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Pure Erleichterung

Liebe Leserinnen und Leser

Pure Erleichterung ist es, die am Dienstag von mir Besitz ergriffen hat. Einige von euch haben sicher mitbekommen, dass mein Mai extrem arbeitsintensiv war und ich mich mit all meiner Energie auf meinen Abschluss vorbereitet habe. Dieser Abschluss, mein Diplomkonzert, war nicht nur ein voller Erfolg, sondern wurde von der Jury und meiner Studiengangsleitung auch mit einer Auszeichnung gewürdigt, was mich natürlich besonders freut.

Nach Tagen, an denen ich - zusätzlich durch Fieber, Hals- und Kopfschmerzen und heftigen Husten geschwächt - kaum zum Essen und Schlafen kam, bot ich meine letzten Kräfte auf, um am Dienstag alles zu zeigen, was ich in sieben Jahren Studium gelernt und aufgebaut habe.
Am Dienstagabend nach meinem Diplomkonzert bin ich dann mit ganz vielen wunderbaren Menschen aus meiner Studienzeit, meiner Zeit am Gymnasium und meinem Umfeld in Bern, sowie meinen Eltern und dem Liebsten noch bis spät in der lauen Abendluft gestanden, habe mich ausgetauscht und beim Stehapéro verköstigt und durfte nachher mit einer meiner besten Freundinnen, meinem besten Freund und dem Liebsten noch mitternächtliche Pasta futtern. Dann ging es - blumenbekränzt - nach Hause, wo am Mittwochmorgen dann der Abschluss mit weiteren wunderbaren Menschen und einem vorzüglichen Champagnerbrunch gefeiert wurde. Noch immer kann ich kaum glauben, wie viel Gutes mir in diesen sieben Jahren widerfahren ist, welch wundervollen Menschen ich begegnen und welch lehrreiche Erfahrungen ich machen durfte. 

Ausserdem bin ich immer noch komplett überwältigt von den Blumen, Karten und Geschenken (darunter ein ganz zufällig ins Schwarze treffende Geschenk: "Kafka am Strand" von Murakami), die mich in den letzten Tagen erreicht haben. Auf den Bildern ist noch gar nicht alles erfasst. Aber ich zeige sie euch trotzdem einmal:
 
Und was von Musikern nicht oft gefragt wird, weil wir die Szene kennen und wissen, dass es den meisten von uns genau gleich geht, von Nichtmusikern aber um so mehr: und nun?

Und nun werden weiterhin Projekte augetüftelt, Schülerinnen und Schüler unterrichtet und Probespiele für Orchester bestritten. Planen kann man ein Musikerleben nicht. Wo ich in einem Jahr lebe und was ich dann arbeite, weiss ich ebenfalls nicht genau. Der Vorteil von so viel Selbstständigkeit ist aber auch der, dass man selber Projekte planen oder angebotene Projekte annehmen oder ausschlagen kann.
Auf diese Zeit und auf eine sehr selbstbestimmte, wenn auch aber natürlich komplett unsichere Zeit, freue ich mich schon sehr und wer weiss, vielleicht bieten sich ja bald neue Chancen, die ich packen kann und neue Herausforderungen, denen ich mich stellen darf.


Bis ich mir ein wenig freie Zeit verdient habe, gibt es aber noch einiges zu tun. Denn obwohl "meine" Ferien Mitte Juli beginnen, muss bis dahin jobtechnisch noch vieles erledigt werden:
  • Bis Ende Juni werde ich mit meinem Trio ein grosses und finanziell aufwändiges Konzertprojekt planen
  • Dann darf ich fünf neue Schülerinnen und Schüler bezüglich Instrumentenmiete beraten und in meiner Klasse willkommen heissen
  • Dann muss ich - das mag ich nämlich nicht so gerne - Stundenpläne erstellen 
  • Ich werde meinen CV aktualisieren (neuer Master vermerken, jeaaah)
  • Und viele Bewerbungen schreiben

