Rezension: Der Mann, der ins KZ einbrach

Der Mann, der ins KZ einbrach - Denis Avey/Rob Broomby

Beschreibung des Verlages:
Als Millionen alles getan hätten, um herauszukommen, schlich sich ein englischer Soldat ins KZ Auschwitz. Denis Avey wollte mit eigenen Augen sehen, was in dem Lager geschah. Jahrzehntelang konnte er nicht darüber sprechen. Jetzt erzählt er mit BBC-Reporter Rob Broomby seine Geschichte. Eine unglaubliche Überlebensgeschichte voller jugendlicher Waghalsigkeit und echtem Mut.

Meine Meinung:
Ein Mann bricht in ein KZ, genauer gesagt in Auschwitz III, ein und dies zu einer Zeit, in der alle anderen das Gegenteil versuchten und flüchten wollten. Dies zumindest verspricht das Buch. Nach 150 Seiten, in denen Denis Avey ununterbrochen von seinen heldenhaften Einsätzen in Afrika erzählt und die ganze Geschichte, wie er letztendlich im Kriegsgefangenenlager direkt neben einem der tiefsten menschlichen Abgründe der Weltgeschichte gelandet ist, sind wir endlich an dem Tag angekommen, von dem das Buch erzählen will.
Versteht mich nicht falsch, es ist wichtig, diese Umstände zu erwähnen und spannend noch dazu. Dass sich der Erzähler allerdings mit seinen Taten im Krieg brüstet, wenn auch er sich selber zugleich hinterfragt und kritisch beleuchtet, hat mich wirklich ein wenig gestört. Dies aber vor allem deshalb, weil der Bericht so viel Platz im Buch einnimmt und nicht in erster Linie, weil Denis Avey sich über einen ihm zu Unrecht nicht verliehenen Orden entrüstet und zwar einfach deshalb, weil ich ganz etwas anderes erwartet habe.
Was dann aber folgt ist ein von Leichtsinn, Langeweile, Mut und Aussichtslosigkeit geprägter Tausch der Sträflingsuniform mit Hans, einem jüdischen Gefangenen, und eine wichtige, kaum aushaltbare und gnadenlos ehrliche Schilderung von Leid, Gewalt, Entwürdigung und Ohnmacht. In keinem Film und keinem bisherigen Buch oder Bericht aus dieser Zeit habe ich je so schreckliche Berichte gesehen/gelesen, wie in diesem Buch und dies, sowie die tragische Erkenntnis, dass Leben und Sterben letztendlich von Glück und Zufällen abhingen, was mir natürlich bewusst ist, hier aber noch einmal deutlichst aufgezeigt wird, hat mich tief erschüttert und macht dieses Buch zu so einem wichtigen Buch.
Ein wenig Hoffnung und Versöhnung wird aber trotzdem angeboten, weil es Rob Broomby und der BBC tatsächlich gelungen ist, einen damaligen Mithäftling von Avey zu finden und dessen Geschichte des Überlebens zu dokumentieren, was bei mir für ein wenig Frieden gesorgt hat.  

Meine Empfehlung:
Dieses Buch ist wichtig, dieses Buch ist spannend, dieses Buch zeigt auf, was fast nicht erzählt werden kann und trotzdem langsam aber sicher in Vergessenheit zu geraten droht. Bitte lest dieses Buch.

Zusätzliche Infos: 
Titel: Der Mann, der ins KZ einbrach
Originaltitel: The Man Who Broke Into Auschwitz
Autoren: Denis Avey (Augenzeuge)/Rob Broomby (Reporter)
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Rainer Schumacher
Taschenbuch: 350 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erstererscheinung: 15.02.2013 (genau heute vor sechs Jahre, fast unheimlich...)
ISBN: 978-3-404-60701-3

Kurzrezension: Zündels Agang

Zündels Abgang - Markus Werner

Klappentext:
Es war also Montagmorgen, Zündel hatte noch seinen Pass und in der Gesässtasche sein Portemonnaie mit Fahrkarte und etwas Geld, und er entschloss sich, heimzufahren und am Dienstag den Zahnarzt aufzusuchen, und stand in einer Telefonkabine und sagte zu seiner Magda: Wie war das bioenergetische Weekend?
Das Ehepaar Zündel hat sich entschossen, den Urlaub getrennt zu verbringen. Als Konrad heimkehrt, bereitet im Magda einen für seinen Geschmack allzu reservierten Empfang. Zündel plant seinen Abgang.

Später lag er im Vollbad, aber er sang nicht. Er sprach: Meine Damen und Herren, wer im Vollbad singt, ist ein Klischeemensch.
Zündels Abgang, Markus Werner, Seite 17


Meine Meinung:
Der sonst so pflichtbewusste Lehrer Konrad Zündel verliert einen Zahn und von da an ist alles anders. Dies gipfelt letztendlich darin, dass er verschwindet, was seinen guten Freund, den fiktiven Erzähler Viktor Bosch, dazu bringt, Zündels Geschichte anhand von rätselhaften Indizien und im Alkoholrausch entstandenen Aufzeichnungen zu rekonstruieren. Dabei wird schnell klar, dass sich der verkannte Intellektuelle Zündel nicht nur über sich und sein Leben, sondern auch über die ganze Welt so viele Gedanken macht, dass er zuweilen die Realität und das Jetzt ein wenig aus den Augen verliert.

Ja, es ist anzunehmen, dass die Weltgeschichte ohne uns Zuschauer ins Stocken geriete. Unsere Schaulust ist historische bedeutsam: sie motiviert die Täter zu Taten und sorgt damit für einen bunten, zügigen Geschichtsverlauf.

Zündels Abgang, Markus Werner, Seite 60

Was sich tragikomisch unterhaltend liest, sich aber verheerend für Zündel auswirkt, lässt tief in die Gedankenwelt des sich verlierenden Zündels blicken und dokumentiert einen Absturz und den Verlust jeglichen Realitätsbezugs eines sonst im Leben und seiner Beziehung verankerten Menschen. Schräg, klug, spannend und manchmal ziemlich eklig wird von diesem Abgang erzählt und dabei streift Markus Werner gekonnt die Themen Emanzipation, Ehe, Familie und Verlust, ohne je belehrend oder wertend zu werden.

Wenn die Kranken folgsam verenden, verscharrt man auch die Todesursachen. Wenn die Leidenden untergehen, die Schwächeren sich zurückziehen, die Verrückten eingelocht sind, dann ist die Welt im Lot, dann herrscht das Positive, dann hört man nur noch das dröhnende und pausbackige Halleluja der Tauglichen.

Zündels Abgang, Markus Werner, Seite 88

In seinem Debütroman bedient sich der 2016 verstorbene Markus Werner einer direkten und provokativen Sprache, die spitzfindig auf den Punkt bringt, was in Zündels Gedankenwelt geschieht. Sie chafft es dabei, auf wenigen Seiten die Geschichte eines ganzen Lebens und einer Ehe zu erzählen und dabei auch das Zeitgeschehen, sowie diverse menschliche Unzulänglichkeiten einfliessen zu lassen.


Meine Empfehlung:
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für diesen kleinen Roman, der definitiv eine grosse Geschichte erzählt und dabei zugleich unterhält und zum Nachdenken anregt.

Zusätzliche Infos:
Titel: Zündels Abgang
Autor: Markus Werner wurde in Eschlikon im Kanton Thurgau geboren. 1948 zog die Familie nach Thayngen in den Kanton Schaffhausen um. Dort besuchte Werner die Schule und absolvierte 1965 die Matura. Anschliessend studierte er Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Universität Zürich und promovierte 1974 mit einer Arbeit über Max Frisch, dessen Einfluss auf Werners Schreiben bedeutsam war. Von 1975 bis 1985 war er Hauptlehrer, von 1985 bis 1990 Lehrbeauftragter an der Kantonsschule Schaffhausen. Ab 1990 war er freier Autor. Werner lebte ab 1980 in Opfertshofen, später zog er nach Schaffhausen, wo er im Juli 2016 mit 71 Jahren verstarb.
Taschenbuch: 128 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: dtv
Erschienen: 17. Auflage August 2006 (Erstausgabe Juli 1988)
ISBN: 978-342310917-8

Rezension: Die Frauen von Troja, Tochter des Sturms

 
 Dieses Rezensionsexemplar aus dem Goldmann-Verlag hat mich via Bloggerportal erreicht. 

Die Frauen von Troja, Tochter des Sturms - Emily Hauser

Reiheninfos:
1. Die Frauen von Troja, Tochter des Sturms
2. Die Frauen von Troja, Tochter des Meeres
3. Die Frauen von Troja, Tochter des Himmels

Beschreibung des Verlages:
Vor dreitausend Jahren tobte ein Krieg, der die damalige Welt in ihren Grundfesten erschütterte: Der Trojanische Krieg hat viele Helden hervorgebracht. Hier erzählen die Frauen von Troja die Legende aus ihrer Sicht.
Dies ist die Geschichte von Chryseis, der Tochter des Hohepriesters von Troja, und Briseis, der Prinzessin von Pedasos. Chryseis und Briseis sind stolze junge Frauen, die ihr Leben genießen und sich leidenschaftlichen Lieben hingeben. Doch bei Ausbruch des Krieges werden sie entführt und müssen fortan ein Leben als Liebessklavinnen führen. Die mutigen Frauen ergeben sich jedoch nicht in ihr Schicksal, sondern kämpfen für ihr Freiheit und ihre Gefühle …

Meine Meinung:
Mit historischen Romanen verbinden mich ziemlich durchwachsene Erfahrungen, die mich eher selten zu diesem Genre greifen lassen. Auf "Die Frauen von Troja" bin ich dann durch die positiven Rezensionen aufmerksam geworden und war neugierig auf eine ganz andere Sicht auf die historischen Ereignisse rund um den trojanischen Krieg und die Menschen dieser Zeit.
Sofort war ich begeistert von der Aufmachung, vom Cover, der schönen Gestaltung und der angenehmen Schriftgrösse und Kapitellänge. Der Schreibstil sorgte dafür, dass ich schnell ins Buch hineingefunden habe und die vielen leeren Seiten gaben mir das Gefühl, nur so durch die Seiten zu fliegen, was natürlich auch stimmte.
Zwei weibliche Figuren, Briseis und Chryseis, sind von der Autorin ins Zentrum gerückt worden und ich habe ihre Geschichte neugierig verfolgt. Ausserdem haben mir die vielen Seiten im Anhang mit einem ausführlichen Personenverzeichnis, Angaben zu den historischen Hintergründen und Orten, sowie der literarischen Vorlage sehr gut gefallen und war auch dankbar für die weiterführenden Buchtipps.

