Rezension: Reiches Erbe

Reiches Erbe - Donna Leon

Reiheninfos:

  1. Venezianisches Finale (1992)
  2. Endstation Venedig (1993)
  3. Venezianische Scharade (1994)
  4. Vendetta (1995)
  5. Acqua alta (1996)
  6. Sanft entschlafen (1997)
  7. Nobiltà (1998)
  8. In Sachen Signora Brunetti (1999)
  9. Feine Freunde (2000)
  10. Das Gesetz der Lagune (2001)
  11. Die dunkle Stunde der Serenissima (2002)
  12. Verschwiegene Kanäle (2003)
  13. Beweise, daß es böse ist (2004)
  14. Blutige Steine (2005)
  15. Wie durch ein dunkles Glas (2006)
  16. Lasset die Kinder zu mir kommen (2007)
  17. Das Mädchen seiner Träume (2008)
  18. Schöner Schein (2009)
  19. Auf Treu und Glauben (2010)
  20. Reiches Erbe (2011)
  21. Tierische Profite (2012)
  22. Das goldene Ei (2013)
  23. Tod zwischen den Zeilen (2014)
  24. Endlich mein (2015)
  25. Ewige Jugend (2016)
  26. Stille Wasser (2017)
  27. Heimliche Versuchung (2018)
  28. Ein Sohn ist uns gegeben (2019)
  29. Geheime Quellen (2020)
  30. Flüchtiges Begehren (2021)
  31. Milde Gaben (2022)
  32. Wie die Saat, so die Ernte (2023)
  33. Feuerprobe (2024) 

Beschreibung des Verlages:
Costanza Altavilla war für Anna Maria Giusti immer die gute Seele, die in ihrer Abwesenheit die Post aus dem Briefkasten nahm. Doch dieses Mal findet sie ihre Nachbarin tot in der Wohnung vor – mit Schürfwunden an Hals und Schultern. Ist die alte Dame nur gestürzt, oder hat jemand nachgeholfen? Während Vice-Questore Giuseppe Patta die Geschichte verharmlost und zu den Akten legen will, vertraut Brunetti auf seinen Instinkt – und gelangt zu tieferen Wahrheiten als jenen, die beweisbar sind. Mit ungewöhnlichen Mitteln macht Brunetti sich stark für die Alten und Schwachen. Donna Leons feinfühligster Fall.

Inhalt:
Reiches Erbe" ist - wie so oft, aber mehr denn je - ein Roman der leisen Töne. Brunetti vermutet beim Tod der älteren Dame Costanza Altavilla mehr als einen Herzinfarkt. Zuerst führt ihn eine Spur zu einer Organisation, welche von Gewalt betroffenen Frauen sichere Unterkünfte bei Privatpersonen verspricht und findet sich dann plötzlich in einem System wieder, das Menschen zwingt, das Gesetz zu brechen, um in Würde altern, leben und sterben zu können.

Meine Meinung:
In jedem Brunetti-Roman begegnen mir neue Aspekte, politische Verstrickungen und Sehenswürdigkeiten dieser imposanten Stadt. Sie alle verbindet, dass Brunetti oft auf verlorenem Posten ermittelt und sich dabei auf die Seite der Menschen schlägt, die sonst nicht gehört werden. Ausserdem versteht er es meisterhaft, die Gesetze der Stadt so zurechtzubiegen, dass er auf Umwegen, die man kaum mehr legal nennen kann, zu Informationen kommt, die ihm helfen, Licht ins Dunkel zu bringen. Auch in diesem Fall bewegt er sich in Zwischenwelten, führt ausgeklügelte Gespräche und lässt sich dabei tatkräftig von Polizeichef Pattas Assistentin Signorina Elettra unterstützen. Ohne sie würden in Venedig wohl nur halb so viele Verbrechen aufgeklärt, was ihr und der ganzen Abteilung sehr wohl bewusst ist. Ein wenig kurz kommen Brunettis Familienleben sowie die stets sehr geschätzten Ausflüge in die Welt der Kulinarik. Dafür beweist Brunetti in diesem Roman ein grosses Herz für ältere Menschen und bietet berührende Einblicke in eine tragische Liebesgeschichte.


Meine Empfehlung:
Die Reihe hat es mir einfach angetan und auch dieser Band ist da keine Ausnahme. Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Fälle des einfühlsamen, gesellschaftskritischen und Venedig liebenden Kommissars.

