Heute startet die Leserunde zum Buch "Die Unbändigen" von Emilia Hart, das ich gemeinsam mit Melli vom Blog Mellis Buchleben lesen möchte. Bereits angeschlossen hat sich uns Julia. Wer Zeit und Lust hat, darf gerne ebenfalls mitlesen. Ein verspätetes Einsteigen ist natürlich immer möglich und falls ihr das Buch bereits gelesen habt, dürft ihr euch natürlich auch beteiligen und/oder den Link zu eurer Rezension in die Kommentare packen.
Gestartet
wird heute, am Montag, 1.6.26, und alle lesen in ihrem Tempo. Unter diesem Post könnt ihr eure liebsten Buchzitate, allgemeine Gedanken zum Buch (ohne Spoiler)
und dann natürlich auch noch eure Überlegungen zu den einzelnen
Abschnitten (mit Spoiler) sowie den Link zu eurer Rezension kommentieren.
Die Abschnitte haben wir folgendermassen geplant:
1. Teil: Anfang bis und mit Kapitel 10 (S. 80)
2. Teil: Kapitel 11 bis und mit Kapitel 19 (S. 159)
3. Teil: Kapitel 20 bis und mit Kapitel 25 (S. 217)
4. Teil: Kapitel 26 bis und mit Kapitel 32 (S. 271)
5. Teil: Kapitel 33 bis und mit Kapitel 41 (S. 343)
6. Teil: Kapitel 34 bis Schluss
Falls ihr selber einen Beitrag tippt, könnt ihr ihn ebenfalls unter diesem Post verlinken und wenn noch Fragen auftauchen, dann meldet euch einfach bei Melli oder mir.
Und jetzt geht es los, ich freue mich riesig darauf!!!
Liebe Grüsse
Livia
Blogleserunde mit Mellis Buchleben, Update-Post: "Die Unbändigen"
Lese-Statistik Mai 2026
Hallo ihr Lieben
Wie ist jetzt das passiert? So schnell ist ein Monat irgendwie noch nie verflogen und so gut gefüllt, intensiv und auch wunderschön war ebenfalls schon lange kein Monat mehr. Wenn ich zurückblicke, kann ich gar nicht fassen, was ich im Mai alles erlebt habe.
Der Mai startete mit fünf Konzerten innerhalb von drei Tagen vor insgesamt um die 8'000 Leuten. Das war viel und heftig und es blieb keine Zeit zur Erholung, weil in der Woche darauf am Wochenende acht meiner Schülerinnen einen Stufentest (erfolgreich) absolvierten, wofür natürlich in den Tagen davor auch noch viel geprobt und gelernt werden wollte. Dann besuchte ich eine Freundin am Bodensee und eine kleine Zugreise führte uns nach Lindau (geplant) und Bregenz (ungeplant), bevor ich wieder in mein Musikzimmer abtauchte.
Während viele andere Menschen dann ein langes Wochenende feierten, besuchte ich die Solothurner Literaturtage (Bilder gibt es HIER). Klar, das war Hobby und keine Arbeit, aber drei Tage voller Lesungen, Podien, Blogger:innentreffen und Bücherstöbern sind zwar absolut grandios, aber auch anstrengend. Am Pfingstwochenende dann durften wir Gäste bei einer Hochzeit sein und gestern durfte ich noch ein Solokonzert einer lieben Freundin und Mitmusikerin besuchen.
Obwohl es nun konzerttechnisch ein wenig ruhiger wird, stehen dafür aktuell um so mehr Planungsarbeit für zukünftige Projekte und auch sehr viele administrative Aufgaben an den Musikschulen an.
