Ankündigung: 14. gemütliches Lese-Miteinander

Hallo ihr lieben Leseratten

Ich darf euch voller Freude mein 14. gemütliches Lese-Miteinander ankünden und ich kann euch jetzt schon folgendes versprechen: es wird alles anders :-)
Vielleicht bewährt sich der Ablauf und ich behalte ihn gleich bei oder vielleicht wird das 15. Lese-Miteinander dann wieder anders verlaufen, aber am Mittwoch, 28.10.15 ab 18.00 Uhr lesen und miteinandern wir zusammen unter dem Motto Freundschaft und Miteinander.

Vielleicht haben einige von euch ja mitbekommen, wie sehr vor allem wir Buchbloggerinnen und Buchblogger von der Buchkritikerszene belächelt und blossgestellt werden und dem möchten wir am Mittwoch entgegenwirken, indem wir zusammen halten, zusammen lesen und uns zusammen austauschen. Mehr dazu findet ihr am Mittwoch ab 18.00 Uhr auf meinem Blog. Lasst euch also überraschen und macht bitte ganz viel Werbung. Je mehr, desto besser.
Ein- und aussteigen könnt ihr wie immer jederzeit. Lasst mir dann bitte den Link zu eurem Post unter meinem Startpost vom Mittwoch oder gleich hier da und anmelden könnt ihr euch ebenfalls auf diesem Weg.
Ganz liebe Grüsse und ich freue mich auf euch Livia

Sauerkraut-Wähe

Letzte Woche habe ich ein paar Reste aus dem Kühlschrank zu einer leckeren Wähe verarbeitet und dabei total improvisiert. Vom Ergebnis war ich so positiv überrascht, dass ich das Rezept mit euch teilen will. Und nein, eine Wähe ist weder eine Quiche, noch ein Kuchen. Es ist einfach eine Wähe :-)

Für den Teig:
200 g Vollkornmehl
20 g Butter
1 TL Salz
Lauwarmes Wasser

Das Mehl mit der Buter in eine Schüssel zerkrümeln, den Rest der Zutaten dazu geben, bis ein fester Teig entsteht. Diesen gut kneten und flach ausrollen. In eine runde Form geben und mit einer Gabel dicht einstechen.


Für die Füllung:
300 g Sauerkraut
4 - 5 grüne Peperoni (Paprika), am besten aus Mamas oder dem eigenen Garten :-)
1/2 Zwiebel
2 EL Sonnenblumenkerne

Alles klein schneiden, gut mischen und auf den Teig geben.


Für den Wähenguss:
2 Eier
1 dl Halbrahm
50 g Käse

Den Käse reiben und mit den restlichen Zutaten gut verquirlen. Dann alles gleichmässig über die
Füllung geben.

Die Wähe bei ca. 200 Grad backen, bis sie goldbraun ist und dann noch warm geniessen. Dazu eignet sich ein gemischter oder grüner Salat.

En Guete :-)

Rezension: Cottage gesucht, Held gefunden

Dieses Buch wurde mir vom Blanvalet-Verlag zur Verfügung gestellt und ich habe mich sehr darüber gefreut.

Cottage gesucht, Held gefunden - Susan Elizabeth Phillips

Beschreibung von Blanvalet:
Peregrine Island vor der Küste von Maine. Annie Hewitt war sich sicher, nie wieder zurückzukehren. Und nun ist sie doch da – pleite, mut- und heimatlos, aber noch nicht bereit aufzugeben. Denn hier, auf dieser Insel, soll im Moonraker Cottage, dem Sommersitz ihrer Familie, der Nachlass ihrer Mutter versteckt sein. Annies Plan: ihr Erbe suchen, möglichst wenig auffallen und möglichst schnell wieder abreisen. Vor allem will sie unbedingt ein Aufeinandertreffen mit Theo Harp vermeiden. Er war ihre grosse Liebe. Doch jetzt ist er der Mann, den sie am meisten fürchtet. Und natürlich ist Theo der Erste, dem sie in die Arme läuft...

