Lese-Statistik Juni 2024

Hallo ihr Lieben

Der Juni ist auch schon wieder Geschichte und ich stecke mitten in einer intensiven letzten Schulwoche voller Abschlusskonzerte, Verabschiedungen und Stundenplanung, bevor ich mich dann in der unterrichtsfreien Zeit um die Jahresplanung, die Vorbereitung des kommenden Schuljahres sowie einige ganz tolle Projekte im Herbst und Winter kümmern darf. Der Juni ist gegen Ende noch unterwartet turbulent geworden, ich bin für eine Kollegin eingesprungen und habe zwei Konzerte für sie gespielt. Ausserdem hatte ich (und habe ich immer noch) einige organisatorische Hürden zu bewältigen. Bis Ende Woche sollte sich dann aber hoffentlich alles irgendwie in Wohlgefallen aufgelöst haben.
Ich habe im Juni ein gemütliches Lese-Miteinander veranstaltet, im ganzen Monat fünf Bücher gelesen und drei Bücher gekauft, viele Fussballspiele gesehen und das durchwachsene Wetter genossen. Ja, die Hitze liegt mir nicht, ja, das ist kein Geheimnis, ja, ich bin dankbar, dass wir von schlimmen Unwettern verschont worden sind, ja, ich liebe den Regen.

Gelesen im Juni:

Überraschend berührendes und tiefgründiges Buch mit einem vorwitzigen Kater in der Hauptrolle


Eine alte Dame mit einem eigenwilligen Sinn für Gerechtigkeit, einige Kurzgeschichten und viel Humor


Unglaublich berührendes Highlight voller Liebe, Schmerz und grandiosen Naturschilderungen


Intelligent aufgebauter aber langsam erzählter erster Band einer Dilogie, ich freue mich auf die Fortsetzung


Schöne Idee, tolle Beschreibungen und sympathische Figuren, leider bleiben die Emotionen auf der Strecke


Alle Rezensionen:

Frankie - Jochen Gutsch und Maxim Leo   (192 Seiten)
Morden mit Maud - Helene Tursten   (208 Seiten)
Zugvögel - Charlotte McConaghy   (400 Seiten)
Kaiserwald - Anja Jonuleit   (400 Seiten)
Wo ich dich finde - Amanda Brooke   (448 Seiten)


Neuzugänge:

Im Juni habe ich mir zwei Bücher gekauft, die schon lange auf meiner Wunschliste standen und von denen ich weiss, dass sie mir schöne, erholsame und spannende Lesestunden bescheren. Genau das also, was ich in dieser immer noch turbulenten Zeit brauche. Zusätzlich ist "Once There Were Wolves" nach meiner Begeisterung für "Zugvögel" spontan in den Warenkorb gehüpft.
Das Lügenhaus - Anne B. Ragde (Das Lügenhaus 1)
Fallensteller - Saša Stanišić
Once There Were Wolves - Charlotte McConaghy (Englisch)


Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 5
Abgebrochene Bücher: -
Aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 1'648 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 54.93 Seiten
Bücher von Autorinnen: 4
Bücher von Autoren: 1
Autor*innenduos (oder Gruppen): -
Geschenkt bekommene Bücher: -
Ausgeliehen: 1
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: -
Gekaufte Bücher: 3
Eingesammelte Bücher: -
Bibliotheksbücher: -
Gesamte Neuzugänge: 3
SuB am Monatsbeginn:
69 (+1)
Aktueller SuB: 68
Differenz: - 2

Rezension: Wo ich dich finde

Wo ich dich finde - Amanda Brooke

Klappentext:

Maggie ist blind – und wann immer ihr die Welt zu laut und chaotisch wird, zieht sie sich auf ihre Lieblingsparkbank zurück. Doch in letzter Zeit hängt sie dort vor allem ihren eigenen widersprüchlichen Gedanken nach. Denn sie erwartet ein Kind, und nun nagen Zweifel an der eigentlich so selbstbewussten Frau. Eines Tages lernt sie Elsa kennen, die behauptet, ebenfalls schwanger zu sein. Aber Elsa ist eine alte Frau! Maggie beschließt herauszufinden, welches Geheimnis hinter Elsas Geschichte steckt. Und tritt damit eine Reise in die Vergangenheit an, an deren Ende ein kleines Wunder steht. Ein Wunder, das nicht nur Elsa ihren Frieden, sondern auch Maggie neue Zuversicht schenken wird.

