Liebe Leserinnen und Leser
Ich hoffe sehr, dass ihr das weisse Winterwunderland geniessen könnt, hier scheint sogar ein wenig die Sonne und die Natur glitzert und schimmert nur so vor meinen Fenstern. Ich kann es kaum erwarten, nachher einen schönen Winterspaziergang zu machen. Aber zuerst einmal ein wenig Zahlenspielerei. Seit Tagen nämlich werte ich in meinen freien Minuten Statistiken aus und suche Zahlen zusammen. Mich interessiert es jeweils sehr, wie ihr eure Jahresstatistiken aufbaut. Diesmal habe ich mich im Basteln von Diagrammen versucht und dazu gehört dann natürlich auch noch ein wenig Text.
Während ich frische Waffeln zubereite und natürlich auch immer ein wenig nasche (die brauchen jeweils ewig im Waffeleisen) und einen leckeren Grüntee geniesse, stelle ich nun also diesen Post zusammen und ich rate euch, es mir gleichzutun und euch mit einem Getränk und ein paar Snacks zu bewaffnen. Dieser Post wird vermutlich ziemlich lang.
Viel Spass beim Lesen und Stöbern :-)
Meine im Jahr 2016 gelesenen Bücher:
Zuerst einmal darf ich mit ein wenig Stolz verkünden, dass ich im Jahr 2016 69 Bücher und somit sieben Bücher mehr als im Jahr zuvor gelesen habe. Trotz Aufnahmeprüfungen, meinem Masterabschluss, meinem Job (und den vielen kleinen Jobs) habe ich es doch geschafft, immer mal wieder zu einem Buch zu greifen und mit viel Freude, Neugier und Spass quer durch alle Genres zu lesen. Jugendbücher, Liebesromane, Sachbücher, Gesellschaftsromane, Krimis und Thriller, Klassiker...es war von allem etwas dabei und weil ich zusammen mit euch noch ein wenig zurückblicken will, habe ich mir hier einmal die Bücher und Neuentdeckungen herausgesucht, die mein Jahr bereichert haben. Zuvor aber möchte ich euch schnell zeigen, wie viele Bücher ich jeden Monat gelesen habe. Es lässt sich dabei unschwer erkennen, wie gut meine Vorsätze anfangs Jahr und wie intensiv meine Ferien und der Beginn meines zweiten Masters im August/September waren:

Das berührendste, ehrlichste, traurigste, wichtigste Buch im Jahr 2016:

Ich kann nicht genug oft erwähnen, dass alle Menschen dieser Welt dieses Buch lesen müssten. Es würde wohl so vieles klarer, bewusster und vielleicht sogar besser. Antoine Leiris hat erlebt, was man niemandem wünscht und was für mich und viele von euch - zum Glück - unvorstellbar ist. Seine geliebte, junge, wunderschöne Frau, Mutter seines Kindes und Liebe seines Lebens wurde, mitten im Leben stehend, bei den Attentaten in Paris getötet. Sicher habt ihr
seinen Post bei Facebook gesehen, sicher haben euch seine Worte berührt. “Vous n’aurez pas ma haine” wurde zu einem Leitspruch, einer Idee, mit den Gräueln umzugehen, ein Weg, den Terroristen das zu verweigern, was sie provozieren wollten: Hass, Gewalt und Gegengewalt. In seinem Buch "
Meinen Hass bekommt ihr nicht" schreibt Leiris vom Schock, der Zeit, nach dem Verlust seiner Frau. Der Situation, in der er sich plötzlich wiederfindet; als Witwer, als alleinerziehender Vater, als bemitleideter Mensch, als Mensch, der seinen Platz in der Gesellschaft wieder finden muss. Alleine, verlassen, voller Trauer und Schmerz. Ihr seht, mich berührt nach wie vor, was ich durch dieses Buch erfahren, erkennen und miterleben durfte. Denn so voller Verzweiflung und Trauer die Geschichte auch ist, die Leiris erzählt, so tragisch, brutal und schrecklich die Umstände sind, so viel Hoffnung weckt "Meinen Hass bekommt ihr nicht" auch. Bitte lest dieses Buch, urteilt nicht, steht zusammen, verzeiht und fühlt mit.
Meine Reihenentdeckung im Jahr 2016:
Schon lange bin ich dieser Reihe immer wieder begegnet - und ja, sie ist nicht mehr neu und ja, ihr habt sie wahrscheinlich alle schon gelesen - und dann war es dann endlich so weit und ich habe mir alle Bände der Arkadien-Trilogie von Kai Meyer besorgt. Leider habe ich vor ziemlich genau einem Jahr, nämlich im Januar 2016, den ersten Band gelesen, und seither liegt der Rest der Trilogie auf meinem SuB, was mich schon ein wenig ärgert. Also muss das natürlich im Jahr 2017 endlich geschafft werden, ich habe die Sprache, die spannende Geschichte und die Protagonisten nämlich sehr gerne gemocht. Da ich sonst nur selten Reihen und noch seltener Fantasy lese, will das wirklich etwas heissen. Meine
Rezension zu "Arkadien erwacht".
Meine liebsten Ermittlerinnen im Jahr 2016:
Es gibt gleich zwei wunderbare Ermittlerinnen, die mein Jahr 2016 begleitet, mit Witz und Charme und sehr kreativen Ideen, Spannung und Sympathie erfüllt haben. Beide sind keine Polizistinnen und somit keine "Ermittlerinnen" im eigentlichen Sinn, aber sie haben in aussergewöhnlichen Kriminalromanen eine Hauptrolle gespielt und gehören deshalb in diese Unterkathegorie.


