Lese-Statistik Dezember 2023

Hallo ihr Lieben

Wahrscheinlich geht es einigen wie mir...ich kann es nämlich kaum fassen, dass das Jahr 2023 schon bald wieder Geschichte sein soll. Einige private Worte folgen morgen und bald geht auch eine grosse Jahresstatistik online (zuerst folgt aber natürlich noch die letzte Rezension aus 2023 nächste Woche, Ordnung muss sein) und dann ist 2023 definitiv vorbei. Nach einem sehr vollen, turbulenten Dezember, der wirklich an meinen Kräften gezehrt hat, bin ich froh, einen Haken hinter 2023 setzen zu können, auch wenn das Jahr insgesamt gut zu mir war (was ich mit ein wenig Abstand dann sicher auch wieder erkennen werde). Bevor es nun also mit heute sehr, sehr ruhigen Feierlichkeiten bei starkem Regenwetter (ich hoffe auf wenig Geböllere, drückt mir die Daumen) losgeht, möchte ich euch meine Dezember-Statistik und damit meinen letzten 2023-Post präsentieren.

Ausserdem möchte ich euch für eure Geduld mit mir und diese grosse Verbundenheit hier danken. Ich habe seit November kaum Kommentare getippt und sogar auf meinem Blog wenig geantwortet, aber ich freue mich darauf, in den kommenden Tagen wirklich einmal in Ruhe zu stöbern und aufzuholen, was ich verpasst habe. Ausserdem danke ich euch sehr herzlich für alle Buchtipps, jeden privaten und öffentlichen Austausch, eure Besuche bei mir und dieses schöne Gefühl, dass hier auf den Buchblogs immer wieder zu finden ist. Egal, wie unterschiedlich unsere Leben und literarischen Geschmäcker sind, wir können doch immer wieder etwas voneinander lernen und vor allem verbindet uns die Liebe zum besten Hobby der Welt, dem Lesen und dem Plaudern und Schreiben über Bücher.

Auf ein gutes, spannendes, gesundes und hoffentlich vor allem friedliches 2024!!!!
Alles Liebe
Livia

Gelesen im Dezember:

Berührendes, mit Tiefgang erzähltes und zum Nachdenken anregendes Weihnachtsbuch aus Norwegen


Wunderschöne Beschreibungen, tolle Recherchen mit Nordsee-Feeling und ganz grossen Gefühle


Fast zu kurze, herzerwärmende Weihnachtsgeschichte, mitten aus dem Leben gegriffen, liebevoll illustriert


25 Kurzgeschichten und Erzählungen zur Weihnachtszeit, humorvoll, spannend, ungewöhnlich


Heftiges, für mich nicht ganz stimmiges Buch über eine Vergewaltigung aber aus feministischer Perspektive


Kurzes Büchlein (eignet sich perfekt als Geschenk) mit Lieder, Sprüchen und Gedichten zu Weihnachten



Alle Rezensionen und Seitenzahlen auf einem Blick:

Der Adventskalender zum Glück - Siri Østli   (445 Seiten)
Winterzauber in den Dünen   (288 Seiten)
Sterne glitzern auch im Schnee - Meike Werkmeister   (208 Seiten)
Früher war mehr Bescherung - ausgewählt von Daniel Kampa   (320 Seiten)
Tote Winkel - Sophie Sumburane   (200 Seiten)
O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit - herausgegeben von Anne Schmucke   (112 Seiten)
Endling - Jasmin Schreiber   (336 Seiten, Rezension folgt, Leserundenbuch der Lesejury)

Meine Neuzugänge:

Rezensionsexemplare:

  1. Endling - Jasmin Schreiber (Leserundenbuch der Lesejury)
  2. O du fröhliche, o du selige (Diogenes)
  3. Ein seltsamer Ort - Banana Yoshimoto

Eingesammelt:
  1. Reiches Erbe - Donna Leon

Buchgewinn:
  1. All the Love - Ely Junge

Buchgeschenke:
  1. The Girl Who Saved Christmas - Matt Haig (Weihnachtsgeschenk vom Liebsten)

Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 7
Abgebrochene Bücher: -
Aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 1'909 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 61.58 Seiten
Bücher von Autorinnen: 5
Bücher von Autoren: -
Autor*innenduos (oder Gruppen):
Geschenkt bekommene Bücher: 1
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: 1
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 3
Gekaufte Bücher: -
Eingesammelte Bücher: 1
Bibliotheksbücher: -
Gesamte Neuzugänge: 6
SuB am Monatsbeginn:
62 Bücher
Aktueller SuB: 60
Differenz: -2

Kurzrezension: O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit

Rezensionsexemplar aus dem Diogenes Verlag, vielen herzlichen Dank für diese funkelnde Ausgabe

O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit - Anne Schmucke (Herausgeberin)

Beschreibung des Verlages:
Die schönsten deutschen Weihnachtslieder und -gedichte von Walther von der Vogelweide, Martin Luther, Friedrich von Spee, Paul Gerhardt, Angelus Silesius, Matthias Claudius, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Peter Hebel, Friedrich Rückert, Joseph von Eichendorff, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Annette von Droste-Hülshoff, Heinrich Heine, Eduard Mörike, Theodor Storm, Theodor Fontane, Conrad Ferdinand Meyer, Wilhelm Busch und mit Illustrationen von Lucas Cranach, Ludwig Richter, Albrecht Dürer, Franz Graf von Pocci u.a.

Inhalt:
Lieder, Gedichte und Sprüche zur Weihnachtszeit aus verschiedenen Jahrhunderten. Unterhaltsam, besinnlich und auf jeden Fall sehr nostalgisch.

Meine Meinung:
Zuerst einmal war ich ganz glücklich, dass dieses kleine Büchlein so schön vor sich hin funkelt. Beim Blättern ist mir dann erst bewusst geworden, dass die darin enthaltene Sammlung schon ziemlich alt und entsprechend nicht allzu divers daherkommt. Das ist allerdings auch schon der einzige Wunsch, den ich gerne anbringen möchte: bitte, lieber Diogenes Verlag, bringt diese Sammlung ganz neu und mit vielen zeitgenössischen Ergänzungen heraus, damit könnt ihr ganz vielen Menschen eine noch grössere Freude bereiten.
Ansonsten habe ich es geliebt, in den Sprüchen zu stöbern, mir die Weihnachtslieder (von denen mir einige Strophen gänzlich unbekannt oder nur in abgewandelter Form bekannt waren) anzusehen und die kurzen Geschichten zu lesen. Selber liebe ich es, Weihnachtskarten zu schreiben und bin immer wieder auf der Suche nach kürzeren Sprüchen oder Gedichten, welche auf den Karten Platz finden können. In diesem Büchlein werde ich im nächsten Jahr sicher fündig und ich bin mir sicher, dass es ein wundervolles Geschenk für alle ist, die eigentlich schon alles haben, in ihrem Leben aber ein wenig Nostalgie vertragen können.

Meine Empfehlung:
Mit diesem glitzernden Büchlein gelingt es wohl allen, in Erinnerungen zu schwelgen und dabei das ein oder andere Weihnachtslied im Kopf (oder laut) mitzusummen. Dieses Buch ist für alle, welche sich besinnliche Momente zur Weihnachtszeit wünschen und gerne ab und an ein Gedicht auf eine Weihnachtskarte schreiben oder einer lieben Person vorlesen möchten.

Zusätzliche Infos:
Titel:
O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit
Herausgeberin: Anne Schmucke
Sprache: Deutsch
Hardcover Diogenes Deluxe: 112 Seiten mit Lesebändchen
Illustrationen von: Ludwig Richter, Franz Graf von Pocci u. a.
Verlag: Diogenes
Erschienen am: 20. Oktober 2017
ISBN: 978-3-257-26139-4

Rezension: Tote Winkel

Tote Winkel - Sophie Sumburane

TW
: sexualisierte, psychische und körperliche Gewalt, auch gegen Kinder und Jugendliche, Sucht

