Rezension: Frauen Literatur

Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar aus dem Verlag Kiepenheuer&Witsch, vielen Dank

Frauen Literatur, Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt - Nicole Seifert

Beschreibung des Verlages:
Banal, kitschig, trivial – drei Adjektive, mit denen das literarische Schaffen von Frauen seit Jahrhunderten abgewertet wird. Während Autoren tausende von Seiten mit Alltagsbeschreibungen füllen und dafür gefeiert werden, wird Schriftstellerinnen, die Ähnliches unternehmen, Befindlichkeitsprosa vorgeworfen. Nicole Seifert ist angetreten, die frauenfeindlichen Strukturen im Literaturbetrieb aufzuzeigen. Denn von vielen von Frauen verfassten Büchern hören wir erst gar nicht, weil Zeitungs-, Radio- und Fernsehredaktionen und noch davor Buchverlage eine entsprechende Vorauswahl treffen. Vom Deutschunterricht bis zum Germanistikstudium ist der Autorinnenanteil noch immer verschwindend gering, und so lernen wir von Anfang an: Was literarisch wertvoll ist, stammt von Männern. Nachdem Nicole Seifert drei Jahre lang ausschließlich Literatur von Frauen – Klassiker wie Zeitgenössisches, Bekanntes wie Unbekannteres – gelesen hat, ist klar: Die vielbeschworene »Qualität« ist nicht das Problem. Im Gegenteil: Wir verpassen das Beste, wenn wir in unseren Bücherregalen nicht endlich eine Frauenquote einführen.

Meine Meinung:
Mit grosser Spannung habe ich dieses Buch von Nicole Seifert (der ich seit Jahren bei Instagram folge) erwartet und nach den vielen positiven Rezensionen ist meine Vorfreude noch grösser geworden. Ich wurde definitiv nicht enttäuscht und habe neben zahlreichen Argumenten für das diverse Lesen auch einige historische und gesellschaftliche Exkurse sowie Einblicke in das Verlagswesen und die Welt der Literaturkritik gewinnen können.

Dabei wird vor allem geschildert, wie es dazu gekommen ist, dass über Jahrzente Frauen, Autorinnen, gezielt von (meist männlichen) Kritikern, Verlegern und anderen Autoren missachtet und unterdrückt worden sind. Misogynie, aber auch Rassismus und Queerfeindlichkeit haben dazu geführt, dass viele Werke von Autorinnen in Vergessenheit geraten oder absichtlich klein gemacht worden sind. Wie dies - leider - in unserer Kultur verankert ist und was wir aktiv dafür tun können, unser Lesen diverser zu gestalten, dazu schreibt Nicole Seifert informiert, mit Quellen belegt und äusserst kritisch. Und dies auf knapp zweihundert Seiten. Die letzten dreissig Seiten dieses Buches sind nämlich ein wohlsortierter und aufschlussreicher Anhang, der diverse Zitate in ihren Kontext setzt und vor allem noch einmal alle im Buch erwähnten literarischen Werke zahlreicher Autorinnen detailliert auflistet.

Es klingt mittlerweile wie ein Klischee, weil es schon so oft erwähnt worden ist, aber meine Wunschliste ist wirklich sehr viel länger geworden und obwohl ich zeitenweise fast ausschliesslich Literatur von Frauen lese und generell sehr viel Wert auf Diversität lege (und dabei noch lange nicht an meinem Ziel angekommen bin), habe ich vor allem im Klassiker-Bereich zahlreiche blinde Flecken. Nicole Seifert hat auch diesbezüglich sehr viele Bücher entdeckt und zur Lektüre vorgeschlagen und ich freue mich schon auf meine literarischen Erkundungsreisen und darauf, mir bisher unbekannte Autorinnen kennenzulernen und mir selber eine Meinung zu ihren Werken zu bilden, die bereits zu oft absichtlich ignoriert worden sind.

Meine Empfehlung:
Ich kann euch allen dieses Buch nur mit vollster Überzeugung ans Herz legen. Es dient als Nachschlagewerk, als kleine Kulturgeschichte der Misogynie im Literaturzirkus (und unserer ganzen Gesellschaft) und als Plädoyer für das diverse Lesen und ist zudem sehr spannend und fundiert recherchiert geschrieben.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Frauen Literatur

Autorin: Nicole Seifert ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und gelernte Verlagsbuchhändlerin und arbeitet in Hamburg als Übersetzerin und Autorin. Ihr Blog »NachtundTag«, der sich ausschließlich mit Schriftstellerinnen beschäftigt, wurde 2019 mit dem Buchblog Award von Netgalley und dem Börsenverein des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
Sprache: Deutsch
Fester Einband: 224 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Erscheinungstermin: 09.09.2021
ISBN: 978-3-462-00236-2

Rezension: Juja

TW: Suizid, sexualisierte Gewalt

Juja - Nino Haratischwili

Beschreibung des Verlages:

Eine junge Frau ersteht in einem Pariser Antiquariat ein schmales Büchlein einer ihr unbekannten Autorin, »Die Eiszeit« von Jeanne Saré. Sie liest es in wenigen Stunden aus und fühlt sich danach um Jahre gealtert und auf verstörende Weise fundamental verändert. Wie sich herausstellt, ist sie nicht die Einzige, deren Leben nach der Lektüre ein anderes ist. Kurz nach seinem Erscheinen in den 70er Jahren hatte das Buch für Furore gesorgt, seine Autorin wurde zum Mythos: eine 17-jährige Selbstmörderin voller Hass und Sehnsucht, die die Veröffentlichung ihrer Texte nicht mehr erlebt hat. Die feministische Linke feiert sie als Märtyrerin, doch ein düsterer Sog scheint von den Worten Sarés auszugehen: 14 junge Frauen folgen der Autorin in den Freitod. Jahrzehnte später machen sich im Paris der Gegenwart ein paar Menschen auf, das düstere Geheimnis des Textes und seiner Wirkung zu ergründen. In ihrem fulminanten Debüt zeigt Nino Haratischwili auf kluge und schwindelerregende Weise die Kraft der Sprache und erzählt von der manchmal lebensverändernden Wirkung von Literatur.

Inhalt:
Die Texte von Jeanne Saré (angelehnt an die fiktive Dichterin Danielle Sarréra), einer jungen Frau, deren Weltschmerz und Lebensumstände sie schliesslich zum Suizid getrieben haben, haben das Leben so vieler Menschen verändert und beendet. Während Forschende, Liebende und Hinterbliebene sich den Texten annehmen und beginnen, an der Existenz von Saré zu zweifeln, nähern sie sich einander und ihrer eigenen Geschichte an und die Kraft der Literatur entfaltet ihre Wirkung.

Meine Meinung:
Von Nino Haratischwili habe ich vor zwei Jahren "Das achte Leben (für Brilka)" gelesen und geliebt. "Juja", Haratischwilis Debütroman, ist mir erst gerade secondhand begegnet und weil mir das Buch vorher kein Begriff war, ich aber so oder so schon lange einmal weitere Werke der Autorin lesen wollte, habe ich es mitgenommen.
Die letzten paar Tage hat es mich durch den Alltag begleitet und ich war fasziniert von der zuerst sehr verwirrenden, dann aber immer klareren Gestaltung, von den vielen Perspektiven und Figuren, die schliesslich ineinander übergehen, von den Fragen, die aufgeworfen werden und nach und nach zu einer Antwort führen und von der Sprache, die so packend, kraftvoll und zart zugleich erzählt.
Für mein persönliches Empfinden sind aller Spannung und Dramatik zum Trotz die Emotionen und die Faszination, die Sarés Texte und ihr Suizid auf zahlreiche Menschen ausgeübt hat sowie der Bezug zum Titel ein wenig zu kurz gekommen. Dennoch lässt sich in diesem Erstling die grosse literarische Qualität der Autorin erkennen und ein Eintauchen in diese einzigartige Geschichte und ihre packende Sprache lohnt sich sehr.

Meine Empfehlung:
"Juja" ist ein eher anspruchsvolles, aber um so packenderes Buch, das mich emotional nicht ganz abholen konnte, das durch den geschickt konstruierten Aufbau und die faszinierenden Perspektiven aber trotzdem äusserst lesenswert und beeindruckend erzählt ist. Von mir gibt es eine herzliche Leseempfehlung.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Juja
Autorin:
Nino Haratischwili, geboren 1983 in Tbilissi, ist preisgekrönte Theaterautorin und -regisseurin. Ihr Romandebüt "Juja" (2010) war auf der Longlist des Deutschen Buchpreises sowie auf der Shortlist des ZDF-aspekte-Literaturpreises und gewann 2011 den Debütpreis des Buddenbrookhauses Lübeck. Im selben Jahr wurde sie für ihren zweiten Roman "Mein sanfter Zwilling" mit dem Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage ausgezeichnet. Für ihren jüngsten Roman "Das achte Leben (Für Brilka)" erhielt sie den Literaturpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft und den Anna Seghers-Preis. Zudem erfährt sie große Beachtung für ihre Übersetzungen aus dem Georgischen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch, Broschur: 288 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Erschienen: 13.05.2016
ISBN: 9783548287928

Rezension: Die Rückkehr der Apfelfrauen

Die Rückkehr der Apfelfrauen - Tania Krätschmar

Reiheninfos:
1. Eva und die Apfelfrauen
2. Die Rückkehr der Apfelfrauen

Beschreibung des Verlages:
Wenn die Bäume Äpfel tragen, ist es Zeit zurückzukehren …
Land unter im Apfelgarten: Die Äste biegen sich vor Früchten – aber Dani, die in dem alten Haus mit dem weitläufigen Obstgarten wohnt, muss verreisen! Wer kümmert sich um die Ernte? Kurzerhand fahren ihre Freundinnen Eva, Nele, Julika, Marion und Dorothee in die brandenburgische Provinz. Für die fünf beginnt ein wunderbarer Altweibersommer auf dem Lande. Aber leider gibt es ein Problem. Denn ein korrupter Kerl im Dorf gefährdet Danis Traum, ein Baumblütenhotel zu eröffnen. Doch köstliche Apfelrezepte machen stark, und die Freundinnen haben nicht nur männliche Unterstützer, sondern auch eine großartige Verbündete – die Natur …

Inhalt:
Bei einem gemeinsamen Wochenende in Venedig bemerken die fünf Apfelfrauen, dass sie zwar in Kontakt geblieben sind, sich aber dennoch ein wenig aus den Augen verloren haben. Da kommt es gerade wie gerufen, dass Eva auf ihrem Biohof in Arbeit ertrinkt und ganz nach dem Motto "Alle für eine, eine für alle" die Unterstützung ihrer vier Freundinnen erbittet. Die Arbeit auf dem Hof, den Kampf gegen ihren korrupten Nachbarn und die langen Abende mit Wein und gutem Essen bringen die Frauen einander wieder näher und lassen sie einen farbenfrohen und ereignisreichen Herbst erleben.

