Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war - Joachim Meyerhoff
Reiheninfos "Alle Toten fliegen hoch":
1. Amerika
2. Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
3. Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
4. Die Zweisamkeit der Einzelgänger
5. Hamster im hinteren Stromgebiet
6. Man kann auch in die Höhe fallen
Beschreibung des Verlages:
Ist das normal? Zwischen Hunderten von körperlich und geistig
Behinderten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und
Jugendpsychiatrie aufzuwachsen? Der junge Held in Joachim Meyerhoffs
zweitem Roman kennt es nicht anders – und mag es sogar sehr. Sein Vater
leitet eine Anstalt mit über 1.200 Patienten, verschwindet zu Hause aber
in seinem Lesesessel. Seine Mutter organisiert den Alltag, hadert aber
mit ihrer Rolle. Seine Brüder widmen sich hingebungsvoll ihren Hobbys,
haben für ihn aber nur Häme übrig. Und er selbst tut sich schwer mit den
Buchstaben und wird immer wieder von diesem großen Zorn gepackt.
Glücklich ist er, wenn er auf den Schultern eines glockenschwingenden,
riesenhaften Insassen übers Anstaltsgelände reitet.
Joachim Meyerhoff erzählt liebevoll und komisch von einer
außergewöhnlichen Familie an einem außergewöhnlichen Ort, die
aneinander hängt, aber auseinandergerissen wird. Und von einem Vater,
der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Wer schafft
es sonst, den Vorsatz zum 40. Geburtstag, sich mehr zu bewegen, gleich
mit einer Bänderdehnung zu bezahlen und die teuren Laufschuhe nie wieder
anzuziehen? Oder bei Flaute mit dem Segelboot in Seenot zu geraten und
vorher noch den Sohn über Bord zu werfen?
Am Ende ist es aber wieder der Tod, der den Glutkern
dieses Romans bildet, der Verlust, der nicht wieder gutzumachen ist, die
Sehnsucht, die bleibt – und die Erinnerung, die zum Glück unfassbar
pralle, lebendige und komische Geschichten produziert.
Inhalt:
Joachim ist noch ein Kind, als er seinen ersten Toten sieht und dieses Erlebnis macht ihn kurzzeitig zum Helden seiner Schule. Er wächst inmitten des Geländes einer Kinder- und Jugendpsychiatrie als jüngster Sohn deren Direktors auf. Begegnungen mit Patientinnen und Patienten sind an der Tagesordnung und die Schreie, die er beim Einschlafen aus den Zimmern der Psychiatrie hört, gehören für ihn zur Normalität. Auch seine ihm ganz eigene Wut, die Liebe zum Familienhund und ausgeklügelte Pläne, um seinen Willen auch als jüngstes Kind durchzusetzen, prägen seinen Alltag.
Dieser zweite Band der Reihe erzählt eine Kindheit, die im ersten Band der Reihe bereits vorbei ist und steuert auf eine Tragödie zu, die wir ebenfalls aus dem ersten Band kennen. Es erstaunt also nicht, dass sich der Skurrilität sowie den freudigen, überschwänglichen Erinnerungen zum Trotz eine tiefe Traurigkeit und Melancholie durch den gesamten Roman ziehen.
Meine Meinung:
Eine Kindheit inmitten von körperlich und geistig behinderten Menschen, die sicher keine moderne Pflege erhalten und oft sediert, verwahrlost und vereinsamt in einer Ecke sitzen oder über das Gelände der Psychiatrie streunern, sind für ein mitten in diesem Chaos aufwachsendes Kind ganz sicher ein spannendes Umfeld. Gemeinsam mit unserem Ich-Erzähler erleben wir die komischsten Situationen aus seinem Alltag und seiner Schulzeit und kommen der Dynamik der Beziehung seiner Eltern sowie den aus heutiger Sicht menschenunwürdigen Zuständen der in der Psychiatrie lebenden Menschen auf die Schliche.
