgte «Die verschissene Zeit». Für «Minihorror» erhielt Barbi Marković
den Preis der Leipziger Buchmesse 2024. Im selben Jahr bekam sie den
Carl-Amery-Literaturpreis zugesprochen. Sie lebt in Wien.
Taschenbuch: 192 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungstermin: 13.05.2025
ISBN: 978-3-499-01692-9
Rezension: Tierische Profite
Tierische Profite - Donna Leon
Reiheninfos:
- Venezianisches Finale (1992)
- Endstation Venedig (1993)
- Venezianische Scharade (1994)
- Vendetta (1995)
- Acqua alta (1996)
- Sanft entschlafen (1997)
- Nobiltà (1998)
- In Sachen Signora Brunetti (1999)
- Feine Freunde (2000)
- Das Gesetz der Lagune (2001)
- Die dunkle Stunde der Serenissima (2002)
- Verschwiegene Kanäle (2003)
- Beweise, daß es böse ist (2004)
- Blutige Steine (2005)
- Wie durch ein dunkles Glas (2006)
- Lasset die Kinder zu mir kommen (2007)
- Das Mädchen seiner Träume (2008)
- Schöner Schein (2009)
- Auf Treu und Glauben (2010)
- Reiches Erbe (2011)
- Tierische Profite (2012)
- Das goldene Ei (2013)
- Tod zwischen den Zeilen (2014)
- Endlich mein (2015)
- Ewige Jugend (2016)
- Stille Wasser (2017)
- Heimliche Versuchung (2018)
- Ein Sohn ist uns gegeben (2019)
- Geheime Quellen (2020)
- Flüchtiges Begehren (2021)
- Milde Gaben (2022)
- Wie die Saat, so die Ernte (2023)
- Feuerprobe (2024)
Beschreibung des Verlages:
Ein toter Mann, der von niemandem vermisst wird, weder von den
Venezianern noch von Touristen. Und ein teurer Lederschuh am Fuß dieser
Leiche. Brunetti muss all seine Menschenkenntnis aufbieten und sein
ganzes Kombinationstalent, um diesen Fall zu lösen, der ihn bis aufs
Festland nach Mestre führt.
Inhalt:
Nicht nur von seiner mittlerweile fast komplett vegetarisch lebenden Tochter, auch von seiner Arbeit wird dem empathischen Kommissar Brunetti der Fleischkonsum immer madiger gemacht. Sein aktuellster Fall führt ihn nämlich in verschiedene Tierarztpraxen und einen Schlachthof in Mestre. Vor allem letzterer hinterlässt bleibende Eindrücke und obwohl schnell klar wird, womit es Brunetti in diesem Fall zu tun haben könnte, tauchen doch bis zum Schluss noch neue Entdeckungen und Zusammenhänge auf.
Meine Meinung:
Dieser Roman ist nichts für schwache Nerven und doch finde ich es um so wichtiger, dass Menschen, welche Fleisch und/oder tierische Produkte konsumieren, sich mit der Haltung und Schlachtung von Tieren auseinandersetzen. Und auch wenn zu hoffen bleibt, dass nicht auf allen Schlachthöfen so fürchterliche Zustände herrschen, wie in Mestre in diesem Krimi, so bleibt die industrielle Tötung von Tieren doch ein schmutziges Geschäft. Schmutzig geht es aber auch innerhalb der Leitung des Schlachthofes zu und nach einem Leichenfund, der Brunetti zuerst vor einige Rätsel stellt, muss der Kommissar immer tiefer in Machenschaften herumwühlen, deren Wurzeln bis ganz nach oben reichen. Also genau so, wie wir es uns von einem richtigen Brunetti-Krimi erhoffen. Gegessen und das eine oder andere Gläschen Prosecco und Wein getrunken wird ebenfalls, Patta wütet wieder und sogar Paola Brunetti ist in einen eigenen beruflichen Feldzug involviert, sodass es definitiv niemandem langweilig wird, weder den Figuren, noch uns Lesenden.
Am Ende des Buches hatte ich übrigens einfach nur Mitleid. Mit dem menschlichen und den tierischen Opfern des Romans und generell mit den Opfern von Systemen, welche von einer kleinen Gruppe von skrupellosen, von Gier getriebenen Menschen gesteuert werden, um andere auszubeuten und zu unterdrücken.
