Reisebericht Teil 2: Antwerpen und Zoo Antwerpen, 18.7.16 - 22.7.16


Ihr Lieben

Gerade habe ich festgestellt, dass ich euch noch ein paar Reiseberichte schulde und dass ich so viele Bilder gemacht habe und wir so viel erlebt haben, dass ich mindestens drei Berichte tippen und veröffentlichen will und muss. Ken Problem, sagt ihr jetzt. Klar. Aber am Samstag fahre ich schon wieder weg und bevor ich dann mit einer Mitstudentin für ein paar Tage nach Dublin reise, möchte ich die natürlich alle veröffentlichen :-)

Wir kamen am 18.7.16 im wunderschönen Antwerpen an. Obwohl wir wussten, wie bekannt und schön der Bahnhof ist, staunten wir doch ob seiner Grösse. Auch bemerkten wir zwar die schwer bewaffneten Polizisten und Militärposten am Bahnhof und in der ganzen Stadt, waren aber ein wenig überrascht, dass auch bei den internationalen Zügen so gar keine Kontrollen durchgeführt wurden, gerade auch um den belgischen Nationalfeiertag herum.

Ein ausgedehnter Stadtbummel führte uns direkt zum grossen Markt, den historischen Gebäuden der Altstadt und zu kulinarischen Köstlichkeiten, die wir natürlich ausführlich testen mussten :-) Auch machten wir tatsächlich ein paar Einkäufe und konnten sogar einige Mitbringsel für unsere Familien ergattern.
Auch an die Schelde spazierten wir an diesem Tag noch und planten unterwegs schon das Programm für die nächsten Tage in Antwerpen.
 
Am 19.7.18 gibg es dann nämlich in den Zoo Antwerpen und bevor ich jetzt zu viele Worte verliere, spame ich euch nun einfach mit Bildern zu :-) Dieser Zoo war übrigens eine Wucht! Zuerst waren wir ein wenig erschlagen von den Preisen, die sogar die des Zoo Zürich um einiges toppten, vor allem, weil der Zoo in Antwerpen eher klein ist. Dafür ist er aber sehr schön und parkartig angelegt, lässt viel Platz zum Verweilen und Flanieren in vielen Gärten und auf schönen Wegen und hat dann doch noch das eine oder andere Tiergehege zu bieten.
 
Am Abend gönnten wir uns noch eine Fahrt auf dem Riesenrad und einen ausgedehnten Stadtbummel mit einem leckeren Nachtessen, bevor es dann wieder ins Hotel ging.

In den nächsten zwei Tagen stand ganz viel Kultur auf dem Programm. Ich empfehle euch die Museumskarte, mit der ihr verschiedene Museen und Kirchen für ganz, ganz wenig Geld innerhalb von mehreren Tagen besichtigen könnt. Vor allem das Rubenshaus hat es uns total angetan. Wunderschön gestaltet, liebevoll mit Werken von Ruben und seinen Zeitgenossen ausgestattet in Wort und Bild erklärt und mit einem schönen Garten ergänzt. Weiter besichtigten wir in Antwerpen die Kathedrale und die Kunstsammlung von Mayer von den Bergh und wir verpflegten uns an den Marktständen. Auch den Hafen schauten wir uns an und fanden uns nach einem Spaziergang entlang der Schelde mitten in einem fröhlichen Strandfest wieder, wo wir gleich verweilten.
Zuerst zeige ich euch ein paar Bilder aus dem Rubenshaus.
Und nach dem Besuch im Rubenshaus mussten wir uns natürlich an den vielen Marktständen verpflegen und besuchten dann die wunderschöne Kathedrale.
 
Am Abend führte uns dann noch ein langer Spaziergang zum Strandfest und wir liessen den Aufenthalt in Antwerpen ruhig ausklingen. Am nächsten Morgen reisten wir weiter nach Brügge und die Bilder von dort zeige ich euch morgen.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und verabschiede mich mit einem letzten Bild aus Antwerpen von euch.

Alles Liebe
Livia

Gemeinsam Lesen, 9.8.16

Gemeinsam Lesen ist eine von Asaviel ins Leben gerufene Aktion,
die nun von den Schlunzen fortgeführt wird.
Guten Vormittag, liebe Lesesüchtigen

Ich freue mich sehr, dass ich wieder bei der Aktion "Gemeinsam Lesen" dabei sein kann und bin schon gespannt auf eure Antworten zur vierten Frage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade "Muchachas, Tanz in den Tag" von Katherine Pancol und bin aktuell auf Seite 49.


