Leseliste Mai 2014

  1. Deborah Harkness - Wo die Nacht beginnt 
  2. Die Vermessung der Welt - Daniel Kehlmann
  3. Secondhand-Zeit - Swetlana Alexijewitsch
  4. Die Herrin vom Nil - Pauline Gedge
  5. Je t' aime d'amitié
  6.  Trevor Shane - Paranoia

Weil ich weiss, dass im Mai noch einige Rezensionsexemplare dazu kommen werden, möchte ich diese Liste kurz halten und hoffe dafür, dass ich sie erfüllen kann.

Was habt ihr euch für den Mai vorgenommen?

Was aus uns wird


Dieses Buch wurde mir von Blogg dein Buch zur Verfügung gestellt. Es ist im Eichborn Verlag erschienen, bei dem ihr es auch bestellen könnt.

Was aus uns wird -David Gilbert

Beschreibung von Blogg dein Buch:
Es gibt sie immer mal wieder, diese Romane, die jede Generation aufs Neue elektrisieren, die für viele Leser zu Lebensbüchern werden. "Der Fänger im Roggen" zum Beispiel. In Gilberts neuen Roman gibt es neben Salingers Meisterwerk ein weiteres solches Buch, das Weltruhm erlangt hat: "Ampersand". Sein Autor, A.N. Dyer, hat diesen Ruhm aber längst überlebt, er ist alt geworden, leidet unter allerlei Gebrechen, er weiss, dass er seine Kreativität verloren hat. Als sein bester Freund stirbt, lädt er seine drei Söhne zu sich ein, um ihnen ein Geheimnis anzuvertrauen – eine Enthüllung, die nicht alle überleben werden.
David Gilbert entwirft ein hinreißendes Panorama der edlen und eitlen Literaturwelt New Yorks, er erzählt von dem hohen Preis künstlerischer Kreativität und davon, wie sich Väter und Söhne die Luft zum Atmen nehmen. „Was aus uns wird“ ist gnadenlos klug, oft hochkomisch und immer berührend, es ist ein Roman von grosser erzählerischer Wucht.

Inhalt:
Väter und ihre Söhne, Söhne und ihre Brüder, Söhne und ihre Söhne, Grossväter und ihre Enkel. Keine Beziehung scheint so sehr von Selbstzweifeln, Vorwürfen und Problemen aller Beteiligter geprägt zu sein, wie die Beziehung zwischen den männlichen Personen einer Familie.
Wenn dann der Vater auch noch ein eigenbrötlerischer Schriftsteller ist, der gerade seinen besten Freund verloren hat und nun auch noch dabei zu sein scheint, seinen Verstand zu verlieren - so zumindest scheint es, als er seine Söhne zu sich einladen und ihnen ein Geheimnis offenbaren will, das es in sich hat und das berechtigte Zweifel an seinem Verstand erlaubt - und wenn der Sohn dieses verstorbenen besten Freundes des Vaters plötzlich auch noch die Verhältnisse innerhalb der Familie mitprägen will, wird es schnell einmal kompliziert.

Meine Meinung:
Zum Glück habe ich vor der Lektüre von "Was aus uns wird" weder die Beschreibung, noch eine Rezension zum Buch gelesen. Bei diesem Buch ist es meiner Meinung nach nämlich sehr hilfreich, wenn man ohne jegliche "Vorwarnung" mitten ins Geschehen hinein katapultiert wird. Und genau so fühlt sich der Beginn des Buches auch an. Während man sich zuerst auf einem Trip wähnt, in dem die Geschichte der Erde und des Mondes auf sehr eigenartige Weise erzählt wird, folgt schon bald ein Brief von A. N. Dyer an seinen besten Freund Charlie und plötzlich findet man sich im ersten Kapitel wieder, das die Beerdigung von Charlie Topping thematisiert. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen, hier wird gesagt, was andere nur denken und hier wird Unterhaltung vom Feinsten geboten, die aber nicht plump, sondern ausgeklügelt, intelligent, höchst spannend, tiefgründig, manchmal auch beklemmend und absolut komisch daher kommt. Dieses Buch plädiert für ein im Jetzt gelebtes Leben, dafür, seine Träume Wirklichkeit werden zu lassen und dafür, nicht erst an seine Familie zu denken, wenn einige Mitglieder davon bereits verstorben sind.

