Lese-Statistik Juli 2026

Hallo ihr Lieben

Der Juli hat mit einem Highlight begonnen, einem Jahres-, ja Lebenshighlight: meine beste Freundin hat einen Sohn geboren und mich zur stolzesten Patentante der Welt gemacht!!!

Einige Tage später hat allerdings ein Todesfall unsere Familie erschüttert und einfach einmal mehr aufgezeigt, wie nahe Freud und Leid beisammenliegen. In der gleichen Woche das grösste Glück zu erleben, mein Patenkind zum ersten Mal im Arm zu halten, und wenige Tage später eine sehr traurige Beerdigung besuchen zu müssen, hatte ich definitiv nicht auf dem Zettel für 2026. Aber ich bin meinem Vergangenheits-Ich so dankbar, dass wir ausgerechnet für diesen Sommer keine Reisen geplant haben.
Auch hatte ich mit dem Abschluss des vergangenen Schuljahres und dem Planen des neuen Schuljahres sehr viel mehr zu tun und auch sehr viel mehr Mühe als die Jahre davor. Nicht nur haben die Stundenpläne mir den letzten Nerv geraubt, ich habe auch begonnen, für die kommenden Jahre (wenn alles klappt, wie geplant) ein neues Planungs- und ein neues Ordnungssystem zu etablieren und das war sehr herausfordernd, zehrend und zäh, wird mir aber in Zukunft (auch hier wieder "wenn alles klappt, wie geplant") enorm viel Arbeit ersparen.

Als dies alles endlich geschafft und überstanden war, standen wirklich ruhige Tage an. Lange Spaziergänge, entspanntes Üben für viele tolle Herbstkonzerte, letzte Vorbereitungen an den Musikschulen, gemütliches Grillen/Kaffeetrinken/Essen mit Herzensmenschen und ganz viel Babykuscheln standen an. Und nachdem ich zu Beginn des Monats - logischerweise - auch weder Energie noch Lust zum (langen) Lesen hatte, war die zweite Monatshälfte dann mit um so mehr Geschichten gefüllt. Bücher, die ich noch aus dem Juni mitgenommen hatte, konnte ich endlich beenden und ich habe so viele Stunden lesend (und mit Eiskaffee) auf unserem blühenden Balkon oder an einem anderen Schattenplatz verbracht, dass ich auch wieder neue Energie tanken konnte. Die Hitze und vor allem die extreme Dürre sind nämlich nach wie vor eine grosse Qual für die Natur und für mich; der Juli ist bereits der dritte Monat in Folge ohne nennenswerten Regen und mit Temperaturen von fast durchgehend über 30 Grad, aber ich versuche krampfhaft, mich mit dem Jammern zurückzuhalten und mich einfach um so mehr auf den Herbst zu freuen.

Ihr seht, der Juli war eine (emotionale) Achterbahnfahrt, ich habe aber auch extrem viel für mich geschafft und gelernt und einige einfach nur perfekte Momente voller Liebe, Gemeinschaft, Beistand und Freundschaft erleben dürfen. Auch haben vor allem in der zweiten Monatshälfte sehr unterschiedliche Bücher dafür gesorgt, dass ich im grossen Stile ganz unterschiedliche Dinge erleben, erlesen, erfahren und mich auch einfach unterhalten lassen durfte.

Jetzt geniesse ich noch ein letztes einigermassen ruhiges Wochenende und versuche, ab Montag wieder in meinen Arbeitsrhythmus zurückzufinden. Am 6.8. habe ich nämlich bereits die erste grosse Eröffnungskonferenz und am 10.8. startet dann schon nächste Schuljahr und ich freue mich schon sehr auf ganz viele tolle Konzerte, Projekte und natürlich darauf, meine Schülerinnen wieder zu sehen.


Gelesen im Juli:

2. Band der Himmelsee-Reihe: Meerliebe, Bücherliebe, Blaubeerenliebe und gute Unterhaltung


Beeindruckender, magischer, fesselnder Reihenauftakt, Jugendbuch, das auch Erwachsene packt


Sehr träger aber im letzten Drittel berührender Roman, grandios beschriebenes Landleben


Aneinandergereihte Plattitüden und halbgare Metaphern....Buchclubbuch und nur deshalb nicht abgebrochen


Solider 2. Band der Buks-Reihe, nicht ganz so kritisch und packend, wie der erste Band, trotzdem gut gemacht


Langsam und liebevoll erzählter Roman, Trauer, Verlust, Verzeihen und ganz viel Freundschaft


Der bisher schwächste Band der Hamburg-Reihe, mindestens 100 Seiten zu lang, trotzdem unterhaltsam


  • Die magische Bibliothek der Buks. Das verfluchte Medaillon - Nina George und Jens J. Kramer (neu gekauft)
  • 25 letzte Sommer -  (Bibliotheksbuch)
  • Mörderischer Freitag - Nicci French (Frieda Klein 5, gebraucht gekauft)
  • Böser Samstag - Nicci French (Frieda Klein 6, gebraucht gekauft)
  • Blutroter Sonntag - Nicci French (Frieda Klein 7, gebraucht gekauft)
  • Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen - Aimee Bender (gebraucht gekauft)
  • Heult leise, Habibis! - Sined el Masrar (gebraucht gekauft)
     

Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 7
Abgebrochene Bücher: -
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 2'640 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 85.16 Seiten
Bücher von Autorinnen: 4
Bücher von Autoren: 2
Autor*innenduos (oder Gruppen): 1
Geschenkt bekommene Bücher: -
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: -
Neu gekaufte Bücher: 1
Gebraucht gekaufte Bücher: 5
Eingesammelte Bücher: -
Bibliotheksbücher: 1
Gesamte Neuzugänge: 7
SuB am Monatsbeginn: 33
Aktueller SuB: 33
Differenz: - 

Rezension: Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen - Petra Hülsmann

Reiheninfos "Hamburg-Reihe":

1. Hummeln im Herzen
2. Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen
3. Glück ist, wenn man trotzdem liebt
4. Das Leben fällt, wohin es will
5. Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
6. Meistens kommt es anders, wenn man denkt

Beschreibung des Verlages:
Damit hatte Glückskind Annika nicht gerechnet: Aus heiterem Himmel wird die beliebte Deutschlehrerin von ihrer Traumschule in Blankenese an eine Albtraumschule im Problembezirk versetzt. Nicht nur, dass die Schüler dort mehr an YouTube als an Hausaufgaben interessiert sind - die Musical-AG, die Annika übernommen hat, stellt sich auch noch als völlig talentfrei heraus. Hilfesuchend wendet sie sich an Tristan, ihre erste große Liebe und inzwischen Regisseur. Von nun an spielt sich das Theater jedoch mehr vor als auf der Bühne ab, und das Chaos geht erst richtig los. Aber wenn's einfach wär, würd's schließlich jeder machen ...

Inhalt:

Bisher hat die Lehrerin Annika sich weder für die Kinder, die sie unterrichtet, noch für einen solide ausgearbeiteten und vorbereiteten Unterricht interessiert. Damit ist sie an ihrer Eliteschule stets durchgekommen. Als sie aber für das neue Schuljahr in eine sogenannte "Brennpunktschule" versetzt wird, reicht diese Haltung nicht mehr. Anspruchsvolle Klassenkonstellationen verlangen nämlich definitiv eine Lehrerin, die ihren Job beherrscht und sich für ihre Klasse einsetzt. Die Idee, eine Musical-AG aus dem Boden zu stampfen, ist aber reiner Selbstzweck. Schliesslich erhofft Annika sich dadurch, dass sie nach dem Entwickeln eines erfolgreichen Abschlussmusicals wieder an ihre alte Schule zurückkehren kann. Allerdings wachsen Annika das Projekt und die Jugendlichen ans Herz und sie beginnt, einige wesentliche Dinge zu verstehen.

Meine Meinung:
Ihr glaubt es nicht und selber habe ich es auch kaum geglaubt: das Buch hätte ich bereits nach wenigen Seiten fast abgebrochen. Nicht nur ist Annika eine extrem unsympathische Hauptfigur, sie ist auch eine furchtbare und mit vielen Vorurteilen behaftete Lehrerin. Und ja: das Schulsystem und die Musikerinnenlaufbahn werden mit so viel Halbwissen und Klischees beschrieben, dass ich mich wirklich geärgert habe. Aber: Annikas Musicalprojekt und die wunderbar beschriebenen Jugendlichen, welche ihrer neuen Lehrerin das Leben zuerst natürlich sehr schwer machen, dann aber immer mehr aufblühen, haben mich begeistert und ich wollte unbedingt herausfinden, wie es mit dem Projekt weitergeht.
Nun habe ich nur noch einen Band der Hamburg-Reihe vor mir und ich muss ehrlich sagen, so langsam ähneln sich Hülsmanns Protagonistinnen schon ein wenig zu sehr: sie alle wirken eher unreif, sind aber gerade dabei, sich beruflich und persönlich ihren Weg zu bahnen. Am Tag stehen also Herausforderungen bei der Arbeit an und am Abend wird im Kiezhafen oder einer anderen Bar auf den Putz gehauen. Annika unterscheidet sich da nicht wirklich und ich hoffe sehr, dass der sechste Band der Reihe wieder ein wenig origineller daherkommt.
Eine Notiz am Rande übrigens noch: die erste Ausgabe des Buches ist wohl bereits so alt, dass ganz oft das generische Maskulinum verwendet wird, was irgendwie einfach auch in dieser neuen Ausgabe nie angepasst worden ist und beim Lesen richtiggehend irritiert. Von wegen, gendergerechte Sprache würde irritieren....stets von Schülern, Schauspielern und Lehrern zu lesen, hat mich viel mehr irritiert, als differenzierende oder auch einfach bewusst offen gehaltene Formulierungen dies mittlerweile tun. 