Und dann habe ich ein paar Herzens- und ein paar Pflichtpläne für den Sommer, die ich euch nicht vorenthalten möchte:
Zuerst einmal gilt es, die Wohnung nach und nach auf Vordermann zu bringen. Zusammen mit dem Liebsten stehen ein paar längst überfällige Projekte an und auch ich selber habe ein paar Dinge, die ich wirklich endlich, endlich erledigen möchte. Unter anderem erwarten uns diese Tätigkeiten:
  •  Kleiderschrank entrümpeln
  • Musikzimmer neu einräumen (unser Mitbewohner auf Zeit verlässt uns, weshalb ich wieder ein Arbeitszimmer für mich haben werde)
  • Schränke aufräumen
  • Fenster putzen.....
  • Bücherregal entrümpeln (das wird meine Baustelle)
Und dann habe ich ein paar Dinge schon zu lange geplant und dann doch nicht getan. Unter anderm möchte ich nämlich alle Kleidungsstücke umnähen, die ich schon lange einmal umnähen wollte und dann kommen noch ein paar bürokratische Dinge auf mich zu, die ich nun, da ich nicht mehr 25 und bald auch schon offiziell keine Studentin mehr bin, erledigen muss. 
Vor allem aber will ich lesen, lesen, lesen, ein paar Blogprojekte planen und hier wieder einmal ein paar kleine Änderungen vornehmen oder Dinge neu gestalten. Und ganz wichtig: ich habe soooo ungern aber leider notgedrungen auf längere Besuche auf euren Blogs und bei Instagram verzichtet und freue mich darauf, dies schon heute Abend und am Wochenende endlich einmal nachzuholen :-)

Ferientechnisch bin ich auch noch sehr offen und vielleicht sogar ausnahmsweise einmal langweilig, aber vor allem entspannt: kleinere Ausflüge in die Umgebung und Besuche bei Familien und Bekannten unternehmen wir nämlich sicher, Ferien sind aber bis jetzt keine geplant und dies ist auch gut so. Balkonien wurde nämlich in den letzten Tagen, Wochen, vielleicht sogar Jahren, zu wenig genutzt und das darf sich nun endlich ändern. Ich freue mich so.

Seid ihr übrigens interessiert an einer Sommerleseliste? Ich habe bei einigen von euch schon solche Listen auf den Blogs gesehen. Vielleicht gönne ich es mir wieder einmal, mein Lesen ein wenig zu planen und dann doch wieder alles umzukrempeln :-)

Und nun schreibt mir bitte, was habe ich verpasst? Was plant ihr im Sommer? Was lest ihr und welche Bücher stehen bei euch auf der Sommerleseliste?

Alles, alles Liebe und auf bald
Livia

Eine weitere Hürde ist geschafft


Hallo ihr Lieben

Einmal mehr war es ruhig hier, einmal mehr habe ich nun eine grössere Zwischenprüfung (und drei grosse Konzerte innerhalb eines tollen, riesigen Orchesterprojektes über Auffahrt, für das ich letztes Wochenende geprobt habe, ihr erinnert euch) hinter mir.
Die Zulassung in mein Abschlussjahr ist nun also auch geschafft. Die voraussichtlich letzte grössere Instrumentalprüfung in meinem Studenleben, mein Masterrezital, steht in einem Jahr bevor und dann werde ich mit zwei Masterabschlüssen in die grosse, weite und ziemlich gnadenlose Musikerwelt entlassen.

Ich danke allen fürs Daumendrücken, die lieben Nachrichten und die Unterstützung auf verschiedensten Kanälen.
Und nun darf wieder gelesen, aber auch unterrichtet, ein weiteres Orchesterprojekt gespielt, ein Probespiel und ganz viele Konzerte bestritten werden. Und ab Mitte Juli habe dann auch ich einmal Ferien. Da freue ich mich tatsächlich darauf, eher selten bei mir :-)

Alles Liebe euch und noch eine gute Woche
Livia

Bitte Daumen drücken

Ihr Lieben

Morgen Abend schliesse ich meinen Master mit einem Masterrezital vor hoffentlich zahlreichem Publikum und einer grossen Jury ab. Bitte drückt mir die Daumen, dass alles gut läuft und ich den Auftritt geniessen kann (und dass es nicht zu warm wird, auch wenn ich ja den Sommer mag, aber wenn die Finger von den Klappen rutschen und das Instrument nicht an Ort und Stelle bleibt, nervt es schon).

Ab dann starte ich hier durch, nehme mir viel Zeit zum Lesen, Bloggen, Aktionen planen usw. Wer Lust und Zeit und Ideen für Zusammenarbeiten hat, bitte melden.

Bis dann: Daumen drücken!