Zusätzliche Infos:
Titel: Reiches Erbe
Originaltitel: Drawing Conclusions
Autorin: Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, arbeitete als Reiseleiterin in Rom und als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin und Dozentin im Iran, in China und Saudi-Arabien. Die ›Brunetti‹-Romane machten sie weltberühmt. Donna Leon lebte viele Jahre in Italien und wohnt heute in der Schweiz. In Venedig ist sie nach wie vor häufig zu Gast.
Sprache: Deutsch
Aus dem amerikanischen Englisch von: Werner Schmitz
Taschenbuch: 320 Seiten 
Verlag: Diogenes
Erscheinungsjahr meiner Ausgabe: 23. Oktober 2013
ISBN: 978-3-257-24267-6   

Blogleserunde mit Mellis Buchleben, Update-Post: "Die Unbändigen"

Hallo ihr Lieben

Heute startet die Leserunde zum Buch "Die Unbändigen" von Emilia Hart, das ich gemeinsam mit Melli vom Blog Mellis Buchleben lesen möchte. Bereits angeschlossen hat sich uns Julia. Wer Zeit und Lust hat, darf gerne ebenfalls mitlesen. Ein verspätetes Einsteigen ist natürlich immer möglich und falls ihr das Buch bereits gelesen habt, dürft ihr euch natürlich auch beteiligen und/oder den Link zu eurer Rezension in die Kommentare packen.

Gestartet wird heute, am Montag, 1.6.26, und alle lesen in ihrem Tempo. Unter diesem Post könnt ihr eure liebsten Buchzitate, allgemeine Gedanken zum Buch (ohne Spoiler) und dann natürlich auch noch eure Überlegungen zu den einzelnen Abschnitten (mit Spoiler) sowie den Link zu eurer Rezension kommentieren.

Die Abschnitte haben wir folgendermassen geplant:
1. Teil: Anfang bis und mit Kapitel 10 (S. 80)
2. Teil: Kapitel 11 bis und mit Kapitel 19 (S. 159)
3. Teil: Kapitel 20 bis und mit Kapitel 25 (S. 217)
4. Teil: Kapitel 26 bis und mit Kapitel 32 (S. 271)
5. Teil: Kapitel 33 bis und mit Kapitel 41 (S. 343)
6. Teil: Kapitel 42 bis Schluss

Falls ihr selber einen Beitrag tippt, könnt ihr ihn ebenfalls unter diesem Post verlinken und wenn noch Fragen auftauchen, dann meldet euch einfach bei Melli oder mir.

Und jetzt geht es los, ich freue mich riesig darauf!!!
Liebe Grüsse
Livia

Lese-Statistik Mai 2026

Hallo ihr Lieben

Wie ist jetzt das passiert? So schnell ist ein Monat irgendwie noch nie verflogen und so gut gefüllt, intensiv und auch wunderschön war ebenfalls schon lange kein Monat mehr. Wenn ich zurückblicke, kann ich gar nicht fassen, was ich im Mai alles erlebt habe.
Der Mai startete mit fünf Konzerten innerhalb von drei Tagen vor insgesamt um die 8'000 Leuten. Das war viel und heftig und es blieb keine Zeit zur Erholung, weil in der Woche darauf am Wochenende acht meiner Schülerinnen einen Stufentest (erfolgreich) absolvierten, wofür natürlich in den Tagen davor auch noch viel geprobt und gelernt werden wollte. Dann besuchte ich eine Freundin am Bodensee und eine kleine Zugreise führte uns nach Lindau (geplant) und Bregenz (ungeplant), bevor ich wieder in mein Musikzimmer abtauchte.
Während viele andere Menschen dann ein langes Wochenende feierten, besuchte ich die Solothurner Literaturtage (Bilder gibt es HIER). Klar, das war Hobby und keine Arbeit, aber drei Tage voller Lesungen, Podien, Blogger:innentreffen und Bücherstöbern sind zwar absolut grandios, aber auch anstrengend. Am Pfingstwochenende dann durften wir Gäste bei einer Hochzeit sein und gestern durfte ich noch ein Solokonzert einer lieben Freundin und Mitmusikerin besuchen.
Obwohl es nun konzerttechnisch ein wenig ruhiger wird, stehen dafür aktuell um so mehr Planungsarbeit für zukünftige Projekte und auch sehr viele administrative Aufgaben an den Musikschulen an.
In der Zwischenzeit hatten wir auch noch einmal Winter und jetzt plötzlich Sommer, was mir persönlich wieder viel zu schnell ging (und 30 Grad sind halt auch einfach zu viel, vor allem Mitte Mai, sorry). Aber was kann ich tun, ich versuche einfach so viel Eiskaffee und Schatten wie möglich in meinen Alltag zu integrieren und dann kommt das gut :-D
Im Juni freue ich mich auf zwei Leserunden/Buddyreads, ein langes Wochenende mit lieben Menschen, eine weitere Hochzeit (für die ich ein Konzertprojekt mit fünf Konzerten absagen musste, also hoffe ich auf wirklich gutes Essen ;-) ) und darauf, Patentante zu werden :-D