Fazit:
Ein wenig romantisches Geplänkel, vor allem aber so richtig viele Beschreibungen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen prägen diese Geschichte und auch wenn ich finde, dass der Roman aus viel zu vielen Klischees besteht und mindestens 100 Seiten zu dick ist, hat mich die Geschichte meistens gut unterhalten. Ich musste zwar immer wieder über einige maximal deplatzierte, uninformierte und unlogische Beschreibungen der Ausbildung zur Musikerin und Pädagogin hinweglesen, aber die Entwicklung der Bühnenproduktion, die Annika an ihrer neuen Schule in die Hand nimmt, ist wirklich überraschend gut und kurzweilig erzählt. Der leider bisher schwächste Band der Reihe....kann man lesen, muss man aber nicht.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Das Leben fällt, wohin es will
Autorin: Petra Hülsmann, Jahrgang 1976, wuchs in einer niedersächsischen Kleinstadt auf. Nach einem erfolgreich abgebrochenen Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft arbeitete sie in Anwaltskanzleien und reiste sechs Monate mit dem Rucksack durch Südostasien, bevor sie mit ihren Romanen die Beststellerliste eroberte. Petra Hülsmann lebt mit ihrem Mann in Hamburg.
Taschenbuch: 576 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Bastei Lübbe
Veröffentlichungstermin dieser Ausgabe: 24.02.2023
ISBN: 978-3-404-19197-0

Rezension: Sternflüstern

Sternflüstern - Paula Carlin

Beschreibung des Verlages:
Es ist ein wunderbarer Sommer. Die 56-jährige Künstlerin Irith hadert jedoch mit dem Verlust ihres Freundes Lunis. Sie versucht sich durch ihre Arbeit in einem Hotel abzulenken. Dann taucht plötzlich die junge Sophie bei ihr auf. Sie ist ebenfalls Künstlerin und verkauft ungewöhnliche Bilderrahmen. Die Frauen inspirieren sich gegenseitig und beschließen kurzerhand, gemeinsam an einem Wandmosaik zu arbeiten. Irith hat allerdings noch eine Aufgabe zu erfüllen: Lunis hat ihr ein verschlossenes Päckchen hinterlassen, um es einer Frau namens Alix zu geben. Aber wer ist diese Frau? Und welche Rolle hat sie in seinem Leben gespielt? Die Begegnung der drei Frauen, die durch Lunis schicksalhaft verbunden sind, wird zum Wendepunkt ihrer Leben. 
In wundervollen Bildern erzählt die Autorin, wie es sich anfühlt, an einem Scheideweg im Leben zu stehen und wie ein klarer Blick nach innen, aber auch die Begegnung mit anderen Menschen helfen können, sich auf den richtigen Weg zu machen.

Inhalt:
Irith steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Ihre Arbeit in einem Hotel gibt ihr Halt und ihre Kunst - sie kreiert Mosaike aus Alltagsgegenständen und bunten Glasscherben - hilft ihr bei der Bewältigung ihrer Trauer um ihren Freund Lunis. Da bietet ihr Arbeitgeber ihr an, den Eingangsbereich seines Hotels mit einem grossen Kunstwerk zu versehen. Sie folgt ihrer Intuition und teilt sich die Arbeit mit der Künstlerin Sophie, der sie erst gerade begegnet ist und lässt auch Alix in ihr Leben, die ebenfalls mit Lunis verbunden scheint. Stück für Stück setzen die Frauen Erinnerungen und Gefühle zusammen, besuchen einen verlassenen Garten und trauern einem Menschen nach, der ihre Leben ganz anders geprägt hat, als sie es auf den ersten Blick erkennen konnten.

Meine Meinung:
"Sternflüstern" hat mir die liebe Andrea vom Blog LeseBlick geschenkt und es hat sich wunderbar in meinen Juli eingefügt. Mitten in diesem unerträglich heissen und trockenen Sommer, wo Regen rar ist und die Natur (und ich mit ihr) an ihre Grenzen kommt, kämpft nämlich auch die Protagonistin Irith mit der Hitze und Dürre und sehnt sich nach dem Erlösung bringenden Regen und Herbst. Dadurch habe ich mich Irith sofort sehr nahe und verbunden gefühlt und besonders gut gefallen hat mir, wie sie beginnt, sich einem verlassenen Haus mit Garten und dem sich darin befindlichen Fuchs anzunähern. Das Buch habe ich im April nach wenigen Kapiteln zur Seite gelegt, weil dann einfach nicht der richtige Lesezeitpunkt dafür war. Im Juli habe ich auch wieder ein wenig Zeit gebraucht, um ins Buch zu finden und wusste zuerst nicht, wohin das Buch mich führen würde. Und dann hat sich eine Ebene nach der anderen entfaltet und dabei eine wunderschöne, zarte Geschichte offenbart. 

Schreibstil und Aufbau:
Der Garten eines verlassenen Hauses, zu dem sich Irith immer wieder wie von Zauberhand hingezogen fühlt, gibt dieser leise erzählten Geschichte einen zarten, grünen Rahmen, der nach und nach ein Eigenleben zu entwickeln scheint. Auch Iriths und Sophies Kunstprojekt, das wächst und sich verändert, scheint, sich parallel zum Leben der Figuren zu entwickeln.
Und obwohl die Themen Trauer und Tod im Buch sehr präsent sind, wirkt es doch alles andere als bedrückend und ist vielmehr hoffnungslos und erzählt vom Mut, etwas zu wagen und sich auf Menschen, Chancen, buntes Glas und Gärten, immer wieder Gärten, einzulassen, gross zu Träumen und sich dabei stets neu zu erfinden.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch der leisen Töne hat mich nach einem eher trägen Start verzaubert und für sich eingenommen. Ich habe jetzt richtig Lust, weitere Bücher von Patricia Koelle für mich zu entdecken.

Zusätzliche Infos:
Titel: Sternflüstern
Autorin: Paula Carlin ist das Pseudonym der deutschen Spiegel-Bestsellerautorin Patricia Koelle. Sie wurde 1964 in Alabama/USA geboren und lebt seit 1965 in Berlin. Ihre größte Leidenschaft gilt dem Schreiben, in dem sie ihr immerwährendes Staunen über das Leben, die Menschen und unseren sagenhaften Planeten zum Ausdruck bringt.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag: 288 Seiten
Verlag: Diederichs

Erschienen am: 30.08.2021
ISBN: 978-3-424-35116-3

Rezension: Die magische Bibliothek der Buks. Das verfluchte Medaillon

Die magische Bibliothek der Buks. Das verfluchte Medaillon - Nina George, Jens J. Kramer und Hauke Kock

Reihenfinfos - Die magische Bibliothek der Buks:
1. Das verrückte Orakel
2. Das verfluchte Medaillon
3. Der Phantánasische Schlüssel

Beschreibung des Verlages:
Um die Zerstörung der zauberhaften Buchwelt zu verhindern, müssen sich die Buks in ihr bislang größtes Abenteuer wagen: Sie erobern zum ersten Mal das für sie unbekannte „Draußen“ jenseits ihrer magischen Bibliothek. Zeitgleich reisen die Kinder Finn und Nola mithilfe von machtvollen Kristallmedaillons durch die Welt der tollsten Geschichten auf der Suche nach dem verschollenen Buchmeister und der Heilung gegen die schreckliche Bleichkrankheit. Inzwischen entdecken Mira und Thommy in der Welt der Menschen die geheime Büchergilde und kommen dem unbekannten Zerstörer der Bücher gefährlich nah. Doch nur gemeinsam können sie das Spiel um Freiheit und Fantasie gewinnen.

Inhalt:
Die Zwillinge Finn und Nola sowie Geraldine, die Tochter der Ministerin, reisen auf der Suche nach einander sowie nach dem Buchmeister durch ein Kraftbuch. Während dessen versuchen Mira und Thommy gemeinsam mit den Buks und der Büchergilde die geheime Bibliothek zu beschützen. Klar ist: es wird zu einem Kampf kommen, der den Lauf der Welt für immer entscheiden wird...

Meine Meinung:
Wie auch schon beim ersten Band der Reihe war ich sofort mitten im Geschehen. Der zweite Band schliesst sogar so nahtlos an den ersten Band an, dass ich mich zuerst ein wenig orientieren und erinnern musste. Dann aber war ich wieder begeistert vom Inhalt, der kreativen Geschichte, den vielen literarischen Anspielungen und den politischen Verstrickungen.
Die Geschichte verzweigt sich mehr und mehr, es werden mehrere Szenen gleichzeitig erzählt, weil die Kinder und die Buks sich in so viele verschiedene Abenteuer stürzen und dadurch bleibt die Geschichte sehr spannend. Es wird richtig fantasievoll, gefährlich und sogar ein wenig sentimental.
Ich habe auch den zweiten Band der Reihe sehr gerne gelesen, wenn auch mir der erste Band noch ein wenig besser gefallen hat. Dies vor allem, weil der erste Band sehr viel gesellschaftskritischer und auch anspruchsvoller erzählt ist.
Dafür wird im zweiten Band um so mehr auf Abenteuer und Unterhaltung gesetzt, was aber auch sehr gelungen ist und mir schöne Lesestunden beschert hat.