Meine Empfehlung:
Auch dieser packende, nachdenklich stimmende Roman hat mich überzeugt und ich freue mich schon sehr auf einen weiteren Brunetti-Krimi. Zum Glück habe ich noch etwas mehr als zehn weitere Bände vor mir.
Zusätzliche Infos:
Titel: Tierische Profite
Originaltitel: Beastly Things
Autorin: Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, arbeitete als Reiseleiterin in
Rom und als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin und Dozentin im
Iran, in China und Saudi-Arabien. Die ›Brunetti‹-Romane machten sie
weltberühmt. Donna Leon lebte viele Jahre in Italien und wohnt heute in
der Schweiz. In Venedig ist sie nach wie vor häufig zu Gast.
Sprache: Deutsch
Aus dem amerikanischen Englisch von: Werner Schmitz
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Diogenes
Erscheinungsdatum: 29. Oktober 2014
ISBN: 978-3-257-24302-4
Rezension: Kleine Monster
Kleine Monster - Jessica Lind
Beschreibung des Verlages:
Pia und Jakob sitzen im Klassenzimmer der 2B, ihnen gegenüber die
Lehrerin ihres Sohnes. Es habe einen Vorfall gegeben, mit einem Mädchen.
Pia kann zunächst nicht glauben, was ihrem siebenjährigen Kind da
vorgeworfen wird. Denn Luca ist ein guter Junge, klug und sensibel. Doch
während Jakob von Lucas Unschuld überzeugt ist, beginnt Pia zu
zweifeln. Sie kennt die Abgründe, die auch in Kindern schlummern, das
Misstrauen der anderen erinnert sie an ihre eigene Kindheit. Sie lässt
ihren Sohn nicht mehr aus den Augen und sieht einen Menschen, der ihr
von Tag zu Tag fremder wird. Bei dem Versuch, ihre Familie zu schützen,
wird Pia schließlich mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.
Inhalt:
Die ich-Erzählerin Pia ist mit zwei Schwestern aufgewachsen und hatte eine glückliche Kindheit, bis ein Drama die Familie erschütterte. Einige unangenehme Charakterzüge ihrer Schwester Romi glaubt Pia nun auch in ihrem siebenjährigen Sohn Luca zu erkennen. Nach einem Vorfall in der Schule, bei dem zuerst Luca und dann seine ganze Familie unter Verdacht geraten, beginnt Pia an ihrem Sohn zu zweifeln. Durch die Unstimmigkeiten werden Keile zwischen Pia und ihren Mann Jakob getrieben und die traumatischen Ereignisse aus Pias Kindheit rücken wieder in den Vordergrund.
Meine Meinung:
Das Buch habe ich von der lieben Irene bekommen und übrigens hat auch Martina ganz eine tolle Rezension dazu geschrieben. "Kleine Monster" stand auf meiner Wunschliste, seit es bei seinem Erscheinen so einen grossen Hype ausgelöst hat. Ohne zu wissen, worauf genau ich mich einlassen würde, habe ich dieses Buch aufgeschlagen und war von Anfang an begeistert. Besonders gut gefallen hat mir die unterschwellige und nicht wirklich fassbare bedrohliche Grundstimmung, die sich durch den ganzen Roman zieht.
Auch war ich sehr angetan von der Themenwahl. Jessica Lind verknüpft geschickt das Thema Mutterschaft/Elternschaft mit einer tragischen Familiengeschichte und den Dynamiken, die innerhalb von Familien plötzlich ein Eingenleben entwickeln und dabei menschliche Abgründe offenbaren können.
