Zusammenkunft - Natasha Brown
TW: Rassismus, Krebs, Sexismus, sexuelle Belästigung
Beschreibung des Verlages:
Nach oben kommen. Das war immer der Plan. Seit Jahrhunderten. Dafür hat
sie, dafür haben alle vor ihr gekämpft. Und als Schwarze Frau stand ihr
letztlich nur ein Weg offen: Völlige Verausgabung, Oxbridge, Londoner
Hochfinanz, ein Freund mit Geld so alt und dreckig wie das Empire. Doch
als sie endlich eingeladen wird, Mitglied einer Familie, Angehörige
einer Klasse, Teil eines Landes zu werden, muss sie am eigenen Körper
erfahren, dass die erlittenen Ungerechtigkeiten tiefere Wurzeln
geschlagen haben. Wie kann sie sich retten? Wie mit dem Erbe der
Geschichte leben?
Inhalt:
Fragmentarisch setzen sich in diesem dünnen Buch Szenen aus dem Leben der namenlosen Schwarzen Ich-Erzählerin zu einem nachhallende Einblick in ihren Alltag zusammen. In Grossbritannien erlebt sie alltäglichen Rassismus und Sexismus, muss einen enormen Mehraufwand leisten, um ernst genommen zu werden und voranzukommen, muss einstecken, sich zusammenreissen und wird dabei immer wieder mit eigenen (körperlichen) Grenzen konfrontiert.
Meine Meinung:
Das Buch ist mir schon oft begegnet und empfohlen worden, entsprechend wollte ich mir selber ein Bild machen. Und obwohl es nur wenige Seiten hat, liest es sich nicht so schnell, wie erwartet. Die Themen sind intensiv, lassen Raum zum Nachdenken und Leerstellen, die man selber füllen kann, aber nicht muss. Die einzelnen Textfragmente, Listen und Gedanken springen zwischen verschiedenen Szenen hin und her. Mal befinden wir uns in einem Büro im beruflichen Kontext, mal im hart erarbeiteten Townhouse der Protagonistin, mal auf einer Gartenparty und mal im Krankenhaus.
Natasha Brown benennt Missstände, das immer noch kolonialistische Gedankengut und das kaum überwindbare Klassensystem, in dem ihre unbenannt bleibende Protagonistin agiert und ohne Namen steht sie um so mehr für so viele Frauen, welche ähnliche Abwertungen, Hürden und Übergriffe erfahren.
Meine Empfehlung:
Das Buch ist eine sprichwörtliche Zusammenkunft von schlechten Erfahrungen aber auch von Mut und Kraft, welche sich diesen entgegenstellen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Geschichte zu lesen, sich den teilweise äusserst unangenehmen Szenen zu stellen und sich und das eigene (rassistische) Handeln zu hinterfragen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Zusammenkunft
Autorin: Natasha Brown arbeitete nach ihrem Mathematikstudium an der Universität
Cambridge zehn Jahrelang im Londoner Finanzsektor. Mit ihrem Roman Zusammenkunft
gelang ihr eines der erfolgreichsten literarischen Debüts Englands der
letzten Jahre. Er stand auf der Shortlist des Folio Prize, des
Goldsmiths Prize und des Orwell Prize und wurde in 17 Sprachen
übersetzt. Natasha Brown gehört zu den alle zehn Jahre ernannten
Grantaʼs Best of Young British Novelists.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Jackie Thomae
Hardcover mit Schutzumschlag: 113 Seiten
Verlag: Suhrkamp
Erscheinungstermin: 17.05.2023
ISBN: 978-3-518-47322-1
Rezension: Zusammenkunft
Lese-Statistik Februar 2026
Hallo ihr Lieben
Der Februar hat ein wenig Frühling und ein wenig Winter, viele Sonnenstunden, Lesestunden auf Balkonien und die ersten Gartenarbeiten mit sich gebracht und so angesichts der täglich immer schlimmen Nachrichten für ein wenig Zerstreuung gesorgt.
Leider war ich wieder nicht ganz fit (ich denke, die Magen-Darm-Erkrankung im Januar hat mein Immunsystem nachhaltig ein wenig lahmgelegt) und ich hatte am Monatsanfang zwar nur eine leichte Erkältung und schon genug Kraft für meine Arbeit und meinen Alltag, hatte aber nicht wirklich die Energie und den Kopf, um zu lesen oder mich auf meinem Blog zu betätigen. Das konnte ich in der fast ganz schulfreien zweiten Februarwoche dann endlich nachholen und wieder ausgiebig schmökern und auf euren Blogs stöbern. Und auch wenn wieder sehr viel Schreibtischarbeit anstand (Stichworte Steuern und Konzertplanung), so liebe ich es immer sehr, in der unterrichtsfreien Zeit ganz in meinem Tempo zu arbeiten und meinen Tagesablauf zu gestalten. Zwei Konzerte, viele hoffnungsvoll grüne Bücher und noch mehr Schneeglöckchensichtungen haben den Monat komplett gemacht und nun hoffe ich, dass ich genug Energie und Motivation für den sehr arbeitsintensiven März gesammelt habe, freue mich aber auch auf diesen mit tollen Projekten gefüllten Monat, der heute bereits mit einem Konzert gestartet hat.
Gelesen im Februar
Erster Band einer Familienchronik (Trilogie), anfänglich packend, dann eher zäh, trotzdem lesenswert
Berührende, zart melancholische und gleichzeitig hoffnungsvolle lose Fortsetzung zu "Prima Aussicht"
Zwei Freunde, die einander durch dick und dünn begleiten, Freundschaft, Familie und ein Gewinnspiel
Ein kleiner Schatz in Buchform, das perfekte Geschenk und ganz viel Liebe für ein kleines Lebewesen
Mein bisher liebster Teil der Reihe, sehr viel Humor, Kulinarik, grandiose Protagonistin und Hamburgliebe
Kinderbuchklassiker und einfach immer absolut lesenswert!
Packend und eindringlich erzählte Geschichte, keine leichte Kost, heftig, tragisch, verstörend, grandios
Alle Seitenzahlen und Rezensionslinks:
Die Glücksformel - Stefan Klein (quergelesen/einzelne Kapitel gelesen, 120 Seiten ganz gelesen)
Der Geschmack von Apfelkernen - Katharina Hagen (abgebrochen nach 22 Seiten)
Für immer, oder was? - Ellen Berg (abgebrochen nach 29 Seiten)
Das Land der Anderen - Leïla Slimani (384 Seiten)
Leonard und Paul - Rónán Hession (320 Seiten)
aufrappeln - Judith Poznan (160 Seiten)
Das Geräusch einer Schnecke beim Essen - Elisabeth Tova Bailey (176 Seiten)
Glück ist, wenn man trotzdem liebt - Petra Hülsmann (416 Seiten)
Ronja Räubertochter - Astrid Lindgren (ReRead, 240 Seiten)
Deine kalten Hände - Han Kang (312 Seiten)
Revolution der Verbundenheit - Franziska Schutzbach (320 Seiten)
Neuzugänge:
Die Stadt der verschwundenen Kinder - Caragh O'Brien (Bücherschrankfund)
21 Tage zum Verlieben - Lia Louis (Rezensionsexemplar)
Sternflüstern, die Geschichte eines Neuanfangs - Paula Carlin (Geschenk von Andrea)
Abgebrochen:
Die Glücksformel - Stefan Klein: Das Buch habe ich grosszügig quergelesen, weil mich nicht alle Kapitel interessiert haben. Mindestens 120 Seiten habe ich aber ganz gelesen, weshalb ich einfach nur 120 Seiten zu meinen gelesenen Seiten zählen werde.
Der Geschmack von Apfelkernen - Katharina Hagen (abgebrochen nach 22 Seiten, Stil passte nicht)
Für immer, oder was? - Ellen Berg (abgebrochen nach 29 Seiten, Klischees und anstrengende Protagonistin)
Alle Zahlen in der Übersicht:
Gelesene Bücher: 8
Abgebrochene Bücher: 3
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 2'499 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 89.25 Seiten
Bücher von Autorinnen: 7
Bücher von Autoren: 1
Autor*innenduos (oder Gruppen):
Geschenkt bekommene Bücher: 1
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 1
Neu gekaufte Bücher:
Gebraucht gekaufte Bücher:
Eingesammelte Bücher: 1
Bibliotheksbücher: -
Gesamte Neuzugänge: 3
SuB am Monatsbeginn: 44
Aktueller SuB: 38
Differenz: - 6
Rezension: Revolution der Verbundenheit
(Extrem ausführliche) Beschreibung des Verlages:
Inmitten einer scheinbar tief zerrütteten und
krisengeschüttelten Gesellschaft fragt Franziska Schutzbach nach
Perspektiven der Verbundenheit.
«Wir müssen noch miteinander eine große Freiheit erringen.»
Das schrieb Bettina von Arnim an ihre
Freundin Karoline von Günderode. Seither sind viele Jahre vergangen, die
Emanzipation der Frauen ist vorangeschritten – vor allem dann, wenn
sich Frauen aufeinander bezogen. Dieses Buch macht sich auf die
Suche nach
starken und nährenden Frauenbeziehungen
, nach Liebe und Freundschaft unter
Frauen, nach politischer Schwesternschaft und Solidarität, nach
emanzipatorischen Mutter-Tochter-Beziehungen und weiblichen
Familiengenealogien.
Die Soziologin und Sachbuchautorin Franziska Schutzbach zeigt anhand
zahlreicher fesselnder Beispiele
aus Vergangenheit und Gegenwart, wie
Frauen trotz Spaltung und Differenz durch ihre Beziehungen Revolutionen
ermöglicht haben. Wie sie patriarchale Strukturen in Alltag und Politik
lockerten, weil sie sich verbündeten und befreundeten. Sie beschreibt,
was möglich ist, wenn Frauen sich an anderen Frauen orientieren.