Meine Empfehlung:
Dieser abenteuerliche und klug aufgebaute zweite Band der Reihe hat mich zwar nicht ganz so sehr gefesselt, wie der erste Band, aber trotzdem hat er mich begeistert und ich möchte euch die Reihe sehr herzlich empfehlen.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Die magische Bibliothek der Buks. Das verfluchte Medaillon
Autorin: Die mehrfach ausgezeichnete internationale Bestsellerautorin Nina George, geboren 1973 in Bielefeld, schreibt seit 1992 Romane, Sachbücher, Essays, Reportagen, Kurzgeschichten, Blogs und Kolumnen. Ihr Roman Das Lavendelzimmer wurde in 36 Sprachen übersetzt und eroberte weltweit die Charts, so etwa die New York Times-Bestsellerliste in den USA. Sie lebt in Berlin und in der Bretagne. Seit Juni 2019 ist Nina George Präsidentin des European Writers’ Council, dem Dachverband von 46 europäischen Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverbänden.
Autor: Jens J. Kramer, Jahrgang 1957, studierte in Berlin Ethnologie und Publizistik. 1999 debütierte er mit einem historischen Roman über das koloniale Afrika (Die Stadt unter den Steinen), dem zwei weitere folgten (Das Delta, Der zerrissene Schleier). Als Jo Kramer schrieb er romantische Komödien, als Mike Schulz Krimikomödien und zusammen mit seiner Ehefrau, der Bestsellerautorin Nina George, ist er Jean Bagnol, der Erfinder des provenzalischen Ermittlers „Commissaire Mazan“. Zuletzt erschien von ihm Johannas Rache, Droemer, 2020. Kramer ist seit 2017 Vorsitzender des SYNDIKAT e.V.
Illustrator: Hauke Kock ist als Kind in ein Fass voller Tusche gefallen und kann seitdem nicht mehr aufhören zu zeichnen. Folgerichtig macht er aus der Not eine Tugend und wird Illustrator und Autor. Neben unzählig bebilderten Büchern für Klein und Groß, Spielen und allerlei anderen Projekten mit Illustrationsbedarf, traut sich der gebürtige Schleswig-Holsteiner ab und zu aus der Komfortzone und versucht sich an einem Marathonlauf.  Weitere Kalamitäten unter: www.haukekock.de www.haukekock-fantasyart.com
Hardcover: 384 Seiten
Verlag: Thienemann 
Erschienen am: 24.01.2025 
ISBN: 978-3-522-50823-0

Rezension: 25 letzte Sommer

25 letzte Sommer - Stephan Schäfer

Beschreibung des Verlages:
Am Küchentisch eines alten Bauernhauses treffen zwei Menschen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Erzähler dieser Geschichte führt ein gehetztes Leben, das er als endlose To-do-Liste empfindet; Karl hingegen sortiert Tag für Tag Kartoffeln - und denkt nach. Als Karl seinen Gast mit der Tatsache konfrontiert, dass ihm noch ungefähr 25 Sommer bleiben, beginnen beide ein Gespräch über die großen Fragen des Lebens: Warum verbringen wir so viel Zeit mit unserer Arbeit anstatt mit den Menschen und Dingen, die uns wirklich wichtig sind? Woher nehmen wir den Mut, unsere eigenen Träume zu verwirklichen? Und warum beginnt das richtige Leben oft erst, wenn wir erkennen, dass wir nur eines haben?
Stephan Schäfer bringt uns dazu, Antworten auf diese Fragen in uns selbst zu suchen. 25 letzte Sommer ist eine warme, tiefe Erzählung, die uns in unserer Sehnsucht nach einem Leben in Gleichgewicht abholt, uns mitnimmt zu Karl und seinem Hof, zum See und auf den Kartoffelacker – zu einer Geschichte über Freundschaft, über das Zu-viel und Zu-wenig im Leben. Und über die Fragen, auf die wir alle so gerne Antworten finden wollen.

Inhalt:
An einem freien Samstag trifft der namenlose Erzähler den Kartoffelbauer Karln. Dieser verwickelt unseren Erzähler sofort in ein Gespräch, lädt ihn zu sich auf den Hof ein, bekocht ihn und lässt ihn an einem Alltag und seinen zahlreichen Gedanken zum Leben, Arbeiten und Geniessen teilhaben.

Meine Meinung:
Alles schon mal dagewesen... Das Buch, das ich für den Buchclub in Burgdorf gelesen habe, hat mich leider nicht überzeugen können und hätte ich es nicht für diesen Anlass gelesen, hätte ich es nach wenigen Seiten abgebrochen. Viel zu simpel ist die Geschichte gestrickt und viel zu sehr erinnert der Inhalt an Bücher wie "Das Café am Rande der Welt" und wie sie alle heissen. Dies an sich wäre nicht schlimm, kann es doch manchmal wohltuend sein, sich ein paar Sinnfragen zu stellen und sich Gedanken zur vielbesungenen Work-Life-Balance zu machen.
Aber: der Protagonist der Geschichte weiss Frau und Kinder übrigens stets gut beschäftigt und betreut, während er sich auf seine Abenteuer begibt und ist auch sonst in seinem Alltag eigentlich nicht für seine Familie zuständig. Ich lasse das mal so stehen...

Schreibstil und Aufbau:
Wie auch schon Streleckys Bücher bleibt "25 letzte Sommer" oberflächlich. Dass sich ausserdem nur Menschen, denen es eigentlich viel zu gut geht, überlegen können, ob sie einen faulen Sonntag verbringen oder sich doch den liegengebliebenen Mails widmen möchten, dass also die Sinnfrage sowie die Erfüllung der persönlichen Lebensziele vor allem maximal privilegierte Personen betrifft, wird dabei komplett ausgeklammert.
Schäfer wirft mit lose aneinandergereihten Plattitüden und halbgaren Metaphern nur so um sich und Tiefgang, Selbstkritik oder das Einbeziehen unterschiedlicher Lebensrealitäten fehlen dabei komplett. Aber wenn es ja schon so viele Bücher gibt, welche in die Achtsamkeits-Kerbe schlagen, finde ich es eigentlich nicht zu viel verlangt, die Geschichte ein wenig anders zu gestalten. Dies habe ich aber leider im Buch so gar nicht angetroffen, was ich sehr schade finde. Immerhin sind die ein wenig mehr als 170 sehr locker bedruckten und mit simplen Sätzen gefüllten Seiten innerhalb von kürzester Zeit gelesen.

Fazit:
Wer sich zum ersten Mal mit einer persönlichen Sinnsuche, oder den Themen Achtsamkeit und Genuss auseinandersetzt, hat vielleicht mit diesem Buch einen perfekten Einstieg ins Thema gefunden. Wer aber keine Lust hat, sich schon wieder von einem Mann, der sich lediglich um sich und seinen Job kümmern muss, während seine Frau sich um die Kinder kümmert, erklären zu lassen, wie man das Leben maximal geniesst (eventuell sogar ein Widerspruch, wenn man auch den Genuss optimieren muss?), wird mit "25 letzte Sommer" definitiv nicht glücklich.

Zusätzliche Infos:
Titel: 25 letzte Sommer
Autor: Stephan Schäfer, geboren 1974 in Witten, war lange Jahre als Journalist, Chefredakteur und Vorstand tätig. Sein Roman 25 letzte Sommer stand über 30 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und inspirierte ihn zu den in der Reihe Das Buch, das bleibt erschienenen Büchern 100 Fragen an meine Mutter und 100 Fragen an meinen Vater sowie 100 Fragen an mich. Mit seiner Familie lebt er in Hamburg und an der Schlei.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 176 Seiten
Verlag: park x ullstein
Erscheinungstag: 14.03.2024
ISBN: 9783988160096

Rezension: Zwei Leben

Zwei Leben - Ewald Arenz

Beschreibung des Verlages (gekürzt, damit ihr nicht gespoilert werdet):

Ein Dorf, die Welt – und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben
1971 in einem Dorf in Süddeutschland. Nach einer Art Schneiderlehre in der Stadt kehrt die 20-jährige Roberta auf den Hof ihrer Eltern zurück. Sie ist das einzige Kind und wird irgendwann einmal die Bäuerin sein. Hier auf dem Land sind Vergangenheitsbewältigung, Kriegsdienstverweigerung, Feminismus, Popkultur und Miniröcke nichts, womit man sich beschäftigt. Hier zählen Arbeit, Gehorsam und moralisches Verhalten. Roberta träumt davon, eigene Kleider zu entwerfen, aber sie weiß genau, dass das Träume bleiben werden. Zugleich liebt sie ihren Hof und die körperliche Arbeit in der Natur, wo sie sich ganz und gar spürt. Und sie liebt Wilhelm, den Pfarrerssohn. Wilhelm ist nicht nur für Roberta der Grund, im Dorf zu bleiben. Auch seine Mutter Gertrud bleibt wegen ihres Sohnes. Im Gegensatz zu Roberta hasst sie das Landleben und wünscht sich nichts mehr, als weggehen zu können, hinaus in die Welt.

Inhalt:
Roberta möchte hinaus in die Welt und sich ihren Traum vom Leben als Schneiderin und Modedesignerin erfüllen. Doch sie fühlt sich ihrer grossen Liebe Wilhelm, ihren Eltern und dem Hof verpflichtet, den sie als einziges Kind übernehmen wird. So ist es schon immer gewesen, so wird es bleiben.
Aber auch Wilhelms Mutter Gertrud träumt sich weg aus dem ländlichen, hinaus in ein moderneres, städtisches Leben. Vor vielen Jahren ist sie an der Seite des Pfarrers aufs Land gezogen und hat dann Wilhelm geboren, der im kleinen Dorf aufgewachsen ist und dort seinen Platz gefunden hat. Doch ihr fällt die Decke auf den Kopf.
Die beiden Frauen sind gefangen zwischen ihrem Leben, ihren Träumen, ihren Lieben und ihrem Wunsch nach Selbstverwirklichung.

Meine Meinung:
In der persönlichen emotionalen Achterbahnfahrt, die der Juli für mich war, habe ich dieses Buch gelesen. Es mir stellenweise erarbeitet und erkämpft und einige Male wollte ich es abbrechen, bin aber trotzdem dabei geblieben und mit einem wunderschönen, versöhnlichen, spannenden, hoffnungsvollen Schluss belohnt worden. Ich habe das Buch vor allem in der Woche gelesen, in der ich ganz überglücklich mein Patenkind zum ersten Mal im Arm halten durfte und in der ich wenige Tage später einen plötzlich und viel zu früh verstorbenen Onkel beerdigen musste...
Aber zurück zum Buch: Die beiden Hauptfiguren waren mir anfangs wohl genau deshalb so nahe, weil ich ihre Gefühle und ihren Zwist so gut verstehen konnte. Das Leben, das sie führen, könnte so oder ähnlich das Leben vieler Mitglieder meiner weitverzweigten Familie sein. Viele von ihnen leben genau so in ihren Dörfern auf ihren Höfen in ihrer eigenen - oft ein wenig aus der Zeit gefallenen - Welt. Und genau diese Familienmitglieder, ihre Sorgen und Ängste und ihr Alltag, der sich so stark von meinem unterscheidet, habe ich letzte Woche erst auf einem zugigen Friedhof in einem kleinen Dorf angetroffen.