Schreibstil und Aufbau:
Alles beginnt mit einem Gespräch an Lucas Schule. Pia und Jakob werden mit einer Tat konfrontiert, die Luca laut Aussage einer Mitschülerin verübt haben soll. Pia beginnt sofort, an ihrem Sohn zu zweifeln, während Jakob Luca vertraut. Beim Lesen sind wir direkt mitten im Geschehen und können dabei vor allem Pias Gedankengängen folgen. Nach und nach erfahren wir durch Rückblenden in ihre Kindheit und Jugend, weshalb sie an ihrem Sohn zweifelt und die Frage, wer jetzt nun eigentlich das Monster ist, oder wie wir alle für andere Menschen zu Monstern werden können, treibt uns bis zum Schluss des Buches um. Ein Hinweis für alle, die nicht gerne mit Leerstellen und offenen Enden konfrontiert sind: das Buch ist ein eher loses Geflecht von Szenen, die immer enger zusammenfinden und das Ende bleibt sehr offen. Mir persönlich hat dies gut gefallen, weil es damit zur spannenden, bedrohlichen Atmosphäre passt. Ich kann aber verstehen, wenn das nicht für alle aufgeht.
Meine Empfehlung:
Das Buch hat mich überrascht und gefesselt, mich nachdenken und immer wieder neue Blickwinkel auf die Geschehnisse entdecken lassen. Ich empfehle euch "Kleine Monster" deshalb sehr gerne.
Zusätzliche Infos:
Titel: Kleine Monster
Autorin: Jessica Lind wurde 1988 in St. Pölten, Österreich, geboren und lebt
heute mit ihrer Familie als Drehbuchautorin und Schriftstellerin in
Wien. Sie studierte an der Filmakademie Wien und schrieb u. a. mit der
Regisseurin Magdalena Lauritsch den Film »Rubikon«. 2015 gewann sie mit
der Erzählung »Mama« den open mike, woraus ihr gleichnamiger Debütroman
hervorging. Ihr zweiter Roman, »Kleine Monster«, ist 2024 erschienen und
war für den Österreichischen Buchpreis nominiert.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch, Broschur: 256 Seiten
Verlag: Blessing
Erschienen am: 21.01.2026
ISBN: 978-3-89667-000-7
Lese-Statistik Juli 2026
Der Juli hat mit einem Highlight begonnen, einem Jahres-, ja Lebenshighlight: meine beste Freundin hat einen Sohn geboren und mich zur stolzesten Patentante der Welt gemacht!!!
Einige Tage später hat allerdings ein Todesfall unsere Familie erschüttert und einfach einmal mehr aufgezeigt, wie nahe Freud und Leid beisammenliegen. In der gleichen Woche das grösste Glück zu erleben, mein Patenkind zum ersten Mal im Arm zu halten, und wenige Tage später eine sehr traurige Beerdigung besuchen zu müssen, hatte ich definitiv nicht auf dem Zettel für 2026. Aber ich bin meinem Vergangenheits-Ich so dankbar, dass wir ausgerechnet für diesen Sommer keine Reisen geplant haben.
Auch hatte ich mit dem Abschluss des vergangenen Schuljahres und dem Planen des neuen Schuljahres sehr viel mehr zu tun und auch sehr viel mehr Mühe als die Jahre davor. Nicht nur haben die Stundenpläne mir den letzten Nerv geraubt, ich habe auch begonnen, für die kommenden Jahre (wenn alles klappt, wie geplant) ein neues Planungs- und ein neues Ordnungssystem zu etablieren und das war sehr herausfordernd, zehrend und zäh, wird mir aber in Zukunft (auch hier wieder "wenn alles klappt, wie geplant") enorm viel Arbeit ersparen.
Als dies alles endlich geschafft und überstanden war, standen wirklich ruhige Tage an. Lange Spaziergänge, entspanntes Üben für viele tolle Herbstkonzerte, letzte Vorbereitungen an den Musikschulen, gemütliches Grillen/Kaffeetrinken/Essen mit Herzensmenschen und ganz viel Babykuscheln standen an. Und nachdem ich zu Beginn des Monats - logischerweise - auch weder Energie noch Lust zum (langen) Lesen hatte, war die zweite Monatshälfte dann mit um so mehr Geschichten gefüllt. Bücher, die ich noch aus dem Juni mitgenommen hatte, konnte ich endlich beenden und ich habe so viele Stunden lesend (und mit Eiskaffee) auf unserem blühenden Balkon oder an einem anderen Schattenplatz verbracht, dass ich auch wieder neue Energie tanken konnte. Die Hitze und vor allem die extreme Dürre sind nämlich nach wie vor eine grosse Qual für die Natur und für mich; der Juli ist bereits der dritte Monat in Folge ohne nennenswerten Regen und mit Temperaturen von fast durchgehend über 30 Grad, aber ich versuche krampfhaft, mich mit dem Jammern zurückzuhalten und mich einfach um so mehr auf den Herbst zu freuen.