Wider die Spaltung der Frauen
Sie zeigt aber auch, wie schwer das ist. Denn
die Spaltung der Frauen ist eine der Grundlagen patriarchaler Macht
. Frauen sollen sich an Männern
orientieren, nicht aneinander. Sie sollen sich an sexistischen Maßstäben
und an der männlichen Gunst ausrichten. Sie sollen mit
unterdrückerischen Systemen kooperieren, anstatt sich gemeinsam dagegen
aufzulehnen.
Einigkeit und Harmonie sind keine Selbstverständlichkeit
unter Frauen, es gibt Risse und Differenzen, wir finden Zerwürfnisse,
Entsolidarisierung und Machtausübung. Und einen großen Mangel an Zeit.
Auch diesen Herausforderungen geht das Buch auf den Grund.
»Frauen können hier und heute damit beginnen, ihre
Orientierung an der Männerwelt zu lösen und überkommenen Mustern wie
Hierarchie und Konkurrenz ihre Sehnsucht nach Kooperation und
Freundschaft entgegensetzen.«
Franziska Schutzbach
Anhand von Essays und Briefen lässt
Franziska Schutzbach in diesem Buch eine Revolution der Verbundenheit
als eine konkrete und persönliche Praxis spürbar werden.
Ein leidenschaftliches Plädoyer für stärkende, ermutigende weibliche Beziehungen.
Inhalt:
Auf eine ausführliche Einleitung folgen die fünf Kapitel "Freundschaft", "Frauenbeziehungen in Familien", "Revolution der Liebe", "Sisterhood" und "Weibliche Verweigerung: Separatismus, Autonomie und Ausstieg", welche Schutzbach mit einem Brief an eine Frau in ihrem Leben eröffnet und dann mit vielen Gedanken, Zitaten, Theorien aus verschiedenen Jahrhunderten und eigenen Zusammenfassungen ergänzt.
Meine Meinung:
Auf dieses Buch habe ich mich schon riesig gefreut und die Briefe, welche die einzelnen Abschnitte einleiten, haben mich sehr berührt und gut unterhalten. Gestört hat mich allerdings, dass Schutzbach zu vielen Wiederholungen neigt. Nicht nur werden in mehreren Kapiteln immer wieder die gleichen Gedanken repetiert, auch formuliert sie manchmal seitenweise einen einzigen Gedanken immer wieder neu oder manchmal leider sogar mit nahezu identischen Worten. Die fünf doch eher ausführlichen Abschnitte hätten in meinen Augen fünf sehr viel kürzere und dadurch auch kurzweiligere Essays sein können.
Ausserdem verstehe ich zwar, dass Schutzbach immer wieder in die Vergangenheit reist. Sie begründet dies folgendermassen: "Für mich ist der Blick in die Vergangenheit wichtig, weil sich damit ausgelöschte Erzählungen rekonstruieren lassen (...). Es ermutigt mich, wenn ich weiss, (...) dass die patriarchale Macht eben nie total war, dass es immer auch Eigensinn und Widerstand gab." Dazu muss ich aber sagen, dass ich sehr viel lieber zeitgenössischere Beispiele oder auch noch mehr Anregungen und praktische Alltagsübungen für weiblichen Zusammenhalt, als beispielsweise wiederholte Schilderungen über die unterwürfige, dienende, mütterliche Rolle Marias in der Bibel gelesen hätte...
Trotzdem haben mich sehr viele Gedanken im Buch berührt, wütend gemacht, inspiriert und zum Weiterdenken angeregt. Wahrscheinlich habe ich einfach schon so viel zum Thema gelesen, dass für mich vieles nicht mehr komplett neu war. Das sehr ausführliche Quellenverzeichnis im Anhang beinhaltet allerdings sehr viele weiterführende Literaturtipps und macht neugierig auf mehr.
Meine Empfehlung:
Ein wenig Kritik zum Trotz empfehle ich das Buch sehr gerne weiter und denke, dass es vor allem für Menschen, welche sich zum ersten Mal mit weiblicher Solidarität auseinandersetzen und entsprechend auch noch viele Ausführungen zum Thema benötigen, ein idealer Einstieg ins Thema ist.
Zusätzliche Infos:
Titel: Revolution der Verbundenheit, wie weibliche Solidarität die Gesellschaft verändert
Autorin: Franziska Schutzbach, geboren 1978, ist promovierte
Geschlechterforscherin und Soziologin, Publizistin, feministische
Aktivistin und Mutter von zwei Kindern. Im Jahr 2017 initiierte sie den
#SchweizerAufschrei, seither ist sie eine bekannte und gefragte
feministische Stimme auch über die Schweiz hinaus. Ihre
Forschungsschwerpunkte sind Geschlechterthemen wie Misogynie und
Sexismus, darüber hinaus befasst sie sich mit den
Kommunikationsstrategien von Rechtspopulisten. Franziska Schutzbach lebt
in Basel.
Sprache: Deutsch
Hardcover: 320 Seiten
Verlag: Droemer HC
Erscheinungstermin: 01.10.2024
ISBN: 978-3-426-27904-5
Rezension: Deine kalten Hände
Deine kalten Hände - Han Kang
TW: sexualisierte Gewalt, Essstörung, Bulimie, Erbrechen
Beschreibung des Verlages:
Nobelpreis für Literatur 2024
Von der Autorin des internationalen Bestsellers »Die Vegetarierin«
Ein großer Roman über die Einsamkeit der menschlichen Existenz. Eines
Tages verschwindet der Bildhauer Jang Unhyong beinahe spurlos. Er
hinterlässt seine faszinierenden Gipsabdrücke von Händen und Körpern –
und ein bewegendes Tagebuch, das seine lebenslange Suche nach Nähe und
Wahrhaftigkeit in einer Welt voller Masken schildert.
»Han Kang erzählt zugleich mit großer Brutalität und großer Poesie –
eine Mischung, die nur wenigen Schriftstellern gelingt.« stern
»Man kann sich dieser Stimme nicht entziehen.« Independent
Inhalt:
Die Ich-Erzählerin H. entdeckt mehrere der beeindruckenden Skulpturen des Künstlers Jang Unhyong. Er stellt diese her, indem er Gipsabdrücke von Körpern nimmt und die Abdrücke anschliessend ausgiesst. Weil die Technik sehr anspruchsvoll und für das Modell mit grossen Unannehmlichkeiten und Schmerzen verbunden ist, hat er Mühe, geeignete Freiwillige zu finden. Er kommt mit H. in Kontakt und verschwindet dann plötzlich. Jang Unhyongs Schwester sucht H. auf und überreicht ihr ein intimes Tagebuch des Künstlers, indem er seine Herangehensweise schildert, von den Frauen erzählt, die für ihn als Modell gearbeitet haben und von den Frauen, die er geliebt hat.
Meine Meinung:
Auch dieser Roman entführt in Han Kangs Heimatstadt Gwangju und
begleitet einen Künstler durch seinen Alltag, der an einen Fiebertraum
erinnert. Immer wieder schwankt er zwischen Wahn und Apathie und die
Menschen, denen er begegnet - meistens seine Modelle - betrüben
ihn zusätzlich, weil er stets nach Modellen sucht, die eine
Geschichte, eine bestimmte Traurigkeit oder Düsternis mit sich
herumtragen, welche ihn bei der gemeinsamen Arbeit natürlich auch mehr und mehr umgibt.
Entsprechend atemlos erzählt ist dieses Buch. Es lässt
an grossem Leid teilhaben und zeigt doch immer wieder, dass es manchmal
auch Wege gibt, sich von seiner schwierigen Geschichte zu lösen.
Das Buch hat mich tief beeindruckt, mich immer wieder auch verstört und zugleich enorm fasziniert.
Schreibstil und Aufbau:
"Deine kalten Hände" ist wohl das älteste der bisher aus dem
Koreanischen übersetzten Bücher von Han Kang. Und es es wurde auch von
einer anderen Übersetzerin übersetzt, als "Die Vegetarierin" und
"Menschenwerk" und dennoch ist Han Kangs absolut grandiose, nüchtern beschreibende und
zugleich eine extreme Nähe zu ihren Figuren aufbauende Sprache auch hier
klar erkennbar.
Die Geschichte ist in drei ungleich lange Teile gegliedert und beginnt mit einem Prolog, der damit endet, dass H. das Tagebuch von Jang Unhyong liest. Ab dann erzählt Jang Unhyong durch sein Tagebuch in der Ich-Perspektive aus seinem Leben und somit erfahren wir, was ihn zu dem gemacht hat, der er heute ist.
Meine Empfehlung:
Das Buch ist keine leichte Kost und thematisiert - wie ich nun schon von Han Kang kenne - sehr heftige, tragische, verstörende Themen. Die Schilderungen sind sehr detailliert und dadurch um so packender. Mich hat das Buch begeistert und ich empfehle es euch sehr gerne weiter und freue mich schon auf "Griechischstunden" das bereits hier liegt.
Weitere Empfehlungen für Bücher der Autorin:
Die Vegetarierin
Menschenwerk
Zusätzliche Infos:
Titel: Deine kalten Hände
Originaltitel: 그대의 차가운 손 Deine kalte Hand, Munhak-kwa chisŏngsa
Autorin: Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und ist die wichtigste
literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr
erster Roman erschien 1994. Für »Die Vegetarierin« wurde sie gemeinsam
mit ihrer Übersetzerin 2016 mit dem Man Booker International Prize
ausgezeichnet, für »Menschenwerk« mit dem renommierten italienischen
Malaparte-Preis. »Weiß« war ebenfalls für den Booker Prize nominiert.
2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur. Sie lebt in Seoul.
