Rezension: Wie ein fernes Lied

Wie ein fernes Lied - Micaela Jary

Beschreibung des Verlages:
Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Denn ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süße Melodie mischen sich schon bald die kalten Klänge des Krieges ...

Inhalt: 
Marga singt und tanzt den Swing, während Michael die Klarinette spielt. Nur ist Marga eine deutsche junge Frau und Michael ist Jude und muss aus Hamburg flüchten, bevor die Nazis ihn zu fassen bekommen. Marga schafft es, in einem Tanzorchester als Sängerin aufgenommen zu werden und begibt sich auf eine Tournee, die sie ihrem geliebten Michael näherbringen soll. Wie gefährlich diese Reise ist und dass sie mit ihrer naiven, liebesblinden Art nicht nur sich selber, sondern auch ihr Umfeld grossen Risiken aussetzt, ist ihr jedoch nicht bewusst. Zum Glück ist da aber noch Harald, der Leiter des Tanzorchesters, der sich stets als grosser Beschützer aufspielt. Als er sich Marga eines Tages nähert, ist sie sich ihrer Gefühle und ihrer Überzeugung, für das Gute einzustehen, plötzlich nicht mehr sicher.

Meine Meinung:
Erst nach etwa fünfzig Seiten habe ich den Einstieg in dieses Buch gefunden. Die Autorin hat alles darangesetzt, so viele musikalische Bezüge, wie nur irgendwie möglich zu schaffen, was mich dann eher ein wenig gelangweilt hat und mir auch ein wenig zu aufgesetzt wirkte. Vielleicht geht es nicht-Musiker*innen anders, aber mir waren diese Bezüge, das fortwährende Nennen von Namen, Songtiteln und Komponisten ein wenig zu gewollt. Ausserdem schien der Anfang mit der Erwähnung sehr vieler Personen und ihrer Relationen zueinander und den vielen Dingen, die gleichzeitig passieren ein wenig holprig.
Nachdem ich mich mit dem ansonsten sehr flüssigen Schreibstil abgefunden hatte und die Autorin auch in der Geschichte angekommen schien - fortan verlief die Handlung nämlich stetig in einem angenehmen Tempo und ohne grösseres Chaos - riss mich der Sog dieser Geschichte mit.
Leider konnte der packende, berührende und leicht zu lesende Schreibstil aber nicht darüber hinwegtrösten, dass die Protagonistin ein wenig gar dümmlich und naiv dargestellt worden ist. Beispielsweise erkennt sie den Mann ihrer Träume aus der Ferne, er ist es dann aber bei näherer Betrachtung nicht, sie scheint sich einem Wunschtraum hingegeben zu haben und dann ist er es doch, weil sie irgendwie zu doof und verwirrt war, ihn zu erkennen. Und stets muss sie von Männern begleitet und beschützt werden, da sie sonst in irgendwelche gefährlichen Verstrickungen gerät, weil sie nicht realisiert, in welch angespannter und überwachter Zeit sie sich befindet. Bitte? Kann man so eine Geschichte - die eigentlich ein historischer Roman über eine starke Frauenfigur, das Musikerdasein als jüdischer Musiker zur Zeit der Judenverfolgung und eine grosse Liebe sein sollte, in der heutigen Zeit noch erzählen?

Handlungsentwicklung:
Die Idee, diese Geschichte in zwei Zeitebenen zu erzählen, hat es meiner Meinung nach in sich, an der Umsetzung happert es aber vor allem deshalb, weil einige sehr konstruiert aufgebaute Zusammenhänge, die erst später hätten gelüftet werden sollten, leider sehr vorhersehbar sind. Wenn es dann endlich zur Auflösung dieser Zusammenhänge kommt, fehlt dann natürlich der Aha-Moment, weil ja so oder so schon klar war, wie alles zusammenpassen muss. Somit hätte man sich diese Umwege auch sparen und die Geschichte wesentlich schlanker und vor allem ein wenig stringenter aufbauen können. Dass sich Micela Jary am Leben ihres Vaters und einer Musikergeneration, die stets zwischen Zensur, Spitzeln und persönlicher Leidenschaft leben musste, orientiert hat, hat mich aber beeindruckt. Genau so, wie die detaillierten und genauen Recherchen.