Schreibstil und Aufbau:
"Zwei Leben" hat mich wohl auch deshalb, weil ich mich in Robertas und Gertruds Leben so schnell heimisch fühlte, sofort für sich eingenommen, aber nach etwa hundert Seiten nur noch gelangweilt. Die Sprache dümpelt mehr und mehr dahin, die Figuren sind mir fast komplett entglitten und es wirkt, als hätte die Geschichte ihren roten Faden verloren. Weil in allen Beschreibungen und Rezensionen aber die Rede davon ist, dass dann doch mal noch etwas geschieht, habe ich weitergelesen und mich dabei ziemlich gequält. Die letzten hundert Seiten haben dann aber bewiesen, wie grandios Arenz erzählen und beschreiben kann. Mit welcher Finesse er sich den Menschen und ihren tiefsten Gefühlen nähert und dass er diese so sanft und klar in Worte fassen kann, hat mich tief beeindruckt. In "Zwei Leben" geht es um Chancen im Leben. Die am Schopf gepackten, aber vor allem um die verpassten. Und um zweite Chancen, die alles noch einmal auf Anfang setzen. Es geht um Liebe und Freundschaft, Träume und Ziele, Vertrauen und Vergebung. Und in all diesen grossen Gefühlen schafft es Arenz, dass die Figuren, denen ich mich in der Mitte des Buches so gar nicht mehr nahe gefühlt hatte, mir plötzlich wieder lieb und teuer wurden. Vor allem die Geschichte von Roberta und ihrem Opa, dem sie sich im Laufe des Romans mehr und mehr annähert, hat diesen Roman für mich ganz besonders gemacht.

Fazit/Empfehlung?:
Ich verstehe alle, die das Buch nach hundert Seiten abbrechen und ich verstehe alle, die vom Roman zutiefst berührt werden. Insgesamt glaube ich, dass dem Buch etwa hundert Seiten weniger überhaupt nicht geschadet hätten und ich bin überzeugt davon, dass belohnt wird, wer durchhält und es bis zum Schluss von "Zwei Leben" schafft. Dieser hat mich nämlich für meine Lesemühen grosszügig entschädigt.

Weitere Bücher von Ewald Arenz:
Alte Sorten (21.07.2020)
Der grosse Sommer (14.06.2022)

Zusätzliche Infos:
Titel: Zwei Leben
Autor: EWALD ARENZ, 1965 in Nürnberg geboren, hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitet als Gymnasiallehrer in Nürnberg. Seine Romane und Theaterstücke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Mit ›Alte Sorten‹ stand er auf der Liste »Lieblingsbuch der Unabhängigen« 2019, und ›Der große Sommer‹ erhielt 2021 ebenjene Auszeichnung. Zuletzt erschienen ›Zwei Leben‹ (2024), ›Katzentage‹ (2025) und ›Fünf, sechs, sieben, acht‹ (2026, alle DuMont).
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag:Dumont
Erscheinungstag: 12.08.2025 
ISBN: 978-3-7558-0558-8

Mein SuB kommt zu Wort, 20.07.26

Alle Informationen zur Aktion findet ihr bei Melli
Guten Abend ihr Lieben

Im Juni war ich soooo eingespannt, dass es nur für Rezensionen gereicht hat und SuBrina ist leider nicht zu Wort gekommen. Dafür darf sie jetzt wieder aus dem Nähkästchen plaudern und ich überlasse ihr direkt das Wort :-D

1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Hallo ihr Lieben
Es freut mich, dass ich mich wieder bei euch melden kann, auch wenn der Abbau gerade eher laaaangsam voran geht. Aber Frauchen hat vor, Ende Juli unter 30 Bücher in den SuB-Regalen zu stapeln. Mal sehen, ob das klappt, oder ob sie doch noch einmal schwach wird ;-)
Aktuell sind bei mir 32 Bücher und ein Bibliotheksbuch gestapelt.

Die SuB-Entwicklung in der Übersicht:
20.05.2016: 222 Bücher (allererste Teilnahme bei dieser Aktion)
20.02.2017: 243 Bücher (absoluter SuB-Höchststand war im Januar 2017 mit 247 Büchern)
20.05.2017: 184 Bücher (nach der grossen Entrümpelung)
20.08.2022: 96 Bücher (definitiv im uHu-Bereich angekommen)
20.12.2022: 77 Bücher
20.12.2023: 61 Bücher
20.02.2024: 58 Bücher und 2 Bibliotheksbücher
20.10.2024: 70 Bücher
20.11.2024: 89 Bücher
01.01.2025: 90 Bücher
20.01.2025: 86 Bücher
20.02.2025: 82 Bücher
20.05.2025: 77 Bücher
30.06.2025: 69 Bücher
31.07.2025: 68 Bücher
20.08.2025: 67 Bücher
30.09.2025: 64 Bücher
20.10.2025: 66 Bücher
20.11.2025: 58 Bücher
20.12.2025: 61 Bücher...ups!!!
01.01.2026: 57 Bücher

20.01.2026: 46 Bücher
20.02.2026: 41 Bücher
20.04.2026: 36 Bücher
20.05.2026: 36 Bücher 
30.06.2026: 33 Bücher
20.07.2026: 32 Bücher und 1 Bibliotheksbuch

2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!Im Mai hier eingezogen sind (bisher) gleich sechs Bücher:

  • Die magische Bibliothek der Buks 2: Das verfluchte Medaillon- Nina George, Jens J. Kramer (neu gekauft)
  • 25 letzte Sommer - Stephan Schäfer (Bibliotheksbuch) 
     
3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deiner Besitzerin gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Zuletzt beendet hat Frauchen den ersten Band der Nevermoor-Reihe im englischen Original. Sie war begeistert vom Jugendbuch und freut sich schon auf die weiteren Bände der Reihe. Die Rezension ist auch schon getippt, schaut dafür gerne HIER vorbei.


4. 
Liebe:r SuB, oh ja, die alten Hasen hier wissen, welche Frage nun folgen wird: SuB-Senioren! Zeige mir Deine drei ältesten SuB-Senioren und das Allerwichtigste: Haben sie sich zum Vorjahr verändert oder sind es immer noch die gleichen?
Wir haben gestöbert und unsere ältesten Bücher sind Reihenfortsetzungen aus den Jahren 2021 und 2022. Das ist ein riesiger Fortschritt, da "Tierische Profite" aus 2021 uns so oder so bald verlassen wird und da wir erst gerade auch noch Bücher hier hatten, die schon seit bald zehn Jahren auf dem SuB lagen...
Unsere ältesten SuB-Senioren:
  • Stille Wasser - Donna Leon (Brunetti 26)
  • Tierische Profite - Donna Leon (Brunetti 21)
  • Das goldene Ei - Donna Leon (Brunetti 22) 
  • Tod zwischen den Zeilen - Donna Leon (Brunetti 23)

Noch offen vom April ist übrigens "Glück am Morgen" von Betty Smith, das Frauchen aber voraussichtlich erst im August lesen wird.


Und nun wünschen wir euch ganz eine gute Zeit und ein frohes Stöbern. Hinterlasst doch gerne den Link zu eurem Beitrag in den Kommentaren, dann kommen wir auf einen Gegenbesuch vorbei. Habt aber bitte ein wenig Geduld mit uns, gerade geht alles eher langsam voran.

Alles Liebe
SuBrina (und Livia)

Rezension: Nevermoor

Nevermoor - Jessica Townsend

Reiheninfos:

1. Nevermoor
2. Wundersmith
3. Hollowpox
4. Silverborn

Beschreibung des Verlages:
Morrigan Crow is cursed. Having been born on Eventide, the unluckiest day for any child to be born, she’s blamed for all local misfortunes, from hailstorms to heart attacks—and, worst of all, the curse means that Morrigan is doomed to die at midnight on her eleventh birthday.
But as Morrigan awaits her fate, a strange and remarkable man named Jupiter North appears. Chased by black-smoke hounds and shadowy hunters on horseback, he whisks her away into the safety of a secret, magical city called Nevermoor.
It’s then that Morrigan discovers Jupiter has chosen her to contend for a place in the city’s most prestigious organization: the Wundrous Society. In order to join, she must compete in four difficult and dangerous trials against hundreds of other children, each with an extraordinary talent that sets them apart—an extraordinary talent that Morrigan insists she does not have. To stay in the safety of Nevermoor for good, Morrigan will need to find a way to pass the tests—or she’ll have to leave the city to confront her deadly fate.

Inhalt:
Die bald elfjährige Morrigan Crowd blickt einem finsteren Schicksal entgegen. Es lastet ein Fluch auf ihr, der sie zahlreiche Unglücke verursachen lässt und durch den sie an ihrem elften Geburtstag sterben wird. 
Plötzlich taucht aber der aussergewöhnliche Jupiter North auf, der gemeinsam mit Morrigan vor den wilden Hunden und Reitern flieht, welche sie in der Nacht auf ihren elften Geburtstag holen wollen. Nach dieser abenteuerlichen Flucht findet sich Morrigan in der magischen Stadt Nevermoor wieder. Es fällt ihr nicht ganz leicht, sich an die Wesen und Gepflogenheiten ihrer neuen Heimat zu gewöhnen. Und ausserdem gibt es nur einen Weg, wie sie in Nevermoor bleiben kann: sie muss gegen andere begabte magische Jugendliche antreten und zahlreiche Prüfungen bestehen, um in die Wundrous Society aufgenommen werden. Ungünstig allerdings, dass Jupiter Morrigan gar nie mitgeteilt hat, was überhaupt ihre besondere Fähigkeit ist...