Sprache: Deutsch
Aus dem Koreanischen von: Kyong-Hae Flügel
Hardcover: 312 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag
Veröffentlichung: 22.09.2020
ISBN: 978-3-7466-3731-0
Kurzrezension: Ronja Räubertochter
Ronja Räubertochter - Astrid Lindgren
Beschreibung des Verlages:
"In der Nacht, als Ronja geboren wurde, rollte der Donner über die
Berge. Ja, es war eine Gewitternacht, dass sich selbst alle Unholde, die
im Mattiswald hausten, erschrocken verkrochen…"
Mitten im Wald,
zwischen Räubern, Graugnomen und Wilddruden, wächst Ronja, die Tochter
des Räuberhauptmanns Mattis, auf. Eines Tages trifft sie auf ihren
Streifzügen Birk, den Räubersohn aus der verfeindeten Sippe von Borka.
Und als die Eltern den beiden verbieten, Freunde zu sein, fliehen Ronja
und Birk in die Wälder.
Meine Meinung:
Wie so viele von euch bin ich mit den Geschichten von Astrid Lindgren aufgewachsen und es freut mich immer sehr, dass ich als Erwachsene noch einmal einen ganz anderen Zugang zu ihren Geschichten finden darf. Mein liebstes Buch von Lindgren ist "Die Brüder Löwenherz", allerdings muss ich sagen, dass ich noch längst nicht alle ihre Bücher gelesen habe.
Mein erneutes Eintauchen in "Ronja Räubertochter" hat mir wunderbare Lesestunden beschert, in mir die Vorfreude auf den Frühling geweckt und mich einmal mehr entdecken lassen, wie fortschrittlich Lindgren ihre Kinderbücher konzipiert hat. Freundschaft und Familie spielen eine grosse Rolle, das Erwachsenwerden und das Einstehen für die eigenen Werte und die Menschen, die man liebt. Die mutige Ronja behauptet sich gegen ihren Vater und seine Räuberbande und setzt sich ein für ihre Unabhängigkeit und ihren Freund Birk ein, der seinerseits ebenfalls gegen veraltete Vorstellungen seiner Familie ankämpfen muss.
Zahlreiche fantasievoll beschriebene Fabelwesen, Wildpferde und Erlebnisse im Wald und auf der Räuberburg machen das Buch zu einem spannenden, unterhaltsamen Leseerlebnis und die liebevollen und auch sehr bekannten Illustrationen von Ilon Wikland komplettieren das Werk.
Meine Empfehlung:
Lindgrens Bücher eignen sich vom Vorlesen, zum Erstlesen und zum erneuten Lesen als erwachsene Person und die wunderschöne Ausgabe von "Ronja Räubertochter" kann ich euch dafür nur sehr herzlich empfehlen.
Mein SuB kommt zu Wort, 20.02.26
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| Alle Informationen zur Aktion findet ihr bei Melli |
Nach einem intensiven aber sehr erfolgreichen Tag freut es mich nun sehr, dass ich SuBrina an die Tasten lassen und euch wieder ein wenig aus unseren Regalen berichten lassen kann. Ich übergebe ihr direkt das Wort und wünsche euch viel Spass beim Lesen und Stöbern.
Die SuB-Entwicklung in der Übersicht:
20.05.2016: 222 Bücher (allererste Teilnahme bei dieser Aktion)
20.02.2017: 243 Bücher (absoluter SuB-Höchststand war im Januar 2017 mit 247 Büchern)
20.05.2017: 184 Bücher (nach der grossen Entrümpelung)
20.08.2022: 96 Bücher (definitiv im uHu-Bereich angekommen)
20.12.2022: 77 Bücher
20.12.2023: 61 Bücher
20.02.2024: 58 Bücher und 2 Bibliotheksbücher
20.10.2024: 70 Bücher
20.11.2024: 89 Bücher
01.01.2025: 90 Bücher
20.01.2025: 86 Bücher
20.02.2025: 82 Bücher
20.05.2025: 77 Bücher
30.06.2025: 69 Bücher
31.07.2025: 68 Bücher
20.08.2025: 67 Bücher
30.09.2025: 64 Bücher
20.10.2025: 66 Bücher
20.11.2025: 58 Bücher
20.12.2025: 61 Bücher...ups!!!
01.01.2026: 57 Bücher
20.01.2026: 46 Bücher
20.02.2026: 41 Bücher
2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!Im Februar sind zwei Bücher hier eingezogen. Frauchen hat heute das Rezensionsexemplar "21 Tage zum Verlieben" von Lia Louis aus dem Briefkasten gezogen und dann hat sie letzte Woche noch "Die Stadt der verschwundenen Kinder" von Caragh O'Brien aus einem Bücherschrank geholt.
Livia hat gestern "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" von Petra Hülsmann, den dritten Teil der Hamburg-Reihe (den man auch einzeln lesen kann) gelesen und sie war ganz begeistert davon. Die Rezension findet ihr HIER. Das Buch ist im Oktober 2025 hier eingezogen, lag also nicht so lange bereit.
4. Liebe:r SuB, Reihen fühlen sich oft an wie eine unendliche Geschichte. Zeig uns deshalb Reihenfolgebände von Deinen Stapeln.
Mittlerweile sind etwa die Hälfte meiner Schätze Reihenbände. Frauchen liest Reihen zwar chronologisch, lässt aber oft lange Pausen zwischen den einzelnen Folgebänden und jetzt, wo ich so deutlich schrumpfe, bleiben hier plötzlich die Reihenbücher stehen. Diese sollen aber bald wieder ein wenig in den Fokus gerückt werden und zwar möchte Frauchen bald "Reiches Erbe" von Donna Leon lesen.
Und nun wünschen wir euch ganz eine gute Zeit und ein frohes Stöbern. Hinterlasst doch gerne den Link zu eurem Beitrag in den Kommentaren, dann kommen wir auf einen Gegenbesuch vorbei und zwar hoffentlich schon ganz bald...
Alles Liebe
SuBrina (und Livia)
Rezension: Glück ist, wenn man trotzdem liebt
Glück ist, wenn man trotzdem liebt - Petra Hülsmann
Reiheninfos "Hamburg-Reihe":
1. Hummeln im Herzen
2. Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen
3. Glück ist, wenn man trotzdem liebt
4. Das Leben fällt, wohin es will
5. Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
6. Meistens kommt es anders, wenn man denkt
Beschreibung des Verlages:
Es gibt Dinge, die Isabelle absolut heilig sind: Ihre Arbeit in einem
schönen Blumenladen. Ihre Daily Soap. Und ihr tägliches Mittagessen in
der alten Klitsche gegenüber. Doch die wird eines Tages von dem
ambitionierten Koch Jens übernommen, der nicht nur mit seiner
aufmüpfigen Teenieschwester für reichlich Wirbel sorgt - und plötzlich
bricht das Chaos über Isabelles wohlgeordnete kleine Welt herein. Während sie noch versucht, alles wieder in ruhige Bahnen zu lenken, scheint ihr Herz allerdings schon ganz andere Pläne zu haben ...
Inhalt:
Die Floristin Isabelle liebt ihre täglichen Routinen. Ihr Alltag ist entsprechend geplant und für Spontaneität ist nicht viel Platz. Das Chaos beginnt, als der Besitzer ihres Lieblingsrestaurants wechselt und sie nicht mehr täglich vietnamesische Nudelsuppe zu Mittag essen kann. Der neue Koch Jens macht es ihr gar nicht leicht, ihren Essgewohnheiten treu zu bleiben und auch sonst lockt er sie ziemlich aus der Reserve. Dazu kommt noch, dass eine ihrer besten Freundinnen aufs Land ziehen will und dass der Blumenladen, in dem Isabelle arbeitet, mit einigen Problemen zu kämpfen hat, denen sie aber sehr beherzt und mit grossem Ideenreichtum entgegentritt.
Meine Meinung:
Die beiden - übrigens komplett unabhängig zu lesenden - Vorgängerbände haben mir schon sehr gut gefallen, dieser dritte Band hat mich aber komplett begeistert und einfach nur wunderbar unterhalten. Die einzige Figur, die bisher in jedem Band vorkam, ist der Taxifahrer Knut, der in diesem Band ein wenig mehr in den Vordergrund rücken darf, was mir gut gefallen hat. Auch die Protagonistin Isabelle hat mich für sich eingenommen. Besonders gut gefallen hat mir, dass sie jeder Herausforderung des Alltags mit viel Kreativität begegnet und dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie steht für sich ein, ist für ihre Mitmenschen da und sammelt ihre ganz persönlichen Glücksmomente.
Auch Merle, die kleine Schwester von Jens, hätte ich gerne kennengelernt und ich finde generell, dass die Figuren in diesem Band besonders liebevoll und nahbar gestaltet sind. Ein weiterer Pluspunkt bekommt der Roman übrigens für die vielen toll beschriebenen kulinarischen Highlights, die Genussmomente, das Sommerfeeling (obwohl ich Sommer eigentlich nicht mag) und die Abendstimmungen.
Meine Empfehlung:
Dieses Buch macht einfach Spass, zaubert einen angenehmen, genussvollen Sommer herbei und ist bisher mein liebster Band der Reihe. Ich empfehle es euch für gemütliche und unterhaltsame Lesestunden sehr gerne weiter.
Zusätzliche Infos:
Titel: Glück ist, wenn man trotzdem liebt
Autorin: Petra Hülsmann, Jahrgang 1976, wuchs in einer niedersächsischen
Kleinstadt auf. Nach einem erfolgreich abgebrochenen Studium der
Germanistik und Kulturwissenschaft arbeitete sie in Anwaltskanzleien und
reiste sechs Monate mit dem Rucksack durch Südostasien, bevor sie mit
ihren Romanen die Beststellerliste eroberte. Petra Hülsmann lebt mit
ihrem Mann in Hamburg.