Ach und: gelesen habe ich auch noch. Und Bücher gekauft. Und ich habe ein riesiges Lebensleseprojekt gemeistert und "Legende" von Ronald M. Schernikau nach über fünf Jahren beendet. Ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn ihr euch die Rezension dazu ansehen würdet. Ausserdem habe ich ein paar Zugfahrten lesend verbracht und es sogar immer mal wieder geschafft, eine Rezension zu tippen, seht selbst:

Gelesen im Mai:

Ein unterhaltsamer, ideenreicher, mitten ins Herz gehende und kulinarisch verlockender München-Roman


Skurril, schlicht, extrem berührend und mit Sogwirkung geschrieben, definitiv ein Jahreshighlight


Nostalgisches Sommerfeeling, ein wenig aus der Zeit gefallen und verzettelt, aber berührendes Ende


Grandioser, vielschichtiger, klug konstruierter und wehmütig stimmender Reihenabschluss aus Norwegen


Nächtliche Gedanken, Ideen, Sorgen und lose Skizzen des Nobelpreisträgers Ivo Andrić


Beeindruckendes, nachdenkliches Opus Magnum, ein Lebensbuch, das mich fünf Jahre lang begleitet hat


Kleiner Durchhänger in der Frieda Klein-Reihe, die Protagonistin hat mich aber wieder begeistert


Alle Zahlen und Rezensionen:

Maikäferjahre - Sarah Höflich   (abgebrochen nach 126 von 464 Seiten, ABBRUCHREZENSION)
Orangenblütenjahr - Ulrike Sosnitza   (384 Seiten)
Barbara stirbt nicht - Alina Bronsky   (256 Seiten)
Mirabellentage - Martina Bogdahn   (352 Seiten)
Rückkehr - Anne B. Ragde   (368 Seiten)
Insomnia. Nachtgedanken -  Ivo Andrić   (192 Seiten)
Legende - Ronald M. Schernikau   (1'072 Seiten, die zähle ich der Einfachheit halber alle im Mai)
Dunkler Donnerstag - Nicci French   (464 Seiten)

Neuzugänge:

  • Mirabellentage - Martina Bogdahn (Rezensionsexemplar)
  • Wenn's einfach wär, würd's jeder machen - Petra Hülsmann (Hamburg 5) (neu gekauft)
  • Meistens kommt es anders, wenn man denkt - Petra Hülsmann (Hamburg 6) (neu gekauft)
  • Die Unbändigen - Emilia Hart (neu gekauft)
  • ë - Jehona Kicaj (neu gekauft)
  • Der Gesang der Amsel - Linda Olsson (Bücherschrankfund) 

  • Alle Zahlen in der Übersicht:

    Gelesene Bücher: 7
    Abgebrochene Bücher: 1
    Ungelesen aussortierte Bücher: -
    Gelesene Seiten: 3'214 Seiten
    Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 103.7 Seiten
    Bücher von Autorinnen: 4
    Bücher von Autoren: 2
    Autor*innenduos (oder Gruppen): 1
    Geschenkt bekommene Bücher: -
    Ausgeliehen: -
    Buchgewinn: -
    Buchprämien: -
    Rezensionsexemplare: 1
    Neu gekaufte Bücher: 4
    Gebraucht gekaufte Bücher: -
    Eingesammelte Bücher: 1
    Bibliotheksbücher: -
    Gesamte Neuzugänge: 6
    SuB am Monatsbeginn: 34
    Aktueller SuB: 32
    Differenz: -2

    Rezension: Orangenblütenjahr

    Orangenblütenjahr - Ulrike Sosnitza

    Beschreibung des Verlages:
    Manchmal hängen Ende und Anfang so nahe beieinander wie die Blüten und Früchte am Orangenbaum
    Der Tod ihres Mannes enthüllt ein Geheimnis, mit dem Nelly nicht gerechnet hätte. Sie hält es in der Enge im Odenwald einfach nicht mehr aus, und so nimmt sie das Angebot ihrer Freundin Mona an, in deren Apotheke in München zu arbeiten. Großstadt statt Dorf und obwohl sie genug von der Liebe hat, umschwärmen die Männer sie wie die Bienen den Honig. Ihre Kinder allerdings haben Schwierigkeiten mit den vielen Änderungen im Leben ihrer Mutter, dabei hat es Gabriel, Kuchenbäcker und Heißluftballonfahrer, Nelly ganz besonders angetan.