Inhalt:
Nach dem Verlust ihrer Mutter verbringt Maggie viel Zeit auf ihrer Lieblingsbank im Park vor ihrer Haustür. Dort erinnert sie sich, denkt nach und führt innere Zwiegespräche mit ihrer Mutter. Und dort begegnet sie auch Elsa, die voller Überraschungen steckt und Maggie von ihrer Schwangerschaft und ihrer grossen Liebe erzählt. Maggie ist selber schwanger und zudem blind und erkennt deshalb anfangs nicht, dass Elsa eigentlich über achtzig ist und Hilfe dabei braucht, ein grosses Geheimnis aus der Vergangenheit zu lüften.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich anfangs sehr gefesselt, die Geschichte entwickelt sich nämlich eher überraschend und die Figuren - allen voran die Protagonistin Maggie und natürlich ihr Blindenführhund Harvey - habe ich sofort ins Herz geschlossen (respektive im Falle von Maggies Schwiegermutter leidenschaftlich verabscheut). Vor allem am Anfang erfahren wir viel über Maggies Alltag mit ihrer Behinderung und dürfen einiges über ihre Arbeit, ihr Leben, ihre Beziehung und ihre Sorgen und Ängste erfahren. Dann aber, wenn es eigentlich spannend und dramatisch werden sollte, plätschert die Geschiche immer langsamer dahin und es kommen leider kaum Emotionen auf, obwohl die Autorin einige sehr belastende und schwierige Themen in ihre Geschichte einbaut. Dies geschieht mit viel Respekt und eigentlich auch gekonnt, bleibt aber sehr distanziert, was natürlich schade ist.

Fazit:

Dieses Buch hat mich stets im Zug begleitet und ich wollte ja in dieser intensiven Woche auch leichte Lektüre lesen, nur leider war mir diese Geschichte dann doch zu oberflächlich erzählt, wenn auch die Grundidee und die Auflösung am Ende mir sehr gut gefallen haben. Ein Buch für Zeiten, in denen man sich nicht auf komplexe Geschichten einlassen möchte, mehr aber leider nicht. Weitere Bücher der Autorin würde ich aber bei Gelegenheit trotzdem lesen, weil mir ihre Ideen und Beschreibungen sehr gut gefallen haben.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Wo ich dich finde
Originaltitel: Where I Found You
Autorin:
Amanda Brooke lebt mit ihrer Tochter in Liverpool, England. Der Ursprung ihrer Schriftstellerkarriere liegt in einer persönlichen Tragödie: Als bei ihrem kleinen Sohn Krebs diagnostiziert wurde und er schließlich mit nur drei Jahren starb, stand für Amanda Brooke fest, dass diese schmerzliche Erfahrung eine Quelle der Inspiration, nicht der Verzweiflung, sein sollte. So erzählt sie in ihren Romanen berührende, aufrichtige Geschichten von der Liebe, dem Leben und der Kraft der Hoffnung, die stärker ist als der Tod (Quelle: Verlag / vlb)
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Karin Diemerling
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Goldmann
Ersterscheinung: 14.03.2016
ISBN: 9783442483754

Rezension: Kaiserwald

Dieses Rezensionsexemplar (erschienen im Penguin Verlag) hat mir die Autorin zusenden lassen.

Kaiserwald - Anja Jonuleit

Beschreibung des Verlages:
Eine Suche. Eine Liebe. Ein Verbrechen.
»Deine Mutter ist verschwunden.« Eine Abfolge von Gefühlen zog über sein Gesicht: Ungläubigkeit, Entsetzen und schließlich diese Angst, die nun in der Welt war wie ein Geist, den man aus der Flasche gelassen hat.
Riga, Ostern 1998. Rebecca Maywald verschwindet spurlos. Sie hinterlässt eine achtjährige Tochter. Viele Jahre später setzt ein anonymer Brief Ereignisse in Gang, die das Leben zweier Familien für immer verändern sollen.
Berlin, 2023. Mathilda, Ex-Gebirgsjägerin, provoziert einen Autounfall, um mit Falk von Prokhoff, dem Sohn einer angesehenen Diplomatenfamilie, in Kontakt zu kommen. Der Grund bleibt zunächst unklar. Womit sie nicht gerechnet hat: Dass sie sich in ihn verliebt. Ein gefährliches Spiel um falsche Identitäten, unentdeckte Verbrechen und dubiose Machenschaften der Familienstiftung »Drei Linden« beginnt

