Lese-Statistik Oktober 2026

Hallo ihr Lieben

Wir sind nun endlich so richtig im Herbst angekommen und mein Lieblingsmonat hat begonnen. Zeit also, um ein wenig zurückzublicken. Den Anfang des Oktobers verbrachte ich bei meiner besten Freundin und meinem Patenkind und dann reiste ich direkt für drei Tage nach Graubünden, wo die alljährliche Familienauszeit (mit extrem ernst genommenem Minigolfturnier) anstand.
Anschliessend an diese eher ruhigen Tage habe ich mich in mein Arbeitszimmer verkrochen, die letzten Dinge für den Schulstart vorbereitet und geübt und dann ging die Schule nach dem Herbstunterbruch schon wieder los. Das Quartal bis Weihnachten ist oft das intensivste (unter anderem darum, weil ich selber natürlich ausgerechnet in dieser Jahreszeit die meisten Konzerte spiele), aber es ist einfach meine liebste Zeit im Jahr. Der Oktober war konzerttechnisch noch eher ruhig (dafür habe ich um so mehr geprobt), nun aber freue ich mich auf wirklich viele Konzerte (und dadurch wahrscheinlich auch sehr viele Zugstunden) im November.
Zugstunden gab es im Oktober auch schon einige, weshalb ich trotz vielen langen Tagen doch noch das eine oder andere Buch gelesen habe. Im Oktober habe ich erfahren, dass ich wieder Tante werde, ausserdem durfte ich einige Geburtstagsfeste mitfeiern, eine Lesung von Saša Stanišić besuchen, die wie immer wunderschöne Eröffnung des Weihnachtsverkaufs in der Bärner Brocki in bester Gesellschaft geniessen und generell ganz viele liebe Menschen treffen. Es freut mich sehr, dass ich mir vor Jahren vorgenommen habe, meinen Herzensmenschen nach Möglichkeit immer den Vorrang vor meiner Arbeit zu geben und auch wenn dies manchmal zu enorm langen Wegen und vollen Tagen führt, kann ich auch meine weiter entfernt lebenden Liebsten trotz hohen Arbeitspensen aber auch dank grosser Flexibilität in meiner Selbstständigkeit oft sehen, was mich einfach immer extrem glücklich macht.

Gelesen im Oktober:

Eine in einem kleinen Dorf im Schwarzwald handelnde spannende und berührende Familiengeschichte

Ein Roman voller schwarzem Humor über das Sterben und eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung


Freundschaft, Liebe, psychische Gesundheit und Vertrauen spielen in diesem kurzen Roman die Hauptrolle


Ein Briefroman mit einer unsympathischen Protagonistin und einer trotzdem überzeugenden Handlung


Weihnachten in Brooklyn? Hier wird der Traum Wirklichkeit, viel Liebe zum Film, unnötige Romanze


Nach wie vor aktuelle Klassiker in dem sich die King-typischen Längen aber auch viel Spannung finden


Gemütlicher 3. Teil der Himmelsee-Reihe mit viel Freundschaft, Familie und Weihnachtsstimmung


  • Himmelsee 3. Unter den Sternen funkelt die Hoffnung - Tanja Janz (Rezensionsexemplar) 
  • Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights - Juliane Collins (Rezensionsexemplar) 
  • Salinenkrebse - Linda Sensenberger (Rezensionsexemplar) 
  • Ein Leben in Geschichten - Donna Leon (gebraucht gekauft)
  • Geheime Quellen - Donna Leon (Brunetti 29, gebraucht gekauft)
  • Winterzauber am Inselweg - Julie Peters (gebraucht gekauft)
  • Das Wunder der Winterbäume - Claudia Romes (gebraucht gekauft) 
  • Schafe Schubsen - Jutty Nymphius (Leserundenbuch der Lesejury) 
  • Brunetti's Venice  Walks with the City's Best-Loved Detective - Toni Sepeda (neu gekauft)  


Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 7
Abgebrochene Bücher: -
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 2'628 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 84.77 Seiten
Bücher von Autorinnen: 6
Bücher von Autoren: 1
Autor*innenduos (oder Gruppen): -
Geschenkt bekommene Bücher: -
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 4
Neu gekaufte Bücher: 1
Gebraucht gekaufte Bücher: 4
Eingesammelte Bücher: -
Bibliotheksbücher: -
Gesamte Neuzugänge: 9
SuB am Monatsbeginn: 20 (und zwei Bibliotheksbücher)
Aktueller SuB: 24
Differenz +4 (kann man mal machen...)