Was als eine bunt schillernde, aus dem vollen Leben gegriffene Erzählung beginnt, kippt mehr und mehr ins Melancholische. Verlust und Sehnsucht prägen die Jugend und das frühe Erwachsenenalter unseres Protagonisten und beim Lesen hat auch mich eine grosse Verlorenheit ergriffen. Irgendwie tröstet es mich, dass ich den letzten und versöhnlichen Abschlussband der Reihe bereits gelesen habe und nun freue ich mich um so mehr auf die weiteren Entwicklungen in den nächsten drei Bänden.
Meine Empfehlung:
Auch der zweite Band der Reihe ist ein berührendes, humorvolles und immer wieder überraschendes Meisterwerk der Autofiktion. Was am Ende alles der Wahrheit entspricht ist dabei komplett irrelevant, schliesslich resultiert dabei eine grossartige Geschichte, die mich neugierig gemacht hat auf die weiteren Bände.
Zusätzliche Infos:
Titel: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
Autor: Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar,
aufgewachsen in Schleswig, hat als Schauspieler an verschiedenen
Theatern gespielt, unter anderem am Burgtheater in Wien, am
Schauspielhaus in Hamburg, an der Berliner Schaubühne und den Münchner
Kammerspielen. Dreimal wurde er für seine Arbeit zum Schauspieler des
Jahres gewählt. 2011 begann er mit der Veröffentlichung seines
mehrteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch«. Seine Romane wurden mit
zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Kasseler
Literaturpreis für grotesken Humor.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Erscheinungstermin: 08.01.2015
ISBN: 978-3-462-04681-6
Rezension: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
Rezension: Mein Glück in deinen Händen
Mein Glück in deinen Händen - Mary Simses
Beschreibung des Verlages:
Sara und ihre Schwester Mariel waren nie ein Herz und eine Seele. Doch
als sich Mariel Hals über Kopf in Saras Freund Carter verliebt – und er
sich in sie – herrscht endgültig schlechte Stimmung. Dass nun ihre
Schwester ihre große Liebe heiraten wird, trifft die sonst so
erfolgreiche Frau schwer. Aus verletztem Stolz kommt ihr nur eine Idee:
Den schönsten Tag der beiden etwas sabotieren und ganz nebenbei Carters
Herz zurückerobern. Aber ein gebrochenes Herz ist kein guter Ratgeber,
und manchmal ist es vielleicht gut, nicht zu bekommen, was man will,
denn eventuell wartet schon etwas viel Besseres an der nächsten Ecke …
Inhalt:
Vor achtzehn Monaten hat sich Saras Freund Carter in Saras Schwester Mariel verliebt und seit dann spricht Sara nicht mehr mit ihrer Schwester. Nun wollen Mariel und Carter sogar heiraten und Saras Mutter lockt ihre Töchter unter einem Vorwand in die alte Heimat, in der Hoffenung, dass sich die beiden Frauen miteinander versöhnen. Doch Sara hat ganz andere Dinge im Sinn. Sie will die Hochzeit ruinieren und Carter erneut von sich überzeugen.
Meine Meinung:
Vor einigen Jahren habe ich "Der Sommer der Blaubeeren" und "Der Sommer der Sternschnuppen" von Mary Simses gelesen. "Der Sommer der Blaubeeren" hat mir sogar so gut gefallen, dass ich es ein wenig bereue, dass ich dieses Buch irgendwann einmal weiterverschenkt habe. Seit Ewigkeiten stand "Mein Glück in deinen Händen" auf meiner Wunschliste und deshalb musste es unbedingt mit, als es mir in einem Bücherschrank aufgefallen ist.