Meine Meinung:
2014 habe ich "Eva und die Apfelfrauen" gelesen (seid beim Lesen meiner REZENSION bitte gnädig) und als 2018 die Fortsetzung erschien, wollte ich das Buch ebenfalls unbedingt lesen. Jetzt endlich habe ich es geschafft, nach Wannsee zurückzukehren und wieder in den Alltag dieser vier Frauen und vor allem von Eva, die mittlerweile mit ihrem Mann einen Biohof bewirtschaftet und von einem Baumblütenhotel träumt, das in den hochstämmigen Apfelbäumen errichtet werden soll, einzutauchen.
"Die Rückkehr der Apfelfrauen" hat mich wunderbar auf den Herbst eingestimmt, mich in Tania Krätschmars schöne Beschreibungen der Natur versinken lassen und mich einige Male so richtig hungrig gemacht. Zum Glück finden sich im Anhang ein paar Apfelrezepte, die förmlich danach schreien, ausprobiert zu werden.

Was mir aufgefallen ist und was mich vermehrt in Büchern stört, sind einzelne Formulierungen, die einfach ein wenig aus der Zeit gefallen wirken. Beispielsweise wird durchgehend fatshaming betrieben und die mehrgewichtige Tochter der Apfelfrau Dorothee wird als unattraktiv bezeichnet und permanent auf ihr Gewicht reduziert. Ausserdem werten sich die fünf Apfelfrauen als Frauen selber ab "Wir Frauen brauchen halt ein wenig länger", "Du weisst ja, wie wir Frauen sind" und ähnliche Formulierungen tauchen regelmässig auf und passen sicher in die Altersklasse, schliesslich sind die Apfelfrauen nicht mehr die Jüngsten, aber ich finde trotzdem, dass solche Formulierungen ein wenig gar oft vorgekommen sind und nicht ausschliesslich scherzhaft, sondern effektiv abwertend verwendet werden.

Nichtsdestotrotz habe ich mich in der Welt und auf dem Hof der Apfelfrauen wohlgefühlt und hätte mich am liebsten zu ihnen gesellt, mich mit ihnen ausgetauscht, ihre Gerichte gekostet (und selber ab und zu für sie gekocht) und mit ihnen lange, weinselige, Abende verbracht.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch gehört einfach in den Herbst und ich bin froh, es im September gelesen zu haben. Greift gerne zuerst zu "Eva und die Apfelfrauen" und lasst es euch inmitten der bunten Apfelsorten und der fröhlichen Frauenrunde gut gehen.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Die Rückkehr der Apfelfrauen
Autorin: Tania Krätschmar wurde 1960 in Berlin geboren. Nach ihrem Germanistikstudium in Berlin, Florida und New York arbeitete sie als Bookscout in Manhattan. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin, Rezensentin und Autorin tätig. Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: blanvalet
Erschienen am: 17. September 2018
ISBN: 978-3-7341-0628-6

1. Gemeinsamer Leseabend ~ 04.09.2021, ab 18:00 Uhr

 

Hallo ihr Lieben

19.26 Uhr
Eigentlich hatten wir heute einen kleinen Grill geplant, aber die Pläne haben sich wieder geändert, weshalb ich heute mit SuBy und Horst bei Melli und Vanessa lesen darf. Vielleicht mag noch jemand einsteigen? Der Leseabend läuft seit 18.00 Uhr, aber ich war noch mitten in der Arbeit und habe gerade auch noch etwas kleines gegessen, bin aber jetzt startklar und werde jetzt zuerst einmal ein paar Seiten lesen und dann die ersten (und zweiten) Fragen beantworten.


19.58 Uhr
Ich habe gerade noch ein kleines Projekt beendet und - wen wunderts - keine Seite gelesen, aber ich werde jetzt einmal die ersten Fragen beantworten und beim nächsten Update verraten, wie mir das Buch gefällt. Bis dann sollte ich dies dann hoffentlich wissen ;-)

Was liest Du heute Abend? Ist es ein Buch aus Frage 4. der Aktion "Mein SuB kommt zu Wort" oder hast Du Dir etwas anderes herausgesucht?
Ich lese heute "Die Rückkehr der Apfelfrauen" von Tania Krätschmar. Das Buch "Eva und die Apfelfrauen" hat mich 2014 begeistert (HIER meine Rezension, seid gnädig...) und nun wollte ich die Fortsetzung auch endlich lesen und habe mir das Buch vor einigen Tagen bestellt und gestern aus der Buchhandlung abgeholt. Und nein, mit der vierten Frage hat es nichts zu tun ;-)


Würdest Du der Einladung Deiner Protagonist:innen zu einer Einstandsparty folgen und was liefe dabei wohl für Musik?
Ich bin zwar eher introvertiert, aber wenn ich jemanden mag, dann sage ich selten nein zu einer Party dieser Person ;-) Die Protagonistinnen kenne ich ja noch, mochte ich sehr gerne und möchte ich nun wieder sehen, also ja, ich bin sehr gerne bei dieser Party dabei. Ich erinnere mich noch ganz schwammig, dass "Der Herr der Ringe" im ersten Band eine unterhaltsame Rolle gespielt hat, sofern ich gerade das Buch nicht verwechsle... Also könnte ein wenig Filmmusik laufen? Sicher aber im Hintergrund. Und wahrscheinlich würden wir so oder so unter den Apfelbäumen am Lagerfeuer sitzen und vielleicht gar keine Musik hören, sondern stundenlang plaudern, das mag ich auch ganz gerne.

Bei einer Einstandsparty dürfen Snacks und Getränke natürlich nicht fehlen. Was steht bei Dir heute bereit?
Zum Abendessen gab es frische Tomaten mit Burrata und Oliven und selbstgebackenem Brot, jetzt gerade steht ein Früchteteller bereit, den ich nebenher vernichte. Ausserdem habe ich mir ein Glas Rotwein gegönnt :-)

Und nun wird gelesen und ich melde mich 21.00 Uhr wieder :-)


21.03 Uhr
Ich habe ein wenig gestöbert und die ersten 30 Seiten meines Buches gelesen und beantworte jetzt noch schnell die 19.30-Uhr-Frage:

Wie gefällt Dir Dein Buch bisher? Ist es von Deinen Lieblingsautor:innen oder hast Du zuvor noch nichts von diesem Autor/dieser Autorin gelesen?
Mein Buch gefällt mir bisher ganz gut, ich bin bereits nach Venedig gereist, Burrata und Rotwein passten also sehr gut, als hätte ich es geahnt ;-) Wie bereits erwähnt habe ich schon ein Buch der Autorin gelesen und gerne gemocht, ich würde Tania Krätschmar aber nicht als eine Lieblingsautorin bezeichnen.

Und nun zur aktuellen Frage:
Meteorologisch hat bereits der Herbst begonnen. Freust Du Dich schon auf die gemütliche Jahreszeit mit Tee, Kuscheldecke und einem guten Buch?
Oh ja, klar. Ich bin ein absolutes Herbst- und Winterkind und freue mich jeweils schon nach dem Osterfest bereits auf den Herbst und vor allem auch auf Weihnachten (wenn es nach mir ginge, könnte ich auf den Sommer gut verzichten). Tee trinke ich zwar immer weniger, aber Glühwein und Kastanien und gebrannte Mandeln....hmmm, perfekt :-)


22.09 Uhr
Die Zeit vergeht unendlich schnell, ich habe nun bereits die ersten 70 Seiten des Buches verschlungen und tauche immer mehr in die Geschichte ab, das mag ich immer total gerne.

Wir befinden uns schon in der zweiten Jahreshälfte! Welche Reihe möchtest Du in diesem Jahr gerne noch beenden?
Ach, gar keine. Ich lese nicht viele Reihen und bin erst so langsam dabei, einige umfangreichere Krimireihen zu komplettieren, weshalb ich wohl noch ziemlich lange brauchen werde, um diese dann auch noch zu lesen und beenden. Da mache ich mir gar keinen Stress :-)


23.01 Uhr
Wo ging jetzt diese Stunde hin? Ein paar Kommentare und ein paar Seiten und langsam werden die Augenlider schwer. Morgen geht es wieder früh los, deshalb kommt mir das Ende des Leseabends (auch wenn es sehr schön war mit euch) schon auch entgegen. Im Bett werde ich noch ein paar Seiten lesen und dann geht es sicher bald ins Traumland ;-)

Fazit - Irgendwann ist leider auch die schönste Party zu Ende. Wie viel hast Du heute Abend gelesen? Hast Du Anmerkungen zu unserem ersten gemeinsamen Leseabend? Was hat Dir gefallen, was würdest Du Dir für den nächsten Leseabend wünschen?
Ich bin ziemlich überrascht, ich habe nämlich 107 Seiten in meinem Buch gelesen und dies, obwohl ich so spät eingestiegen, viel gestöbert und gesnackt habe ;-) Es war ein sehr schöenr und gemütlicher Leseabend in kleiner Runde und ich hoffe, dass wir den bald wiederholen können.

