Rezension: Unter den Sternen funkelt die Hoffnung

Rezensionsexemplar aus der Verlagsgruppe Harper Collins via Bloggerportal von Harper Collins

Unter den Sternen funkelt die Hoffnung - Tanja Janz

Reiheninfos "Himmelsee":
1. Himmelsee - Über den Wellen leuchtet das Glück (15.04.2025)
2. Himmelsee - Wo der Wind von Liebe erzählt (23.06.2026)
3. Himmelsee - Unter den Sternen funkelt die Hoffnung (25.08.2026)

Beschreibung des Verlages:
Der Lübecker Wintermarkt ohne ihre liebevoll hergestellten Honigkerzen, Honigbonbons und Honigwein? Die versäumte Anmeldefrist bedeutet für Lieve den Ruin. Deshalb ist sie mehr als froh über die Chance auf einen Stand beim Weihnachtsmarkt in Himmelsee. Ihre Eltern leben seit Kurzem in dem malerischen Darß-Ort, den auch Lieve bald für seine Ruhe und seinen einzigartigen Charme zu schätzen weiß. Jeden Tag spaziert sie am Strand entlang und blickt zu den funkelnden Sternen über der Ostsee. Als sie den charmanten Künstler Falk kennenlernt, offenbart sich eine besondere Verbindung zwischen ihnen. Erfüllt sich ihre stille Hoffnung auf die wahre Liebe in Himmelsee?

Inhalt:
Der dritte Band der im fiktiven Küstenörtchen Himmelsee handelnden Reihe entführt in die gemütliche Vorweihnachtszeit. Gemütlich ist diese allerdings nur für uns Lesende, der Protagonistin Lieve und ihrer Honigmanufaktur steht das Wasser nämlich bis zum Hals, weil sie es zum ersten Mal in der Geschichte des Familienunternehmens nicht geschafft hat, einen Standplatz am begehrten Lübecker Weihnachtsmarkt zu ergattern. In grosser Sorge um die wichtigsten Einnahmen des Jahres sucht sie nach einer Alternative und wird dank dem grossen Einsatz ihrer Eltern in Himmelsee fündig. Doch die Notlösung wird für Lieve schnell zum Glückstreffer und bald muss sie sich einige zukunftsweisende Fragen stellen.

Meine Meinung:
Tanja Janz Romane entführen mich seit einigen Jahren zuverlässig an die Nord- oder Ostsee und auch diesmal hat der Darß mich verzaubert und mir zusätzlich zur Meerluft, die beim Lesen wunderbar spürbar ist, auch noch den bezaubernden Duft von Honig und Salzkaramell und ganz viel Vorweihnachtsstimmung geschenkt. Die Geschichte hat mich sofort für sich eingenommen und wirkt wunderbar realistisch erzählt. Auch wenn sich Lieve immer mal wieder einige Hürden in den Weg stellen, ist die Handlung alles andere als überzogen oder unglaubwürdig konstruiert, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Schreibstil und Aufbau:
Die Mühlen mahlen langsamer in Himmelsee und dies merken nicht nur Lieve, sondern auch wir Lesenden, die durch den gemütlichen Schreibstil eine kleine Auszeit aus dem oft hektischen Alltag erfahren dürfen. Einmal mehr hat mich Tanja Janz mit ihren sehr detaillierten Beschreibungen des Funkelns und Duftens der Winterzeit sowie der malerischen Kulisse des Romans verzaubert. Eine extrem kleine Prise Romantik versüssen die Geschichte, was für mich perfekt dosiert war, weil dafür die herzliche familiäre und freundschaftliche Stimmung um Lieve um so mehr Gewicht bekamen. Und als der erste Schnee fiel, war ich dann wirklich im Winter angekommen.

Meine Empfehlung:
Die Reihe hat mich schon mit den ersten beiden Bänden begeistern können, aber dieser Weihnachtsband mit einer sehr dezenten Prise Romantik übertrifft das noch und ist einfach eine sehr wohltuende Auszeit, die man sich auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände gönnen kann.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Unter den Sternen funkelt die Hoffnung (Himmelsee 3)Autorin: Tanja Janz wollte schon als Kind Bücher schreiben und malte ihre ersten Geschichten auf ein Blatt Papier. Heute ist sie Schriftstellerin und lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen im Ruhrgebiet. Neben der Schreiberei und der Liebe zum heimischen Fußballverein schwärmt sie für St. Peter-Ording, den einzigartigen Ort an der Nordseeküste.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Harper Collins
Erscheinungstag: 25.08.2026
ISBN: 9783365014318

Kurzrezension: Shining

Shining - Stephen King

Beschreibung des Verlages:

Ein Hotel in den Bergen von Colorado. Jack Torrance, ein verkrachter Intellektueller mit Psycho-Problemen, bekommt den Job als Hausmeister, um den er sich beworben hat. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny reist er in den letzten Tagen des Herbstes an. Das Hotel "Overlook" ist ein verrufener Ort. Wer sich ihm ausliefert, verfällt ihm, wird zum ausführenden Organ aller bösen Träume und Wünsche, die sich in ihm manifestieren. Der Alptraum beginnt ...

Inhalt:
Das Hotel "Overlook" wird über den Winter in Tiefschlaf versetzt und nur der temporäre Hausmeister Jack Torrance und seine Familie sorgen vor Ort nach dem Rechten. Hätte man das Hotel wirklich eingewintert und abgeschlossen, wie man das mit Berghütten im Winter teilweise macht, wäre alles gut gegangen, aber natürlich kommt es anders und in der Einsamkeit des Eingeschneiten Ortes werden dunkle Gedanken und böse Träume plötzlich sehr laut.

Meine Meinung:
Stephen Kings Bücher habe ich vor allem als Kind gelesen und vor einem Jahr habe ich dann die Reihe um den dunklen Turm beendet. In Kings Romanen gefallen mir immer die aktuellen Bezüge, die popkulturellen Elemente, Querverweise auf andere Romane, die politischen Botschaften, die unglaublich kreative Gestaltung des Plots und die Tatsache, dass alle seine Helden irgendwie auch Antihelden sind und umgekehrt. Was mir nicht gefällt, sind die Längen, die ich bisher in fast jedem seiner Romane angetroffen habe (und lustigerweise streiten sich eingefleischte King-Fans darum, ob sich in seinen Romanen wirklich Längen finden...). So ist es mir auch mit "Shining" ergangen, das mich immer wieder überrascht und wunderbar unterhalten hat und das (abgesehen vom N-Wort) erstaunlich gut gealtert ist. Wichtige gesellschaftliche Themen wie Alkoholismus und häusliche Gewalt finden darin Einzug und bilden einen starken Kontrast zum sonst eher unterhaltsamen und spannenden Plot. Ausserdem hat mir gefallen, dass King auch in "Shining" einen kleinen Jungen mit einem mutigen Herz zum Helden macht. Aber auch in diesem Roman haben sich Passagen gefunden, die sich extrem gezogen haben und bei denen ich mich gefragt habe, warum ich mir schon wieder einen King-Roman antue... Natürlich hat sich die Anstrengung - wie bisher immer, wie ich finde - gelohnt und das Ende hat mich noch einmal so richtig mitgerissen. Auch habe ich dadurch Lust darauf bekommen, weitere Romane aus Kings Feder zu lesen, auch wenn ich genau weiss, dass ich mich beim Lesen wieder verfluchen werde für die Buchauswahl. Ein wenig gestört haben mich übrigens die vielen Tippfehler, die auf ein äusserst mangelhaftes Lektorat schliessen lassen, ich bin mir aber sicher, dass meine ziemlich alte Ausgabe, die mir übrigens ein guter Freund geliehen hat, mittlerweile schon einige Male überarbeitet worden ist. Vielleicht sogar in Bezug auf Political correctness...

Meine Empfehlung:

Dieser fünfzigjährige Klassiker hat nichts über die Jahre nichts an Spannung eingebüsst und kommt erfrischend kreativ konstruiert daher. Sicher ein Muss für Fans des Genres.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Shining
Originaltitel: Shining
Autor: Stephen Edwin King wurde am 21.9.1947 in Portland, Maine, geboren. Nach dem Studium der englischen Literatur an der University of Maine (und seiner Heirat mit Tabitha Spruce) trat er 1971 eine Stelle als Lehrer an der Hampden Academy in Maine an. Nach ersten Veröffentlichungen von Kurzgeschichten kam 1974 sein erster Roman Carrie auf den Markt - der Beginn seiner Karriere als freier Schriftsteller. Bis heute lebt und arbeitet Stephen King in Maine.
Sprache: Deutsch
Aus dem amerikanischen Englisch von: Harro Christensen
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum dieser Ausgabe: 31.10.2019
ISBN: 978-3-404-13089-4

Rezension: Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights

Rezensionsexemplar aus dem btb Verlag (via Bloggerportal von Randomhouse)

Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights - Juliane Collins

Beschreibung des Verlages:

Eigentlich hatte sich Alice auf eine ruhige Adventszeit gefreut. Doch dann wird sie nicht nur von ihrem Freund verlassen, sie verliert auch noch ihren Job in einer großen Marketingagentur. Als überraschend ein Brief ins Haus flattert, in dem der jungen Frau ein Erbe in New York in Aussicht gestellt wird, tritt sie kurzerhand die Flucht nach vorne an und bucht einen Flug von Hannover nach New York. Und siehe da: Jemand hat ihr tatsächlich ein halb verfallenes Filmtheater in Brooklyn Heights, dem quirligen Viertel am Hudson River unweit der Brooklyn Bridge, vermacht. Doch wer war der letzte Besitzer des Kinos und in welchem Verhältnis stand der zu Alice? In den folgenden Tagen vertieft sie sich in die erstaunliche Geschichte des Kinos und kommt einem gut gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur. Doch es gibt jemanden, der ihrem neu gefundenen Glück im Wege steht: Hunter, der junge Immobilienmakler, der scheinbar alles daran setzt, mit Alice möglichst schnell einen lukrativen Deal abzuschließen ...