Taschenbuch: 416 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Bastei Lübbe
Ersterscheinung: 24.02.2023
ISBN: 978-3-404-19195-6
Rezension: Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
Beschreibung des Verlages:
Durch eine Krankheit ist die Journalistin Elisabeth Bailey ans Bett
gefesselt. Als sie von einer Freundin eine Topfpflanze geschenkt
bekommt, unter deren Blättern eine Schnecke sitzt, beginnt sie diese zu
beobachten. Nachts wird ihr neues Haustier aktiv, fährt seine Fühler
aus, geht auf die Jagd und vollführt seltsame Rituale. Fasziniert
beschäftigt sich Bailey mit Biologie und Kulturgeschichte der Schnecke
und erfährt Verblüffendes über ein unterschätztes Lebewesen.
Inhalt:
Als Elisabeth Bailey - durch eine schwere Erkrankung seit Monaten bettlägerig - von einer Freundin ein Veilchen mit einer lebenden Schnecke im Blumentopf geschenkt bekommt, ahnt sie noch nicht, dass ihr Alltag schon ganz bald von diesem kleinen Wesen und dessen Verhalten geprägt wird. Während ihrer kräftezehrenden Genesung schenkt ihr die Schnecke Ablenkung, Struktur und Inspiration und innerhalb von kürzester Zeit ist dieses kleine Wesen nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken.
Meine Meinung:
Schnecken gehören seit meiner Kindheit zu meinen liebsten Tieren und das Buch von Elisabeth Tova Bailey stand deshalb schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Zum Glück habe ich es dann von einem lieben Freund geschenkt bekommen und habe es nun innerhalb von wenigen Tagen verschlungen.
Bailey gelingt es, ihre schwere Erkrankung, ihre Verzweiflung und ihre Hoffnungslosigkeit eindringlich in Worte zu fassen. Sie kämpft täglich dafür, gesund zu werden und trotzdem ist sie bereit, sich komplett auf das kleine Wesen in ihrem sonst eher eintönigen Leben einzulassen.
Bailey verbindet in diesem Buch Erinnerungen aus ihrem Krankenhausalltag mit nachträglich recherchierten wissenschaftlichen Fakten rund um Schnecken und schafft es gleichzeitig, allen Menschen, welche sie in ihrer dunkelsten Zeit unterstützt haben, ein Denkmal zu setzen und Faszination und Respekt für ein komplett unterschätztes Wesen aufkommen zu lassen. Die Kapitel sind mit passenden Zitaten überschrieben und im Anhang findet sich ein ausführliches Quellenverzeichnis, das zum Stöbern und zum weiteren Lesen einlädt.
Meine Empfehlung:
Erinnerungen, Emotionen, Fakten, Zitate, weiterführende Literatur...dieses Buch ist ein Gesamtkunstwerk, ein kleiner Schatz im Bücherregal, eine Liebeserklärung an das Leben, das Staunen und Entdecken. Ich empfehle es euch sehr gerne weiter und möchte euch ans Herz legen, es gebraucht zu kaufen oder zu leihen, um den Verlag nicht zu unterstützen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
Originaltitel: The Sound of a Wild Snail Eating
Autorin: Elisabeth Tova Bailey wurde in New England (USA) geboren. Sie machte
zunächst eine Ausbildung als Gärtnerin und arbeitete später als
Journalistin, veröffentlichte Essays und Kurzgeschichten, bis sie im
Alter von 34 Jahren auf einer Europareise an einem Virus erkrankte, der
sie monatelang ans Bett fesselte. In dieser Zeit beschäftigte sich
Bailey mit der Kulturgeschichte der Schnecke und schrieb „Das Geräusch
einer Schnecke beim Essen“. Elisabeth Tova Bailey lebt heute im
Bundesstaat Maine.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Kathrin Razum
Paperback, Klappenbroschur: 176 Seite
Sprache: Deutsch
Verlag: wird nicht genannt und verlinkt, weil er eine Autorin rassistisch beleidigt hat
Erschienen am: 20.01.2014
ISBN: 978-3-492-30237-1
Rezension: Leonard und Paul
Leonard und Paul - Rónán Hession
Beschreibung des Verlages:
Leonard und Paul sind allerbeste Freunde. Während Leonard als
Ghostwriter Kinderenzyklopädien verfasst, arbeitet Paul als
Aushilfspostbote. Das Leben der beiden verläuft in ruhigen,
wohlgeordneten Bahnen – bis jedem von ihnen etwas widerfährt, das eine
ganze Reihe von Veränderungen in Gang setzt.
Dieser hochgelobte
Debütroman rückt jene Menschen in den Mittelpunkt der Erzählung, die im
Alltag oftmals übersehen werden. Leonard und Paul beteiligen sich nicht
am Lärmen der Welt, sondern zeichnen sich durch Eigenschaften aus, die
immer seltener anzutreffen sind: Freundlichkeit, Sanftmut und
Bescheidenheit. Eine hinreißend charmante Lektüre voller Humor, die
nachdrücklich vor Augen führt, wie bereichernd es sein kann, sich auf
den Nebenstraßen des Lebens zu bewegen.
»Wenn Sie in diesem Jahr nur
ein einziges Buch lesen, dann bitte dieses. Und wenn Sie fertig sind,
dann gehen Sie in Ihre Buchhandlung und kaufen noch ein Exemplar für
einen lieben Menschen. Denn jeder sollte einen Leonard oder einen Paul
haben – und wenn nur in Buchform.« WDR 5 SCALA
Inhalt:
Paul lebt bei seinen Eltern, arbeitet wenige Tage im Monat als Postbote und hat eine Schwester, die bald heiratet. Sein bester Freund Leonard hat gerade seine Mutter verloren und verfasst als Ghostwriter Kinderenzyklopädien. Die beiden Einzelgänger verbringen ihre Abende mit Gesellschaftsspielen und langen Gesprächen. Ihr geregelter Alltag verändert sich aber von einem Tag auf den anderen, als Paul an einem Wettbewerb teilnimmt und Leonard Gefühle für eine Mitarbeiterin entwickelt.
Meine Meinung:
Das Buch hat mir Jamie im vergangenen Sommer aus ihren Regalen "vererbt" und ich bin so froh, dass ich durch sie diese wunderbare Geschichte entdeckt habe. Die Freundschaft von Leonard und Paul und die Liebe, welche sie beide für Pauls Eltern und seine Schwester Grace empfinden, ist absolut bedingungslos und auch wenn es einmal Unstimmigkeiten gibt, sind sie doch immer füreinander da. Das Buch ist extrem warmherzig und sorgt auch immer wieder für sehr humorvolle Szenen, die durch Missverständnisse oder in der Hektik rund um die Hochzeitsvorbereitungen entstehen. Das Buch zeigt aber auch auf, wie Familienbeziehungen und Freundschaften sich im Laufe eines Lebens verändern und welch ein Geschenk es ist, wenn erwachsene Geschwister einander unterstützen und immer noch gerne und oft in ihr Elternhaus zurückkehren.
Schreibstil und Aufbau:
Die Geschichte ist sehr unaufgeregt erzählt und überzeugt mit liebenswerten und mitten aus dem Leben gegriffenen Figuren und einer leise und zart beschreibenden Sprache. Besonders berührt haben mich die Gespräche zwischen Pauls Eltern und ihren Kindern und immer wieder hätte ich mich sehr gerne einem Spieleabend der bunt gemischten Gruppe angeschlossen.
Meine Empfehlung:
Dieses Buch ist ein kleiner Schatz, der mit Gefühl, Humor und unglaublich charmanten Figuren überzeugt. Ich werde Hession auf jeden Fall im Auge behalten.
Zusätzliche Infos:
Titel: Leonard und Paul
Originaltitel: Leonard and Hungry Paul
Autor: RÓNÁN HESSION ist ein irischer Schriftsteller und Musiker, der in Dublin
lebt. ›Leonard und Paul‹ ist sein hochgelobter Debütroman, der u. a.
auf der Shortlist der Irish Book Awards rangierte und für die British
Book Awards nominiert war. In Deutschland stand er 2023 auf der
Shortlist ›Lieblingsbuch der Unabhängigen‹.
Sprache: Deutsch
Aus dem irischen Englisch von: Andrea O'Brien
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Dumont
Erscheinungstag: 15.07.2024
ISBN: 978-3-7558-0500-7
Rezension: Aufrappeln
Aufrappeln - Judith Poznan
Hinweis: lose Fortsetzung von "Prima Aussicht"
Beschreibung des Verlages:
Als Judith am Morgen des Karfreitags ihr Bad betritt, ereignet sich
etwas Unerwartetes: Aus dem Klo heraus schaut ihr eine Ratte entgegen.
Die nächsten Tage werden auch nicht besser, denn aus heiterem Himmel
trennt ihr Freund sich von ihr. Jetzt also alleinstehend mit Kind. Die
nächsten Monate werden nicht einfach. Die Welt geht unter, mehrmals. Und
dann wieder doch nicht. Die Seelenlage gerät durcheinander. Niemand
muss den anderen nach einer Trennung am nächsten Tag noch mal
wiedersehen – es sei denn, man hat ein gemeinsames Kind. Als Paar
scheitern, aber zusammen Eltern bleiben ist das erklärte Ziel. Ein neuer
Lebensplan muss also her, für sie drei als Patchworkfamilie, aber auch
für Judith als Mutter und Single-Frau. Wie all dies gelingen kann,
erzählt Judith Poznan in ›Aufrappeln‹. Sie erzählt von traurigen und
ernsten, aber auch von absurden und heiteren Momenten nach einer Zäsur
im Leben – aufrichtig, warmherzig und unheimlich witzig.
Inhalt:
Judith wird von ihrem Freund verlassen und muss sich als nun getrennt vom Vater ihres Kindes lebende Mutter nicht nur mit einer Rattenplage, sondern auch mit dieser für sie ganz neuen Form der Elternschaft auseinandersetzen. Wie bringt man das Hin und Her dieser Situation mit Flirtereien im Ausgang, dem alltäglichen Geldverdienen und dem Umzug in ein neues Zuhause unter einen Hut? Den Figuren gelingt dies manchmal ganz und manchmal gar nicht und dies alleine sorgt schon für wundervollste, herzerwärmendste Unterhaltung.