Schreibstil und Handlung:
Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass nach jedem Kapitel zwischen den beiden Protagonistinnen abgewechselt und dann aus deren Sicht erzählt wird. Ab und zu werden noch fiktive Abstecher in die Götterwelt gemacht, in der dann die Götter sich streiten, lieben, herausfordern und mit dem Schicksal ihrer menschlichen Schachbrettfiguren spielen. Diese Kapitel sind sehr amüsant gestaltet und wirken so, als würde die Autorin nicht alles auf die Goldwaage legen und zu den historischen Ereignissen, die teilweise belegt, teilweise auch von der "Ilias" von Homer inspiriert sind, passende von den Göttern kontrollierte Marionettentheater gestalten zu wollen, was ich eine sehr spannende Idee finde, die für das vorliegende Buch auch bestens funktioniert. Leider sind diese Kapitel - wenn auch sie sehr kurz sind - komplett in kursiver Schrift gehalten, was wohl der einfacheren Unterscheidung dienen soll, letztendlich aber dazu führt, dass sie sich weniger angenehm lesen lassen.
Sprachlich gesehen mischt dieser historische Roman typisch historisch wirkende Formulierungen (güldene Haare) mit moderner Sprache (Dream-Team) und wirkt deshalb jugendlich und modern, verliert aber doch nie den Bezug zur Zeit, in der er spielt. Ausserdem beschreibt die Sprache sehr schön und bildhaft, sorgt also für ein spannendes und dramatisches Kopfkino und beleuchtet die Rolle der Frauen der damaligen Zeit authentisch, feinsinnig und sehr aufmerksam. 

Meine Empfehlung:
Dieser Roman ist der überraschend spannende und unterhaltsame Auftakt einer Trilogie und aufgrund der tollen Recherchen, der vielen zusätzlichen Infos und vor allem auch der packenden und unterhaltsamen Sprache und des durchdachten Aufbaus empfehle ich euch "Die Frauen von Troja, Tochter des Sturms" sehr gerne weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Frauen von Troja, Tochter des Sturms
Originaltitel: For the Most Beautiful
Autorin: Emily Hauser wurde in Brighton geboren und ist in Suffolk aufgewachsen. Sie hat in Cambridge und Harvard Altphilologie studiert und in Yale promoviert. In ihrer Trilogie über die Frauen von Troja erzählt sie den großen Mythos des Trojanischen Kriegs in moderner Sprache und aus weiblicher Sicht.
Sprache: Deutsch
Aus dem Amerikanischen von: Sonja Hauser
Paperback, Klappenbroschur: 464 Seiten
Verlag: Goldmann
Erschienen am: 19. November 2018
ISBN: 978-3-442-48502-4

Lese-Statistik Januar 2019

 
Guten Morgen ihr Lieben

Bevor ich gleich mit einer Schülerin an einen Wettbewerb fahre, zeige ich euch einen verschwommenen, verwischten, nassen und gestern im Schneegestöber fotografierten Bücherstapel (keine Angst, alles ist wieder trocken und bereits ins Regal gestellt). Diese sechs Bücher und sogar noch eines mehr, das ich Nanni vom Blog Fantasie und Träumerei geschenkt habe, haben meinen Januar bereichert. Unterhaltung, Spannung, Romantik, Drama und ein wenig Familiengeschichte waren dabei und haben diesen ersten Monat des Jahres zu einem bunten und erfolgreichen Lesemonat gemacht.


Meine gelesenen Bücher in der Übersicht:

Ein unterhaltsames und leichtes Buch für einen amüsanten Start ins Neue Jahr:

Ein grandioser, fesselnder, überwältigender und anspruchsvoller Reihenauftakt:
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Schwarz/Stephen-King/Heyne/e168759.rhd

Ein berührendes und beeindruckendes Mahnmal an eine im Alltag zu oft vergessene Zeit:


Ein packender und brutaler dritter Teil einer Thrillerreihe, der dennoch Luft nach oben hat:

Ein alternder Psychiater, eine junge Patientin, zwei komplett unterschiedliche, poetische Sichten auf das Leben:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/agathe/978-3-446-26191-4/

Nachhaltig und minimalistisch leben und arbeiten? In "Vollig losgelöst" findet ihr verschiedene Texte dazu:
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Voellig-losgeloest/Susanne-Weingarten/Penguin/e542881.rhd

Drei Generationen, eine Familie, Verlust, Liebe, Armut und eine Sprache, deren Schönheit ihresgleichen sucht:
https://www.dtv.de/buch/arno-geiger-es-geht-uns-gut-14650/

Gelesene Bücher: 7
Somit in die Leseeule: 7 Franken
Gelesene Seiten: 2237 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 72.16 Seiten
SuB am Monatsbeginn: 142
Aktueller SuB: 138
Differenz: - 4

Neuzugänge Januar 2019

Hallo ihr Lieben

Es schneit und schneit... Alles, was ich mir im Dezember gewünscht hätte, fällt vom Himmel, der Frühling scheint so gar nicht in Sicht. Aber an diesem ersten Februar möchte ich - damit morgen dann die Lese-Statistik aus dem Januar online gehen kann - euch meinen ersten Neuzugängepost aus dem Jahr 2019 präsentieren. Vier Bücher sind hier eingezogen, eines davon komplett unerwartet, zwei davon bereits gelesen und rezensiert. Ich freue mich nun schon sehr auf alles, was der Februar bringen wird und wünsche euch viel Spass beim Stöbern.

"Zündels Abgang" von Markus Werner habe ich von einer Freundin am ersten Tag des Jahres geschenkt bekommen, sie hat sich das Buch versehentlich doppelt gekauft.... Könnte ich gewesen sein :-)

"Agathe" von Anne Cathrine Bomann habe ich aus dem neuen Verlag Hanser blau via Lesejury bekommen und in einer Leserunde lesen dürfen. Zur Rezension geht es HIER.

Auf "Die Frauen von Troja, Tochter des Sturms" von Emily Hauser freue ich mich schon sehr. Das Rezensionsexemplar kommt via Bloggerportal aus dem Verlag Goldmann und soll für mich eine erneute Annäherung an das Genre "Historischer Roman" sein.

Völlig losgelöst" wurde von Susanne Weingarten herausgegeben und ist via Bloggerportal aus dem Penguin-Verlag zu mir gekommen. Ich habe es sehr gerne und aufmerksam gelesen und HIER rezensiert.

Und nun noch ein wenig Statistik:
Geschenkt bekommene Bücher: 1
Rezensionsexemplare: 3
Gekaufte Bücher: -
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 4
SuB am Monatsbeginn: 142
Aktueller SuB: 138

Rezension: Es geht uns gut

Es geht uns gut - Arno Geiger

Beschreibung des Verlages:
Der Bestseller jetzt in neuer Rechtschreibung
Philipp Erlach hat in der Wiener Vorstadt das Haus seiner Großmutter geerbt, und die Familiengeschichte sitzt ihm nun im Nacken. Arno Geiger erzählt sie so, als wäre jeder Tag der Vergangenheit unsere Gegenwart. Er schildert das Schicksal von Alma und Richard, die 1938 gerade Ingrid bekommen und nichts mit den Nazis zu tun haben wollen. Vom 15-jährigen Peter, der 1945 mit den letzten Hitlerjungen durch die zerbombten Straßen läuft. Von Ingrid, die mit dem Studenten Peter eine eigene Familie gründen will, und von Philipp, dem Sohn der beiden. Arno Geiger erweckt ein trauriges und komisches Jahrhundert zum Leben.

Meine Meinung:
Anfangs wusste ich wirklich nicht, was mir dieses Buch sagen wollte und trotzdem war ich fasziniert von dieser Sprache, die manchmal umständlich und manchmal direkt schildert, wie sich ganze Generationen und einzelne Menschen entwickeln können, welches Leid und welche Freuden einer Familie widerfahren können und wie Menschen mit Schicksalsschlägen umgehen.
Dieses Buch hat mich lange für sich eingenommen, es hat viel Lesezeit von mir gefordert und war ein intensiver und berührender Monatsabschluss für den ersten Monat des Jahres 2019.