    Inhalt:
    Nach einem Schicksalsschlag wagt Nelly einen Neuanfang, verlässt ihr Heimatdorf Kleinfelden und zieht nach München, wo ihre Freundin Mona ihr eine Stelle als Apothekerin verschafft hat. Auch Nellys soziales Umfeld wird schnell grösser und vor allem in der Männerwelt scheint sie wunderbar anzukommen. Bei Gesprächen mit ihren Kindern bemerkt sie aber, dass für ihre Tochter Elena noch einige Dinge nicht abgeschlossen sind und so schwankt sie fortan zwischen dem Glück über ihre neue Freiheit und der Verantwortung für ihre Familie.

    Meine Meinung:
    Einmal mehr hat mich Ulrike Sosnitza wunderbar unterhalten und berührt. Ihre Protagonistin Nelly ist eine Figur mit Ecken und Kanten und geht ihnen Neuanfang mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg an. Dass sich gleich drei Männer in ihr Leben schleichen, ist zuerst eine Überforderung für sie, stellt aber auch eine willkommene Ablenkung von ihren Sorgen dar.
    Zwar wurde für mich schnell klar, welche Richtung ihre Gefühle einschlagen würden, aber auf dem Weg dahin erleben wir noch einen folgenschweren Fahrradunfall, unterhaltsamene Nebenbuhlereien, diverse Kleiderkäufe und Kochexperimente sowie schmerzhafte Unstimmigkeiten mit ihrer Tochter.

    Schreibstil und Aufbau:
    Besonders gut gefallen hat mir, wie vielschichtig Sosnitza Nellys ambivalente Gefühle sowie die Konflikte innerhalb der Familie in die Geschichte eingearbeitet hat.
    Auch waren generell die Beschreibungen - vor allem natürlich, vom Kochen, aber auch vom hilfreichen Austausch mit Nellys Freundin Mona - wieder so detailliert, dass ich mich im Roman sofort sofort wohlgefühlt habe.
    Ausserdem sind die Schauplätze in und um München so liebevoll eingeflochten, dass ich die Stadt am liebsten sofort besuchen möchte.

    Meine Empfehlung:
    Der Roman hat mich begeistert und hat bei mir gleich Lust auf die weiteren Bücher der Autorin geweckt. Einige davon habe ich zum Glück ja noch vor mir.

    Weitere Bücher der Autorin:
    Novemberschokolade
    Hortensiensommer
    Sternenblütenträume
    Die Glücksschneiderin

    Zusätzliche Infos:
    Titel: Orangenblütenjahr
    Autorin: Ulrike Sosnitza, 1965 in Darmstadt geboren, durchstreifte als junge Frau gerne den Wald, um alte Bäume zu fotografieren. Heute liebt sie ihren Garten, auch wenn die Blumen dort meist nicht so wachsen, wie sie sich das vorstellt. Die frühere Bibliothekarin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Würzburg. »Sternenblütenträume« ist ihr vierter Roman bei Heyne.
    Sprache: Deutsch
    Taschenbuch, Klappenbroschur: 384 Seiten
    Verlag: Heyne
    Erschienen am: 11.02.2019
    ISBN: 978-3-453-42279-7

    Abbruchrezension: Maikäferjahre

    Maikäferjahre - Sarah Höflich

    Beschreibung des Verlages:
    Ein mitreißender Liebesroman über vier junge Menschen, die schmerzvoll begreifen müssen, dass Liebe nicht alle Wunden heilt. Aber manche.
    »Wir haben überlebt«, sagte Anni. »Das hat mit Schuld nichts zu tun.« Adam wiegte den Kopf. »Ich fürchte, in manchen Fällen schon.«
    Frühjahr 1945, Europa ist zerstört. Anni flieht mit ihrer kleinen Tochter und dem halbjüdischen Geiger Adam aus dem brennenden Dresden, quer durch das besetzte Deutschland – auf der Suche nach einer sicheren Zuflucht. Im Tiroler Bergdorf bei Annis Schwiegereltern werden sie dann vor eine folgenreiche Entscheidung gestellt: Will Anni bleiben, muss Adam gehen.
    Was kann Liebe leisten, was kann sie verzeihen? Eine Frage, die sich Anni & Adam, Tristan & Rosalie angesichts von Leid und Zerstörung stellen müssen.
    Ihr geliebter Zwillingsbruder Tristan ist als junger Luftwaffenpilot nur knapp dem Tod entronnen und in englische Kriegsgefangenschaft geraten. Trotz schwerer Anfeindungen pflegt ihn die britische Krankenschwester Rosalie – es entsteht eine Liebe, die vom Gesetz verboten ist.
    »Jeder Blick, jede Geste, jede verstohlene Berührung war ein Versprechen. Was sie taten, war streng verboten, das wussten sie beide.«
    Zwei tragische Liebesgeschichten, ein historischer Roman voller großer Gefühle über das Verzeihen und die Unausweichlichkeit der Liebe, hoffnungsvoll und mitfühlend.
    In den Wirren des Zweiten Weltkriegs getrennt, in Gedanken immer verbunden: Nie hören die Geschwister Anni und Tristan auf, sich Briefe zu schreiben – in der verzweifelten Hoffnung, der jeweils andere möge noch leben.