Meine Meinung:
Wie schon mit ihrem ersten Roman "Prima Aussicht" hat mich Judith Poznan mit "Aufrappeln" komplett für sich eingenommen. Und obwohl die - autofiktiv erzählte - Protagonistin Judith und ich nicht wirklich viel gemeinsam haben, fühlte ich mich ihr beim Lesen sehr verbunden. Die tragisch-komischen Szenen, der aus Traurigkeit und Verzweiflung entstehende Humor, die Erinnerungen an alte Schulschwärmereien und die Verknüpfung der Handlung mit aktuellem und vergangenem Zeitgeschehen machen diesen kurzen Roman zu einer sehr unterhaltsamen und zugleich auch nachdenklich und hoffnungsvoll stimmenden Lektüre.
Schreibstil und Aufbau:
Poznan gelingt es wie keiner zweiten, aus den einfachsten Alltagssituationen eine Nostalgie und Sehnsucht entstehen zu lassen, die ihresgleichen sucht. Und dennoch sind diese teilweise tieftraurigen Szenen alles andere als zermürbend oder entmutigend. Vielmehr gelingt es der Autorin, ihre Figuren nach jedem Fall wieder aufstehen und neuen Mut schöpfen zu lassen. Poznan zu lesen ist, wie einer ein wenig chaotischen und unendlich liebenswerten Freundin beim Erzählen zuzuhören und dieser Stil macht einfach Lust auf mehr.
Meine Empfehlung:
Natürlich empfehle ich auch auch "Aufrappeln" von Judith Poznan und möchte euch aber zuerst "Prima Aussicht" ans Herz legen. Ich freue mich schon sehr auf weitere Texte der Autorin.
Zusätzliche Infos:
Titel: Aufrappeln
Autorin: JUDITH POZNAN wurde 1986 in Berlin-Lichtenberg geboren. Nach ihrer
Ausbildung zur Buchhändlerin studierte sie an der Freien Universität
Berlin Literaturwissenschaften und Publizistik. Sie schreibt regelmäßig
für ZEIT ONLINE, die BERLINER ZEITUNG und SPIEGEL ONLINE. Mit ihrem
Instagram-Account (@judith_poznan) erreicht sie täglich Tausende
Follower. Bei DuMont erschien 2021 ihr Debüt ›Prima Aussicht‹.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Dumont
Erscheinungstag: 15.05.2024
ISBN: 978-3-8321-6729-5
Rezension: Das Land der Anderen
Das Land der Anderen - Leïla Slimani
Reiheninfos:
1. Das Land der Anderen
2. Schaut, wie wir tanzen
3. Trag des Feuer weiter
Beschreibung des Verlages:
Mathilde, eine junge Elsässerin, verliebt sich am Ende des Zweiten
Weltkriegs in Amine Belhaj, einen marokkanischen Offizier im Dienst der
französischen Armee. Die beiden heiraten und lassen sich in der Nähe von
Meknès nieder, am Fuß des Atlas-Gebirges, auf einem abgelegenen Hof,
den Amine von seinem Vater geerbt hat. Während er versucht, dem
steinigen Boden einen kargen Ertrag abzutrotzen, zieht Mathilde die
beiden Kinder groß. Voller Freiheitsdrang hatte sie den Aufbruch in ein
neues, unbekanntes Leben gewagt und muss doch bald ernüchternde
Erfahrungen machen: den alltäglichen Rassismus der französischen
Kolonialgesellschaft, in der eine Ehe zwischen einem Araber und einer
Französin nicht vorgesehen ist, die patriarchalischen Traditionen der
Einheimischen, das Unverständnis des eigenen Mannes. Aber Mathilde gibt
nicht auf. Sie kämpft um Anerkennung und ihr Leben im Land der Anderen.
Inhalt:
Marokko in den 1950er Jahren; Mathilde, eine junge Französin, Amine, ein marokkanischer Offizier, eine unmögliche Liebe und Unruhen, die ihre gemeinsame Heimat zu einem Pulverfass machen. "Das Land der Anderen" erzählt davon, stets fremd zu sein, für die eigenen Überzeugungen, die Liebe und die Familie zu kämpfen und dabei von Leid, Armut, Rassismus und religiösem Fanatismus umgeben zu sein.
Meine Meinung:
Von der ersten Sekunde an hatte mich Slimani mit ihrer Geschichte für sich eingenommen. Zwar hatte ich manchmal meine liebe Mühe, für Mathilde und die Zeit, in der sie leben musste, Verständnis aufzubringen. Schliesslich lebt sie in einem sehr patriarchalischen System und ihr wird auch durch ihren eigenen Mann häusliche Gewalt angetan, sie erlebt Verbote und Sanktionen gegen sie und ihre Kinder. Und trotzdem ist sie ihrer Zeit voraus und eine Frau, die zumindest für sich selber einsteht, den Menschen in ihrem Dorf unter die Arme greift und sich sogar versucht, medizinisch weiterzubilden.
Leider wurde aber meine anfängliche Begeisterung irgendwann ein wenig gedämpft. Die Geschichte wurde für mein Empfinden in der zweiten Hälfte sehr zäh und ich musste mir das Buch leider ein wenig erkämpfen. Es hat mir allerdings gefallen, wie Mathildes Tochter Aïcha, welche im zweiten Band der Trilogie immer wichtiger wird, gegen Ende des ersten Bandes ins Zentrum des Geschehens rückt. Ausserdem werden der Rassismus und die Aufstände sowie die generell sehr vertrackte Situation, in der sich Mathilde und Amines Familie befindet, sehr eindringlich geschildert. Genau durch solche Kniffe zeigt Slimani einfach auf, wie grossartig sie ihr Handwerk versteht.
Meine Empfehlung:
Das Buch hat mich lange beschäftigt und es mir nicht ganz leicht gemacht, mich aber auch sehr fasziniert. Die weiteren Bände werde ich mir sicher nicht neu kaufen, aber ich ich kann mir sehr gut vorstellen, sie mir gebraucht zu holen. Wer aber ein wenig Ausdauer hat und sich für die Geschichte und Politik Marokkos und eine Familienchronik interessiert, ist mit der Reihe sicher bestens beraten.
Zusätzliche Infos:
Titel: Das Land der Anderen
Originaltitel: Le Pays des Autres
Autorin: Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als eine der
wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Ihre Bücher sind
internationale Bestseller. Slimani, 1981 in Rabat geboren, wuchs in
Marokko auf und studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po.
Für den Roman »Dann schlaf auch du« wurde ihr der renommierte Prix
Goncourt zuerkannt. Zuletzt erschien im Luchterhand Literaturverlag die
Romane »Das Land der Anderen«, »Schaut, wie wir tanzen« sowie »Trag das
Feuer weiter«. Sie sind Teil einer Trilogie, die auf der Geschichte von
Leïla Slimanis eigener Familie beruht. »Leïla Slimani hat auf traumhaft
schöne, lebendige, mitreißende Weise Weltgeschichte in Literatur
verwandelt, die uns über drei Generationen trägt.« (Volker Weidermann,
DIE ZEIT)
Sprache: Deutsch
Aus dem Französischen von: Amelie Thoma
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erschienen am: 14.12.2022
ISBN: 978-3-442-77261-2
Lese-Statistik Januar 2026
Hallo ihr Lieben
Obwohl ich eigentlich gut und ziemlich erholt ins Neue Jahr gestartet bin, hat sich der Januar ein wenig wie ein Taumeln zwischen verschiedenen Welten angefühlt. Einerseits bin ich mit enorm viel Energie in diesen ersten Monat des Jahres gestartet, andererseits hat mich eine fiese Magen-Darm-Infektion kurzzeitig aber vollständig ausgeknockt. Einerseits hatte ich mit zwei Konzerten und einer Trauerfeier eher wenig zu spielen, andererseits habe ich so viele Projekte für die kommenden Monate gleichzeitig vorbereitet, dass ich mich konzentrieren musste, um den Überblick zu behalten. Und einerseits habe ich viel und rastlos (an-)gelesen und andererseits habe ich kaum ein Buch beendet.
Insgesamt war der Januar aber ein guter Monat, in dem ich viele Dinge in meinem Tempo erledigen konnte und der Februar wird noch einmal ähnlich sein. In der einen unterrichtsfreien Woche, die ich haben werde, sind zwar viele andere Dinge geplant, aber immerhin kann ich diese alle in meinem Tempo und ganz nach Lust und Laune abarbeiten und darauf freue ich mich sehr. Schliesslich muss ich schon dafür sorgen, dass ich im Februar noch einmal ein wenig Energie tanken kann. Erst gerade hat mir mein Kalender nämlich gesagt, dass ich im ganzen Monat März nur genau zwei freie Tage haben werde...
Mein Leseverhalten im Januar war übrigens geprägt von SuB-Leichen und Abbrüchen und auch wenn das in der Bilanz gar nicht nach einem guten Monat aussieht, war das in der Praxis trotzdem ein sehr guter Monat. Dazu möchte ich direkt noch ein paar Worte verlieren und werde ein wenig ausholen, wer sich also nur für Zahlen und meine gelesenen Bücher interessiert, darf den nächsten Abschnitt getrost überspringen :-D
Und zwar wissen mittlerweile die meisten von euch, dass ich meine Bücher seit bald zwei Jahren nach Coverfarben lese. Ein schöner Nebeneffekt davon ist mein immer schön farblich sortierter Instagram-Feed. Der Haupteffekt ist aber, dass ich so auch zu Büchern greife, die sich in den tiefen meines SuBs verstecken und die vor allem deshalb schon so lange hier liegen, weil ich sie - bewusst oder unbewusst - ein wenig vor mir hergeschoben habe. So habe ich es in den letzten Monaten geschafft, meinen SuB permanent zu verjüngen. Ich habe unerwartet viele SuB-Leichen gelesen und positive Überraschungen erleben dürfen, manchmal habe ich Bücher aber auch nur angelesen und dann guten Gewissens (ich hatte es ja schliesslich immerhin probiert) aussortiert.