In der Zwischenzeit hatten wir auch noch einmal Winter und jetzt plötzlich Sommer, was mir persönlich wieder viel zu schnell ging (und 30 Grad sind halt auch einfach zu viel, vor allem Mitte Mai, sorry). Aber was kann ich tun, ich versuche einfach so viel Eiskaffee und Schatten wie möglich in meinen Alltag zu integrieren und dann kommt das gut :-D
Im Juni freue ich mich auf zwei Leserunden/Buddyreads, ein langes Wochenende mit lieben Menschen, eine weitere Hochzeit (für die ich ein Konzertprojekt mit fünf Konzerten absagen musste, also hoffe ich auf wirklich gutes Essen ;-) ) und darauf, Patentante zu werden :-D
Ach und: gelesen habe ich auch noch. Und Bücher gekauft. Und ich habe ein riesiges Lebensleseprojekt gemeistert und "Legende" von Ronald M. Schernikau nach über fünf Jahren beendet. Ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn ihr euch die Rezension dazu ansehen würdet. Ausserdem habe ich ein paar Zugfahrten lesend verbracht und es sogar immer mal wieder geschafft, eine Rezension zu tippen, seht selbst:
Gelesen im Mai:
Ein unterhaltsamer, ideenreicher, mitten ins Herz gehende und kulinarisch verlockender München-Roman
Skurril, schlicht, extrem berührend und mit Sogwirkung geschrieben, definitiv ein Jahreshighlight
Nostalgisches Sommerfeeling, ein wenig aus der Zeit gefallen und verzettelt, aber berührendes Ende
Grandioser, vielschichtiger, klug konstruierter und wehmütig stimmender Reihenabschluss aus Norwegen
Nächtliche Gedanken, Ideen, Sorgen und lose Skizzen des Nobelpreisträgers Ivo Andrić
Beeindruckendes, nachdenkliches Opus Magnum, ein Lebensbuch, das mich fünf Jahre lang begleitet hat
Kleiner Durchhänger in der Frieda Klein-Reihe, die Protagonistin hat mich aber wieder begeistert
Alle Zahlen und Rezensionen:
Maikäferjahre - Sarah Höflich (abgebrochen nach 126 von 464 Seiten, ABBRUCHREZENSION)
Orangenblütenjahr - Ulrike Sosnitza (384 Seiten)
Barbara stirbt nicht - Alina Bronsky (256 Seiten)
Mirabellentage - Martina Bogdahn (352 Seiten)
Rückkehr - Anne B. Ragde (368 Seiten)
Insomnia. Nachtgedanken - Ivo Andrić (192 Seiten)
Legende - Ronald M. Schernikau (1'072 Seiten, die zähle ich der Einfachheit halber alle im Mai)
Dunkler Donnerstag - Nicci French (464 Seiten)
Neuzugänge:
Alle Zahlen in der Übersicht:
Gelesene Bücher: 7
Abgebrochene Bücher: 1
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 3'214 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 103.7 Seiten
Bücher von Autorinnen: 4
Bücher von Autoren: 2
Autor*innenduos (oder Gruppen): 1
Geschenkt bekommene Bücher: -
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 1
Neu gekaufte Bücher: 4
Gebraucht gekaufte Bücher: -
Eingesammelte Bücher: 1
Bibliotheksbücher: -
Gesamte Neuzugänge: 6
SuB am Monatsbeginn: 34
Aktueller SuB: 32
Differenz: -2
Rezension: Orangenblütenjahr
Beschreibung des Verlages:
Der Tod ihres Mannes enthüllt ein Geheimnis, mit dem Nelly nicht gerechnet hätte. Sie hält es in der Enge im Odenwald einfach nicht mehr aus, und so nimmt sie das Angebot ihrer Freundin Mona an, in deren Apotheke in München zu arbeiten. Großstadt statt Dorf und obwohl sie genug von der Liebe hat, umschwärmen die Männer sie wie die Bienen den Honig. Ihre Kinder allerdings haben Schwierigkeiten mit den vielen Änderungen im Leben ihrer Mutter, dabei hat es Gabriel, Kuchenbäcker und Heißluftballonfahrer, Nelly ganz besonders angetan.
Inhalt:
Nach einem Schicksalsschlag wagt Nelly einen Neuanfang, verlässt ihr Heimatdorf Kleinfelden und zieht nach München, wo ihre Freundin Mona ihr eine Stelle als Apothekerin verschafft hat. Auch Nellys soziales Umfeld wird schnell grösser und vor allem in der Männerwelt scheint sie wunderbar anzukommen. Bei Gesprächen mit ihren Kindern bemerkt sie aber, dass für ihre Tochter Elena noch einige Dinge nicht abgeschlossen sind und so schwankt sie fortan zwischen dem Glück über ihre neue Freiheit und der Verantwortung für ihre Familie.