Schreibstil und Handlung:
Erzählt wird die Geschichte eigentlich von Philip, dem Sohn von A. N. Dyers verstorbenem Freund. Dies geschieht auf eine ganz spezielle Weise. Obwohl Philip bei vielen wichtigen Ereignissen gar nicht dabei ist, erzählt er diese und schildert sogar die Gedanken und Gefühle der beteiligten Personen. Er ergänzt diese Ereignisse, die eigentlich nur ein allwissender Erzähler kennen kann mit Erinnerungen an seine eigene Kindheit und Jugend, an die Zeit mit seiner Familie, seinen Kindern und seiner eigenen Vaterrolle. So vermischt sich die eigentlich immer sehr undurchsichtige Figur des Philip mit der Figur des Erzählers. Man weiss nie, wo genau der Erzähler beginnt und aufhört und wo Philip einspringt und seinen Part übernimmt und umgekehrt. Diese Erzähltechnik erlaubt es dem Autor, mehrere Geschichten parallel zu erzählen und so wird neben A. N. Dyers Geschichte, der Geschichte von "Ampersand" und der Geschichten der Söhne von A. N. Dyer auch gleich noch Philips Geschichte erzählt. Mit klugen und sehr klaren Worten werden teilweise reisserisch und manchmal sehr einfühlsam Geschichten erzählt, in denen sich jeder Leser irgendwo wiederfinden kann und die darum eine so grosse Bedeutung innerhalb der ganzen Handlung erhalten.
Die verschiedenen Handlungsstränge nähern sich einander an, vermischen sich und laufen zeitweise auch nur nebeneinander her, ohne sich zu berühren oder gar zu beeinflussen. So erhält auch A. N. Dyers ehemalige Frau einen wichtigen Part im Geschehen und kann mit ihren Erinnerungen Lücken schliessen und Geschichten ergänzen.

Meine Empfelung:
Intelligent, bissig und laut, manchmal aber auch poetisch und still. So kommt dieses Buch daher. Klar ist: hier spielt die Musik, genau hier und jetzt. Wer bereit ist für dieses Abenteuer, wer Mut hat, sich seinen Ängsten und Abgründen zu stellen, wer sich also mitten im Leben wähnen will, während er auf der Couch sitzt und dieses brilliante Buch liest, der sollte keine Sekunde mehr zögern und einen Bestellschein für "Was aus uns wird" ausfüllen.

Zusätzliche Infos:
Autor: David Gilbert
Fester Einband: 639 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisch
Übersetzt von: Stefanie Schäfer
ISBN 978-3-8479-0565-3

Neuzugänge





"Der ewige Gärtner" ist mir auf meinem Weg zur Hochschule begegnet und ich habe ihn sofort eingesteckt. "Seeherzen" habe ich bei Lovelybooks gewonnen und nehme damit an einer Leserunde teil.

Ich beschütze dich

Dieses Rezensionexemplar habe ich vom Goldmann Verlag erhalten. Vielen herzlichen Dank.

Ich beschütze dich - Penny Hancock

Klappentext:
Sonia liebt das alte Haus an der Themse, in dem sie schon ihre Kindheit verbracht hat und in dem sie jetzt mit ihrem Mann Greg lebt. Doch eines Tages geschieht etwas, das ihren geordneten Alltag in den Grundfesten erschüttert - denn es steht ein junger Mann vor ihrer Tür, der sich eine seltene Schallplatte von Greg ausleihen möchte. Vom ersten Moment an übt Jez eine verstörende Wirkung auf Sonia aus, und sie spürt, dass sie von einem dunklen Sog erfasst wird, der stärker ist als sie selbst. Noch kann sie nicht ahnen, dass sich ihr Leben von diesem Moment an unaufhaltsam auf einen Abgrund zubewegt. Denn Jez rührt an die tiefsten Obsessionen ihrer Seele und Sonia ist bereit, zum Äußersten zu gehen, damit sie endlich ihren Frieden findet.