Rezension: Unter den Sternen funkelt die Hoffnung

Rezensionsexemplar aus der Verlagsgruppe Harper Collins via Bloggerportal von Harper Collins

Unter den Sternen funkelt die Hoffnung - Tanja Janz

Reiheninfos "Himmelsee":
1. Himmelsee - Über den Wellen leuchtet das Glück (15.04.2025)
2. Himmelsee - Wo der Wind von Liebe erzählt (23.06.2026)
3. Himmelsee - Unter den Sternen funkelt die Hoffnung (25.08.2026)

Beschreibung des Verlages:
Der Lübecker Wintermarkt ohne ihre liebevoll hergestellten Honigkerzen, Honigbonbons und Honigwein? Die versäumte Anmeldefrist bedeutet für Lieve den Ruin. Deshalb ist sie mehr als froh über die Chance auf einen Stand beim Weihnachtsmarkt in Himmelsee. Ihre Eltern leben seit Kurzem in dem malerischen Darß-Ort, den auch Lieve bald für seine Ruhe und seinen einzigartigen Charme zu schätzen weiß. Jeden Tag spaziert sie am Strand entlang und blickt zu den funkelnden Sternen über der Ostsee. Als sie den charmanten Künstler Falk kennenlernt, offenbart sich eine besondere Verbindung zwischen ihnen. Erfüllt sich ihre stille Hoffnung auf die wahre Liebe in Himmelsee?

Inhalt:
Der dritte Band der im fiktiven Küstenörtchen Himmelsee handelnden Reihe entführt in die gemütliche Vorweihnachtszeit. Gemütlich ist diese allerdings nur für uns Lesende, der Protagonistin Lieve und ihrer Honigmanufaktur steht das Wasser nämlich bis zum Hals, weil sie es zum ersten Mal in der Geschichte des Familienunternehmens nicht geschafft hat, einen Standplatz am begehrten Lübecker Weihnachtsmarkt zu ergattern. In grosser Sorge um die wichtigsten Einnahmen des Jahres sucht sie nach einer Alternative und wird dank dem grossen Einsatz ihrer Eltern in Himmelsee fündig. Doch die Notlösung wird für Lieve schnell zum Glückstreffer und bald muss sie sich einige zukunftsweisende Fragen stellen.

Meine Meinung:
Tanja Janz Romane entführen mich seit einigen Jahren zuverlässig an die Nord- oder Ostsee und auch diesmal hat der Darß mich verzaubert und mir zusätzlich zur Meerluft, die beim Lesen wunderbar spürbar ist, auch noch den bezaubernden Duft von Honig und Salzkaramell und ganz viel Vorweihnachtsstimmung geschenkt. Die Geschichte hat mich sofort für sich eingenommen und wirkt wunderbar realistisch erzählt. Auch wenn sich Lieve immer mal wieder einige Hürden in den Weg stellen, ist die Handlung alles andere als überzogen oder unglaubwürdig konstruiert, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Schreibstil und Aufbau:
Die Mühlen mahlen langsamer in Himmelsee und dies merken nicht nur Lieve, sondern auch wir Lesenden, die durch den gemütlichen Schreibstil eine kleine Auszeit aus dem oft hektischen Alltag erfahren dürfen. Einmal mehr hat mich Tanja Janz mit ihren sehr detaillierten Beschreibungen des Funkelns und Duftens der Winterzeit sowie der malerischen Kulisse des Romans verzaubert. Eine extrem kleine Prise Romantik versüssen die Geschichte, was für mich perfekt dosiert war, weil dafür die herzliche familiäre und freundschaftliche Stimmung um Lieve um so mehr Gewicht bekamen. Und als der erste Schnee fiel, war ich dann wirklich im Winter angekommen.

Meine Empfehlung:
Die Reihe hat mich schon mit den ersten beiden Bänden begeistern können, aber dieser Weihnachtsband mit einer sehr dezenten Prise Romantik übertrifft das noch und ist einfach eine sehr wohltuende Auszeit, die man sich auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände gönnen kann.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Unter den Sternen funkelt die Hoffnung (Himmelsee 3)Autorin: Tanja Janz wollte schon als Kind Bücher schreiben und malte ihre ersten Geschichten auf ein Blatt Papier. Heute ist sie Schriftstellerin und lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen im Ruhrgebiet. Neben der Schreiberei und der Liebe zum heimischen Fußballverein schwärmt sie für St. Peter-Ording, den einzigartigen Ort an der Nordseeküste.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Harper Collins
Erscheinungstag: 25.08.2026
ISBN: 9783365014318

Kurzrezension: Shining

Shining - Stephen King

Beschreibung des Verlages:

Ein Hotel in den Bergen von Colorado. Jack Torrance, ein verkrachter Intellektueller mit Psycho-Problemen, bekommt den Job als Hausmeister, um den er sich beworben hat. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny reist er in den letzten Tagen des Herbstes an. Das Hotel "Overlook" ist ein verrufener Ort. Wer sich ihm ausliefert, verfällt ihm, wird zum ausführenden Organ aller bösen Träume und Wünsche, die sich in ihm manifestieren. Der Alptraum beginnt ...