Meine Meinung:
Einmal mehr hat mich Ulrike Sosnitza wunderbar unterhalten und berührt. Ihre Protagonistin Nelly ist eine Figur mit Ecken und Kanten und geht ihnen Neuanfang mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg an. Dass sich gleich drei Männer in ihr Leben schleichen, ist zuerst eine Überforderung für sie, stellt aber auch eine willkommene Ablenkung von ihren Sorgen dar.
Schreibstil und Aufbau:
Besonders gut gefallen hat mir, wie vielschichtig Sosnitza Nellys ambivalente Gefühle sowie die Konflikte innerhalb der Familie in die Geschichte eingearbeitet hat.
Meine Empfehlung:
Der Roman hat mich begeistert und hat bei mir gleich Lust auf die weiteren Bücher der Autorin geweckt. Einige davon habe ich zum Glück ja noch vor mir.
Novemberschokolade
Hortensiensommer
Sternenblütenträume
Die Glücksschneiderin
Zusätzliche Infos:
Titel: Orangenblütenjahr
Sprache: Deutsch
Taschenbuch, Klappenbroschur: 384 Seiten
Abbruchrezension: Maikäferjahre
Maikäferjahre - Sarah Höflich
Beschreibung des Verlages:
Ein mitreißender Liebesroman über vier junge Menschen, die
schmerzvoll begreifen müssen, dass Liebe nicht alle Wunden heilt. Aber
manche.
»Wir haben überlebt«, sagte Anni. »Das hat mit
Schuld nichts zu tun.« Adam wiegte den Kopf. »Ich fürchte, in manchen
Fällen schon.«
Frühjahr 1945, Europa ist zerstört. Anni flieht mit
ihrer kleinen Tochter und dem halbjüdischen Geiger Adam aus dem
brennenden Dresden, quer durch das besetzte Deutschland – auf der Suche
nach einer sicheren Zuflucht. Im Tiroler Bergdorf bei Annis
Schwiegereltern werden sie dann vor eine folgenreiche Entscheidung
gestellt: Will Anni bleiben, muss Adam gehen.
Was kann
Liebe leisten, was kann sie verzeihen? Eine Frage, die sich Anni &
Adam, Tristan & Rosalie angesichts von Leid und Zerstörung stellen
müssen.
Ihr geliebter Zwillingsbruder Tristan ist als
junger Luftwaffenpilot nur knapp dem Tod entronnen und in englische
Kriegsgefangenschaft geraten. Trotz schwerer Anfeindungen pflegt ihn die
britische Krankenschwester Rosalie – es entsteht eine Liebe, die vom
Gesetz verboten ist.
»Jeder Blick, jede Geste, jede verstohlene
Berührung war ein Versprechen. Was sie taten, war streng verboten, das
wussten sie beide.«
Zwei tragische Liebesgeschichten, ein
historischer Roman voller großer Gefühle über das Verzeihen und die
Unausweichlichkeit der Liebe, hoffnungsvoll und mitfühlend.
In
den Wirren des Zweiten Weltkriegs getrennt, in Gedanken immer
verbunden: Nie hören die Geschwister Anni und Tristan auf, sich Briefe
zu schreiben – in der verzweifelten Hoffnung, der jeweils andere möge
noch leben.
Kaufgrund:
Schon länger habe ich keine Romane mehr gelesen, die während und nach des
zweiten Weltkrieges spielen, ich wollte dies aber unbedingt wieder
einmal tun. Einige begeisterte Rezensionen (HIER und HIER zum Beispiel) haben mich zum Kauf des Buches bewegt. Gleich zwei Liebesgeschichten, ein Geschwisterpaar, viel Musik und historische Hintergründe, das klang für mich absolut vielversprechend
Aber...
Warum habe ich das Buch dennoch nach 126 Seiten abgebrochen? Und dies, obwohl ich in letzter Zeit Bücher immer entweder direkt nach den ersten paar Seiten abgebrochen oder dann einfach doch beendet habe?