Schreibstil und Handlung:
Philipp räumt das Haus seiner Grosseltern aus. Alles kommt in die Tonne. Und während in dieser Gegenwart nichts weiter geschieht, als dass Philipp sich Notizen über längst vergangene Ereignisse zusammenfantasiert und dabei versucht, seine On-Off-Freundin - für die er eigentlich nur der Geliebte ist - ganz für sich zu gewinnen und dabei zwei Schwarzarbeiter beim Räumen des Hauses zu beaufsichtigen, zieht die Zeit träge vorbei und ein regnerischer Frühling geht dabei in einen warmen Sommer über.
In der Vergangenheit aber beobachten wir Philipps Mutter Ingrid dabei, wie sie krampfhaft versucht ihr beiden Kinder, ihre geliebte Arbeit und eine scheiternde Beziehung voller Distanz, sowie einen Alltag in Armut unter einen Hut zu bringen. Vorbei sind die fetten Jahre unter Vaters Fittichen, vorbei die Zeit, in denen Philipps Grosseltern zwar ein Kind verloren und ein zweites vertrieben haben, in denen aber fröhliche Sommer und die Ruhe zwischen zwei Kriegen für ein wenig Unbeschwertheit und zugleich bange Melancholie gesorgt haben.
Drei Generationen, drei Zeitebenen, drei Figuren, die ins Zentrum gerückt werden. Und während die Zeit in den Vergangenheitssträngen gefühlt viel schneller zerrinnt als in Philipps Gegenwart, wird mit vor sanfter Poesie und schwerer Schönheit triefender Sprache eine Geschichte erzählt, die vom Krieg handelt, von Armut und Reichtum, von innerer und äusserer Leere, Vergeben und Schuld. Von Liebe, die manchmal kaum zu bekommen und begreifen ist und die oft mit dem blossen Vorhandensein von Körperlichkeit verwechselt wird und von einer Einsamkeit, die aus den Menschen heraus entsteht und wie eine lautlose Seuche um sich greift.

Meine Empfehlung:
Wahrscheinlich ist dieses Buch perfekt für lange Lesetage in schwüler Sommerhitze, aber auch in den ersten Monat dieses Jahres hat das Buch mit der intensiven und bewegenden Sprache und den drei verschiedenen Zeitebenen wundervoll gepasst. Es hat mich berührt, gefordert und mir spannende Lesestunden beschert.

Zusätzliche Infos:
Titel: Es geht uns gut
Autor: Arno Geiger, geboren 1968 in Bregenz, wuchs in Wolfurt/Vorarlberg auf. Er studierte Deutsche Philologie, Alte Geschichte und vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Wien. Seit 1993 ist Arno Geiger als freiberuflicher Schriftsteller tätig und nahm 1996 und 2004 am Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teil. 1997 debütierte er mit dem Roman ›Kleine Schule des Karussellfahrens‹. 1998 erhielt er den New Yorker Abraham-Woursell- Award, 2005 für ›Schöne Freunde‹ den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis und den Deutschen Buchpreis für ›Es geht uns gut‹. 2008 wurde ihm der Johann Peter Hebel-Preis verliehen, 2011 der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Arno Geiger lebt in Wolfurt und Wien.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: dtv Literatur
Erschienen: 2. Auflage August 2007 (1. Auflage 2005)
ISBN: 978-3-423-13562-7

Rezension: Völlig losgelöst

 
Völlig losgelöst, wie wir mit weniger glücklich werden - Herausgegeben von Susanne Weingarten

Dieses Rezensionsexemplar aus dem Penguin-Verlag hat mich via Bloggerportal erreicht.

Beschreibung des Verlages:
Unwichtiges weglassen. Das Wichtige finden.
In der Dreizimmerwohnung stapeln sich Flohmarktfunde und modische Fehlkäufe, und durch den lang erhofften Karrieresprung dreht sich das Hamsterrad nur noch schneller. Vielen Menschen geht es ähnlich: In unserer Welt voll Hektik und Überfluss sehnen wir uns danach, uns wieder auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren und Zeit zu haben für Familie, Freunde und uns selbst. Konsumforscher, Psychologen und überzeugte Minimalisten zeigen in diesem Buch, wie wir uns von Unwichtigem trennen, nachhaltig konsumieren und uns endlich wieder frei fühlen – denn weniger ist in der Tat mehr.

Meine Meinung:
In den letzten paar Jahren habe ich mich immer intensiver mit Nachhaltigkeit auseinandergesetzt und dabei als kleines Eichhörnchen immer wieder bemerkt, dass ich zum Sammeln und Horten neige. Nicht nur Bücher sammeln sich hier natürlich an (und die dürfen auch mehrheitlich bleiben), auch andere Dinge landen in Schränken und Schubladen und dabei nehmen sie nicht nur Platz weg, sondern belasten mich auch emotional. Vor allem der Umzug in unsere viel grössere Wohnung vor ein wenig mehr als drei Jahren hat gezeigt, dass es in diesem Bereich noch einiges zu tun gibt, weshalb ich mich sehr über dieses Rezensionsexemplar gefreut habe.
Erwartet habe ich dabei vor allem ein paar praktische Tipps und Tricks zum Auf- und Ausräumen und zur Vermeidung von Abfall. Bekommen habe ich wesentlich mehr und zwar vor allem verschiedenste Aufsätze und Texte zu den Themen Nachhaltigkeit und Minimalismus, die zum Nachdenken anregen und konkrete Tipps liefern, wie man mit weniger glücklicher wird und welche Bereiche unseres Lebens sich besonders gut dazu eignen, ein wenig Verzicht zu üben.  

Die verschiedenen Texte:
In vielen Texten, die oft sehr unterhaltsam, manchmal aber auch ein wenig zäh daherkommen, werden die unterschiedlichsten Lebensbereiche ein wenig genauer beleuchtet. Ein Tiny-House? Ein Gemeinschaftsbüro oder ein Leben aus dem Koffer? Alles ist möglich und jede und jeder von uns entscheidet am Ende selber, wie viel (oder wenig) genug ist zum Leben. Auch werden dabei spannende psychologische und soziale Themen, wie unser Verhalten, wenn es um Entscheidungen geht oder die Beeinflussung durch die Werbung und den Rest der Gesellschaft in Bezug auf unser Konsumverhalten ein wenig näher erklärt und mit passenden Beispielen illustriert, die dafür sorgen, dass wir uns ein paar Gedanken über unsere eigenen (Kauf-)Entscheidungen und den emotionalen Bezug zu den Gegenständen in unserem Leben machen.

Tipps und Tricks:
Ganz konkrete Tipps vor allem zur Müllvermeidung in jedem Zimmer einer Wohnung, die wirklich sehr einfach umsetzbar sind, sowie Informationen zur Organisation des persönlichen Vermögens und der Work-Life-Balance, sind in diesem Buch sehr viele gesammelt. Ausserdem finden sich in "Völlig losgelöst" auch zahlreiche Informationen zu verschiedenen Unternehmensmodellen, Unternehmen, welche nachhaltig produzieren und Ideen für das Wohnen und Arbeiten, die zu mehr Ausgeglichenheit, weniger Müll und weniger Verschwendung von Lebensmitteln und Ressourcen sorgen.
Selbstverständlich sind einige Beispiele sehr extrem und wahrscheinlich ist niemand von uns dazu bereit, komplett aus dem Koffer zu leben oder unsere Wohnung mit nur noch 100 Dingen zu füllen, aber trotzdem zeigen alle diese Beispiele auch auf, was möglich ist und dass vor allem zwischen diesen Extremen und unserem oft auch extremen Überfluss noch sehr viele Abstufungen möglich sind.  

Meine Empfehlung:
Diese Sammlung von Texten liest sich sehr flüssig und wenn auch einige der Texte ein wenig zäh wirken, so sind doch die Anregungen alle sehr interessant gestaltet, mit Quellen belegt, mit vielen Beispielen illustriert und mit ein wenig Statistik aufgepeppt, was "Völlig losgelöst" zu einer kurzweiligen und zum Nachdenken anregenden Lektüre macht, die sich definitiv lohnt. 

Zusätzliche Infos:
Titel: Völlig losgelöst, wie wir mit weniger glücklich werden
Herausgeberin:  Susanne Weingarten, geboren 1964, ist promovierte Amerikanistin. Sie begann ihre journalistische Karriere 1992 beim SPIEGEL, lebte und arbeitete später mehrere Jahre in Los Angeles und Boston als freie Publizistin. 2008 übernahm sie die Leitung des Kultur-Ressorts beim SPIEGEL und ist seit 2015 stellvertretende Ressortleiterin für die Heftreihen SPIEGEL GESCHICHTE, SPIEGEL WISSEN, SPIEGEL BIOGRAFIE und SPIEGEL CLASSIC.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch, Broschur: 224 Seiten
Erschienen am:  14. Januar 2019
ISBN: 978-3-328-10364-6 

Rezension: Agathe

 
Agathe - Anne Cathrine Bomann

Beschreibung des Verlages:
Wer dieses Buch liest, möchte es sofort weiterempfehlen – Anne Cathrine Bomanns Roman zeigt, wie neue Freundschaften ein Leben verändern.
Ein alternder Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. Bald wird er die Türen seiner Praxis für immer hinter sich schließen... Doch eine letzte Patientin lässt sich nicht abwimmeln. Und die Gespräche mit Agathe verändern alles: Neue Freundschaften scheinen plötzlich möglich, neue Wege, neue Zuversicht. Eine universelle Geschichte über Nähe und Freundschaft, Liebe und Verbindlichkeit – elegant und zeitlos, voll meditativer Zärtlichkeit und subtilem Humor. 