Der Januar stand ganz im Zeichen der schwarzen Cover und da waren zwei Bücher dabei, die ich aus Bücherschränken mitgenommen hatte und einfach einmal anlesen wollte. Das waren "Der Trost des Nachthimmels" von Dževad Karahasan" und "Die Witwen von Eastwick" von John Updike. Weiter stand die Harry Hole-Reihe von Jo Nesbø schon länger bei mir auf der "Abschussliste" und ich wollte einfach noch einmal testen, ob ich die Reihe weiterverfolgen oder weggeben möchte. Wie ich mich bei all diesen Büchern entschieden habe, seht ihr untenstehend :-D
Zusätzlich habe ich mit "Der blaue Vogel" und "Anton Bruckner. Ein Leben mit Musik" zwei Bücher gelesen, die mich beruflich interessiert haben, respektive habe ich "Der blaue Vogel" zur Konzeptionierung eines Projektes benötigt. Diese beiden Bücher habe ich gelesen, aber einfach nicht rezensiert.
Und dann gab es mit "Kleine Probleme" von Nele Pollatschek noch einen ganz überraschenden Abbruch. Auf dieses Buch hatte ich mich seit Wochen gefreut und es wäre direkt als erste Lektüre im Neuen Jahr gedacht gewesen und dann war es so langweilig und der Protagonist hat mich so sehr genervt, dass das Buch direkt weiterziehen durfte.
Da bei mir der SuB-Abbau im Zentrum steht und da sich bei meinem Sammelverhalten Abbrüche nicht vermeiden lassen, ja sogar einkalkuliert sind - ich nehme nämlich oft Bücher aus Bücherschränken mit, weil ich sie einfach einmal "ausprobieren" möchte, im vollen Wissen, dass ich sie wahrscheinlich abbreche - bin ich sehr fein mit dem Lesemonat Januar. Auch wenn es hier keine Rezensionen geregnet hat, so habe ich meinen SuB deutlich verkleinert und verjüngt und vier Neuzugänge lassen sich da definitiv auch noch verkraften.
Gelesen und rezensiert im Januar:
Anfangs eher langsamer, dann packenderer Spannnungsroman mit nicht ganz überzeugender Protagonistin
Grandiose Protagonistin, überzeugender Fall, kleine Längen in der Mitte, viel London-Liebe
Atmosphärischer, bestürzender Spannungsroman des Grossmeisters Mankell, heftige Kost, wichtiges Buch
Äusserst unterhaltsamer, spannender Allgäu-Krimi, 9. Band der Kluftinger-Reihe
Alle Seitenzahlen und Rezensionslinks:
Kleine Probleme - Nele Pollatschek (abgebrochen nach 46 Seiten)
Die Witwen von Eastwick - John Updike (abgebrochen nach 18 Seiten)
Rotkehlchen (Harry Hole 3)- Jo Nesbø (abgebrochen nach 127 Seiten)
Der Trost des Nachthimmels - Dževad Karahasan (abgebrochen nach 24 Seiten)
Der blaue Vogel - Maurice Maeterlinck (172 Seiten, keine Rezension)
Anton Bruckner. Ein Leben mit Musik - Felix Diergarten (240 Seiten, keine Rezension)
Rauhnächte - Ellen Sandberg (352 Seiten)
Schwarzer Mittwoch - Nicci French (528 Seiten)
Kennedys Hirn - Henning Mankell (400 Seiten)
Himmelhorn - Volker Klüpfel und Michael Kobr (496 Seiten)
Neuzugänge:
Krawall und Kekse - Shirley Jackson (Buchgewinn aus einem Adventsgewinnspiel)
Griechischstunden - Han Kang (neu gekauft)
Der Markt der Weihnachtswunder - Felicitas Kind (Bücherschrankfund)
Meistens kommt es anders, wenn man denkt - Petra Hülsmann (Bücherschrankfund)
Abgebrochen:
Kleine Probleme - Nele Pollatschek: das Buch hat mich gelangweilt, der Protagonist hat mich genervt
Die Witwen von Eastwick - John Updike: vielleicht hätte ich den Vorgänger "Die Hexen von Eastwick" lesen müssen, aber der Schreibstil sagte mir so oder so nicht zu und ich denke, das Buch ist in anderen Händen besser aufgehoben :-D
Rotkehlchen (Harry Hole 3)- Jo Nesbø: nach langem Hin und Her habe ich dieses Buch abgebrochen und den Rest der Reihe aussortiert. "Schneemann" war damals ein Highlight, aber ausgerechnet an diesen Band ist kein weiterer herangekommen. Auch nach über 100 Seiten hat sich in "Rotkehlchen" noch nichts getan und ich wollte mich einfach nicht länger mit diesem zähen Stil abgeben.
Der Trost des Nachthimmels - Dževad Karahasan: Pathos, Pathos, Pathos und doch irgendwie bisher kaum Inhalt. Klar, 700 Seiten fehlen noch (aber eben, 700 Seiten!!!) und die Geschichte spielt vor mehr als 1000 Jahren, darauf hatte ich dann doch irgendwie keine Lust...
Ungelesen aussortiert:
Jo Nesbø - Die Larve (Harry Hole 9)Jo Nesbø - Leopard (Harry Hole 8)
Jo Nesbø - Koma (Harry Hole 10)
Jo Nesbø - messer (Harry Hole 12)
Die Fährte - Jo Nesbø (Harry Hole 4)
Durst - Jo Nesbø (Harry Hole 11)
Der Erlöser - Jo Nesbø (Harry Hole 6)
Alle Zahlen in der Übersicht:
Gelesene Bücher: 6
Abgebrochene Bücher: 4
Ungelesen aussortierte Bücher: 7
Gelesene Seiten: 2'403 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 77.52 Seiten
Bücher von Autorinnen: 1
Bücher von Autoren: 3
Autor*innenduos (oder Gruppen): 2
Geschenkt bekommene Bücher: -
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: 1
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: -
Neu gekaufte Bücher: 1
Gebraucht gekaufte Bücher:
Eingesammelte Bücher: 2
Bibliotheksbücher: -
Gesamte Neuzugänge: 4
SuB am Monatsbeginn: 57
Aktueller SuB: 44
Differenz: -13
Rezension: Himmelhorn
- Milchgeld
- Erntedank
- Seegrund
- Laienspiel
- Rauhnacht
- Schutzpatron
- Herzblut
- Grimmbart
- Himmelhorn
- Kluftinger
- Funkenmord
- Affenhitze
- Lückenbüßer
Beschreibung des Verlages:
Der neunte Fall der Bestseller-Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr
führt den Kult-Kommissar Kluftinger in die Allgäuer Alpen, genauer
gesagt auf das Himmelhorn, einen der gefährlichsten Berge des Allgäus.
Natürlich liebt Klufti die Berge – wenn sie kässpatzenförmig auf seinem
Teller aufragen. Doch der neueste Streich von Gesundheitsfetischist
Langhammer befördert den Kommissar samt E-Bike tief in die Allgäuer
Alpen, wo die beiden prompt auf drei Leichen stoßen: ein bekannter
Dokumentarfilmer und zwei einheimische Bergführer, die einen Film über
die Erstbesteigung des Himmelhorns drehen wollten. Wie es scheint, waren
sie dem als äußerst gefährlich geltenden Gipfel nicht gewachsen. Die
Ermittlungen im Umfeld der Toten führt Klufti in sehr abgelegene
Alpentäler und zu deren starrköpfigen Bewohnern, die noch wortkarger
sind als er.
Inhalt:
In seinem neunten Fall wird Klufti nicht nur zum Gipfelstürmer, sondern auch zum Börsenspekulanten, Paarberater und E-Biker. Im Hause Kluftinger geht es aber trotzdem nicht immer sehr harmonisch zu, Kluftis Sohn Markus kümmert sich nämlich mehr um seine Prüfungen und Beizentouren als um seine schwangere Frau Yumiko. Unterdessen sorgen rätselhafte Todesfälle am Himmelhorn und eine verstrickte Familienfehde für zusätzliche Ermittlungsarbeit und auch Doktor Langhammer gerät auf Abwege, allerdings Abwege amouröser Natur.
Einmal mehr ist es Kluftingers untrüglicher Instinkt, der hilft, auch noch den verschwiegensten Berglern unangenehme Wahrheiten zu entlocken und sein Team auf die richtigen Fährten zu führen.
Meine Meinung:
Kluftinger wächst wieder einmal über sich selber hinaus und nimmt sich mit viel Durchhaltevermögen einem Verbrechen an, das ohne seine Aufmerksamkeit als Unfall ad acta gelegt worden wäre. Dafür muss er einiges an Überzeugungsarbeit leisten und hat es in seinem neunten Fall besonders schwer, sein Team zum Arbeiten zu bringen. Schliesslich sind alle seine Mitarbeitenden mit privaten Ablenkungen beschäftigt. Dies sorgt für diverse absurd komische Situationen und beste Unterhaltung und auch die Entwicklung dieses durchaus vertrackten Falles hat mich begeistert. Dabei wird auch eindrücklich aufgezeigt, was Hass und Verzweiflung mit Menschen anstellen kann.
Ausserdem hat mich die Aufmachung des Krimis für sich eingenommen. Jedem Kapitel ist nämlich ein Eintrag aus einem Gipfelbuch der Region vorangestellt und zeigt einmal mehr, wie viel Wert die Autoren Klüpfel und Kobr auf die Details und Gründlichkeit ihrer Recherchen zu ihren Kriminalromanen legen.
Meine Empfehlung:
Ich wiederhole mich, aber die Reihe gefällt mir nach wie vor sehr gut. Das Autorenduo ist mittlerweile zu einer Einheit zusammengewachsen, die es immer besser versteht, spannend, unterhaltsam und mit Fingerspitzengefühl zu erzählen und dabei liebenswerte und charmante Figuren mit Ecken und Kanten zu schaffen. Leseempfehlung!