Beschreibung des Verlages:
Was, wenn dein Ehemann wegen Vergewaltigung verhaftet wurde, sogar geständig ist – und das Opfer genauso aussieht wie du selbst?
Valentina Zinnow ist die Gattin des »Kneipenkönigs«, sie lebt in einem adretten Haus in Potsdam mit zwei reizenden Töchtern. Mittwochs kommt ein Student zum Putzen, und sie postet hübsche Fotos aus dem Alltag mit Kindern und Vorstadtidylle. Dass sie zwanghaft zählt, dass sie dissoziiert und nicht immer weiß, was sie gerade tut oder getan hat, merkt keiner. Eines Tages bekommt sie einen Anruf von der Polizei, ihr Mann sei verhaftet worden, er habe eine Frau vergewaltigt und dies auch zugegeben.
Das Opfer heißt Katja Sziboula. Sie ist Journalistin, Sachbuchautorin, kühl, beherrscht, sie lebt in einer symbiotischen Ehe und konstruktiven Arbeitsbeziehung mit Kay, Linguistik-Koryphäe aus Südafrika, in Potsdam lehrend.
Als Valentina zur Polizeiwache kommt, zeigt ihr der Polizist ein Foto des Opfers – doch darauf erkennt sie sich selbst, mit blauem Auge und blutiger Lippe. Hat ihr Mann die beiden Frauen wirklich einfach verwechselt, wie sie zunächst glaubt? Ist Katja ihr totgeglaubter Zwilling, dessen Geburts- und Sterbeurkunde sie besitzt?
Abwechselnd erzählen Valentina, Katja und Kay eine Geschichte, die einem den Boden unter den Füßen wegzieht – spannend, erschütternd, ungeheuerlich.

Inhalt:
Eine Vergewaltigung am hellichten Tage und die Überlebende sieht genau gleich aus, wie die Ehefrau des Täters. Zufall oder abgekartetes Spiel? Schicht um Schicht wird eine Geschichte freigelegt, die es in sich hat und die alle Beteiligten an Realität und Fiktion zweifeln lassen.

Meine Meinung:
Beim Lesen dieses Buches habe ich viel über diesen Post von Mareike Fallwickl nachgedacht. Ich will auch keine bloss für Klicks und Verkaufszahlen brutal vergewaltigte und getötete Frauen und Mädchen in Krimis mehr antreffen.
Und doch liegt hier ein Krimi vor mir, der von einer feministischen, antirassistischen Autorin geschrieben wurde und in der es unter anderem um eine Vergewaltigung geht. Müssen auch in einem feministischen Krimi Frauen und Kinder detailliert vergewaltigt werden? Wie geht das zusammen? Die Autorin legt zwar gezielt den Fokus auf die Überlebenden dieser Gräueltaten und spinnt gekonnt ein eindrücklich aufgebautes Netz aus Hintergrundgeschichten, Rahmenhandlung und Familienalltag. Sie lässt ihre Figuren zu Wort kommen und zwar nur die, welche nicht zum Täter geworden sind. Es gibt keine Aufklärung des Falles, die Tat ist auf Band festgehalten worden, die Schuld eingestanden. Es gibt keine Ermittler, keine Ausreden, keine Unschuldsbekundungen. Und trotzdem bleibt ein schaler, unangenehmer Beigeschmack, dieses Buch ist unangenehm. Aber: die Geschichte wird spannend und spannender, komplexer und dramatischer.

Aufbau:
Im ersten Teil werden vor allem die Tat und Taten in der Vergangenheit geschildert. Ich hätte das Buch fast abgebrochen, das war widerlich und hat mich nicht für sich einnehmen können. Im zweiten Teil aber kommen die Überlebenden zu Wort, brechen aus, begehren auf, gehen um mit dem lebenslangen Trauma.
Im dritten Teil werden die Vorgänge immer komplexer, Erinnerungen, Traumgebilde, Fantasie und Realität mischen sich. Was ist wirklich geschehen? Hier wird es so richtig spannend und die Autorin zeigt ihre schriftstellerische Qualität. Der schale Beigeschmack bleibt.

Fazit:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Buch wirklich empfehlen kann, obwohl es mich zum Nachdenken angeregt hat und vor allem gegen Ende immer spannender geworden ist. Allerdings ist der Inhalt auch harte Kost und definitiv nicht für alle geeignet. Macht euch gerne selber ein Bild, aber ich habe euch gewarnt.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Tote Winkel
Autorin: Sophie Sumburane, geboren 1987 in Potsdam, studierte Germanistik und Afrikanistik an der Universität Leipzig sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und promoviert an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt über forensische Linguistik. Sie ist Autorin mehrerer Kriminalromane, schreibt für verschiedene Medien und engagiert sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Sie ist Teil des Netzwerks »Herland – feministischer Realismus in der Kriminalliteratur« und Mitglied im Board des PEN Berlin.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 200 Seiten
Verlag: Edition Nautilus
Erschienen: September 2022
ISBN: 978-3-96054-299-5

