Challenge: Autorinnen - Nobelpreis für Literatur und Deutscher Buchpreis

Hallo ihr Lieben

Vielleicht kommt euch der Titel dieses Posts bekannt vor, weil ihr schon bei Melli darüber gestolpert seid :-D Melli hat sich nämlich vorgenommen, Bücher aller Autorinnen und nonbinären Personen zu lesen, die den Literaturnobelpreis gewonnen haben sowie die Titel, welche den Deutschen Buchpreis gewonnen haben oder beim Deutschen Buchpreis auf der Long- oder Shortlist standen. Ich finde die Idee so gut, dass ich mich Melli anschliessen möchte. Daraus mache ich für mich eine zeitlich unbegrenzte Challenge.

Untenstehend findet ihr alle Namen und Titel und ich habe mir eine Challenge-Liste gebastelt, in der ihr alle meine Fortschritte sehen könnt. Schaut doch direkt einmal HIER vorbei, ich habe nämlich die bereits gelesen Bücher schon erfasst und auch einige Rezensionen verlinkt.

Nobelpreis für Literatur 

1909 Selma Lagerlöf
1926 Grazia Deledda
1928 Sigrid Undset
1938 Pearl S. Buck 
1945 Gabriela Mistral
1966 Nelly Sachs
1991 Nadine Gordimer
1993 Toni Morrison 
1996 Wisława Szymborska 
2004 Elfriede Jelinek
2007 Doris Lessing
2009 Herta Müller
2013 Alice Munro
2015 Swetlana Alexijewitsch
2018 Olga Tokarczuk
2020 Louise Glück
2022 Annie Ernaux
2024 Han Kang 

 

Deutscher Buchpreis

2005

Shortlist
Gila Lustiger: So sind wir
Friederike Mayröcker: Und ich schüttelte einen Liebling

Longlist
Ulrike Draesner: Spiele
Evelyn Grill: Vanitas oder Hofstätters Begierden
Marion Poschmann: Schwarzweißroman
 
 

2006

Gewinnerin
Katharina Hacker: Die Habenichtse

Longlist
Felicitas Hoppe: Johanna
Judith Kuckart: Kaiserstraße
Sibylle Lewitscharoff: Consummatus
 

2007

Gewinnerin
Julia Franck: Die Mittagsfrau
 

Shortlist
Katja Lange-Müller: Böse Schafe
 

Longlist
Larissa Boehning: Lichte Stoffe
Lena Gorelik: Hochzeit in Jerusalem
Sabine Gruber: Über Nacht

2008

Shortlist
Iris Hanika: Treffen sich zwei 

Longlist
Karen Duve: Taxi
Olga Flor: Kollateralschaden
Judith Kuckart: Die Verdächtige

2009

Gewinnerin
Kathrin Schmidt: Du stirbst nicht

Shortlist
Herta Müller: Atemschaukel

Longlist
Sibylle Berg: Der Mann schläft
Anna Katharina Hahn
: Kürzere Tage
Brigitte Kronauer: Zwei schwarze Jäger
Terézia Mora: Der einzige Mann auf dem Kontinent
Angelika Overath: Flughafenfische

2010

Gewinnerin
Melinda Nadj Abonji: Tauben fliegen auf

Shortlist
Judith Zander: Dinge, die wir heute sagten

Longlist
Alina Bronsky: Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche
Nino Haratischwili: Juja
Mariana Leky: Die Herrenausstatterin
Olga Martynova: Sogar Papageien überleben uns

2011

Shortlist
Angelika Klüssendorf: Das Mädchen
Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg
Marlene Streeruwitz
: Die Schmerzmacherin

Longlist
Esther Kinsky: Banatsko
Doris Knecht: Gruber geht
Astrid Rosenfeld: Adams Erbe
Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe
Antje Rávic Strubel
: Sturz der Tage in die Nacht
 

2012

Gewinnerin
Ursula Krechel: Landgericht

Longlist
Jenny Erpenbeck: Aller Tage Abend
Milena Michiko Flašar: Ich nannte ihn Krawatte
Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt
Dea Loher
: Bugatti taucht auf
Angelika Meier: Heimlich, heimlich mich vergiss
 

