Rezension: Ruth Tannenbaum

"Ruth Tannenbaum" von Miljenko Jergović ist ein Rezensionsexemplar aus dem Verlag Schöffling & Co. Ich habe es angefragt, weil ich schon sehr lange einmal ein Buch von Miljenko Jergović lesen wollte und weil @nocheinbuch soooo sehr geschwärmt hat.

Ruth Tannenbaum - Miljenko Jergović

Beschreibung des Verlages:
Salomon Tannenbaum bezieht 1920 Prügel auf die Fußsohlen, weil er nicht mit den Empfindlichkeiten des noch jungen Königreichs Jugoslawien rechnet. Seither sitzt ihm die Angst in den Knochen. 1928 heiratet er die Frau mit den größten Augen, die Zagreb je gesehen hat, und wenig später wird Töchterchen Ruth geboren, deren Augen noch größer sind und die eines Tages wegen dieser Augen zum Kinderstar am Zagreber Nationaltheater wird. Als kroatische Shirley Temple feiert sie wahre Triumphe, Triumphe, die nicht nur ihr, sondern der ganzen Familie zu Kopf steigen. Als die Deportationen beginnen, ist es aus mit dem Ruhm und bald auch mit dem Leben.
Miljenko Jergović gelingt mit »Ruth Tannenbaum« ein fantastischer Roman über eins der finstersten Kapitel nicht nur der jugoslawischen Geschichte. Er setzt damit zugleich Lea Deutsch ein Denkmal, deren totgeschwiegenes Schicksal ihm den Anstoß zum Schreiben gab. Es ist das international erfolgreichste Buch dieses innerhalb wie außerhalb seiner Heimat bedeutenden Erzählers. 

Inhalt:
In den unruhigen Zeiten vor und während des zweiten Weltkrieges geht es im heutigen Kroatien brutal zu und her. In Zagreb nämlich, wo sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Religionen und kulturellen Hintergründen die Klinke in die Hand geben, ist die Stimmung angespannt, die Angst vor Hitler greift mehr und mehr um sich und wird vor allem in der jüdischen Bevölkerung immer stärker. Selbstjustiz, Bösartigkeiten, Prügeleien und andere kleine und grössere Gewaltverbrechen schüren das Misstrauen zwischen den Menschen und als die kleine Ruth Tannenbaum begleitet von ihrer Ziehmutter Amalija ein Vorsprechen für eine Rolle am Kroatischen Nationaltheater gewinnt, verändert sich das Leben der jüdischen Familie Tannenbaum von einer Sekunde auf die andere. Arrogant und ignorant machen sich die Tannenbaums immer mehr Feinde, wecken die Eifersucht in ihren Mitmenschen und verkennen die Zeichen des sich anbahnenden Völkermordes. Das geht so weit, bis die Tannenbaums beginnen, nicht nur ihre eigene Religion zu verleugnen, sondern ihren Hass auch verbal und physisch gegen ihre Religionsbrüder und -schwestern zu richten.  

Meine Meinung:
Schon lange einmal wollte ich unbedingt ein Buch von Miljenko Jergović lesen und habe mit "Ruth Tannenbaum" gleich zu einem feinsinnigen, spannenden Roman mit zugleich bedrohlichen und humorvoll-bizarren Untertönen gegriffen. Es gelingt Jergović auf einzigartige Weise, die Geschichte der kleinen Ruth Tannenbaum - die übrigens vom Schicksal des Kinderstars Lea Deutsch angeregt worden ist - und ihrer Familie zugleich packend zu erzählen und ausserdem das Schicksal einer ganzen Region und deren Bewohner einfliessen zu lassen. Auch sind nur schon die Mitglieder der Familie Tannenbaum einen genaueren Blick wert. Das wären Ruths Grossvater Abraham, der den stoischen, weisen Juden gibt, ihr Vater Salomon, der unbeirrbar, ohne grosse Wellen zu schlagen und auch naiv seinen Weg geht und ihre Mutter Ivka, die mit ihrer Angst vor der leicht verrückten Nachbarin Amalija, die vor Jahren ihren Sohn verloren hat und seither eifersüchtig auf das scheinbare Familienglück der Tannenbaums schielt und trotzdem immer mehr und mehr Zeit mit Ruth verbringt, für eine humorvolle Komponente sorgt. Immer wieder aber sind es brutale Ereignisse in der kunterbunten Stadt, welche die harten Zeiten erkennen lassen und die um sich greifende Angst und das Schwinden der Menschlichkeit und Selbstkontrolle fassbar machen. Dieser Angst werden eine naive Arroganz und ein enormer, triefender Stolz gegenübergestellt, welche die Familie Tannenbaum blind machen für die Ereignisse, welche unweigerlich auf sie und alle anderen Juden Zagrebs zukommen werden.