Kurzrezension: Früher war mehr Bescherung

Früher war mehr Bescherung, Hinterhältige Weihnachtsgeschichten - Ausgewählt von Daniel Kampa

Beschreibung des Verlages:
»Es gibt tatsächlich Menschen, die Weihnachtsfeste veranstalten. Ist das komisch!«, hat sich schon Gustave Flaubert gewundert. Was würde er wohl vom heutigen Geschenkwahn halten, der uns jedes Jahr auf Trab hält. Kompletter Irrsinn! (Es sei denn, man kauft Bücher und unterstützt so Buchhandel und Verlage.) In ›Früher war mehr Bescherung‹ schreibt zum Beispiel Andrea Camilleri eine stille Elegie auf den Weihnachtsmann, der früher mal die Geschenke brachte, jedoch langsam, aber sicher durch Computer und Kreditkarte ersetzt wird. In Robert Gernhardts ›Die Falle‹ dagegen bringt ein beim Studentenwerk gebuchter Weihnachtsmann einiges durcheinander – sehr zum Leidwesen der Eltern. David Sedaris tischt eine irrsinnige Familiengeschichte auf, und John Waters erklärt kurz und bündig, warum er Weihnachten hasst. ›Früher war mehr Bescherung‹ ist mehr als ein neuer Band mit garantiert hinterhältigen Weihnachtsgeschichten … Es ist schlicht das perfekte Geschenk für alle, die nichts wollen oder schon alles haben.

Inhalt:
25 hinterhältige, nicht ganz ernst gemeinte, überraschende, kritische und fantasievolle Geschichten rund um das Fest der Liebe sind in diesem Band versammelt. Wir erleben Weihnachten im Hotel, im Flugzeug, während Kriegszeiten, in der Krippe als Esel oder Ochse und natürlich am gemeinsamen Esstisch. Es wird diskutiert, gestritten, geklaut und geliebt und die Geschichten lassen sich sogar (fast) als Adventskalender lesen.

Meine Meinung:
Die Kurzgeschichten habe ich im Dezember nebenher aber nicht als (leicht verlängerter) Adventskalender gelesen und mich bestens unterhalten. Einige Geschichten waren richtig spannend, andere haben sich ein wenig gezogen, aber insgesamt bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Besonders gemocht habe ich die sehr kritische Geschichte "Der Weihnachtskarpfen" von Vicki Baum, Ingrid Nolls "Weihnachten im Schlosshotel" hat mich überrascht und "Ein feines Pärchen" von Sean O'Faolain war herzerwärmend aus dem Leben gegriffen erzählt. Kurzgeschichten empfinde ich immer als tolle Möglichkeit, neue Autor*innen kennenzulernen und sie lassen sich auch wunderbar nebenher lesen, verschenken und weiterreichen und dies natürlich nicht nur zu Weihnachten.

Meine Empfehlung:
Diese hinterhältig-weihnachtliche Sammlung hat mir sehr gut gefallen und mir unterhaltsame und äusserst abwechslungsreiche Lesestunden in einem sehr intensiven Monat beschert. Ich empfehle das Buch als Geschenk oder auch einfach für alle, die sich gerne mit Kurzgeschichten befassen.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Früher war mehr Bescherung, Hinterhältige Weihnachtsgeschichen
Ausgewählt von: Daniel Kampa
Taschenbuch: 320 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Diogenes
Erschienen am: 01. November 2008
ISBN: 978-3-257-23775-7

Frohe Festtage

Ihr Lieben

Ich möchte euch und euren Lieblingsmenschen von Herzen frohe, besinnliche und vor allem friedliche Festtage wünschen, die ihr hoffentlich ganz in eurem Sinne in grosser Runde, kleinem Kreis und/oder bester buchiger Gesellschaft verbringen dürft.

Ausserdem möchte ich euch für eure Treue, eure Kommentare und den steten Austausch danken, auch wenn ich im Dezember kaum zum Antworten gekommen bin. Nach Weihnachten wird es auch bei mir ruhiger und ich freue mich schon sehr darauf, mir eure vielen Beiträge, Buchtipps und (bald auch schon) Rückblicke anzusehen.

Auf bald wieder und alles, alles Liebe
Livia