Inhalt:
Das Hotel "Overlook" wird über den Winter in Tiefschlaf versetzt und nur der temporäre Hausmeister Jack Torrance und seine Familie sorgen vor Ort nach dem Rechten. Hätte man das Hotel wirklich eingewintert und abgeschlossen, wie man das mit Berghütten im Winter teilweise macht, wäre alles gut gegangen, aber natürlich kommt es anders und in der Einsamkeit des Eingeschneiten Ortes werden dunkle Gedanken und böse Träume plötzlich sehr laut.

Meine Meinung:
Stephen Kings Bücher habe ich vor allem als Kind gelesen und vor einem Jahr habe ich dann die Reihe um den dunklen Turm beendet. In Kings Romanen gefallen mir immer die aktuellen Bezüge, die popkulturellen Elemente, Querverweise auf andere Romane, die politischen Botschaften, die unglaublich kreative Gestaltung des Plots und die Tatsache, dass alle seine Helden irgendwie auch Antihelden sind und umgekehrt. Was mir nicht gefällt, sind die Längen, die ich bisher in fast jedem seiner Romane angetroffen habe (und lustigerweise streiten sich eingefleischte King-Fans darum, ob sich in seinen Romanen wirklich Längen finden...). So ist es mir auch mit "Shining" ergangen, das mich immer wieder überrascht und wunderbar unterhalten hat und das (abgesehen vom N-Wort) erstaunlich gut gealtert ist. Wichtige gesellschaftliche Themen wie Alkoholismus und häusliche Gewalt finden darin Einzug und bilden einen starken Kontrast zum sonst eher unterhaltsamen und spannenden Plot. Ausserdem hat mir gefallen, dass King auch in "Shining" einen kleinen Jungen mit einem mutigen Herz zum Helden macht. Aber auch in diesem Roman haben sich Passagen gefunden, die sich extrem gezogen haben und bei denen ich mich gefragt habe, warum ich mir schon wieder einen King-Roman antue... Natürlich hat sich die Anstrengung - wie bisher immer, wie ich finde - gelohnt und das Ende hat mich noch einmal so richtig mitgerissen. Auch habe ich dadurch Lust darauf bekommen, weitere Romane aus Kings Feder zu lesen, auch wenn ich genau weiss, dass ich mich beim Lesen wieder verfluchen werde für die Buchauswahl. Ein wenig gestört haben mich übrigens die vielen Tippfehler, die auf ein äusserst mangelhaftes Lektorat schliessen lassen, ich bin mir aber sicher, dass meine ziemlich alte Ausgabe, die mir übrigens ein guter Freund geliehen hat, mittlerweile schon einige Male überarbeitet worden ist. Vielleicht sogar in Bezug auf Political correctness...

Meine Empfehlung:

Dieser fünfzigjährige Klassiker hat nichts über die Jahre nichts an Spannung eingebüsst und kommt erfrischend kreativ konstruiert daher. Sicher ein Muss für Fans des Genres.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Shining
Originaltitel: Shining
Autor: Stephen Edwin King wurde am 21.9.1947 in Portland, Maine, geboren. Nach dem Studium der englischen Literatur an der University of Maine (und seiner Heirat mit Tabitha Spruce) trat er 1971 eine Stelle als Lehrer an der Hampden Academy in Maine an. Nach ersten Veröffentlichungen von Kurzgeschichten kam 1974 sein erster Roman Carrie auf den Markt - der Beginn seiner Karriere als freier Schriftsteller. Bis heute lebt und arbeitet Stephen King in Maine.
Sprache: Deutsch
Aus dem amerikanischen Englisch von: Harro Christensen
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum dieser Ausgabe: 31.10.2019
ISBN: 978-3-404-13089-4

Rezension: Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights

Rezensionsexemplar aus dem btb Verlag (via Bloggerportal von Randomhouse)

Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights - Juliane Collins

Beschreibung des Verlages:

Eigentlich hatte sich Alice auf eine ruhige Adventszeit gefreut. Doch dann wird sie nicht nur von ihrem Freund verlassen, sie verliert auch noch ihren Job in einer großen Marketingagentur. Als überraschend ein Brief ins Haus flattert, in dem der jungen Frau ein Erbe in New York in Aussicht gestellt wird, tritt sie kurzerhand die Flucht nach vorne an und bucht einen Flug von Hannover nach New York. Und siehe da: Jemand hat ihr tatsächlich ein halb verfallenes Filmtheater in Brooklyn Heights, dem quirligen Viertel am Hudson River unweit der Brooklyn Bridge, vermacht. Doch wer war der letzte Besitzer des Kinos und in welchem Verhältnis stand der zu Alice? In den folgenden Tagen vertieft sie sich in die erstaunliche Geschichte des Kinos und kommt einem gut gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur. Doch es gibt jemanden, der ihrem neu gefundenen Glück im Wege steht: Hunter, der junge Immobilienmakler, der scheinbar alles daran setzt, mit Alice möglichst schnell einen lukrativen Deal abzuschließen ...

Inhalt:
Nachdem sie ihren Job verloren hat und von ihrem Freund verlassen worden ist, ist Alice bereit für einen Neuanfang. Dass der in New York sein würde, hätte sie sich allerdings nicht träumen lassen. Doch ein Traum wird wahr: sie erbt ein altes Filmtheater mitten in Brooklyn Heights. Vor Ort bemerkt sie, dass auch noch andere Menschen sich für das in Mitleidenschaft gezogene Gebäude interessieren und beginnt sich, Gedanken über einen Verkauf zu machen. Sie freundet sich aber auch schnell mit hilfsbereiten Menschen in ihrer Nachbarschaft an und findet spannende Informationen im Archiv, welche ihre Familie betreffen und ihre Entscheidungen ins Wanken bringen.

Meine Meinung:
Juliane Collins Liebe zum Kino und vor allem zur Filmgeschichte hat diesen Roman zu einer ganz besonderen Lektüre gemacht. Die wunderschöne Herbst- und Winterstimmung in Brooklyn Heights hat mich dann noch einmal zusätzlich für den Roman eingenommen. Zwei Dinge haben mir aber leider gar nicht gefallen: dass Alice als absolut hilflose und ängstliche Person dargestellt wird. Ratten? Spinnen? Tauben? Panik. Ein Wasserschaden? Briefe von einer Behörde? Keine Ahnung, wie man damit umgehen soll... Schade, dass heutzutage immer noch solche Protagonistinnen gebaut werden.
Zweitens hat mich die absolut überflüssige und sehr simpel erzählte Romanze gestört. Ohne den Immobilienhai Hunter (oder ohne Gefühle für den Immobilienhai Hunter) wäre dieses Buch eine gemütliche, berührende Geschichte voller Liebe zum Film, Freundschaft, Nachbarschaft und Zusammenhalt sowie einer geschäftstüchtigen Protagonistin gewesen und sowohl am Verlauf der Handlung als auch am Ende hätte sich überhaupt nichts geändert. Mit Hunter war dieser Roman eine berührende Geschichte voller Liebe zum Film, Freundschaft, Nachbarschaft und Zusammenhalt mit einer ein wenig ungeschickten Hauptfigur und einer absolut unpassenden Romanze...
Dafür hat mich Collins immer wieder tief bewegt mit all den schönen Beschreibungen, der kurzweiligen Erzählsprache, den Verbindungen zwischen dem Filmtheater und der Familiengeschichte von Alice, den liebenswerten Nebenfiguren und den wunderschönen Beschreibungen des Filmtheaters. Die Gefühle und die Spannung, die in einem Kinosaal entstehen können, waren mit den Händen greifbar und die winterliche Stimmung in New York hat mich natürlich ebenfalls abgeholt. 

Meine Empfehlung:
Meiner Kritik zum Trotz empfehle ich euch das Buch sehr gerne weiter und hoffe auf weitere Romane der Autorin, die vielleicht ganz ohne Romanze oder mit einer ein wenig stimmiger konstruierten Liebesgeschichte daherkommen.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights
Autorin: Juliane Collins, geboren 1991 in Hameln, entdeckte ihre Leidenschaft für Filmgeschichte während ihres Public-Relations-Studiums an der Northern Kentucky University, wo sie sich in Filmwissenschaftskursen besonders mit den Marx Brothers und deutschen Stummfilmen beschäftigte. »Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights« ist ihr erster Roman.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch, Broschur: 352 Seiten
Verlag: btb
Erschienen am: 23.09.2026
ISBN: 978-3-442-77654-2

Rezension: Die Briefeschreiberin

Die Briefeschreiberin - Virginia Evans

Beschreibung des Verlages:

Jeden Morgen greift Sybil van Antwerp zu Füller und Papier und schreibt: an ihren Bruder, an ihre beste Freundin, an Autorinnen und Autoren. Sie hält fest, was sie begeistert, bewegt oder verärgert. Und dann gibt es da den einen Brief, an dem sie seit Jahren arbeitet, ohne ihn jemals abzusenden ...
Mit ihren dreiundsiebzig Jahren nutzt Sybil ihre Klugheit und ihren geistreichen Humor, um die Welt in Wort zu fassen. Doch jenseits ihrer umfassenden Korrespondenz hält sie die Menschen, die sie liebt, seit drei Jahrzehnten auf Abstand. Bis eine Nachricht aus ihrer Vergangenheit sie zwingt, sich dem schmerzhaftesten Kapitel ihres Lebens zu stellen.
Nun muss Sybil jenen Brief abschicken, an dem sie all die Jahre geschrieben hat. Und sie muss den Mut finden, sich selbst zu vergeben.

Inhalt:
Sybil van Antwerp wirkt auf den ersten Blick einsam und ihr Alltag kommt eintönig daher. Aber durch ihre sorgfältig gepflegten Brieffreundschaften reist sie zumindest gedanklich um die halbe Welt. Sie korrespondiert mit Verwandten und Bekannten und vermeidet dabei das eine Thema, das sie seit Jahrzehnten bewegt, bis sie den Geistern der Vergangenheit nicht länger ausweichen kann.

Meine Meinung:
Das Buch ist mir bei Instagram ganz oft begegnet und als ich es dann im September in einem offenen Bücherschrank entdeckte, musste ich sofort zugreifen. Briefromane mag ich sehr gerne und weil ich schon lange keinen mehr gelesen habe, habe ich mich riesig auf die Geschichte gefreut. Leider war ich ziemlich schnell sehr enttäuscht. Nicht von der eigentlichen Handlung, die hat mir nämlich sehr gefallen, sondern von der so extrem gehässigen und missgünstigen Protagonistin. Ihre belehrende Art, der herablassende Tonfall, mit dem sie seit Jahren mit ihrer besten Freundin, welche ihr immer zur Seite gestanden hat, korrespondiert und auch die Unnahbarkeit, welche sie ihrer Tochter gegenüber an den Tag legt, haben mich das Buch fast abbrechen lassen. Aber....natürlich gibt es Gründe, die zumindest ein wenig nachvollziehen lassen, weshalb Sylvie ist, wie sie eben ist, was allerdings ihr unmögliches Verhalten in meinen Augen nicht rechtfertigt. Zudem ist das Buch aber auch sehr klug aufgebaut und erzählt, was mich letztendlich doch überzeugt hat.

Schreibstil und Aufbau:
Anders als in vielen anderen Briefromanen finden sich in "Die Briefeschreiberin" nicht alle geschriebenen Briefe. Gekonnt ausgelassene Briefe sorgen dafür, dass das Buch immer spannend bleibt. Einige Zusammenhänge erschliessen sich erst, wenn Sylvie wieder Antworten auf Fragen erhält oder gibt, von denen man anfänglich nicht einmal wusste, dass sie gestellt worden sind. Auch werden Sylvies Geheimnisse Schicht um Schicht enthüllt und dabei zeigt sie sogar ab und zu eine menschliche Seite...

Meine Empfehlung:
Nicht jede Hauptfigur muss man ins Herz schliessen, um ein Buch zu mögen, "Die Briefeschreiberin" ist das beste Beispiel dafür. Dieser intelligent aufgebaute und erzählte Roman mit seinen um so sympathischeren Nebenfiguren hat mich am Ende tatsächlich überzeugt und sogar berührt und ich empfehle euch das Buch sehr gerne weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Die Briefeschreiberin
Originaltitel: The Correspondent
Autorin: Virginia Evans stammt aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten. An der James Madison University in Harrisonburg, Virginia, und dem Trinity College in Dublin studierte sie englische Literatur, Philosophie und kreatives Schreiben. Mit ihrem Ehemann, ihren zwei Kindern und ihrem Labrador Brigid lebt sie heute in Winston-Salem, North Carolina. Ihr hochgelobtes literarisches Debüt »Die Briefeschreiberin« entwickelte sich vom Geheimtipp zum internationalen Überraschungsbestseller, die Autorin wurde dafür sowohl mit dem PEN/Faulkner Award als auch mit dem Women's Prize for Fiction ausgezeichnet.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von: Regina Rawlinson
Verlag: Goldmann
Erschienen am: 10.06.2026
ISBN: 978-3-442-49739-3