Fazit:
Leider konnte mich das Buch bis zum Ende nicht wirklich berühren und weil sich sowohl die Liebesgeschichte in der Vergangenheit als auch die Liebesgeschichte in der Gegenwart erstens ähnlich entwickelten und zweitens fast identisch konstruiert waren und weil mich zudem die so dümmlich dargestellte Marga irgendwann gar nicht mehr erreichen konnte, wird das Buch in den offenen Bücherschrank wandern, auch wenn ich die Handlungsidee und die grandiose Recherchenarbeit noch einmal hervorheben möchte.

Zusätzliche Infos:
Titel: Wie ein fernes Lied
Autorin: Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Sie lebte lange in Paris und wohnt heute mit Mann und Hund in Berlin und München.
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Piper 
Erschienen am: 10.08.2015 
EAN: 978-3-492-30613-3

Kurzrezension: Die Wand

 
Die Wand - Marlen Haushofer

Inhalt:
Eine Frau verbringt ein wenig Zeit mit ihrer Cousine und deren Mann in den Bergen. Im einsam gelegenen Jagdhaus möchte sie zur Ruhe finden. Als ihre Cousine und deren Mann nach einem Ausflug ins Dorf nicht mehr zurückkehren, ahnt die namenlose Protagonistin noch nicht, was sie bald erwarten wird. Als sie am nächsten Morgen aber auf eine durchsichtige und unüberwindbare Wand stösst, die ihre eigene kleine Welt von der Aussenwelt trennt, erfasst sie Unruhe. Nach einiger Zeit bemerkt sie, dass auf der anderen Seite der Wand eine seltsame Totenstarre um sich gegriffen hat und muss fortan mit einigen ihr zugelaufenen Tieren ums Überleben kämpfen und sich auf eine lange, einsame Zeit einrichten.

Meine Meinung:
Sich vorzustellen, dass man von einer Minute auf die andere hinter einer Glaswand eingeschlossen ist - ohne alle Menschen, die man liebt, ohne alle Annehmlichkeiten der Zivilisation (mit Ausnahme dieser Dinge, die ohne Strom funktionieren oder eine noch funktionierende Batterie haben), komplett alleine und dennoch im Ungewissen, wie gross der begrenzte Lebensraum ab sofort ist und ob man diesen Lebensraum nicht doch noch vielleicht mit jemandem teilt - ist definitiv eine nicht nur beängstigende, sondern gänzlich verstörende Sache. Genau so geht es aber der Protagonistin in Marlen Haushofers Buch. Alleine mit ein paar Vorräten, ein wenig warmer Kleidung, ein paar Kerzen und einigen Bauernkalendern, sowie allem, was sich im Verlauf der Zeit in den umliegenden Wäldern und Feldern tummelt oder in anderen Hütten liegengelassen worden ist, bleibt sie hinter einer Wand zurück, während alle Menschen um sie herum tot erstarren. Es geht aber nicht um Verluste, sondern um eine Frau, die sich ganz alleine mit ihren Kräften gegen die Natur stemmt, die sich zu ernähren und beschützen weiss, die sich mit einem zugelaufenen Hund, einer Katze und einer Kuh ein kleines Zuhause einrichtet, das aber nie wirklich gemütlich wird, sondern stets eine gewisse Kälte und Einsamkeit ausstrahlt. Die namenlose Protagonistin ist stark, einsam und steht täglich vor neuen Herausforderung, sie heilt ihre Wunden und Krankheiten, erholt sich von ihrer Erschöpfung und lernt alles, was sie über die Fruchtbarkeit einer Kuh wissen muss. Im Buch werden verschiedene Themen, wie die Kritik an der Zivilisation, die sehr schnell sinn- und nutzlos wird, oder auch das Matriarchat, in dem die Protagonistin fortan lebt, eingeflochten. Sicher ist auch die Einsamkeit, ja sogar Isolation ein Thema, der sich einige Menschen freiwillig stellen, die aber andere Menschen ereilt, weil im Verlauf des Lebens die Distanz zu den Mitmenschen immer grösser wird. Wie auch immer man dieses Buch lesen oder sich in einzelnen Aspekten erkennen mag, eine Beklemmung und auch eine Dankbarkeit, dass man einerseits in solchem Luxus schwelgen darf und andererseits auch unter widrigsten Umständen überleben könnte, wenn man denn müsste, klingen noch lange nach.