Einerseits war das die
Gardienne Lucie, die von
Marie Pellissier ins Leben gerufen wurde und die schon zwei sehr spannende Fälle aufgeklärt hat. Beide Bücher habe ich innerhalb von wenigen Tagen verschlungen und mich sofort nach Paris versetzt gefühlt. Einige Male habe ich den Atem angehalten, als Lucie wieder einmal eine ihrer gefährlichen und mutigen Ideen in die Tat umgesetzt hat und über den Sprachwitz und die liebe- und humorvoll gestalteten Figuren und die realistischen Orte habe ich mich bestens amüsiert und sehr gefreut. Klickt auf die Bilder und ihr kommt direkt zu meinen Rezensionen.

Andererseits bin und war ich total begeistert von
Kristina Mahlo und ihrer Arbeit als Nachlassverwalterin und eigenmächtiger Ermittlerin. Zusammen mit ihrer Nachbarin scheut sie weder Mühe, noch Gefahr und bringt Licht ins geheimnisvolle Dunkel einer alten Geschichte. Im Krimi "
Das Verstummen der Krähe" von
Sabine Kornbichler fand ich sympathische und authentische Protagonisten, Spannung, Witz, eine fesselnde und flüssige Sprache und eine Handlung, die es in sich hatte. Die Autorin und die Reihe werden sich hier wohl bald wieder finden.
Mein berührendster Familien-Klassiker 2016:
Wer kennt sie nicht, die schwedische Autorin Astrid Lindgren und ihre Werke. Wer ist nicht aufgewachsen mit Pippi, Michel, Ronja und Co. Ihre Werke sind weder Kinder- noch Jugendbücher. Es sind Familienbücher, Klassiker für die ganze Familie, jung und alt, erfahren oder nicht. Ihre Bücher sind zum Vorlesen, als Schullektüre und zum Lesenlernen wie geschaffen und vor allem dafür, sie einmal im Jahr aus dem Regal zu nehmen und zu geniessen. "
Die Brüder Löwenherz" haben einen besonderen Platz in meiner Bücherseele. Dieses Buch ist meiner Meinung nach eines der besten, wenn nicht sogar das Beste, das die Autorin geschaffen hat. Todtraurig, berührend und voller weiser Worte und Sätze katapultierte sich "
Die Brüder Löwenherz" schon als ich ein Kind war direkt in mein Herz hinein und ist dort geblieben. Im Jahr 2016 habe ich es gekauft (als Kind habe ich es mir immer in der Bibliothek ausgeliehen) und nun wartet es darauf, bald wieder gelesen zu werden.
Alltagsphilosophie und Geschichtenliebe in 2016:
Leicht wie ein Federchen legen sich die Worte von Sergio Bambaren wie ein wärmender Mantel um das Leserherz. So geborgen und in Geschichten gehüllt kann uns der Alltag, der Terror, das Wetter, Donald Trump, die Schwiegermutter nichts mehr anhaben. In "
Die Zeit der Sternschnuppen" teilt ein alter Sherpa sein Wissen und seine Lebenserfahrung mit Bambaren und mit uns und sorgt so mit einer intelligenten aber trotzdem ganz einfach zu verstehenden Alltagsphilosophie für mehr Achtsamkeit, Geduld und freie Gedanken.
In meiner Rezension schreibe ich dazu: "
Natürlich bringt dieses kleine Büchlein uns auch zum Nachdenken. Dies aber auf eine so feinsinnige und freundliche Art, dass es mehr wie eine Einladung ist, unsere Gedanken schweifen zu lassen, als eine bewusste Konfrontation mit eigenen Lebensentscheiden. Diese unaufdringliche Art hat mich restlos überzeugt." Ich hoffe, dass es euch auch so gehen wird, wenn ihr dieses Buch lest.
Mein Top Liebes-Kriegs-Brief-Emanzipations-Roman/Drama/Ereignis 2016:

Ganz unerwartet hat sich ein Buch bei mir ins Regal geschlichen, von dem ich mir ein wenig seichte Unterhaltung, Drama und Kriegsgeschehnisse erwartet hatte. Wie so oft kam es ganz anders und ich habe mich auf dem Schlachtfeld, in einer komplexen Liebesgeschichte, in einem unmöglichen Arrangement wiedergefunden und sofort in die Protagonisten verliebt. In "
So würde ich dich lieben" flüchtet Hansley mit ihrem Vater nach New Mexico. Ihr Vater spielt während dieser Zeit Fernschach mit einem amerikanischen Arzt an der französischen Front. Aus Langeweile hinterlässt Hensley erst nur wenige Notizen auf diesen Briefen und aus dem anfänglichen Geplänkel wird eine Brieffreundschaft und später eine unmögliche Liebe. Voller Metaphern und Bilder reisen wir mit Hensley ans Ende der Welt und zurück, landen im Zirkus und auf der Strasse und tragen bis zum Schluss die Hoffnung im Herzen, aus unserem persönlichen Lebensgefängnis entfliehen zu können. Und mehr lest ihr
HIER.

Ich lege euch allen dieses Buch mit den besten Wünschen ans Herz. Es stellt so eine wunderbare Insel im Alltag dar, ein Stück Schokolade, wenn gerade alles nicht so gut läuft und natürlich auch gerade dann, wenn alles zusammen passt. Damit man nie vergisst, dass man sich selber und seinen Mitmenschen Sorge tragen muss. Gerade in der Winter- und Weihnachtszeit passt "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" sehr gut. Es kann aber natürlich auch im Sommer gelesen werden.
Das Jugendbuchhighlight des Jahres 2016:
Irgendwann im Verlaufe des Jahres 2016 ist mir aufgefallen, dass ich lange, lange schon kein Jugendbuch mehr gelesen und vor allem auch nur ganz wenige Bücher gekauft hatte. Weil ich beim Stöbern auf euren Blogs so viele tolle Bücher kennenlernen durfte, habe ich mir direkt einige Wunschlistenbücher gekauft und dieses war mein Jugendbuchhighlight 2016: "Die (beinahe) grösste Liebesgeschichte des Universums" von Sarvenaz Tash hat die nerdige Seite in mir angesprochen, mich träumen, lachen und mitfiebern lassen und mich insgesamt einfach nur bestens unterhalten. Dieses Buch lohnt sich tatsächlich sehr und ist etwas für Jungs und Mädels, zum Vorlesen und gemeinsamen Geniessen.
Diese je zwei Autorinnen und Autoren habe ich im Jahr 2016 für mich entdeckt:

Adriana Popescu war mir natürlich schon lange ein Begriff. Aber trotzdem habe ich irgendwie ihre Bücher immer ein wenig verpasst. Obwohl ich so viel über sie und ihre Werke gelesen hatte, kam doch irgendwie immer etwas dazwischen und doch habe ich es im Jahr 2016 endlich geschafft, gleich zwei ihrer Bücher zu lesen. Ein Klick aufs Bild führt euch zu meinen begeisterten Rezensionen.
Und gleich geht es weiter mit Kerry Fisher. Was habe ich gelacht, geweint, mitgefiebert und Daumen gedrückt für ihre mutigen, chaotischen und herzerwärmenden Protagonistinnen, was habe ich ihre Bücher, die so viel mehr als "Frauenromane" sind geliebt. Ich warte bereits sehnsüchtig auf ihen nächsten Roman, der sicher wieder einfach nur anders, unterhaltsam und fesselnd sein wird. Und auch hier führt euch ein Klick aufs Bild zu meinen Rezensionen.