Meine Meinung:
Zuerst einmal muss ich festhalten, dass mich das Cover dieses Buches total irritiert hat. Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen, aber ich erwähne es noch einmal. Das Buch spielt im tiefsten Winter und kommt wie eine totale Sommerlektüre daher. Dies hat aber meinem Lesegenuss keinen Abbruch getan. Die Geschichte um die schräge Annie, die mit Puppen spricht und schon zu viele Male verletzt worden ist und um Theo, den scheinbaren Psychopathen und Herzensbrecher, hat mich bestens unterhalten und sogar berührt. Sie unterscheidet sich von so vielen typischen Frauenromangeschichten und hat ihren besonderen Reiz in der wundervollen und detaillierten Ausgestaltung der Figuren. Da muss ich besonders das stumme Mädchen Livia erwähnen, deren Vertrauen Annie nach und nach gewinnt. Diese zerbrechliche Beziehung und Livias Trauma wurden von der Autorin feinsinnig beschrieben und erzählt.

Schreibstil und Handlung:
Wie schon erwähnt haben mir die vielen schönen Beschreibungen gefallen. Vor allem auch die rätselhaften Angriffe auf Annie und ihre verschiedenen Methoden, damit umzugehen und die sich anbahnende Gefühlsverwirrung mit Theo waren toll erzählt. Die klaren und liebevoll gewählten Worte, die tiefsinnigen Sätze und die Thrillerelemte voller Spannung erscheinen als kompaktes und stimmiges Ganzes und haben beim Lesen Lust auf mehr gemacht.
Die Handlung selber ist auch sehr genau durchkomponiert. Erst ganz am Ende fliessen die Fäden zusammen, Fragen werden beantwortet und Probleme gelöst. Vielleicht war ich zu sehr im Lesefluss gefangen um mir viele Gedanken zu machen, aber irgendwie hat mich die Geschichte immer wieder überrascht, war also überhaupt nicht vorhersehbar und hat mich darum sehr gut unterhalten. Einmal habe ich mich sogar ein wenig gegruselt, aber ich verrate nicht, wo genau.

Personen:
Annie, die sehr liebe und einfühlsame Puppenspielerin, hat zwar ihre Puppen im Griff, ihr Leben und vor allem auch ihr Liebesleben aber so gar nicht. Da verwundert es nicht, dass das unerwartete Auftauchen ihrer Jugendliebe sie total aus der Bahn wirft.
Theo ist düster, mächtig, reich und schön. Ihn umgibt eine mystische Aura und eine erotische Spannung, der sich fast niemand entziehen kann. Seine Verschlossenheit und ein dunkles Geheimnis aus seiner Vergangenheit, machen ihn zur Knacknuss für die Dorfbewohner und obwohl er eigentlich nur für sich sein will, öffnet er sich Annie und auch der kleinen Livia gegenüber immer mehr.
Livia ist ein aufgrund eines schweren Traumas verstummtes Kind und ihre Mutter war früher einmal Annies beste Freundin. So versucht Annie, sich auch ein wenig mit Livia anzufreunden, was ihr aber erst nach und nach gelingt. Trotzdem ist Livia eine Schlüsselfigur in der Geschichte um Annie, da sie bei jedem bedeutenden Ereignis dabei ist oder sogar einen kleinen Beitrag dazu leistet.

Meine Empfehlung:
Mir hat dieses Buch, das ich auf Empfehlung einer guten Freundin hin angefordert habe, sehr gut gefallen und ich empfehle es euch gerne weiter, da es sich aus der nicht immer nur lesenswerten Masse von "Frauenliteratur" abhebt und spannende Thrillerelemente, grosse Gefühle und Tiefsinn beinhaltet.

Zusätzliche Infos:
Susan Elizabeth Phillips
© Peter Irman
Titel: Cottage gesucht, Held gefunden
Originaltitel: Heroes are my Weakness
Autorin: Susan Elizabeth Phillips ist eine der meistgelesenen Autorinnen der Welt. Ihre Romane erobern jedes Mal auf Anhieb die Bestsellerlisten in Deutschland, England und den USA. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in der Nähe von Chicago.
Taschenbuch, Klappenbroschur: 512 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisch
Übersetzt von: Claudia Geng
Verlag: Blanvalet
Erscheinungstermin: 20. April 2015 (deutsche Erstausgabe)
ISBN: 978-3-7341-0111-3

Kurzrezension: Edvard Grieg

Edvard Grieg - Hanspeter Krellman

Beschreibung des Verlages:
Edvard Grieg (1843­1907) zählt zu den weltweit bekanntesten Komponisten. Einige von Griegs Werken ­ wie die «Peer-Gynt-Suite» ­ sind jedem Musikliebhaber vertraut. Andere seiner Kompositionen aber sind vom breiteren Publikum erst noch zu entdecken; und auch die bewegte Biographie des Künstlers näher kennenzulernen ist lohnend für jeden, der sich für die Kulturgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts interessiert.

Meine Meinung:
Diese Biografie habe ich schlicht und einfach geliebt. Dazu ein paar erklärende Worte: ich mag es sehr, Biografien zu lesen aber trotzdem kämpfe ich mich häufig und vor allem gegen Ende ein wenig durch, da gewisse Biografien einfach irgendwann einmal langweilig werden, egal, wie gut sie geschrieben sind. Hanspeter Krellman hat es geschafft, seinen eigenen Bezug zum Menschen Edvard Grieg, sowie verschiedene Exkurse einzubauen und auch (s-)eine kritische Sicht auf das damalige und heutige Zeitgeschehen und die Rezension von Griegs Werk aufzuzeigen. Diese persönliche und trotzdem sehr sachlich informierte und informierende Note der Biografie hat mich definitiv überzeugt. Ausserdem wusste ich bis jetzt - zu meiner grossen Schande - nicht viel über Griegs Lebensgeschichte und die lohnt sich definitiv näher kennen zu lernen. Dieser spannende, sein Leben lang von Selbstzweifeln geplagte, Mensch und Musiker lässt mich nun definitiv nicht mehr los. Seine glück- und kinderlose Ehe, die Angst vor der grossen musikalischen Form, generell die Angst zu versagen und dann doch wieder die Exzentrik, mit der er für sein Werk und Schaffen einstand, lassen mich Bewunderung und Mitleid für diesen Menschen empfinden. Zahllose Anekdoten und Begebenheiten lichten die düstere Wolke über Griegs Leben aber ein wenig auf. Ich denke da vor allem an die Geschichte, wie er seine Komponierhütte von den Bauern des Dorfes versetzen liess, weil er unbelauscht und ungestört von den Dorfbewohnern arbeiten wollte.

Meine Empfehlung:
Diese kurz gefasste, persönlich kommentierte, berührende und mit Anekdoten gespickte Biografie ist definitiv nicht nur für Musiker lesenswert. Ich empfehle sie für alle interessierten Menschen von Herzen und auch hier gilt: wer mehr wissen will, der frage bitte nach.

Zusätzliche Infos:
Titel: Edvard Grieg
Autor: Hanspeter Krellman
Taschenbuch: 157 Seiten
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Rowohlt Taschenbuch
ISBN: 978-3-499-50430-3

Rezension: Peer Gynt

Peer Gynt - Henrik Ibsen

Beschreibung des Verlages:
"Peer, du lügst!", lässt Henrik Ibsen zu Beginn seines glanzvollen "dramatischen Gedichts" Peer Gynts Mutter Aase ausrufen - und ein Lügner ist ihr Sohn in der Tag: ein Prahlhans, ein Fabulierer, der sehnsüchtig alles Fantastische über die nüchterne, elende Wirklichkeit stellt. Zusehends verschwimmen die Grenzen zwischen Träumerei und Realität, und schon bald gerät der abenteuerhungrige Bauernsohn auf der Suche nach Ansehen und Wohlstand in das dämonisch-mythische Reich der Trolle... Ibsens "Peer Gynt", 1876 uraufgeführt, wurde zu Recht of mit "Don Quijote" und "Faust" verglichen. Diese Ausgabe präsentiert Ibsens meisterhaftes Versdrama in der einzigartigen Übersetzung von Christian Morgenstern.

Meine Meinung:
"Peer Gynt" habe ich im Rahmen meiner Masterthesis gelesen. Da ich mit meinen Schülerinnen die Peer Gynt Suite von Edvard Grieg im Unterricht thematisiere, einstudiere und aufführe und am Schluss des Semesters auch live im Konzertsaal anhören gehe, wollte ich unbedingt endlich einmal das der Musik zugrunde liegende Drama lesen um meinen Schülerinnen die Geschichte von Peer Gynt zu erzählen und einen Bezug zur Musik herstellen zu können. Dass die Peer Gynt Suiten Griegs von der Schauspielmusik und dem Drama "Peer Gynt" - nur schon von der Reihenfolge der Sätze her - ziemlich von der Erzählung Ibsens abweicht, war mir schon immer klar. Wie sehr sich aber die von Grieg selber zur konzertanten Aufführung zusammen gestellten Suiten wirklich vom eigentlichen Drama unterscheiden, bemerkte ich erst beim Lesen dieser derben, skurrilen, zynischen und tragischen Geschichte. Und man kann über Ibsen sagen, was man will, aber "Peer Gynt" ist hochaktuell, total spannend und eigentlich nicht für Kinderohren gedacht. Und trotzdem habe ich die Geschichte meinen Schülerinnen erzählt. In einer ganz "lieben" Version.

Schreibstil und Handlung:
Die sehr klare, derbe und deftige Sprache Ibsens passt zum unsteten Charakter von Peer Gynt. Dieser junge Mann schafft es immer wieder, sich selber und die ganze Welt zu belügen und den Bogen zwischen verschiedensten und sehr starken Emotionen zu spannen. Es hat mich unglaublich berührt, wie Peer seiner Mutter eine letzte Fantasiegeschichte erzählt um ihr das Sterben leichter zu machen und wie diese arme und einfache aber sehr gute Frau ihren Sohn immer beschützt hat. Nach dem Tod seiner Mutter hält ihn nichts mehr zu Hause und eine abenteuerliche und fantastische Reise beginnt. Ich habe einige Male laut gelacht, weil mich der Wortwitz und die Absurdität der Geschichte und Peers Lügengespinsten so unterhalten hat. Am Ende wird es dann wieder total tragisch und Peer muss sich selber - mittlerweile ein alter Mann - eingestehen, dass er sein Leben ziemlich verwirkt hat. Aber zum Glück gibt es immer noch die eine Frau, die ihm treu geblieben ist...
Die Handlung hat mich total fasziniert und da ich auch sehr viel über die Schauspielmusik gelesen und mir die einzelnen Nummern immer wieder angehört habe, wurde mir so vieles noch klarer. Grieg schaffte es mit seiner Musik, den Witz, die Sozialkritik und die Tragik des Dramas vorzüglich aufzugreifen, auch wenn sie aus heutiger Sicht nicht mehr zur Geschichte zu passen scheint und erst weil ich das Drama von Ibsen gelesen habe, verstehe ich auch die Musik besser und umgekehrt. Da sage noch einer, dass wir Musiker im Studium zu Fachidioten mit Tunnelblick erzogen werden...

Meine Empfehlung:
Lest dieses Drama, aber lest es nicht euren Kindern vor (es gibt aber auch für Kinder geeignete Bilderbücher), ihr werdet sonst in Erklärungsnot kommen. Hört dazu auch beide Peer Gynt Suiten von Edvard Grieg und wer noch mehr Informationen zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten vom Drama und der Musik möchte, darf sich gerne bei mir melden. Ich bin nämlich gerade dabei, eine Zusammenstellung für meine Schülerinnen zu schreiben.

Zusätzliche Infos:
Titel: Peer Gynt
Untertitel: Ein dramatisches Gedicht
Autor: Henrik Ibsen
Fester Einband: 208 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Norwegisch
Übersetzt von: Christian Morgenstern
Verlag: Anaconda
ISBN: 978-3-86647-793-3