Inhalt:
Nachdem sie ihren Job verloren hat und von ihrem Freund verlassen worden ist, ist Alice bereit für einen Neuanfang. Dass der in New York sein würde, hätte sie sich allerdings nicht träumen lassen. Doch ein Traum wird wahr: sie erbt ein altes Filmtheater mitten in Brooklyn Heights. Vor Ort bemerkt sie, dass auch noch andere Menschen sich für das in Mitleidenschaft gezogene Gebäude interessieren und beginnt sich, Gedanken über einen Verkauf zu machen. Sie freundet sich aber auch schnell mit hilfsbereiten Menschen in ihrer Nachbarschaft an und findet spannende Informationen im Archiv, welche ihre Familie betreffen und ihre Entscheidungen ins Wanken bringen.

Meine Meinung:
Juliane Collins Liebe zum Kino und vor allem zur Filmgeschichte hat diesen Roman zu einer ganz besonderen Lektüre gemacht. Die wunderschöne Herbst- und Winterstimmung in Brooklyn Heights hat mich dann noch einmal zusätzlich für den Roman eingenommen. Zwei Dinge haben mir aber leider gar nicht gefallen: dass Alice als absolut hilflose und ängstliche Person dargestellt wird. Ratten? Spinnen? Tauben? Panik. Ein Wasserschaden? Briefe von einer Behörde? Keine Ahnung, wie man damit umgehen soll... Schade, dass heutzutage immer noch solche Protagonistinnen gebaut werden.
Zweitens hat mich die absolut überflüssige und sehr simpel erzählte Romanze gestört. Ohne den Immobilienhai Hunter (oder ohne Gefühle für den Immobilienhai Hunter) wäre dieses Buch eine gemütliche, berührende Geschichte voller Liebe zum Film, Freundschaft, Nachbarschaft und Zusammenhalt sowie einer geschäftstüchtigen Protagonistin gewesen und sowohl am Verlauf der Handlung als auch am Ende hätte sich überhaupt nichts geändert. Mit Hunter war dieser Roman eine berührende Geschichte voller Liebe zum Film, Freundschaft, Nachbarschaft und Zusammenhalt mit einer ein wenig ungeschickten Hauptfigur und einer absolut unpassenden Romanze...
Dafür hat mich Collins immer wieder tief bewegt mit all den schönen Beschreibungen, der kurzweiligen Erzählsprache, den Verbindungen zwischen dem Filmtheater und der Familiengeschichte von Alice, den liebenswerten Nebenfiguren und den wunderschönen Beschreibungen des Filmtheaters. Die Gefühle und die Spannung, die in einem Kinosaal entstehen können, waren mit den Händen greifbar und die winterliche Stimmung in New York hat mich natürlich ebenfalls abgeholt. 

Meine Empfehlung:
Meiner Kritik zum Trotz empfehle ich euch das Buch sehr gerne weiter und hoffe auf weitere Romane der Autorin, die vielleicht ganz ohne Romanze oder mit einer ein wenig stimmiger konstruierten Liebesgeschichte daherkommen.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights
Autorin: Juliane Collins, geboren 1991 in Hameln, entdeckte ihre Leidenschaft für Filmgeschichte während ihres Public-Relations-Studiums an der Northern Kentucky University, wo sie sich in Filmwissenschaftskursen besonders mit den Marx Brothers und deutschen Stummfilmen beschäftigte. »Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights« ist ihr erster Roman.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch, Broschur: 352 Seiten
Verlag: btb
Erschienen am: 23.09.2026
ISBN: 978-3-442-77654-2

Rezension: Die Briefeschreiberin

Die Briefeschreiberin - Virginia Evans

Beschreibung des Verlages:

Jeden Morgen greift Sybil van Antwerp zu Füller und Papier und schreibt: an ihren Bruder, an ihre beste Freundin, an Autorinnen und Autoren. Sie hält fest, was sie begeistert, bewegt oder verärgert. Und dann gibt es da den einen Brief, an dem sie seit Jahren arbeitet, ohne ihn jemals abzusenden ...
Mit ihren dreiundsiebzig Jahren nutzt Sybil ihre Klugheit und ihren geistreichen Humor, um die Welt in Wort zu fassen. Doch jenseits ihrer umfassenden Korrespondenz hält sie die Menschen, die sie liebt, seit drei Jahrzehnten auf Abstand. Bis eine Nachricht aus ihrer Vergangenheit sie zwingt, sich dem schmerzhaftesten Kapitel ihres Lebens zu stellen.
Nun muss Sybil jenen Brief abschicken, an dem sie all die Jahre geschrieben hat. Und sie muss den Mut finden, sich selbst zu vergeben.

Inhalt:
Sybil van Antwerp wirkt auf den ersten Blick einsam und ihr Alltag kommt eintönig daher. Aber durch ihre sorgfältig gepflegten Brieffreundschaften reist sie zumindest gedanklich um die halbe Welt. Sie korrespondiert mit Verwandten und Bekannten und vermeidet dabei das eine Thema, das sie seit Jahrzehnten bewegt, bis sie den Geistern der Vergangenheit nicht länger ausweichen kann.

Meine Meinung:
Das Buch ist mir bei Instagram ganz oft begegnet und als ich es dann im September in einem offenen Bücherschrank entdeckte, musste ich sofort zugreifen. Briefromane mag ich sehr gerne und weil ich schon lange keinen mehr gelesen habe, habe ich mich riesig auf die Geschichte gefreut. Leider war ich ziemlich schnell sehr enttäuscht. Nicht von der eigentlichen Handlung, die hat mir nämlich sehr gefallen, sondern von der so extrem gehässigen und missgünstigen Protagonistin. Ihre belehrende Art, der herablassende Tonfall, mit dem sie seit Jahren mit ihrer besten Freundin, welche ihr immer zur Seite gestanden hat, korrespondiert und auch die Unnahbarkeit, welche sie ihrer Tochter gegenüber an den Tag legt, haben mich das Buch fast abbrechen lassen. Aber....natürlich gibt es Gründe, die zumindest ein wenig nachvollziehen lassen, weshalb Sylvie ist, wie sie eben ist, was allerdings ihr unmögliches Verhalten in meinen Augen nicht rechtfertigt. Zudem ist das Buch aber auch sehr klug aufgebaut und erzählt, was mich letztendlich doch überzeugt hat.

Schreibstil und Aufbau:
Anders als in vielen anderen Briefromanen finden sich in "Die Briefeschreiberin" nicht alle geschriebenen Briefe. Gekonnt ausgelassene Briefe sorgen dafür, dass das Buch immer spannend bleibt. Einige Zusammenhänge erschliessen sich erst, wenn Sylvie wieder Antworten auf Fragen erhält oder gibt, von denen man anfänglich nicht einmal wusste, dass sie gestellt worden sind. Auch werden Sylvies Geheimnisse Schicht um Schicht enthüllt und dabei zeigt sie sogar ab und zu eine menschliche Seite...

Meine Empfehlung:
Nicht jede Hauptfigur muss man ins Herz schliessen, um ein Buch zu mögen, "Die Briefeschreiberin" ist das beste Beispiel dafür. Dieser intelligent aufgebaute und erzählte Roman mit seinen um so sympathischeren Nebenfiguren hat mich am Ende tatsächlich überzeugt und sogar berührt und ich empfehle euch das Buch sehr gerne weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Die Briefeschreiberin
Originaltitel: The Correspondent
Autorin: Virginia Evans stammt aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten. An der James Madison University in Harrisonburg, Virginia, und dem Trinity College in Dublin studierte sie englische Literatur, Philosophie und kreatives Schreiben. Mit ihrem Ehemann, ihren zwei Kindern und ihrem Labrador Brigid lebt sie heute in Winston-Salem, North Carolina. Ihr hochgelobtes literarisches Debüt »Die Briefeschreiberin« entwickelte sich vom Geheimtipp zum internationalen Überraschungsbestseller, die Autorin wurde dafür sowohl mit dem PEN/Faulkner Award als auch mit dem Women's Prize for Fiction ausgezeichnet.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von: Regina Rawlinson
Verlag: Goldmann
Erschienen am: 10.06.2026
ISBN: 978-3-442-49739-3

Mein SuB kommt zu Wort, 20.10.26

Alle Informationen zur Aktion findet ihr bei Melli
Guten Morgen ihr Lieben

Es geht zwar gerade langsamer voran, als geplant, aber immerhin geht es in die richtige Richtung und ich kann SuBrina wieder einmal die Tastatur überlassen. An alle, die sich hier mit eher kleinen SuBs herumschlagen... Wie sorgt ihr dafür, dass eure SuBs nicht komplett vom Erdboden verschwinden? Nicht, dass dies in den nächsten Monaten ein Problem wäre, Geburtstag und Weihnachten stehen an. Aber ich bin schon seeeeehr gespannt auf die Entwicklung im kommenden Jahr und will deshalb vorsorgen ;-) Jetzt aber lasse ich SuBrina plaudern, sie hat wie immer einiges zu erzählen.

1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Ein grosses "Hallo" in die Runde auch von mir
Es freut mich sehr, dass ich mich wieder mit euch austauschen kann und auch wenn Frauchen unter die Schwarzmalerinnen gegangen ist, so hat sie doch wieder einiges geschafft und wir träumen insgeheim beide immer noch davon, dass Ende Monat (und spätestens Ende Jahr) die 1 vorne steht, auch wenn die letzten Monate eines Jahres immer viele Verlockungen und Feste bereithalten. Aktuell wiege ich 22 Bücher, aber da geht sicher noch was bis Ende Monat und es wird sich zeigen, wohin der Abbau bis Ende Jahr führt.