2013

Gewinnerin
Terézia Mora – Das Ungeheuer

Shortlist
Marion Poschmann: Die Sonnenposition
Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como

Longlist
Judith Kuckart: Wünsche
Dagmar Leupold: Unter der Hand
Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten

2014

Shortlist
Angelika Klüssendorf: April
Gertrud Leutenegger: Panischer Frühling

Longlist
Ulrike Draesner: Sieben Sprünge vom Rand der Welt
Esther Kinsky: Am Fluss
Marlene Streeruwitz: Nachkommen

2015

Shortlist
Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen
Inger-Maria Mahlke
: Wie Ihr wollt
Monique Schwitter: Eins im Andern

Longlist
Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
Valerie Fritsch: Winters Garten
Gertraud Klemm: Aberland
Anke Stelling: Bodentiefe Fenster
Christine Wunnicke: Der Fuchs und Dr. Shimamura

2016

Shortlist
Eva Schmidt: Ein langes Jahr

Longlist
Katja Lange-Müller: Drehtür
Dagmar Leupold: Die Witwen
Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder
Michelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch
Anna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen

2017

Shortlist
Marion Poschmann: Die Kieferninseln
Sasha Marianna Salzmann
: Außer sich

Longlist
Monika Helfer: Schau mich an, wenn ich mit dir rede!
Birgit Müller-Wieland: Flugschnee
Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo
Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen
Christine Wunnicke: Katie

2018

Gewinnerin
Inger-Maria Mahlke: Archipel

Shortlist
María Cecilia Barbetta: Nachtleuchten
Nino Haratischwili: Die Katze und der General
Susanne Röckel: Der Vogelgott

Longlist
Carmen-Francesca Banciu: Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten!
Susanne Fritz: Wie kommt der Krieg ins Kind
Franziska Hauser: Die Gewitterschwimmerin
Helene Hegemann: Bungalow
Anja Kampmann: Wie hoch die Wasser steigen
Angelika Klüssendorf: Jahre später
Gianna Molinari: Hier ist noch alles möglich
Christina Viragh
: Eine dieser Nächte

2019

Shortlist
Raphaela Edelbauer: Das flüssige Land
Miku Sophie Kühmel
: Kintsugi
Jackie Thomae: Brüder

Longlist
Nora Bossong
: Schutzzone
Andrea Grill: Cherubino
Karen Köhler: Miroloi
Angela Lehner: Vater unser
Katerina Poladjan
: Hier sind Löwen
Lola Randl: Der Große Garten
Eva Schmidt: Die untalentierte Lügnerin
Marlene Streeruwitz: Flammenwand
 

2020

Gewinnerin
Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos

Shortlist
Dorothee Elmiger: Aus der Zuckerfabrik
Deniz Ohde: Streulicht
Christine Wunnicke: Die Dame mit der bemalten Hand

Longlist
Helena Adler: Die Infantin trägt den Scheitel links
Birgit Birnbacher: Ich an meiner Seite
Valerie Fritsch
: Herzklappen von Johnson & Johnson
Eva Sichelschmidt: Bis wieder einer weint
Olivia Wenzel: 1000 Serpentinen Angst
Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt
 

2021

Gewinnerin
Antje Rávik Strubel: Blaue Frau

Shortlist
Monika Helfer: Vati
Mithu Sanyal: Identitti

Longlist
Shida Bazyar: Drei Kameradinnen
Dana Grigorcea: Die nicht sterben
Dilek Güngör: Vater und ich
Felicitas Hoppe: Die Nibelungen
Yulia Marfutova: Der Himmel vor hundert Jahren
Sasha Marianna Salzmann: Im Menschen muss alles herrlich sein

2022

Gewinner:in
Kim de l’Horizon: Blutbuch  

Shortlist
Fatma Aydemir: Dschinns
Kristine Bilkau
: Nebenan
Daniela Dröscher: Lügen über meine Mutter  

Longlist
Theresia Enzensberger: Auf See
Marie Gamillscheg: Aufruhr der Meerestiere
Yael Inokai: Ein simpler Eingriff
Anna Kim
: Geschichte eines Kindes
Esther Kinsky: Rombo
Dagmar Leupold: Dagegen die Elefanten!
Gabriele Riedle: In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg.
Anna Yeliz Schentke: Kangal