Inhalt:
Riga 1997: Rebecca, Allgäu 1998: Penelope, Berlin 2023: Mathilda. Drei Erzählperspektiven, drei Regionen und Schicksale, die enger verbunden sind, als der erste Eindruck vermuten lässt. Im Jahr 1997 verschwindet die Lehrerin Rebecca Maywald spurlos, ihre Tochter Penelope erlebt dieses Verschwinden und die Reaktionen darauf besonders intensiv. Über 20 Jahre später begleiten wir die ehemalige Berufssoldatin Mathilda durch ihren Alltag in Berlin. Sie befindet sich auf einer geheimnisvollen Mission, während der sie ihre Gefühle plötzlich nicht mehr unter Kontrolle hat.

Meine Meinung:
Sicher habt ihr bereits meine begeisterte Rezension zum Buch "Das Nachtfräuleinspiel" der Autorin Anja Jonuleit gesehen. Dieses Buch durfte ich mir auswählen und Jonuleit hat mir zusätzlich auch noch ihren neuesten Roman "Kaiserwald", den ersten Teil einer Dilogie, zukommen lassen. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht und so stand ich dem nicht angefragten Buch zuerst ein wenig skeptisch gegenüber, war ich mir doch aufgrund der Beschreibung nicht sicher, ob es mir zusagen würde. Die liebe Martina vom Blog Martinas Buchwelten hat aber meine Zweifel zerstreut und mich mit ihrer sehr positiven Rezension neugierig gemacht auf diese Geschichte.
Anfangs hatte ich sehr grosse Mühe, ins Buch zu kommen, was nicht an der komplex aufgebauten Geschichte und den drei Erzählperspektiven sondern am verzettelten Schreibstil lag, der leider sehr unausgereift wirkte. Doch nach ca. 50 Seiten stieg die Qualität merklich, ich erkannte Jonuleits Sprache wieder und war gefesselt von der Handlung, die laaaangsam Tempo aufnimmt und trotz vorhersehbaren Entwicklungen auch einige Überraschungen bereithält.
Vor allem am Anfang dieses eher anspruchsvollen Romans lohnt es sich, stets gut bei der Sache zu sein. Dann aber sind die in unterschiedlicher Schrift und stets mit dem Namen der Protagonistin überschriebenen Kapitel/Erzählperspektiven (abgesehen von einem Fehler, der dem Verlag unterlaufen ist) gut zu unterscheiden. Die immer spannendere Geschichte endet sehr offen, der zweite und abschliessende Teil erscheint aber bereits im Oktober 2024.

Meine Empfehlung:
Nach anfänglicher Skepsis war ich nach 50 Seiten überzeugt und kann nun den zweiten und abschliessenden Teil der Reihe gar nicht mehr erwarten. Jonuleit baut ihre Geschichten sehr geschickt und klug auf und sorgt immer wieder für überraschende Wendungen. Von mir gibt es eine Empfehlung für den Auftakt dieser Dilogie.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Kaiserwald
Autorin: Anja Jonuleit, 1965 in Bonn geboren und am Bodensee aufgewachsen, arbeitete einige Jahre für die Deutsche Botschaft in Rom. Nach einer Abordnung an die Botschaft Damaskus studierte sie am Sprachen- und Dolmetscherinstitut in München Italienisch und Englisch. Zurück am Bodensee machte sie sich als Übersetzerin und Gerichtsdolmetscherin selbstständig, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre seit 2007 erscheinenden Romane erreichen eine große Leserschaft und stehen regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Behutsam und kenntnisreich nimmt sie sich der großen Stoffe unserer Zeit an. Sie erzählt von dysfunktionalen Familien und Beziehungen, von lebensfeindlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und von Bedrohungen, in denen es schwer ist, sich selbst und andere zu beschützen. Ihren Romanen – darunter »Herbstvergessene«, »Der Apfelsammler«, »Rabenfrauen« und »Das letzte Bild« – folgt mit ihrer Dilogie »Kaiserwald« (Frühjahr 2024) und »Sonnenwende« (Herbst 2024) ein breit angelegtes Familiendrama.
Sprache: Deutsch
Paperback, Klappenbroschur: 400 Seiten
Verlag: Penguin
Erschienen am: 28. Februar 2024
ISBN: 978-3-328-60333-7