Die SuB-Entwicklung in der Übersicht:
20.05.2016: 222 Bücher (allererste Teilnahme bei dieser Aktion)
20.02.2017: 243 Bücher (absoluter SuB-Höchststand war im Januar 2017 mit 247 Büchern)
20.05.2017: 184 Bücher (nach der grossen Entrümpelung)
20.08.2022: 96 Bücher (definitiv im uHu-Bereich angekommen)
20.12.2022: 77 Bücher
20.12.2023: 61 Bücher
20.02.2024: 58 Bücher und 2 Bibliotheksbücher
20.10.2024: 70 Bücher
20.11.2024: 89 Bücher
01.01.2025: 90 Bücher
20.01.2025: 86 Bücher
20.02.2025: 82 Bücher
20.05.2025: 77 Bücher
30.06.2025: 69 Bücher
31.07.2025: 68 Bücher
20.08.2025: 67 Bücher
30.09.2025: 64 Bücher
20.10.2025: 66 Bücher
20.11.2025: 58 Bücher
20.12.2025: 61 Bücher...ups!!!
01.01.2026: 57 Bücher
20.01.2026: 46 Bücher
20.02.2026: 41 Bücher
20.04.2026: 36 Bücher
20.05.2026: 36 Bücher 
30.06.2026: 33 Bücher
20.07.2026: 32 Bücher und 1 Bibliotheksbuch
31.08.2026: 25 Bücher
20.09.2026: 23 Bücher und 1 Bibliotheksbuch
20.10.2026: 22 Bücher

2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel
Im Oktober hier eingezogen sind:
  • Himmelsee 3. Unter den Sternen funkelt die Hoffnung - Tanja Janz (Rezensionsexemplar) 
  • Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights - Juliane Collins (Rezensionsexemplar) 
  • Salinenkrebse - Linda Sensenberger (Rezensionsexemplar) 
  • Brunetti's Venice Walks with the City's Best-Loved Detective - Toni Sepeda (neu gekauft)

3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deiner Besitzerin gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Zuletzt beendet hat Frauchen "Die Briefeschreiberin" von Virginia Evans. Das Buch ist im September erst hier eingezogen und Frauchen braucht noch ein wenig Zeit, um ihre sehr ambivalenten Gedanken zum Roman in Worte zu fassen... Zuletzt rezensiert hat sie "Salinenkrebse" von Linda Sensenberger. Das Debüt hat ihr sehr gut gefallen und sie findet, dass das Buch noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Zur Rezension findet ihr HIER.


4. 
Liebe:r SuB, welches Buch soll Dein:e Besitzer:in noch in diesem Jahr lesen?

Eigentlich natürlich alle ;-) Aber das ist definitiv nicht realistisch. Frauchen hat wieder einmal drei Bücher begonnen, zwei davon sind Rezensionsexemplare und diese sollte sie unbedingt in diesem Jahr - am liebsten natürlich in diesem Monat - noch lesen. Die drei angefangenen Bücher sind:
  • Himmelsee 3. Unter den Sternen funkelt die Hoffnung - Tanja Janz (Rezensionsexemplar) 
  • Das kleine Filmtheater in Brooklyn Heights - Juliane Collins (Rezensionsexemplar)
  • Shining - Stephen King 
Noch offen vom April ist übrigens immer noch......"Glück am Morgen" von Betty Smith, das Frauchen im Oktober lesen wollte...es ist nun wohl aber auf November verschoben worden. Oder so ;-)...Und nun wünschen wir euch ganz eine gute Zeit und ein frohes Stöbern. Hinterlasst doch gerne den Link zu eurem Beitrag in den Kommentaren, dann kommen wir auf einen Gegenbesuch vorbei.

Alles Liebe und bis bald
SuBrina (und Livia)

Rezension: Salinenkrebse

Rezensionsexemplar aus dem Verlag Kremayr & Scheriau, vielen Dank!

Salinenkrebse - Linda Sensenberger

Beschreibung des Verlages:

Will ist überfordert, sensibel, kritisch gegenüber dem Leben und sich selbst. Will heißt eigentlich Wilhelmine, kennt unendlich viele Tierfakten und bleibt nachts gerne wach. Auch, weil sie in ihren Träumen immer öfter riesige Salinenkrebse sieht, von denen sie nicht weiß, was sie bedeuten. Aber Will geht es gut. Davon versucht sie zumindest ihre Eltern und ihre beste Freundin Frieda zu überzeugen – und belügt dabei in erster Linie sich selbst.
Bis sie Leo kennenlernt. Leo, nichtbinär, ist wie Will auf der Suche. Still und intensiv ist die Verbindung, die zwischen ihnen entsteht, obwohl sie unterschiedliche Dinge wollen: Während Leo die Vergangenheit aufarbeiten möchte, versucht Will, diese endlich hinter sich zu lassen. Bald lernen beide, wie schön und schrecklich Fühlen sein kann – und Will muss sich der Frage stellen, wie sie Nähe zulassen kann, wenn sie diese kaum erträgt.
Poetisch und einfühlsam erzählt „Salinenkrebse“ vom Erwachsenwerden und davon, dass Überleben keine Schwäche, sondern Stärke ist.

Inhalt:
Will und Frieda sind beste Freundinnen und während Will mit ihrem Leben, ihren Ängsten, ihrem Alltag hadert, lebt Frieda in einer glücklichen Beziehung mit Jonathan. Alles ändert sich, als Will auf dem Heimweg von einer schwierigen Sitzung mit ihrer Psychologin Leo im Tram trifft. Leo mit den blauen Augen, Leo ohne Pronomen, Leo mit einem Buch in der Hand und einer grosse Liebe zum gedruckten und gesprochenen Wort.

Meine Meinung:
Gerade habe ich wirklich ein Händchen für Bücher, oder sie finden mich einfach zur richtigen Zeit. Linda Sensenbergers Debüt "Salinenkrebse" hat mich sofort angesprochen und nach nur wenigen Seiten war ich mitten im Geschehen. Will ist eine wundervolle Protagonistin, die gerade zweifelt und mit dem Leben hadert, die aber ein riesiges Herz hat, sich für die Tier- und Pflanzenwelt interessiert und ihren nicht ganz einfachen Alltag mit den unterschiedlichsten Strategien zu bewältigen versucht. Die kurze Kennenlerngeschichte von Will und Leo und die Freundschaft von Will und Frieda streifen ganz viele Themen und Fragen. Wie gehen wir miteinander um, wie nähern wir uns einander an? Welchen Regeln folgen unsere Beziehungen und Freundschaften und wen kontaktieren wir, wenn es uns gerade gar nicht gut geht?

Schreibstil und Aufbau:
Besonders beeindruckt haben mich der fragmentarische Aufbau dieses Romans. Immer wieder werden Chatverläufe eingestreut und im nächsten Augenblick befinden wir und mitten in Wills Leben und/oder in Wills Gedankenwelt. Die Geschichte wird nämlich aus Wills Perspektive erzählt und kommt mehrheitlich als - von wenig Dialog unterbrochenem - innerer Monolog daher. Sensenbergers Affinität zur Lyrik zeigt sich in einigen Szenen. Es gibt Kapitel, die sich wie ein modernes Gedicht lesen und dann wieder Kapitel, die wunderschöne Prosa sind. Die eher kurzen Kapitel mit vielen sehr detaillierten Beschreibungen liessen mich den Figuren und ihren Sorgen und Gedanken nahe sein. Diese Nähe und die Natürlichkeit, mit der wir uns mitten in Wills Leben befinden, sind in meinen Augen die grössten Stärken des Textes.

Meine Empfehlung:
Ein aussergewöhnlicher, mitreissender Text, ein zarter, berührender Text. Blaue Augen, gute Literatur, wichtige Fragen des Lebens, spannende Details zum Leben von Tieren und Pflanzen und die Notwendigkeit, im richtigen Moment um Hilfe zu bitten sind Themen von "Salinenkrebse". Das Debüt hat noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient und ich kann mir gut vorstellen, dass es sich auch wunderbar als Diskussionsgrundlage für Buchclubs eignet.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Salinenkrebse
Autorin: Linda Sensenberger, geboren 2004 in Oberösterreich, schreibt Lyrik, Kurzprosa und an Romanprojekten. Sie war und ist Teilnehmerin zahlreicher Schreib- und Textwerkstätten und studiert am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Manche ihrer Texte veröffentlicht sie in verschiedenen Medien (Literarische Blätter, mosaik, lyrix, kaffeeundkippen u. a.). In der Zwischenzeit kuschelt sie mit ihrem Hund. Salinenkrebse ist ihr erster Roman.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Lesebändchen: 180 Seiten
Verlag: Kremayr & Scheriau
Erschienen: Oktober 2026 (1. Auflage)
ISBN: 978-3-218-01528-8

Rezension: Vielleicht ist die Liebe so

Vielleicht ist die Liebe so - Katja Früh

Beschreibung des Verlages:
»Der Termin ist am 18. Februar um vier. Trag dir das ein!«, sagt Anjas Mutter und schlürft genüsslich ihre Won-Ton-Suppe. Sie meint damit weder Friseur noch Zahnarzt, sondern ihr eigenes Ableben. Anja, Anfang vierzig, früher Schauspielerin, nun Barkeeperin, wirft diese Ankündigung aus der so oder so ungeraden Bahn, auch wenn das Verhältnis zu ihrer eigenwilligen Mutter schon immer kompliziert war und sie unentwegt um Abstand und ihr eigenes Leben und Lieben ringt. Und außerdem: Was soll denn nur aus Mamas Hund werden?

Inhalt:
Anjas Mutter hat nach jahrelangem Hin und Her endlich einen Termin bekommen, um ihr Leben mit der Hilfe einer bekannten Sterbehilfeorganisation zu beenden. Dies teilt sie Anja in einem Nebensatz mit und erwartet im gleichen Atemzug, dass Anja, mit der sie eigentlich überhaupt kein enges Verhältnis verbindet, ihr auf ihrem letzten Weg auf Schritt und Tritt zur Seite steht.
Anja wird dabei in unmöglich absurde Situationen gebracht, die gleichzeitig zum Schreien komisch und abgrundtief traurig sind.

Meine Meinung:
Vielleicht erinnert ihr euch: im Mai durfte ich als Angies Begleitperson die Solothurner Literaturtage besuchen. Dort haben wir ein grandioses Podiumsgespräch zum Thema "Familie erzählen" besucht und sind dabei unter anderem auf Katja Frühs ersten Roman aufmerksam geworden. Im Herbst haben wir dann endlich entschieden, "Vielleicht ist die Liebe so" gemeinsam zu lesen und wir hatten spannende und unterhaltsame Lesestunden und Diskussionen mit dem Buch. 
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, weil er mich mit seinem schwarzen Humor für sich eingenommen hat. Die Handlung ist nicht nur sehr skurril und vor allem aussergewöhnlich konstruiert, es schwingen auch stets ernste Untertöne rund um die Themen Selbstbestimmung, Familienbande, historische Verstrickungen und Verantwortung mit.

Schreibstil und Aufbau:
Katja Früh weiss genau, was sie macht und spielt gekonnt mit den unterschiedlichsten Themen, um sich dann sofort wieder ihrer grotesken Grundidee zu widmen. Sie schafft es aber, gleichzeitig eine verstrickte Liebesgeschichte, das tragische Schicksal der jüdischen Grossmutter ihrer Protagonistin und die aussergewöhnliche Geschichte des Hundes Anton in ihrer Geschichte unterzubringen.
Die ernsteren Themen werden zwar nur eher oberflächlich gestreift und einige Kniffe und Entwicklungen wirken auch ein wenig simpel konstruiert, aber auch wenn das Buch nicht lange nachhallen wird, hat es mich sehr gut unterhalten und mich auch immer wieder überrascht.