Ihr seht, der Juli war eine (emotionale) Achterbahnfahrt, ich habe aber auch extrem viel für mich geschafft und gelernt und einige einfach nur perfekte Momente voller Liebe, Gemeinschaft, Beistand und Freundschaft erleben dürfen. Auch haben vor allem in der zweiten Monatshälfte sehr unterschiedliche Bücher dafür gesorgt, dass ich im grossen Stile ganz unterschiedliche Dinge erleben, erlesen, erfahren und mich auch einfach unterhalten lassen durfte.
Jetzt geniesse ich noch ein letztes einigermassen ruhiges Wochenende und versuche, ab Montag wieder in meinen Arbeitsrhythmus zurückzufinden. Am 6.8. habe ich nämlich bereits die erste grosse Eröffnungskonferenz und am 10.8. startet dann schon nächste Schuljahr und ich freue mich schon sehr auf ganz viele tolle Konzerte, Projekte und natürlich darauf, meine Schülerinnen wieder zu sehen.
Gelesen im Juli:
2. Band der Himmelsee-Reihe: Meerliebe, Bücherliebe, Blaubeerenliebe und gute Unterhaltung
Beeindruckender, magischer, fesselnder Reihenauftakt, Jugendbuch, das auch Erwachsene packt
Sehr träger aber im letzten Drittel berührender Roman, grandios beschriebenes Landleben
Aneinandergereihte Plattitüden und halbgare Metaphern....Buchclubbuch und nur deshalb nicht abgebrochen
Solider 2. Band der Buks-Reihe, nicht ganz so kritisch und packend, wie der erste Band, trotzdem gut gemacht
Langsam und liebevoll erzählter Roman, Trauer, Verlust, Verzeihen und ganz viel Freundschaft
Der bisher schwächste Band der Hamburg-Reihe, mindestens 100 Seiten zu lang, trotzdem unterhaltsam
Alle Zahlen und Rezensionen:
Himmelsee. Wo der Wind von Liebe erzählt - Tanja Janz (336 Seiten)
Nevermoor. The Trials of Morrigan Crow - Jessica Townsend (512 Seiten)
Zwei Leben - Ewald Arenz (368 Seiten)
25 letzte Sommer - Stephan Schäfer (176 Seiten)
Die magische Bibliothek der Buks. Das verfluchte Medaillon - Nina George und Jens J. Kramer (384 Seiten)
Sternflüstern. Die Geschichte eines Neuanfangs - Paula Carlin (288 Seiten)
Wenn's einfach wär, würd's jeder machen - Petra Hülsmann (576 Seiten)
Neuzugänge:
- Die magische Bibliothek der Buks. Das verfluchte Medaillon - Nina George und Jens J. Kramer (neu gekauft)
- 25 letzte Sommer - (Bibliotheksbuch)
- Mörderischer Freitag - Nicci French (Frieda Klein 5, gebraucht gekauft)
- Böser Samstag - Nicci French (Frieda Klein 6, gebraucht gekauft)
- Blutroter Sonntag - Nicci French (Frieda Klein 7, gebraucht gekauft)
- Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen - Aimee Bender (gebraucht gekauft)
- Heult leise, Habibis! - Sined el Masrar (gebraucht gekauft)
Alle Zahlen in der Übersicht:
Gelesene Bücher: 7
Abgebrochene Bücher: -
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 2'640 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 85.16 Seiten
Bücher von Autorinnen: 4
Bücher von Autoren: 2
Autor*innenduos (oder Gruppen): 1
Geschenkt bekommene Bücher: -
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: -
Neu gekaufte Bücher: 1
Gebraucht gekaufte Bücher: 5
Eingesammelte Bücher: -
Bibliotheksbücher: 1
Gesamte Neuzugänge: 7
SuB am Monatsbeginn: 33
Aktueller SuB: 33
Differenz: -