2023

Shortlist
Terézia Mora: Muna oder Die Hälfte des Lebens
Necati Öziri: Vatermal
Anne Rabe: Die Möglichkeit von Glück
Sylvie Schenk: Maman
Ulrike Sterblich: Drifter

Longlist
Raphaela Edelbauer: Die Inkommensurablen
Elena Fischer: Paradise Garden
Charlotte Gneuß
: Gittersee
Angelika Klüssendorf: Risse
Angelika Overath: Unschärfen der Liebe
Teresa Präauer: Kochen im falschen Jahrhundert
Kathrin Röggla
: Laufendes Verfahren

2024

Gewinnerin
Martina Hefter: Hey guten Morgen, wie geht es dir? 

Shortlist
Maren Kames: Hasenprosa
Ronya Othmann: Vierundsiebzig
Iris Wolff: Lichtungen

Longlist
Nora Bossong: Reichskanzlerplatz
Zora del Buono: Seinetwegen
Daniela Krien: Mein drittes Leben
Ulla Lenze: Das Wohlbefinden
Mithu Sanyal: Antichristie
Stefanie Sargnagel: Iowa
Dana von Suffrin: Nochmal von vorne
Ruth-Maria Thomas: Die schönste Version
Doris Wirth: Findet mich

2025

Gewinnerin
Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen 

Shortlist
Jehona Kicaj: ë
Fiona Sironic: Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Christine Wunnicke: Wachs
 

Longlist
Kathrin Bach: Lebensversicherung
Nava Ebrahimi: Und Federn überall
Annett Gröschner: Schwebende Lasten
Jina Khayyer: Im Herzen der Katze
Jacinta Nandi
: Single Mom Supper Club
Gesa Olkusz: Die Sprache meines Bruders
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Lina Schwenk: Blinde Geister

Lese-Statistik März 2026

Hallo zusammen

Hinter mir liegt ein sehr voller und auch anstrengender März. Ich hatte viele Proben und Konzerte, Termine an der Musikschule und war generell fast immer unterwegs. Obwohl ich die vielen Auftritte geniessen konnte und zudem noch eine wundervolle Trauerfeier an einem ganz besonderen Ort umrahmen durfte, was mich immer sehr berührt und ehrt und obwohl ich sogar selber auch noch einige Konzerte besuchen und viele schöne Stunden mit lieben Menschen verbringen konnte, war dieser Monat auch für meine Verhältnisse wirklich zu voll. Deshalb habe ich mich auch nicht ganz so ausführlich auf euren Blogs umgesehen, wie ich das gerne getan hätte. Aber das hole ich in den kommenden Tagen nach.
Ich freue mich jetzt nämlich schon sehr darauf, dass es ab Montag ein wenig ruhiger wird und dass ich mich aufgrund der unterrichtsfreien Zeit komplett auf die Vorbereitung für ein grosses Orchesterprojekt konzentrieren und Mitte April sogar noch ein paar Tage Urlaub geniessen kann.
Ich hatte das Gefühl, kaum eine Seite gelesen zu haben, aber im März ist trotzdem ein schöner Stapel zusammengekommen. Vor allem Unterhaltung und Romantik haben mich auf meinen vielen Zugreisen begleitet. Und wer weiss, vielleicht kann ich im April sogar noch die eine oder andere Seite mehr lesen. 
Im März sind übrigens auch einige Bücher hier eingezogen, geliehen Bücher, ein Geschenk, neu gekaufte Bücher und Bücherschrankfunde...da war irgendwie alles dabei. Aber ich freue mich schon darauf, diese neuen Schätze bald für mich zu entdecken und bin schon ganz gespannt darauf, was mich zwischen den vielen Buchdeckeln erwartet.
Zuerst aber blicke ich noch einmal zurück auf meinen buchigen März.

