Rezension: Schlittschuhglück und Mandelduft

 Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar aus dem Heyne-Verlag, vielen Dank.

Comfort Food Café-Reihe:
3. Schlittschuhglück und Mandelduft
4. Veranda zum Meer (erscheint im April 2019) 

Schlittschuhglück und Mandelduft - Debbie Johnson

Beschreibung des Verlages:
Als Zoes beste Freundin Kate an Brustkrebs stirbt, stellt das ihre Welt auf den Kopf. In nur wenigen Stunden wird sie von der verrückten Nachbarin, die kaum eine Pflanze am Leben erhalten kann, zu einer Frau, die Verantwortung übernehmen muss. Denn sie ist nun die Erziehungsberechtigte für Kates sechzehnjährige Tochter Martha. Zoe zieht zusammen mit Martha in das kleine Dörfchen Budbury, in der Hoffnung, dass die frische Seeluft und das beschauliche Leben ihnen helfen, Kates Tod zu verarbeiten. Und die beiden haben Glück: Die Menschen dort sind sehr freundlich und haben stets ein offenes Ohr und eine Schulter zum Anlehnen. Als plötzlich Marthas lange verschwundener Vater auftaucht, sind die beiden umso mehr auf die Liebe und Unterstützung ihrer neuen Freunde angewiesen …

Meine Meinung:
Zuerst einmal: mit Schlittschuhen und Mandeln hat dieses Buch wirklich gar nichts am Hut, abgesehen davon aber konnte es mich von sich überzeugen und hat mir einige tränenreiche Lesestunden beschert. Ich weiss nicht genau, was es ist und wie sie es macht, aber Debbie Johnson schafft es irgendwie immer wieder, eine sehr berührende Atmosphäre zu schaffen und mich damit zu überraschen. Klar, es geht hier um eine Sechzehnjährige, die ihre Mutter verloren hat, dies lässt niemanden kalt, aber es geht noch um so viel mehr, um Trauer, Verlust, um eine grosse Freundschaft um Hilfsbereitschaft und Trost und ich kann wirklich sagen, dass dieses Buch eigentlich ein sehr, sehr trauriges Buch ist und man schon ein wenig bereit sein muss, sich darauf einzulasssen, eben genau weil Johnson die sehr verschiedenen Gefühle und Empfindungen so fassbar schildern kann. Ausserdem ist dieses Buch der dritte Teil der Reihe um das Comfort Food Café und leider wird das vom Verlag nicht wirklich präsent deklariert. Wer sich nur das Buch und nicht die Verlagsseite dazu ansieht, wird lediglich am englischen Originaltitel erkennen, um was es sich bei diesem Buch handelt. Das ist total schade und wurde auch schon von einigen anderen Leserinnen und Lesern kritisiert. Abgesehen davon gibt es von mir aber für den Verlag nur Lob für die tolle Aufmachung, das schöne Cover und die angenehme Haptik der gerillten Klappenbroschur.

Schreibstil und Handlung:
Wie bereits angetönt ist dieses Buch gar kein leichtes und lockeres Weihnachtsbuch. Es ist ein Buch, das einen schweren Verlust und eine enorme, lähmende Trauer thematisiert und trotzdem auch zeigt, dass Neuanfänge möglich sind und dass Trost und Zeit viele Wunden heilen können, was es für mich dann sehr wohl zu einem Weihnachtsbuch macht, einfach zu einem wirklich traurigen Weihnachtsbuch.
Martha verliert ihre Mutter Kate viel zu früh und kommt in die Obhut von Zoe, die beste Freundin der Verstorbenen. Martha und Zoe können mit dem Schmerz und der enormen Lücke, die Kate hinterlassen hat, kaum umgehen. Dies wird meiner Meinung nach sehr authentisch und berührend dargestellt. Genau wie auch bei der Beziehung zwischen Martha und Zoe, die alles andere als immer unkompliziert ist, nimmt die Autorin sprachlich gesehen auch bei der Trauer und den hässlichen Seiten von Verlusten kein sprichwörtliches Blatt vor den Mund sondern zeigt auf, wie ein solcher Schmerz das ganz Leben verändern und beeinflussen kann.
Es geht aber nicht nur traurig zu und her und dies liegt vor allem an den Bewohnerinnen und Bewohnern von Budbury, die wir in den vorhergehenden Bänden der Reihe kennengelernt haben und die in diesem Band eher im Hintergrund agieren, deren tröstende Anwesenheit und konkrete Taten und Worte aber stets zu Martha und Zoe durchdringen und so langsam auch wieder Platz für Licht und Freude schaffen. Dies ist in diesem kalten Winter und dem ersten Weihnachtsfest ohne die geliebte Kate aber auch bitter nötig.