Meine Meinung:
Jamie und Jule werden nicht müde, die Nevermoor-Reihe zu empfehlen und so musste ich mir die Reihe natürlich im Original und im Schuber bestellen. Fast ein Jahr lang habe ich auf die Bücher gewartet, weil sie zwischenzeitlich nicht mehr lieferbar waren. Nun aber habe ich den ersten Band der Reihe gelesen und bin begeistert. Anfänglich haben es mir die sehr langen Kapitel zwar ein wenig erschwert, so richtig ins Buch zu finden, aber dann habe ich so richtig eintauchen und die magische Stadt Nevermoor für mich entdecken können. Morrigan ist eine kluge Protagonistin mit klaren Werten und Kampfgeist und auch die Nebenfiguren haben ich für sich eingenommen. Gemeinsam mit ihnen bin ich durch Nevermoor gestolpert, habe Prüfungen und Abenteuer überstanden und mich beim Lesen mitreissen, gruseln und wunderbar unterhalten lassen.

Meine Empfehlung:
Dieser Reihenauftakt ist ein wahres Lesevergnügen und definitiv nicht nur für Kinder und Jugendliche geeignet. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Nevermoor
Autorin: Jessica Townsend lives on the Sunshine Coast in Australia, but has lived on and off in London for a few years. She was a copywriter for eight years, and in a previous role, was the editor of a children’s wildlife magazine for Steve Irwin’s Australia Zoo. She is the bestselling author of the Nevermoor Series.
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Little, Brown and Company
Erschienen: 25.09.2018
ISBN-13: 9780316601634

Rezension: Himmelsee - Wo der Wind von Liebe erzählt (Himmelsee 2)

Rezensionsexemplar aus dem Verlag Harper Collins via Bloggerportal, vielen Dank!

Himmelsee. Wo der Wind von Liebe erzählt - Tanja Janz

Reiheninfos "Himmelsee":
1. Himmelsee - Über den Wellen leuchtet das Glück (15.04.2025)
2. Himmelsee - Wo der Wind von Liebe erzählt (23.06.2026)
3. Himmelsee - Unter den Sternen funkelt die Hoffnung (25.08.2026)

Beschreibung des Verlages:
Weil Astrid schon länger genug von der Männerwelt hat, konzentriert sie sich ganz auf ihre gemütliche Buchhandlung »Bücherhimmel«. Als sie ihre beliebte Vorlesestunde wegen Heiserkeit absagen muss, springt unerwartet ihr neuer bester Kunde ein. Es stellt sich heraus, dass Thore Wilkens selbst Bestseller verfasst hat und wunderbare Lesungen veranstalten kann. Um seine Schreibblockade zu lösen, zeigt Astrid ihm die schönsten Seiten Himmelsees. Und während sie mit ihm den Strand, die duftenden Wälder und den Leuchtturm erkundet, erkennt sie erschrocken, dass er die Mauer um ihr Herz eingerissen hat ...

Inhalt:
Vor einigen Jahren hat Astrid darauf verzichtet, ihrer grossen Liebe Filip in die USA zu folgen. Zu sehr verwurzelt gefühlt hat sie sich in ihrer Heimat Himmelsee. Die Fernbeziehung hat nicht gehalten und die Buchhändlerin lebt mittlerweile ein erfülltes Singleleben als erfolgreiche Geschäftsfrau. Die Freundschaft mit Linna (der Protagonistin aus dem ersten Band der Reihe), ihre Arbeit, ihre Angestellte Irmi, ihre Familie und ein grosser Kreis an weiteren Herzensmenschen hält sie beschäftigt und bei Laune.
Als aber gleichzeitig der erfolgreiche Autor Thore Wilkens als auch längst verarbeitet geglaubte Gefühle in ihrem Leben auftauchen, muss sie entscheiden, wohin ihr Herz sie führt.

Meine Meinung:
Schon der erste Band der Reihe mit dem Hotelleriebetrieb von Linna und der grossen Meerliebe hat mich für sich eingenommen und wunderbar unterhalten. Auch der zweite Band hat mir wieder schöne Lesestunden geschenkt und ich habe mich Hals über Kopf in Astrids Buchhandlung "Bücherhimmel", in ihre Backkünste, die ausgeklügelten Blaubeerrezepte, von denen sich einige im Anhang finden und ihre so gemütliche kleine Wohnung verliebt.

Schreibstil und Aufbau:
Wie so viele Bücher dieses leichten, unterhaltsamen Genres beinhaltet auch dieser Roman weder grosse Überraschungen, noch viel Tiefgang. Aber die Romane von Tanja Janz lassen immer so schön in die Ferne träumen und - im Falle dieser Reihe - den Darß erleben.
Auch taucht schon bald ein Mann auf, der Astrids Herz höher schlagen lässt und dann muss ja noch einmal eine kleine Wendung gebaut werden: ein Unglück geschieht, ein Missverständnis zerstört beinahe das sich anbahnende Glück, eine Liebe aus der Vergangenheit taucht auf oder verschiedene andere persönliche und berufliche Dramen bahnen sich an... Manchmal entstehen dabei sogar richtige Überraschungen und es entwickelt sich gar nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Welche Szenarien sich in Himmelsee abspielt, verrate ich hier natürlich nicht. Nur so viel: stöbert nicht zu sehr auf dem Instagramprofil der Autorin. Sie verrät nämlich dort nicht nur, welche Steine sie Astrids Romanze in den Weg gelegt hat, sondern auch, wie das Buch endet. So macht sie diese Wendung, die eine kleine Überraschung und sogar ein wenig Spannung hätte bieten können, zunichte. Dies ist allerdings nur ein kleiner Wermutstropfen, die meisten werden das Ende so oder so korrekt vorhergesagt haben und ausserdem spielt die Handlung des Romans neben der wundervollen und gekonnt beschriebenen Kulisse des fiktiven Küstenörtchens Himmelsee eigentlich nur eine Nebenrolle.

Meine Empfehlung:

In einem sehr turbulenten Juli habe ich mich ans Meer geträumt und mich von einer unaufgeregt erzählten Geschichte unterhalten lassen. Der Wohlfühlroman beinhaltet definitiv keine Überraschungen, aber ganz viel Freundschaft, Zusammenhalt und Gemütlichkeit.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Himmelsee - Wo der Wind von Liebe erzählt
Autorin: Tanja Janz wollte schon als Kind Bücher schreiben und malte ihre ersten Geschichten auf ein Blatt Papier. Heute ist sie Schriftstellerin und lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen im Ruhrgebiet. Neben der Schreiberei und der Liebe zum heimischen Fußballverein schwärmt sie für St. Peter-Ording, den einzigartigen Ort an der Nordseeküste.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Harper Collins
Erscheinungstag: 23.06.2026
ISBN: 9783365012116

Lese-Statistik Juni 2026

Hallo ihr Lieben

Der Juni hat neben leider viel zu hohen Temperaturen und unerträglicher Dürre auch viele schöne Erlebnisse mit sich gebracht. Wir verbrachten ein Wochenende mit Herzensmenschen im Wallis, durften wieder Gäste bei einer Hochzeit sein, einen Geburtstag feiern und die Abschlussfeier einer Freundin besuchen, die auswandert und einen neuen Lebensabschnitt beginnt.
An der Konzertfront sieht es ruhig aus, dafür habe ich mich mit einem meiner Ensembles so richtig in die Planung eines grossen Projektes für 2027 gestürzt und weitere Konzertreihen für 2027 und 2028 angedacht. Es gibt mir immer soooo viel Energie, wenn ich weiss, auf welche Projekte ich mich freuen darf und wenn die ersten Proben und Konzerttermine bestätigt im Kalender stehen. Auch hatte ich an den Musikschulen einiges zu tun. Drei Semesterabschlusskonzerte, ein grösseres Krisenmanagement und ganz viele administrative Aufgaben standen an und im Juli geht es jetzt an die Jahresvorbereitungen für das kommende Schuljahr, respektive stecke ich schon mitten drin.

Buchtechnisch war der Monat auch ziemlich sommerlich und mit eher leichter Lektüre gefüllt. Gelesen habe ich mehr als erwartet. Und dies, obwohl ich auch viel Fussball geschaut habe und obwohl ich kaum lange im Zug sass. Dass gerade nicht so viele Konzerte und Proben anstehen (und dass ich Ende Schuljahr und bei dieser Hitze auch nicht mehr die Kraft hatte, um andere Dinge zu machen, als mit einem guten Buch herumzusitzen), schlägt sich wohl einfach positiv auf meine Lesezeit nieder.
Dabei waren zwei Buddyreads, viele Highlights, Rezensionsexemplare, sommerliche Unterhaltung und auch einige Überraschungen dabei. Und einmal mehr konnten mich vor allem die Backlist-Bücher überzeugen.
Bei den Neuzugängen habe ich übrigens hemmungslos zugegriffen, was den SuB zwar nicht freut, mich aber irgendwie um so mehr. Im Juli sind dafür mit ein, zwei Ausnahmen keine Neuzugänge geplant (oder so....) :-D

Gelesen im Juni:

Solider, feinfühliger Brunetti-Krimi, der sich vor allem auf das Leben von älteren Menschen konzentriert


Zwar ein wenig vorhersehbarer und konstruierter aber dennoch unterhaltsamer und packender Roman


Moderner, feministischer Hexenroman, verschiedene Zeitebenen, Magie und Kampf für Unabhängigkeit


Berührender Debütroman, tragische Familiengeschichte über das Verzeihen, die Liebe und gelebte Chancen


Poetisches, eindringlich erzähltes Buch über Tiefpunkte im Leben, Verlust, Freundschaft und Neuanfänge


Ein wenig repetitiver und vorhersehbarer Roman, grandiose Landschaftsbeschreibungen und Sommerfeeling


Überragendes Debüt, Kosovokrieg, Familiengeschichte, Bruxismus, Forensik und reine Erzählkunst


Liebevoll erzählter Hamburg-Roman mit ernsten Themen, ein paar Längen und um so mehr Meerliebe


Alle Zahlen und Rezensionen:

Reiches Erbe - Donna Leon   (320 Seiten)
Wut und Liebe - Martin Suter   (304 Seiten)
Die Unbändigen - Emilia Hart   (416 Seiten)
Rückkehr nach Crow Lake - Mary Lawson   (336 Seiten)
Der Gesang der Amsel - Linda Olsson   (256 Seiten)
Das Glück beginnt in Istrien - Silvia Trippolt   (320 Seiten)
ë - Jehona Kicaj   (178 Seiten)
Das Leben fällt, wohin es will - Petra Hülsmann   (512 Seiten)

Neuzugänge:

  • Ruthchen schläft - Kerstin Campbell (Bücherschrankfund)
  • Frau Komachi empfiehlt ein Buch - Michiko Aoyama (Bücherschrankfund)
  • Pi mal Daumen - Alina Bronsky (Bücherschrankfund)
  • The Trials of Morrigan Crow (Nevermoor 1) - Jessica Townsend (neu gekauft)
  • Wundersmith (Nevermoor 2) - Jessica Townsend (neu gekauft)
  • Hollowpox (Nevermoor 3) - Jessica Townsend (neu gekauft)
  • Silverborn (Nevermoor 4) - Jessica Townsend (neu gekauft)
  • Himmelsee – Wo der Wind von Liebe erzählt (Himmelsee 2) - Tanja Janz (Rezensionsexemplar)
  • Das Glück beginnt in Istrien - Silvia Trippolt (Rezensionsexemplar) 
     

Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 8
Abgebrochene Bücher: -
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 2'642 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 88 Seiten
Bücher von Autorinnen: 7
Bücher von Autoren: 1
Autor*innenduos (oder Gruppen): 
Geschenkt bekommene Bücher: -
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 2
Neu gekaufte Bücher: 4
Gebraucht gekaufte Bücher: -
Eingesammelte Bücher: 3
Bibliotheksbücher: -
Gesamte Neuzugänge: 9
SuB am Monatsbeginn: 32
Aktueller SuB: 33
Differenz: + 1, der erste mini-Anstieg seit Mai 2025, verkraftbar, würde ich sagen

Rezension: Das Leben fällt, wohin es will

Das Leben fällt, wohin es will - Petra Hülsmann

Reiheninfos "Hamburg-Reihe":
1. Hummeln im Herzen
2. Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen
3. Glück ist, wenn man trotzdem liebt
4. Das Leben fällt, wohin es will
5. Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
6. Meistens kommt es anders, wenn man denkt

TW: Krebs, Chemotherapie, Erbrechen/Übelkeit

Beschreibung des Verlages:
Party, Spaß und Freiheit - das ist für Marie das Allerwichtigste. Das ändert sich schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das - Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat sie überhaupt keine Lust, und auf ihren neuen »Chef«, den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während Marie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann - zum Beispiel die Liebe.

Inhalt:
In diesem Band der nur ganz lose zusammenhängenden Hamburg-Reihe (einzig Taxifahrer Knut hat seine regelmässigen - und in diesem Band leider ein wenig zu kurz kommenden - Auftritte) begleiten wir Marie dabei, wie sie von der in den Tag hinein lebenden Party-Queen zur verantwortungsbewussten Geschäftsfrau wird. Oder es zumindest probiert. Die Wandlung geschieht allerdings sehr unfreiwillig. Aus heiterem Himmel wird Marie von ihrer Schwester Christine über deren Krebserkrankung informiert. Die aktuell gerade alleinerziehende Christine bittet Marie ausserdem, zu ihr zu ziehen und ihr dabei zu helfen, sich um den Haushalt und die beiden Kinder Toni und Max zu kümmern. Maries Vater zwingt sie ausserdem, während Christines Genesung deren Job in der familieneigenen Werft zu übernehmen, dabei aber auf keinen Fall zu gross aufzufallen. Etwas, das Marie aber schon immer sehr schwer gefallen ist.

Meine Meinung:
Der bisher umfangreichste Band der Hamburg-Reihe kommt mit ungewohnt nachdenklichen Tönen daher und Christines Erkrankung, die Nebenwirkungen der Chemotherapie und die Ängste der ganzen Familie sind im Buch feinfühlig und detailliert beschrieben. Auch Maries sehr verständliche Überforderung mit den auftretenden Emotionen, der ganz neuen Verantwortung und ihre Probleme, sich aus nachvollziehbaren Gründen an die Regeln ihres Vaters zu halten, machen den Roman sehr nahbar. Ein wenig Mühe hatte ich mit den im Mittelteil leider auftretenden Längen und dem kurz vor Schluss noch einmal so richtig dramatischen romantischen Hin und Her. Marie habe ich hingegen sehr gerne gemocht und die Entwicklungen in ihrem Leben, die tiefgründigen und wertvollen Gespräche im Freundeskreis und die nicht zu kurz kommende Romantik haben mich sehr gut unterhalten. Ausserdem kann das Buch wieder mit einer grossen Portion Hamburgliebe überzeugen und hat direkt mein Fernweh nach der wunderbaren Stadt sehr intensiv geweckt.

Meine Empfehlung:
Das Buch hat mich einfach gut unterhalten, berührt und mein Fernweh nach Hamburg geweckt. Die Stadt möchte ich unbedingt bald wieder einmal besuchen. Ausserdem freue ich mich schon auf den nächsten Band der Reihe und hoffe, dass Taxifahrer Knut dort wieder ein wenig mehr mitmischen darf.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Das Leben fällt, wohin es will
Autorin: Petra Hülsmann, Jahrgang 1976, wuchs in einer niedersächsischen Kleinstadt auf. Nach einem erfolgreich abgebrochenen Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft arbeitete sie in Anwaltskanzleien und reiste sechs Monate mit dem Rucksack durch Südostasien, bevor sie mit ihren Romanen die Beststellerliste eroberte. Petra Hülsmann lebt mit ihrem Mann in Hamburg.
Taschenbuch: 512 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Bastei Lübbe
Veröffentlichungstermin dieser Ausgabe: 24.02.2023
ISBN: 978-3-404-19196-3

Rezension: ë

ë - Jehona Kicaj

Beschreibung des Verlages:

Der ungewöhnliche Titel »ë« steht für einen Buchstaben, der in der albanischen Sprache eine wichtige Funktion hat, obwohl er meist gar nicht ausgesprochen wird. Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität, sucht nach Verständnis, aber stößt immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz.
Als der Kosovokrieg Ende der 90er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – sie werden nur anders erlebt als vor Ort.
Der Roman »ë« erzählt von dem in Deutschland kaum bekannten Kosovokrieg und erinnert an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren ermordete Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, wird von Jehona Kicaj im wahrsten Wortsinn zur Sprache gebracht.

Inhalt:
Die namenlos bleibende Erzählerin dieses Romanes leidet an Bruxismus, Zähneknirschen. Sie knirscht so intensiv, dass sie morgens Splitter ihrer Zähne im Mund hat. Schnell wird klar, dass die erlebte Flucht aus dem Kosovo und die dadurch entstandene Sprachlosigkeit sich auf diese Weise körperlich bei ihr zeigen. Zufällig stösst sie auf die Vorlesungsreihe einer Forensikerin, die sich in verschiedenen Kriegsgebieten der Knochen und Zähne getöteter Menschen annimmt, um deren Hinterbliebenen die Möglichkeit zum Trauern und den Ermordeten ein würdevolles Begräbnis zu schenken. Die Protagonistin erkennt dabei, wie das Suchen und Forschen nach Knochen oder nach Sprache, nach Aufklärung und Frieden, nach Versöhnung und Linderung sich ähneln.

Meine Meinung:
Jehona Kicaj gehört definitiv zu meinen Entdeckungen des Jahres. Nachdem ich sie im Mai (gemeinsam mit der lieben Angie) bei den Solothurner Literaturtagen während einer Lesung und eines Podiums erleben durfte, war mir klar, dass ich ihren Debütroman lesen wollte und ich bereue es nur ein wenig, dass ich mir das Buch nicht direkt vor Ort habe signieren lassen. Neben ihrer unglaublich präzise und eindringlich beschreibenden Sprache und der grandiosen Symbolik des Romans hat mich vor allem Kicajs auch in Solothurn wahrnehmbare klare Haltung beeindruckt. Unter anderem hat sie nämlich ihre dortige Lesung dafür genutzt, um Peter Handkes Genozidleugnung zu verurteilen, was leider so wenige Autor*innen machen.
Besonders berührt haben mich die Szenen direkt nach der Ankunft in Deutschland, wo die Protagonistin in der Schule von absolut nicht im Umgang mit traumatisierten Kindern geschulten Lehrkräften vorgeführt und retraumatisiert wird. Es hat mich an meine eigene Schulzeit und die so vielen aus dem Kosovo geflüchteten Kinder in unserem Schulhaus erinnert. Wie sie gedemütigt worden sind, wie sie mitten im Unterricht in Tränen ausgebrochen sind, wie sie tagelang fehlten, wie sie gegen die Rückführung (in der Schweiz so brutal "Ausschaffung" genannt) gekämpft haben und wie die meisten von ihnen plötzlich nicht mehr auftauchten, weil sie das Land verlassen mussten. Wie wir alle nicht verstanden haben, was da eigentlich geschieht und wie dann, als sie weg waren, die Lehrer sich darüber lustig machten und uns sagten, es sei ihnen nur recht geschehen.

Schreibstil und Aufbau:
Kicaj schreibt ihre Szenen so, dass man beim Lesen ganz nahe bei ihrer Protagonistin und mitten im Geschehen ist. Und die Szenen springen zwischen dem Alltag, den Erinnerungen der Erzählerin und ihren Erlebnissen im Kosovo hin und her. Wir befinden uns beim Zahnarzt im Wartezimmer oder auf dem Behandlungsstuhl und dann erinnern wir uns an den Grossvater und dessen Abwesenheit. Wir begleiten Elias, den Freund der Protagonistin, durch eine Ausstellung und hören ihn unbedachte Äusserungen zu Krieg und Flucht und Heimat machen und sind dann plötzlich in einem Hörraum, wo wir einer Vorlesung in Forensik lauschen. Die Szenen greifen nahtlos und stimmig ineinander und Kicaj erzählt eine Geschichte des Krieges, des Vermissens, der Ungerechtigkeit und des Ankommens nach einer Flucht in einem rassistisch geprägten Land. Von der Suche nach der eigenen und der neuen Sprache, einem Weg, zu erzählen, was geschehen ist, Worte zu formen statt sie zwischen den Zählen zu zermalmen und einzustehen für sich selber.