Meine Empfehlung:
"Vielleicht ist die Liebe so" ist ein Spiel mit den Grenzen des guten Geschmacks, das Katja Früh hervorragend meistert. Die bekannte Drehbuchautorin hat ein Buch geschrieben, das richtiggehend danach schreit, auf die Bühne oder ins Kino gebracht zu werden und wer auf der Suche nach kurzweiliger Unterhaltung, schwarzem Humor und überraschenden Entwicklungen ist, ist mit diesem Roman hervorragend beraten.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Vielleicht ist die Liebe so
Autorin: Katja Früh, 1953 in Zürich geboren, ist Drehbuchautorin und Regisseurin. Nach der Schauspielausbildung in Berlin begann sie 1978, fürs Theater zu inszenieren und zu schreiben. Ab 1980 arbeitete sie beim Schweizer Radio DRS, produzierte und schrieb fürs TV (u. a. die über 10 Jahre laufende Serie ›Lüthi und Blanc‹) und realisierte Projekte mit Martin Suter und Patrick Frey. Seit 2014 schreibt sie eine regelmäßige Kolumne für ›Das Magazin‹ des Tages-Anzeiger. 2025 erschien ihr erster Roman ›Vielleicht ist die Liebe so‹.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag: 304 Seiten
Verlag: Diogenes
Erschienen am: 22. Oktober 2025
ISBN: 978-3-257-07344-7

Rezension: Die Riesinnen

Die Riesinnen - Hannah Häffner

Beschreibung des Verlages:

Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen. Groß und dünn überragen sie alle anderen und wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald so sehr liebt und sich dessen erst bewusst werden muss.
In dunkler, satter, aber auch zarter Poesie erzählt Hannah Häffner mit stilistischer Präzision, feinem Humor und einer subtilen Beobachtungsgabe die Geschichte dreier Frauen, die sich von den 60-er Jahren bis in unsere Zeit spannt. Ein lange nachhallender Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Wurzeln, über Mütter und Töchter und über die Kraft der Natur.

Inhalt:
Die Riesinnen, das sind die drei Frauen der Familie Riessberger; Oma Liese, ihre Tochter Cora und deren Tochter Eva, ein kleines Dorf im Schwarzwald und eine Metzgerei. Sie alle sind voll von Sehnsüchten und Träumen, aber auch in den Zwängen und Regeln ihrer Generation, ihres Dorfes und ihres Geschlechts gefangen.
Doch was in Stein gemeisselt scheint, lässt sich aufbrechen, mit jeder Generation ein wenig mehr. Und so beginnen die drei Frauen, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen und nach ihrer ganz persönlichen Freiheit zu streben.

Meine Meinung:
Soeben ist "Die Riesinnen" zum Lieblingsbuch der Unabhängigen 2026 gekürt worden und dies überrascht nicht. Der atmosphärische, immer wieder ziemlich düstere und vor allem am Anfang extrem dicht gewobene Roman, der mit Sätzen von unbändiger und zugleich feinsinniger Wildheit und Schönheit besticht, hat es also nicht nur mir angetan.
Vor allem die erste Hälfte des Romans hat mich mit ihrer Sogwirkung verzaubert, die drei Riessberger-Frauen habe ich - mit all ihren Ecken und Kanten - ins Herz geschlossen und besonders gut gefallen hat mir, wie oft ich beim Lesen von Formulierungen, Szenen, Gedanken und Gesprächen überrascht worden bin. Nach der ersten Hälfte verzweigt die Erzählung mehr und mehr, der Roman wird durchlässiger, die Zeitsprünge werden grösser, die Umrisse der Figuren verlieren ein wenig an Klarheit, aber ganz am (sehr offenen) Ende wird der Handlungsstrang noch einmal festgezurrt und der anfängliche Sog hat mich wieder komplett vereinnahmt.

Schreibstil und Aufbau:
Die Handlung wird chronologisch, aber mit einigen Rückblenden erzählt und es hat mich tief beeindruckt, wie viel Handlung, wie viele Figuren, wie viele Schicksale auf ein wenig mehr als 400 Seiten Platz haben. Jedes Wort, jeder Satz ist mit grösster Präzision konstruiert. In sehr langen Kapiteln lernen wir dabei die drei Riesinnen - wie sie im Dorf hinter nicht ganz vorgehaltener Hand genannt werden- und ihre geheimsten Sorgen und Sehnsüchte kennen. Obwohl die Grundstimmung dieses Buches bedrohlich wirkt, scheinen die Beschreibungen teilweise seltsam distanziert. Und plötzlich braut sich Satz um Satz wieder ein Abschnitt zusammen, der vor Sprachkunst trieft und Lust macht, noch ganz viele Werke von Hannah Häffner zu entdecken.

Meine Empfehlung:
Der kleinen Kritik zum Trotz ist dieser Roman vor allem aufgrund seiner poetischen, eher düsteren Sprachkunst und seiner sprachlichen Schönheit eine Entdeckung für mich. Ich empfehle euch "Die Riesinnen" sehr gerne weiter.

Zustäzliche Infos:
Titel:
Die Riesinnen
Autorin: Hannah Häffner wurde 1985 in Heidelberg geboren. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaften begann sie, als Werbetexterin zu arbeiten und sich parallel dazu verstärkt dem Schreiben zu widmen. Heute lebt sie mit ihrer Familie als freie Texterin und Schriftstellerin in der Nähe von Stuttgart.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 416 Seiten
Verlag: Penguin

Erschienen am: 25.02.2026
ISBN: 978-3-328-60433-4

Lese-Statistik September 2026

Hallo zusammen

Ein wundervoller erster Herbstmonat liegt hinter mir. In der ersten Septemberwoche hatten wir zwar wieder fast täglich Temperaturen von über 30 Grad und obwohl die Hitze natürlich kürzer anhielt und die Nächte angenehm kühl waren, konnte ich noch nicht wirklich aufatmen. Nach insgesamt fünf (!!!) Monaten mit Temperaturen von über 30 Grad wurde es dann endlich ein wenig Herbst. Sogar ganz wenig Regen und um so mehr Herbstsonne und bunte Blätter...alles war dabei (wenn auch für meine Verhältnisse und die nach wie vor viel zu trockene Natur immer noch viel zu wenig Regen) und ich freue mich so, so, so, so sehr auf die kommenden Monate und hoffe auf weitere noch viel herbstlichere Tage.
Der September brachte wieder ein paar Konzerte und sehr volle Wochenenden sowie einen regionalen Instrumentalwettbewerb (der für meine Schülerinnen und somit auch für mich sehr erfolgreich verlief) mit sich. Dann begann auch schon der Herbstunterbruch und ich nutzte die Zeit, um mich für meine nächsten Konzerte und Unterrichtslektionen vorzubereiten und mich um die letzten Details für die Weihnachtskonzerte an den Musikschulen zu kümmern.
Ich dufte den runden Geburtstag meines Vaters feiern und verbringe gerade ein paar fast freie Tage mit meiner besten Freundin und meinem Patenkind bei viel Lesezeit und Babykuscheln. Der Oktober wird anfang ein paar ruhige Tage bringen und dann darf ich mich wieder in die Arbeit stürzen und ganz viele tolle November- und Dezemberkonzerte vorbereiten.

Gelesen im September:

Ein heftiges, berührendes, intensives und so, so wichtiges Debüt, das lange nachhallt


Mathematik, eine Freundschaft zwischen zwei ungleichen Menschen, viel Humor, Skurrilität und Feinsinn


Eine weitere spannende und berührende Reise nach Venedig mit Commissario Brunetti


Aufrüttelnd, intelligent, gründlich recherchiert und sehr pointiert: ein wichtiges Buch für die aktuelle Zeit


Herzerwärmende, überraschende Geschichte über Freundschaft, Liebe und das Altern mit zartem Humor


Spannender zweiter Teil der Nevermoor-Reihe mit vielen überraschenden Wendungen


Simpler, kurzweiliger Weihnachtsroman, der im verschneiden Manhattan spielt, toll für Hundefans


Alle Zahlen und Rezensionen:

Heult leise, Habibis! - Sineb el Masrar  (abgebrochen nach 52 Seiten)
Mit beiden Händen den Himmel stützen - Lilli Tolkien   (255 Seiten)
Pi mal Daumen - Alina Bronsky   (272 Seiten)
Das goldene Ei - Donno Leon   (320 Seiten)
Was wäre, wenn wir mutig sind - Luisa Neubauer   (144 Seiten)
Ruthchen schläft - Kerstin Campbell   (224 Seiten)
Wundersmith - Jessica Townsend   (525 Seiten)
Verliebt für eine Weihnachtsnacht - Sarah Morgan   (304 Seiten)

Neuzugänge:

  • Die Briefschreiberin - Virginia Evans   (Bücherschrankfund)
  • Die Riesinnen - Hannah Häffner   (Bibliotheksbuch) 
  • Affenhitze - Volker Klüpfel/Miachel Kobr   (Kluftinger 12, gebraucht gekauft)
  • Flüchtiges Begehren - Donna Leon   (Brunetti 30, gebraucht gekauft) 
  • Vielleicht ist die Liebe so - Katja Früh   (Bibliotheksbuch) 
     

Abgebrochen:

Heult leise, Habibis! - Sineb el Masrar (abgebrochen nach 52 Seiten)
Das war wohl nichts... Schon nach wenigen Seiten war ich mir mit dem Buch nicht mehr sicher. Und die Tatsache, dass ich es schnell für eher oberflächlich und ein wenig gar simpel befand, sorgte für den Abbruch.