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde der Lesejury lesen dürfen und es freut mich natürlich sehr, dieses neue Buch aus dem ersten Programm von Hanser blau sogar noch vor Veröffentlichung bekommen zu haben.
Zuerst einmal wird es euch sicher nicht wundern, dass mich bei diesem Buch vor allem das Cover interessiert hat und als ich dann nach der Lektüre der Leseprobe ganz verzaubert auf meinem Stühlchen sass, wusste ich, dass dieses wunderbare Büchlein unbedingt bei mir einziehen musste. Die Haptik des feinen Leineneinbandes ist einfach perfekt, die zarten Farben passen perfekt zur leisen, poetischen Geschichte rund um Liebe, Freundschaft und die Ende unseres Lebens und sogar der kleine Vogel hat einen ganz klaren Bezug zum Inhalt. Solch durchdachte Buchgestaltungen überzeugen mich jeweils sehr und lassen auf viel Liebe zum gedruckten Wort und viel Respekt für die Arbeit der Autorinnen und Autoren schliessen.
Zum Inhalt des Buches möchte ich nicht zu viel verraten, aber ich kann euch sagen, dass mir "Agathe" wundervolle Lesestunden voller Poesie und Zartheit beschert hat, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte.

Schreibstil und Handlung:

„Agathe, was macht das Leben Ihrer Ansicht nach aus?“, fragte er.
 S. 107, Agathe - Anne Cathrine Bomann 

Am Anfang der Geschichte befinden wir uns in der Praxis und den Gedanken eines alternden Psychiaters, der sich in einer Lethargie befindet, die wohl nur mit einer Kombination aus Lebensmüdigkeit, Einsamkeit und berufsbedingter Erschöpfung erklärt werden kann. Er zählt die Therapiestunden und Tage bis zu seinem Ruhestand und hört seinen Patientinnen und Patienten nur noch mit halbem Ohr zu, wenn überhaupt. Dann aber taucht Agahte auf. Eine Patientin, die ihm keine Ruhe lässt, ihn fordert und ihn immer wieder überrascht und aus seiner Reserve holt.
Die Geschichte zweier Leben wird in einer zarten und einfühlsamen Sprache erzählt, die von Leerstellen lebt und viel Raum für eigene Gedanken lässt. Ganz wenige Seiten und kurze Kapitel beinhalten so viel mehr, als die Worte, die sich auf den Seiten finden, weil jedes dieser Worte uns tief berühren und uns zum Nachdenken bringen kann.
Gibt es im Leben die Möglichkeit, noch einmal neu zu beginnen? Kann man sich trotz voranschreitendem körperlichem Zerfall und mühsamem Alltagstrott dazu aufraffen, die Gedanken noch einmal ganz neu zu ordnen und ein wenig frischen Wind in in sein Leben zu bringen?
Und auch zum Ende noch einmal die Fragen: Was berührt uns? Was macht uns als Menschen aus? Und vor allem: Was wissen wir überhaupt über die Menschen, denen wir täglich begegnen, die ein Teil unseres Lebens sind und immer wieder unseren Weg kreuzen, uns alleine durch ihre Anwesenheit ganz tief im Herzen berühren?

Meine Empfehlung:
Von mir gibt es für dieses zauberhafte Buch in der wundervollen Aufmachung eine sehr herzliche Leseempfehlung und ich bin mir sicher, dass dieses Buch das perfekte Buch für eine Leserunde ist, weil es so viel Interpretationsspielraum lässt und immer wieder dazu führen kann, Diskussionen anzuregen und so ganz viel über das Leben nachzudenken.

Zusätzliche Infos:
Titel: Agathe
Originaltitel: Agathe
Autorin: Anne Cathrine Bomann, geboren 1983, arbeitet als Psychologin. Sie lebt in Kopenhagen mit ihrem Freund, einem Philosophen, und dem Hund Camus. Eine Saison lang spielte sie Tischtennis in Fontenay-sous-Bois, einem Vorort von Paris. Dort lebte sie in der 9, rue des rosettes, genau wie die Hauptfigur aus Agathe
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Dänisch
Übersetzt von: Franziska Hüther
Fester Einband: 160 Seiten
Verlag: Hanser blau 
Erscheinungsdatum: 28.01.2019
ISBN: 978-3-446-26191-4

Mein SuB kommt zu Wort, 20.01.2019

"Mein SuB kommt zu Wort"
Guten Sonntagmittag :-)

Wer hätte das gedacht, ich schaffe es schon wieder, an der tollen Aktion von Anna teilzunehmen und freue mich besonders über die Neuerungen, die Anna sich ausgedacht hat. Ich bin mir zwar noch nicht wirklich sicher, wohin mein SuB sich dadurch entwickelt, lasse dies aber auf mich zukommen.
Und nun übergebe ich SuBrina die Tastatur und bin schon ganz gespannt auf ihre Antworten und Ideen. Viel Spass beim Lesen.

Wie groß bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Hallo ihr Lieben
Ich wünsche euch von Herzen ein spannendes Jahr 2019 mit vielen tollen Büchern und vor allem ganz vielen unvergesslichen Lesemomente. Ja, ich bin spät, aber bis jetzt durfte ich mich im Neuen Jahr ja noch nicht mit euch austauschen und hole das nun nach :-)
Ich beherberge aktuell 139 Bücher (beim letzten SuB-Post waren es 145 Bücher) und obwohl das nur ein kleiner Abbau ist, hat sich hier einiges geändert. Livia hatte schon sehr lange einen Stapel mit Büchern bei sich liegen, die sie sich ausgeborgt hat, von denen sie aber nicht sicher war, ob sie diese lesen oder doch lieber einfach wieder zurückgeben sollte. Sie hat sich entschieden, alle zu behalten und in meine Regale zu stellen (sie sind alle HIER aufgelistet) und dafür ein paar andere SuB-Bücher auszumisten, was letztendlich sogar zu einem kleinen Abbau geführt hat. Das ist schon eine Leistung, ja?

Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeig mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Im Januar sind erst zwei Bücher hier eingezogen und eines davon wird Livia morgen beenden, also von dem her können wir bisher von einem kleinen Erfolg sprechen. "Zündels Abgang" von Markus Werner hat Livia von einem Silvestergast bekommen und erst am 1. Januar realisiert, dass ein neues Buch hier eingezogen ist. Eine gute Freundin von Livia hat sich das Buch nämlich doppelt gekauft und tja...was soll man sagen :-)
"Agatha" von Anne Cathrine Bomann ist ein Rezensionsexemplar aus dem Verlag Hanser blau und ist via Lesejury bei Livia gelandet. Dieses wird morgen im Rahmen der Lesejury-Leserunde beendet und am 28.1.19 erscheint dann die Rezension hier auf dem Blog.

Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil es gelesen wurde? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Rezi-Exemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
"Das Böse in uns" von Cody McFadyen hat mich im November 2016 erreicht, Livia hat es damals aus dem Altpapier gerettet... Ist es eine SuB-Leiche? Vielleicht schon ein wenig. Vor allem der Anfang des Buches hat Livia begeistert, das Ende aber war leider ein wenig schwächer. Von Livia gibt es dennoch eine Leseempfehlung und HIER findet ihr auch Livias Rezension.

Lieber SuB, 2019 hat begonnen und soll in der Gemeinschaftsaktion deine Bücher noch mehr in den Fokus rücken. Wir möchten den nächsten Schritt gehen und in der vierten Frage nicht nur Bücher von dir vorstellen, sondern als Zusatz-Herausforderung deinen Besitzer dazu bringen, ein Buch davon auch bis zum nächsten Monat zu lesen. 2019 wird also frischen Wind in die Aktion bringen und die SuB-Besitzer mehr fordern, überlege also weise, welche(s) Bücher(Buch), lieber SuB, du in Frage 4 vorstellen wirst. :) Wie gefällt dir diese Idee und hast du bestimmte Vorschläge für Frage 4-2019 (etwa Reihen-Abschlüsse, Hardcover, schwarz-weiße Cover etc.)?
Das ist ja wirklich eine tolle Idee Anna, super!!! Ich habe mir gleich ein paar Gedanken gemacht und möchte Livia ja auch ein wenig fordern;-) SuB-Leichen sind sicher immer etwas, aber auch ausgeborgte Bücher und (hahaaaa, ganz fies) Bücher, die man sich unbedingt kaufen wollte, die aber seither liegengeblieben sind. Dicke Bücher oder Klassiker finde ich auch toll, die bleiben hier nämlich immer ein wenig liegen und nach Genre ordnen könnte man auch einmal. Wie wäre es, ein Buch aus einem eher ungeliebten/unbekannten Genre zu lesen? Oder ein Buch, das man geschenkt bekommen hat, das man aber bisher (noch) nicht lesen wollte, weil es nicht dem Beuteschema entspricht?

Wir grüssen euch alle ganz lieb und gehen heute Abend und spätestens morgen früh auf eine ausgedehnte Stöberrunde.

Alles Liebe
Livia und SuBrina

Rezension: Das Böse in uns

Das Böse in uns - Cody McFadyen

Originaltitel: The Darker Side
Autor: Cody Mcfadyen wurde 1968 in Fort Worth, Texas (USA) geboren. Er wuchs in mehr als einfachen Verhältnissen auf, fühlte sich in der Schule unterfordert und interessierte sich bereits in seiner Kindheit für das Schreiben. Mit 16 Jahren brach Cody Mcfadyen seine High-School-Ausbildung ab und widmete sich sozialer Arbeit für Drogenabhängige und unterstützte Selbsthilfegruppen. Er unternahm als junger Mann mehrere Weltreisen und arbeitete danach in den unterschiedlichsten Branchen z.B. als Webdesigner, bis er sich mit 35 vollständig dem Schreiben hingab. Mit 37 Jahre erfand er die Protagonistin seiner sensationell erfolgreichen Thriller-Reihe - Smoky Barrett MEHR ERFAHREN
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisch
Übersetzt von: Axel Merz
Taschenbuch: 445 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Ersterscheinung: 24.04.2010
ISBN: 978-3-404-16421-9

Reiheninfos:
1. Die Blutlinie
2. Der Todeskünstler
3. Das Böse in uns
4. Ausgelöscht
5. Die Stille vor dem Tod

Beschreibung des Verlages:
Ein Flug nach Virginia. Alles wie gewohnt. Die Passagiere fühlen sich wohl. Auch Lisa. Bis sich ihr Nachbar zu ihr herüberlehnt und flüstert: "Lisa, ich werde dich jetzt töten." 
Nach der Landung findet die Besatzung Lisas Leiche. Die FBI-Agentin Smoky Barrett hat lediglich einen Hinweis: ein silbernes Kreuz mit der Zahl 143 im Körper der Toten. Zählt der Mörder seine Opfer? Smoky hat es offenbar mit einem Serienkiller zu tun. Denn im Internet tauchen brutale Videos von Hinrichtungen auf. Die Filme verraten, dass jedes Opfer Sünden begangen hatte, die wie ein Schatten auf seiner Seele lasteten: Mord, Kinderschändung, Vergewaltigung. Mit seinen Taten will der Mörder die Schuld seiner Opfer sühnen. Smoky Barrett steht als Nächste auf seiner Liste. Denn auch sie hat ein finsteres Geheimnis.
Cody Mcfadyens Psychothriller Das Böse in uns ist nichts für schwache Nerven. Agentin Smoky Barrett ermittelt diesmal in einem besonders blutigen Fall.