Meine Empfehlung:
Das Buch ist so wertvoll und berührend geschrieben und beim Lesen hatte ich stets die warme, freundliche Stimme der Autorin im Ohr, was natürlich geholfen hat. Und doch wird natürlich die Geschichte eines furchtbaren Krieges erzählt und es ist wichtig, dass wir darüber lesen und uns darauf einlassen. Ich hoffe sehr, bald wieder ein Buch aus Kicajs Feder lesen zu dürfen und lege euch in der Zwischenzeit ihren Erstling ans Herz.

Zusätzliche Infos:
Titel:
ë
Autorin: Jehona Kicaj, geb. 1991 in Kosovo und aufgewachsen in Göttingen, studierte Philosophie, Germanistik und Neuere deutsche Literaturwissenschaft in Hannover. Nach wissenschaftlichen Publikationen erscheinen von ihr seit 2020 auch literarische Texte. Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie »›Und so blieb man eben für immer‹. Gastarbeiter:innen und ihre Kinder« (2023). Mit ihrem mehrfach ausgezeichneten Debütroman »ë« stand sie auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag: 176 Seiten
Verlag: Wallstein Verlag
Erschienen: 23.07.2025
ISBN: 978-3-8353-5949-9

Rezension: Das Glück beginnt in Istrien

Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar aus dem Gmeiner Verlag

Das Glück beginnt in Istrien - Silvia Trippolt

Beschreibung des Verlages:

Kein Job, keine Wohnung und ein Verlobter, der sich als Millionenbetrüger entpuppt. Rezeptionistin Linda lässt Graz hinter sich und flieht mit ihrem klapprigen Fiat Panda nach Istrien. Als ihr Wagen im Wald liegen bleibt, findet Trüffelsucher Marko mit Dackel Pino sie und bringt Linda in ein kleines B&B in Rovinj, einen Zufluchtsort für gestrandete Seelen. An der zauberhaften Adriaküste will Linda ihr Leben neu ordnen und beschließt, nie wieder einem Mann zu vertrauen. Doch als sie Marko erneut begegnet, funkt ihr Herz dazwischen.

Inhalt:
Nachdem ihr Leben gefühlt von einem Tag auf den anderen in sich zusammen gefallen ist, steigt Linda ins Auto und fährt ohne Rücksicht auf Verluste und ihre Umgebung einfach los, bis das Benzin ausgeht und sie mitten im Wald an einem unbekannten Ort strandet. Der Trüffelsucher Marko findet sie und bringt sie nach Rovinj ins B&B seiner Tante Daria. Darias Kochkünste, ihre Fähigkeit, zuzuhören aber auch im richtigen Moment zu schweigen und die anderen Bewohnenden des B&Bs entpuppen sich als äusserst heilsam. Linda muss zwar noch einige nicht ganz einfach Entscheidungen fällen und ihr Leben neu ordnen, aber mit den in Istrien geschlossenen Freundschaften, der tollen Verpflegung und dem entspannten Lebensstil, der an der Adria vorherrscht, hat sie die beste Unterstützung, die sie bekommen kann.

Meine Meinung:
Voller Vorfreude habe ich mich in dieses bunte Leseabenteuer gestürzt, schliesslich kenne ich ich einige (Küsten-)Regionen Kroatiens schon sehr gut, ausgerechnet nach Rovinj hat es mich aber noch nie verschlagen. Dies möchte ich nun aber ändern, so neugierig hat mich Silvia Trippolt auf das Küstenstädtchen gemacht. Einige von euch wissen ausserdem sicher, dass Hotels und B&Bs in Büchern mich immer abholen, weshalb es mir Daria mit ihrem B&B Vista Mare einfach angetan hat. Die Protagonistin Linda und ich sind zwar leider keine Freundinnen geworden, dafür haben mich die anderen Figuren für sich einnehmen können und die kurzweilige Geschichte hat mich trotz ihrem eher simplen Stil und ihrer Vorhersehbarkeit hervorragend unterhalten.

Schreibstil und Aufbau:
Besonders gut gefallen haben mir die wunderschönen und zum Träumen einladenden Beschreibungen der Küstenlandschaft und der Kulinarik. Trippolt zaubert ein gemütliches Urlaubsfeeling und zeigt, dass sie sowohl die Landschaft Istriens als auch die Gepflogenheiten der Region sehr gut kennt.
Das Buch ist so aufgebaut, dass nach und nach die Geheimnisse der Bewohnenden des B&B Vista Mare gelüftet werden. Vor allem Darias Geschichte hat mich dabei berührt. Dies waren aber leider die einzigen Szenen, in denen das Buch ein wenig tiefgründiger wurde. Ansonsten bleibt die Geschichte eher oberflächlich und vorhersehbar. Auch den Schreibstil habe ich leider als sehr schlicht und holprig empfunden, was ich aber auch ein wenig dem Lektorat anlaste. Sätze wie "Liebevoll nimmt sie eine Kammmuschel heraus, setzt sie auf ihre Handfläche und betrachtet sie liebevoll.", dürfen einer Lektorin einfach nicht durch die Lappen gehen. Ermüdende Wiederholungen finden sich vor allem auch am Anfang der Geschichte, während dem die Protagonistin in stets ähnlichen Worten über ihre miserablen Lebenssituation jammert. Ihr nie endendes Selbstmitleid und ihre unreife Art haben mich generell gestört. Dafür haben es mir Figuren wie Daria oder die Boutiquenbesitzerin Matea so richtig angetan. Sie beweisen, wie facettenreich Trippolt ihre Figuren und deren Lebensumstände eigentlich schildern könnte.

Meine Empfehlung:
Aller Kritik zum Trotz hat mich das Urlaubsfeeling begeistert und der sehr leichte Schreibstil sorgt dafür, dass man nur so durch die Geschichte rast und dabei auch immer mal wieder etwas über die Geschichte und Kultur von Rovinj erfährt. Das Buch ist also definitiv perfekt als kurzweilige Urlaubslektüre für heisse Sommertage geeignet.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Das Glück beginnt in Istrien
Autorin: Wenn die Adria ruft, antwortet die Kärntner Autorin und Gastronomin Silvia Trippolt. Nach ihrem Studium in Graz und Moskau arbeitete sie als Kulinarik- und Reisejournalistin und eroberte mit ihren Genussbüchern die österreichischen Bestsellerlisten. Gemeinsam mit ihrem Mann, einem bekannten Spitzenkoch, führt sie das Restaurant „Trippolt Zum Bären“ in Bad St. Leonhard im Lavanttal, wo sie als Familie mit ihren gemeinsamen Söhnen und ihrem Dackel Pino leben. Zudem ist sie Chefredakteurin des „Alpe-Adria-Guides.“ Für den Gmeiner-Verlag schreibt sie unendlich sympathische Liebesromane mit mediterranem Vibe.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Gmeiner
Erschienen am: 10. Juni 2026
ISBN: 978-3-8392-8103-1

Rezension: Der Gesang der Amsel

Der Gesang der Amsel - Linda Olsson

Beschreibung des Verlages:

An einem Winterabend in Stockholm beobachtet der junge Künstler Elias, wie eine Frau in seinen Wohnkomplex einzieht. Doch nachdem sie ihre Tür geschlossen hat, wird sie nicht mehr gesehen. Ein fehlgeleiteter Brief bietet Elias schließlich die Gelegenheit, mit der Nachbarin Kontakt aufzunehmen. Doch in dem dunklen Apartment rührt sich nichts. Elisabeth will allein sein, und ihre einzige Gesellschaft sind die ungebetenen Geister der Vergangenheit. Elias gibt allerdings nicht so schnell auf und spannt seinen Freund, den älteren Witwer Otto, dazu ein, Elisabeth ins Leben zurückzuholen. Und während der Frühling zum Sommer reift, entspinnt sich zwischen den dreien eine zarte Freundschaft.

Inhalt:
Elisabeth hat sich direkt nach ihrem Einzug kaum mehr aus ihrer Wohnung gewagt. Doch ihr Nachbar Elias beginnt, vorsichtig mit ihr in Kontakt zu treten. Als Dank für eine kleine Geste, erhält er von Elisabeth überraschend ein Buch geschenkt. Eines, das er sich mühsam erarbeiten muss und das ihn dazu inspiriert, sich weiterhin mit Elisabeth auszutauschen. Bücher, Bilder, Texte und Tischgespräche bauen Brücken in diesem leisen Roman. Brücken zwischen Menschen, Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft, Brücken zwischen Tag und Nacht, Einsamkeit und Verbundenheit.

Meine Meinung:
Ich hatte keine Ahnung, was dieses Buch für mich bereithalten würde und habe es lediglich aufgrund des Titels und Covers aus dem Bücherschrank befreit. Bekommen habe ich eine in sanften Tönen erzählte Geschichte über das Leben und das Lieben sowie über die Faszination des Lesens und der Literatur. Zarte Gesten bringen Menschen einander näher, Fremde sind fürsorglich und verbinden sich irgendwann in einer sich langsam entwickelnden Freundschaft, die vom stetigen Ruf der Amsel vor dem Fenster begleitet wird.
Elisabeth, die sich anfangs in ihrem Apartment verkriecht, trägt einen grossen Schmerz mit sich herum, über den wir beim Lesen langsam mehr und mehr erfahren. Aber auch Elias und Otto haben schon einige Schicksalsschläge überlebt und wissen genau, wie wichtig es ist, achtsam miteinander umzugehen.
Es sind kleine, unaufgeregte Taten, welche die Figuren dieses Romans einander näher bringen. Zwischen den Zeilen lässt sich dabei noch so viel mehr Geschichte und Tiefe erahnen, als im Text ausformuliert ist und der flüssige, poetische Schreibstil lässt mit einer traumwandlerischen Sicherheit am Geschehen teilhaben und erweckt die drei so liebenswert erzählten Figuren zum Leben.