Alle Zahlen in der Übersicht:

Gelesene Bücher: 7
Abgebrochene Bücher: 1
Ungelesen aussortierte Bücher: -
Gelesene Seiten: 2'096 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 69.86 Seiten
Bücher von Autorinnen: 7
Bücher von Autoren: -
Autor*innenduos (oder Gruppen): -
Geschenkt bekommene Bücher: -
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: -
Neu gekaufte Bücher: -
Gebraucht gekaufte Bücher: 2
Eingesammelte Bücher: 1
Bibliotheksbücher: 2
Gesamte Neuzugänge: 5
SuB am Monatsbeginn: 25
Aktueller SuB: 20 (und zwei Bibliotheksbücher)
Differenz - 3

Rezension: Verliebt für eine Weihnachtsnacht

Verliebt für eine Weihnachtsnacht - Sarah Morgan

Inhalt (via Lovelybooks):

Harriet Knight will sich jeden Tag einer Herausforderung stellen. Aber als die Hundesitterin ihren neuesten Kunden kennenlernt, gerät sie mächtig ins Stottern: Obwohl der attraktive Arzt Ethan Black bei vielen Frauen einen Fieberschub auslöst, scheitert er an der Erziehung des unbändigen Spaniels Madi kläglich. Um dem Hund zu helfen, bleibt Harriet nichts anderes übrig, als in Ethans Apartment im winterlichen Manhattan einzuziehen - wo sie sich Hals über Kopf in Ethan verliebt. Doch wenn ihre Arbeit getan ist, muss sich Harriet eines fragen: Hat sie Ethan ihr Herz nur für eine Weihnachtsnacht geschenkt? Oder für ein ganzes Leben?

Meine Meinung:
Weihnachten im September? Kann man machen. Zumindest mit diesem Roman. Der achte Band der Manhattan-Reihe (den man ganz sicher auch für sich stehend lesen kann, so habe ich es zumindest getan), eignet sich ideal, um frühzeitig mit weihnachtlichen Romanen zu starten. Das zwar winterliche aber anfangs noch gar nicht weihnachtliche Manhattan hat natürlich seinen eigenen Zauber, erschlug mich beim Lesen aber noch nicht mit Deko und Mistelzweigen. Vielmehr erzählt der Roman eine eher simpel gestrickte aber kurzweilige Geschichte rund um die Hundesitterin Harriet Knigt und den Arzt Ethan Black. Während sie sich selber täglich neue Herausforderungen stellt, privat eher ungeschickt durch ihr Leben stolpert, beruflich aber ihre Karriere so richtig im Griff hat und ihren Mitmenschen mit Herzlichkeit begegnet, setzt er stets auf kühle Distanz und lässt niemanden an sich heran. Als Arzt in der Notaufnahme hat er damit die besten Erfahrungen gemacht. Schliesslich möchte er sich nicht zu sehr vom Schicksal seiner Patienten berühren lassen. Dies geht natürlich nur so lange gut, bis die beiden Menschen sich über den Weg laufen und dabei lernen müssen, ihre jeweilige Komfortzone wieder und wieder zu verlassen.

Schreibstil und Aufbau:
Ein wenig Drama, ganz wenig Spice und gegen Ende sogar noch richtig viel Schnee und Weihnachtsstimmung machen dieses Buch aus, das übrigens auch lose mit der Snow Crystal-Trilogie verbunden ist. Die ungeschickten Flirtversuche und die Tatsache, dass bei der Übersetzung sehr lange das höfliche "Sie" zwischen den Hauptfiguren verwendet wird, liessen mich einige Male mit den Augen rollen. Auf die Kosten kommen aber alle Hundefans, die sich von Oberflächlichkeit und vorhersehbaren Entwicklungen nicht abschrecken lassen und auf der Suche nach sehr kurzweiliger Unterhaltung mit humorvollen Momenten und kulinarischen Köstlichkeiten sind. Harriet ist nämlich eine begnadete Köchin und das Rezept für ihre Schokokekse hätte ich ihr gerne abgeluchst. Das Buch beinhaltet sogar einige berührende Szenen. Dann nämlich, wenn Harriet sich auf Gespräche mit einem Obdachlosen oder Spaziergänge mit einer älteren Kundin einlässt und dabei zeigt, wie viel Menschlichkeit in ihr steckt.

Meine Empfehlung:
Alles in allem war das leicht und seicht, unterhaltsam und ein wenig romantisch. Also einfach der perfekte Einstieg in die Vor-Vor-Vor-Weihnachtszeit, wenn man ein wenig eintauchen und gemütliche Lesestunden erleben will.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Verliebt für eine Weihnachtsnacht
Originaltitel:
Autorin: Sarah Morgan ist eine gefeierte Bestsellerautorin mit mehr als 21 Millionen verkauften Büchern weltweit. Ihre humorvollen, warmherzigen Liebes- und Frauenromane haben Fans auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von London, wo der Regen sie regelmäßig davon abhält, ihren Schreibplatz zu verlassen.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Ivonne Senn
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 01.10.2018
ISBN: 9783956497865

Rezension: Wundersmith

Wundersmith - Jessica Townsend

Reiheninfos:

1. Nevermoor
2. Wundersmith
3. Hollowpox
4. Silverborn

Beschreibung des Verlages:
The captivating and heart-pounding sequel to the New York Times bestselling follows heroine Morrigan as she battles a new evil.​
Morrigan Crow and her best friend Hawthorne Swift are now proud scholars in the elite Wundrous Society, but life is far from perfect. Does Morrigan have what it takes to prove that she belongs in the Society?

Inhalt:
Das erste Schuljahr in der Wundrous Society beginnt und Morrigan Crow muss sich zuerst an den speziellen Alltag gewöhnen. Da ist zuerst der Privatbahnhof, an dem sie und ihre Lerneinheit 919 jeden Morgen abgeholt werden, da sind aber auch die plötzlich auftauchenden Erpresserschreiben, welche die ganze Einheit 919 und Morrigans Freundschaft zu Hawthorne auf die Probe stellen...

Meine Meinung:
Ein zweites Mal bin ich nach Nevermoor gereist und habe mich von Morrigan verzaubern lassen. Vor allem der Detailreichtum der Erzählung und die generell sehr kreativen Ideen haben mich begeistert. Besonders gut gefällt mir an der Reihe, dass die Themen Freundschaft und Zusammenhalt eine so grosse Rolle spielen und das die so unterschiedlichen Fähigkeiten und Charakterzüge der Jugendlichen so liebevoll eingebunden und ausgearbeitet sind. Bis zum Ende des Buches konnte die Geschichte mich mit ihren abenteuerlichen Wendungen überraschen und ich hoffe sehr, dass der stets ein wenig gar abwesende Jupiter, Morrigans Betreuer, in Zukunft ein wenig mehr Verantwortung übernimmt. Den nächsten Band werde ich wohl schon im Oktober lesen und bin schon sehr gespannt auf die weiteren Entwicklungen.

Meine Empfehlung:
Auch der zweite Band der Reihe hat mich begeistert und schon nach wenigen (nach wie vor sehr langen...) Kapiteln war ich mitten im Abenteuer angekommen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen und empfehle euch die Reihe gerne weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel:
 Wundersmith
Autorin: Jessica Townsend lives on the Sunshine Coast in Australia, but has lived on and off in London for a few years. She was a copywriter for eight years, and in a previous role, was the editor of a children’s wildlife magazine for Steve Irwin’s Australia Zoo. She is the bestselling author of the Nevermoor Series.
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 525 Seiten
Verlag: Little, Brown and Company
Erschienen: 12.11.2019
ISBN-13: 9780316508926

Rezension: Ruthchen schläft

Ruthchen schläft - Kerstin Campbell

Beschreibung des Verlages:

Fast vierzig Jahre und drei Stockwerke liegen zwischen Frau Lemke und Georg. Frau Lemke wohnt schon ihr ganzes Leben in dem Haus, das Georg geerbt hat. Es hat nicht viel geklappt in seinem Leben, aber eines weiß Georg sicher: An seinem Geburtstag wartet der von Frau Lemke gedeckte Tisch auf ihn, auf Frau Lemke ist Verlass. Doch jetzt soll alles anders werden: Frau Lemke muss zu ihrem Sohn Wolfgang nach New York ziehen. Nur solange ihre Katze lebt, hat Wolfgang verfügt, darf die alte Dame in Berlin bleiben. Als Ruthchen eines Morgens nicht mehr aufwacht, ist es Zeit für Plan B: Was, wenn Ruthchen einfach weiterhin auf dem Sofa schläft, für immer vielleicht? Tierpräparatorin Caro setzt die wahnwitzige Idee in die Tat um – und stellt auch Georgs Leben auf den Kopf.Eine Freundschaft, die kein Alter kennt, eine unverhoffte Liebe und Freunde, die die bessere Familie sind.

Inhalt:
Georg hat Geburtstag. Und wie jedes Jahr verbringt er diesen nicht mit seiner Familie, sondern mit der in seinem Haus ein paar Stockwerke unter ihm wohnenden Frau Lemke und ihrer Katze Ruthchen. Seit vielen Jahren ist die ältere Dame seine Wahlfamilie in Berlin. Doch Frau Lemkes Sohn Wolfgang will sie zu sich nach New York holen. Mit Ruthchen ist dies allerdings nicht möglich. Als es Ruthchen plötzlich sehr schlecht geht, entscheiden Georg und Frau Lemke, ihr ein ewiges Leben zu schenken und sie für immer auf Frau Lemkes Sofa schlafen zu lassen.

Meine Meinung:
Selten habe ich ein Buch gelesen, das mit so einer aussergewöhnlichen Geschichte daherkommt und mitten ins Herz trifft. Jede einzelne Figur in diesem Roman hat einige Ecken und Kanten und trotzdem gelingt es Campbell, dass ich sie alle lieb gewonnen habe. Allen voran natürlich Frau Lemke und natürlich auch die Tierpräparatorin Caro, welche die beste Werbung für ihren eher seltenen Beruf macht.

Schreibstil und Aufbau:
Was anfangs nach einer klaren Sache klingt, scheint Georg nach und nach zu entgleiten. Von einem Tag auf den anderen sieht sich der Sauberkeitsfanatiker die Hand eines Tierpräparatoren schütteln, gegen das Gesetz verstossen, in fremde Leben eintauchen, Beziehungen kitten und über seine eigene Familiengeschichte nachdenken.
Abgesehen von den hervorragend skizzierten Figuren ist die Stärke dieses Buches seine Vielschichtigkeit. Sowohl Georg als auch Frau Lemke leben in einer nicht ganz einfachen Familiensituation, die mit Rückblenden nach und nach klarer wird. Aber auch über das Altern in Würde, die eigene Selbstständigkeit, finanzielle Sorgen, Vereinsamung, Freundschaft und Liebe macht sich Campbell Gedanken und lässt mit viel Feingefühl und noch mehr Humor in die plötzlich sehr turbulenten Leben ihrer Figuren blicken.