Meine Empfehlung:
"Ruth Tannenbaum" bietet Einblicke in die damalige Theaterwelt und Vorkriegsstimmung, die Diktatur des Ante Pavelić und das Leben weiterer politisch und kulturell angesehener, geschätzter und gefürchteter Persönlichkeiten, die Jergović teilweise unter ihrem echten Namen einbindet, sowie die Foltermethoden der sich bekämpfenden Gruppierungen in Zagreb. Immer wieder besteht dieses Buch aber auch aus einem zarten Erinnern an die eigentlichen menschlichen und religiösen Werte. Brutale, fesselnde und traurige Momente, und amüsante und kritisch-poientierte Szenen und Dialoge werden zu einer vielschichtigen Chronik vereint, die definitiv nicht kalt lässt und äusserst packend geschrieben ist. Es erstaunt nicht, dass Jergović als einer der ganz grossen Erzähler unserer Zeit gilt, "Ruth Tannenbaum" ist schliesslich nur ein Zeugnis seines schriftstellerischen Geschicks und ich bin mir sicher, dass ich bald weitere seiner Werke entdecken werde und spreche für dieses Buch eine herzliche Empfehlung aus.

Zusätzliche Infos:
Titel: Ruth Tannenbaum
Originaltitel: Ruta Tannenbaum
Autor: Miljenko Jergović, geboren 1966 in Sarajevo, lebt in Zagreb. Er arbeitet als Schriftsteller und politischer Kolumnist und ist einer der großen europäischen Gegenwartsautoren. Seine Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet worden, zuletzt (gemeinsam mit seiner deutschen Übersetzerin Brigitte Döbert) mit dem Georg-Dehio-Buchpreis 2018
Sprache: Deutsch
Aus dem Kroatischen von: Brigitte Döbert
Fester Einband mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 448 Seiten
Erscheinungsdatum: 27.08.2019
ISBN: 978-3-89561-398-2

Der Garten über dem Meer

Dieses Buch wurde am Sonntag in @mariaslesekreis besprochen (HIER kann immer noch diskutiert werden) und ich komme endlich dazu, meine Rezension zu schreiben.

Der Garten über dem Meer - Mercè Rodoreda

Beschreibung des Verlages:
Katalonien in den späten Zwanzigern. Sechs Sommer lang beobachtet der Gärtner eines Herrenhauses über dem Meer das Kommen und Gehen der jungen Besitzer Francesc und Rosamaria. Sie feiern ausgelassene Partys und leben einen beneidenswerten Sommernachtstraum. Doch dem Gärtner entgehen auch die feinen Risse in dem Idyll nicht. Spätestens, als auf dem Nachbargrundstück jemand eine noch größere Villa errichtet, werden die unübersehbar, denn der neue Nachbar ist niemand anderes als Rosamarias Jugendliebe Eugeni ...  
 