Zusätzliche Infos:
Titel: Himmelhorn
Autoren: Volker Klüpfel teilt mit Kluftinger den Heimatort Altusried. Doch den
ehemaligen Journalisten hat es beruflich nach Augsburg verschlagen. Dort
lebt er nach wie vor mit seiner Familie, auch wenn ihn sein Beruf nun
nicht mehr in die Kulturredaktion der Augsburger Allgemeinen, sondern an
seinen Autoren-Schreibtisch führt. Studiert hat Klüpfel, Jahrgang 1971,
Politik und Geschichte in Bamberg, arbeitete dann bei einer Zeitung in
den USA und vertreibt sich seine Zeit mit Sport und Theater – entweder
als Zuschauer oder als Mitspieler bei den Freilichtspielen in Altusried.
Wie Kommissar Kluftinger. Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten im Allgäu, studierte Germanistik
und Romanistik in Erlangen. Er arbeitete nach dem Staatsexamen an
verschiedenen Realschulen in Bayern, momentan aber ist er beurlaubt – um
sich dem Schreiben der Romane, den Shows und der Familie widmen zu
können. Kobr wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im Allgäu.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Erscheinungstermin: 02.10.2017
ISBN: 978-3-426-51185-5
Rezension: Kennedys Hirn
TW: Experimente an Menschen und Tieren, Tod, Schmerz, HIV/Aids, Prostitution
Beschreibung des Verlages:
»Die Katastrophe kam im Herbst und brach ohne Vorwarnung über sie herein. Sie warf keine Schatten, sie bewegte sich vollkommen lautlos. Zu keinem Zeitpunkt hatte sie eine Vorstellung davon, was geschah.«
Als die Archäologin Louise Cantor von ihrer Ausgrabung in Griechenland zu einem Vortrag nach Schweden reist, will sie auch ihren 25-jährigen Sohn wiedersehen. Doch als sie die Wohnung in Stockholm betritt, liegt Henrik tot in seinem Bett. Die Polizei geht von Selbstmord aus, aber daran kann Louise nicht glauben. In dem Kleiderschrank ihres Sohnes findet sie eine Menge Material zu der Frage, warum das Hirn von John F. Kennedy nach der Obduktion spurlos verschwand. War Henrik einem kriminellen Geheimnis auf der Spur? Je mehr sie über sein Leben erfährt, umso klarer wird ihr, wie wenig sie ihren Sohn eigentlich gekannt hat. Auf der Suche nach Hinweisen, die seinen Tod erklären könnten, reist sie nach Australien zu ihrem verschwundenen Exmann und folgt Henriks Spuren über Barcelona nach Mosambik. Dort stößt sie auf ein Asyl für mittellose Aidskranke, in dem auch ihr Sohn gearbeitet hat und das von einem reichen weißen Mann aus scheinbar selbstlosen Gründen ins Leben gerufen wurde. Doch Louise ahnt bald, dass sich dahinter ein ungeheurer humanitärer Skandal verbirgt …
Inhalt:
Die angesehene Archäologin Louise Cantor erlebt, was keine Mutter erleben sollte: ihr Sohn verstirbt plötzlich. Beim Sichten seiner wenigen persönlichen Dinge realisiert sie, dass sie ihn eigentlich kaum gekannt hat und dass er vor allem einer brisanten Sache auf der Spur war. Der Verdacht, dass er vielleicht ermordet worden ist, wächst in ihr und sie stürzt sich in eigene Ermittlungen.
Dabei entdeckt sie mehr und mehr menschliche Abgründe und bringt sich selber in grosse Gefahr.
Meine Meinung:
Henning Mankell gehört seit jeher zu meinen liebsten Autoren. Viele kennen ihn für seine schwedischen Krimis mit Tiefgang, viel Gesellschaftskritik und einer schweren, aber wunderschönen Melancholie im Schreibstil und natürlich ist er bekannt für seinen Kommissar Wallander. Er hat aber auch berührende und bestürzende Romane geschrieben, die in Afrika spielen. In "Kennedys Hirn" vereint er Spannung, Afrika, den Schmerz einer trauernden Mutter und menschliche Bösartigkeit auf grandiose Weise. Der Inhalt dieses Buches ist heftig und hat mich einige Male leer schlucken lassen. Wegschauen ist aber keine Option und Mankell führt uns mit seiner mutigen Protagonistin sanft durch seine packende und bewegende Geschichte.
Schreibstil und Aufbau:
Auf Mankells Schreibstil muss man sich einlassen, ich geniesse dieses Eintauchen aber immer sehr. Bei anderen Autor*innen stört es mich oft, wenn sehr langsam erzählt wird. Mankell schafft es aber, seine Geschichten mit viel Atmosphäre, starken Emotionen und vor allem nahbaren Figuren mit Ecken und Kanten auszustatten. Seinen Schreibstil würde ich wohl mittlerweile an nur wenigen Sätzen erkennen und bei diesem Spannungsroman/Krimi hat mir besonders gut gefallen, dass die Erzählsprache von Unverständnis und Zorn getrieben ist. Vom Zorn eines schreibenden Menschen, der in die tiefsten und dunkelsten Ecken des Menschseins geblickt hat und immer noch nicht fassen kann, was er dabei erkennen musste.
Meine Empfehlung:
Ich fürchte mich schon vor dem Tag, an dem ich alle noch verbleibenden Bücher von Henning Mankell gelesen habe und mich auf keine weiteren Werke von ihm freuen kann. Er war einfach ein einzigartiger Erzähler und sogar seine älteren Krimis sind nach wie vor hochaktuell und brisant. Auch diesen sehr gesellschaftskritischen Krimi (oder vielleicht eher Spannungsroman) möchte ich euch sehr gerne weiterempfehlen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Kennedys Hirn
Originaltitel: Kennedys Hjärna
Autor: Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, war einer der großen schwedischen Gegenwartsautoren, von Lesern rund um die Welt geschätzt. Sein Werk wurde in über vierzig Sprachen übersetzt, es umfasst etwa vierzig Romane und zahlreiche Theaterstücke. Nicht nur sein Werk, sondern auch sein persönliches Engagement stand im Zeichen der Solidarität. Henning Mankell lebte abwechselnd in Schweden und Mosambik, wo er künstlerischer Leiter des Teatro Avenida in Maputo war. Er starb am 5. Oktober 2015 in Göteborg. Seine Taschenbücher erscheinen bei dtv.
Sprache: Deutsch
Aus dem Schwedischen von: Wolfgang Butt
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum meiner Ausgabe: 4. Auflage, Juni 2008
ISBN meiner Ausgabe: 978-3-423-21025-6
Mein SuB kommt zu Wort, 20.01.26
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| Alle Informationen zur Aktion findet ihr bei Melli |
1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Die SuB-Entwicklung in der Übersicht:
20.05.2016: 222 Bücher (allererste Teilnahme bei dieser Aktion)
20.02.2017: 243 Bücher (absoluter SuB-Höchststand war im Januar 2017 mit 247 Büchern)
20.05.2017: 184 Bücher (nach der grossen Entrümpelung)
20.01.2018: 166 Bücher
20.12.2018: 145 Bücher (es geht voran)
20.01.2020: 132 Bücher (laaaaangsam, aber stetig)
20.01.2021: 116 Bücher
20.01.2022: 101 Bücher (uHu-Bereich in greifbarer Nähe...)
20.08.2022: 96 Bücher (definitiv im uHu-Bereich angekommen)
20.12.2022: 77 Bücher
20.12.2023: 61 Bücher
20.02.2024: 58 Bücher und 2 Bibliotheksbücher
20.10.2024: 70 Bücher
20.11.2024: 89 Bücher
01.01.2025: 90 Bücher
20.01.2025: 86 Bücher
20.02.2025: 82 Bücher
20.05.2025: 77 Bücher
30.06.2025: 69 Bücher
31.07.2025: 68 Bücher
20.08.2025: 67 Bücher
30.09.2025: 64 Bücher
20.10.2025: 66 Bücher
20.11.2025: 58 Bücher
20.12.2025: 61 Bücher...ups!!!
01.01.2026: 57 Bücher
20.01.2026: 46 Bücher
2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!Hier sind seit dem 01.01.26 zwei Bücher eingezogen und wir hoffen sehr, dass es bei diesen zwei Büchern bleibt. Einerseits hat Frauchen mit "Krawall und Kekse" von Shirley Jackson einen Gewinn aus einem Adventsgewinnspiel erhalten, andererseits ist "Griechischstunden" von Han Kang hier eingetroffen, das Frauchen vor mehreren Monaten als Taschenbuchausgabe vorbestellt und in der Zwischenzeit ein wenig vergessen hatte...
Zuletzt gelesen und rezensiert hat Frauchen "Schwarzer Mittwoch" von Nicci French. Der Krimi ist der dritte Teil der Frieda Klein-Reihe. Das Buch lag seit 2025 in meinen Regalen, wurde also nach weniger als einem Jahr Aufenthalt in meinen Regalen gelesen. Mein Frauchen hat sich davon gut unterhalten gefühlt, wenn auch der Anfang sich ein wenig langsam entwickelt hat. Dafür hat ihr die Protagonistin um so besser gefallen. Zur Rezension geht es HIER.
4. Liebe:r SuB, zeig uns Bücher ohne Artikel im Titel von Deinen Stapeln!
Oh je, gerade am Sonntag hat Frauchen einige Bücher ohne Artikel im Titel aussortiert... Aber gerade liest sie "Kennedys Hirn" und bald liest sie auch noch "Himmelhorn", die sollten bei der nächsten Aktion definitiv weggelesen sein ;-)
Und nun möchten wir euch noch alles Liebe und Gute für den Rest des Januars wünschen und hoffen, dass ihr im 2026 gesund und munter bleiben und ganz viele tolle Geschichten für euch entdecken dürft. Verlinkt doch gerne eure Posts in den Kommentaren, damit wir vorbeischauen können. Darauf freuen wir uns schon sehr.