Die Sprache ist leicht und unterhaltsam, der Plot erinnert an eine Hollywood-Komödie aus den 1990ern - zum Beispiel "Die Hochzeit meines besten Freundes" - und wer eine sehr realitätsnahe Handlung erwartet, ist mit dem Buch definitiv falsch beraten. Es ist allerdings äusserst unterhaltsam erzählt und ein abenteuerliches Ereignis jagt das nächste. Die Figuren haben mich zwar nicht komplett für sich eingenommen und auch die Gefühle blieben ein wenig auf der Strecke, dafür punktet das Buch mit einer äusserst kreativen Verkettung absolut skurriler Szenen.
Schreibstil und Aufbau:
Die Schwestern Sara und Mariel wirkten leider wie zwei dreissigjährige Teenager, zu ihrer Verteidigung muss ich aber sagen, dass ihr kindisches Verhalten leider keine Überraschung ist, wenn man sich ansieht, wie ignorant und bevormundend sich ihre Mutter ihnen gegenüber verhält.
Bestens unterhalten hat mich aber die Nebenhandlung, in dem Sara gemeinsam mit einem schönen Fremden ein Kunstwerk aus Pappmaché retten will und dabei sogar ins Visier von polizeilichen Ermittlungen gerät. Dieser Handlungsstrang hätte für mein Empfinden sogar noch viel mehr Raum einnehmen dürfen, weil er die absolut unnötigen Streitereien zumindest ein wenig wettgemacht hat.
Meine Empfehlung:
Mein drittes Buch von Mary Simses hat mich leider nicht so berührt und überzeugt wie ihre anderen Romane. Unterhaltsam war es aber allemal. Kann man lesen, muss man aber nicht.
Zusätzliche Infos:
Titel: Mein Glück in deinen Händen
Originaltitel: The Wedding Thief
Autorin: Mary Simses studierte Journalismus und Jura. Sie arbeitete zunächst als
Anwältin und gab sich nur nach Feierabend ihrer Leidenschaft für das
Schreiben hin. Bevor sie mit "Der Sommer der Blaubeeren" ihren ersten
Roman schrieb, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wird,
veröffentlichte sie bereits einige Kurzgeschichten. Gemeinsam mit ihrer
Tochter und ihrem Mann, mit dem sie auch eine Anwaltskanzlei betreibt,
lebt Mary Simses im Süden Floridas.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen: von
Carolin Müller
Taschenbuch mit Farbschnitt: 400 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 2020 (Taschenbucherstausgabe)
ISBN: 978-3-7341-0854-9
Kurzrezension: A Year at Castle Court
A Year at Castle Court - Holly Hepburn
Beschreibung des Verlages:
Sadie
is a single mum, nursing a broken heart. Her best friend from
childhood, Cat, is burned out from working long hours as a chef in
Paris. In need of a
change, they decide to invest in their dream – running their own
handmade biscuit shop in gorgeous Castle Court, a three-storey food
court tucked away behind Chester's bustling streets.
They soon
discover that Castle Court has its own community – a little haven of
delight against the stresses of the outside world. But not everyone
welcomes the new business; the patisserie owner is less than pleased by
what she sees as direct competition and Greg, who runs the fancy bistro
that dominates one end of the courtyard, doesn't think Sadie and Cat have the talent or business acumen to succeed. Luckily, there's support in the form of the delectable Jaren, who owns the Dutch waffle house opposite Smart Cookies, and Swiss chocolate-shop owner, Elin. And if all else fails, the friends can drown their sorrows in Seb's cocktail bar on the third floor!
Inhalt:
Die Freundinnen Sadie und Cat haben bereits einige Herausforderungen gemeistert. Sadie ist nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann alleinerziehend und Cat hat das mit zwei Michelinsternen gekürte Restaurant in Paris verlassen, in dem sie als Köchin gearbeitet hat, um sich ein neues Leben als Geschäftsinhaberin aufzubauen. Gemeinsam stürzen sich die Frauen in dieses neue Projekt und eröffnen das Geschäft „Smart Cookies“. Schon in ihrem ersten Jahr als Unternehmerinnen werden ihnen aber zahlreiche Steine menschlicher, romantischer und geschäftlicher Natur in den Weg gelegt. Ihre Freundschaft überdauert aber auch das stärkste Unwetter.