Schreibstil und Handlung:
Diese leise und zart erzählte Parabel über das Leben und die Liebe stimmt melancholisch und lädt zum Reflektieren über das eigene Selbst ein. Wie die Pflanzen im Garten blühen und wieder welken, ist es auch im Leben und der Liebe der Fall und so erstaunt es nicht, dass ausgerechnet beim Gärtner eines grossen Anwesens alle Fäden des täglichen Lebens der Angestellten und der schönen jungen Besitzer Rosamaria und Francesc zusammenlaufen.
Der Gärtner, ein aufmerksam beobachtender Ich-Erzähler, ist es nämlich, der jedes Ereignis - wenn auch aus der Ferne und sich nicht immer genau erinnernd - betrachtet, in sich aufnimmt und ein Stück mit sich mitträgt. Er versteht vieles und rätselt um die Deutung dessen, was Fragen aufwirft und er begegnet der Natur und den Menschen um sich herum mit einer Ehrfurcht und einem Respekt, die sehr für seinen liebenswerten, angenehmen Charakter sprechen. Diese einfühlsame Art ist es, welche die Menschen dazu bringt, ihn in ihre Geheimnisse einzuweihen und gerade deshalb weiss er fast immer, was im Hause vor sich geht und erkennt aus seiner Perspektive schnell die ersten Risse und Unregelmässigkeiten in der Fassade von Schönheit und Reichtum. Fast stoisch, aber auf jeden Fall sehr duldsam, pflegt er den Garten des Anwesens und verzweifelt auch dann nicht, wenn die Herrschaften die Beete wieder einmal in einer wilden Partynacht zerstört haben. Er pflanzt neu, pflegt, schneidet und bindet Blumensträusse und nicht nur der Garten gedeiht und vergeht, auch das Meer trägt die Geheimnisse, Sorgen, Nöte und den Schmerz der Menschen mit sich und wenn es am Abend dunkel wird, ist es die Brandung, schwarz wie die Nacht, welche jedes Geräusch schluckt, aber unter der Oberfläche stets weiderbrodelt.  

Meine Meinung:
Selten hat mich ein Buch so sehr in eine andere Gefühlslage versetzt und mich noch lange in dieser verweilen lassen, wie "Der Garten über dem Meer". Es hat mich begeistert, wie ruhig die Erzählung dahingeplätschert ist und dass ich auf ein wenig mehr als zweihundert Seiten die Ereignisse aus sechs Sommern und so vielen Leben erfahren durfte. Immer wieder tauchen neue Gerüchte, Personen oder Fügungen auf, welche dem Gärtner zugetragen werden oder begegnen und welche tief einblicken lassen in den Schmerz, das Leid, die Trauer und das fragile Glück der Protagonisten, die wie die Figuren des viel bespielten Schachbretts im Schatten der Zypressen hin und her geschoben werden oder sogar ganz verschwinden und Monate später wieder auftauchen.
Rodoreda ist mit diesem Buch eine zarte Gesellschaftsstudie voller feinsinniger Beobachtungen gelungen, die mit bunten, lebensnahen Beschreibungen und ganz viel Liebe zum Erzählen und den Menschen begeistern kann. Der Gärtner ist es, der von Anfang an da ist, er ist es, der die Spuren der anderen beseitigt und er ist es, welche die Pflanzen am Blühen hält. Wie schön es doch ist, dieser spannenden Figur über die Schultern zu schauen und sich dabei in den sanft dahinfliessenden Gedanken, Formen und Farben zu verlieren... 

Meine Empfehlung:
Für dieses feinsinnige und zarte Buch mit dem liebenswerten Ich-Erzähler gibt es eine sehr herzliche Leseempfehlung von mir.

Zusätzliche Infos:
Titel: Der Garten über dem Meer
Originaltitel: Jardi vora el mar
Autorin: Mercè Rodoreda (1908-1983) war eine der bedeutendsten katalanischen Schriftstellerinnen. Während des Bürgerkriegs ging sie ins Exil, zunächst nach Frankreich, später in die Schweiz. In den 70jahren kehrte sie nach Katalonien zurück. Eon Großteils des Werks von Mercè Rodoreda ist ins Deutsche übersetzt worden, so auch ihr vielleicht berühmtester Roman "Auf der Plaça del Diamant". Aber erst mit "Der Garten über dem Meer" entdeckte auch ein breiteres Publikum in Deutschland diese Grande Dame der katalanischen Literatur. 
Sprache: Deutsch
Aus dem Katalanischen von: Kirsten Brandt
Broschur: 240 Seiten
Verlag: Berlin Verlag
Erschienen am: 01.06.2016 

Lese-Statistik September 2019


Hallo ihr Lieben

Endlich komme ich dazu, meinen Monatsrückblick zu veröffentlichen und ich kann euch jetzt schon sagen, dass der September ein sehr turbulenter aber wundervoller Monat war. Lesetechnisch war ebenfalls einiges los und obwohl ich mitten im Monat eine kleine Leseflaute hatte (wohl die erste meines Lebens), habe ich am Ende des Monats zwei Bücher in zwei Tagen gelesen und noch ein wenig aufgeholt. Es war sehr viel Abwechslung dabei und ein Reread. Wie auch schon im letzten Jahr habe ich mich nämlich dazu entschieden, im September wieder nach Hogwarts zu reisen. Welcher Monat wäre dafür schon besser geeignet als der September?