In Worte zu fassen, was mich an diesem Buch gestört hat, ist nicht ganz einfach. Vor allem habe ich direkt vorher das Highlight "Barbara stirbt nicht" von Alina Bronsky gelesen und wollte wohl einfach so richtig mitgerissen, gefesselt oder auch überrascht werden.
Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass es sich - vielleicht auch aufgrund der aktuellen Weltlage - für mich irgendwie surreal angefühlt hat, ein Buch über die Zeit während und nach des zweiten Weltkrieges zu lesen, das den Krieg fast komplett in den Hintergrund rückt und sich stattdessen auf zwei Liebesgeschichten konzentriert. Hätten diese mich gefesselt, emotional berührt oder sonst irgendwie überzeugt, hätte ich das Buch sicher sehr gerne gelesen. Aber irgendwie blieb alles oberflächlich; sowohl die Romanzen als auch das Kriegsgeschehen und die tragische Familiengeschichte nahm ich wie durch Milchglas wahr. Die Figuren, Strassen und Orte blieben dabei gesichtslos.
Ausserdem hatte ich nach etwa fünfzig Seiten ein klares Bild vor mir, wie diese Geschichte enden würde und als ich dann nach 126 Seiten beschloss, das Buch zur Seite zu legen, überflog ich die letzten paar Seiten, um zu sehen ob ich recht gehabt hatte. Bis und mit dem ein wenig offenen Ende hatte ich alles detailliert vorhergesagt und war froh, das Buch nicht mehr auf dem Lesestapel zu haben.
Lies dieses Buch, wenn:
- du dich gerne in einer oder zwei Romanzen verlierst
- es dich nicht stört, eine komplett vorhersehbare Geschichte zu lesen
- du damit umgehen kannst, wenn historische Hintergründe lediglich als Kulisse herhalten, aber nicht wirklich vertieft werden
- wenn du gerne einfach eintauchen und dich berieseln lassen möchtest
- dich meine Abbruchrezension nicht abgeschreckt hat, schliesslich scheine ich nämlich die einzige Leserin zu sein, die dieses Buch nicht komplett geliebt hat
Zusätzliche Infos:
Titel: Maikäferjahre
Autorin: Sarah Höflich, 1979 in Schleswig geboren, war schon als
Kind fasziniert von Geschichten und Geschichte. Sie studierte Anglistik
und ging als Fulbright-Stipendiatin in die USA, wo sie ihr
Creative-Writing-Studium mit dem Master of Fine Arts abschloss. Viele
Jahre arbeitete sie als Drehbuchautorin und Produzentin für die UFA, für
die sie mehrere Fernsehserien realisiert hat. Letztes Jahr machte sie
sich selbstständig. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 464 Seiten (davon 126 gelesen)
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 16.04.2026
ISBN : 978-3-423-22170-2
Rezension: Barbara stirbt nicht
Barbara stirbt nicht - Alina Bronsky
Beschreibung des Verlages:
Walter Schmidt ist ein Mann alter Schule: Er hat die Rente
erreicht, ohne zu wissen, wie man sich eine Tütensuppe macht und ohne
jemals einen Staubsauger bedient zu haben. Schließlich war da immer
seine Ehefrau Barbara. Doch die steht eines Morgens nicht mehr auf. Und
von da an wird alles anders.
Mit bitterbösem Witz und
großer Warmherzigkeit zugleich erzählt Alina Bronsky, wie sich der
unnahbare Walter Schmidt am Ende seines Lebens plötzlich neu erfinden
muss: als Pflegekraft, als Hausmann und fürsorglicher Partner. Und
natürlich geht nicht nur in der Küche alles schief. Doch nach und nach
beginnt Walters raue Fassade zu bröckeln – und mit ihr die alten
Gewissheiten über sein Leben und seine Familie.
»Barbara stirbt
nicht« ist das urkomische Porträt einer Ehe, deren jahrzehntelange
Routinen mit einem Schlag außer Kraft gesetzt werden, und ein
berührender Roman über die Chancen eines unfreiwilligen Neuanfangs.
Inhalt:
Das Ehepaar Schmidt lebt ein sehr traditionelles Familienmodell. Barbara Schmidt kümmert sich auch im Ruhestand noch alleine um den Haushalt und ihren Mann und dieser hat noch nie im Leben einen Kaffee gekocht oder alleine eingekauft. Doch eines Tages steht sie einfach nicht mehr auf und er ist von einer Sekunde auf die andere ganz alleine für sie beide zuständig. Kochen, waschen, putzen...