Gelesen und rezensiert im März:

Wichtiges und intensives Buch, das Rassismus und auch den Mut, für sich einzustehen, thematisiert


Wunderschöne Landschaften, grandioser Beginn, tolle Idee, aber zu viel Hin und Her und Missverständnisse


Intensive Themen (TW in der Rezension beachten), Aufwachsen in den 90ern als Frau, wichtig und bewegend


Poetisch und voller Sprachkunst erzählt, ein Gedicht in Buchform, eine Liebeserklärung an die Musik


Auch der 8. Band der Reihe hat mich begeistert und mit liebevoll erzählten Figuren und tollem Plot überzeugt


Leichte Lektüre, süsses Handlung rund um einen Keksladen, eher platte Figuren und vorhersehbar


Schräge konstruierte aber sehr lustige Geschichte, dafür nicht so berührend wie "Der Sommer der Blaubeeren"


Berührender und sehr tragisch-komischer zweiter Teil der Reihe "Alle Toten fliegen hoch"


Alle Rezensionen und Seitenzahlen:

I Capture The Castle - Dodie Smith   (abgebrochen nach 40 Seiten)
Zusammenkunft - Natasha Brown   (113 Seiten)
21 Tage zum Verlieben - Lia Louis   (432 Seiten)
Die schönste Version - Ruth-Maria Thomas   (272 Seiten)
Walzer für Niemand - Sophie Hunger   (192 Seiten)
Der geheimnisvolle Fall der Braut - Oliver Schlick   (304 Seiten)
A Year at Castle Court - Holly Hepburn   (496 Seiten)
Mein Glück in deinen Händen - Mary Simses   (400 Seiten)
Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war - Joachim Meyerhoff   (352 Seiten)

Neuzugänge:

Wut und Liebe - Martin Suter   (hat mir eine Freundin geliehen)
Insomnia. Nachtgedanken - Ivo Andrić   (Rezensionsexemplar aus dem btb-Verlag)
Die Liebhaber - Anne B. Ragde   (neu gekauft)
Die magische Bibliothek der Buks - Nina George und Jens J. Kramer   (neu gekauft)
Mini Horror - Barbi Marković   (neu gekauft)
Zwei Leben - Ewald Arenz   (Bücherschrankfund)
Der geheimnisvolle Fall der Braut - Oliver Schlick   (neu gekauft)
Sternflüstern - Paula Carlin   (Geschenk von Andrea)

Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 8
Abgebrochene Bücher: 1
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten:  Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: Seiten
Bücher von Autorinnen: 
Bücher von Autoren: 
Autor*innenduos (oder Gruppen): 
Geschenkt bekommene Bücher: 1
Ausgeliehen: 1
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 1
Neu gekaufte Bücher: 4
Gebraucht gekaufte Bücher: 
Eingesammelte Bücher: 1
Bibliotheksbücher: -
Gesamte Neuzugänge: 8
SuB am Monatsbeginn: 38
Aktueller SuB: 36
Differenz: - 2

Rezension: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war - Joachim Meyerhoff

Reiheninfos "Alle Toten fliegen hoch":
1. Amerika
2. Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
3. Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
4. Die Zweisamkeit der Einzelgänger
5. Hamster im hinteren Stromgebiet
6. Man kann auch in die Höhe fallen 

Beschreibung des Verlages:
Ist das normal? Zwischen Hunderten von körperlich und geistig Behinderten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen? Der junge Held in Joachim Meyerhoffs zweitem Roman kennt es nicht anders – und mag es sogar sehr. Sein Vater leitet eine Anstalt mit über 1.200 Patienten, verschwindet zu Hause aber in seinem Lesesessel. Seine Mutter organisiert den Alltag, hadert aber mit ihrer Rolle. Seine Brüder widmen sich hingebungsvoll ihren Hobbys, haben für ihn aber nur Häme übrig. Und er selbst tut sich schwer mit den Buchstaben und wird immer wieder von diesem großen Zorn gepackt. Glücklich ist er, wenn er auf den Schultern eines glockenschwingenden, riesenhaften Insassen übers Anstaltsgelände reitet.
Joachim Meyerhoff erzählt liebevoll und komisch von einer außergewöhnlichen Familie an einem außergewöhnlichen Ort, die aneinander hängt, aber auseinandergerissen wird. Und von einem Vater, der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Wer schafft es sonst, den Vorsatz zum 40. Geburtstag, sich mehr zu bewegen, gleich mit einer Bänderdehnung zu bezahlen und die teuren Laufschuhe nie wieder anzuziehen? Oder bei Flaute mit dem Segelboot in Seenot zu geraten und vorher noch den Sohn über Bord zu werfen?
Am Ende ist es aber wieder der Tod, der den Glutkern dieses Romans bildet, der Verlust, der nicht wieder gutzumachen ist, die Sehnsucht, die bleibt – und die Erinnerung, die zum Glück unfassbar pralle, lebendige und komische Geschichten produziert.