Inhalt:
Sonia führt eigentlich ein normales Familienleben. Ihre erwachsene Tochter ist ausgezogen und kommt nur noch gelegentlich zu Besuch, ihr Mann ist häufig auf Geschäftsreise und sie selber geniesst es, das Haus für sich alleine zu haben. Sie arbeitet als Stimmtrainerin für Sänger und Schauspieler und hat einige Freundinnen, zu denen sie eine gute Beziehung hat. Aber Sonia trägt eine schwere Last durch ihr Leben. Eine Geschichte aus ihrer Vergangenheit lässt sie nicht ruhen und als der junge und attraktive Jez plötzlich vor ihrer Tür steht und sich eine Schallplatte ihres Mannes ausleihen will, kommen alte Gefühle wieder hoch. Was von Sonia nicht verarbeitet wurde, nimmt von ihr Besitz und es fällt ihr immer schwerer, Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Erinnerung auseinander zu halten. Weil sie noch viel Zeit mit Jez verbringen will, bewegt sie ihn dazu, mit ihr zu essen und ein wenig länger bei ihr zu bleiben. So lange, dass sie ihn gar nicht mehr gehen lassen will.

Schreibstil und Handlung:
Penny Hancock hat sich mit "Ich beschütze dich" eine abgründige Geschichte ausgedacht, die unglaublich spannend ist und den Leser ans Buch fesselt. Erst nach und nach versteht man, was genau Sonia in ihrer Jugend widerfahren ist und dies zeigt, dass die Autorin einen genauen Plan hat. Sie weiss, wo sie ihre Geschichte hinführen will. Während sie den Leser lange im Dunkeln lässt und nur ab und zu ein weiteres Detail offenbart, spitzt sich die Lage von Jez zu. Kann er befreit werden? Durchschaut er Sonias Spiel? Und als wäre dies alles nicht schon genug spannend, erfährt man nicht nur vieles von Sonia, ihrer Familie und dem Verhältnis zu ihrem Mann, sondern man lernt auch noch die Familie von Jez kennen. Seine überbehütende Mutter, seine Tante, die zu viel trinkt und deren Mann, der sich angeekelt von ihr abwendet, sowie Jez Freundin und seine zwei Cousins werden in das Drama involviert und beteiligen sich an der Suche. Während Jez nicht immer alles von seiner Lage mitbekommt, brodeln die Gefühle in seiner Familie hoch. Alter Hass und ungelöste Probleme kommen ans Tageslicht und verstärken noch die angespannte Situation.
Diese brisante Geschichte könnte aber nie so gut wirken, wenn der Schreibstil nicht genau so ausgeklügelt und professionell wäre. Mit klaren Worten werden Figuren und Handlungsstränge beschrieben. Gedankenströme und Charakterzüge sind genau so eindeutig, wie sie raffiniert gestaltet sind. Sonia verliert zunehmend den Bezug zur Realität, was meiner Meinung nach sehr faszinierend beschrieben wird. Und auch die Abgründe in den verschiedenen Familien und die einzelnen Probleme und Ausbrüche sind feinfühlig und intelligent konstruiert.

Meine Meinung:
"Ich beschütze dich" hat mich positiv überrascht. Eine durchdachte Handlung und ein sehr angenehmer Schreibstil haben mich dieses Buch sehr schnell lesen lassen. Ich konnte immer sofort in die Geschichte eintauchen und das Lesen hat mir grosses Vergnügen bereitet.
Fiese Cliffhänger sorgen dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann und weil ich mir wirklich bis zum Schluss nicht sicher war, wie die Geschichte ausgeht, wollte ich es sofort wissen. Häufig passiert es ja, dass dann das Ende einer Geschichte zu plötzlich kommt, dass es zu fröhlich oder dramatisch ist oder dass von einer Sekunde auf die andere alles wieder gut ist. Eine fantastische Geschichte kann durch ihr Ende zerstört oder zusätzlich aufgewertet werden. Hier war definitiv zweiteres der Fall. Ich hätte zwar nie mit diesem Ende gerechnet, aber es hat hervorragend zur Geschichte gepasst.
Die mystische Umgebung der Themse lädt wohl ein, ein wenig gruselige, spannende und abgründige Bücher zu schreiben. Die Autorin hat es meiner Meinung nach geschafft, die Themse immer wieder so in die Handlung und in die Gedanken- und Gefühlswelt der Figuren zu integrieren, dass ein stimmiger Hintergrund entstand und dass die Geschichte sehr sinnvoll in die Umgebung und die Zeit eingebettet wurde.