Und diese Bücher habe ich im September gelesen:

Dieses Buch hat mir am nicht ganz so zugesagt, wie anderen es war aber das wichtigste Buch, das ich im September gelesen habe, hüpft schnell zur Rezension und lest, warum
 

Ein fantastisches, liebenswertes Buch, das die Liebe zum geschriebenen Wort wundervoll beschreibt

Ein berührender und humorvoller Roman, der Krankheit, Freundschaft, das Leben und den Tod thematisiert

Eine sehr tiefgründige und bewegende Geschichte, welche Trauer, Verlust und die Liebe thematisiert

Und bereits ein erster winterlicher Roman, der weihnachtliche Stimmung und Romantik verbreitet

Und noch eine literarische Einstimmung auf Irland, die mich begeistert und mit Vorfreude erfüllt hat
https://www.dtv.de/buch/heinrich-boell-irisches-tagebuch-1/ 

Meine Rezensionen im Überblick:
Das Licht ist hier viel heller - Mareike Fallwickl   (384 Seiten)
Die verlorenen Briefe des William Woolf - Helen Cullen   (416 Seiten)
Die vorletzte Reise der Ewa Kalinowski - Regina W. Egger   (268 Seiten)
Über uns der Himmel - Kristin Harmel   (448 Seiten)
Schneeflockenträume - Debbie Macomber   (272 Seiten)
Irisches Tagebuch - Heinrich Böll   (144 Seiten)
Harry Potter und die Kammer des Schreckens - J. K. Rowling   (352 Seiten, keine Rezension, Reread)


Und ein wenig Zahlenspielerei:
Gelesene Bücher: 7
Somit in die Leseeule: 6 Franken (Reread zählt nicht)
Gelesene Seiten: 2284
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 76.13 Seiten
Neuzugänge: 8
SuB am Monatsbeginn: 141
Aktueller SuB: 134
Differenz: -7 (ich habe ausgemistet)


Und noch ein wenig privat...

Wie ihr vielleicht erfahren habt, haben der Liebste und ich am 14.9.19 standesamtlich geheiratet und durften einen wundervollen Tag in der schönen Bundeshauptstadt der Schweiz verbringen. Nach der Trauung, die für uns eine riesige Erleichterung war, weil wir seit Mai dabei waren, die bosnischen und kroatischen Papiere des Liebsten zu besorgen und bis zwei Wochen vorher nicht wussten, ob es mit der Hochzeit klappen würde, haben wir gemeinsam mit unseren Trauzeugen angestossen, tolle Fotos geschossen und ein herrliches Festmahl mit Blick über die Stadt eingenommen.
Als besondere Überraschung haben meine Schwester und meine Eltern uns vor dem Standesamt erwartet, was eine riesige Freude war und uns gleich noch glücklicher gemacht hat. Weil so eine standesamtliche Trauung aber immer eine sehr trockene Angelegenheit ist, reisen wir im November nach Irland, wo wir mit unseren Trauzeugen eine freie Trauung nur für uns gestalten werden und in etwa einem Jahr werden wir noch ein grosses Fest, wahrscheinlich mit einer Art kirchlichen Trauung, für unsere Familien und Freunde veranstalten. Kennt ihr "How I met your mother"? Wir möchten genau so eine "Trauung vor der Trauung", wie sie Lily und Marshall hatten und eigentlich wäre unsere standesamtliche Trauung in Irland gewesen, aber das wäre mit den Papieren noch komplizierter gewesen, weshalb wir nun einfach dreimal heiraten und besser könnte es nicht sein. Und weil so viele gefragt haben, zeige ich euch noch ein paar Bilder von der Fahrt zur Trauung und dem kleinen Fotoshooting im Rosengarten in Bern:

 

Neuzugänge September 2019....

 
... oder: wo Bücherberge sich erheben ...