Schlaft ganz gut und wir lesen uns. Alles Liebe und vielen Dank für die Organisation und das Veranstalten des Abends
Livia

Lese-Statistik August 2021

Hallo ihr Lieben

Nun ist auch der August schon bald wieder vorbei und es wird Zeit, euch meine gelesenen Bücher zu zeigen. Der August brachte nicht viele Lesestunden mit sich. Obwohl ich steil gestartet bin und in den ersten zwei Augustwochen, die von spannenden Proben und Aufnahmen geprägt waren, viel gelesen habe, wurde es nachher ein wenig mau. Vor allem "Das dunkle Geschenk" (ein Buch für das Dicke-Bücher-Camp 2021 der lieben Marina) und ein sehr schwieriger Start ins Schuljahr haben mich Mitte August ausgebremst. Ich hatte keinen Kopf zum Lesen und freue mich nun sehr darüber, dass ich in der letzten Woche so richtig in meinen Alltag und meinen neuen Rhythmus gefunden habe und dass der Liebste und ich bald einen Umzug zu planen haben sowie dass ich jetzt schon voller Motivation für meine Herbstlektüren bin.

Im August gelesen habe ich:

Eine berührende Geschichten über zwei Freundinnen, Demenz, Liebe, Vertrauen und Verlust, Herzensbuch

Ein eher langatmiges Buch, das Krimielemente, romantische Szenen und historische Hintergründe mischt

Aus kalter Distanz erzählte Familiengeschichte, Intergeschlechtlichkeit, fesselnd und abweisend zugleich

Ein Blick hinter die Kulissen einer ultraorthodoxen Sekte, wahre Geschichte, bewegend, verstörend

Alle Rezensionen auf einen Blick:

Was bleibt, wenn alles verschwindet - Hermien Stellmacher   (367 Seiten)
Ein dunkles Geschenk - Nora Roberts   (608 Seiten)
Sein Name war Annabel - Kathleen Winter   (448 Seiten)
Unorthodox - Deborah Feldman   (384 Seiten)


Im August hat mich lediglich ein Neuzugang erreicht und zwar war das "Koma" von Jo Nesbø. Eine Freundin von mir hat das Buch gelesen und wollte es gerade in einen offenen Bücherschrank stellen, als sie sich daran erinnerte, dass ich die Reihe komplettieren und irgendwann ganz lesen will. "Koma" hatte ich prompt noch nicht, also fand das Buch den Weg zu mir :-)

Alle Zahlen auf einen Blick:

Gelesene Bücher: 4
Abgebrochene Bücher: -
Somit in die Leseeule: 4 Franken
Gelesene Seiten: 1'807 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 58.29 Seiten
Geschenkt bekommene Bücher: 1
Ausgeliehen: -
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: -
Gekaufte Bücher: -
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 1
SuB am Monatsbeginn: 98
Aktueller SuB: 95
Differenz: - 3

Rezension: Unorthodox

Unorthodox - Deborah Feldman

Beschreibung des Verlages:

"Unorthodox ist ein Enthüllungsbuch, das sich wie ein Roman liest." (Die Welt)

Am Tag seines Erscheinens führte »Unorthodox« schlagartig die Bestsellerliste der New York Times an und war sofort ausverkauft. Wenige Monate später durchbrach die Auflage die Millionengrenze. In der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetze erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Noch nie hat eine Autorin ihre Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten so lebensnah, so ehrlich, so analytisch klug und dabei literarisch so anspruchsvoll erzählt.

Inhalt:
Deborah wächst als chassidische Jüdin in Williamsburg auf. Dort erfährt sie am eigenen Leibe, wie sehr die strengen Gesetze der Satmar-Gemeinde - eine ultraorthodoxe Sekte -  sie als junge Frau einschränken und sie mit täglichen Geboten und vor allem Verboten an die Gemeinde und ihre Familie fesseln. Vom Aufwachsen bei ihren strenggläubigen Grosseltern, über die Zwangsheirat, bis hin zur Entdeckung einer ganz neuen Freiheit erzählt Deborah Feldman schonungslos ehrlich aus einer Parallelwelt, die für einige Menschen immer noch Alltag ist.

Meine Meinung:
Gemeinsam mit Jamie vom Blog Librovore habe ich dieses Buch gelesen und immer wieder besprochen und diskutiert und wir sind uns dabei nicht immer ganz einig geworden, waren beide aber entsetzt von Deborah Feldmans Schicksal, den strengen und vor allem frauenfeindlichen Sitten und Gebräuchen der ultraorthodoxen Satmar-Gemeinde und dem blinden Vertrauen, das die Mitglieder der Gemeinde ihren Rabbis entgegenbringen.
Ich habe die unterschiedlichen Kapitel jeweils förmlich inhaliert und der Glossar im Hintergrund sowie die Anmerkungen zur Übersetzung haben mich die ganze Geschichte und alle Zusammenhänge noch besser nachvollziehen lassen. Bewusst sind nämlich einzelne Wörter aus dem Jiddischen und Hebräischen aus Authentizitätsgründen nicht übersetzt worden, was ich persönlich als sehr passend empfunden habe. Auch habe ich mich in den vergangenen Jahren bereits mit einigen Dokumentationen, Reportagen, Artikeln und Büchern rund um das (orthodoxe) Judentum befasst, weshalb mir zum Glück nicht alles total fremd war.

Erzählsprache:
Vor allem am Anfang der Geschichte war ich noch total gefangen in Deborahs Alltag in ihrer Welt und habe sie sehr gut nachvollziehen können. Der Schluss des Buches war mir aber ein wenig zu nüchtern und vor allem zu schnell erzählt. Da hätte ich mir noch mehr Hintergründe und Nahbarkeit gewünscht. Ich kann aber nachvollziehen, dass gerade die Kapitel rund um den Austritt aus der Gemeinde sich nicht so leicht haben schreiben lassen, weshalb ich diese eher distanzierte Erzählhaltung der Autorin durchaus verstehen kann, schliesslich hat sie beim Schreiben dieser Geschichte alle Erinnerungen noch einmal durchleben müssen.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch ist sehr anspruchsvoll und vor allem erschütternd. Ich empfinde es aber genau deshalb als um so wichtiger. Diese Geschichte, die zwar tief bewegt, die aber eine Erfolgsgeschichte ist, macht Mut und klärt auf, weshalb ich euch "Unorthodox" sehr herzlich empfehle.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Unorthodox
Originaltitel: Unorthodox
Autorin: DEBORAH FELDMAN (geb. 1986, New York) wuchs in der chassidischen Satmar-Gemeinde im zu Brooklyn gehörenden Stadtteil Williamsburg, New York, auf. Ihre Muttersprache ist Jiddisch. Sie studierte am Sarah Lawrence College Literatur. Heute lebt die Autorin mit ihrem Sohn in Berlin.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von: Christian Ruzicska
Taschenbuch, Klappenbroschur: 384 Seiten
Verlag: btb
Erschienen am: 19. Juni 2017
ISBN: 978-3-442-71534-3

Rezension: Sein Name war Annabel

Dieses Buch ist ein Rezensionexemplar aus dem btb Verlag, das mich via Bloggerportal erreicht hat. Vielen herzlichen Dank dafür.

Sein Name war Annabel - Kathleen Winter

Beschreibung des Verlages:

Croydon Harbour, ein verschlafener kleiner Ort an der Küste Labradors, 1968. Die Aufbruch- und Proteststimmung der Zeit ist nicht bis in diese abgelegene Gegend vorgedrungen, als ein freudig erwartetes Baby zur Welt kommt. Doch dieses Kind ist anders: nicht ganz Junge und auch nicht ganz Mädchen. Die Eltern – in erster Linie jedoch der Vater – entscheiden, es als Jungen aufwachsen zu lassen. Aber das männliche Rollenbild, verhaftet in alten Traditionen und bestimmt durch Jagen und Fischen, bleibt dem Jungen fremd. Und er sucht einen Weg, um zu sich selbst zu finden und selbstbestimmt leben zu können. Zur Seite steht ihm dabei eine gute Freundin der Eltern, die um sein Geheimnis weiß.

Inhalt:
In Labrador, einem kleinen Ort in Kanada, in dem die Männer im Winter bei den Fallen sind und die Frauen sich um das Haus und die Kinder kümmern, wird ein intergeschlechtliches Kind geboren. Die Liebe seiner Mutter, die es gerne als Mädchen aufwachsen sehen würde, widerspricht der Idee des Vaters, der auf die Ärzte hören und sein Kind zu einem "richtigen Mann" heranziehen möchte. Thomasina, die beste Freundin von Jacinta, nennt das Kind im Geheimen und als Andenken an ihre verstorbene Tochter "Annabel" und wird zu einer engen vertrauten des Kindes, das schliesslich unter dem Namen Wayne aufwächst und immer öfter seine Andersartigkeit bemerkt und das Schweigen seiner Eltern zu deuten vermag.

Meine Meinung:
Fasziniert von Titel und Cover dieses Buches habe ich mich - ohne den Klappentext oder eine Beschreibung gelesen zu haben - ans Lesen dieses Buches gemacht. Deshalb war ich um so positiver überrascht von der einfühlsamen und wohlinformierten Integration des Themas der Intergeschlechtlichkeit. Diese steht aber gar nicht so sehr im Zentrum, respektive wird sie nie so konkret benannt und Kathleen Winter thematisiert vielmehr den (fahrlässigen aber damals wohl nicht besser informierten) Umgang der beratenden Ärzte und die Hilflosigkeit der Eltern, die eigentlich einfach nur das Beste für ihr Kind wollen. Vor allem Treadway, der Vater des Kindes, das unter dem Namen Wayne aufwächst, bemüht sich intensiv darum, seinen Sohn in eine typische, überholte Männerrolle zu zwingen. Dass dies einen chirurgischen Eingriff und lebenslange Hormonbehandlungen mit sich zieht, wird von der einfach lebenden Familie stillschweigend akzeptiert und finanziert. Nur Wally hält als Freundin und Vertraute zu Wayne und diese Freundschaft, welche sich durch die ganze Geschichte hindurch stetig verändert, hat mich wirklich berührt.
Insgesamt haben mich die Handlung sowie die abweisende, emotional distanzierte Stimmung in diesem Buch fasziniert und ausserdem empfand ich die Entwicklung der einzelnen Figuren zueinander aber auch auseinander als äusserst realistisch dargestellt. Andererseits hat mich diese Distanz beim Lesen auch gestört und während ich den Figuren manchmal sehr nahe war, beispielsweise während Annabel/Wayne brutale sexuelle Gewalt angetan wird oder während die Mutter Jacinta sich überlegt, mit ihrem Säugling vor den Chirugen im Krankenhaus zu fliehen, erlebte ich doch auch eine Leere und Unnahbarkeit, die zwar zur Stimmung gepasst, mich das Buch aber auch als ein wenig zäh haben empfinden lassen.