Meine Empfehlung:

Dieser herzerwärmene Roman hat mich begeistert und überrascht. Die berührende Geschichte mit dem feinen Humor ist ein wahres Lesevergnügen und wird noch lange nachhallen. Ich hoffe so sehr auf weitere Romane aus Campbells Feder und wünsche dem Buch noch viel mehr Aufmerksamkeit.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Ruthchen schläft
Autorin: Kerstin Campbell hat Romanistik und Publizistik in Berlin und in Paris studiert. Ihre Kurzgeschichten erschienen in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften. Für ihren Debütroman Ruthchen schläft erhielt sie das Merck-Stipendium der Darmstädter Textwerkstatt. Sie arbeitete als Radiomoderatorin für ein Jugendradio und berichtete aus den Berliner Clubs. Nach einer Station als Autorin in New York ist sie jetzt Redakteurin beim ZDF. Sie lebt mit ihrer Familie in dem Stadtteil Berlins, in dem auch ihr Roman spielt.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Kampa
Erscheinungsdatum: 
27.01.2022
ISBN: 
978-3-311-15037-4

Rezension: Was wäre, wenn wir mutig sind

Was wäre, wenn wir mutig sind - Luisa Neubauer

Beschreibung des Verlages:

Seit Jahren kämpfen Menschen um die künftige Bewohnbarkeit unseres Planeten. Luisa Neubauer ist eine von ihnen. Doch bis heute scheitert die Welt daran, den notwendigen Klimaschutz demokratisch zu organisieren. Warum passiert nicht mehr, obwohl die wissenschaftlichen Fakten schon lange bekannt sind? Woher kommt die Anti-Klima-Aggression der Rechten? Warum sorgen selbst die sichtbaren Klimakatastrophen nicht für ein gesellschaftliches Umdenken? Luisa Neubauer analysiert die Machtkämpfe hinter der Klimakrise, sie legt die fossilen Wurzeln unserer Demokratie frei und zeigt, wie eine realistische Utopie auf unserem Planeten aussehen kann.
Dieses Buch ist ein Aufruf, zu intervenieren und unsere ökologischen Grenzen zu verteidigen. Eine Einladung, den Krisen in die Augen zu schauen. Und ein Plädoyer für die Hoffnung.

Inhalt:
Auf ganz wenigen Seiten spannt Luisa Neubauer einen Bogen von der Geschichte und den Grundsätzen der Fossilität über den Zusammenhang zwischen Demokratien und Klimagerechtigkeit bis hin zur unbequemen Hoffnung, die wir uns selber machen können. Kompakt, klug und mit einem ausführlichen Anhang, der zu weiteren Recherchen animiert, regt sie damit zum Nachdenken an.

Meine Meinung:
Besonders gut hat mir gefallen, wie fundiert und gleichzeitig zugänglich Neubauers Texte sind. Ihr Büchlein ist eine schmale Übersicht, die Lust auf mehr macht und die zum eigenen Nachdenken und Weiterdenken inspiriert. Kein Satz ist zu viel und aus jeder Zeile wird klar, dass Neubauer genau weiss, wovon sie spricht. Ihre kluge Haltung, die zum sofortigen Handeln im Grossen und Kleinen animiert hat auch mich ein paar Dinge ganz neu überdenken lassen. Beispielsweise meine von Filmen/Serien und den Träumen anderer geprägten Konsumwünsche.
Auch wenn Neubauer kein allzu positives Bild der näheren Zukunft zeichnet, ruft sie doch immer wieder zur sogenannten "unbequemen" Hoffnung auf. Der Hoffnung, die nicht von Ziellosigkeit und Passivität lebt, sondern der Hoffnung, die man aktiv selber gestalten muss.


Sprache und Aufbau:
In drei Teilen nähert sich Neubauer zuerst dem Begriff Fossilität an und zeigt historische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge auf, welche uns und die Macht der fossilen Industrie geprägt haben. Dann geht sie hart mit der Politik und den oft unsinnig geführten Debatten ins Gericht und zeigt am Schluss auf, wo Lösungen liegen könnten und dass letztendlich gründlich geführte Dialoge und ein starkes Miteinander uns viele Ziele werden erreichen lassen.

"Wir werden viele der künftigen Katastrophen nicht mehr verhindern, aber wir können auf eine Welt hinarbeiten, in der wir uns wieder in die Augen schauen können. Weil Menschenleben respektiert, Freiheiten verteidigt und Liebe für die Gegenwart und Liebe für die Zukunft nicht länger gegeneinander ausgespielt werden."

Meine Empfehlung:
Das Buch sollte noch viel mehr Publikum finden. Nur schon, weil der Anhang so sehr zum weiteren Stöbern einlädt. Ich empfehle diesen kurzen Text euch allen herzlich weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Was wäre, wenn wir mutig sind
Autorin: Luisa Neubauer, geboren 1996 in Hamburg, ist eine der weltweit bekanntesten Klimaaktivistinnen. Zuletzt erschienen von ihr «Gegen die Ohnmacht» (2022), zusammen mit ihrer Großmutter Dagmar Reemtsma, sowie «Der Klima-Atlas» (2024), zusammen mit Christian Endt und Ole Häntzschel. Seit 2020 hostet sie den Klimapodcast 1,5 Grad. 2023 wurde sie mit dem Ökumenischen Predigtpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die Geografin lebt in Berlin und studiert in Göttingen.
Sprache: Deutsch
Hardcover: 144 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungstermin: 28.01.2025
ISBN: 978-3-499-01496-3

Mein SuB kommt zu Wort, 20.09.26

Alle Informationen zur Aktion findet ihr bei Melli
Guten Morgen ihr Lieben

Auch im August war ich so beschäftigt, dass es nicht zu einer Wortmeldung gereicht hat, aber jetzt überlasse ich SuBrina wieder die Tastatur, damit sie euch auf den neusten Stand bringen kann. Viel Spass beim Lesen und Stöbern :-D

1. Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Hallo ihr Lieben
Schön, dass wir uns wieder austauschen können, Frauchen überlegt nämlich gerade, wann und wie sie ihre Regale neu sortieren soll, seit ich so klein geworden bin ;-) Falls ihr dazu Ideen und Anregungen habt, dann gerne her damit. Gerade befinden sich 23 Bücher und ein Bibliotheksbuch auf meinen Stapeln und wer weiss, vielleicht schafft Frauchen bis Ende Monat sogar den Sprung in den u20-Bereich...

Die SuB-Entwicklung in der Übersicht:
20.05.2016: 222 Bücher (allererste Teilnahme bei dieser Aktion)
20.02.2017: 243 Bücher (absoluter SuB-Höchststand war im Januar 2017 mit 247 Büchern)
20.05.2017: 184 Bücher (nach der grossen Entrümpelung)
20.08.2022: 96 Bücher (definitiv im uHu-Bereich angekommen)
20.12.2022: 77 Bücher
20.12.2023: 61 Bücher
20.02.2024: 58 Bücher und 2 Bibliotheksbücher
20.10.2024: 70 Bücher
20.11.2024: 89 Bücher
01.01.2025: 90 Bücher
20.01.2025: 86 Bücher
20.02.2025: 82 Bücher
20.05.2025: 77 Bücher
30.06.2025: 69 Bücher
31.07.2025: 68 Bücher
20.08.2025: 67 Bücher
30.09.2025: 64 Bücher
20.10.2025: 66 Bücher
20.11.2025: 58 Bücher
20.12.2025: 61 Bücher...ups!!!
01.01.2026: 57 Bücher
20.01.2026: 46 Bücher
20.02.2026: 41 Bücher
20.04.2026: 36 Bücher
20.05.2026: 36 Bücher 
30.06.2026: 33 Bücher
20.07.2026: 32 Bücher und 1 Bibliotheksbuch
31.08.2026: 25 Bücher
20.09.2026: 23 Bücher und 1 Bibliotheksbuch

2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel
Im September hier eingezogen sind:
  • Die Briefschreiberin - Virginia Evans   (Bücherschrankfund)
  • Die Riesinnen - Hannah Häffner   (Bibliotheksbuch)
  • Affenhitze - Volker Klüpfel/Miachel Kobr   (Kluftinger 12, gebraucht gekauft)
  • Flüchtiges Begehren - Donna Leon   (Brunetti 30, gebraucht gekauft)
Und ja, für einige mag das ungewöhnlich sein, aber hier wird einfach jedes ungelesene Buch zum SuB gezählt. Egal, ob es geliehen ist oder gerade gelesen wird, alles, was nicht gelesen/aussortiert ist, gehört zum SuB. Frauchen findet es übrigens eher irritierend, wenn man dies anders handhabt, weil das die Zahlen ja schon seeeeehr verfälschen/beschönigen kann ;-)

3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deiner Besitzerin gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Zuletzt beendet hat Frauchen "Was wäre, wenn wir mutig sind" von Luisa Neubauer. Das Buch lag noch nicht so lange da und hat für einige spannende Inputs gesorgt. Eine Rezension dazu wird in den nächsten Tagen erscheinen. Zuletzt rezensiert hat Frauchen "Das goldene Ei" von Donna Leon. Ein Krimi, der seit März 2021 unter meinen Fittichen war und meinem Frauchen sehr gut gefallen hat. Zur Rezension findet ihr HIER.


4. 
Liebe:r SuB, bei welchen Büchern Deiner Stapel glaubst Du, dass Dein:e Besitzer:in hohe Erwartungen daran hat (und es deshalb wohl noch ungelesen ist)?
Zuerst einmal möchte ich betonen, dass Frauchen natürlich immer sehr hohe Erwartungen an meine Schützlinge hat ;-) Und wenn ihr etwas nicht passt, wird gnadenlos abgebrochen und aussortiert... Besonders viel erwartet sie von:
  • Die Briefschreiberin - Virginia Evans
  • Die Riesinnen - Hannah Häffner
Noch offen vom April ist übrigens immer noch "Glück am Morgen" von Betty Smith, das Frauchen aber voraussichtlich erst im Oktober lesen wird...Und nun wünschen wir euch ganz eine gute Zeit und ein frohes Stöbern. Hinterlasst doch gerne den Link zu eurem Beitrag in den Kommentaren, dann kommen wir auf einen Gegenbesuch vorbei.