Inhalt:

Joachim ist noch ein Kind, als er seinen ersten Toten sieht und dieses Erlebnis macht ihn kurzzeitig zum Helden seiner Schule. Er wächst inmitten des Geländes einer Kinder- und Jugendpsychiatrie als jüngster Sohn deren Direktors auf. Begegnungen mit Patientinnen und Patienten sind an der Tagesordnung und die Schreie, die er beim Einschlafen aus den Zimmern der Psychiatrie hört, gehören für ihn zur Normalität. Auch seine ihm ganz eigene Wut, die Liebe zum Familienhund und ausgeklügelte Pläne, um seinen Willen auch als jüngstes Kind durchzusetzen, prägen seinen Alltag.
Dieser zweite Band der Reihe erzählt eine Kindheit, die im ersten Band der Reihe bereits vorbei ist und steuert auf eine Tragödie zu, die wir ebenfalls aus dem ersten Band kennen. Es erstaunt also nicht, dass sich der Skurrilität sowie den freudigen, überschwänglichen Erinnerungen zum Trotz eine tiefe Traurigkeit und Melancholie durch den gesamten Roman ziehen.

Meine Meinung:
Eine Kindheit inmitten von körperlich und geistig behinderten Menschen, die sicher keine moderne Pflege erhalten und oft sediert, verwahrlost und vereinsamt in einer Ecke sitzen oder über das Gelände der Psychiatrie streunern, sind für ein mitten in diesem Chaos aufwachsendes Kind ganz sicher ein spannendes Umfeld. Gemeinsam mit unserem Ich-Erzähler erleben wir die komischsten Situationen aus seinem Alltag und seiner Schulzeit und kommen der Dynamik der Beziehung seiner Eltern sowie den aus heutiger Sicht menschenunwürdigen Zuständen der in der Psychiatrie lebenden Menschen auf die Schliche.
Was als eine bunt schillernde, aus dem vollen Leben gegriffene Erzählung beginnt, kippt mehr und mehr ins Melancholische. Verlust und Sehnsucht prägen die Jugend und das frühe Erwachsenenalter unseres Protagonisten und beim Lesen hat auch mich eine grosse Verlorenheit ergriffen. Irgendwie tröstet es mich, dass ich den letzten und versöhnlichen Abschlussband der Reihe bereits gelesen habe und nun freue ich mich um so mehr auf die weiteren Entwicklungen in den nächsten drei Bänden.

Meine Empfehlung:
Auch der zweite Band der Reihe ist ein berührendes, humorvolles und immer wieder überraschendes Meisterwerk der Autofiktion. Was am Ende alles der Wahrheit entspricht ist dabei komplett irrelevant, schliesslich resultiert dabei eine grossartige Geschichte, die mich neugierig gemacht hat auf die weiteren Bände.

Zusätzliche Infos:
Titel: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
Autor: Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, aufgewachsen in Schleswig, hat als Schauspieler an verschiedenen Theatern gespielt, unter anderem am Burgtheater in Wien, am Schauspielhaus in Hamburg, an der Berliner Schaubühne und den Münchner Kammerspielen. Dreimal wurde er für seine Arbeit zum Schauspieler des Jahres gewählt. 2011 begann er mit der Veröffentlichung seines mehrteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch«. Seine Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Erscheinungstermin:  08.01.2015   
ISBN: 978-3-462-04681-6

Rezension: Mein Glück in deinen Händen

Mein Glück in deinen Händen - Mary Simses

Beschreibung des Verlages:

Sara und ihre Schwester Mariel waren nie ein Herz und eine Seele. Doch als sich Mariel Hals über Kopf in Saras Freund Carter verliebt – und er sich in sie – herrscht endgültig schlechte Stimmung. Dass nun ihre Schwester ihre große Liebe heiraten wird, trifft die sonst so erfolgreiche Frau schwer. Aus verletztem Stolz kommt ihr nur eine Idee: Den schönsten Tag der beiden etwas sabotieren und ganz nebenbei Carters Herz zurückerobern. Aber ein gebrochenes Herz ist kein guter Ratgeber, und manchmal ist es vielleicht gut, nicht zu bekommen, was man will, denn eventuell wartet schon etwas viel Besseres an der nächsten Ecke …

Inhalt:
Vor achtzehn Monaten hat sich Saras Freund Carter in Saras Schwester Mariel verliebt und seit dann spricht Sara nicht mehr mit ihrer Schwester. Nun wollen Mariel und Carter sogar heiraten und Saras Mutter lockt ihre Töchter unter einem Vorwand in die alte Heimat, in der Hoffenung, dass sich die beiden Frauen miteinander versöhnen. Doch Sara hat ganz andere Dinge im Sinn. Sie will die Hochzeit ruinieren und Carter erneut von sich überzeugen.

Meine Meinung:
Vor einigen Jahren habe ich "Der Sommer der Blaubeeren" und "Der Sommer der Sternschnuppen" von Mary Simses gelesen. "Der Sommer der Blaubeeren" hat mir sogar so gut gefallen, dass ich es ein wenig bereue, dass ich dieses Buch irgendwann einmal weiterverschenkt habe. Seit Ewigkeiten stand "Mein Glück in deinen Händen" auf meiner Wunschliste und deshalb musste es unbedingt mit, als es mir in einem Bücherschrank aufgefallen ist. 
Die Sprache ist leicht und unterhaltsam, der Plot erinnert an eine Hollywood-Komödie aus den 1990ern - zum Beispiel "Die Hochzeit meines besten Freundes" - und wer eine sehr realitätsnahe Handlung erwartet, ist mit dem Buch definitiv falsch beraten. Es ist allerdings äusserst unterhaltsam erzählt und ein abenteuerliches Ereignis jagt das nächste. Die Figuren haben mich zwar nicht komplett für sich eingenommen und auch die Gefühle blieben ein wenig auf der Strecke, dafür punktet das Buch mit einer äusserst kreativen Verkettung absolut skurriler Szenen.

Schreibstil und Aufbau:
Die Schwestern Sara und Mariel wirkten leider wie zwei dreissigjährige Teenager, zu ihrer Verteidigung muss ich aber sagen, dass ihr kindisches Verhalten leider keine Überraschung ist, wenn man sich ansieht, wie ignorant und bevormundend sich ihre Mutter ihnen gegenüber verhält.
Bestens unterhalten hat mich aber die Nebenhandlung, in dem Sara gemeinsam mit einem schönen Fremden ein Kunstwerk aus Pappmaché retten will und dabei sogar ins Visier von polizeilichen Ermittlungen gerät. Dieser Handlungsstrang hätte für mein Empfinden sogar noch viel mehr Raum einnehmen dürfen, weil er die absolut unnötigen Streitereien zumindest ein wenig wettgemacht hat.

Meine Empfehlung:
Mein drittes Buch von Mary Simses hat mich leider nicht so berührt und überzeugt wie ihre anderen Romane. Unterhaltsam war es aber allemal. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Mein Glück in deinen Händen
Originaltitel: The Wedding Thief
Autorin: Mary Simses studierte Journalismus und Jura. Sie arbeitete zunächst als Anwältin und gab sich nur nach Feierabend ihrer Leidenschaft für das Schreiben hin. Bevor sie mit "Der Sommer der Blaubeeren" ihren ersten Roman schrieb, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wird, veröffentlichte sie bereits einige Kurzgeschichten. Gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrem Mann, mit dem sie auch eine Anwaltskanzlei betreibt, lebt Mary Simses im Süden Floridas.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen: von Carolin Müller 
Taschenbuch mit Farbschnitt: 400 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 2020 (Taschenbucherstausgabe)
ISBN: 978-3-7341-0854-9