Beschreibung des Verlages:
Die neue Bestseller-Trilogie von Frankreichs beliebtester Autorin
In ihrer neuen Trilogie schreibt Katherine Pancol auf ihre unverwechselbare Weise über ein Kaleidoskop von Frauen, die kaum unterschiedlicher sein können, eines aber vereint: Was auch immer geschieht, sie lassen sich nicht unterkriegen.
Da ist zum Beispiel Stella. Sie lebt mit ihrem kleinen Sohn auf einem Bauernhof im Burgund und arbeitet auf dem Schrottplatz; oder Hortense, die ihr Glück in der Modewelt von New York sucht. Oder die von quälenden Selbstzweifeln heimgesuchte Erfolgsautorin Joséphine und schließlich Calypso, eine begnadete kubanische Geigerin, die auf dem Konservatorium Hortenses Freund Gary gefährlich nah kommt.
Jede dieser »Muchachas«, wie »junge Frau« auf Spanisch heißt, hat ihre ganz eigene Geschichte und dennoch kreuzen sich ihre Wege immer wieder, und es entsteht ein dichtes Romangeflecht, dessen Sogwirkung sich keine Leserin entziehen kann.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Stella hört den Wecker und öffnet ein Auge.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Bis jetzt habe ich natürlich nur ein paar Seiten gelesen und kann darum leider nicht wirklich viel über dieses Buch verraten. Auch weiss ich noch nicht, was ich davon halten soll und ob mir der Schreibstil gefällt oder nicht. Alles ist noch sehr vage und irgendwie speziell, ungewöhnlich, interessant. Nur von der in der Beschreibung erwähnten "Sogwirkung" habe ich bisher leider gar nichts gemerkt. Heute werde ich aber ein wenig Zeit zum Lesen haben und hoffe, dass ich noch richtig ins Buch hineinfinde.

4. Gibt es ungelesene Bücher in eurem Regal, die ihr nicht zu eurem SUB zählt?
Wenn auch ungern, so muss ich diese Frage doch mit einem klaren "Ja" beantworten. Warum? Ganz einfach. Sehr viele ungelesene Fachliteratur in meinen Regalen zähle ich nicht zu meinem SuB und ich berichte euch auch nicht von allen Büchern, in denen ich lese, in meinen Posts. Obwohl ich dafür bin, dass Fachliteratur auf Buchblogs auch Erwähnung finden sollte, lasse ich einige Bücher in meinen Berichten und Rezensionen bewusst weg. Vor allem dann, wenn ich nur einzelne Kapitel davon lese/lesen muss und deshalb gar nichts über das Buch als Ganzes aussagen kann.
Ausserdem befinden sich in meinem Regal auch noch ein paar Schmuckausgaben alter Klassiker in Originalbindung und teilweise sogar Frakturschrift, also alt und wertvoll, die ich (noch) nicht gelesen habe. Es sind dabei vor allem russische Autoren vertreten und ich habe die Bücher vor der Altpapiersammlung gerettet. Ich möchte die Werke auf jeden Fall auch irgendwann lesen, bin mir aber nicht sicher, ob ich mir dazu jeweils eine aktuelle Taschenbuchausgabe gönne, damit die alten Bücher ganz und schön bleiben.

Wie sieht es bei euch aus? Welche dunklen Geheimnise kann euer Bücherregal aufweisen? :-)

Kurzrezension: Die Taube

Die Taube - Patrick Süskind

Beschreibung des Verlages:
In fünf Monaten wird der Wachmann einer Pariser Bank, der als einzigen Nutzen seiner Tätigkeit das Öffnen des Tores vor dem Direktionswagen erkannt hat, das Eigentum an seiner kleinen Mansarde endgültig erworben haben, wird ein weiterer Markstein seines Lebensplanes gesetzt sein. Doch dieser fatalistische Ablauf wird an einem heißen Freitagmorgen im August 1984 jäh vom Erscheinen einer Taube in Frage gestellt."