Empfehlung:
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Wer Spannung mag und aushalten kann, wer gerne komplexe und abgründige Geschichten liest und wer von der ersten bis zur letzten Seite eines Buches unterhalten werden will, der soll dieses Buch lesen.

Zusätzliche Infos:
Autorin: Penny Hancock
Kartonierter Einband: 382 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Eva Kemper
Verlag: Goldmann
ISBN 978-3-442-31315-0

Was spielst du denn alles für Instrumente?

Solche und ähnliche Fragen werden mir immer wieder gestellt, wenn ich erzähle, dass ich Musik studieren. Manchmal bin ich tatsächlich erstaunt und teilweise sogar schockiert, wie wenig meine Mitmenschen von mir und meinem Studium wissen und manchmal amüsiere ich mich auch über gewisse Ideen, denen ich im Gespräch oder auch hier im Netz immer wieder begegne.
Also habe ich mich dazu entschlossen, ein paar Antworten auf gewisse Fragen zu geben und mit den gängigen Klischees aufzuräumen. Wenn ihr weitere Fragen habt, dürft ihr mir die natürlich gerne stellen. Es freut mich, wenn ich Vorurteile abbauen und so eine gute Gesprächsgrundlage schaffen kann. Ich wünsche euch viel Spass mit meinen nicht immer ganz ernst gemeinten Antworten auf die folgenden Fragen.

Was studierst du?
Musik.

Wo denn?
An der Hochschule der Künste in Bern.

Aber Zürich wäre doch viel näher gewesen.
Für ein Musikstudium richtet man sich meistens nicht nach der Hochschule, die gerade in der Nähe ist, sondern nach dem Hauptfachdozenten. Das wäre also in meinem Fall der Flötendozent. Man besucht verschiedene Dozenten an verschiedenen Hochschulen, macht sich ein Bild davon, wie diese unterrichten und spielt ihnen vielleicht auch einmal vor. Wenn man einen Dozenten gefunden hat, mit dem man gut arbeiten kann, meldet man sich für die Aufnahmeprüfung an derjenigen Hochschule an, an welcher der "passende" Dozent unterrichtet. Weil es aber keine hundertprozentige Chance darauf gibt, die Aufnahmeprüfung zu bestehen, spielt man meistens bei verschiedenen Hochschulen vor und hofft so auf einen Studienplatz.

Man kann sich also nicht einfach einschreiben?
Nein, man muss eine Prüfung bestehen, eine Art Numerus Clausus, einfach im Fachbereich Musik.

Und was muss man für diese Prüfung können?
Man spielt auf dem Hauptinstrument einige Stücke vor, muss meistens auch ein Stück auf dem Klavier spielen und hat je nach Hochschule noch eine schriftliche und/oder mündliche Theorieprüfung.

Was spielst du denn alles für Instrumente?
Weil es fast nicht möglich ist, mehr als ein oder vielleicht zwei Instrumente auf wirklich professionellem Niveau zu spielen, studiert man Musik immer mit einem Hauptfach. Das ist bei mir Querflöte. Es gibt einige Ausnahmen, aber meistens konzentriert man sich - zumindest am Anfang - nur auf eine Studienrichtung und bildet sich dann zum Beispiel noch in Musiktheorie, Musikwissenschaften, Komposition, Schulmusik oder manchmal auch auf einem Zweitinstrument weiter.
Wir alle müssen aber Klavier als Zweitinstrument belegen, damit wir im Fach Musiktheorie Tonsätze und gewisse Akkordverbindungen auch gleich am Klavier spielen und so einfacher lernen und verstehen können.

Aber du kannst doch schon gut Flöte spielen, warum musst du das noch studieren?
Vielleicht spiele ich gut, wenn man mit einem Schüler an einer Musikschule oder mit einem gleichalten Flötisten vergleicht, der hobbymässig Flöte spielt. Will man aber sein Istrument zum Beruf machen, reicht dies noch lange nicht aus. Man muss sich sowohl auf dem Instrument, als auch im Bereich Theorie sehr viel weiter entwickeln, um überhaupt Berufschancen zu haben.