Rezension: Zugvögel

Zugvögel - Charlotte McConaghy

Beschreibung des Verlages:

Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Vögel zu verschwinden beginnen, beschließt die Ornithologin den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Auf einem der letzten Fischerboote macht sie sich auf den Weg in die Antarktis. Schutzlos ist die junge Frau den Naturgewalten des Atlantiks ausgeliefert, allein die Vögel sind ihr Kompass. Doch wohin die Tiere sie auch führen, ihrer Vergangenheit kann Franny nicht entfliehen. Schon bald wird die Reise zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer.
Eine Ode an die bedrohten Geschöpfe dieser Erde. Eine Geschichte über die Wege, die wir gehen für die Menschen, die wir lieben. Und sei es bis zum äußersten Rand der Welt.

Inhalt:
Das Artensterben schreitet voran, es gibt immer weniger Vögel und die Ornithologin Franny tritt an Bord eines Fischkutters eine gefährliche Reise an. Nicht nur muss sie sich gegen das Misstrauen der Besatzung und des Kapitäns behaupten, auch möchte sie den letzten Küstenseeschwalben folgen. Diese kleinen aber zähen Vögel, welche jedes Jahr den Weg von der Arktis zur Antarktis zurücklegen, sollen ihr nämlich dabei helfen, eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.
Unterwegs muss sich Franny ihrer eigenen Vergangenheit stellen, muss in lebensbedrohlichen Sturmnächten ihren grössten Ängsten ins Gesicht schauen und Erinnerungen zulassen, welche sie über Jahre hinweg verdrängt hat.

Meine Meinung:
Gemeinsam mit Martina vom Blog Martinas Buchwelten habe ich dieses Buch gelesen. Es stand seit seinem Erscheinen auf meiner Wunschliste und ich bin froh, es in der Bibliothek gefunden und für mich entdeckt zu haben. Von Anfang an habe ich mich sehr stark mit der Protagonistin identifizieren können. Ihre bedingungslose Hingabe zum Meer, ihrer grossen Liebe und den letzten Vögeln der Welt, ihre Härte und zugleich auch ihre Verletzlichkeit haben mich sofort für sie eingenommen.

Schreibstil und Aufbau:
Tief beeindruckt war ich von den Beschreibungen der Natur und der Wildheit des Meeres, ich habe das Salu auf meiner Haut gespürt und mich mit Franny in die Wellen gestürzt.
Schon nach den ersten hundert Seiten habe ich einige Tränen geweint und im weiteren Verlauf der Geschichte hat mir dieses Buch das Herz gebrochen. Frannys Schmerz, ihre Liebe, ihre Verzweiflung und ihr Mut waren so bewegend beschrieben, dass alle Dämme brachen. Selten habe ich mich einer Figur so verbunden gefühlt, selten hat mich eine Handlung so tief berührt. Franny ist alles Unrecht dieser Welt geschehen, sie kämpft auf verlorenem Posten um eine aussterbende Tierart, sie will immer noch nicht verstehen, was mit ihrer Familie geschehen ist und trotzdem gibt sie nie auf. Aller Tragik zum Trotz verströmte das Ende sogar ein kleines Bisschen Hoffnung und es wird sicher nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein.

Meine Empfehlung:
Ihr liebt die Natur und ihre Geschöpfe und möchtet euch auf ein einzigartiges Abenteuer auf hoher See einlassen, seid aber auch bereit, euch dabei das Herz brechen zu lassen? Dieses Buch ist für euch! Lest es unbedingt.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Zugvögel
Originaltitel: Migrations
Autorin: Charlotte McConaghy, Jahrgang 1988, hat irisch-schottische Wurzeln und wuchs in Australien auf. Ihre Passion für die Natur und Tierwelt und ihre Erschütterung über die Auswirkungen des Klimawandels inspirierten sie zu »Zugvögel«, ihrem literarischen Debütroman, mit dem sie den internationalen Durchbruch erreichte. Sie hat einen Abschluss als Drehbuchautorin der Australian Film Television and Radio School. McConaghy lebt heute in Sydney.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Tanja Handels
Fester Einband: 400 Seiten
Verlag: S. Fischer Verlag
Erscheinungsdatum: 26.08.2020 (4. Auflage)
IBAN: 978-3-10-397470-6

