Neuzugänge

















1. Zum Geburtstag bekommen
2. Aus Neugierde gekauft
3. Aus Überzeugung gekauft

Engelschatten

Engelschatten - Marcus Richmann

Gewonnen und an einer Leserunde teilgenommen bei Lovelybooks.

Beschreibung:
Der russischstämmige Chefermittler der Mordkommission Zürich, Maxim Charkow, wird mit einer Serie mysteriöser Mordfälle in katholischen Kirchen konfrontiert. Der Täter hinterlässt bei seinen Opfern Insignien der heiligen Sakramente. Charkows schlimmste Befürchtung, einen religiös motivierten Serientäter jagen zu müssen, scheint sich zu bestätigen. Erst der dritte Mord führt ihn auf eine neue, weitaus gefährlichere Spur und in ein dunkles Kapitel Schweizer Geschichte.

Inhalt:
Es ist kurz vor Heiligabend und Maxim Charkow sieht sich im weihnachtlich dekorierten Zürich nicht nur mit einem neuen und äusserst komplexen Fall, sondern auch mit ziemlich viel Beziehungskram konfrontiert. Seine Freundin Gabriela möchte nämlich unbedingt mit ihm zur Paartherapie und auch auf dem Präsidium kriselt es. Warum nur ist Kommissar Kummer so mürrisch? Und was läuft schief mit Charkows Assistent Martin? Da kommt es Chefermittler Charkow gerade ziemlich gelegen, dass sein neuer Fall so kompliziert ist. Er kann so einigen Therapiesitzungen entgehen und auch das Mitarbeitergespräch schiebt sich wie von selbst immer weiter hinaus.
Ein brutaler Mord in einer katholischen Kirche passt eigentlich so gar nicht in die Vorweihnachtszeit. Schon gar nicht, wenn man sich nicht erklären kann, wo der Zusammenhang zwischen dem Opfer, einem russischen Bordellbesitzer, und dem Tatort liegt. Auch als eine zweite Leiche in einer Kirche gefunden wird, führen noch zu viele Spuren ins Nichts. Hat am Ende sogar die katholische Kirche etwas mit den Fällen zu tun? Und was hat es mit dem mysteriösen Geheimbund zu tun, dem einige Opfer und ihre Familien angehören?

Meine Meinung:
Ich finde es toll, dass ich dieses Buch auch ca. einen Monat vor Weihnachten gelesen habe und dass ich so die im Buch beschriebene Stimmung viel besser nachvollziehen konnte. In den Sommerferien hätte dieser Krimi wohl nicht dieselbe Wirkung auf mich gehabt, wie jetzt. Natürlich war es auch ein Vorteil, dass ich einige der Schauplätze zumindest in groben Zügen kenne und ich habe es dem Autor auch versprochen, dass ich die Originalschauplätze oder zumindest die Schauplätze in Zürich einmal besuchen gehe und darüber in meinem Blog berichte. Nach Chur reise ich wahrscheinlich nicht so schnell und werde das Bistum wohl aussen vor lassen. Hoffentlich kann ich diese "Krimi-Tour" in Zürich in den Weihnachtsferien machen und hoffentlich liegt dann ein wenig Schnee. So würde das alles natürlich besonders gut in Gesamtbild passen.
Aber nun zum Inhalt dieses Romans. Ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich sehr positiv überrascht von der Sprache war. Schweizer Krimis sind leider manchmal ein wenig wie schweizer Filme. Ihnen lastet nicht selten (und leider nicht ganz zu Unrecht) ab und zu das Vorurteil an, zu konstruiert und in sich nicht stimmig aufgebaut zu sein. Dieses Buch hat so gar nichts mit diesem Vorurteil zu tun, im Gegenteil. Eine hochstehende, detaillierte und flüssige Sprache verbindet sich mit einem logischen und nachvollziehbaren Aufbau. Dass einige Klischees dabei ein wenig übertrieben sind (die herum liegenden Spritzen im Niederdorf-Quartier und die unzähligen Bordelle - ist es in Zürich wirklich so schlimm?) dienen dem Handlungsaufbau. Die beschriebenen Kirchen existieren und werden dann wohl auch Teil meiner Erkundigungen sein.
Die Personen gefallen mir sehr gut. Sie sind genau ausgearbeitet und haben alle ihren persönlichen und ausgeprägten Charakter. Charkows Freundin Gabriela mag ich zum Beispiel schon von Anfang an nicht, weil sie Charkow ändern möchte und dies ist vom Autor wahrscheinlich so beabsichtigt. Charkow hingegen ist ein hochintelligenter und konsequenter "Spürhund" mit einem ausgeprägten Instinkt. Ausserdem kann er - wenn er will - sehr gesellig und angenehm sein.
Seine Assistenten Priska und Martin machen einen guten Job und das Verhältnis auf dem Polizeipräsidium wird generell als von Stress geprägt, aber als sehr familiär beschrieben.
Die Geschichte an sich gefällt mir einfach total. Am Anfang dachte ich noch, dass ich es mit einem müden Abklatsch von "Illuminati" zu tun haben könnte, aber eigentlich geht es um etwas ganz anderes. Die Handlung basiert auf einem Drama, welches sich in den 1990-er Jahren in der Schweiz abgespielt hat und welches nun mit neuen Erkenntnissen und Ansätzen wieder aufgerollt wird.

Fazit:
Ich empfehle dieses Buch allen Krimifans, die gerne mitdenken und hochwertige Kriminalromane schätzen. Marcus Richmann gilt es auf jeden Fall im Auge zu behalten!

Zusätzliche Infos:
Autor: Marcus Richmann
Taschenbuch: 377 Seiten
Verlag: Gmeiner
Sprache: Deutsch
ISBN 978-3-8392-1435-0

Verrückt nach Joey

Verrückt nach Joey - Bettina Wenzel

Auch dieses Buch habe ich bei Lovelybooks gewonnen und damit an einer Leserunde teilgenommen. Mir ist übrigens aufgefallen, dass ich "Verrückt nach Joey" in meinem letzten Neuzugänge-Post vergessen habe, deshalb erwähne ich es hier noch einmal besonders. Es ist vor ca. zwei Wochen bei mir eingetroffen und hat mich sofort neugierig auf den Inhalt gemacht.

Beschreibung:
Mos Leben steht kopf: Ihre beste Freundin Tina hängt nur noch mit der Klassenstreberin ab, ihr Schwarm Joey würdigt sie keines Blickes und nun soll Mo auch noch bei ihrem Vater und seiner neuen Flamme wohnen, während ihre Mutter auf einem Selbstfindungstrip in Griechenland ist! Einziger Lichtblick ist Bea, die neu in die Klasse kommt. Chaotisch, wild und weltgewandt scheint sie auf alles eine Antwort zu haben. Klar, dass die coole Bea auch schon den perfekten Plan hat, wie Mo am besten Joey erobert.

Inhalt:
Mo ist jung und klug und hat in ihrem Leben so einiges um die Ohren. Sie hat ihr Herz an Joey verloren, den - ihrer Meinung nach - coolen, intelligenten, zurückhaltenden, einfühlsamen, liebevollen und perfekten Joey. Nur leider ist sie unglaublich schüchtern und weiss überhaupt nicht, wie sie es anstellen soll, sein Herz zu erobern. Auf die Hilfe von Tina, ihrer ehemals besten Freundin, kann sie nicht zählen, diese hat plötzlich nur noch gute Noten und kluge Wortmeldungen im Unterricht im Kopf. Als wäre dies alles nicht genug, verschwindet Mos Mutter von einem Tag auf den anderen nach Griechenland, um sich von ihrer traurigen Scheidung zu erholen und ihrem Leben wieder einen Sinn zu geben. Mo freut sich schon darauf, alleine zu Hause zu bleiben. Aber da freut sie sich zu früh. Ihre Mutter hat nämlich bereits organisiert, dass Mo während dieser ganzen Zeit vor den Sommerferien bei ihrem Vater und seiner neuen Freundin in deren neuen und super aufgeräumten Wohnung leben soll. Dass ihr Vater sich nur für Mos schulische Laufbahn und nich für ihre Gefühle zu interessieren scheint, ist für die gute Vater-Tochter-Beziehung während dieser Zeit nicht gerade förderlich. Zum Glück ist wenigstens die neue Mitschülerin auf Mos Seite. Die mutige und draufgängerische Bea hat so manche tolle Geschichte auf Lager und zudem noch einige ausgefallene Ideen, wie Mo an Joey heran kommen kann. Wenn das nur mal gut geht...

Meine Meinung:
Verrückt nach Joey ist ein Jugendbuch für Mädchen zwischen elf und vierzehn Jahren und ich habe dieses Buch zusammen mit Zalanda gelesen, welche bei mir Deutsch-Nachhilfestunden besucht und genau zur Zielgruppe gehört. In dieser Rezension werde ich aber nur meine Meinung zum Buch darstellen, Zalanda schreibt eine eigene Rezension, die dann auf Lovelybooks veröffentlich werden wird.
Der Zielgruppe und dem Motto entsprechend kommt "Verrückt nach Joey" in leuchtendem Pink daher und auch wenn wir alle das Mädchen in uns ab und zu verleugnen, so hat mir das Cover dieses Buches so richtig gut gefallen.
Bettina Wenzel schafft es, dieses Jugendbuch sehr unterhaltsam und trotzdem tiefgründig zu gestalten. Die von ihr gewählte Sprache passt sehr gut zum Genre Mädchenroman und zur angegebenen Altersgruppe. Kurze, prägnante und leicht zu verstehende Sätze, ein witziger Stil und trotz dem grossen Unterhaltungswert auch das nötige Mass an Tiefgründigkeit und Ernst, zeichnen dieses Buch als sehr vielseitig aus.
Die Charaktere sind sehr detailliert ausgearbeitet und haben ihre ganz eigene Persönlichkeit, welche sich durch das ganze Buch hindurch zeigt, auch wenn sich gewisse Meinungen, Einstellungen und Erzählungen im Laufe der Geschichte verändern.
Mos Situation ist die vieler junger Menschen. Verliebt in einen unerreichbaren Jungen (oder natürlich im umgekehrten Fall auch Mädchen), geschiedene Eltern oder generell Stress zu Hause und dann natürlich auch noch Zoff mit der besten Freundin. Bettina Wenzel zeigt grosses Einfühlungsvermögen bei der Beschreibung von Mos Situation und ihrem Umfeld und lässt es dabei nicht an viel Witz und sprachlichen Finessen mangeln.
Mo ist eine kluge, liebenswerte Person, die im Matheunterricht nicht mehr so richtig mitkommt und eigentlich nur wieder ihre bester Freundin Tina zurück will. Sie ist einfühlsam und fühlt sich auch nicht so gut dabei, dem schrägen Paul immer wieder eine Abfuhr erteilen zu müssen. Sie ist die ideale Hauptperson und hat mit Bea eine aufgeschlossene Freundin, die ihr einiges an Überraschungen zu bieten hat, an ihrer Seite.

Fazit:
Dieses Buch soll Mut machen, zu sich und seinen Gefühlen zu stehen und sein Leben dabei selber in die Hand zu nehmen. Zudem garantiert es ein hohes Mass an Unterhaltung und ist damit eine ideale Lektüre für die angegebene Zielgruppe, Mädchen im Alter von elf bis vierzehn Jahren.

Zusätzliche Infos:
Autorin: Bettina Wenzel
Taschenbuch: 188 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch
Sprache: Deutsch
ISBN 978-3-86430-017-2

Das Geheimnis der Lady Audley

Es freut mich sehr, dass meine Leserzahl wieder ein wenig gewachsen ist, obwohl ich mich im Moment nicht so viel melde. Ein herzliches Willkommen und viel Vergnügen beim Lesen meiner Texte wünsche ich euch Neudazugekommenen und allen treuen "Alten" gilt mein Dank für die vielen gemeinsamen Lesestunden.


Das Geheimnis der Lady Audley

Dieses Buch wurde mir von Blogg dein Buch zur Verfügung gestellt. Es stammt aus dem Dryas Verlag und ihr könnt es hier bestellen.

Beschreibung:
Ein Londoner Anwalt versucht, den Mord an seinem Freund aufzuklären, doch die wunderschöne Lady Audley will dieses mit allen Mitteln verhindern. Ihm wird schnell klar, dass Lady Audley ein dunkles Geheimnis hütet. Um den Mörder seines Freundes finden zu können, muss er es lüften. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt zwischen dem jungen Mann und der bildschönen Frau.
Hochgelobt von den damaligen Kritikern erlebte Lady Audley's Secret bereits im Jahr seines Erscheinens, 1862, einen bis dahin unerreichten Erfolg. Braddons Buch wurde übersetzt, verfilmt und auf die Theaterbühnen der Welt gebracht.

Inhalt:
Robert Audley ist ein absolut gemütlicher Mensch. Er lebt sein Leben von Tag zu Tag und verhindert dabei jegliche Tätigkeit, die ihn erschöpfen könnte. Auch grosse Aufregungen oder komplizierte Gefühlsregungen kann er nicht nachvollziehen. Trotzdem ist dieser scheinbar so faule Mensch Anwalt und dies hat er einigen einflussreichen Freunden zu verdanken, mit denen er an unzähligen Anwaltsessen teilgenommen hat und durch die er in der erhabenen Kreis der Anwälte aufgenommen wurde.
Als aber sein Freund George Talboys auf dem Anwesen von Roberts Onkel spurlos verschwindet, wird selbst Robert Audley stutzig. Er verstrickt sich mehr und mehr in Nachforschungen und nimmt dabei unter anderem die sonderbaren Geschichten von der Frau seines Onkels, Lady Audley, ins Visier. Doch die bildschöne und intelligente Dame gibt sich bedeckt und so muss Robert sehr weit in der Vergangenheit seiner "Tante" stöbern und dabei auch noch ganz vielen anderen Spuren nachgehen, um sich selber ein Bild zu verschaffen. Der Schwiegervater seines Freundes Talboys ist ihm dabei keine grosse Hilfe. Und als sich auch noch Roberts Cousine Lady Alicia Audley so seltsam zu benehmen beginnt, versteht Robert die Welt definitiv nicht mehr.

Meine Meinung:
Im Genre "Viktorianischer Krimi" kenne ich mich überhaupt nicht aus, habe mich aber aufgrund meiner Leidenschaft für Kriminalromane für dieses Buch bei Blogg dein Buch beworben und habe es dann ja auch tatsächlich gewonnen. Ich kann aber nun vom Aufbau her nicht mit anderen Romanen dieser Art vergleichen.
Ganz klar gestört hat mich die Tatsache, dass ich nach fünfzig Seiten schon genau wusste, wie das Buch ausgehen würde und welche Figur aus welchem Grund wie gehandelt hat und ich habe mich in keiner meiner Vermutungen getäuscht. Deshalb waren für mich die ganze Aufklärungsarbeit und die endlosen Gedankengänge von Robert Audley schon fast ein wenig mühsam, weil ich in diesem Roman einfach während keiner einzigen Sekunde Spannung gefühlt habe.
Ich muss aber sagen, dass der Schreibstil von der Übersetzerin an sich sehr passend zum Thema und zur Zeit gewählt ist und dass Anja Marschall mit der Überarbeitung des Buches eine grosse Arbeit geleistet hat. Die romantische Sprache (im Sinne der Epoche der Romantik) und die sehr feinsinnig verarbeitete Gesellschaftskritik dieses Romans, sowie die brisanten Themen der Geschichte (Bigamie, Mord, Betrug) zeugen von der Autorin als durchaus in ihrer Zeit verwurzelten aber bereits sehr aufgeschlossenen und emanzipierten Frau, die sich nicht scheute, damalige Tabus anzusprechen. Auch das Verhältnis von den Herrschaften zu ihren Dienstboten und die Kluft zwischen Mann und Frau werden durch kleinste Aspielungen in Frage gestellt und überwunden und wer gerne genau und zwischen den Zeilen liest, wird in diesem Zeitdokument sicher enige zum Nachdenken anregende und absolut durchdachte Passagen finden.
Die Figuren passen sehr gut in die Handlung hinein und ich finde sowohl den Anwalt Robert Audley in seiner gemütlichen aber scharfsinnigen Art, wie auch die von einer seltsamen Aura umgebenen Lady Audley und die ganzen anderen mehr oder weniger durchtriebenen und egoistischen oder einfach nur verliebten Figuren sehr stimmig beschrieben.

Fazit:
Dieser Roman ist an sich durchaus lesenswert, enthält mir persönlich aber zu wenig prickelnde Spannung und verrät sein Ende leiter schon in den ersten fünfzig Seiten.

Zusätzliche Infos:
Autorin: Mary Elizabeth Braddon
Taschenbuch: 334 Seiten
Verlag: Dryas Verlag
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Anja Marschall
ISBN 978-3-940855-47-3

Fritzi und ich

Fritzi und ich - Jochen König

Beschreibung:
Jochen ist 27 als er erfährt, dass seine Freundin schwanger ist. Er will das Kind, sie ist skeptisch. Daraufhin entscheiden die beiden sich für einen radikalen Rollenwechsel: Nach ihrer Geburt zieht Fritzi zu ihrem Vater. Für den beginnt nun eine turbulente Zeit zu zweit - er will nicht nur ein guter Vater sein, sondern auch sein Leben im hippen Berlin nicht aufgeben. Ein authentisches Buch über das Leben eines echten "neuen Vaters", über Rollenklischees, Partys und die Liebe.

Inhalt:
Jochens Freundin erwartet ein Kind und weil seine Freundin eigentlich noch nicht mit einem Kind gerechnet, das Paar sich aber gegen eine Abtreibung entschieden hat, ist schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass Jochen das Kind, sobald es auf der Welt ist, zu sich nehmen und so zukünftig als alleinerziehender Vater leben wird. Nach einer traumatischen und sehr langen Geburt, zieht Fritzi zu ihrem überglücklichen Vater und schon bald bewältigt Jochen kleine und grössere Probleme im Alltag, kocht, füttert und kümmert sich um seine Tochter, organisiert Ferien, einen Kitaplatz und trifft sich mit anderen Müttern und Väter. Das Paar entscheidet gemeinsam, wie die Betreuung von Fritzi genau geregelt wird, wie viel Geld Jochen erhält und wann Fritzi die Nacht oder das Wochenende bei ihrer Mutter verbringt.
Am schwersten ist jedoch immer der Gang zur Behörde. Immer dann wenn es ums An- oder Abmelden und um irgendwelche Regelungen geht, die mit Fritzi zu tun haben, wird Jochens Geduld auf die Probe gestellt. Ist es in der heutigen Zeit immer noch so ungewöhnlich, alleinerziehender Vater zu sein? Selbstkritisch, humorvoll und sehr ehrlich berichtet Jochen König vom Alltag mit seiner Tochter und den täglichen Schwierigkeiten und Freuden, die er mit ihr erlebt.

Meine Meinung:
Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich von diesem Buch ein Mitleid heischendes Bekenntnis eines Vaters erwartet, der täglich überfordert ist und trotzdem davon berichtet, was für ein Held er doch sei, weil er die Zeit mit seinem Kind verbringe.
Jochen König hat mich mit seinem Buch "Fritzi und ich" sehr positiv überrascht und mir meine Vorurteile gerade einmal auf die Nase gebunden. Er jammert nämlich nicht, er beschreibt, er ist nicht überfordert, nur gefordert und dass man dabei ab und zu an seine Grenzen stösst, ist normal und er stellt sich überhaupt nicht als Held dar sondern zweifelt sogar ganz häufig an sich und dem gewählten Familienmodell. Eine Meinung zu diesem Buch zu formulieren ist nicht ganz einfach, weil es sich nicht um eine fiktive Geschichte, sondern um die Beschreibung des Alltags einer Familie handelt. Man kann alle Entscheidungen und jede Handlung des Paares gut oder schlecht finden, kritisieren oder loben. Tatsache ist aber, dass sich Jochen König mehr Gedanken gemacht hat, als viele andere Väter, dass sein Engagement grösser ist, als das Engagement anderer Männer und dass er immer versucht, das Beste für seine Tochter zu tun. Auch wenn dieses Familienmodell überhaupt nicht meines wäre, weil ich ein absoluter Beziehungsmensch bin, das Leben als Paar sehr schätze und darum auch mit meinem Partner zusammen wohnen würde, so präsentiert uns König doch eine Alternative zum traditionellen Modell und viele Gründe dafür und dagegen. Er liefert eine Diskussionsgrundlage, viele Anregungen und berichtet manchmal auch einfach nur aus seinem Alltag.
Probleme, Streits und verkaterte Vormittage spielen dabei eine genau so wichtige Rolle, wie Liebe, Sex und Ausflüge mit der Tochter.
Ausserdem ist das Buch ganz toll geschrieben. Es ist sehr verständlich aber nicht simpel aufgebaut und wirkt so ehrlich erzählt und voller Liebe zu diesem Kind, dass man den Autor dafür einfach mögen muss.

Fazit:
"Fritzi und ich" ist sehr unterhaltsam und kurzweilig. Das Buch hat mich einige Male zum Lachen gebracht und mich darin bestätigt, dass es nicht nur eine Möglichkeit gibt im Leben, sondern immer ganz viele verschiedene Wege.

Zusätzliche Infos:
Autor: Jochen König
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Herder
Sprache: Deutsch
ISBN 978-3-451-30679-2