Meine Empfehlung:
Es hat lange gedauert, dieses Buch zu lesen und vor allem zu verdauen. Ich frage mich nun aber ernsthaft, warum wir es nicht im Gymnasium gelesen haben, es wäre eine spannende Lektüre mit so vielen Diskussionspunkten gewesen. Ich bin froh, mich nun endlich Marlen Haushofers Buch gestellt zu haben, es hat sehr vieles in mir bewegt und ich empfehle es euch allen sehr gerne weiter. Lest es vielleicht in einer Leserunde, diskutiert miteinander und hintersinnt euch und stellt euch diesem beklemmenden Gedankenexperiment. Es lohnt sich definitiv.

Zustätzliche Infos:
Titel: Die Wand
Autorin: Marlen Haushofer
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 283 Seiten
Erschienen (diese Ausgabe): 1986
ISBN-13: 9783548301693

Rezension: Untenrum frei

 
Untenrum frei - Margarete Stokowski

Beschreibung des Verlages:
In «Untenrum frei» erzählt die Autorin und Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski, wie es ist, als Mädchen in Deutschland aufzuwachsen. Sie schreibt von unzulänglichem Aufklärungsunterricht, von Gewalterlebnissen, von Sex und von Liebe und zeigt: Noch immer besteht mit Blick auf die Geschlechtergerechtigkeit eine kollektive Schieflage. Für Veränderung im Großen, so Stokowskis These, bedarf es den Blick auf die Details. Ein persönliches, provokantes und befreiendes Buch.
«Untenrum frei» ist weder Autobiografie noch feministisches Manifest. Sieben Kapitel, in sich geschlossene Essays, die zusammen eine Geschichte ergeben: Kindheitsmuster, Schönheit, Arbeit am Körper, Sex (guter und nicht so guter), sexualisierte Gewalt, Feminismus und Anarchismus, Sprache, Sex und Liebe. «Margarete Stokowskis Texte sind bitterböse und lustig, persönlich und polemisch» (Süddeutsche Zeitung)

Inhalt:
In sieben Kapiteln, die mit sehr persönlichen Erfahrungen gespickt sind, erzählt Margarete Stokowski von ihren eigenen Erlebnissen als Tochter, Schwester, Partnerin, Freundin, Angestellte, Mitarbeiterin und Selbstständige. Sie schreibt über Liebe, Sex, darüber, was im Aufklärungsunterricht in der Schule schief läuft und über den Gender Pay Gap. Sie fordert einen Feminismus, der allen Menschen unabhängig ihres biologischen Geschlechts, ihrer Hautfarbe und Religion die gleichen Möglichkeiten zugesteht und räumt ausserdem mit Halbwahrheiten auf, indem sie die Bedeutung einiger Begriffe verständlich erklärt, diverse Philosoph*innen und Wissenschaftler*innen zitiert und nicht nur einen äusserst aufschlussreichen und detaillierten Quellennachweis mitliefert, sondern auch gleich noch eine Auflistung weiterführender Literatur.

Meine Meinung:
Ich bin nicht die einzige (und schon gar nicht die erste) Person, die dieses Buch am liebsten bereits im Teenageralter gelesen hätte. "Untenrum frei" plädiert für Selbstliebe und das genaue Benennen von Vorgängen im und am Körper, von Körperteilen, eigenen Wünschen und Vorlieben. Ich kann mir vorstellen, dass vor allem die Kapitel, in denen über die (sexuelle) Selbstbestimmung, über auf Augenhöhe geführte Beziehungen und faire Entlöhnung geschrieben wird, junge Menschen ansprechen. Zudem wird mit einigen Vorurteilen und Verallgemeinerungen aufgeräumt, es werden Anfeindungen erwähnt, die wir wohl alle aus unserem Alltag kennen und gleich noch angeführt, wie man damit umgehen kann, damit man erstens nicht selber daran zugrunde geht und zweitens auch noch aufklären, kontern und es selber in Zukunft besser machen kann.
Margarete Stokowski steht ein für junge Menschen, die sich in ihrem Körper und mit ihre Sexualität unsicher fühlen, die von ihren Familien nicht verstanden oder akzeptiert werden und die eine durch pinke und hellblaue Spielsachen geprägte Kindheit hatten und nun nicht wissen, wie sie sich von diesen vorgefertigten Bildern lösen und ihren Kindern später mehr Möglichkeiten aufzeigen können. Ausserdem erhebt sie ihre Stimme für Frauen, die eigentlich selbstbestimmt wären und dann durch die Geburt ihres ersten Kindes in mittelalterliche Rollenverhältnisse zurückgeworfen werden, die trotz gleicher Ausbildung und gleicher Arbeit nicht die gleichen Löhne bekommen, wie ihre männlichen Mitarbeiter und für Menschen, die sexuelle Gewalt, Diskriminierung und diverse Verunsicherungen erlebt haben und sich nicht selber wehren können.