Meine Meinung:
Holly Hepburn Bücher sind stets ein wunderbares Lesevergnügen für mich. Vier ihrer neueren Romane habe ich - in der übersetzen Version - innerhalb von kürzester Zeit gelesen. Dabei haben mich vor allem ihre Figuren, deren mitten aus dem Leben gegriffenen alltäglichen Herausforderungen und Freuden sowie die wunderschön beschriebenen Szenen der Handlung. Ob traumhafte Landschaften auf den Orkney Islands oder geschäftige Strassen in einer gemütlichen Altstadt, Hepburn holt mich einfach immer ab. Und auch das Schicksal des edlen Geschäfts „Smart Cookies“ sowie die wunderbaren und sehr modernen Nebenfiguren in „A Year at Castle Court“ haben mich überzeugt. Allen voran haben vor allem die dinosaurierliebende vierjährige Tochter von Sadie sowie der Imker Adam mein Herz im Sturm erobert.
Allerdings muss ich leider sagen, dass mir dieser Roman trotzdem nicht ganz so gut gefallen hat, wie die anderen Bücher. Das kann daran liegen, dass er ein wenig älter ist, als die anderen Bücher, die ich bisher von ihr gelesen habe, oder dass man ihm deutlich angemerkt hat, dass er zuerst in vier Teilen als eBook und dann erst als ganzer Roman erschienen ist. Dies ist zwar bei allen ihren Romanen der Fall, bei den anderen Bücher empfand ich aber die Übergänge und Zusammenhänge der einzelnen Teile als sehr viel stimmiger. Zudem beinhaltet die Handlung für meinen Geschmack zu viele romantische Irrwege und die Hauptfiguren waren mir leider nicht so sympathisch, wie die Nebenfiguren.
Meine Empfehlung:
Das Buch ist in meinen Augen der bisher schwächste Roman der Autorin, er enthält aber dennoch sehr gut, liest sich leicht und stimmig, beinhaltet viele kulinarische Details und Bienenliebe und tolle Nebenfiguren.
Weitere Bücher der Autorin:
Heute Abend in der Eisdiele am Meer (2021)
Süße Träume im Cottage am Strand (2022)
Große Liebe im kleinen Trödelladen (2023)
Bei Sonnenaufgang in Darling Cove (2025)
Zusätzliche Infos:
Titel: A Year at Castle Court
Autorin: Holly Hepburn is the author of several novels including, Escape to Darling Cove, Return to Half Moon Farm and Healing Hearts on Thistledown Lane. Follow her on Instagram at @HollyH_Author.
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Simon & Schuster UK
Erschienen: 27.12. 2018
ISBN: 9781471170294
Rezension: Der geheimnisvolle Fall der Braut (Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Bd. 8)
Der geheimnisvolle Fall der Braut (Rory Shy 8) - Oliver Schlick
Reiheninfos:
1. Rory Shy, der schüchterne Detektiv (erschienen im August 2020)
2. Der Fall der roten Libelle (erschienen im Juli 2021)
3. Das Rätsel um Schloss Eichhorn (erschienen im Februar 2022)
4. Das Verschwinden der Amanda Kent (erschienen am 20.09.2022)
5. Ein Clown unter Verdacht (erschienen am 14.03.2023)
6. Die Erpressung des Soßen-Königs (erschienen am 14.03.2024)
7. Der verratene Ganove (erschienen am 12.02.2025)
8. Der geheimnisvolle Fall der Braut (erschienen am 11.03.2026)
Band 9. erscheint im Frühjahr 2027 :-D
Beschreibung des Verlages:
Witzig und wunderbar schüchtern – Rory Shy ermittelt wieder!
Die Hochzeitsgesellschaft ist in Aufruhr:
Die Braut ist beim Sektempfang vom Balkon des Nobelhotels gestürzt – direkt in den Wassergraben!