Meine Empfehlung:
Fans der Reihe empfehle ich diesen Band von Herzen, er ist der bisher tragischste Band und hat mich tief berührt. Allen anderen empfehle ich, die Reihe ganz vorne zu beginnen und so zuerst einen Sommer und dann bereits ein erstes Weihnachtsfest in Budbury zu verbringen, bevor sie sich auf "Schlittschuhglück und Mandelduft" einlassen.

Zusätzliche Infos:
Titel: Schlittschuhglück und Mandelduft
Originaltitel: Coming Home to the Comfort Food Café
Autorin: Debbie Johnson ist eine Bestsellerautorin, die in Liverpool lebt und arbeitet. Dort verbringt sie ihre Zeit zu gleichen Teilen mit dem Schreiben, dem Umsorgen einer ganzen Bande von Kindern und Tieren, und dem Aufschieben jeglicher Hausarbeit. Sie schreibt Liebesromane, Fantasy und Krimis – was genau so verwirrend ist, wie es klingt.
Taschenbuch, Klappenbroschur: 384 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Irene Eisenhut 
Verlag: Heyne
Erschienen am:  08. Oktober 2018
ISBN: 978-3-453-58073-2

Kommentare:

  1. Hallo Livia

    Als ich den Titel gelesen habe, dachte ich direkt, dass es sich bei dem Buch um eine leichte Lektüre zur besinnlichen Weihnachtszeit handelt, aber da habe ich mich wohl getäuscht. Ist der Titel echt so irreführend (und schlecht gewählt) oder ist es eine Anspielung auf etwas, das im Verlauf der Story passiert? Mit dem tragischen Thema Tod, Krebs und Umgang mit Verlust hätte ich es auf Anhieb nicht assoziiert, wenn ich ehrlich bin.

    Muss man die vorgängigen Bücher der Reihe denn kennen, damit man dieses hier versteht? Schade, dass der deutsche Verlag das nicht genauer kennzeichnet. Mir ist es ja leider auch schon öfter passiert das ich Bücher gelesen habe, die Teil einer Reihe waren, was ich erst im Nachhinein gemerkt habe.

    Für die Weihnachtszeit ist mir die Thematik aktuell etwas zu deprimierend, aber ich werde das Buch sicher mal für später im Hinterkopf behalten :)

    Liebe Grüsse
    Mel ♥

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  2. Hallo liebe Livia,
    bei dem Cover hätte ich jetzt auch erstmal an eine schöne leichte Weihnachtsgeschichte gedacht. Ich finde es war ein wertvoller Hinweis von dir, dass dem nicht so ist und dass du tatsächlich auch öfters Tränchen in den Augen hattest. Ich denke gerade in der Vorweihnachtszeit möchte vielleicht nicht jeder eine Geschichte lesen, die schon sehr tragisch und traurig ist.Dennoch finde ich, dass sich die Geschichte sehr interessant anhört. Vielleicht aber eben nicht direkt in der Vorweihnachtszeit (?)

    Eine sehr schöne Buchvorstellung <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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