Schreibstil:
Sprachlich ist dieses Buch ebenfalls sehr gelungen, da es offensichtlich von einer äusserst emanzipierten und intellektuellen Philosophin und Sozialwissenschaftlerin geschrieben worden ist, aber stets einfach gehalten ist, in kurzen, thematisch geordneten Kapiteln auf verschiedenste - meiner Meinung nach sehr wichtigen Themen - eingeht und dabei immer sehr verständlich bleibt. Neue oder eventuell mit Vorurteilen behaftete Begriffe werden ausserdem einfach und nachvollziehbar erklärt und mit ausreichend vielen Belegen, Nachweisen und weiterführender Literatur ergänzt.

Meine Empfehlung:
"Untenrum frei" ist provokativ und kritisch, aber vor allem auch sehr informativ und fundiert und ein Buch, das wirklich alle gelesen haben sollten. Es räumt mit Vorurteilen auf, liefert Erklärungen, Belege, Beispiele und Diskussionsgrundlagen und ist doch nie belehrend oder gar schwer verständlich, sondern aufgrund der vielen Beispiele (leider) komplett aus dem Leben gegriffen.

Zusätzliche Infos:
Titel: Untenrum frei
Autorin: Margarete Stokowski, geboren 1986 in Polen, lebt seit 1988 in Berlin. Sie studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet als freie Autorin. Ihre wöchentliche Kolumne «Oben und unten» erscheint seit 2015 bei Spiegel Online. 2019 wurde sie für ihre Texte mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet. «Untenrum frei», ihr Debüt, avancierte zu einem Standardwerk des modernen Feminismus.
Taschenbuch: 256 Seiten 
Sprache: Deutsch
Verlag: Rowohlt
Erschienen am: 24.04.2018
ISBN: 978-3-499-63186-3

Rezension: Das Glück ist zum Greifen da

 
Dieses Buch hat mich via Bloggerjury von Bastei Lübbe erreicht, herzlichen Dank

Das Glück ist zum Greifen da - Sylvia Deloy

Beschreibung des Verlages:
Was nützt einem der schönste Ort, wenn die, die man liebt, woanders sind?
Aus und vorbei, der Job bei einem hippen Kölner Start-Up ist in letzter Minute geplatzt und damit Anas Chance, in Deutschland bleiben zu können. Der Vater ihrer Zwillinge ist unauffindbar, er tourt derweil als Hornist irgendwo durch die Weltgeschichte. An willigen Helfern fehlt es nicht, alle wollen, dass Ana und ihre Kinder bleiben. Nicht zuletzt der attraktive, aber entnervend sorglose Musiklehrer der talentierten Zwillinge, der Ana mit seinem Optimismus zur Weißglut treibt. Bis sie erkennt: Auch auf Traumtänzer ist Verlass.
Ein heiterer Roman voller Sprachwitz und großartiger Pointen 
 
Inhalt:
Anas drohende Abschiebung nach Serbien hängt wie ein Damoklesschwert über ihr und ihren Zwillingen. Die kleine Familie, die doch in Köln so wunderbar integriert ist, wird wohl bald des Landes verwiesen, weil Ana einfach keinen Job findet. Der Kindsvater, der als Hornist durch die ganze Welt reist und sich seit jeher aus jeglicher Verantwortung gezogen hat, ist auch keine grosse Hilfe. Doch der Klavierlehrer der Zwillinge, Anas beste Freundin Ella und die vielen Nachbarn aus ihrem Wohnblock nehmen Anas Glück in die Hand und stehen mit Rat und Tat zur Seite.
 
Meine Meinung:
Der Februar ist bei mir buchtechnisch nicht ganz so gut gestartet und ich kam bei vielen Büchern - ich lese ja immer parallel - nicht so richtig vom Fleck, weshalb ich dann schliesslich "Das Glück ist zum Greifen da" als leichte Lektüre zwischengeschoben habe. Das hat wunderbar geklappt und das humorvolle - wenn auch total vorhersehbare Buch - hat mich gut unterhalten. Besonders gut gefallen haben mir der lockere Schreibstil, die Dialoge und der liebevolle Bezug zu Köln, sowie die Verarbeitung einiger eher ernster Themen. Weniger toll fand ich, dass so gar keine Überraschungen anzutreffen waren und dass dieses Buch ohne grosse Umschweife zum Ziel führt. Dass es dabei aber sehr kurzweilig ist, relativiert diesen Aspekt wieder ein wenig.
 