Entwicklung:
Von eindringlich über distanziert, von packend bis zäh... Kathleen Winter zieht alle Fäden und dies gelingt leider nicht immer ganz überzeugend. Während gerade am Anfang des Buches die Stimmungen von Jacinta und ihrer besten Freundin Thomasina die Handlung mitprägen und erst so richtig fassbar machen, verschwinden sowohl Jacinta als auch Treadway leider immer mehr im Hintergrund. Dies kann durchaus gewollt sein, wird Jacinta doch im Verlauf des Buches depressiv und die Beziehung zu Treadway zerdröselt ebenfalls mehr und mehr, aber trotzdem wären diese Figuren eigentlich so wichtig für die Handlung, weil sie ihr Kind entscheidend mitgeprägt haben. Annabel/Wayne wird älter und selbstständiger, trifft Entscheidungen und dabei zeigt sich eine sehr starke Auseinandersetzung der Autorin mit Vorurteilen, mit Gewalt, Ablehnung, Intoleranz und der Suche nach sich selber, die mich wieder stark gefesselt hat.

Meine Empfehlung:
Einiger Abstriche im Schreibstil und der distanzierten Erzählhaltung dieses Buches zum Trotz, ist "Sein Name war Annabel" aktueller denn je, zeigt auf, wie wenig sich grosse Teile unserer Gesellschaft mit Menschen, die nicht in vorgefertigte Rollenbilder passen, arrangieren können und wollen und welche Schwierigkeiten dadurch für Betroffene und ihr Umfeld entstehen können. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Intergeschlechtlichkeit empfinde ich als sehr gekonnt und empfehle euch das über weite Teile faszinierendes und fesselndes Buch sehr gerne weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Sein Name war Annabel
Originaltitel: Annabel
Autorin: Kathleen Winter ist Journalistin, Romanautorin, verfasst Kurzgeschichten und schreibt Drehbücher für das kanadische Fernsehen. Ihr Debütroman »Annabel« war ein Bestseller in Kanada und ein internationaler Erfolg. Ihr Memoir »Eisgesang« war nominiert für den Hilary Weston Writers Trust Prize for Nonfiction und den RBC Taylor Prize. Kathleen Winter hat lange in St John's auf Neufundland gelebt. Heute lebt sie in Montreal.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Elke Link
Hardcover mit Schutzumschlag: 448 Seiten
Verlag: btb
Erschienen am: 26. Juli 2021
ISBN: 978-3-442-75772-5

Rezension: Ein dunkles Geschenk

Ein dunkles Geschenk - Nora Roberts

Beschreibung des Verlages:
Sie beobachtet einen Mord und verstrickt sich in ein Netz aus Macht, Tod und Verlangen
Lila Emerson liebt ihren Job als House-Sitterin. Doch als sie eines Tages vom Fenster eines fremden Apartments scheinbar einen Mord mit anschließendem Suizid beobachtet, verändert sich ihr Leben auf einen Schlag, denn Ashton Archer, der Bruder des Mörders, bittet sie um Hilfe. Lila fühlt sich von dem attraktiven Künstler mehr als angezogen, und auch Ash weiß: Die Frau mit den dunklen, tiefgründigen Augen muss er zeichnen! Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit, und bald wird klar: unschätzbar teure Kunstgegenstände stehen im Zentrum dieses Verbrechens – und ein Sammler, der für seine Obsession über Leichen geht …

Inhalt:
Lila reist als House-Sitterin von einer luxuriösen Residenz zur nächsten. Dort kümmert sie sich um Pflanzen, Haustiere und die Post, schreibt an ihrem neuen Roman und beobachtet die Nachbarn durch die oft grossen Scheiben der modernen Häuser. Als sie eines Abends den Mord an einer jungen Frau und den angeblichen Suizid des potenziellen Täters mitansieht, verändert sich ihre Welt schlagartig. Sie lernt den Bruder des mutmasslichen Mörders, einen namhaften Künstler, kennen und begibt sich mit ihm auf eine gefährliche Spurensuche, welche die beiden mitten in die Abgründe der Kunstwelt und einander näher bringt.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist wohl mitverantwortlich dafür, dass ihr hier sehr lange keine Rezension mehr gelesen habt. Es war nämlich immer mal wieder sehr zäh und langatmig, wurde dann aber von packenden Szenen unterbrochen. Sehr gut gefallen haben mir die Einblicke in die Welt der Kunst und dabei vor allem die Ausführungen rund um die berühmten Fabergé-Eier, ihrem Schöpfer Peter Carl Fabergé und deren Geschichte, die mich weit in die Vergangenheit Russlands und der russischen Zarenfamilie reisen liessen und auf eine genaue Recherchenarbeit der Autorin hindeuten. Dies imponiert mir immer sehr. Weniger gut gefallen hat mir die Art und Weise, in der Nora Roberts (die nun wirklich nicht zu den emanzipiertesten Autorinnen gehört), versucht, ihre Protagonistin als unabhängige Frau darzustellen, die aber zeitgleich trotzdem irgendwie gerettet werden muss (von einem Mann natürlich). Dies wirkte konstruiert und widersprüchlich und hat mit unendlichen Plänkeleien zwischen den beiden für Längen gesorgt.
Die reine Krimihandlung ist spannend, brutal und von der Idee her überzeugend, die Liebesgeschichte aber, die insgesamt zu viel Raum einnimmt, war mir einfach zu gewollt dargestellt.

Schreibstil:
Überrascht hat mich, wie detailliert Nora Roberts einzelne Szenen schildet. Und nein, ich meine nicht das Bettgeflüster, das bin ich mir von ihr bereits gewohnt ;-) Vielmehr gibt es eine brutale Folterszene und eine blutige Kampfszene, die sonst so gar nicht in den leicht dahinplätschernden Erzählfluss passen und mich wohl auch deshalb eher irritiert haben und die ich sicher auch als eher heftig empfunden habe, weil der Kontrast zu den anderen Szenen sehr gross ist. Anonsten haben mir persönlich die weit ausschweifenden historischen Exkurse gefallen. Diese vielen unterschiedlichen Elemente: packende und teilweise brutale Szenen in der Krimihandlung, eine zu gewollte Liebesgeschichte und ausführliche historische Exkurse werden aber einfach nicht ganz rund zusammengefasst... Um so origineller und detaillierter beschrieben war dann aber die House-Sitting-Arbeit der Protagonistin Lila und diese Szenen waren mit die unterhaltsamsten.

Fazit:
Ein nicht ganz rundes Buch, das leider einige Längen aufweist, aber stellenweise auch sehr spannend und vor allem sehr umfassend recherchiert ist. Immerhin war das ein Erfolg für das Dicke-Bücher-Camp 2021 von Marina, aber im Regal bleibt das Buch nicht.

Zusätzliche Infos:
Titel: Ein dunkles Geschenk
Originaltitel: The Collector
Autorin: Nora Roberts wurde 1950 in Silver Spring, Maryland, als einzige und jüngste Tochter von fünf Kindern geboren. Ihre Ausbildung endete mit der Highschool in Silver Spring. Bis zur Geburt ihrer beiden Söhne Jason und Dan arbeitete sie als Sekretärin, anschließend blieb sie Hausfrau und Mutter. Anfang der siebziger Jahre zog sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern nach Maryland aufs Land. Sie begann mit dem Schreiben, als sie im Winter 1979 während eines Blizzards tagelang eingeschneit war. Nachdem Nora Roberts jedes im Haus vorhandene Buch gelesen hatte, schrieb sie selbst eins. 1981 wurde ihr erster Roman »Rote Rosen für Delia« (Originaltitel: Irish Thoroughbred) veröffentlicht, der sich rasch zu einem Bestseller entwickelte. Seitdem hat sie über 200 Romane geschrieben, von denen mehr als 500 Millionen Exemplare verkauft wurden; ihre Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Sowohl die ROMANCE WRITERS OF AMERICA als auch die ROMANTIC TIMES haben sie mit Preisen überschüttet; sie erhielt unter anderem den Rita Award, den Maggie Award und das Golden Leaf. Ihr Werk umfasst mehr als 195 New-York-Times Besteseller. 1986 wurde sie in die Romance Writers Hall of Fame aufgenommen.
Heute lebt die Bestsellerautorin mit ihrem Ehemann in Keedysville/Maryland.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von: Margarethe van Pée
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erschienen am: 21. November 2016
ISBN: 978-3-7341-0389-6

Mein SuB kommt zu Wort, 20.08.21

"Mein SuB kommt zu Wort"

Hallo ihr Lieben

Schon ein halbes Jahr ist es her seit unserer letzten Teilnahme (das war im Januar 2021) und die von *Annas Bücherstapel* ins Leben gerufene Aktion wird mittlerweile bei *Mellis Buchleben* und *Vanessas Literaturblog* weitergeführt.  Wir haben ausserdem eine grosse Neuigkeit zu verkünden, weshalb wir uns hier wieder einmal melsen. Nun lasse ich SuBrina an die Tastatur und verabschiede mich ins Bett. Morgen wird dann ausgiebig gestöbert. Schlaft alle gut :-)

Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Ein grosses Hallo in die Runde auch von mir
Mein Frauchen hat mich lange nicht zu Wort kommen lassen und das hatte seine Gründe. Vor allem waren es Zeitmangel und Unlust, aber wir beide hatten auch wieder einmal eine grössere kleinere Krise. Nachdem wir uns aber zu einem intensiven Gespräch getroffen haben, bei dem einige Lösungen ausgearbeitet worden sind (unter anderem hat Frauchen deutlich ausgemistet und darf Bücher nur noch mit Einkaufsliste shoppen), haben wir wieder einen gemeinsamen Weg und sogar ein Ziel gefunden und sind zum ersten Mal seit wahrscheinlich etwa 10 Jahren endlich, endlich weider im zweistelligen Bereich angekommen. Ja, richtig gelesen: ich wiege/messe/beinhalte aktuell 97 Bücher (hier einmal laut jubeln bitte)🎉🎉🎉.

Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Im August ist nur ein einziges Buch hier eingezogen und zwar "Koma" von Jo Nesbø, den zehnten Teil der Reihe um den Ermittler Harry Hole. Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, möchte Livia einige Reihen (darunter eben auch diese Reihe) komplettieren und stöbert dabei oft in Bücherschränken und im Brocki. "Koma" hat Livia aber gar nicht selber gekauft, sondern von einer Freundin und Mitmusikerin bekommen, die das Buch aussortiert und sich noch an Livias Vorliebe für diese Reihe erinnert hat. Mein Frauchen hatte bei diesem Neuzugang die Finger also eigentlich gar nicht im Spiel ;-)

Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Zuletzt gelesen hat Livia "Ein dunkles Geschenk" von Nora Roberts. Die Rezension dazu wird wohl morgen oder am Sonntag online gehen. Zuletzt rezensiert worden ist aber "Was bleibt, wenn alles verschwindet" von Hermien Stellmacher. HIER geht es zur Rezension.

Das Buch war ein Rezensionsexemplar aus dem Insel Verlag und Livia ist immer noch ganz begeistert von der berührenden Geschichte.

Liebe:r SuB, im August ist Urlaubszeit, also hat Dein:e Besitzer:in vielleicht etwas mehr Zeit, um in längere Geschichten abzutauchen?! Deshalb sind diesmal die richtig starken Wälzer, also Bücher ab 500 Seiten, gefragt.
Der Urlaub ist hier schon lange wieder vorbei, aber gerade läuft ja noch das Dicke-Bücher-Camp-2021 bei Marina und Livia steckt (immer noch und wohl noch langer) in Ronald M. Schernikaus Opus magnum "Legende" (1300 Seiten). Das Buch möchte sie bis Ende Jahr beenden. Eigentlich wäre dies bis zum 20.2.21 geplant gewesen, um hier davon zu erzählen, aber das Buch lässt sich nicht unter Druck lesen, deshalb haben wir den Druck einfach rausgenommen. Dann liest sie aktuell "Die Verlobten des Winters" von Christelle Dabos (535 Seiten) und wollte eigentlich noch "Das Haupt der Welt" von Rebecca Gablé (864 Seiten) und "Melnitz" von Charles Lewinsky (776 Seiten) lesen, aber das wird wohl ein wenig knapp... Mal sehen, was sich noch machen lässt.

Und nun seid ihr an der Reihe. Lasst die Seiten rascheln und erzählt uns, wie es bei euch in den Regalen gerade aussieht. Lasst uns gerne auch euren Link da, wir schauen auf jeden Fall bald vorbei.

Ganz liebe Grüsse
SuBrina (und schon fast schlafende Livia)

Rezension: Was bleibt, wenn alles verschwindet

Dieses Rezensionsexemplar wurde mir vom Insel Verlag zur Verfügung gestellt, vielen Dank.

Was bleibt, wenn alles verschwindet - Hermien Stellmacher

Beschreibung des Verlages:

Beste Freundinnen seit über dreißig Jahren: Ruth und Susanne haben alles miteinander geteilt, doch nun wird ihre Freundschaft nicht mehr dieselbe sein. Susanne zeigt erste Anzeichen einer Demenz, die Gedächtnislücken und Aussetzer häufen sich, und sie spürt, dass ihr Leben ihr immer mehr entgleitet. Während Ruth, unterstützt von ihrem Mann und Freunden, alle Hebel in Bewegung setzt, damit es ihrer Freundin auch in Zukunft an nichts fehlen wird, quält die noch eine ganz andere Sorge: Es ist höchste Zeit, Ruth ein gut gehütetes Geheimnis zu offenbaren, das ihrer beider Leben seit langem schicksalhaft miteinander verknüpft. Doch dieses Geständnis könnte die Freundschaft für immer zerstören …
Ein berührender Roman über die Kraft der Freundschaft und zwei starke Frauen, die dem Schicksal mutig die Stirn bieten.

Inhalt:
Ruth und Susanne waren jahrelang Arbeitskolleginnen und sind sich als beste Freundinnen nicht nur im Lehrerzimmer, sondern in allen Lebenslagen zur Seite gestanden. Ausserdem verbindet sie die Liebe zur Literatur und zum Wandern und guten Essen, das sie gerne in einem Gasthof mit skurrilem Namen einnehmen. Bei einem ihrer Wochenendtrips fällt Ruth auf, dass Susanne noch müder und zerstreuter ist, als sonst und bald wird bei ihr Alzheimer diagnostiziert.
Als Susanne spürt, dass sie den Bezug zu ihrem eigenen Leben und ihr Gedächtnis langsam aber sicher verliert, setzt sie sich schweren Herzens daran, ihre Erinnerungen niederzuschreiben und Ruth dabei ein Geständnis zu machen, das ihre Freundschaft in grosse Gefahr bringt.

Meine Meinung:
Bisher habe ich Hermien Stellmacher als Autorin berührender Katzenbücher (HIER, HIER und HIER) und bei lebhaften Leserunden sowie durch den Austausch via Social Media kennengelernt. Um so neugieriger war ich auf dieses ganz andere Buch, das eine bewegende Geschichte um ein sehr ernstes Thema verspricht und dieses Versprechen mehr als erfüllt. Ich war beeindruckt von der Leichtigkeit und Natürlichkeit, mit der sich Hermien Stellmacher dem Thema Demenz annähert und wie einfühlsam sie sowohl Ruths Gefühl der Ohnmacht gegenüber der Erkrankung ihrer besten Freundin, als auch Susannes zunehmender Verlust ihrer Erinnerungen beschreibt. Ausserdem finde ich, dass Susannes grosses Geheimnis spannend und stimmig in die Geschichte integriert wird und zum Verlauf der Erzählung passt. Eine besondere Freude hat mir bereitet, dass die "Mondnacht" von Schumann (und generell die Liebe zur Musik) im Buch eine prominente Rolle spielt, was in meinen Augen sehr gut zur Handlung und den beiden Freundinnen passt.
Viele Szenen haben mich an eine wunderbare Nachbarin erinnert, die leider seit einigen Jahren nicht mehr lebt, aber mit der ich als Kind viel Zeit verbracht habe. Auch sie ist an Alzheimer erkrankt und vor allem die vielen Strategien zum Verbergen der kleinen Aussetzer, aber auch der humorvolle Umgang damit, kenne ich nur zu gut von damals.

Sprache:
Hermien Stellmacher erzählt sowohl aus der Sicht von Ruth, als auch von Susanne und beleuchtet manchmal auch zweimal die gleiche Szene aus diesen verschiedenen Blickwinkeln. So wird bewusst, wie Susannes Gedächtnis sie mehr und mehr im Stich lässt und welche Schwierigkeiten dies in ihrem Alltag verursachen kann. Szenen voller Schmerz und Ärger, aber auch sehr unterhaltsame Momente werden dabei einfühlsam in die ruhig erzählte Geschichte integriert. Zugleich beschreibt Stellmacher mit äusserst treffenden Worten, wie bitter es für Angehörige und Bekannte sein kann, wenn geliebte Menschen nach und nach den Bezug zu ihrem eigenen Leben verlieren.

Meine Empfehlung:
"Was bleibt, wenn alles verschwindet" ist eine einfühlsame und berührende, aber auch sehr humorvoll erzählte Geschichte über zwei enge Freundinnen und die Themen, Demenz, Verlust, Liebe, Verantwortung und das Verzeihen und Versöhnen. Musik und gutes Essen spielen im Buch genau so eine Rolle, wie der Wert von Erinnerungen und kleinen und grösseren Gesten im Alltag und ich empfehle euch dieses schöne Buch von ganzem Herzen weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Was bleibt, wenn alles verschwindet
Autorin: Hermien Stellmacher, geboren 1959, wuchs in Amsterdam auf. Im Alter von 15 Jahren zog sie nach Deutschland. Sie illustrierte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher. Seit einigen Jahren schreibt sie hauptsächlich für Erwachsene, zum Teil unter dem Pseudonym Fanny Wagner. Wenn sie nicht gerade in der Provence weilt, lebt sie mit ihrem Mann und zwei Katern in einem kleinen Dorf in der Fränkischen Schweiz.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 367 Seiten
Verlag: Insel Taschenbuch
Erscheinungstermin: 18.07.2021
ISBN:
978-3-458-68152-6

Lese-Statistik Juli 2021


Hallo ihr Lieben

Ein turbulenter Monat Juli mit Stundenplandiskussionen (same procedure as every year), einer kurzen Auszeit in Bosnien und vielen buchigen Veränderungen ist vorbei. Das alltägliche Üben und die Organisationsarbeit haben mich wieder und es freut mich sehr, dass ich in der ersten Augstwoche fast täglich für Proben mit meinem Trio in Luzern sein werde und dass ich in der zweiten Augustwoche mit meinem Duo proben und ein Stück aufzeichnen darf. Ausserdem werde ich am 13.8.21 ein Solokonzert spielen, bei dem ich ein Werk einer guten Freundin uraufführe.
Auch die Musikschularbeit startet in der zweiten Augustwoche mit einer ganztägigen Lehrer:innenkonferenz und ab der dritten Augustwoche beginne ich wieder mit dem Unterrichten an der Musikschule, in diesem Jahr mit 60% statt 50% Festanstellung, was sicher neben der aktuell regen Konzerttätigkeit (Leute, ich bin bis März 2022 nicht schlecht gebucht, bis Mai 2022 sind ebenfalls schon Projekte in Planung) sehr herausfordernd wird, aber meinem Alltag auch viel Struktur gibt und wer weiss, wie sich der Herbst/Winter entwickelt...

Ihr wisst auch, dass ich ein absolutes Regen- und Herbstkind bin, das Sommerwetter war genau "mein" Wetter und ich bin nach sehr vielen kühlen, regnerischen und bewölkten Tagen erholter, entspannter und lebensfreudiger denn je (die letzten zwei, drei Sommer waren der Horror für mich) und natürlich fühle ich trotzdem von Herzen mit allen mit, die so stark von den Unwettern betroffen waren und sind, ihre Habe, Ernte, geliebte Menschen oder sogar ihr Leben verloren haben...