Alles Liebe
Livia

Vom Warten und Sich-die-Freude-verkneifen

Hallo ihr Lieben

Hier ist es gerade sehr ruhig. Es gibt auch einen guten Grund dafür. Nach meinen Aufnahmeprüfungen habe ich nämlich eigentlich gute Nachrichten bekommen, ich traue denen aber erst, wenn ich sie schwarz auf weiss habe. Bis dann wird es hier aber weiterhin ruhig bleiben. Auch wenn ich mir eigentlich sicher bin, so wage ich es doch noch nicht, zu jubeln.

Habt eine gute Zeit
Livia

Vom Durchatmen und Weiterwandern

Hallo ihr Lieben

Ich hoffe, dass ihr eine gute Zeit habt und die bereits sehr wärmenden Sonnenstrahlen geniessen könnt. Bei mir wird es wohl bis Mitte April eher ruhig bleiben oder zumindest nur einzelne Posts geben, die ich auf Zugfahrten vortippen und dann einstellen kann. Ich werde nämlich wieder einmal ziemlich viel unterwegs sein und an drei Orten in der Schweiz Aufnahmeprüfungen für einen zweiten Master machen. Am Samstag ist die erste davon, Mitte April die letzte. Da dürft ihr mir gerne die Daumen drücken.

Gestern habe ich die bereits am 15. Februar beendete, dann lange korrigierte und am Donnerstag gedruckte Masterarbeit gebunden und heute endlich abgegeben. Nach einem Konzert meiner Flötenklasse gestern Abend hat es eine meiner Mitstudentinnen treffend in Worte gefasst: "Ich sehe es als anstrengende Bergwanderung und schaue nie zurück, nicht links, nicht rechts und nehme jeden Tag, wie er kommt und gehe einfach Schritt für Schritt voran, bis ich oben bin." Na dann, wandern wir los und auch wenn wir jammern, so lieben wir doch jeden Tag mehr, was wir tun. Am 24.6. sollte diese Wanderung auf einem hohen Gipfel beendet sein. Dann wird ein wenig Pause gemacht und sofort die nächste Route geplant. Hoffentlich zu einem weiteren Masterstudiengang und sonst auf jeden Fall mitten ins Leben hinein, wie immer.

Haltet die Ohren steiff! 
Livia



In den nächsten Tagen folgen:
  • ein Neuzugängepost
  • eine Lese-Statistik
  • eine Rezension zu "Drei mal wir"
  • eine Kurzrezension zu "Erlebnisraum Konzert"
  • eine Rezension zu "Küssen streng nach Stundenplan"

Die Masterthesis oder: warum ich gerade (fast) nicht zum Lesen komme


Abgabetermin: 1.4.16
Interner Abgabetermin: 1.3.16 (nur an die Mentorin zur Korrektur)


Mentorin: "Im März habe ich keine Zeit, mich um eure Arbeiten zu kümmern. Wenn ihr überhaupt noch ein Feedback wollt, dann müsst ihr sie mir bis Mitte Februar senden."

Nun gut, verbringe ich also meinen Valentinstag damit, die Arbeit zu beenden (mein Projekt habe ich schon im Januar beendet und muss nun nur noch alles ein wenig abtippen), um sie dann heute Abend abzuschicken.

Gruss aus der Musikwoche

Ihr Lieben

Das nationale Jugendblasorchester der Schweiz hat mich wieder.
Seit Samstag proben fast siebzig topmotivierte Jugendliche aus der ganzen Schweiz an einem anspruchsvollen Programm. Wir residieren wie schon die letzten vier Jahre in Interlaken und arbeiten in diesem Jahr unter der Leitung von Blaise Héritier.
Die Besetzung des NJBO wechselt jedes Jahr, weil alle Interessierten zuerst ein Probespiel bestehen müssen. So wird ein hohes Niveau garantiert und es entsteht eine Art "Blasmusiknationalmannschaft". Anders als die Fussballnati der Schweiz kann sich das NJBO aber international behaupten. Erst 2012 hat das NJBO den ersten Platz in der Kategorie Höchstklasse am Weltjugendmusiktag in Zürich geholt und in diesem Jahr reisen wir nach zwei Konzerten in der Schweiz nach Schladming an einen Wettbewerb, natürlich, um zu gewinnen (auch dies ein Unterschied zu gewissen nun nicht mehr detaillierter angemerkten Sportler, die sich nur schon mit der Teilnahme an einem Turnier zufrieden geben).
Auch anders als die Fussballnati der Schweiz verfügt niemand von uns über sieben- und achtstellige Beträge auf dem Spartkonto, im Gegenteil. Für diese Lagerwoche mussten wir alle mehr als 600 Schweizerfranken hinblättern und freuen uns darum über jeden Zustupf.