Meine Meinung:
Wie ihr HIER wahrscheinlich schon gesehen habt, war ich von der erste Seite an gefesselt von diesem Buch. Obwohl ich die Vorgängerbände nicht gelesen habe, hat mich die Geschichte um die Agentin Smoky überzeugt und neugierig Seite um Seite umblättern lassen. Dies ging so bis etwa zur Mitte des Buches. Da war mir schon länger klar, wie der Täter zu seinen Infos über die Opfer gekommen war (und irgendwann hatte es dann auch das Ermittlerteam endlich gemerkt) und ich fragte mich, was nun noch folgen würde. Als nämlich spätestens im letzten Drittel auch schon absehbar war, wie das Buch enden würde, wurde noch ziemlich lange herumgedümpelt, bis dann endlich einmal alles aufgeschlüsselt war, was mir gegen Ende ein wenig langatmig vorgekommen ist und was total schade ist, da der Schreibstil sonst sehr packend wirkt und auch die zwischenmenschlichen Aspekte, moralischen Fragen und brisanten Themen nicht zu kurz kommen.
Schade, schade, aber trotzdem war das Buch für mich ein grosser Lesegenuss und ich werde auf jeden Fall in näherer Zukunft zum nächsten Band greifen, der zum Glück auch noch auf meinem SuB liegt. Und wer weiss, vielleicht gönne ich mir sogar irgendwann einmal die ersten beiden Bände, schliesslich soll es da ja ebenfalls noch einmal Thrillergenuss vom Feinsten geben, was ich beim vorliegenden Band tatsächlich ein wenig vermisst habe. Oder sollte es mich vielleicht sogar nachdenklich machen, dass mich die Schilderungen der beschriebenen Verbrechen ziemlich kalt gelassen haben...?

Schreibstil und Handlung:
Den Schreibstil habe ich schon oben gelobt und zwar, weil er wirklich packend war, zumindest am Anfang. Vor allem im letzten Drittel des Buches wurden mir dann die Ereignisse zu sehr in die Länge gezogen, was mein Lesevergnügen ein wenig trübte. Besonders gut haben mir aber die vielschichtigen und authentischen Darstellungen der Agentin Smoky Barrett, ihre innere Zerrissenheit, ihre professionelle Arbeit und ihr kühler Blick auf die verstörenden Ereignisse, sowie ihr Verhalten innerhalb des Ermittlerteams gefallen. Generell fand ich dieses Team sehr gut zusammengestellt und beschrieben. So zeigte sich auch, dass man zwar eng zusammenarbeiten und die schlimmsten menschlichen Abgründe gemeinsam erleben, dass man aber auf persönlicher Ebene eher distanziert sein kann, was mir sehr realistisch dargestellt schien.
Einige der Taten, sowie die durchaus äusserst expliziten Darstellungen von Sex und Gewalt haben mich einige Male leer schlucken lassen. Ab etwa der Mitte des Buches, haben mich diese allerdings komplett kalt gelassen. Eventuell bereits zuviel des Guten? Schon in diesem dritten Band der Reihe lässt sich aufgrund der vielen Rückblenden nälich erkennen, dass die Bücher wohl alle stets nach dem genau gleichen Muster gestrickt sind. Ein Killer treibt sein Unwesen und es scheint stets auf eine eher persönliche Sache hinauszulaufen, die Kirche, der Staat, oder sogar einzelne Ermittler geraten ins Visier des Killers und am Ende ist es immer ein Wettlauf gegen die Zeit, der durch einige Hindernisse erschwert wird. Kann man als Leser davon ermüden? Nur schon vielleicht, wenn man ein Buch dieses Autors liest? Ich hoffe es nicht, auf weitere blutrünstige Schilderungen und spannende Ermittlungen freue ich mich nämlich schon.

Meine Empfehlung:
Ich empfehle euch dieses Buch sehr gerne weiter, weil es mich zwei Drittel lang wirklich gepackt hat und ich lediglich am Schluss ein wenig mit den Längen zu kämpfen hatte. Der Schreibstil hat definitiv Potenzial und vielleicht geht es ja nicht allen Leserinnen und Lesern so, dass sie schneller zu den Auflösungen kommen, als das Ermittlerteam ;-) Dann bleibt es nämlich auf jeden Fall ein wenig länger spannend.

Was mich wirklich noch interessieren würde: hat jemand das Buch oder andere Bücher der Reihe schon gelesen? Wie haben sie euch gefallen und könnt ihr sie weiterempfehlen?

Rezension: "Jetzt war ich ganz allein auf der Welt"

"Jetzt war ich ganz allein auf der Welt" - Hans-Burkhard Sumowski

Taschenbuch: 272 Seiten 
Sprache: Deutsch
Verlag: btb Verlag
Auflage: 2. Auflage (4. Mai 2009)
ISBN-10: 3442739551
ISBN-13: 978-3442739554

Beschreibung (via):
Hans-Burkhard Sumowski schildert in seinen Erinnerungen seine erschütternden Erlebnisse am Ende des Zweiten Weltkriegs in Königsberg. Als achtjähriger Junge überlebt er als Einziger seiner Familie die sowjetische Invasion und gerät mit Hunderten anderer deutscher Kriegswaisen in einen wahren Albtraum, bestimmt von Hunger, Krankheiten, Gewalt und Tod. Sumowskis Buch ist ein zutiefst berührendes Zeugnis von der Grausamkeit des Krieges und dem beeindruckenden Überlebenswillen eines Kindes.

Meine Meinung:
Ihr versteht sicher, dass ich bei diesem Buch und dieser sehr intensiven Geschichte nicht auf schriftstellerische Details eingehen möchte. Erstens gibt es abgesehen von sehr vielen vorausgreifenden Floskeln ("das sollte ihr letztes Festmahl sein", "aber es würde alles ganz anders kommen", "es würde unser letztes Treffen sein") nichts zu mäkeln und zweitens steht dies auch gar nicht im Vordergrund. Vielmehr hat Sumowski ein beeindruckendes und sehr berührendes Portrait einer zuerst von Glück und dann von Entbehrungen geprägten Kindheit, einer sagenhaften Rettung aus dem traumatischen Kriegsgeschehen und eines beeindruckenden Kampfes um das tägliche Überleben gezeichnet, das definitiv mehr Leserinnen und Leser verdient.
Ich habe dieses Buch mit Entsetzen gelesen, wurde davon berührt und konnte manchmal nur schwer weiterlesen, weil die Schicksale so nahe gehen. Aber genau deswegen ist dieses Buch auch so lesenwert. Einerseits schildert es ohne zu klagen und lediglich aus der Erinnerung Sumowskis, was geschehen ist, andererseits berührt es auch durch die spannende und sehr durchdachte Erzählweise, die von der ersten Seite an packt und steht nicht als erhobener Zeigefinger, sondern als erzähltes Mahnmal für tausende Schicksale, die leider langsam aber sicher in Vergessenheit geraten.

Die Kindersicht:
Auch wenn Sumowski Jahrzente später erst niederschreibt, was ihm als Kind widerfahren ist, so schreibt er sehr differenziert über das, was er empfunden und erlebt hat und zeigt dabei auch eindrücklich auf, wie sich sein Schicksal als Kind angefühlt hat, dass er natürlich viele Dinge erlebt und getan hat, ohne überhaupt zu verstehen, worum es geht. Beispielsweise dass er als achtjähriger Junge sich begeistert ins Soldatengetümmel seiner belagerten Stadt gestürzt hat, weil es anfangs spannend und erst später bedrohlich war für ihn. Genau diese Erfahrungen vor der eigentlichen Einnahme Königsbergs durch die russische Armee haben dem kleinen Jungen wohl später das Leben gerettet. Wusste er doch mit verminten Gebieten, Dynamit, schwerem Geschütz und den Soldaten umzugehen.
Auch später, nach den unsäglichen Gräueln, die vor allem seiner Mutter und Tante angetan wurden, nutzte er jede Gelegenheit, um mit den russischen Soldaten in Kontakt zu treten, lernte die Sprache, verhandelte hart um ein wenig Nahrung und führte später im Kinderheim, in dem er schliesslich landete, eine kleine Gruppe von Freunden an und wurde von der Heimleitung mit verantwortungsvollen Aufgaben bedacht.

Rückblicke:
Immer wieder scheint eine aktuelle Sicht auf die Dinge durch, Sumowski reflektiert, erzählt, wie er einzelne Situationen heute in Erinneungen hat und ist dabei sehr streng mit sich selber, weiss aber auch, dass er als Kind gewisse Dinge gar nicht verstehen konnte und einfach nicht besser wusste. Zum Beispiel, wie da genuin vom "Russen", der bösen, unzivilisiert mordenden Macht gesprochen worden ist, die es zu vernichten gälte um letztendlich den "Endsieg" zu erringen. Erst in den Tagen im Kinderheim in Ostpreussen wird auch Burkhard, wie er sich nennen lässt, bewusst, dass es nicht nur schwarz und weiss gibt und dass er ohne die väterliche Obhut des russischen Heimleiters wohl wesentlich weniger Chancen gehabt hätte, seinen Weg zu gehen. Ausserdem werden im Nachwort einige sehr wichtige und spannende Ergänzungen geliefert. Es sind Namen, an die sich Sumowski beim Schreiben des Buches nicht mehr erinnert hat und die er im fortlaufenden Text nicht ergänzt, sondern im Nachwort erwähnt und mit kurzen Anmerkungen versehen hat. Und es sind Berichte von Menschen, die mit ihm überlebt und sich später bei ihm gemeldet und dabei geholfen haben, die Erinnerungen aufzufrischen und zu ergänzen.

Meine Empfehlung:
Ich denke, dass dieses Buch spätestens im Gymnasium Schullektüre sein sollte, sofern eine einfühlsame und kritische Lehrperson entsprechend damit umgehen kann. Selber musste ich viele Pausen einlegen. Dieses Buch ist kein Buch für einen Abend, weil die Geschichten, die es erzählt, zu grausam sind. Und trotzdem ist es ein eindrückliches Zeugnis dafür, dass es inmitten der abscheulichsten Verbrechen und des Kriegsgetümmels auch sehr viel Menschlichkeit gab. Und dass es einige gab, die das fragliche Glück hatten, zu überleben und irgendwann ihr Schweigen brachen und erzählten, was ihnen widerfahren war. Um sich selber zu helfen, um anderen eine Stimme zu geben und vor allem um dafür zu plädieren, dass dies alles bitte nie wieder geschehen solle.   

Rezension: Schwarz

 
Schwarz - Stephen King

Reiheninfo:
Schwarz
Drei
Tot
Glas
Wolfsmond
Susannah
Der Turm

Klappentext:
Auf der Suche nach dem mysteriösen Dunklen Turm durchstreift Roland, der letzte Revolvermann, eine sterbende Welt, wo in endlosen Wüsten und Ruinenstädten Dämonen, Sukkubi, Vampire und Geistermutanten hausen. Unbeirrt folgt er den Spuren des Mannes in Schwarz - er ist der Schlüssel zu den Mysterien des Dunklen Turms, der am Anfang der Zeit steht.
"Rolands Geschichte ist mein Jupiter" - Stephen King

Meine Meinung:
"Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm." 
Schwarz, Der Dunkle Turm (S. 1)
 
Dieser Satz hat mein Leben verändert. Nichts ist mehr, wie zuvor, denn ich habe den letzten Revolvermann kennengelernt und werde mit ihm den dunklen Turm finden, der die Fäden des Seins zusammenhält und der nach und nach zerfällt und so Chaos in die Welten bringt. Ich habe ein Buch entdeckt, das mir den Auftakt zu einem ganz eigenen Buchiversum geöffnet hat, das mich konfrontiert hat mit den Abgründen der Menschheit, der Endlichkeit des Lebens, dem Unvorstellbaren, dem ewig Dunklen, den Dämonen in und um uns.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, habe mich immer wieder in seiner Welt verloren, nachgedacht, zurückgeblättert, weitergelesen und war wie im Fieber. Besonders gut gefallen hat mir bei dieser von Stephen King überarbeiteten Ausgabe das Vorwort des Autors, in dem er schreibt, wie er dieses Epos im Alter von neunzehn Jahren begonnen hat und wie er nach seinem schweren Unfall immer wieder angefleht wurde, die Geschichte des Revolermanns zu beenden, oder zumindest das Ende zu verraten. Er schreibt auch, wie er schliesslich - nach dreissig Jahren - zu diesem Ende gefunden hat und dann irgendwann noch einmal ziemlich vorne beginnen musste, damit dieser erste Band auch wieder zum Schluss passen und so der rote Faden durchgehend erkennbar sein kann.

Wie "Der Dunkle Turm" zu mir gefunden hat:
Wie "Schwarz" und alle weiteren Teile der Reihe zu mir gefunden haben, ist eine ganz spezielle Geschichte und bereits seit Februar 2017 besitze ich die ganze Reihe um den Turm (mit Ausnahme von "Wind", das nicht zur eigentlichen Reihe gehört, respektive sich zwischen dem vierten und fünften Band der Reihe einordnen lässt, wenn überhaupt).
"Der Turm", der siebte Band dieser Reihe, habe ich vor etwa zehn Jahren, vielleicht sind es auch schon mehr, von meinem Bruder zu Weihnachten bekommen. Er hat beim Kauf des Buches wohl nicht bemerkt, dass es sich um einen Reihenabschluss handelt. Nach und nach habe ich mir die weiteren Teile als Mängelexemplare zusammengekauft ("Tot" im September 2012, "Wolfsmond" im Oktober 2013, ausgerechnet von "Schwarz" weiss ich es leider nicht mehr, es liegt also schon länger hier), weil ich gar nicht sicher war, ob ich die Bücher überhaupt lesen würde, aber die Aufmachung einfach so toll fand. Irgendwann las ich diesen Post bei Ines und konnte nicht mehr an mich halten. Die drei Bücher, die mir noch fehlten, habe ich sofort gebraucht bestellt. Zwei davon waren bereits nur noch als Hardcover zu bekommen.
Was also mit einem kleinen Irrtum begann, hat mich nun endlich für sich begeistern können und ich bereue es fast ein wenig, nicht schon früher zum ersten Band der Reihe gegriffen zu haben...

Schreibstil und Handlung:
Es ist heiss, die Luft flimmert, das menschliche Leben auf der Erde scheint fast ganz ausgelöscht zu sein. Dämonen, Mutanten und andere Wesen, die man kaum benennen mag, haben sich nach der Endzeit, die Zugleich ein Nachfolger unserer aktuellen Zeit, als auch eine ganz eigene Welt ist, in den dunkelsten Winkeln und Höhlen dieser Welt breit gemacht. Und mitten im Geschehen ist Roland, der letzte Revolvermann. Er ist zäh, er hat Ausdauer, einen starken Willen und schreitet stoisch voran. Er verfolgt den schwarzen Mann, er sucht den dunklen Turm. Er ist einsam, bis er Jake trifft, einen Jungen, der ihm ein treuer Gefährte und Zuhörer wird und dem er darum seine Lebensgeschichte, die von seiner Ausbildung zum Revolvermann, von Freundschaft, Verrat und einer ganz grossen Liebe handelt, erzählt.
Stephen King hat eine Sprache geschaffen, die ihresgleichen sucht. Eine Sprache, die schockiert in ihrer detaillierten Brutalität, die derb ist, wie bei Bukowski, die aber Weisheiten aufzeigt, die eines kleinen Prinzen würdig wären und von der Fantasie Tolkiens beflügelt sind. Eine Sprache, die allen grossen Dichtern ein Denkmal setzt und doch so einzigartig und fesselnd ist, wie die Geschichten, die sie erzählt, die Fäden des Netzes, das sie spinnt zwischen den Welten, den Menschen, den Wesen.

Meine Empfehlung:
Ich empfehle euch, dieses anspruchsvolle, fesselnde, berührende und überwältigende Buch zu lesen. Die Welten und Geschichten, die es birgt, sind zu schön, grausam und lebensecht, als dass sie noch länger zwischen den Buchdeckeln in euren Regalen verborgen sein sollten.

Zusätzliche Infos:
Titel: (Der Dunkle Turm 1) Schwarz
Originaltitel: The Dark Tower: The Gunslinger
Autor: Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk bekam er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem Edgar Allan Poe Award den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. 2018 erhielt er den PEN America Literary Service Award für sein Wirken, gegen jedwede Art von Unterdrückung aufzubegehren und die hohen Werte der Humanität zu verteidigen.
Taschenbuch: 352 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisches Englisch
Übersetzt von: Joachim Körber
Verlag: Heyne
Erschienen am:  01. Dezember 2003
ISBN: 978-3-453-87556-2

Rezension: Wünsch dich glücklich

Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar aus dem Rowohlt-Verlag, herzlichen Dank.

Wünsch dich glücklich - Kerstin Engel

Beschreibung des Verlages:
Wenn Wünsche wahr werden, ist das Chaos vorprogrammiert.
Schon wieder hat sich Rosalie in den falschen Mann verliebt. Henry ist nicht nur ihr Chef, der leicht neurotische Ordnungsfanatiker hasst Chaos. Und Rosalie ist das personifizierte Chaos. Trotzdem kann sie ihm nicht widerstehen. Vor allem aber ist Henry eins: verheiratet und damit nicht der Richtige! Die selbsternannte Schamanin Stella verspricht Abhilfe: Mit ein bisschen Magie will sie aufräumen in Rosalies Leben. Und schnell zeigen sich erste Erfolge: Rosalies Wünsche werden wahr! Doch bekanntlich muss man vorsichtig sein, was man sich wünscht. Als Rosalie davon träumt, Henry möge Single sein, fängt das Chaos erst richtig an.

Meine Meinung:
Es freut mich gerade sehr, dass ich im Januar bereits ein Buch gelesen habe, es jetzt rezensieren und dann schon zum nächsten Buch greifen darf, weil ich heute meine Schreibtischarbeit schon fast komplett erledigt habe und es mir einfach gönnen darf :-)
Gegönnt habe ich mir im Dezember auch dieses Rezensionsexemplar, das ich beim Verlag angefragt und dann zu meiner grossen Freude auch bekommen habe. Obwohl ich mich mit den eher leichteren Bücher wieder ein wenig zurückhalten wollte, war dieses Buch für mich ein perfekter Start ins Jahr 2019. Es ist äusserst unterhaltsam (wenn auch ein wenig schräg und eventuell zu konstruiert), es hat eine interessante Handlung, in der sogar ein wenig Spannung aufkommt und kommt gar nicht so kitschig daher, wie es das Cover vermuten lässt, sondern beinhaltet vielmehr eine amüsante Mischung aus Krimi, historischem Roman, Romanze und ein wenig Tiefgang. So haben mich zwar die ersten paar Seiten ein wenig ratlos zurückgelassen, weil die einfach extrem übertrieben chaotisch daherkommen (was der wirklich total witzigen und herzensguten Protagonistin geschuldet ist), dann aber habe ich mich wohl an den Stil gewöhnt und mich auf die Suche nach den Spuren einer historischen Persönlichkeit und einer mittelalterlichen Schrift, dem perfekten Job und der ganz grossen Liebe gemacht und dabei ein wenig Magie, Freundschaft und gute Wünsche genutzt, ein Wahnsinnstrip :-)

Schreibstil und Handlung:
Der Schreibstil dieses Buches lässt sich wohl am ehesten mit "rasant" umschreiben. Rosalie hält den Leser permanent auf Trab und und sobald vermeintlich ein wenig Ruhe eingekehrt ist, überstürzen sich die Ereignisse auf unvorhergesehene Weise. Ob nun ein rätselhaftes Amulett, eine russische Rivalin oder ein Tiger auftauchen oder Ronnie, Rosalies Vater, die bunte Truppe mit seinen Herzensgeschichten aufmischt, für Stimmung ist definitiv gesorgt. Tatsächlich werden auch ganz selten ein paar nachdenklichere Töne angeschlagen und natürlich kommt auch die Romantik nicht zu kurz. Dieses Buch ist aber in erster Linie sehr, sehr witzig und erst dann geht es um die Liebe. Dann natürlich aber nicht einfach um ein wenig Verliebtheit (das natürlich schon auch), sondern vielmehr direkt um die ganz grosse Liebe, die Rosalie natürlich finden will. Ob ihre neugewonnene Freundin und Schamanin Stella da eher hilft oder vielleicht doch ein wenig im Wege steht, sei dahingestellt. Dass aber ein paar Räucherstäbchen und das professionelle Behandeln von Schmerzpunkten noch niemandem geschadet haben, das versteht sich von selbst.
Ein riesiger Bonuspunkt für alle Bücherfans ist übrigens Rosalies Beruf: sie ist Buchrestauratorin und nimmt sich mit sehr viel Liebe, Geduld und auch ganz ohne Chaos, sondern vielmehr sehr organisiert und kompetent ihrer "Patienten" an. Das ist zwar ein kleines aber bedeutsames Detail, weil erst sie die entscheidenden Steine ins Rollen bringen und so auch die spannende Suche nach dem verschwundenen Manuskript so richtig aufnehmen kann.

Meine Empfehlung:
Mit "Wünsch dich glücklich" bin ich bestens unterhalten und sehr leicht und luftig ins Neue Jahr gestartet und habe die Geschichte um Rosalie und ihr grosses Herz (das in mehrfacher Hinsicht immer wieder eine Rolle spielt) förmlich inhaliert. Ja, dieses Buch bleibt fast durchs Band amüsant und temporeich, wird dabei aber nie seicht oder gar langweilig. Von dem her gibt es eine überzeugte Empfehlung für dieses Buch.

Zusätzliche Infos:
Titel: Wünsch dich glücklich
Autorin: Kerstin Engel, geboren 1965, studierte Germanistik und arbeitete als Regie- und Dramaturgieassistentin am Theater. Später verschlug es sie zum Fernsehen. Heute lebt sie als freie Autorin in Groß-Gerau.
Taschenbuch: 304 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Rowohlt
Erscheinungstermin:  20.11.2018
ISBN:  978-3-499-26904-2

Leseliste Januar 2019

Wuhuuuu, was ist denn das ihr lieben Buchsüchtigen?

Der dritte Post in drei Tagen? Ihr seht, ich bin motiviert, ich gebe alles, ich habe aber auch endlich wieder ein wenig Zeit für mich und nehme sie mir vor allem auch bewusst. Das ist so wichtig und doch vergesse ich es permanent, weshalb ich mich immer wieder daran erinnern möchte. Ich geniesse es jetzt also einfach ein wenig und melde mich dann, wenn ich will und kann und hoffe darauf, mich auch an den stressigsten Tagen immer wieder daran zu erinnern, dass es immer so sein sollte, dass nicht jedes Buch rezensiert werden muss und dass der gemeinsame Austausch viel wichtiger ist, als die Anzahl Posts, die man veröffentlicht.


Nun aber zum Thema des Tages, der Leseliste für den Januar 2019:


Eine Leseliste? Warum denn das schon wieder?
Weil ich ein paar Challenges für mich entdeckt habe und weil ich meinen SuB jetzt endlich einmal so richtig abbauen möchte, habe ich mich dazu entschieden, für den Januar eine Leseliste zusammenzustellen und einfach einmal zu schauen, was passiert. Vielleicht lese ich kein einziges Buch davon, vielleicht schmeisse ich morgen schon alles über den Haufen, vielleicht ist es aber auch einfach genau richtig. Wir werden sehen. Meine letzte Leseliste habe ich übrigens im März 2016 erstellt und davon habe ich kein einziges Buch gelesen, es bleibt also sehr offen, wie sich das alles entwickelt ;-)

Diese Bücher möchte ich im Januar lesen:
  1. Wünsch dich glücklich - Kerstin Engel    (Rezensionsexemplar)
  2. Schwarz - Stephen King   (Reihenauftakt für die Nieder mit dem SuB-Challenge)
  3. Das Böse in uns - Cody McFadyen   (Weisses Cover für die Nieder mit dem SuB-Challenge und mein erstes Buch von Cody McFadyen für die Motto-Challenge)
  4. "Jetzt war ich ganz alleine auf der Welt" - Hans-Burkhard Sumowski   (langer Titel für die Nieder mit dem SuB-Challenge)
  5. Es geht uns gut - Arno Geiger   (wollte ich schon soooo lange einmal lesen)
Was kennt ihr schon davon? Welche Bücher möchtet ihr im Januar unbedingt lesen? Wie haltet ihr es mit Leselisten?

Alles Liebe und macht euch einen guten Tag
Livia

Buchige Jahresstatistik 2018

Guten Morgen Bücherwelt

In diesem Jahr bin ich wirklich früh dran mit allen Statistiken und darf heute noch einmal mit richtig vielen Zahlen spielen und meine liebsten Bücher aus dem vergangenen Jahr erwähnen. Dann aber mache ich definitiv Platz für das Jahr 2019 und darf vielleicht schon bald ein paar neue Rezensionen veröffentlichen. Nun also lade ich euch dazue ein, euch einen Kaffee zu schnappen und mit mir in Erinnerungen zu schwelgen. Seid ihr bereit?


Zuerst einmal zeige ich euch, wie viele Bücher ich im Jahr 2018 gelesen habe

Wie ihr sehen könnt, habe ich nicht wirklich eine durchschnittliche Bücherzahl pro Monat. Von drei bis acht Bücher im Monat ist alles dabei und leider ist es zwar nicht ganz so viel, wie ich mir gewünscht habe (ich liebäugele immer mit um die hundert Bücher pro Jahr), aber doch ein Buch mehr als vor einem Jahr. Da waren es nämlich noch 66 Bücher, im Jahr 2018 waren es dann 67 Bücher und von nun an kann es mit Sicherheit nur noch aufwärts gehen :-)
Der Mai war mein arbeitsintensivster Monat, aber da war ich auch am meisten unterwegs und habe dann natürlich im Zug immer gelesen, was die acht gelesenen Bücher erklärt. Im Juli dann hatte ich einen kleinen Durchhänger und habe Energie gesammelt, da ich mir ja im Juni meinen zweiten Master geholt und mich da ziemlich vorausgabt habe. Im Juli war aber leider noch keine Erholung angesagt. Vor allem musste ich nämlich noch über zwanzig Schüerinnen und Schüler in die Sommerferien entlassen, was noch drei Abschlusskonzerte und viele Proben bedeutete. Dann war Urlaub angesagt, was sich im August niederschlägt. Von dem her bin ich nicht überrascht von diesen Zahlen und habe lediglich im Dezember mehr Stress und weniger Lesezeit eingeplant, aber irgendwie ging das sehr gut auf am Ende des Jahres.


Meine Highlights aus dem Jahr 2018:

In diesem Jahr ist es mir besonders schwer gefallen, ein Highlight zu bestimmen, aber ich bin mir nun - nachdem ich mir noch einmal alle Bücher aus 2018 angesehen habe - ziemlich sicher, dass es sich dabei um "Dunkelgrün fast schwarz" von Mareike Fallwickl handelt. Weil mir das Buch so gut gefallen hat und meine Rezension komplett begeistert ausgefallen ist, möchte ich euch hier zuerst noch einmal dieses tolle Buch präsentieren und vor allem auch das Fazit meiner Rezension zeigen.

Ich präsentiere euch also zuerst einmal mein buchiges Jahreshighlight aus dem Jahr 2018:

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/05/rezension-dunkelgrun-fast-schwarz.html 
Die Kunst der Autorin Mareike Fallwickl besteht nicht in erster Linie darin, eine Geschichte aus mehreren Perspektiven, mit Rückblenden und Zeitsprüngen, so zu erzählen, dass plötzlich alles zusammenpasst, dass alles Sinn macht. Und dass man sich auf den letzten Seiten an die ersten Seiten erinnert und ein Lächeln im Gesicht hat. Und die Kunst besteht auch nicht in erster Linie darin, dass jede Figur für sich so einen eigenen Charakter hat, dass Jo, Motz und Raf so verschieden denken und fühlen, als wären sie von unterschiedlichen Autoren geschaffen worden. Obwohl das schon so viel ist, mehr als andere Bücher zuweilen bieten können (leider), dass dies allein vielleicht sogar schon ausreichen würde. Aber nein, Fallwickl toppt dies noch. Sie schreibt nicht nur eine grandiose und mitreissende Geschichte voller Figuren, von denen man ausgehen muss, dass es sie gibt (wie sonst hätten sie so fesselnd beschrieben werden können). Nein, sie erzählt dies alles und auch alles, was zwischen den Zeilen steht, in einer Sprache, für die es keine Worte gibt. Es gibt darum keine Worte, weil Mareike Fallwickl alle Worte, denen eine aussergewöhnliche Kraft und Härte und Derbheit und Verletzlichkeit und Ästhetik innewohnt, schon verwendet hat, sie stehen alle in diesem Buch. Lest es.

Und weil es aber auch noch so viele andere tolle Bücher sind, die mich begeistert haben, möchte ich meine liebsten Bücher aus dem Jahr 2018 mit ein paar wenigen Worten (und natürlich dem Link zur Rezension, zu der ihr mit einem Klick auf das jeweilige Coverbild gelangt) anpreisen, damit ihr da noch einmal stöbern könnt. Diese weiteren Bücher lege ich euch also nun ans Herz:

Für die Kleinen und die Junggebliebenen:

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/05/kinderbuchrezension-das-kleine.html 
Zum Vorlesen und ersten Selberlesen ist "Das kleine Waldhotel" rund um die warmherzige Mona Maus eines der schönsten Kinderbücher, das mir in meinem ganzen Leben in die Hände gefallen ist.

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/04/rezension-eine-wie-alaska.html 
"Eine wie Alaska" hat mich überrascht, begeistert und berührt und ich bin froh, dieses Buch endlich gelesen zu haben und empfehle es von ganzem Herzen weiter.

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/08/rezension-tschick.html 
Lest bitte dieses Buch, das auch eine beliebte Schullektüre ist, verschenkt "Tschick" euren Kindern, Nichten und Neffen, Enkeln, Patenkindern und auch allen Erwachsenen, die gerne wieder ein wenig mehr Zeit mit ihren Träumen und Wünschen, ihren besten Freunden und ihrem inneren Kind verbringen dürfen.

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/03/rezension-und-es-schmilzt.html
"Und es schmilzt" ist schmerzhaft, brutal und es lässt euch nicht wieder los, aber ein grandioser Schreibstil, eine Botschaft, die zum Nachdenken anregt, gegen das Wegschauen plädiert und von vielen wirklich einzigartigen Ideen gespickt ist, sprechen für die Lektüre dieses Buches, das ich euch sehr, sehr gerne weiterempfehle.


Der Buchklassiker des Jahres 2018:

 https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/10/kurzrezension-das-parfum.html
Ich empfehle euch "Das Parfum", diesen Klassiker der deutschsprachigen Literatur sehr gerne weiter und habe dabei vor allem den Schreibstil und die grandiose beschreibende Sprache gemocht.

Die Neuentdeckung des Jahres 2018:

 https://www.kiwi-verlag.de/buch/duve-regenroman/978-3-462-05243-5/
Karen Duve ist meine Neuentdeckung 2018, dass diese Autorin mir nämlich bis jetzt kein Begriff war, kann ich wirklich nicht verstehen. Ihr Buch "Regenroman" hat mich umgehauen und ich bin gespannt auf weitere Bücher dieser Autorin.

Reise in ferne Länder:

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/08/rezension-guten-morgen-genosse-elefant.html
"Guten Morgen, Genosse Elefant" ist das berührende, beklemmende und trotzdem immer wieder von einem kindlichen Optimismus geprägte, toll recherchierte und packende Buch um einen kleinen Jungen, der sich plötzlich in den Privatgemächern von Stalin wiederfindet, möchte ich euch besonders ans Herz legen.

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/10/rezension-und-die-braut-schloss-die-tur.html
Sehr gerne empfehle ich euch "Und die Braut schloss die Tür", dieses poetische und von einer sanften Melancholie, aber auch einem manchmal fast schon bösen Humor durchzogene Buch weiter, das die Geschichte einer selbstbestimmten Braut und den starken Frauen in ihrem Leben beinhaltet.

Gedanken am Ende eines erfüllten Lebens:

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/09/rezension-die-schwedischen-gummistiefel.html
Zur Information: "Die schwedischen Gummistiefel" ist eine lose Fortsetzung von "Die italienischen Schuhe" und es nimmt euch mit in einen kalten Winter, in dem menschliche Nähe das Herz erwärmt, in dem aber auch eine rätselhafte Brandserie die Schärenbewohner in zwei Lager teilt. Wer trägt die Verantwortung? Und wird ein neuer Frühling kommen? Und dann ein neuer Sommer, Herbst und Winter?

https://www.kiwi-verlag.de/buch/der-gedankenspieler/978-3-462-05177-3/
"Der Gedankenspieler" zeigt auf, wie würdevoll und abenteuerlich das Altern sein kann, ist es jede Sekunde wert, die man mit diesem Buch verbringt, weshalb ich es euch sehr herzlich empfehle.

Wohlfühlromane fürs Herz:

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/06/rezension-helle-nachte-am-meer.html
"Helle Nächte am Meer" ist die perfekte Urlaubslektüre, weil darin ganz viel französischer Charme und irische Kühnheit aufeinandertreffen und weil Imogen als Protagonistin äusserst nahbar wirkt und sich ihre Geschichte zugleich so unterhaltsam und trotzdem fragil und spannend liest.  

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/09/rezension-anna-forster-erinnert-sich.html
Weil "Anna Forster erinnert sich an die Liebe" aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und das Alter, Verluste und die ganz grosse Liebe thematisiert, empfehle ich euch dieses Buch, das auf den ersten Blick so leicht wirkt und doch so viele traurige und bewegende, aber auch wunderschöne Lesemomente beinhaltet, sehr gerne und von Herzen weiter.

https://www.randomhouse.de/Buch/Das-Weihnachtsdorf/Petra-Durst-Benning/Blanvalet-Hardcover/e506513.rhd#info
Sehr gerne empfehle ich euch "Das Weihnachtsdorf" für weihnachtliche oder zumindest winterliche Lesestunden weiter. Wer also auf der Suche nach einer leichten und romantischen Geschichte voller Weihnachtsstimmung und Gaumenfreuden ist, ist mit diesem Buch bestens beraten. 

Historischer Roman mit einer tragischen Liebesgeschichte:

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.com/2018/02/rezension-abschied-in-prag.html
Dieses Buch, das mich komplett fassungslos und erschüttert zurückgelassen hat, ist unendlich grausam, und zugleich auch wunderschön geschrieben und deshalb gehört auch "Abschied in Prag" zu meinen Highlights 2018.


Meine gelesenen Seiten im Jahr 2018: 

Ein Buch mehr als im Jahr 2017, das ist kein riesiger Unterschied, aber insgesamt 24'786 Seiten also ganze 4'106 Seiten mehr, als noch vor einem Jahr, das ist doch ein beachtlicher Unterschied. Das sagt schon einiges aus, nämlich dass ich wirklich viel mehr gelesen habe, als noch vor einem Jahr und somit auf wirklich gutem Weg bin, meinen SuB abzubauen, insgesamt mehr zu lesen und mir vor allem auch nach und nach immer bewusster Zeit für meine Bücher zu nehmen.

Diese Neuzugänge sind bei mir 2018 eingezogen:

Ich habe mir vorgenommen, meine Neuzugänge noch weiter zu reduzieren, was mir leider nicht wirklich gelungen ist. Waren es 2017 46 Bücher, die bei mir einziehen durften, waren es dann 2018 noch 39 Neuzugänge. Vor allem die Anzahl Rezensionsexemplare (zwanzig!!!) war definitiv zu hoch. Aber das wird im nächsten Jahr besser, das habe ich schon so eingeplant :-)

Um das noch ein wenig deutlicher zu zeigen ist hier noch die Verteilung meiner Neuzugänge auf die verschiedenen Bereiche:

SuB-Bewegungen 2018:

Und ja, hier wird es noch einmal spannend (und bald ist es dann geschafft) und wenigstens hier gibt es einen kleinen Fortschritt zu vermelden und endlich nimmt der SuB weiter ab und ich kann im Jahr 2019 mein Ziel von achtzig Büchern weiter anstreben.
Soooo. Und nun bin ich wirklich gespannt auf all eure Meinungen, Ideen, euer Feedback und eure eigenen Statistiken. Lasst mir gerne eure Links da, damit ich euch dann gleich auch finde und auch bei euch ein wenig stöbern kann. 
Ausserdem freue ich mich schon sehr, dass ich euch morgen eine Leseliste 2019 zeigen darf. Eine Leseliste habe ich zwar schon lange nicht mehr geschrieben, aber ich möchte es für den Januar, der noch ein paar freie Tage und auch ein verlängertes Wochenende beinhaltet, wieder einmal ausprobieren.

Alles Liebe euch, vielen Dank für euere Geduld und nun her mit euren Links und Rückmeldungen
Livia