Und was sich als humorvolle Anekdote tarnt, deckt nach und nach eine tragische Lebensgeschichte auf die nachhaltig berührt.
Meine Meinung:
"Barbara stirbt nicht" hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und berührt und ich habe es innerhalb von zwei Tagen einfach komplett inhaliert. Und dies, obwohl die namensgebende Figur fast nichts anderes tut, als zu liegen, müde zu lächeln und sich leise mit Gästen oder ihren Kindern zu unterhalten. Und dies auch, obwohl Walter Schmidt, im Buch oft einfach nur "Herr Schmidt" genannt, alles verkörpert, was man sich in seinem Partner nicht wünschen würde. Nicht nur krümmt er im Haushalt keinen Finger, er ist auch ein miserabler Vater, Freund und Partner, er hasst Frauen, Ausländer und Jugendliche aus tiefstem Herzen und er ist sich nicht mal mehr sicher, ob er Barbara je geschlagen hat, es könnte aber sein...
Was ein wenig tollpatschig wirken könnte, ist seine als Unbeholfenheit getarnte Beziehungsgewalt. Und seine Aussagen, die man als "ein wenig verallgemeinernd" abtun könnte, sind zutiefst rassistisch, sexistisch und einfach menschenfeindlich.
Und gleichzeitig ist er auch eine extrem tragische Figur, die man fast ein wenig bemitleiden könnte...Bronsky gelingt es, mit einer extrem genauen Beobachtungsgabe in diese - leider wahrscheinlich vor allem für diese Generation nicht allzu überspitzte - Beziehungsdynamik hineinzublicken und um diese wirklich nicht sehr prickelnde Ausgangslage eine unendlich feinfühlig erzählte Geschichte zu spinnen, die mit sanftem Humor überzeugt und tief berührt. Sie tut dies mit vielen Auslassungen, absichtlich nicht immer zielführenden und bruchstückhaften Dialogen, schnörkellos und schlicht und hat gleichzeitig extrem warmherzig skizzierte Figuren geschaffen.
Die einzigen nicht komplett tragikomischen Elemente der Geschichte sind übrigens Walters Austausch mit Barbaras Facebookcommunity und einem Fernsehkoch, Lucy, die als Telefonjoker fungiert sowie der Hund Helmut, der zwar oft einfach nur existiert, aber dies um so ehrlicher.
Meine Empfehlung:
"Barbara stirbt nicht" ist ein Buch der leisen Töne und der Leerstellen,
die sich beim Lesen manchmal nach und nach erschliessen und manchmal
bewusste Auslassungen bleiben, ein Buch, das aufzeigt, dass das
Leben einem manchmal einen Neuanfang schenkt, wo man ihn am wenigsten
erwartet. Es thematisiert schwierige Beziehungs- und Familiensysteme, unterschiedlich belastbare Freundschaften, das Altern in Würde und das Verzeihen von eigenen und fremden Versäumnissen. Die Geschichte wird lange nachhallen und definitiv im Regal
bleiben. Und genau da gehört das Buch auch bei euch hin, finde ich.
Weitere Bücher der Autorin:
Baba Dunjas letzte Liebe
Der Zopf meiner Großmutter
Zusätzliche Infos:
Titel: Barbara stirbt nicht
Autorin: Alina Bronsky, geboren 1978, lebt in Berlin. Ihr Debütroman »Scherbenpark« wurde zum
Bestseller und fürs Kino verfilmt. »Baba Dunjas letzte Liebe« wurde für
den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert und ein großer Publikumserfolg.
2019 und 2021 erschienen ihre Bestseller »Der Zopf meiner Großmutter«
und »Barbara stirbt nicht«, 2024 folgte ihr Roman »Pi mal Daumen«, der
als Lieblingsbuch der Unabhängigen ausgezeichnet wurde.
Sprache: Deutsch
Fester Einband mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 256 Seiten
Verlag: KiWi
Erscheinungstermin: 07.06.2023
ISBN: 978-3-462-00440-3