Wir haben nach langem Hin und Her entschieden, wegzufahren und waren knapp zehn Tage in Bosnien bei der Schwiegerfamilie und das war - nachdem wir einige uns sehr liebe Verwandte nun zwei ganze Jahre lang nicht gesehen haben - wirklich sehr, sehr schön, wenn auch natürlich überhaupt nicht erholsam, weshalb wir die letzte Juliwoche sehr ruhig angehen lassen haben, uns um den Haushalt und die Post - sowie die in unserer Abwesenheit eingegangenen Mails (und ich mich um meine Instrumente) - gekümmert und einfach ganz in unserem Tempo gelebt haben, was uns wieder viel Energie gegeben hat. Unter anderem auch deshalb, weil wir gestern als Wochenabschluss den ganzen Tag mit meiner besten Freundin und ihrem Freund segelnd und essend unterwegs waren, was einfach wundervoll war. Heute ist herrliches Regenwetter und damit Zeit zu zweit, gutes Essen, ein Regenspaziergang, Zeit im Musikzimmer und am Schreibtisch und natürlich einige Stunden lesend und bloggend angesagt und so werden wir diese Woche ruhig abschliessen.

Grosse, buchige News gibt es ebenfalls zu verkünden:
Im Juli habe ich mir (wieder einmal) einen eher grossen Stapel Bücher (HIER) aus dem Bärner Brocki geholt und entschieden, dass mein Sammelverhalten in Bezug auf die Reduktion des SuBs und die Idee, die ungelesenen Bücher gerne und voller Vorfreude zu lesen und nicht immer neue ungelesenen Bücher anzuschaffen, die dann entweder ebenfalls verstauben oder sofort gelesen werden, was dann halt einfach die anderen Bücher verstauben lässt...irgendwie nicht zielführend ist. Ausserdem wollte ich im Musikzimmer schon lange ein Bücherregal. Ein tiefes Regal für die Noten steht da bereits und ich wollte unbedingt ein weniger tiefes Bücherregal, damit ich die Komponistenbiografien, Sachbücher usw. sowie meine Instrumente, ein wenig Deko und noch mehr Noten sinnvoll unterbringen kann. Also habe ich begonnen, meine Bücherregale im Wohnzimmer aus- und umzuräumen.
Es sind so viele Bücher - auch 20 Bücher vom SUB (die finden sich alle unten aufgelistet) - gewichen, dass ich erstens nun nicht mehr vier, sondern nur noch drei Bücherregale im Wohnzimmer habe und dass mein SuB zweitens nun endlich, nach etwa zehn Jahren (ich erfasse meinen SuB leider erst seit Januar 2014 und damals waren auf dem SuB 111 Bücher), im uHu-Bereich liegt und "nur" noch 98 Bücher umfasst *korkenknall*.

Nun kommen wir aber endlich zu meinen gelesenen Bücher im Juli 2021:

So viele gelesene Bücher habe ich gar nicht zu vermelden und vor allem habe ich bisher keines meiner Camp-Bücher für das Dicke-Bücher-Camp beendet, aber da ich im Urlaub (und vor allem im Familienurlaub in Bosnien) nur sehr wenig lese, lässt sich der Stapel dennoch sehen:

Reihenabschluss, der leider in der Mitte zu hektisch und oberflächlich bleibt, ansonsten aber überzeugt


Sehr abwechslungsreiche, kritische und poetische Kurzgeschichtensammlung, nicht neu, aber topaktuell


Leider ein wenig einseitige (Liebes-)Lyriksammlung, dafür sehr einfach zugänglich geschrieben


Überwältigender Einblick in das Leben indigener Völker Amerikas und eine tragische Familienchronik


Spannender, langsam erzählter dritter Teil einer Thriller-Reihe voller Familiengeheimnisse und Lügen


Leichter, ein wenig oberflächlicher Liebesroman mit viel Bücher- und Caféliebe und queeren Figuren



Meine Juli-Neuzugänge:

Im Juli gab es wieder so viele Neuzugänge, dass ich mit den Fotos nicht mehr hinterherkomme und irgendwie lohnt sich in meinen Augen ein eigener Post auch nicht, da ich die meisten Neuzugänge entweder bereits gelesen habe, aktuell lese oder sehr bald lesen werde (so der Plan), weshalb ich die euch nun einfach aufliste. In der Hoffnung, ab jetzt nicht mehr so viele Bücher hier zu horten (Ausnahmen sind immer Reihenfortsetzungen), sondern wieder vermehrt die SuB-Bücher zu lesen oder anzulesen und auszusorteiren.

Rezensionsexemplare:
Mohnblumentod - Lina Bengtsdotter
Was bleibt, wenn alle verschwinden - Hermien Stellmacher
Das kleine Café der Bücherträume - Lena Hofmeister
Sein Name war Annabel - Kathleen Winter

Gekaufte Bücher:
Venezianisches Finale - Donna Leon (Brunetti 1)
Endstation Venedig - Donna Leon (Brunetti 2) (dieses Buch hat eine alte, vergilbte Ausgabe ersetzt)
Juja - Nino Haratischwili
Unorthodox - Deborah Feldmann
Es wird Zeit - Ildiko von Kürthy
Laienspiel - Klüpfel/Kobr (Kluftinger 4)
Herzblut - Klüpfel/Kobr (Kluftinger 7)
Grimmbart - Klüpfel/Kobr (Kluftinger (8)

Ausgeliehene Bücher:
Löwenzahnkind - Lina Bengtsdotter
Karolinas Töchter - Ronald H. Balson

Bücher, die mir weitergegeben worden sind:
Loyalitäten - Delphine de Vigan
Ein dunkles Geschenk - Nora Roberts
Hafen der Träume - Nora Roberts
Der Ruf der Wellen - Nora Roberts

Aus meinem SuB aussortierte Bücher:

Ja, ich habe wirklich zahlreiche Bücher aussortiert. Bücher, die ich wohl so oder so nie lesen werde, Bücher, die ich eigentlich unbedingt lesen wollte und die mich dann doch entweder gelangweilt oder gar nie wirklich gereizt haben. Bücher von Autor:innen, die mich eigentlich gar nicht wirklich überzeugt haben und die deshalb nicht nach weiteren gemeinsamen Lesestunden schreien. Bücher, die hier standen, weil ich sie am Strassenrand gefunden und einfach behalten habe, ohne mich wirklich in sie "zu verlieben" und Klassiker, die ich auf jeden Fall noch lesen möchte, die aber in einer so alten Ausgabe/Übersetzung hier stehen, dass ich sie mir lieber einmal neu und aktuell übersetzt kaufe und dann direkt lese.

Jean-Pascal Ansermoz - La logique des poissons (Französisch)
Margaret Mitchell - Vom Winde verweht
Theodor Fontane - Der Stechlin
Fjodor Dostojewski - Der Jüngling
Der Menschenmacher - Cody McFadyen
Das Wort im Krieg - Dunja Melčić
Gott schütze dieses Haus - Elizabeth George
Joy Fielding - Das Verhängnis
Kristina Ohlson - Tausendschön
Lisa Jackson - Der Zorn des Skorpions
Träumereien an französischen Kaminen - R. von Volkmann-Leander
Aphorismen - G. Chr. Lichtenberg
Der Verschwender - Ferdinand Raimund

Ausgewählte Kinder- und Hausmärchen - Brüder Grimm

Der abenteuerliche Simplicissimus - Grimmelshausen

Herr Peter Squenz - Andreas Gryphius

Aus dem Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes - Johann Peter Hebel

Wunderlicher Traum von einem grossen Narrennest - Abraham a Sancta Clara
In zwei Sprachen leben
Liam O'Flaherty - Silbervogel


Alle Zahlen auf einen Blick:

Gelesene Bücher: 6
Abgebrochene Bücher: -
Somit in die Leseeule: 26 Franken (20 aussortierte Bücher)
Gelesene Seiten: 1'936 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 62.45 Seiten
Geschenkt bekommene Bücher: 4
Ausgeliegen: 2
Buchgewinn: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 4
Gekaufte Bücher: 8
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 18
SuB am Monatsbeginn: 106
Aktueller SuB: 98
Differenz: - 8

Rezension: Das kleine Café der Bücherträume

Dieses Rezensionsexemplar ist mir vom Verlag Harper Collins zur Verfügung gestellt worden, vielen herzlichen Dank dafür.

Das kleine Café der Bücherträume - Lena Hofmeister

Beschreibung des Verlages:

Frederike will sich mit ihrem kleinen Café am Waldesrand einen Traum erfüllen. Nicht nur Wanderer, sondern auch die Leute aus dem Dorf sollen kommen, als sie zu den »Blind Dates mit einem Buch« einlädt. Nur die Vorbesitzerin Gertrude beäugt das Ganze kritisch. Stattdessen begrüßt sie es, dass der romantische, wilde Garten mit zugewachsenem Teich in der Nähe des Cafés einem Neubaukomplex weichen soll. Ausgerechnet dort hat Frederike vor ein paar Wochen den besten Kuss ihres Lebens bekommen. Natürlich ist sie auf der Seite der Protestler ‒ und kann es kaum glauben, als sie erfährt, wer hinter dem Vorhaben steht.

Meine Meinung:
Erst gerade im Februar 2021 habe ich "Der Blumenladen der guten Wünsche" von Lena Hofmeister gelesen und war von dieser unterhaltsamen und frühlingshaft-leichten Lektüre so angetan, dass ich auch "Das kleine Café der Bücherträume" unbedingt lesen wollte. Auch dieses Buch hat mich wirklich begeistert. Besonders gut gefallen hat mir - abgesehen vom romantischen Inhalt - dass es so durchdacht und stimmig aufgemacht ist. Jedes Kapitel ist nämlich mit einem passenden Sprichwort rund um die Liebe zum Lesen und zu den Büchern überschrieben.

Natürlich hat mich aber vor allem der Inhalt für sich einnehmen können. Ich habe eine Schwäche für alle Bücher, in denen Läden oder - noch besser - Cafés und Bed&Breakfasts thematisiert werden und genau dies ist hier der Fall. Die sympathische und hart arbeitende Frederike ist zusätzlich dabei, das Café auch immer mehr zu einem Ort für Bücher zu machen, in denen sie darin "Blind-Dates mit einem Buch" auflegt, Lesungen veranstaltet und den Dichterclub seine wöchentlichen Treffen dort abhhalten lässt. So eine Arbeit könnte ich mir gut auch für mich selber vorstellen. Ausserdem sorgen die grossartigen Backkünste der Mitinhaberin Gertrude, die früher Frederikes Chefin war, beim Lesen immer wieder für Heisshungerattacken.

Trotzdem ist mir natürlich aufgefallen, dass Frederike sich anfangs ein wenig zu sehr auf der Nase herumtanzen und von einem Mann dominieren lässt. Sie kriegt aber gerade noch die Kurve und beginnt, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen und lässt sich nicht mehr alles bieten. Ansonsten hätte ich dieses Buch, da bin ich ehrlich, nicht so positiv bewerten können.
Um so besser hat es mir aber gefallen, dass gleich zwei Figuren im Buch queer sind und dass weitestgehend auf Labels verzichtet wird. Die Geschichte von Leo, der das jüngste Mitglied im Dichterclub ist und aufgrund seiner Liebe zu einem Jungen gegen die Vorurteile seiner Eltern zu kämpfen hat, wird dabei feinfühlig erzählt. Dabei zeigt sich auch, wie sehr die Mitglieder des Lyrikclubs zusammenhalten und wie starke Freundschaften und viel Kreativität zu neuen Lösungen führen können. Immer wieder entstehen dadurch sehr unterhaltsame Situationen und natürlich kommt auch eine grosse Portion Romantik nicht zu kurz.

Meine Empfehlung:
"Das kleine Café der Bücherträume" hat mich mit zahlreichen süssen und buchigen Versuchungen, einer grossen Portion Romantik und ganz viel Aktivismus, sowie einigen queeren Figuren und überraschend viel Tiefgang und Humor für sich einnehmen können, auch wenn ich aufgrund der passiven Haltung der ansonsten sehr sympathischen Protagonistin, die sich aber bald fängt und wieder ihren eigenen Weg geht, anfänglich sehr skeptisch war. Von mir gibt es eine herzliche Leseempfehlung.

Zusätzliche Infos:
Titel: Das kleine Café der Bücherträume
Autorin: Lena Hofmeister wurde 1985 geboren und lebt in Frankfurt. Neben ihrer Arbeit als Lektorin und Autorin hat sie jahrelang einen ganzen Wald an Zimmerpflanzen großgezogen - bis sie beschlossen hat, fünf buddelwütigen Katzen ein Zuhause zu geben.
Taschenbuch: 288 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag:
Harper Collins
Ersterscheinung: 20.07.2021
ISBN:
9783749901470

Rezension: Mohnblumentod

Dieses Rezensionsexemplar aus dem Penguin Verlag habe ich via Bloggerportal von Randomhouse angefragt.

Mohnblumentod - Lina Bengtsdotter

Die Charlie Lager-Serie

1. Löwenzahnkind
2. Hagebuttenblut
3. Mohnblumentod

Beschreibung des Verlages:
In Karlstad wird ein neun Monate altes Baby entführt. Das reiche Elternpaar steht unter Schock, die Medien berichten sensationsheischend über die vergebliche Suche. Eine Lösegeldforderung bleibt aus, vielversprechende Spuren verlaufen im Sand – doch dann erhält die brillante Stockholmer Kommissarin Charlie Lager einen Hinweis, der alles verändert: Der Fall scheint mit ihrer eigenen Familie und ihrer Vergangenheit verknüpft, die sie für immer begraben wollte. Mit jeder Stunde, die verstreicht, werden die Chancen geringer, das junge Leben zu retten. Charlie ist gezwungen, sich nicht nur um Beatrice‘ willen bis an ihre Grenzen zu treiben – sondern auch aus Angst um sich selbst.

Inhalt:
Nach der Entführung eines Babys wird Kommissarin Charlie Lager auf den aussergewöhnlichen Fall angesetzt. Obwohl die Eltern sehr wohlhabend sind, gibt es nämlich keine Lösegeldforderung. Bald aber finden sich zahlreiche Ungereimtheiten rund um die Familie und das nähere Umfeld des verschwundenen Mädchens. Lager kämpft somit nicht nur gegen die unbarmherzig verrinnende Zeit an, sondern auch gegen die Lügen der Verdächtigten und die Geister ihrer eigenen Vergangenheit, die plötzlich präsenter denn je im Raum stehen.

Meine Meinung:
Dieser in kurzen Kapiteln uns aus zwei Perspektiven erzählte Thriller hat alles, was dieses Genre braucht: Rätsel, Spannung, Lügen und eine äusserst düstere Grundstimmung. Immer wieder erfahren wir Geschichten aus der Vergangenheit der Ermittlerin und aus dem Leben einer weiteren Figur, von der anfangs nicht klar ist, wie sie mit dem Verschwinden des Babys zusammenhängt. Während mehr und mehr Zeit verrinnt, kommen zwar weitere Geheimnisse ans Licht, aber bis ganz zum Schluss bleibt die Auflösung verborgen und erst auf den letzten Seiten wird schliesslich klar, welche erschreckenden Ausmasse dieser Fall annimmt. Lina Bengtsdotter hat die Geschichte hervorragend choreografiert und wirklich ins letzte Details fesselnd, erschütternd und grandios erzählt zusammengefügt.

Schreibstil:
Besonders gut gefallen hat mir, dass dieser Thriller komplett ohne blutrünstige Szenen auskommt und trotzdem von der ersten bis zur letzten Seite düster und packend ist. Dies liegt natürlich an der Handlung, die zahlreiche menschliche Abgründe, Sucht, Missbrauch und Familiengeheimnisse thematisiert, aber auch an den zahlreichen Rückblenden, die sowohl die schwierige und traumatische Vergangenheit  der Ermittlerin, als auch bereits vergangene Fälle in die Handlung einfliessen lassen. Dies sorgt sicher für kleine Spoiler, was mich aber bei Krimis und Thrillern nie stört, sondern eher noch neugieriger auf die vergangenen Fälle macht. Die Autorin schafft es, ihre Ermittlerin zugleich verletzlich, stark, einfühlsam und brillant darzustellen. Ihre Beschreibungen gehen unter die Haut und einzelne Szenen aus der Vergangenheit haben mich tief berührt.

Meine Empfehlung:
Ich habe eine neue Thriller-Reihe für mich entdeckt und werde mir die ersten zwei Bände auch ganz bald gönnen und dann auf viele Fortsetzungen hoffen. Von mir gibt es also definitiv eine sehr herzliche Empfehlung für dieses packende Buch.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Mohnblumentod
Originaltitel: Beatrice
Autorin: Lina Bengtsdotter wuchs in der schwedischen Kleinstadt Gullspång auf, die sie zum Setting ihrer beliebten Thriller-Serie um die Ermittlerin Charlie Lager machte. Nach dem sensationellen Reihenauftakt »Löwenzahnkind« stürmte auch »Hagebuttenblut« sofort die SPIEGEL-Bestsellerliste. Mit »Mohnblumentod« schreibt sie die einmalige Erfolgsgeschichte fort. Lina Bengtsdotter lebt inzwischen in Stockholm.
Sprache: Deutsch
Aus dem Schwedischen von: Sabine Thiele
Paperback, Klappenbroschur: 384 Seiten
Verlag: Penguin Verlag
Erschienen am: 14. Juni 2021
ISBN: 978-3-328-10397-4

Rezension: Die Unbezwingbare

Die Unbezwingbare - Katja Kettu

Beschreibung des Verlages:
Zwischen Traum und Wirklichkeit, wild und zugleich poetisch erzählt
Jahrzehnte nach dem Verschwinden ihrer Mutter Rose kehrt Lempi in das Reservat in Minnesota zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Ihr Vater Ettu hat zum wiederholten Mal Rose bei der Polizei als vermisst gemeldet – dieses Mal berichtet er aber zusätzlich von einem verschwundenen blonden Mädchen. Lempi, halb Finnin, halb Ojibwe, kämpft seit jeher mit dem Konflikt ihrer Identität: Im Reservat gilt sie als zu weiß, außerhalb ist sie nicht weiß genug. Zurück im Reservat sieht sie sich sofort mit den alten Vorurteilen konfrontiert und einer Gesellschaft, die Verbrechen gegen indigene Frauen systematisch totschweigt. Unbeirrt macht sie sich trotzdem daran herauszufinden, was mit dem blonden Mädchen passiert ist, und begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Dabei offenbart sie ein Mosaik ihres Lebens bestehend aus Gewalt und Missbrauch, Spiritualität, Begehren, tief empfundener Liebe und dem Kampf um Emanzipation.

Inhalt:
Die Ich-Erzählerin Lempi ist  die Tochter des finnischen Immigranten Ettu und der dem Ojibawe-Stamm angehörigen Rose. Sie erzählt die Geschichte vom Verschwinden ihrer Mutter, die zugleich die Geschichte der systematischen Unterdrückung, Vergewaltigung, Zwangsprostitution und -sterilisierung zahlreicher weiterer junger Frauen und Mädchen ist. Briefe, die Rose in den 1970er Jahren unmittelbar vor ihrem Verschwinden verfasst hat, wechseln sich dabei mit Lempis Erinnerungen aus dem Jahr 2018 ab. Lempi und Rose stehen stellvertretend für zahlreiche in Reservaten lebende Frauen und Mädchen und haben von Katja Kettu eine Stimme bekommen. Diese Stimme, die ihnen von behördlicher Seite aus genommen und auch von Historiker:innen jahrzehntelang mundtot gemacht und ignoriert worden ist.

Es gab ein ganzes System von Internaten, in denen man indigene Kinder prügelte, damit sie ihre Sprache und Kultur aufgaben. Sie wurden missbraucht und getötet – und niemand schreibt über sie. Ich wollte ihnen eine Stimme geben. Meine Stimme.
- Katja Kettu in einem Interview mit dem Ecco Verlag -

Meine Meinung:
Weil ich erst gerade "Wildauge" von Katja Kettu gelesen habe, wollte ich unbedingt weitere Bücher dieser überzeugenden Autorin lesen und wurde von "Die Unbezwingbare" nicht enttäuscht. Das im neuen Ecco Verlag erschienene Buch hat mir sogar noch besser gefallen, als "Wildauge". Einmal mehr hat es die Autorin geschafft, mich mit ihrer wortgewaltigen, kraftvollen und ungezähmten Sprache für sich einzunehmen und mir dabei eine grausame und zugleich packende Geschichte zu erzählen, die definitiv erzählt und verbreitet werden muss.

Erzählsprache:
Entgegen einiger anderer Leser:innen hatte ich nicht das Gefühl, dass dieses Buch verwirrend oder unübersichtlich erzählt ist, die Kapitelüberschriften ordnen nämlich ganz klar ein, in welchem Jahr man sich gerade befindet. Auch hat mich nicht gestört, dass die direkte Rede nicht gekennzeichnet ist und dass Traum und Wirklichkeit stets ein wenig verschwimmen. Dies macht den einzigartigen Erzählstil der Autorin schliesslich aus und sie schafft es, ihre Geschichte unendlich dicht und trotzdem durchlässig zu weben und das Leben der indigenen Bevölkerung sowie die Geschichte hinter dem Verschwinden der Mädchen und Frauen bewegend zu erzählen.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch lege ich euch ausdrücklich ans Herz. Aber bitte seid euch bewusst, dass es heftige Themen beinhaltet und deshalb unter Umständen triggernd sein kann. Die unglaublich intensive Sprache und die wissenswerte Aufklärungsarbeit, welche Katja Kettu damit leistet, lassen aber gerne zum Buch greifen und nach wenigen Sätzen entsteht ein Sog, der nicht mehr loslässt.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Die Unbezwingbare
Originaltitel: Rose on poissa
Autorin: Katja Kettu zählt zu den wichtigsten Autorinnen Finnlands. 1978 in Rovaniemi im Norden des Landes geboren, schloss sie 2001 ihr Studium an der Kunstakademie ab. Ihr literarischer Durchbruch gelang ihr 2011 mit dem mehrfach preisgekrönten Roman Wildauge, der in Finnland wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerliste stand, in 20 Sprachen übersetzt und verfilmt wurde.
Sprache: Deutsch
Aus dem Finnischen von: Angela Plöger
Gebunden mit Lesebändchen: 336 Seiten
Verlag: Ecco Verlag
Erscheinungstermin: 23. März 2021
ISBN: 978-3-7530-0001-5

Rezension: Dein Herz ist mein Meer

Dieses Rezensionsexemplar aus dem Wunderraum-Verlag hat mich via Bloggerportal erreicht

Dein Herz ist mein Meer - Courtney Pepperneil

Beschreibung des Verlages:

Diese wunderbaren Gedichte sind für alle, die von jemandem träumen, die verliebt sind, die leiden, die einsam sind, die traurig sind, die jemanden vermissen, die Ermutigung brauchen oder Gründe, um hierzubleiben.
Dieses Buch ist für jeden von euch.
Courtney Peppernells Gedichte handeln von Liebe, Hoffnung und dem Leben und sind dabei so berührend echt, dass man sich ihrem Sog kaum entziehen kann. Unterteilt in verschiedene Gefühlslagen und liebevoll illustriert, ist dieser Gedichtband perfekt für einen Tag am Meer, einen Abend am Lagerfeuer oder eine Tasse Tee vor dem Kamin.

Inhalt:
Dieses Buch enthält Gedichte für alle,
die von jemandem träumen,
die verliebt sind,
die traurig sind,
die jemanden vermissen,
die Ermutigung brauchen oder
Geborgenheit suchen.
Sie eignen sich für die alltägliche Lektüre und wirken tröstend und anregend.

Meine Meinung:
Entdeckt habe ich dieses Buch bei Friederike, die mich vor Jahren auch schon auf den grandiosen Wunderraum Verlag aufmerksam gemacht hat, weshalb ich ihre Empfehlungen aufmerksam verfolge.
"Dein Herz ist mein Meer" hat mich die letzten zwei Wochen durch meinen sehr turbulenten Alltag begleitet und für einige Pausen, ein kurzes Innehalten und auch einige positive Gedanken gesorgt. Dies hat mir persönlich sehr gut gefallen, wenn ich den Schreibstil auch als ein wenig gar zu simpel empfunden habe.
Um so besser haben mir aber einmal mehr die wundervolle Aufmachung, liebevolle Gestaltung und Übersetzung sowie das Lektorat gefallen. Der Wunderraum Verlag ist leider nach wie vor ein Geheimtipp, aber diese Bücher lohnen sich einfach immer und machen sich zudem wunderschön im Regal.

Schreibstil:
Die Sprache dieser Gedichte wirkt sehr jugendlich und erinnert mich an die poetischen Texte, die ich als Jugendliche geschrieben habe (oft in Gedanken an einen heimlichen Schwarm und ziemlich übernächtigt und liebestrunken). Ausserdem sind alle diese Gedichte eigentlich Liebesgedichte. Auch im Kapitel "jemanden vermissen", geht es vor allem um verblasste Gefühle und beispielsweise nicht um einen Todesfall, den man verkraften möchte. Dies ist sehr schade, da ich mir insgesamt mehr Gedichte zu ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und ausserdem ein wenig mehr Anspruch gewünscht hätte. Dieser einfache Zugang ist aber auch ein Vorteil, da er mehr Menschen dazu bewegen kann, Gedichte zu lesen.

Meine Empfehlung:
Diese Gedichte stellen einen tollen Einstieg in die grosse Welt der Lyrik dar und eignen sich für den täglichen Gebrauch, wer aber eher auf der Suche nach anspruchsvolleren Texten ist, ist mit diesem Buch nicht so gut beraten. Sie thematisieren nämlich fast ausschliesslich das Thema Liebe, beleuchten es aber von allen Facetten und wenden sich an uns alle und passen in jeder Lebenslage in jeden Alltag, weshalb ich euch dieses Buch der kleinen Kritik zum Trotz sehr gerne empfehle.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Dein Herz ist mein Meer
Originaltitel: Pillow Thoughts
Autorin: Courtney Peppernell schreibt seit sie denken kann. Mit ihrem Gedichtband Dein Herz ist mein Meer, der 2017 im Original unter dem Titel Pillow Thoughts erschien, landete sie einen Überraschungserfolg und wurde über Nacht zur Bestsellerautorin. Courtney lebt in Sydney, Australien, und wenn sie nicht gerade schreibt, hört sie Musik, tollt mit ihren Hunden Hero und Dakota herum, kuschelt mit ihrer Katze Bailey und trinkt dabei Unmengen Kaffee.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von: Sibylle Schmidt
Hardcover, Pappband: 288 Seiten
Verlag: Wunderraum
Erschienen am: 26. April 2021
ISBN: 978-3-442-31575-8

Kurzrezension: Das dreißigste Jahr

Das dreißigste Jahr - Ingeborg Bachmann

Beschreibung des Verlages:

Mit ihren berühmten Erzählungen bewies Ingeborg Bachmann, dass ihre Prosa die gleiche einmalige Kraft hat wie ihre Lyrik. In ihnen vermag sie mithilfe der Sprache der Bilder und Mythen alles über Liebe, Menschen und Verzweiflung zu sagen. Ihren Gestalten ist eines gemeinsam: das Leiden an der ungeheuerlichen Kränkung, die das Leben ist. „Wenn einer in sein dreißigstes Jahr geht, wird man nicht aufhören, ihn jung zu nennen. Er selber aber, obgleich er keine Veränderungen an sich entdecken kann, wird unsicher; ihm ist, als stünde es ihm nicht mehr zu, sich für jung auszugeben.“

Inhalt:
"Das dreißigste Jahr" beinhaltet sieben Erzählungen, welche das Leben in Österreich unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg, eine verlorene Jugend und begrabene Träumen, unüberwindbare Grenzen innerhalb einer Familie, die Liebe zwischen zwei Frauen und die Suche nach der absoluten Wahrheit thematisieren und dabei mit kräftigen Sprachgebilden und aus dem Leben gegriffenen Parabeln überzeugen.

Meine Meinung:
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass dieses Buch mein erster Kontakt mit lyrischen Texten von Ingeborg Bachmann ist. Ich habe zwar schon einige ihrer Gedichte gelesen, mich bisher aber nicht an ihre Erzählungen gewagt. Um so überraschter war ich von der Aktualität der doch schon jahrzehntealten Texte, ihrem feinsinnigen Humor, den genauen, aus kunstvollen Formulierungen geschaffenen Beschreibungen sowie der kritischen Haltung zum Weltgeschehen. Einzelne Texte, wie "Unter Mördern und Irren" sowie "Ein Wildermuth" haben mich nicht so sehr packen können, wie beispielsweise die titelgebende Erzählung oder "Alles", aber insgesamt ist diese Sammlung in meinen Augen ein sehr guter Einstieg in Ingeborg Bachmanns Sprache und die breitgefächerten Interessen und kritische Haltung dieser beeindruckenden Autorin, Das Buch hat in mir definitiv eine grosse Neugier geweckt.

Meine Empfehlung:
"Das dreißigste Jahr" ist ein wunderbarer Einstieg in Bachnmanns Werk und beinhaltet sehr abwechslungsreiche Texte, deren kritische Erzählsprache und vom zweiten Weltkrieg geprägter Inhalt als gemeinsame Elemente fungieren. Packende und überzeugende Beschreibungen und fassbare Emotionen wecken die Lust auf mehr, weshalb es von mir eine herzliche Empfehlung gibt. Und an alle Bachmann-Fans: was soll ich als nächstes lesen?

Zusätzliche Infos:
Titel:
Das dreißigste Jahr
Autorin: Ingeborg Bachmann ist eine österreichische Schriftstellerin und Lyrikerin. Sie gilt als eine der bedeutendsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts. In ihrem Werk beschäftigt sie sich beispielsweise mit der Rolle der Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft, den Auswirkungen von Krieg und Frieden sowie individuellen menschlichem Leiden.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 192 Seiten, Broschur
Verlag: Piper
Erschienen: 1.10.2005
EAN: 978-3-492-24550-0