Alles Liebe und bis bald
SuBrina (und Livia)

Rezension: Das goldene Ei

Das goldene Ei - Donna Leon

Reiheninfos:

  1. Venezianisches Finale (1992)
  2. Endstation Venedig (1993)
  3. Venezianische Scharade (1994)
  4. Vendetta (1995)
  5. Acqua alta (1996)
  6. Sanft entschlafen (1997)
  7. Nobiltà (1998)
  8. In Sachen Signora Brunetti (1999)
  9. Feine Freunde (2000)
  10. Das Gesetz der Lagune (2001)
  11. Die dunkle Stunde der Serenissima (2002)
  12. Verschwiegene Kanäle (2003)
  13. Beweise, daß es böse ist (2004)
  14. Blutige Steine (2005)
  15. Wie durch ein dunkles Glas (2006)
  16. Lasset die Kinder zu mir kommen (2007)
  17. Das Mädchen seiner Träume (2008)
  18. Schöner Schein (2009)
  19. Auf Treu und Glauben (2010)
  20. Reiches Erbe (2011)
  21. Tierische Profite (2012)
  22. Das goldene Ei (2013)
  23. Tod zwischen den Zeilen (2014)
  24. Endlich mein (2015)
  25. Ewige Jugend (2016)
  26. Stille Wasser (2017)
  27. Heimliche Versuchung (2018)
  28. Ein Sohn ist uns gegeben (2019)
  29. Geheime Quellen (2020)
  30. Flüchtiges Begehren (2021)
  31. Milde Gaben (2022)
  32. Wie die Saat, so die Ernte (2023)
  33. Feuerprobe (2024) 

Beschreibung des Verlages:
Für Patta soll Brunetti diesmal nur pro forma in einem Kavaliersdelikt ermitteln: Er soll den Ruf des Bürgermeisters schützen, dessen künftige Schwiegertochter die Gesetze übertreten hat. Paola hingegen ist unerbittlich: Sie möchte wissen, was für ein Mensch der Tote war, der bei den Brunettis in der Nachbarschaft umgekommen ist. Dabei sieht alles zunächst nach einem Unfall aus: Die Schlaftabletten waren bunt wie Bonbons und der Junge nicht ganz richtig im Kopf. Doch tatsächlich: Je mehr Brunetti sich umhört, desto mehr Widersprüche kommen ans Licht, ja am Ende gar ein Mord. Niemand will etwas gewusst haben. Doch auch Nichtstun kann zum Verhängnis führen. Brunettis privatester Fall.

Inhalt:
Brunetti ist in doppelter Mission unterwegs. Für Vize Questore Patta lässt er seine Beziehungen spielen und kann verschiedene Erkenntnisse und Gefallen für seinen Vorteil nutzen. Für sich und Paola ermittelt er im Falle des verstorbenen Mannes aus seinem Viertel. Der junge Mann scheint eine Behinderung gehabt zu haben und das Verhalten seiner Mutter wirft Fragen auf. Das schlechte Gewissen, sich zu dessen Lebzeiten nicht mehr für ihn interessiert zu haben, treibt Brunetti um und lässt ihn bald auf unerwarteten Pfaden ermitteln.

Meine Meinung:
Zum ersten Mal habe ich einen Brunetti-Krimi gelesen, bei dem ich ziemlich schnell durchblickte, wie alles zusammenhängen würde. Dennoch hat mich der Roman einmal mehr von Venedig träumen, Paolas Kochkünste geniessen und am Familienleben der Brunettis teilhaben lassen. Auch haben mich Commissario Brunettis Ermittlungen, seine Gedankengänge und die immer wieder in einem gesetzlichen Graubereich getroffenen Entscheide wunderbar unterhalten. Seine persönliche Betroffenheit hat ihn um so menschlicher und nahbarer gemacht, was mir gut gefallen hat.

Meine Empfehlung:
Je neuer die Romane, desto aktueller, menschlicher und vielschichtigen kommen die Fälle daher. Brunetti macht einfach Spass und auch diesen Band empfehle ich gerne weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Tierische Profite
Originaltitel: The Golden Egg
Autorin:
Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, arbeitete als Reiseleiterin in Rom und als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin und Dozentin im Iran, in China und Saudi-Arabien. Die ›Brunetti‹-Romane machten sie weltberühmt. Donna Leon lebte viele Jahre in Italien und wohnt heute in der Schweiz. In Venedig ist sie nach wie vor häufig zu Gast.
Sprache: Deutsch
Aus dem amerikanischen Englisch von: Werner Schmitz
Taschenbuch: 320 Seiten 
Verlag: Diogenes
Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2015  
ISBN: 978-3-257-24336-9  

Rezension: Pi mal Daumen

Pi mal Daumen - Alina Bronsky

Beschreibung des Verlages:

Sie begegnen sich zum ersten Mal in einer Vorlesung: Der hochbegabte Oscar ist 16, hat einen Adelstitel und ist noch nie mit der U-Bahn gefahren. Moni Kosinsky hat drei Enkel, mehrere Nebenjobs und liebt knalligen Lippenstift und hohe Absätze. Sie ist fest entschlossen, sich heimlich den Traum von einem Mathe-Studium zu erfüllen.
Doch im Hörsaal wird Moni für eine Putzfrau gehalten und belächelt. Wie kommt sie dazu, sich für eines der schwierigsten Fächer überhaupt einzuschreiben? Und woher kennt sie den berühmtesten Professor der Uni?
Bald muss nicht nur Oscar feststellen, dass Monis Verstand und Beharrlichkeit größer sind als ihre Wissenslücken. Denn Mathematik schert sich nicht um Fragen der Herkunft, des Alters und des Aussehens. Oscar dagegen kämpft mit dem Alltag und findet ausgerechnet in der warmherzigen Moni eine Vertraute, die seinem Leben eine entscheidende Wendung gibt. Bald verbindet die beiden Außenseiter eine Freundschaft, die niemand für möglich gehalten hätte. 

Inhalt:
Der Jungstudent Oscar bewegt sich in seiner ganz eigenen Welt. Er ist nicht nur hochbegabt, sondern auch extrem privilegiert aufgewachsen. Ausserdem blickt er ziemlich ignorant auf seine Mitmenschen herab. Moni ist das genaue Gegenteil. Sie ist bereits Oma, trägt ausschliesslich schillernde Outfits, kümmert sich ganz oft um ihre Enkelkinder und arbeitet in mehreren Jobs, um sich und ihre Familie über Wasser zu halten. Daneben bleibt kaum Zeit für ihr Studium. Nachdem Moni und Oscar in einer Mathe-Vorlesung zufällig nebeneinander sitzen, nähern sich die beiden Einzelgänger einander an. Wer dabei wem am meisten unter die Arme greift, wird erst auf den zweiten Blick klar.

Meine Meinung:
Schon wieder hat mich Alina Bronsky überzeugt! Und schon wieder hat sie - wie auch schon bei "Barbara stirbt nicht" - eine furchtbar unangenehme Männerfigur geschaffen, welche die Geschichte aus ihrer eigenen eher beschränkten Perspektive erzählt und dabei die eigentliche weibliche Hauptfigur nicht nur ins Zentrum rückt sondern auch um so mehr Sympathie für sie weckt.
Mir hat sehr gut gefallen, wie viele verschiedene Ebenen sich in Bronskys Roman finden. Ein wenig übertrieben kommen die Stereotype aber schon daher. Nur spielt Bronsky natürlich auch damit und macht eindrücklich auf soziale Ungerechtigkeiten und den grossen Einfluss von Vorurteilen aufmerksam.

Schreibstil und Aufbau:
In diesem Roman verbergen sich nicht nur ein hochnäsiger Jungspund und eine fleissige, interessierte und vor allem menschliche Frau, welche sich mit ihrem Mathe-Studium einen langgehegten Traum erfüllen will, sondern auch ganz viele berührende Zwischentöne. Eine tragische Familiengeschichte, eine zum Scheitern verurteilte Beziehung und Menschen, die nie gelernt haben, sich etwas zuzutrauen, die aber eine Chance packen, wenn man sie ihnen gibt sind genau so Teil dieser Geschichte, wie desinteressierte Wissenschaftler und geborene Pädagogen. Mathematische Rätsel und Spielereien sowie Einblicke in ein turbulentes Familienleben kommen dabei ebenfalls nicht zu kurz.
In bekannter Manier sorgt Bronsky mit ihrem zarten Humor sowie einigen kreativen Überraschungen dafür, dass die Geschichte nie langweilig wird, dass Gesellschaftskritik ankommt und trotzdem für Unterhaltung gesorgt ist.

Meine Empfehlung:
"Pi mal Daumen" ist ein sehr kurzweiliges, kreativ erzähltes Buch, das einfach Spass macht und mit seiner ungewöhnlichen Protagonistin berührt. Ich wünsche dem Roman noch viele weitere Fans und empfehle ihn euch sehr gerne weiter.

Weitere Bücher der Autorin:
Baba Dunjas letzte Liebe
Der Zopf meiner Großmutter
Barbara stirbt nicht

Zusätzliche Infos:
Titel:
 Pi mal Daumen
Autorin:
Alina Bronsky, geboren 1978, lebt in Berlin. Ihr Debütroman »Scherbenpark« wurde zum Bestseller und fürs Kino verfilmt. »Baba Dunjas letzte Liebe« wurde für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert und ein großer Publikumserfolg. 2019 und 2021 erschienen ihre Bestseller »Der Zopf meiner Großmutter« und »Barbara stirbt nicht«, 2024 folgte ihr Roman »Pi mal Daumen«, der als Lieblingsbuch der Unabhängigen ausgezeichnet wurde.
Sprache: Deutsch
Fester Einband mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 272 Seiten
Verlag: KiWi
Erscheinungstermin: 15.08.2024 
ISBN: 978-3-462-00425-0

Rezension: Mit beiden Händen den Himmel stützen

Mit beiden Händen den Himmel stützen - Lilli Tolkien

Beschreibung des Verlages:
Eine Kindheit und Jugend im Ausnahmezustand und ein Mädchen, das zur Heldin der eigenen Geschichte wird. 
Lale wächst in den 80ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Sie darf wach bleiben, solange sie will, Süßigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen Grenzen immer wieder übertreten werden. Auf dem schmalen Grat zwischen Freiheit und Vernachlässigung sucht Lale ihren Weg, taumelt an den Rändern und findet Jahre später Halt im Erzählen selbst.
Authentisch, verletzlich, von poetischer Spannkraft.