Hallo ihr Lieben

Ich halte es kurz und einigermassen schmerzlos. Der September war ein grandioser Monat, privat, beruflich und buchtechnisch. Ich habe sooooo viele Bücher hier einziehen lassen, wie schon länger nicht mehr, aber der SuB hat nicht gelitten, weil ich aussortiert habe. Ich erwarte, im Oktober ziemlich viel zu lesen, weil ich die erste Leseflaute meines Lebens im September hinter mich gebracht habe und richtig neugierig bin auf meine neuen Bücher. Ein paar (weihnachtliche) Rezensionsexemplare erwarte ich zwar, aber ansonsten sollte es mit dem Abbau weiter vorangehen und vielleicht schaffe ich es, mich noch einmal von einigen Büchern zu trennen. Wir werden sehen.
Nun also zeige ich euch meine Neuzugänge aus dem Monat September und ordne sie gleich ein wenig :-)


Diese Bücher habe ich mir gekauft...wow....so viele wie schon sehr lange nicht mehr...

 
Einmal mehr habe ich im Bärner Brocki zugeschlagen und gleich drei gebrauchte Bücher in sehr gutem Zustand ergattern können.
"Garou" von Leonie Swann ist die Fortsetzung von "Glennkill", das ich vor mittlerweile mehr als drei Jahren sehr, sehr gerne gelesen habe, weshalb das Buch unbedingt mitmusste.
"Musik und Religion" von Hans Küng habe ich mir ebenfalls gegönnt, das gilt natürlich als Sachbuch/Weiterbildung und da ich so oder so immer öfter musibezogene Bücher lesen und vor allem auch darüber berichten will, habe ich mir das Buch erlaubt.
Ebenfalls habe ich "Madame Piaf und das Lied der Liebe" von Michelle Marly gekauft, das zwar mit Musik zu tun hat, aber nicht per se ein Sachbuch ist, sondern ein Roman, von dem ich bisher nur Gutes gelesen habe, das passt ja dann auch (ihr seht, wie schön ich mir alles rechtfertigen kann :-)
 
Weiter habe ich mir "Das Licht ist hier viel heller" von Mareike Fallwickl gekauft und auch schon gelesen. Weil mir "Dunkelgrün fast schwarz" so gut gefallen hat, musste dieser zweite Roman der Autorin auch unbedingt her, wenn auch ich nicht ganz so begeistert war davon. Zur Rezension geht es HIER.
 
Und natürlich lese ich ebenfalls "Der Garten über dem Meer" von Mercè Rodoreda in @mariaslesekreis mit und sollte mich bald sputen, am Sonntag wird das Buch nämlich ausführlich besprochen und ich stecke noch mittendrin...


Weiter geht es mit den Rezensionsexemplaren, auch da hatte ich mich nicht im Griff...

"Ruth Tannenbaum" von Miljenko Jergović ist ein Rezensionsexemplar aus dem Verlag Schöffling & Co. Ich habe es angefragt, weil ich schon sehr lange einmal ein Buch von Miljenko Jergović lesen wollte und weil @nocheinbuch soooo sehr geschwärmt hat.
Weiter darf ich in einer Leserunde der Leserjury das Buch "Der Duft der weiten Welt" von Fenja Lüders aus dem Verlag Bastei Lübbe lesen und freue mich schon auf diesen Auftakt der Speicherstadt-Saga, schliesslich freue ich mich immer, wenn ich eine Reihe finde, die wirklich zu mir passt und ich habe bei diesem Buch ein gutes Gefühl.
Und zuletzt hat mich noch "Schneeflockenträume" von Debbie Macomber erreicht. Ich habe das Buch am Sonntagnachmittag auch sofort gelesen und mich ein wenig in vorweihnachtliche Stimmung gebracht. HIER geht es zur Rezension.  Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar aus dem Blanvalet-Verlag, das via Bloggerportal zu mir gefunden hat.