Also spielst du nur Flöte?
Nur?

Ja, was machst du denn sonst den ganzen Tag?
Wie in jeder anderen Kunstrichtung (Film, Theater, Architektur) gibt es auch im Bereich Musik Theoriefächer, die belegt werden müssen und können. Dazu gehören Musikgeschichte, Musiktheorie, Gehörbildung, Improvisation, Akustik und einige Wahlpflichfächer, die verschiedene Themen abdecken. Im Bereich Pädagogik kommen Psychologie, Fachdidaktik und Pädagogik dazu, im Bereich Performance sind es zum Beispiel Bühnenpräsenztraining und Orchesterstellentraining.

Also hast du auch Vorlesungen?
Vorlesungen, Seminare, Übungen und natürlich Einzelunterricht im Hauptfach.

Komponierst du auch?
Ich studiere Querflöte klassisch und nicht Komposition, das wäre ein eigener Studiengang. Es gibt aber natürlich auch in der Klassikabteilung Musiker, die komponieren. Das ist dann aber eine Freizeitbeschäftigung und wird für uns Klassiker nicht an der Hochschule unterrichtet.

Hast du viele Unterrichtsstunden pro Woche?
Nein. Meistens sind es zwischen vier und vielleicht zehn bis fünfzehn Stunden pro Woche. Es kann gut sein, dass ich erst am Abend Unterricht habe und vorher nicht an der Hochschule sein muss. Wahrscheinlich kommt auch daher das Klischee der "faulen" Musiker. Die ganze restliche Zeit des Tages nutze ich aber, um mich auf meinen Unterricht vorzubereiten und um zu üben, oder ich habe Proben, gehe ins Konzert und lese Fachliteratur.

Wie viele Stunden pro Tag übst du denn?
Wenn es irgendwie geht vier bis sechs Stunden. Es kann aber an manchen Tagen sein, dass ich nicht so viel schaffe, weil jeder Tag ganz anders aufgebaut ist und ich immer wieder andere Verpflichtungen habe.

Das ist aber viel.
Das ist meine Haupttätigkeit.

Arbeitest du neben dem Studium?
Ich unterrichte an einer Musikschule, gebe Nachhilfe und gehe Babysitten.

Haben alle Musiklehrer an einer Musikschule ein Musikstudium absolviert?
Nicht alle, aber die meisten. Wenn man sich aber heute an einer Musikschule bewirbt, wird meistens ein Master auf Musikpädagogik verlangt.

Also ist Musiklehrer ein richtiger Beruf?
Ja, ist es. Obwohl viele Menschen immer noch denken, dass Musiklehrer Menschen sind, die ein Instrument mehr oder weniger gut spielen können und dies dann einfach unterrichten, ist Musiklehrer ein richtiger Beruf. Wie ein Lehrer an einer öffentlichen Schule hat auch ein Musiklehrer Verpflichtungen wie Lehrerkonferenzen und gewisse Leistungen, die er erbringen muss. Übrigens haben Musiklehrer meistens länger studiert, als ein Primarlehrer...:-)

Kann man dann auch in der Grundschule unterrichten?
Nein, das ist wieder ein ganz anderer Studiengang. Der Pädagogikmaster an einer Hochschule für Musik zielt darauf, Instrumentallehrer auszubilden. Um Musik an einer Primarschule oder im Gymnasium zu unterrichten, braucht man meistens einen anderen Abschluss.
Ich werde nach meinem Bachelor zuerst einen Pädagogikmaster machen und dann wahrscheinlich noch einen Performancemaster anhängen.

Vielleicht haben einige von euch mitbekommen, dass ich mir nicht sicher war, wie es für mich weiter geht. Nun habe ich mich definitiv dafür entschieden, in Bern zu bleiben. Wenn ihr wollt, kann ich das noch genauer ausführen, ich weiss halt nicht, ob das überhaupt jemanden interessiert. Aber fragt einfach, wenn ihr noch mehr wissen wollt.

Und jetzt seid ihr an der Reihe. Habt ihr noch Fragen? Habe ich etwas vergessen? Wollt ihr schon lange einmal etwas fragen?
Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend.

Ganz liebe Grüsse
Livia