Kurzrezension: A Year at Castle Court

A Year at Castle Court - Holly Hepburn

Beschreibung des Verlages:
Sadie is a single mum, nursing a broken heart. Her best friend from childhood, Cat, is burned out from working long hours as a chef in Paris. In need of a change, they decide to invest in their dream – running their own handmade biscuit shop in gorgeous Castle Court, a three-storey food court tucked away behind Chester's bustling streets.
They soon discover that Castle Court has its own community – a little haven of delight against the stresses of the outside world. But not everyone welcomes the new business; the patisserie owner is less than pleased by what she sees as direct competition and Greg, who runs the fancy bistro that dominates one end of the courtyard, doesn't think Sadie and Cat have the talent or business acumen to succeed. Luckily, there's support in the form of the delectable Jaren, who owns the Dutch waffle house opposite Smart Cookies, and Swiss chocolate-shop owner, Elin. And if all else fails, the friends can drown their sorrows in Seb's cocktail bar on the third floor!

Inhalt:
Die Freundinnen Sadie und Cat haben bereits einige Herausforderungen gemeistert. Sadie ist nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann alleinerziehend und Cat hat das mit zwei Michelinsternen gekürte Restaurant in Paris verlassen, in dem sie als Köchin gearbeitet hat, um sich ein neues Leben als Geschäftsinhaberin aufzubauen. Gemeinsam stürzen sich die Frauen in dieses neue Projekt und eröffnen das Geschäft „Smart Cookies“. Schon in ihrem ersten Jahr als Unternehmerinnen werden ihnen aber zahlreiche Steine menschlicher, romantischer und geschäftlicher Natur in den Weg gelegt. Ihre Freundschaft überdauert aber auch das stärkste Unwetter.

Meine Meinung:
Holly Hepburn Bücher sind stets ein wunderbares Lesevergnügen für mich. Vier ihrer neueren Romane habe ich - in der übersetzen Version - innerhalb von kürzester Zeit gelesen. Dabei haben mich vor allem ihre Figuren, deren mitten aus dem Leben gegriffenen alltäglichen Herausforderungen und Freuden sowie die wunderschön beschriebenen Szenen der Handlung. Ob traumhafte Landschaften auf den Orkney Islands oder geschäftige Strassen in einer gemütlichen Altstadt, Hepburn holt mich einfach immer ab. Und auch das Schicksal des edlen Geschäfts „Smart Cookies“ sowie die wunderbaren und sehr modernen Nebenfiguren in „A Year at Castle Court“ haben mich überzeugt. Allen voran haben vor allem die dinosaurierliebende vierjährige Tochter von Sadie sowie der Imker Adam mein Herz im Sturm erobert.
Allerdings muss ich leider sagen, dass mir dieser Roman trotzdem nicht ganz so gut gefallen hat, wie die anderen Bücher. Das kann daran liegen, dass er ein wenig älter ist, als die anderen Bücher, die ich bisher von ihr gelesen habe, oder dass man ihm deutlich angemerkt hat, dass er zuerst in vier Teilen als eBook und dann erst als ganzer Roman erschienen ist. Dies ist zwar bei allen ihren Romanen der Fall, bei den anderen Bücher empfand ich aber die Übergänge und Zusammenhänge der einzelnen Teile als sehr viel stimmiger. Zudem beinhaltet die Handlung für meinen Geschmack zu viele romantische Irrwege und die Hauptfiguren waren mir leider nicht so sympathisch, wie die Nebenfiguren.

Meine Empfehlung:
Das Buch ist in meinen Augen der bisher schwächste Roman der Autorin, er enthält aber dennoch sehr gut, liest sich leicht und stimmig, beinhaltet viele kulinarische Details und Bienenliebe und tolle Nebenfiguren.

Weitere Bücher der Autorin:
Heute Abend in der Eisdiele am Meer   (2021)
Süße Träume im Cottage am Strand   (2022)
Große Liebe im kleinen Trödelladen   (2023)
Bei Sonnenaufgang in Darling Cove   (2025)

Zusätzliche Infos: 
Titel:
A Year at Castle Court
Autorin: Holly Hepburn is the author of several novels including, Escape to Darling Cove, Return to Half Moon Farm and Healing Hearts on Thistledown Lane. Follow her on Instagram at @HollyH_Author. 
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Simon & Schuster UK
Erschienen: 27.12. 2018
ISBN: 9781471170294