    Kaufgrund:
    Schon länger habe ich keine Romane mehr gelesen, die während und nach des zweiten Weltkrieges spielen, ich wollte dies aber unbedingt wieder einmal tun. Einige begeisterte Rezensionen (HIER und HIER zum Beispiel) haben mich zum Kauf des Buches bewegt. Gleich zwei Liebesgeschichten, ein Geschwisterpaar, viel Musik und historische Hintergründe, das klang für mich absolut vielversprechend

    Aber...
    Warum habe ich das Buch dennoch nach 126 Seiten abgebrochen? Und dies, obwohl ich in letzter Zeit Bücher immer entweder direkt nach den ersten paar Seiten abgebrochen oder dann einfach doch beendet habe?
    In Worte zu fassen, was mich an diesem Buch gestört hat, ist nicht ganz einfach. Vor allem habe ich direkt vorher das Highlight "Barbara stirbt nicht" von Alina Bronsky gelesen und wollte wohl einfach so richtig mitgerissen, gefesselt oder auch überrascht werden.
    Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass es sich - vielleicht auch aufgrund der aktuellen Weltlage - für mich irgendwie surreal angefühlt hat, ein Buch über die Zeit während und nach des zweiten Weltkrieges zu lesen, das den Krieg fast komplett in den Hintergrund rückt und sich stattdessen auf zwei Liebesgeschichten konzentriert. Hätten diese mich gefesselt, emotional berührt oder sonst irgendwie überzeugt, hätte ich das Buch sicher sehr gerne gelesen. Aber irgendwie blieb alles oberflächlich; sowohl die Romanzen als auch das Kriegsgeschehen und die tragische Familiengeschichte nahm ich wie durch Milchglas wahr. Die Figuren, Strassen und Orte blieben dabei gesichtslos.
    Ausserdem hatte ich nach etwa fünfzig Seiten ein klares Bild vor mir, wie diese Geschichte enden würde und als ich dann nach 126 Seiten beschloss, das Buch zur Seite zu legen, überflog ich die letzten paar Seiten, um zu sehen ob ich recht gehabt hatte. Bis und mit dem ein wenig offenen Ende hatte ich alles detailliert vorhergesagt und war froh, das Buch nicht mehr auf dem Lesestapel zu haben.


    Lies dieses Buch, wenn:

    • du dich gerne in einer oder zwei Romanzen verlierst
    • es dich nicht stört, eine komplett vorhersehbare Geschichte zu lesen 
    • du damit umgehen kannst, wenn historische Hintergründe lediglich als Kulisse herhalten, aber nicht wirklich vertieft werden
    • wenn du gerne einfach eintauchen und dich berieseln lassen möchtest 
    • dich meine Abbruchrezension nicht abgeschreckt hat, schliesslich scheine ich nämlich die einzige Leserin zu sein, die dieses Buch nicht komplett geliebt hat 


    Zusätzliche Infos:
    Titel:
    Maikäferjahre
    Autorin: Sarah Höflich, 1979 in Schleswig geboren, war schon als Kind fasziniert von Geschichten und Geschichte. Sie studierte Anglistik und ging als Fulbright-Stipendiatin in die USA, wo sie ihr Creative-Writing-Studium mit dem Master of Fine Arts abschloss. Viele Jahre arbeitete sie als Drehbuchautorin und Produzentin für die UFA, für die sie mehrere Fernsehserien realisiert hat. Letztes Jahr machte sie sich selbstständig. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.
    Sprache: Deutsch
    Taschenbuch: 464 Seiten (davon 126 gelesen)
    Verlag: dtv
    Erscheinungsdatum: 16.04.2026
    ISBN : 978-3-423-22170-2