Zum Glück ist sie unverletzt, kann sich jedoch an nichts erinnern. Doch ihr Bräutigam ist sicher: Das war kein Unfall.
Rory Shy, der berühmteste schüchterne Detektiv der Welt, soll den Fall übernehmen – natürlich mit Unterstützung seiner cleveren Assistentin, der 13-jährigen Matilda und des hasenfüßigen Cockerspaniels Dr. Herkenrath.
Schon bald stößt das ungleiche Trio auf ein Geflecht aus Lügen, Geheimnissen und falschen Fährten – und auf eine Hochzeitsgesellschaft, in der fast jeder etwas zu verbergen hat…
Inhalt:
In ihrem achten Fall ermitteln Matilda und Rory in einem wunderschönen Nostalgie-Hotel inmitten einer Hochzeitsgesellschaft. Die Braut ist aus dem Fenster gestürzt, aber der Bräutigam glaubt an ein Verbrechen und hat deshalb alle Gäste gebeten, im Hotel zu bleiben und Matilda und Rory für die Ermittlungen zur Verfügung zu stehen. Schnell wird klar, dass verschiedene Menschen ein Motiv und noch viel mehr Gäste kein Alibi haben. Ausserdem fallen eine seltsame Hochzeitsfotografin, ein bissiger Hundefeind und die Eltern des Bräutigams sehr schnell negativ auf...
Meine Meinung:
Ich bin begeistert, schon wieder! Oliver Schlick hat mit seinen Figuren Matilda und Rory ein Team geschaffen, das es in sich hat. Die fantasievollen, klug aufgebauten Fälle, die schrägen, witzigen, spannenden und stets sehr detailliert und liebevoll beschriebenen Nebenfiguren und die wunderschöne Aufmachung und Vorsatzgestaltung machen jeden einzelnen Band zu einem kleinen Schatz.
An diesem Band besonders gut gefallen hat mir, dass mir lange gar nicht klar war, wie alles zusammenhängen könnte und dass die Fälle auch immer komplexer, gefährlicher und erwachsener werden. Parallel dazu wird unsere eigentliche Hauptfigur Matilda auch immer älter und dadurch zu einer um so wertvolleren und selbstbewussteren Mitarbeiterin. Rorys geheime Gabe, die ihm hilft, einige der Fälle aufzulösen, kommt in diesem Band kaum zum Einsatz, dafür überzeugt unser Team mit kluger Ermittlungsarbeit und einem gar nicht mehr so hasenfüssigen Dr. Herkenrath an seiner Seite.
Einmal mehr bin ich nur so durch die Seiten geflogen und ich hätte gerne noch lange weitergelesen. Dieser Krimi ist spannend, der Fall wird immer gefährlicher und trotzdem beinhaltet er auch eine grosse Portion Humor und ein Herz für Schüchterne.
Meine Empfehlung:
Lest die Reihe alleine oder mit den Kindern in eurem Umfeld. Lasst euch unterhalten und begeistern und beginnt natürlich unbedingt beim ersten Band.
Zusätzliche Infos:
Titel: Der geheimnisvolle Fall der Braut
Autor: Oliver Schlick wurde 1964 in Neuwied/Rhein geboren. Nach Abitur und
Zivildienst studierte er Sozialarbeit an der FH Düsseldorf. Seit
mehreren Jahren ist er in der stationären Jugendhilfe und der
Flüchtlingsarbeit tätig. Oliver Schlick lebt in Düsseldorf, und wenn er
nicht schreibt, verbringt er die Zeit mit dem Sammeln von Schneekugeln
und Blechspielzeug sowie dem exzessiven Hören von »The Cure«.