Wer uns unterstützen oder sich einfach von uns begeistern lassen will, kann dies am

Donnerstag, 19.30 Uhr im Kursaal Bern

und am

Freitag, 19.30 Uhr im Eventzentrum im Landquart

tun.

Wir alle würden uns natürlich über viel Publikum und Werbung freuen und hoffen, dass wir ein abwechslungsreiches, schillernd buntes und einnehmendes Programm präsentieren dürfen. Sowohl in der Schweiz, als auch in Österreich.

Ich grüsse euch alle lieb aus dem verregneten Interlaken
Livia

Bachelor of Arts

Ihr Lieben

Seit fast einer Woche schon - am Do, 12.6. war mein Bachelorkonzert, das gleichermassen meine letzte Prüfung darstellte - trage ich diesen Titel. Seit diesem Tag habe ich wenig geschlafen viele Fussballspiele im Fernsehen gesehen, eine Firmung miterlebt und drei meiner Mitstudenten ihre Prüfungen bestehen sehen/hören. Und ich habe mich sehr motiviert und inspiriert mit meinem Instrument auseinander gesetzt und viel geübt.

Gerade habe ich zum ersten Mal seit meinem letzten Post hier meinen Computer hochgefahren und bin nun dabei, Mails zu beantworten, Rezensionen zu tippen und eure Blogposts zu lesen.
Ihr werdet also in den nächsten Tagen öfter mal von mir lesen.

Wie geht es nun bei mir weiter?
Ich habe jetzt offiziell Semesterferien, meine Flötenschülerinnen aber noch nicht, weshalb ich fleissig weiter unterrichte und auch Nachhilfestunden gebe. Morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch als Nanny bei einer Familie, nächste Woche habe ich eine Stunde mit meinem neuen Dozenten, um das Programm für die Ferien und das nächste Semester zu besprechen und dann wird es so richtig turbulent.
In der ersten ganzen Juliwoche bin ich mit dem nationalen Jugendblasorchester der Schweiz unterwegs, unter anderem in Schladming, in der darauf folgenden Woche ist eine Interrail-Tour nach Dresden, Berlin, Amsterdam und London geplant, im August steht die Hochzeit eines Cousins meines Freundes an der kroatischen Küste an (davor verbringen wir eine Woche bei der Familie meines Freundes in Bosnien), ein Meisterkurs in Beuggen ist ebenfalls im August geplant, vielleicht werde ich mich noch für einen weiteren Meisterkurs anmelden und irgendwann Mitte September beginnt dann schon wieder mein Studium, worauf ich mich jetzt schon riesig freue.
Ihr lest hier von mir, Bilder von allen Feriendestinationen werden sicher folgen und ich hoffe, dass ich jetzt endlich, endlich, endlich wieder mehr zum Lesen komme.

Wie geht es euch? Was plant ihr in den folgenden Wochen und Monaten?
Ich freue mich auf eure Kommentare hier und auf die Posts auf diversen tollen Blogs.

Alles Liebe
Livia

Carmina Burana morgen in Bern

Wer hat Lust auf das vulgärste, satirischste und perverseste Werk der Musikgeschichte? Mit Orff kann kein MInnesänger mithalten. Seine grandiose und spitzfindige Vertonung von Texten aus Klöstern aus dem 13. und 14 Jahrhundert wurde teilweise schon eher wie Popularmusik verwendet und fast niemand weiss um den Hintergrund und den Inhalt. In den Texten werden Saufgelage, Kinderschändung und Frauen besungen und hochgelobt und dies alles in lateinischer oder altdeutscher Sprache, damit das Volk auf keinen Fall mitbekommt, was da hinter den dicken, dicken Klostermauern von sich geht. Orff hat einige diese Texte in einen Zyklus eingearbeitet, in dem es um das Rad des Glücks geht, das sich immer weiter dreht und immer kann man im Leben halt nicht ganz oben sein, sondern manchmal fällt man so richtig tief. Und genau um diese Traurigkeit und Derbheit, die auf der Schattenseite des Glücks vorherrscht, geht es hauptsächlich. Dabei werden auch Rückblicke in ein früheres und besseres (?) Leben voller Liebe und Unschuld gemacht und auch wenn man den Text nicht versteht, so ist es ein Leichtes, sich morgen Donnerstag um 18.30 Uhr in der französischen Kirche in Bern einzufinden. Dort gibt es eine Einführung in das Werk.

19.00 Uhr in der französischen Kirche Bern steht dann neben einigen kürzeren Stücken das Hauptwerk Carmina Burana auf dem Programm.
Gesungen von Bachelorstudenten aus dem zweiten und dritten Jahr Musik (Klassik, Jazz und Musik und Medienkunst) in der Fassung für Chor, zwei Flügel und Schlagzeugensemble.

Vielleicht sieht man sich ja.
Alles liebe
Livia

Was spielst du denn alles für Instrumente?

Solche und ähnliche Fragen werden mir immer wieder gestellt, wenn ich erzähle, dass ich Musik studieren. Manchmal bin ich tatsächlich erstaunt und teilweise sogar schockiert, wie wenig meine Mitmenschen von mir und meinem Studium wissen und manchmal amüsiere ich mich auch über gewisse Ideen, denen ich im Gespräch oder auch hier im Netz immer wieder begegne.
Also habe ich mich dazu entschlossen, ein paar Antworten auf gewisse Fragen zu geben und mit den gängigen Klischees aufzuräumen. Wenn ihr weitere Fragen habt, dürft ihr mir die natürlich gerne stellen. Es freut mich, wenn ich Vorurteile abbauen und so eine gute Gesprächsgrundlage schaffen kann. Ich wünsche euch viel Spass mit meinen nicht immer ganz ernst gemeinten Antworten auf die folgenden Fragen.

Was studierst du?
Musik.

Wo denn?
An der Hochschule der Künste in Bern.

Aber Zürich wäre doch viel näher gewesen.
Für ein Musikstudium richtet man sich meistens nicht nach der Hochschule, die gerade in der Nähe ist, sondern nach dem Hauptfachdozenten. Das wäre also in meinem Fall der Flötendozent. Man besucht verschiedene Dozenten an verschiedenen Hochschulen, macht sich ein Bild davon, wie diese unterrichten und spielt ihnen vielleicht auch einmal vor. Wenn man einen Dozenten gefunden hat, mit dem man gut arbeiten kann, meldet man sich für die Aufnahmeprüfung an derjenigen Hochschule an, an welcher der "passende" Dozent unterrichtet. Weil es aber keine hundertprozentige Chance darauf gibt, die Aufnahmeprüfung zu bestehen, spielt man meistens bei verschiedenen Hochschulen vor und hofft so auf einen Studienplatz.

Man kann sich also nicht einfach einschreiben?
Nein, man muss eine Prüfung bestehen, eine Art Numerus Clausus, einfach im Fachbereich Musik.

Und was muss man für diese Prüfung können?
Man spielt auf dem Hauptinstrument einige Stücke vor, muss meistens auch ein Stück auf dem Klavier spielen und hat je nach Hochschule noch eine schriftliche und/oder mündliche Theorieprüfung.

Was spielst du denn alles für Instrumente?
Weil es fast nicht möglich ist, mehr als ein oder vielleicht zwei Instrumente auf wirklich professionellem Niveau zu spielen, studiert man Musik immer mit einem Hauptfach. Das ist bei mir Querflöte. Es gibt einige Ausnahmen, aber meistens konzentriert man sich - zumindest am Anfang - nur auf eine Studienrichtung und bildet sich dann zum Beispiel noch in Musiktheorie, Musikwissenschaften, Komposition, Schulmusik oder manchmal auch auf einem Zweitinstrument weiter.
Wir alle müssen aber Klavier als Zweitinstrument belegen, damit wir im Fach Musiktheorie Tonsätze und gewisse Akkordverbindungen auch gleich am Klavier spielen und so einfacher lernen und verstehen können.

Aber du kannst doch schon gut Flöte spielen, warum musst du das noch studieren?
Vielleicht spiele ich gut, wenn man mit einem Schüler an einer Musikschule oder mit einem gleichalten Flötisten vergleicht, der hobbymässig Flöte spielt. Will man aber sein Istrument zum Beruf machen, reicht dies noch lange nicht aus. Man muss sich sowohl auf dem Instrument, als auch im Bereich Theorie sehr viel weiter entwickeln, um überhaupt Berufschancen zu haben.

Also spielst du nur Flöte?
Nur?

Ja, was machst du denn sonst den ganzen Tag?
Wie in jeder anderen Kunstrichtung (Film, Theater, Architektur) gibt es auch im Bereich Musik Theoriefächer, die belegt werden müssen und können. Dazu gehören Musikgeschichte, Musiktheorie, Gehörbildung, Improvisation, Akustik und einige Wahlpflichfächer, die verschiedene Themen abdecken. Im Bereich Pädagogik kommen Psychologie, Fachdidaktik und Pädagogik dazu, im Bereich Performance sind es zum Beispiel Bühnenpräsenztraining und Orchesterstellentraining.

Also hast du auch Vorlesungen?
Vorlesungen, Seminare, Übungen und natürlich Einzelunterricht im Hauptfach.

Komponierst du auch?
Ich studiere Querflöte klassisch und nicht Komposition, das wäre ein eigener Studiengang. Es gibt aber natürlich auch in der Klassikabteilung Musiker, die komponieren. Das ist dann aber eine Freizeitbeschäftigung und wird für uns Klassiker nicht an der Hochschule unterrichtet.

Hast du viele Unterrichtsstunden pro Woche?
Nein. Meistens sind es zwischen vier und vielleicht zehn bis fünfzehn Stunden pro Woche. Es kann gut sein, dass ich erst am Abend Unterricht habe und vorher nicht an der Hochschule sein muss. Wahrscheinlich kommt auch daher das Klischee der "faulen" Musiker. Die ganze restliche Zeit des Tages nutze ich aber, um mich auf meinen Unterricht vorzubereiten und um zu üben, oder ich habe Proben, gehe ins Konzert und lese Fachliteratur.

Wie viele Stunden pro Tag übst du denn?
Wenn es irgendwie geht vier bis sechs Stunden. Es kann aber an manchen Tagen sein, dass ich nicht so viel schaffe, weil jeder Tag ganz anders aufgebaut ist und ich immer wieder andere Verpflichtungen habe.

Das ist aber viel.
Das ist meine Haupttätigkeit.

Arbeitest du neben dem Studium?
Ich unterrichte an einer Musikschule, gebe Nachhilfe und gehe Babysitten.

Haben alle Musiklehrer an einer Musikschule ein Musikstudium absolviert?
Nicht alle, aber die meisten. Wenn man sich aber heute an einer Musikschule bewirbt, wird meistens ein Master auf Musikpädagogik verlangt.

Also ist Musiklehrer ein richtiger Beruf?
Ja, ist es. Obwohl viele Menschen immer noch denken, dass Musiklehrer Menschen sind, die ein Instrument mehr oder weniger gut spielen können und dies dann einfach unterrichten, ist Musiklehrer ein richtiger Beruf. Wie ein Lehrer an einer öffentlichen Schule hat auch ein Musiklehrer Verpflichtungen wie Lehrerkonferenzen und gewisse Leistungen, die er erbringen muss. Übrigens haben Musiklehrer meistens länger studiert, als ein Primarlehrer...:-)

Kann man dann auch in der Grundschule unterrichten?
Nein, das ist wieder ein ganz anderer Studiengang. Der Pädagogikmaster an einer Hochschule für Musik zielt darauf, Instrumentallehrer auszubilden. Um Musik an einer Primarschule oder im Gymnasium zu unterrichten, braucht man meistens einen anderen Abschluss.
Ich werde nach meinem Bachelor zuerst einen Pädagogikmaster machen und dann wahrscheinlich noch einen Performancemaster anhängen.

Vielleicht haben einige von euch mitbekommen, dass ich mir nicht sicher war, wie es für mich weiter geht. Nun habe ich mich definitiv dafür entschieden, in Bern zu bleiben. Wenn ihr wollt, kann ich das noch genauer ausführen, ich weiss halt nicht, ob das überhaupt jemanden interessiert. Aber fragt einfach, wenn ihr noch mehr wissen wollt.

Und jetzt seid ihr an der Reihe. Habt ihr noch Fragen? Habe ich etwas vergessen? Wollt ihr schon lange einmal etwas fragen?
Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend.

Ganz liebe Grüsse
Livia

Schon wieder eine Woche

Ihr Lieben

Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass seit meinem letzten Post schon wieder ein bisschen mehr als eine Woche vergangen ist und ich finde darum, dass ich euch ein kleines Update schulde, in dieser Woche (und in den Wochen davor) hat sich nämlich einiges getan. Das zähle ich euch nun gerne kurz auf, bevor ich wieder ein wenig verschwinde und mich dann spätestens am Wochenende ausführlicher melde.

Ich habe mich nun definitiv entschieden, in Bern zu bleiben und weiter zu studieren. Je zwei Dozenten in Zürich und Luzern, sowie eine Dozentin in Bern konnten mich nicht davon überzeugen, bei ihnen zu studieren. Nun bleibe ich in Bern, wechsle aber zu einem neuen Dozenten, der ab September in Bern unterrichten wird und ich bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung.

Meine Bachelorarbeit habe ich ja am 1.4. abgegeben und eigentlich habe ich mir vorgenommen, die ersten warmen Tage und die länger scheinende Sonne ein wenig mehr zu geniessen. Nun läuft es trotzdem meistens daraus hinaus, dass ich fast nie vor 20.00/21.00 Uhr zu Hause bin und dass ich auch schon am Morgen früh aus dem Haus muss. Umso mehr geniesse ich die raren Tage, an denen ich eine längere Mittagspause habe und die es mir ermöglichen, meinen Balkon zu nutzen.
Fast jede Woche sind Konzerte und eine unendliche Anzahl von Proben macht es mir fast nicht möglich, mein Übepensum einzuhalten. Dazu kommen noch lange Zugfahrten, wenn ich nach Hause fahre um zu unterrichten und letzte Woche durfte ich zwei Morgen lang Instrumentenvorstellungen an zwei Musikschulen machen und meine eigenen Schülerinnen während ihrer Konzerte unterstützen.

Nun denke ich, dass es aber wirklich ein wenig ruhiger werden wird. Heute und morgen stehen noch einige Proben an, dafür ist aber die ganze Woche unterrichtsfreie Zeit wegen den Aufnahmeprüfungen in Bern. Morgen bringe ich den Liebsten zum Flughafen - er fliegt für eine Woche zu einem Freund nach Madrid - und fahre dann nach Hause zu meiner Familie. Am Mittwochnachmittag bin ich am Babysitten und am Ostersamstag leite ich den ganzen Tag durch Registerproben, aber sonst habe ich frei und viel Zeit für mich, die ich hoffentlich gut nutzen kann.

Zwei gelesene Bücher möchte ich euch in den nächsten Tagen vorstellen und ich hoffe sehr, dass noch einige dazu kommen werden, ausserdem werde ich mir eine neue Flöte kaufen. Ich probiere das Instrument schon seit zwei Wochen aus und habe mich nun definitiv dafür entschieden.
Da kommt es also ganz gelegen, dass ich mehr Zeit zum Üben haben werde, mit dieser Flöte wird mir alles noch viel mehr Spass machen :-)

Nun wünsche ich euch eine wunderschöne Woche und man liest sich
Livia

Museumsnacht Bern und Chaos

Ihr Lieben

Hier wieder einmal ein persönlicherer Post. Wie ihr ja wahrscheinlich bemerkt habt, geht es auf meinem Blog momentan ziemlich ruhig zu und her. Ich habe meine Bachelorarbeit endlich so richtig beenden können, alle Korrekturen sind gemacht. Am Dienstag hilft mir der Liebste beim Formatieren und dann wird sie gedruckt, worauf ich mich schon riesig freue. Am 1.4. kann ich sie mit gutem Gewissen abgeben, weil ich alles in meiner Macht stehende dafür getan habe und weil ich voll und ganz hinter dem Inhalt stehen kann, was mich schon auch ein wenig stolz macht.
Gerade bin ich an der Hochschule mit einem tollen Orchesterprojekt beschäftigt. Genauer gesagt; die Stücke und die Solisten sind toll, das Hochschulorchester weniger.
Am Mittwoch um 19.30 Uhr findet dann das Abschlusskonzert dieser Orchesterwoche im Kulturcasino in Bern statt. Auf dem Programm stehen unter anderem die lustigen Streiche des Till Eulenspiegels von Richard Strauss und das Solo für Posaune und Orchester von Berio, dazu zwei weitere Solokonzerte, alle gespielt von Studentinnen und Studenten aus dem Solistenmaster in Bern.
Ein weiteres Projekt steht dann gleich einige Wochen später auf dem Programm. Der Chor der Hochschule der Künste Bern (also alle Studentinnen und Studenten der Abteilung Musik, also Klassiker, Jazzer und Medienkünstler aus dem zweiten und dritten Bachelorjahr, welche obligatorisch beim Projekt dabei sein müssen) studiert Carmina Burana von Carl Orff ein. Ich freue mich schon sehr darauf, während andere es eher als Pflichtübung ansehen.
Meine Tage und Abende sind also gut gefüllt, und ich profitiere, wo ich nur kann.

Am Freitagabend war ich mit Studienkolleginnen an der Museumsnacht in Bern. Es war meine erste Museumsnacht und ich war schockiert, wie viele Leute man um Mitternacht noch in den Museen der Stadt antreffen kann. Weil es nicht regnete, verkehrten in der ganzen Stadt wunderschöne Oldtimer vom Bundesplatz zum Zentrum Paul Klee und zurück. Bis 2.00 Uhr morgens waren auch Shuttlebusse in Betrieb, weshalb alle Besucherinnen und Besucher bequem von Museum zu Museum und zu den verschiedenen kleinen und grösseren Veranstaltung gelangen konnten.
Wir hielten uns zuerst ziemlich lange in der Fellerstrasse, einem Standort unserer Hochschule auf, bedruckten Taschen selber, hörten Sängerinnen und Sängern aus dem Opernstudio zu und besichtigten die Ateliers der Künstlerinnen und Künstler. Dann machten wir uns auf den Weg zum Bundeshaus, wo wir 40 Minuten anstehen mussten, um hinein zu gelangen und die Säle zu besichtigen. Weil ich die einzige Schweizerin in der vierköpfigen Gruppe war, gehörte dieser Punkt einfach zum Programm und als ich meinen Mitstudentinnen alles gezeigt und erklärt hatte, stellten wir uns in die unendliche Schlange um mit den Oldtimern zu fahren. Das Warten hat sich aber wirklich gelohnt und drei von uns wurden charmant und unerwartet schnell zum Zentrum Paul Klee chauffiert, die vierte im Bunde hatte sich während des Wartens verabschiedet um sich ein wenig zu erholen. Im Paul Klee Zentrum verabschiedete sich eine weitere Freundin und nur noch zu zweit gönnten wir uns zuerst einen kleinen Imbiss und entspannten dann beim Sound von Lo & Leduc. Nach einer zweiten Oldtimerfahrt zurück zum Bundesplatz besichtigten wir das Einsteinhaus und da war es auch schon 2.00 Uhr. Eigentlich hätten wir noch so viel sehen wollen. Aber weil wir einerseits durch lange Wartezeiten abgeschreckt wurden und andererseits viel Zeit mit Warten verloren haben, konnten wir uns dann doch nicht so viel anschauen.
Für ein nächstes Mal ist uns klar: zuerst einen genauen Plan im Kopf haben und dann Museum für Museum abklappern.
Und nun noch ein paar Fotos von der Museumsnacht:








Heute in Luzern






Der Weg ist das Ziel

Ganz nach diesem Motto erklomm ich bereits zum vierten Mal in meinem Leben die Treppen, die hinauf zum Dreilindenpark in Luzern führen. In diesem Park ist die klassische Abteilung der Musikhochschule von Luzern untergebracht und ich war schon zweimal dort, um Unterricht bei einem Dozenten zu nehmen und einmal für die Bacheloraufnahmeprüfung 2011. Die Bilder, die ich an meiner Aufnahmeprüfung gemacht habe, seht ihr hier und hier.
Wie bereits erwähnt, wollte ich euch einige Details aus dem Studentenleben verraten. Für mich geht es nun darum, Dozenten in verschiedenen Hochschulen der Schweiz kennen zu lernen, ein wenig Unterricht bei ihnen zu nehmen und mir einige Tipps geben zu lassen.
Darum war ich heute in Luzern und habe sehr viel Gutes gesehen und gehört und werde die Aufnahmeprüfung auf jeden Fall in Luzern machen. Weil es verschiedene Dozenten in Luzern gibt, gehe ich vielleicht noch ein zweites Mal in diese schönste Stadt der Schweiz. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, aber die Handyfotos sind gar nicht so schlecht gelungen. Das Wetter hatte nicht Schnee oder Sonnenschein vorgesehen, sondern eine nass-kalte Stimmung. Dies liess den Park aber ganz verwunschen aussehen, was ich sehr gerne mag.











Weil ich noch fast eine halbe Stunde Zeit hatte, bevor mein Zug fuhr, schlenderte ich noch ein wenig in der nächtlich beleuchteten Stadt umher und liess den Nachmittag Revue passieren und ordnete meine Gedanken. Diese Stadt hat es mir einfach angetan und irgendwann ziehe ich wohl dort hin.