Meine Empfehlung:
Ich bin so froh, dass ich diesen leisen, poetischen Roman aus dem Bücherschrank mitgenommen und für mich entdeckt habe. Von Linda Olsson möchte ich unbedingt noch weitere Bücher lesen und empfehle euch "Der Gesang der Amsel" von ganzem Herzen.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Der Gesang der Amsel
Originaltitel: The Blackbird Sings at Dusk
Autorin: Linda Olsson, geboren in Schweden, studierte Jura und arbeitete im Finanzgeschäft. Sie lebte in Kenia, Singapur, Japan und England und hat sich schließlich mit ihrem Mann in Neuseeland niedergelassen. Mit ihrem Debütroman »Die Dorfhexe« gelang ihr sofort der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Heute pendelt die Autorin zwischen Neuseeland und Schweden.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Meredith Barth
Taschenbuch, Broschur: 256 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erschienen am: 08.02.2022
ISBN: 978-3-442-77151-6

Rezension: Rückkehr nach Crow Lake

Rückkehr nach Crow Lake

Beschreibung des Verlages:

Kates Kindheit im Norden Ontarios endet jäh, als ihre Eltern tödlich verunglücken. Ihre beiden Brüder Luke und Matt beschließen, sie und die kleine Schwester Bo alleine großzuziehen. Halt findet die verschlossene und bildungshungrige Kate vor allem bei Matt, dessen Liebe zur Tier- und Pflanzenwelt auf sie überspringt. Jahre später arbeitet Kate erfolgreich als Biologin an der Universität von Toronto, weit weg von ihrer Heimat. Doch die Geschehnisse von damals schweben immer noch wie ein Schatten über ihr. Als sie für ein Familienfest nach Crow Lake zurückkehrt, gerät ihre Welt erneut aus den Fugen.

Inhalt:
Im Norden Kanadas haben Siedler vor einigen Jahrzehnten aus einer kargen Landschaft das kleine Dorf "Crow Lake" aus dem Boden gestampft. An den von Insekten bewohnten Teichen des Ortes verbringt Kate jede freie Minute und lässt sich von ihrem älteren Bruder Matt die Wunder der Natur erklären. Als sie sieben Jahre alt ist, sterben ihre Eltern bei einem Autounfall und ihre beiden Brüder Luke und Matt beschliessen, sich um die jüngeren Schwestern Kate und die kleine Bo zu kümmern. Obwohl das Leben hart ist, versuchen die beiden, ihren Schwestern alle Träume und eine gute Schulbildung zu ermöglichen.
Doch der Alltag stellt sie immer wieder auf harte Proben und die unglücklichen Ereignisse innerhalb der Nachbarsfamilie Pye beeinflussen auch ihre Schicksale massgeblich.

Meine Meinung:
Diesen Debütroman habe ich (wie übrigens auch den zweiten Roman der Autorin) gemeinsam mit Martina gelesen. Der Austausch war wieder sehr angenehm und spannend und durch Martinas Sicht auf die Dinge komme ich einem Buch oft noch einmal sehr anders nahe, als ich dies durch mein eigenes Lesen machen würde. Ausserdem hat mich das Buch mit der Erwähnung des Ortes Huntsville an unsere Kanadareise im Jahr 2024 erinnert, was eine erfreuliche Überraschung war.
Die Geschichte hat mich gepackt und berührt und besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil, der für Spannung gesorgt und mich immer wieder bis ins Mark erschüttert hat. Lawsons Beschreibungen sind einfach hohe Kunst und die Geschichte, welche sie um den fiktiven Ort Crow Lake herumspinnt, erzählt vom Leben auf dem Land, von Schuld und Verantwortung, von Zielen im Leben und der Wert von Bildung.

Schreibstil und Aufbau:
Mit nur wenigen Worten schafft Lawson eine Atmosphäre. Diese ist eher düster, aber gleichzeitig werden immer mal wieder nostalgische Gefühle geweckt. Der Sommer auf dem Land, die Stunden am Teich, die wilde Natur und die Dorfgemeinschaft, die füreinander einsteht und gleichzeitig auch genau dann wegsieht, wenn sie am genauesten hinsehen müsste...
Lawson verknüpft die aktuelle Gegenwart ihrer Protagonistin Kate mit Rückblicken und Erinnerungen aus Kates Kindheit und Jugend. Nach und nach fügt sich so die Geschichte von Kates Familie und der Nachbarsfamilie Pye zusammen und wir verstehen nach und nach, welche grossen Zweifel und Themen Kate als Erwachsene beschäftigen.

Meine Empfehlung:
Das Buch hat mich tief beeindruckt und wird noch lange nachhallen. Ich hoffe sehr, dass bald weitere Bücher von Mary Lawson übersetzt werden, damit noch viele weitere Menschen sie entdecken können.

Weitere Bücher der Autorin:
Im letzten Licht des Herbstes

Zusätzliche Infos:
Titel:
 Rückkehr nach Crow Lake
Originaltitel: Crow Lake
Autorin: Mary Lawson, aufgewachsen in Ontario, lebt seit 1968 in Surrey, England. Mindestens einmal im Jahr reist sie in ihre Heimat Kanada. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Ihr Debüt »Rückkehr nach Crow Lake« war ein internationaler Erfolg und wurde in 20 Länder verkauft. 2006 wurde sie für den Booker Prize nominiert. Ihr neuester Roman, »Im letzten Licht des Herbstes«, ist in Kanada ein Bestseller.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Sabine Lohmann
Taschenbuch, Broschur: 336 Seiten
Verlag: Heyne
Erschienen am: 13.09.2021
ISBN: 978-3-453-42601-6

Rezension: Die Unbändigen

Die Unbändigen - Emilia Hart

TW: sexualisierte und partnerschaftliche Gewalt, Vergewaltigung

Beschreibung des Verlages:
KATE, 2019
Kate flieht aus London und lässt alles zurück – endlich hat sie die Kraft gefunden, den Mann zu verlassen, der ihr Leben kontrolliert. Sie findet Zuflucht im Weyward Cottage im Norden Englands, das sie von ihrer Großtante Violet geerbt hat. Dort stößt Kate aber auf verstörende Gerüchte und auf ein sorgsam gehütetes Geheimnis, das sie tief in die Geschichte ihrer Vorfahren führt, bis zurück in die Zeiten der Hexenjagd.
VIOLET, 1942
Violet liebt die Natur über alles. Sie sammelt weitaus lieber Insekten und klettert auf Bäume, als sich an die strengen Benimmregeln für junge Damen zu halten. Dann verändert die folgenschwere Begegnung mit einem Mann das Leben der jungen Frau für immer.
ALTHA, 1619
Altha ist der Hexerei angeklagt – sie soll einen Mann getötet haben. Bekannt für ihr abgeschiedenes Leben als unabhängige Frau und für ihre besondere Verbindung zu den Tieren ist sie eine Bedrohung, die beseitigt werden muss.
Drei Frauen kämpfen in drei verschiedenen Zeitaltern um ihre Unabhängigkeit – aber ihre Geschichten sind weitaus enger verwoben, als es anfangs scheint.

Inhalt:
Drei Frauen, drei Zeitstränge, drei Schicksale. Ein wenig Magie, ganz viele Vorurteile und der Kampf für Gerechtigkeit, Anerkennung und Freiheit verbindet Kate, Violet und Altha und die Fäden der Zeit verflechten ihre Leben untrennbar miteinander.

Meine Meinung:
Gelesen habe ich das Buch in einer Blogleserunde gemeinsam mit Melli und Julia und der Austausch war extrem spannend und lehrreich. Vor allem Kates Geschichte hat mich sehr berührt. Den Kampf gegen die Gewalt, welche sie durch ihren Partner erlebt, fand ich sehr realistisch erzählt. Auch Violets Geschichte hat mich für sich eingenommen und die Ungerechtigkeiten, welche ihr angetan worden sind, haben mich richtig wütend gemacht. Nur Altha blieb leider ein wenig blass und ich hätte gerne mehr über ihr Leben und ihre Zukunft erfahren.

Schreibstil und Aufbau:
Abwechslungsweise begleiten wir die Protagonistinnen durch ihren Alltag. Jedes Kapitel erzählt aus einer anderen Perspektive und so wird nach und nach zusammengeführt, was zusammengehört. Die drei Protagonistinnen haben alle mit teilweise lebensbedrohlichen Herausforderungen zu kämpfen und werden gleichzeitig auch immer von ein wenig Magie umgeben. Mir persönlich gefällt es zwar oft nicht, wenn es in Romanen übernatürlich wird, hier aber empfand ich dies als sehr stimmig.

Meine Empfehlung:
"Die Unbändigen" macht wütend und betroffen, weckt aber auch Kampfgeist und sorgt hoffentlich dafür, dass sich noch viel mehr Frauen auf ihren Freiheitskampf konzentrieren und sich dabei verschwestern. Ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Die Unbändigen
Originaltitel: Weyward
Autorin: Emilia Hart ist eine britisch-australische Schriftstellerin. Sie wurde in Sydney geboren und studierte englische Literatur und Jura, bevor sie als Anwältin in Sydney und London arbeitete. Ihr erster Roman, Die Unbändigen, war ein New York Times-Bestseller, gewann zwei Goodreads Choice Awards und wurde weltweit über 700.000 Mal verkauft. Ihr neuester Roman, Unbeugsam wie die See, steig als Sunday Times-Bestseller ein, wurde New York Times-Bestseller und ein Good Morning America Book Club Pick. Emilia lebt in London mit ihrem Partner, einer schwarzen Katze namens Luna und viel zu vielen Büchern.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Julia Walther
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Harper Collins
Veröffentlichung: 27.12.2024
ISBN: 9783365005446