Und nun noch ein wenig Statistik:
Geschenkt bekommene Bücher: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 3
Gekaufte Bücher: 5
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 8
SuB am Monatsbeginn: 141
Aktueller SuB: 134

Rezension: Irisches Tagebuch

https://www.dtv.de/buch/heinrich-boell-irisches-tagebuch-1/ 
Irisches Tagebuch - Heinrich Böll

Beschreibung des Verlages:
Eine Reise nach Irland: Heinrich Böll stattete mit diesen Aufzeichnungen den Dank ab an eine Landschaft und ihre Menschen, denen er sich seit seinem ersten Besuch auf der Insel im Jahr 1954 wahlverwandtschaftlich verbunden fühlte.
In der ›Stuttgarter Zeitung‹ heißt es: »Das Geheimnis dieses Buches, des liebenswertesten Buches von Heinrich Böll, ist, daß kaum ein Wort über die verzwickte Ökonomie und die noch verzwicktere Geschichte dieses kleinen Staates gesagt wird und daß dennoch das ganze Irland in diesem Tagebuch eingefangen zu sein scheint.« Und für Marcel Reich-Ranicki ist es »ein verstecktes Deutschlandbuch, denn mit seinen Reisenotizen strebt Böll eine mittelbare Kritik der einheimischen Verhältnisse an: Irland wird immer wieder als Gegensatz zur Bundesrepublik betrachtet«.Das legendäre allererste dtv-Buch - seit 1961 ununterbrochen lieferbar! 

Meine Beziehung zu Irland:
Vor drei Jahren habe ich ich mich in die grüne Insel verliebt (alle Reiseberichte findet ihr HIER). Mit einer lieben Freundin war ich da und wollte so gerne bereits ein Jahr später wieder nach Irland reisen und dem Liebsten die tolle Landschaft und das Lebensgefühl näherbringen. Leider hat dies dann nicht geklappt, wie geplant. Im November ist es aber so weit. Wir werden endlich gemeinsam nach Irland reisen. Und wir nehmen nicht nur warme Kleidung mit, sondern auch vier liebe Menschen und ein weisses Kleid... ;-) Der Tag rückt immer näher, der Brautschleier kam am Samstag an, es wird konkret. Nach unserer standesamtlichen Hochzeit vor zwei Wochen dürfen wir uns auch in den wilden Weiten der grünen Insel die ewige Liebe schwören. Was könnte da nun besser passen, als eine Einstimmung durch den Grossmeister der Beschreibungen himself? Heinrich Böll, ein Menschenkenner, ein Künstler mit Wort, Witz und einem kritischen Auge.

Meine Meinung:
Fasziniert habe ich gelesen, wie Böll ein scheinbar aus der Zeit gefallenes Irland vor mehr als fünfzig Jahren erlebte. Ich las von einem grünen Niemandsland, strengem Katholizismus, einer Vorliebe für Tee und intensive Gespräche und erkannte in allen Anekdoten nicht nur den Wandel der Zeit, sondern auch Bölls liebevoll beobachtendes Auge auf Land und Leute. Nicht nur erkennt Böll auf seiner Irlandreise, was in Deutschland nicht läuft, wie es soll, sondern er findet auch immer neue Argumente für einen Besuch dieser Insel, die ihn so gastfreundlich empfangen hat. Natürlich ist ein Buch von Heinrich Böll immer politisch, immer kritisch, immer anti-nationalsozialistisch und vor allem auch immer äusserst scharfsinnig geschrieben. Dennoch erkenne ich im Buch "Irisches Tagebuch" auch eine Gelöstheit, eine Entspannung und ein Wohlwollen, das positiv auffällt und aus Bölls Schaffen herausragt. Besonders gut hat mir übrigens die Ergänzung "Dreizehn Jahre später" gefallen, in der Böll noch einmal mit Deutschland abrechnet und selber bemerkt, wie sehr sich Irland in den Jahren seit seinem Besuch verändert hat.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch hat mich berührt und immer mal wieder zum Schmunzeln gebracht, weil die Sprache einerseits so akribisch genau beschreibt, andererseits aber auch so viele persönliche Erkenntnisse und Erlebnisse des Autors einfliessen lässt. Und weil dieses Buch eine grosse Liebeserklärung an Irland ist und das ist ja eigentlich schon Argument genug :-) 

Zusätzliche Infos:
Titel: Irisches Tagebuch
Autor: Heinrich Böll, geboren am 21. Dezember 1917 in Köln, nahm nach dem Abitur eine Lehre im Buchhandel auf, die er bald abbrach. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen.1945 kehrte er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire ›Die schwarzen Schafe‹ mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig und veröffentlichte Romane, Erzählungen, Hör- und Fernsehspiele sowie Theaterstücke. Außerdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u. a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger). MEHR
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: dtv
Erschienen: