Rezension: 25 letzte Sommer

25 letzte Sommer - Stephan Schäfer

Beschreibung des Verlages:
Am Küchentisch eines alten Bauernhauses treffen zwei Menschen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Erzähler dieser Geschichte führt ein gehetztes Leben, das er als endlose To-do-Liste empfindet; Karl hingegen sortiert Tag für Tag Kartoffeln - und denkt nach. Als Karl seinen Gast mit der Tatsache konfrontiert, dass ihm noch ungefähr 25 Sommer bleiben, beginnen beide ein Gespräch über die großen Fragen des Lebens: Warum verbringen wir so viel Zeit mit unserer Arbeit anstatt mit den Menschen und Dingen, die uns wirklich wichtig sind? Woher nehmen wir den Mut, unsere eigenen Träume zu verwirklichen? Und warum beginnt das richtige Leben oft erst, wenn wir erkennen, dass wir nur eines haben?
Stephan Schäfer bringt uns dazu, Antworten auf diese Fragen in uns selbst zu suchen. 25 letzte Sommer ist eine warme, tiefe Erzählung, die uns in unserer Sehnsucht nach einem Leben in Gleichgewicht abholt, uns mitnimmt zu Karl und seinem Hof, zum See und auf den Kartoffelacker – zu einer Geschichte über Freundschaft, über das Zu-viel und Zu-wenig im Leben. Und über die Fragen, auf die wir alle so gerne Antworten finden wollen.

Inhalt:
An einem freien Samstag trifft der namenlose Erzähler den Kartoffelbauer Karln. Dieser verwickelt unseren Erzähler sofort in ein Gespräch, lädt ihn zu sich auf den Hof ein, bekocht ihn und lässt ihn an einem Alltag und seinen zahlreichen Gedanken zum Leben, Arbeiten und Geniessen teilhaben.

Meine Meinung:
Alles schon mal dagewesen... Das Buch, das ich für den Buchclub in Burgdorf gelesen habe, hat mich leider nicht überzeugen können und hätte ich es nicht für diesen Anlass gelesen, hätte ich es nach wenigen Seiten abgebrochen. Viel zu simpel ist die Geschichte gestrickt und viel zu sehr erinnert der Inhalt an Bücher wie "Das Café am Rande der Welt" und wie sie alle heissen. Dies an sich wäre nicht schlimm, kann es doch manchmal wohltuend sein, sich ein paar Sinnfragen zu stellen und sich Gedanken zur vielbesungenen Work-Life-Balance zu machen.
Aber: der Protagonist der Geschichte weiss Frau und Kinder übrigens stets gut beschäftigt und betreut, während er sich auf seine Abenteuer begibt und ist auch sonst in seinem Alltag eigentlich nicht für seine Familie zuständig. Ich lasse das mal so stehen...

Schreibstil und Aufbau:
Wie auch schon Streleckys Bücher bleibt "25 letzte Sommer" oberflächlich. Dass sich ausserdem nur Menschen, denen es eigentlich viel zu gut geht, überlegen können, ob sie einen faulen Sonntag verbringen oder sich doch den liegengebliebenen Mails widmen möchten, dass also die Sinnfrage sowie die Erfüllung der persönlichen Lebensziele vor allem maximal privilegierte Personen betrifft, wird dabei komplett ausgeklammert.
Schäfer wirft mit lose aneinandergereihten Plattitüden und halbgaren Metaphern nur so um sich und Tiefgang, Selbstkritik oder das Einbeziehen unterschiedlicher Lebensrealitäten fehlen dabei komplett. Aber wenn es ja schon so viele Bücher gibt, welche in die Achtsamkeits-Kerbe schlagen, finde ich es eigentlich nicht zu viel verlangt, die Geschichte ein wenig anders zu gestalten. Dies habe ich aber leider im Buch so gar nicht angetroffen, was ich sehr schade finde. Immerhin sind die ein wenig mehr als 170 sehr locker bedruckten und mit simplen Sätzen gefüllten Seiten innerhalb von kürzester Zeit gelesen.

Fazit:
Wer sich zum ersten Mal mit einer persönlichen Sinnsuche, oder den Themen Achtsamkeit und Genuss auseinandersetzt, hat vielleicht mit diesem Buch einen perfekten Einstieg ins Thema gefunden. Wer aber keine Lust hat, sich schon wieder von einem Mann, der sich lediglich um sich und seinen Job kümmern muss, während seine Frau sich um die Kinder kümmert, erklären zu lassen, wie man das Leben maximal geniesst (eventuell sogar ein Widerspruch, wenn man auch den Genuss optimieren muss?), wird mit "25 letzte Sommer" definitiv nicht glücklich.

Zusätzliche Infos:
Titel: 25 letzte Sommer
Autor: Stephan Schäfer, geboren 1974 in Witten, war lange Jahre als Journalist, Chefredakteur und Vorstand tätig. Sein Roman 25 letzte Sommer stand über 30 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und inspirierte ihn zu den in der Reihe Das Buch, das bleibt erschienenen Büchern 100 Fragen an meine Mutter und 100 Fragen an meinen Vater sowie 100 Fragen an mich. Mit seiner Familie lebt er in Hamburg und an der Schlei.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 176 Seiten
Verlag: park x ullstein
Erscheinungstag: 14.03.2024
ISBN: 9783988160096

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