Kurzrezension: Morden mit Maud

Morden mit Maud - Helene Tursten

Beschreibund des Verlages:
Sie geht auf die Neunzig zu, und niemand ist vor ihr sicher – »Helene Tursten macht süchtig.« ZDF
Mord ist ihr ganz persönliches Hobby: Fünf neue, spannende und unterhaltsame Geschichten rund um die fast 90-jährige Maud, die in Göteborg in einer mittlerweile museumsgleichen Altbauwohnung lebt, immer noch gern Fernreisen unternimmt und einige Leichen im Keller hat. Wir erfahren vom unglücklichen Tod ihrer Schwester, dem Ableben des unfähigen, egoistischen Sohnes einer Nachbarin; zudem berichtet Maud über prägende Ereignisse in ihrem Leben. Es stellt sich heraus, dass sie bereits in jungen Jahren mit allen Wassern gewaschen war. Zuletzt bricht Maud zu einer langen, ereignisreichen Reise nach Südfrika auf.

Inhalt:
Dieser lose an die Kurzgeschichtensammlung "Alter schützt vor Morden nicht" anschliessende Erzählband lässt die neunundachtzigjährige Schwedin Maud in sechs aufeinander aufbauenden Geschichten auf ihr bewegtes Leben zurückblicken. Schnell wird klar, dass unsere Protagonistin zwar alt, aber noch lange nicht senil ist. Vielmehr nimmt sie ihr Leben (und das Leben und Sterben anderer Menschen manchmal auch) selbst in die Hand und reist im abschliessenden und längsten Text nach Südafrika, wo sie ein wenig zufällig und unfreiwillig in eine Ermittlung gerät, mit der sie ausnahmsweise einmal (fast) nichts zu tun hat.

Meine Meinung:
Auch dieses Buch habe ich von der lieber Irene vom Blog Igelabooks erhalten und mit sehr viel Vergnügen gelesen. Es ist definitiv ein ganz aussergewöhnlicher Krimi mit einer sympathischen Protagonistin, die es faustdick hinter den Ohren hat. Und ja, auch wenn Maud immer mal wieder ein Verbrechen begeht, so tut sie dies doch immer irgendwie einem ganz strengen moralischen Kompass folgend.
Den ersten Band - von dem ich lange gar nichts wuste - habe ich nicht gelesen, das ist aber sicher auch gar nicht nötig, da darin wohl nicht nur Geschichten mit Maud, sondern auch mit anderen Figuren vorkommen. Ich habe ihn mir aber bereits auf die Wunschliste gepackt, da ich die kurzweilig erzählende Sprache von Helene Tursten sowie ihre genau beobachtenden Beschreibungen - unter anderem der Landschaft und Tierwelt Südafrikas - sehr mochte.

Meine Empfehlung:
Dieser Krimi ist wirklich einmal ganz etwas anderes und die unterhaltsamen und teilweise auch spannenden und kritischen Geschichten lassen sich sehr gut nebenher lesen. Von mir gibt es eine herzliche Empfehlung, ich werde auf jeden Fall weitere Bücher der Autorin lesen.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Morden mit Maud
Originaltitel: ÄLDRE DAM MED MÖRKA HEMLIGHETER
Autorin: Helene Tursten, geboren 1954 in Göteborg, ist eine der beliebtesten schwedischen Kriminalautorinnen. Ihre Serie um die Göteborger Kriminalinspektorin Irene Huss hat nicht nur viele Fans, sondern wurde auch erfolgreich verfilmt. Neben neuen Fällen für die junge Polizistin Embla Nyström veröffentlicht Helene Tursten auch sehr erfolgreich Bände mit Krimigeschichten.
Sprache: Deutsch
Aus dem Schwedischen von: Antje Rieck-Blankenburg
Taschenbuch, Broschur: 208 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erschienen am: 13. Dezember 2023
ISBN: 978-3-442-77208-7