Meine Meinung:
Nachdem ich von "Die Geschichte von Herrn Sommer" so begeistert von Süskinds Sprache war, musste schon bald das nächste Buch des Autors her, welches mein SuB mir dann auch bereitwillig aushändigte:-) Einmal mehr war ich von der ersten Seite, ja, vom ersten Satz an gefesselt und fasziniert von der Wucht der Sprache, dem steten Sog der Geschichte und den Beschreibungen, die mich die Welt genau so fühlen, sehen, hören, riechen und schmecken liessen, wie den Protgonisten Jonathan Noel. Und obwohl auf den ersten Blick auf den hundert Seiten dieses Büchleins nichts zu passieren scheint, schreitet die Geschichte doch stetig voran und reisst den Leser mit sich. Vom Anblick einer Taube auf seiner Fussmatte wird der stets pflichtbewusste Wachmann Noel so sehr aus dem Konzept gebracht, dass sein ganzes Leben droht, aus den Bahnen zu geraten. Dieses zuerst harmlos wirkende Ereignis zieht eine Reihe weiterer Ereignisse und vor allem immer absurdere Gedankengänge nach sich, so dass sich Noel bald einmal gefangen wird in seinen eigenen Abgründen und Fantasien. Wie auch bei "Die Geschichte von Herrn Sommer" verschwinden die Grenzen zwischen Realität und Fantasie, ja, Wirklichkeit und Irrsinn immer mehr und trotz einer stetigen Bedrohung, einem Netz, das sich auch für den Leser fühlbar, immer enger um den Protagonisten zieht, sorgen die Skurrilität der Personen und Handlungen und der Wortwitz des Autors für beste, schrägste Unterhaltung und belohnen den Leser, der sich vorurteilslos auf dieses Gedankenexperiment einlässt, reich.

Meine Empfehlung:
Natürlich ist es ein Vorteil, wenn ihr euch beim Lesen auch ein paar Gedanken machen wollt, aber in erster Linie müsst ihr euch einfach in dieses Buch hineinschicken und abwarten, was geschieht. Das Erlebnis wird euch gefangen nehmen und überzeugen und ein aussergewöhnlicher Lesegenuss wird euch zuteil werden.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Taube
Autor: Patrick Süskind, geboren 1949 in Ambach am Starnberger See, studierte in München und in Aix-en-Provence mittlere und neuere Geschichte und verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst mit dem Schreiben von Drehbüchern. 1984 erschien sein Ein-Personen-Stück ›Der Kontrabaß‹, 1985 sein Roman ›Das Parfum‹, der 2005 von Tom Tykwer verfilmt wurde. 1987 folgte die Erzählung ›Die Taube‹ und 1991 ›Die Geschichte von Herrn Sommer‹, mit Illustrationen von Jean-Jacques Sempé. Patrick Süskinds Werk ist in über fünfzig Sprachen übersetzt.
Taschenbuch: 100 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Diogenes
Erschienen (meine Ausgabe): 1987
ISBN (neue Ausgabe): 978-3-257-21846-6

Rezension: Seit ich dich gefunden habe

http://www.bloggdeinbuch.de/buch/1160/?ref=start-curr-cover
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Seit ich dich gefunden habe - Kat French

Beschreibung des Verlages:
Der Frühstücksspeck verbrannt und ein Feuermelder, der einen Höllenlärm veranstaltet. Wenn das kein gelungenes Katerfrühstück ist. Honey ist genervt und dann mischt sich auch noch ihr unausstehlicher Nachbar Hal ein und beschimpft sie. Er könnte ja zumindest anbieten ihr zu helfen. Stattdessen lässt er sie einfach stehen und verschwindet wieder in seiner Wohnung. Trotzdem, irgendwie hat Honey das Gefühl, dass sich mehr hinter seiner abweisenden Art verbirgt und beschließt nicht einfach aufzugeben und sich mit ihm anzufreunden. Schließlich ist er Koch, da kann er ihr bestimmt einiges beibringen. Doch dann erkennt Honey: Hal ist Blind. Ist es vielleicht eigentlich er, der ihre Hilfe braucht?