Alles Liebe
SuBrina (und Livia)
Rezension: Schwarzer Mittwoch
Schwarzer Mittwoch - Nicci French
Frieda Klein-Reihe:
1. Blauer Montag (2011)
2. Eisiger Dienstag (2012)
3. Schwarzer Mittwoch (2013)
4. Dunkler Donnerstag (2014)
5. Mörderischer Freitag (2015)
6. Böser Samstag (2016)
7. Blutroter Sonntag (2017)
8. Der achte Tag (2018)
Beschreibung des Verlages (via Penguin):
Ruth Lennox, Mutter von drei Kindern und glücklich verheiratet, wird
ermordet aufgefunden. Doch warum musste die allseits beliebte und sozial
engagierte Frau sterben? Inspektor Karlsson ruft Psychotherapeutin
Frieda Klein zu Hilfe – obwohl diese seit ihrem gemeinsamen letzten Fall
strikte Anweisung hat, sich aus jeglichen Ermittlungen rauszuhalten.
Frieda hat bald ihre Zweifel am Idyll: Das Leben der Familie Lennox
scheint einfach zu perfekt, um wahr zu sein. Und je tiefer sie hinter
die Fassaden blickt, desto größer wird die Zahl der Tatverdächtigen ...
Inhalt:
Während Frieda sich noch von den schweren Verletzungen erholt, die sie sich bei ihren vergangenen Ermittlungen zugezogen hat, wird eine Leiche gefunden. Eine scheinbar perfekte und überall beliebte Frau und Mutter ist brutal ermordet worden. Zuerst tappt die Polizei komplett im Dunkeln und plötzlich wird die Liste der Verdächtigen zwar lang und länger, es passt aber trotzdem nichts zusammen. Gleichzeitig ermittelt ein Journalist in einem eigenen Fall und untersucht das Verschwinden junger Frauen. Mittendrin steht Frieda, die sich eigentlich Ruhe gönnen soll und will und die trotzdem am Puls der Ermittlungen entscheidende Hinweise liefert.
Meine Meinung:
Dieses Buch ist der erste Band dieser Reihe, der sich am Anfang ein wenig gezogen hat. Sehr, sehr deutlich wurde dabei aufgezeigt, wie sehr die Polizei im Dunkeln tappt und wie langweilig das Leben der ermordeten Frau gewesen sein soll. Und doch entwickelt sich dann natürlich alles anders und in dem Moment, in dem Frieda ihrem Instinkt zu folgen beginnt, wird die Geschichte so richtig spannend. Tatsächlich hatte ich die ganze Sache (kurz) vor Frieda durchschaut, aber trotzdem hat mich auch das Ende überzeugt.
Auch Friedas Privatleben fährt wieder Achterbahn und es hat mir gefallen, wie realistisch ihre eigene Verletzlichkeit dargestellt wird. Ausserdem mag ich einfach, wie sehr ihr Haus und ihre Gesellschaft jeweils zu physischen und emotionalen Schutzräumen für diverse gestrandete Personen werden. Diese Menschen in ihrem Umfeld werden dabei zugleich zur Belastung als auch zum Dorf von Frieda. Sie alle sind Freundinnen und Freunde dieser sonst eher einzelgängerischen Hauptfigur und diese menschliche und sogar herzliche Komponente der sonst oft ziemlich brutalen Reihe gefällt mir sehr gut.
Meine Empfehlung:
Kleinen Startschwierigkeiten zum Trotz hat mich auch der dritte Band der Reihe überzeugt und ich möchte ihn euch unbedingt ans Herz legen, empfehle euch aber auf jeden Fall, die Reihe chronologisch zu lesen.
Zusätzliche Infos:
Titel: Schwarzer Mittwoch
Originaltitel: Waiting for Wednesday
Autoren: Hinter dem Namen Nicci French verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard
und Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren höchst erfolgreichen
Psychothrillern international für Furore. Sie leben im Süden Englands.
Taschenbuch, Paperback: 528 Seiten
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Birgit Moosmüller
Verlag meiner Ausgabe: C.Bertelsmann
Erscheinungstermin dieser Ausgabe: 2013
ISBN: 978-3-570-10164-3
Rezension: Rauhnächte
| Rezensionsexemplar aus dem Penguinverlag (via Bloggerportal), vielen Dank |
Rauhnächte - Ellen Sandberg
Beschreibung des Verlages (Achtung, der Klappentext verrät viel vom Inhalt, lesen auf eigene Gefahr!):
„Sie darf das nie erfahren. Du hast es mir versprochen!“ Wie ein
Faustschlag trifft dieser Satz die 22-jährige Pia an Heiligabend, als
sie ein Streitgespräch ihrer Eltern belauscht. Als sie kurz darauf
herausfindet, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis
dahin gekannte Welt vollends zusammen. Schon ihr Leben lang fühlte sie
sich anders, seltsam fremd, als ob ein Tabu sie umgibt. Nun scheint all
das bestätigt. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am
Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in
den winterlichen Inn Auen und durch das mittelalterliche Städtchen
tanzen schauerliche Gestalten, die nach altem Brauch die Geister
vertreiben sollen. In den Rauhnächten, so sagt man, drängen alte, gut
gehütete Geheimnisse wieder an die Oberfläche. Und je näher Pia der
Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der
Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt
...
Inhalt:
Von einer Sekunde auf die andere ist in Pias Leben nichts mehr, wie es vorher war. Ausgerechnet am 24. Dezember erfährt sie eine unbequeme Wahrheit über ihre Familie, die alles in ganz anderem Licht dastehen lässt. In der mystischen Zeit der Raunächte macht sie sich auf die Suche nach Spuren, die tief in die Vergangenheit ihrer Familie führen und bringt sich dabei in grosse Gefahr.
Meine Meinung:
Aufmerksam auf das Buch wurde ich durch die Rezensionen von Martina und Irene vor allem die von ihnen gelobte Spannung und die mystische Stimmung hat mich neugierig gemacht. Tatsächlich empfand ich die Geschichte aber zumindest am Anfang als eher langatmig erzählt. Düster und mystisch war die Geschichte aber und das hat mir sehr gut gefallen. Gegen Ende wurde es aber immer spannender und obwohl ich ein paar Ideen hatte, wie alles zusammenhängen könnte, habe ich doch nicht ganz ins Schwarze getroffen. Leider hat mich - wie auch andere Rezensent*innen - die Hauptfigur Pia, respektive vor allem ihre anfänglich extrem kindliche und naive Art gestört. Die Figur macht zwar im Laufe des Romans eine grosse und dadurch fast unglaubwürdige Entwicklung durch, ich finde aber, dass man dem Roman auch nach dessen gründlicher Überarbeitung immer noch anmerkt, dass er von der Autorin zuerst als Jugendbuch konzipiert worden ist.
Schreibstil und Aufbau:
Die Handlung beginnt übrigens am 24. Dezember und ich habe die Kapitel immer am entsprechenden Datum respektive der entsprechenden Raunacht gelesen und so war das Buch eine Art Kalender zwischen den Jahren, was für mich sehr gut gepasst hat. So kommt die mystische Atmosphäre um so besser zum Zug und an verschneiten, kalten Winterabenden liest sich dieses Buch besonders gut.
Die Figuren bleiben leider ein wenig blass und wie erwähnt hatte ich meine liebe Mühe mit der Protagonistin, da hätte sicher einiges noch besser ausgearbeitet werden können. Leider hat nämlich der Schreibstil nicht ganz mit der wirklich tollen Grundidee mithalten können.
Eine Notiz noch am Rande, die mich eventuell als Nerd enttarnt...: es hat mich gestört und es wundert mich auch, dass sowohl im Titel als auch im Fliesstext die alte Rechtschreibung "Rauhnacht/Rauhnächte" verwendet wird. Mir ist bewusst, dass diese Schreibweise immer noch rege genutzt wird und ich hatte auch schon einige Male den Eindruck, als würden vor allem eher esoterisch angehauchte Kreise daran festhalten, aber irgendwie finde ich, dass in einem so druckfrischen Buch eigentlich die Schreibweise verwendet werden sollte, die auch im Duden zu finden ist (die alte Schreibweise findet sich nicht einmal mehr im Duden). Zuerst habe ich erwartet, dass sich die Entscheidung für diese Schreibweise aus dem Inhalt des Buches erschliesst, aber tatsächlich wurde da im Lektorat wohl einfach falsch entschieden.
Meine Empfehlung:
Wer atemlose Spannung sucht, ist mit diesem Roman sicher falsch beraten, die besondere Mystik der Raunächte und ein gefährliches Geheimnis machen dieses Buch aber zu einem lesenswerten Kalender für die Zeit zwischen den Jahren.
Zusätzliche Infos:
Titel: Rauhnächte
Autorin: Ellen Sandberg arbeitete zunächst in der Werbebranche, ehe sie sich ganz
dem Schreiben widmete – mit riesigem Erfolg: Ihre psychologischen
Spannungs- und Familienromane, die immer monatelang auf der
SPIEGEL-Bestsellerliste stehen und denen immer ein wichtiges Thema
unserer deutschen Vergangenheit zugrunde liegt, bewegen und begeistern
zahllose Leserinnen und Leser – wie zuletzt »Das Geheimnis«, »Das
Unrecht« und »Keine Reue«. 2022 wurde ihr der Verfassungsorden des
Freistaats Bayern verliehen. Unter ihrem bürgerlichen Namen Inge Löhnig
veröffentlicht sie erfolgreiche Kriminalromane.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag: 352 Seiten
Verlag: Penguin
Erschienen am: 12.11.2025
ISBN: 978-3-328-60437-2