Im Jahr 2016 wurde ich auch überrascht. Und zwar habe ich ein Buch gelesen, das über eine Verlosung zu mir gefunden hat und von dem ich - klein und fein wie es war - nicht wirklich viel erwartet habe. Zum Glück habe ich dann doch dazu gegriffen und wurde sofort eines besseren belehrt. "Weisser Zug nach Süden" von Thommie Bayer hat mich umgehauen und überzeugt und Riesen-SuB sei Dank habe ich tatsächlich ein weiteres Buch von ihm bei mir gefunden. Klickt aufs Bild :-)
Jo Nesbø habe ich im Jahr 2016 ebenfalls kennengelernt. Sein Harry Hole- Krimi "
Schneemann" hat mich von der ersten Seite an gefesselt und sehr viel Lust auf sehr viel mehr gemacht. Glücklicherweise befindet sich ein weiterer Krimi mit Hauptkommissar Harry Hole als Ermittler auf meinem SuB und ich freue mich schon sehr, dieses Buch bald zu lesen. Vorerst sind aber noch die restlichen Weihnachtsbücher an der Reihe :-)
Ihr seht, im Jahr 2016 habe ich sehr viele Bücher gelesen und für mich entdecken können, die mir Freude bereitet haben. Wenn ihr mehr zu den einzelnen Lesemonaten erfahren wollt, dann schaut doch gerne hier bei den
Statistiken vorbei. Selbstverständlich gab es ganz, ganz wenige (und darauf bin ich sehr stolz) Bücher, die mich nicht wirklich überzeugt haben. Aber komplette Flops oder Enttäuschungen waren (fast) nicht dabei, weshalb ich hier nicht alle mittelmässigen Bücher aufzählen werde, die ich gelesen habe. Ich möchte lieber mit den positiven Dingen weiterfahren und euch meine
Lese-Statistik aus dem Monat Oktober empfehlen. Dieser Monat war buchtechnisch mein bester Monat im Jahr 2016 und ich habe richtig viel neuen (Lese-)Mut gefasst um meine Bücher weiterhin fast ausschlieslich aufgrund von Empfehlungen und ihres Covers auszuwählen.
Meine gelesenen Seiten im Jahr 2016:
Tatsächlich hat das Jahr 2016 für mich viele Leseseiten bedeutet, was mich freut. Wenn ich mich an meine Statistiken erinnere, die ich als Kind und Jugendliche geführt haben, wo 35'000 - 40'000 Seiten im Jahr keine Seltenheit waren, stimmt mich das zwar schon ein wenig wehmütig, aber trotzdem bin ich mit meinen 18'668 gelesenen Seiten 2016 sehr zufrieden. Ich habe einmal ein kleines Diagramm gebastelt, in dem ihr sehen könnt, in welchen Monaten ich besonders fleissig war und auch hier verwundert es nicht, dass der mit guten Vorsätzen behaftete Monat Januar am erfolgreichsten war:
Und weiter im Text geht es mit den zwei Bereichen, in denen ich 2016 ein wenig versagt habe... :-)
Ja, ich habe gesündigt. Wiederholt. Aber ich muss zu meiner Verteidigung doch sagen, dass die wenigsten Bücher von mir gekauft worden sind. Vielmehr habe ich die meisten irendwo am Strassenrand gefunden und nach Hause geschleppt, wie man im nächsten Diagramm gut erkennen kann. Nun ja....das mit den Rezensionsexemplaren muss ich auch noch ein wenig in den Griff bekommen, aber grundsätzlich bin ich unschuldig :-)
Und dann noch mein SuB 2016:
Natürlich haben so viele Neuzugänge einen unliebsamen Einfluss auf jeden SuB und darauf bin ich definitiv nicht stolz. Aber leider kann ich es nicht ändern, weshalb ich euch nun die schonungslose Wahrheit präsentieren werde. Man bedenke, dass mein Jahr 2015 noch mit 225 SuB-Büchern aufgehört hat...
Trotz dieser letzten, ein wenig ernüchternden Tabelle, denke ich, dass mein Lesejahr 2016 sehr erfolgreich war. Wenn ich es schaffe und Lust dazu habe, kann ich mir gut vorstellen, in den nächsten Tagen einen Post mit meinen Lesevorsätzen 2017 zu verfassen. Hättet ihr Interesse daran? Und vorher kann ich euch nur noch einen schönen Nachmittag und ein erfolgreiches Lesejahr 2017 wünschen. Habt ihr selber ebenfalls Jahresstatistiken verfasst? Dann lasst mir einen Link dazu gerne in den Kommentaren da.
Alles Liebe euch und auf bald
Livia