Neuzugang

Dieses Buch habe ich bei Anett gewonnen und ich freue mich sehr darüber. Manchmal braucht man einfach leichtere Sommerlektüre und jetzt, wo das Wetter wieder besser ist, kann ich es sogar auf dem Balkon lesen. Herzlichen Dank!
Das Buch kam übrigens letzte Woche bei mir an und zählt darum noch zu den Neuzugängen vom Mai.

Die Jury

Die Jury -John Grisham

Beschreibung:
Tonya Hailey, ein zehnjähriges Mädchen, wurde von zwei betrunkenen Männern brutal vergewaltigt und mißbraucht. Wenige Tage später erschießt Tonyas Vater Carl Lee Hailey die beiden Täter im Gerichtsgebäude, in dem sie zu einer ersten Anhörung vorgeführt wurden. Das Gerichtsverfahren, daß gegen ihn eingeleitet wird, gerät zum Sensationsprozeß. Denn: die beiden Gewaltverbrecher sind Weiße; Carl Lee ist ein Schwarzer. Und der Ort der Handlung ist die Kleinstadt Clanton im amerikanischen Bundesstaat Mississippi, eine Gegend, in der ein Schwarzer noch heute damit rechnen muß, Nigger genannt zu werden.
John Grisham schildert diesen Mordprozeß nicht nur aus der Perspektive des Gerichtssaals; er führt den Leser hinter die Kulissen, er deckt die inneren und äußeren Verflechtungen auf, die den Prozeßverlauf bestimmen.

Inhalt:
Die Vergewaltigung seiner Tochter verändert Carl Lee Haileys Leben von einem Tag auf den anderen. Zum Glück hat er Lester in der Familie, der sich damit auskennt, Menschen zu töten und anschliessend freigesprochen zu werden. Bei Lester holt er sich den notwendigen Rat und eine Waffe besorgt er sich bei einem zwielichtigen Freund. Nach einer der Verhandlungen versteckt er sich im Gerichtsgebäude und gerade als die Gefangenen an ihm vorbei geführt werden, verlässt er sein Versteckt und schiesst diese auf blutige Art und Weise nieder. Dabei verwundet er aber auch einen Desputy schwer und lädt somit eine zusätzliche Schuld auf sich. Er lässt sich festnehmen und engagiert den selben Anwalt, der Lester damals aus dem Gefängnis geholt hat. So will er für sich auch einen Freispruch erzielen. Er hat aber nicht damit gerechnet, dass er den Hass einer ganzen County auf sich geladen und sich so sein Leben unglaublich erschwert hat. Doch Jake Brigance, sein Anwalt setzt sich für ihn ein, hätte er doch seine Tochter genau so gerächt. Und gerade weil es so sehr ein mit Emotionen verbundenes Verbrechen ist, gerät die ganze Situation ausser Kontrolle. Morddrohungen am Telefon und Demonstrationen verschiedenster Organisationen sind da nur ein kleiner Teil der Mittel, mit denen ein Freispruch verhindert oder gewaltvoll erzielt werden will.

Meine Meinung:
Wer hier fleissig mitliest, weiss, dass ich John Grisham sehr gerne lese. Er schafft es wie kein anderer, Hintergründe des Gerichtsalltages mit psychologisch vertrakten Fällen zu verstricken und dabei nie langweilig zu werden. Was mir aber auch in diesem Buch von ihm zu schaffen machte, war die fast unüberblickbare Anzahl von Namen und dazugehörige Geschichten. Das Schwierige dabei ist, dass die Personen teilweise beim vollen Namen, manchmal aber auch nur beim Vor- oder Nachnamen genannt werden. Dies hat mich verwirrt, was aber nicht am Autor des Buches, sondern an meinem katastrophalen Namensgedächtnis liegt.
Die Personen sind sehr fein ausgearbeitet und ich habe mich sofort mit der Familie Hailey und vor allem mit Carl Lee Hailey angefreundet. Auch wenn das amerikanische Justizsystem sich sehr stark vom System hier in der Schweiz oder generell in Europa unterscheidet, so habe ich doch sämtliche Abläufe im Geschworenengericht verstanden. Dies liegt sicher auch daran, dass der Anwalt Jake Brigance seinem Mandanten einige Abläufe erklären muss und diese natürlich sogleich dem Leser versändlich macht. Zudem habe ich vor einiger Zeit bereits den Roman "Das Urteil" von Grisham gelesen. Dort wird der Fokus vor allem auf die Vorgänge in den von der Aussenwelt getrennten Geschworenenräume gerichtet. Ich denke aber, dass ich auch ohne diese vorgängige Lektüre verstanden hätte, wie genau ein Geschworenenprozess aufgebaut ist.
Auch wenn ich persönlich Selbstjustiz nicht unbedingt für angebracht halte, verstehe ich jeden Vater (und jede Mutter, ich würde wohl genau so handeln), welcher die Vergewaltigung seiner Tochter rächt, so wie Hailey dies getan hat. Dass Grisham für die Rolle des mordenden Vaters ausgerechnet einen von der Gesellschaft sowieso benachteiligten Schwarzen wählt (das Buch wurde 1989 geschrieben), verleiht der Handlung eine zusätzliche und leider nach wie vor aktuelle politische Dimension. Dass auch die Kirche in der ganzen Geschichte nicht nur gut weg kommt, spricht wohl für sich.