Meine Meinung: 
Zuerst einmal muss ich erwähnen, dass mir der Originaltitel "The Piano Man Project" wesentlich besser gefällt, als der deutsche Titel und dass der englische Titel meiner Meinung nach auch viel besser zum Buch passt. Damit wird nämlich von Anfang an klar, dass es sich nicht um eine rührselige Liebesgeschichte handelt - wie der deutsche Titel suggerieren könnte - sondern dass es sich bei "Seit ich dich gefunden habe" eher um eine romantische Komödie handelt.
Von der Idee der Geschichte war ich dann aber leider nicht besonders begeistert und die Umsetzung überzeugte mich vor allem am Anfang nicht. Den wichtigsten Grund dafür habe ich hier schon erwähnt.
Ich werde nun die Dinge beim Namen nennen, damit ich verdeutlichen kann, was ich damit meine. Honey, die charmante und total chaotische Protagonistin, hat ein riesiges Problem: sie hat noch nie in ihrem Leben einen Orgasmus erlebt. Ja, richtig gelesen. Auch nicht alleine. Und nun suchen ihre beiden besten Freundinnen Nell und Tash verzweifelt nach einem mit begnadeten Händen gesegneten Pianisten (deshalb der Originaltitel), der Honey endlich beglücken kann. Nur widert mich die Vorstellung der verzweifelt nach gutem Sex lechzenden, Männer auf Knien um Orgasmen anflehenden und total verklemmten, unselbstständigen Frau, die sich sogar weigert, sich von ihren Freundinnen Tipps oder einen Vibrator andrehen zu lassen, total an. Dieses Bild ist so etwas von von Vorgestern und ich bin zu sehr ein Kind dieser Zeit, um das nur annähernd witzig zu finden.
Auch wenn Honey in Hal etwas sieht, das sie vielleicht nicht sehen sollte, lässt sie sich beleidigen und erniedrigen und er lässt sie betteln und flehen und mich hätte er fast dazu gebracht, das Buch abzubrechen. Aber, oh Wunder, das Ganze beruhigt sich dann, er ist doch nicht mehr so ein Ekel (oder nur noch manchmal) und Honey taut auch langsam auf, aber trotzdem hat mich diese sexistische Haltung von Anfang bis Schluss zuerst wütend gemacht und dann einfach noch gestört. Sind wir denn wirklich noch nicht weiter?

Schreibstil und Handlung:
Zur Handlungsidee habe ich mich wohl nun schon genug geäussert. Wahrscheinlich regt mich die Handlung aber immer noch so sehr auf, weil wirklich ein paar tolle Elemente eingebunden worden sind. Tash und Nell sind fantastisch und wie sich die prüde Nell zu einer experimentierfreudigen Ehefrau entwickelt, hat mir gefallen. Auch die wunderbare und anrührende Geschichte um die alten Damen Mimi und Lucille und ihr Heim hat mich gefesselt und die wunderbaren Rezepte, die geschilderten Kocherlebnisse, das Leben des blinden Hal, so viel Witz und Charme und nicht zuletzt die eigentlich total sympathische, chaotische, hilfsbereite und somit einfach liebenswerte Protagonistin hätten doch so viel mehr Potenzial in sich vereint gehabt.
Nicht zuletzt der witzige, leichte und doch nicht oberflächliche und wunderbar erzählende und beschreibende Schreibstil und die wirklich toll durchdachten Nebenhandlungen, die ein eigenes Buch hätten füllen können und der einigermassen überzeugende Schluss haben mich ein wenig mit dem Buch versöhnen können.

Fazit:
Ohne den Anfang und die Grundhaltung dieses Buches, hätte es mich wohl fesseln und überzeugen können und ich hätte es euch gerne weiter empfohlen. Leider kann ich euch dieses Buch aber aufgrund seiner sexistischen und wirklich veralteten Ausgangslage nicht weiter empfehlen. Wer sich nicht davon abschrecken lässt, ist aber wohl mit dem Humor und den witzigen Nebengeschichten gut beraten. 

Zusätzliche Infos:
Titel: Seit ich dich gefunden habe
Originaltitel: The Piano Man Project
Autorin: Kat French ist mitten im Black Country geboren und aufgewachsen. Diese Region hat sie nie losgelassen und so lebt sie auch heute noch gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Söhnen in den englischen Midlands. Kat ist süchtig nach Romantik. Liebt es davon zu lesen, sie zu sehen und natürlich vor allem darüber zu schreiben. 
Taschenbuch: 348 Seiten (obwohl überall 304 Seiten steht, was nicht stimmt)
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Andrea Härtel
Verlag: MIRA Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 10.06.2016
ISBN: 9783956495755