TW: sexualisierte Gewalt (auch an Kindern), Alkoholmissbrauch, Drogen, Gewalt, SVV, Essstörung, Erbrechen

Inhalt:
Lale wächst bei ihrem Pflegevater in einer Männer-WG auf, in der auch ihr Vater lebt, was die Behörden aber nicht erfahren dürfen. Schon früh macht sie Erfahrungen mit Erwachsenen, die sich berauschen, lügen und stehlen. Ihre Kindheit ist geprägt von Vernachlässigung und Missbrauch, aber auch von Abenteuern und unendlichen Freiheiten. Als Jugendliche gerät sie dann selber ein wenig aus dem Lot und als junge Frau muss sie damit beginnen, sich ihren Körper zurückzuholen und zu lernen, gesunde Grenzen zu setzen und auch zu akzeptieren. 

Meine Meinung:
Viele begeisterte Rezensionen haben mich das Buch auf meine Wunschliste setzen lassen und als es dann auch noch auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis landete, habe ich es mir sofort gekauft. Schnell wird klar, dass sich auf wenigen Seiten eine sehr intensive, fordernde und stellenweise auch explizite Geschichte verbirgt. Wer zwischen diesen Buchdeckeln aber Trauma-Porn vermutet, liegt komplett falsch. Vielmehr ist dieser Roman die Aufarbeitung einer komplizierten Kindheit und Jugend, die sicher nicht ganz unähnlich ist zu Tollkiens eigenen Erfahrungen. Darum soll es aber gar nicht gehen. Im Zentrum stehen eine enorme Sprachkunst und eine Kritik an einer linken Szene, die mit kritischen und modernen Werten punktet, im Bereich Kinder- und Jugendschutz aber kläglich versagt und sich der Verantwortung für Kinder und Jugendliche nicht stellen kann und/oder will. Nicht nur sind Lales Eltern ihrer Aufgabe nicht gewachsen, auch sind sämtliche Behörden, Lehrpersonen und andere "Bezugspersonen" entweder selber Täter oder zumindest bereit, ihre Augen vor der Wahrheit zu verschliessen.

Schreibstil und Aufbau:
Die Beschreibungen der oft aufwühlenden Szenen gestaltet Tollkien mit klaren Worten aber auch mit Leerstellen. Die in der ich-Person erzählende Protagonistin Lale beschreibt dabei als erwachsene Frau Szenen aus ihrer Kindheit und Jugend und lässt gleichzeitig auch immer wieder in ihr erwachsenes Leben blicken. Dies geschieht mit kunstvoll gebildeten Sätzen, deren Struktur sich oft wiederholt und die dem Roman eine ganz eigene Form gibt.

Meine Empfehlung:
"Mit beiden Händen den Himmel stützen" ist ein intensives, mitreissendes, bewegendes Debüt, das nachhallt und Lust auf mehr macht. Ich empfehle euch das Buch gerne weiter, macht euch aber auf explizite Inhalte gefasst... Und ich werde Tollkien auf jeden Fall im Auge behalten.

Zusätzliche Infos:
Titel: Mit beiden Händen den Himmel stützen
Autorin: Lilli Tollkien, 1980 in Berlin geboren, begann verschiedene Ausbildungen und studierte unter anderem Regie und Musiktherapie in Berlin und Heidelberg. Sie arbeitete in sehr unterschiedlichen Berufen, etwa als Suchtberaterin in der JVA, als Jobcoach und Ausstatterin. Neben ihrem heutigen Beruf fotografiert sie und hat in Anthologien veröffentlicht. Sie lebt mit ihren Kindern in Leipzig. "Mit beiden Händen den Himmel stützen" ist ihr erster Roman.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 255 Seiten
Verlag: aufbau
Veröffentlichung: 14.03.2026
ISBN: 978-3-351-04284-4

Lese-Statistik August 2026

Hallo zusammen

Nun ist endlich auch der - vor allem am Anfang - immer noch viel zu heisse und trockene August überstanden und meine liebste Jahreszeit beginnt. Nach dem extrem emotionalen und auch nicht ganz einfachen Juli hatte ich im August zuerst noch eine einigermassen ruhige Woche, in der ich mich wieder an meinen Alltag herantasten konnte. Dann hat auch bereits das neue Schuljahr - wie immer mit viel Chaos, Mehraufwand und vor allem ganz vielen unvorhergesehenen Herausforderungen - begonnen. Als mittlerweile alte Häsin und mit den nach der Pause wieder aufgeladenen Batterien stürze ich mich aber jeweils sehr euphorisch in den Schulstart und mag diese kleinen und grösseren Challenges eigentlich sehr gerne.
Und weil ich gleichzeitig auch mit verschiedenen Ensembles wieder die Probenarbeit aufgenommen, mein Patenkind (und ganz viele andere tolle Menschen) oft besucht, ein grosses Fest gefeiert, einige Konzerte am Lucerne Festival erlebt habe und eine wirklich tolle Konzertanfrage für März 2027 annehmen konnte, war das ein sehr schöner, erfolgreicher, spannender Monat. Wie ihr nämlich vielleicht bereits mitbekommen habt, sind dicht und abwechslungsreich gefüllte Monate mir immer am liebsten :-D
Gelesen habe ich auch; vor allem im Zug, extrem unregelmässig und absolut querbeet, aber da waren wieder einige spannende Bücher dabei.

Gelesen im August:

Ein fesselndes Buch zum Nachdenken mit eher offenem Ende, für mich extrem stimmig gemacht


Eine erneute Reise nach Venedig mit einem brutalen Ausflug in einen Schlachthof, toll erzählt


Skurrile, absurde Kurzgeschichten, dunkelschwarzer Humor, zum Nachdenken und Gruseln


Eine starke Freundschaft, Schnee und Winter, ein Kriegsverbrechen um 1948, berührend und poetisch


Der unterhaltsame Abschluss der lose zusammenhängenden Hamburg-Reihe, gemütlich und humorvoll


Klassiker und Gesellschaftsstudie aus dem Jahr 1932 mit viel Kritik am Bildungsbürgertum, lesenswert


Zurecht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises: schmerzhaft, bewegend, klug und hoffnungsvoll zugleich


Alle Zahlen und Rezensionen:

Krokodilwächter - Katrine Engberg   (abgebrochen nach 166 Seiten)
Mörderischer Freitag - Nicci French   (abgebrochen nach 150 Seiten)
Kleine Monster - Jessica Lind   (256 Seiten)
Tierische Profite - Donna Leon   (336 Seiten)
Mini Horror - Barbi Marković   (192 Seiten)
Unmöglicher Abschied - Han Kang   (315 Seiten)
Meistens kommt es anders, wenn man denkt - Petra Hülsmann   (512 Seiten)
Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun   (208 Seiten)
Anti Müller - Yade Yasemin Önder   (240 Seiten)

Neuzugänge:

  • Shining - Stephen King (von einem guten Freund geliehen)
  • Unmöglicher Abschied - Han Kang (neu gekauft, sogar vorbestellt)
  • Mit beiden Händen den Himmel stützen - Lilli Tolkien (Longlist Deutscher Buchpreis, neu gekauft)
  • Anti Müller - Yade Yasemin Önder (Longlist Deutscher Buchpreis, neu gekauft)
  • Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun (neu gekauft)
  • Was wäre, wenn wir mutig sind - Luisa Neubauer (neu gekauft)
     

Abgebrochen:

Krokodilwächter - Katrine Engberg (abgebrochen nach 166 Seiten)
Was sooo interessant begonnen hat, hat sich leider nach kurzer Zeit nur noch gezogen. Ausserdem war der sehr bemüht wirkende male gaze extrem anstrengend zu lesen. Ich habe viele begeisterte Rezensionen zum Buch und zur Reihe entdeckt, aber auch einige, welche Längen und unnötige Ausschmückungen kritisiert haben (zu denen gehöre nun wohl auch ich), also habe ich entschieden, die anderen Teile der Reihe auch auszusortieren.

Mörderischer Freitag - Nicci French (abgebrochen nach 150 Seiten)
Ich kann es kaum fassen, dass ich diese Zeilen tippe, aber ich habe den 5. Band der Frieda Klein-Reihe abgebrochen und die weiteren Bände aussortiert, obwohl die Bände 5-7 im Juli erst - immerhin nur gebraucht - hier eingezogen sind... Schon der vierte Band der Reihe hat mich immer wieder gelangweilt und obwohl ich Frieda als Figur sehr mochte und obwohl der erste Band für mich damals ein absolutes Highlight war, passt die Reihe wohl einfach nicht mehr zu mir. Ich komme nicht mehr klar mit den unglaubwürdigen Ermittlungen, Menschen, die Frieda keinen Glauben schenken und damit, dass die Thriller einfach nur noch langweilig sind. Ausserdem habe ich keine Lust darauf, noch soooo viele weitere Bände auf eine Auflösung zu warten. Danke für die schöne Zeit, liebe Frieda, aber du kommst jetzt leider weg.

Ungelesen aussortiert:

  • Blutmond - Katrine Engberg (Kørner und Werner 2)
  • Das Nest - Katrine Engberg (Kørner und Werner 4)
  • Wintersonne - Katrine Engberg (Kørner und Werner 5)
  • Böser Samstag - Nicci French (Frieda Klein 6) 
  • Blutroter Sonntag - Nicci French (Freida Klein 7)  

  • Alle Zahlen in der Übersicht:

    Gelesene Bücher: 7
    Abgebrochene Bücher: 2
    Ungelesen aussortierte Bücher: 5
    Gelesene Seiten: 2'375 Seiten
    Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 76.6 Seiten
    Bücher von Autorinnen: 7
    Bücher von Autoren: -
    Autor*innenduos (oder Gruppen): -
    Geschenkt bekommene Bücher: -
    Ausgeliehen: 1 
    Buchgewinn: -
    Buchprämien: -
    Rezensionsexemplare: -
    Neu gekaufte Bücher: 5
    Gebraucht gekaufte Bücher: -
    Eingesammelte Bücher: -
    Bibliotheksbücher: -
    Gesamte Neuzugänge: 6
    SuB am Monatsbeginn: 33
    Aktueller SuB: 25
    Differenz: - 8