Fazit:
Einmal mehr ein Buch voller psychologischer Spannung in einem brisanten Kontext von Moral, Religion und Rassismus.
Ganz klar ist auch dieser Roman von John Grisham unbedingt lesenswert und vor allem für Krimi- und Thrillerfans geeignet, welche es eher unblutig mögen.

Zusätzliche Infos:
Autor: John Grisham
Kartonierter Einband: 619 Seiten
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisch
Übersetzt von: Andreas Brandhorst
ISBN 978-3-453-06118-7

Der letzte Ork

Der letzte Ork - Silvana De Mari

Dies ist der zweite Band einer Reihe, meine Rezension kann also Spoiler enthalten. Zur Rezension des ersten Bandes geht es hier.

Klappentext:
Yorsch, der letzte Elf der Welt, ist erwachsen geworden. Zusammen mit seiner großen Liebe Robi und der gemeinsamen Tochter Erbrow lebt er in einem kleinen Ort am Meer. Dort, fernab von allen Auseinandersetzungen, kann die kleine Erbrow ihre Elfenfähigkeiten entfalten, ohne Angst vor der Verfolgung durch die Menschen haben zu müssen. Als allerdings die gefürchteten Orks die größte Stadt der Gegend, Daligar, angreifen, holen die Bewohner Yorsch zu Hilfe. Nun müssen er und seine Familie sich einer Welt voller Vorurteile stellen, der sie eigentlich entfliehen wollten. Wird es ihnen und ihren Freunden gelingen, die verfeindeten Gruppen der Orks, Menschen und Elfen zu versöhnen und allen ein Leben voller Liebe, Hoffnung und Zuversicht zu ermöglichen?

Inhalt:
Rankstrail wächst als intelligenter Junge in einer mittellosen Familie in Varil, einem Vorort von Daligar, auf. Doch er sieht und hört mehr, als seine Familie und seine Freunde und diese Fähigkeit macht er sich dazu zu Nutze, seine Familie zu ernähren. Er beginnt nämlich im nahe gelegenen Wald Honig zu stehlen und Reiher zu jagen. Diese sieht er immer, bevor sie auffliegen und mit seinem feinen Gehör kann er den Ruf verschiedenster Vögel und die Gespräche von weit entfernten Menschen hören und verstehen. Sein Vater ist dagen, dass Rankstrail wildert, findet er diese Art der Nahrungsbeschaffung doch sehr unehrenhaft. Doch als Rankstrails über alles geliebte Mutter schwer erkrankt, muss er immer mehr Fleisch und Honig besorgen, um die Medizin zu bezahlen und gerät so in einen immer tieferen Teufelskreis hinein. Der Vater wird ebenfalls krank und bei ihm beginnt die Medizin zu wirken, für die Mutter kommt jedoch jede Hilfe zu spät und sie stirbt viel zu früh. Nun muss Rankstrail alleine für sich, seinen Vater, der nicht viel Geld verdient, und für seine Schwester sorgen. Da lernt er einen verrückten Schreiber kennen, der von den Kindern im Dorf mit Steinen beworfen wird. Der Junge nimmt den Schreiber in Schutz und bringt ihm etwas zu Essen. Dafür lernt er beim Schreiber lesen und schreiben und erfährt alles über berühmte Kriegstaktiken, die Elfen und die Orks. Als sich Rankstrail die Gelegenheit bietet, sich als Söldner anwerben zu lassen, entscheidet er sich schweren Herzens für diese Möglichkeit und lässt seine Familie zurück. Schon bald merkt er, was es heisst, im Krieg zu stehen und als sich ihm dann nach einigen Jahren die Möglichkeit bietet, den letzten Elfen zu jagen, macht er sich auf den Weg um diese Aufgabe zu erfüllen.
Der letzte Elf Yorsch hingegen lebt mit seiner Familie in Frieden in ihrem Dorf. Es fehlt aber an allem und erst als Yorschs Tochter auf einer nahe gelegenen Insel ein überdimensional grosses Huhn findet, beginnt sich ihr Schicksal zu ändern.
Wie alle diese Geschichten verknüpft sind und warum die grössten Feinde der ganzen Welt dazu kommen, Seite an Seite für eine velorene Stadt zu kämpfen, dies alles erfahrt ihr im vorliegenden Band der Reihe.