Sprache: Deutsch
Hardcover: 304 Seiten
Verlag: Ueberreuter Verlag
Ersterscheinung:
11.03.2026
ISBN: 978-3-7641-5314-4
Kurzrezension: Walzer für Niemand
Walzer für Niemand - Sophie Hunger
Beschreibung des Verlages:
Ein Mädchen und ihr bester Freund Niemand. Als Kinder von
Militärattachés ist ihr Aufwachsen geprägt von ständigen Ortswechseln.
Vom Rhythmus der Musik getragen erleben sie Magie und Erschütterungen
von Kindheit und Jugend. Am glücklichsten sind sie, wenn sie sich in
ihrer Plattensammlung verlieren, wenn sie im Atlas die Welt nach
Bandnamen neu kartografieren, wenn sie im Klavierunterricht
Dezibelangaben herausbrüllen oder in Songs die Sätze finden, die schon
immer in ihnen gelauert haben. Sie verstecken sich in der Musik und
werden von ihr versteckt, aber immer haben sie einander.
Doch dann
bekommt die Freundschaft Risse. Während Niemand eine Obsession für die
Volkskunde der Walserinnen entwickelt, von denen die Erzählerin
abstammt, und während sie selbst erste eigene Lieder schreibt, bahnt
sich eine Katastrophe an.
Sophie Hunger gelingt es auf
beeindruckende Weise, ihre besonderen Qualitäten als Songwriterin in
einen vielschichtigen und bewegenden Roman über das Werden, die
Freundschaft und das Elementare der Musik zu verwandeln.
Inhalt:
Die Musikerin Sophie Hunger baut in ihrem Roman ihren 2008 erschienenen Song "Walzer für Niemand" zum Roman aus. Ihre Ich-Erzählerin erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in einer Berner Gemeinde, ihren ersten Schritten als Musikerin und einer innigen Freundschaft, die über die Jahre zerklüftet wird.
Meine Meinung:
Das Buch habe ich aus einem Bücherschrank mitgenommen und hatte überhaupt keine Erwartungen an den Roman. Die Musikerin Sophie Hunger ist mir natürlich ein Begriff, aber ihre Songs kenne ich leider wirklich nicht so gut. Dies könnte sich allerdings bald ändern, schliesslich hat mich der Roman so richtig neugierig auf ihr Werk gemacht.
Besonders gut gefallen haben mir die kreative Erzähllust, der sehr freie Umgang mit Worten und die aussergewöhnlichen aber äusserst starken Sprachbilder, welche Erinnerungen und grosse Emotionen wecken. Ausserdem spricht natürlich aus jeder Sequenz Hungers enorme Liebe zur Musik, wohl das einzige, das sie und ihre Ich-Erzählerin verbindet.
Die teilweise ziemlich skurrilen Beschreibungen und Coming-of-Age-Elemente hatten dabei eine komische und unterhaltsame Komponente, stimmen aber auch wehmütig und die kurzen Abschnitte und Kapitel sorgten dafür, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.
Meine Empfehlung:
Dieses aussergewöhnliche Büchlein ist ein grosses Gedicht in Buchform, verbindet Legenden, Fantasie, die Liebe zur Musik und die tragische Geschichte einer zuerst innigen und später dahinschwindenden Freundschaft. Dieser Roman ist definitiv ein kleines Abenteuer für alle, die sich darauf einlassen wollen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Walzer für Niemand
Autorin: Sophie Hunger ist eine Schweizer Musikerin. Sie debütierte 2008 mit ihrem Album
"Monday's Ghost" (Universal Jazz France) und spielte 2010 als erste
Schweizer Künstlerin beim Glastonbury Festival. In Deutschland erhielt
sie 2015 den LEA für die beste Live-Tournee und 2019 den Preis für
Popkultur. In Frankreich erhielt sie 2017 den Prix Lumières für ihre
Filmmusik des Oscarnominierten Films "Ma Vie de Courgette". Sie
studierte Anglistik und Germanistik in Zürich, Konstanz und Bern.
Sprache: Deutsch
Hardcover: 192 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Erscheinungstermin: 13.03.2025
ISBN: 978-3-462-00324-6