Meine Meinung:
Auch dieser Band hat mir sehr gut gefallen. Leider hatte ich nicht so viel Zeit und konnte ihn darum nicht am Stück lesen sondern nur in kleinen Häppchen, was ich sehr schade fand. Ich wiederhole mich wenn ich sage, dass Silvana de Mari ihre Figuren sehr liebevoll beschreibt. Sie gibt ihnen allen einen Charakter, eine Geschichte, ein Gewissen und einen nachvollziehbaren Grund, so zu handeln, wie sie eben handeln. Es gibt nicht ein absolut klar definierbares Gut und Böse weil jede Figur einen Platz in der Geschichte hat und jede Figur dadurch auch eine Möglichkeit hat, sich für ihre Taten zu rechtfertigen. Und so wundert es auch nicht, dass ich sowohl Rankstrail wie auch Yorsch und seine Familie sofort in mein Herz geschlossen, mit ihnen gelitten, gekämpft, gehofft und geliebt habe. Auch die Landschaften, Familienverhältnisse und die fein ineinander verwobenen Erzählstränge sprechen für die Autorin und ihre Liebe zum Detail. Die schlimmsten Schlachten und die schwierigsten Aufgaben scheinen einen Sinn zu haben und nichts scheint von der Autorin zufällig in die Geschichte hinein platziert zu sein. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass Silvana de Mari ganz genau weiss, wohin ihre Erzählung führen wird und wie sie am Schluss ausgehen wird. Anders kann ich mir die trotz aller Komplexität sehr verständliche und sinnvolle Handlung nicht erklären.

Fazit:
Auch dieses Buch empfehle ich sehr gerne weiter. Es ist ein wenig wie ein sehr grosses und sehr schillernd erzähltes Märchen welches allen fantasievollen Menschen, ob jung oder alt, gefallen wird.

Zusätzliche Infos:
Autorin: Silvana de Mari
Taschenbuch: 893 Seiten
Verlag: cbj
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Italienisch
Übersetzt von: Barbara Kleiner
ISBN  978-3-570-22239-3

Neuzugang

Dieses schöne Rezensionsexemplar habe ich vom Goldmann Verlag bekommen. Ich habe schon einige sehr tolle Erfahrungen mit diesem Verlag gemacht und denke, dass ich auch dieses Mal nicht enttäuscht werde. Hoffentlich komme ich in den nächsten drei Wochen noch ein wenig zum Lesen. Dann gehe ich nämlich schon in die Ferien (eine tolle Vorstellung) und ich möchte bis dahin noch einige Bücher schaffen. Während den letzten paar Tagen hatte ich so viel zu tun, dass ich fast nichts geschafft habe. Nun habe ich aber meine Arbeit, die ich unbedingt dieses Wochenende schreiben wollte, beendet und bin ganz glücklich darüber. Ich werde mich also schon ganz bald mit einem Buch aufs Sofa kuscheln und hoffe darauf, euch bald einige Rezensionen zu präsentieren.
Bis dann wünsche ich euch allen eine gute Zeit und noch einen schönen Abend
Eponine

Prüfungen

Meine Lieben

Sicher wundert ihr euch, warum ich mich so selten melde und dies tut mir sehr leid. Ich komme fast nicht mehr zum Lesen und schon gar nicht zum Bloggen. Manchmal schaffe ich es nicht einmal mehr, meine E-Mails zu beantworten. Dies liegt daran, dass bei uns an der Hochschule die Hölle los ist. Nachdem wir Studentinnen und Studenten im ersten Jahr "nur" kleinere Prüfungen und Arbeiten abzugeben hatten, schliessen wir nun alle Theoriefächer mit einer grossen Prüfung und/oder (leider mehr und als oder) mit einer grossen Arbeit oder einem Vortrag ab. Zudem haben wir eine Abschlussprüfung im Nebenfach Klavier, welches wir obligatorisch besuchen müssen und wir haben im Hauptfach (bei mir also im Fach "Querflöte") eine Zulassungsprüfung die wir bestehen müssen, um mit der Bachelorthesis im dritten Jahr beginnen zu können.
Morgen habe ich meine erste und grösste Prüfung im Fach Musikgeschichte und am Wochenende kann ich es dann endlich wieder einmal ein wenig ruhiger angehen lassen und komme dann hoffentlich auch wieder einmal dazu, ein Buch zu lesen.
Normalerweise lese ich immer am Abend oder wenn ich unterwegs bin. Momentan aber bin ich am Abend so müde, dass mir beim Lesen die Augen zufallen (was mir sonst nie passiert) und wenn ich unterwegs bin, schlafe ich auch (was ich bis jetzt weder im Auto oder Car, noch im Zug konnte) oder lerne. Darum freue ich mich aufs Wochenende, welches wirklich ein Wochenende sein wird. Zwar auch mit streng strukturiertem Zeitplan aber mit Zeit zum Lesen.

Nun muss ich aber an die Hochschule gehen und wünsche euch allen einen wunderschönen Tag.

Ganz liebe Grüsse
Eponine