Schreibstil:
Das Buch liest sich nur so weg und es werden auch ernste Themen intensiv verarbeitet. Obwohl handlungsmässig für keinerlei Überraschungen gesorgt worden ist, wird mit liebevollen Details erzählt. Deloys Liebe zu Köln und zum Erzählen ist in jedem Abschnitt spürbar. Die schrägen und auch sehr charmanten Nebenfiguren sorgen für eine Wohlfühlatmosphäre, Anas Angst vor der Abschiebung, ihre gesamten Existenzängste und die enge Beziehung zu ihren Kindern werden einfühlsam geschildert. Genau so wie die Hilfsbereitschaft der Nachbarn und Freunde, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
 
Meine Empfehlung:
Wer sich nicht daran stört, dass ein Buch vor allem mit der Atmosphäre und der liebevollen Erzählsprache punktet, inhaltlich aber nicht sehr originell daherkommt, ist mit "Das Glück ist zum Greifen da" sicher sehr gut beraten. Aus der Masse an unterhaltsamer Literatur herauszustechen vermag das Buch aber nicht wirklich, weshalb es in den offenen Bücherschrank wandern und sicher bei weiteren Leser*innen für kurzweilige Lesestunden sorgen wird.
 
Zusätzliche Infos:
Titel: Das Glück ist zum Greifen da
Autorin: Sylvia Deloy, Jahrgang 1967, wuchs in einer kleinen Stadt in Niedersachsen auf. Sie studierte Kommunikationswissenschaft, Germanistik und Marketing und arbeitete danach als Redakteurin und Autorin für unterschiedliche TV-Sendungen. Sie schrieb Drehbücher und Skripte für Comedy-Serien und erhielt 1999 gemeinsam mit einer Co-Autorin den zweiten Preis des Sat.1-Drehbuch-Wettbewerbs. 2011 veröffentlichte sie ihren ersten Liebesroman für Jugendliche mit dem Titel Sterne, Stress und Kussalarm.
Sylvia Deloy lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in Köln.
Taschenbuch: 351 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Bastei Lübbe
Ersterscheinung: 31.01.2020
ISBN: 978-3-404-17921-3

Monatsrückblick Januar 2020

 
Hallo ihr Lieben

Der Monatsrückblick für den Januar wäre eigentlich für gestern geplant gewesen, aber ich habe mein Musikzimmer bis weit nach Mitternacht um- und ausgeräumt, um endlich wieder mit mehr Platz, Arbeitsfläche und vor allem Ordnung zu unterrichten, üben und vorbereiten.
Einen Tag später also folgt nun der Rückblick auf einen tollen Start ins Bücherjahr, auf einen Monat, in dem ich ganze neun Bücher gelesen habe und in dem ich beschlossen habe, mich intensiver mit meinem SuB zu befassen und meine liebe SuBrina - die HIER übrigens endlich, endlich, endlich wieder einmal zu Wort kam - ein wenig zu verjüngen. Wer es noch nicht gesehen hat, kann HIER zum Post springen und sich gerne auch noch einklinken. Im Monat Januar habe ich ausserdem alle meine SuB-Ziele erreicht (obwohl ich die Aktion erst sehr spät im Monat ins Leben gerufen habe) und gehe HIER noch näher auf die Ziele und meine gelesenen SuB-Bücher ein.

Nun also meinen gelesenen Bücher im Januar (klickt aufs Bild für Details):
Eine weitere Leserunde mit @mariaslesekreis, eine weitere, grandiose Buchentdeckung
https://www.kiwi-verlag.de/buch/vladimir-sorokin-der-schneesturm-9783462046823

Spitzensport und harter Kampf gegen sich selber, unterhaltsam aber kein Muss
https://www.randomhouse.de/Buch/Das-Haifischhaus/Ruediger-Barth/Heyne-Encore/e551863.rhd

Ein Buch, dessen Schwächen im Stil die eigentlich gute Idee (und die schönen Szenen) überschatteten
https://www.lovelybooks.de/autor/Atle-Naess/Die-Riemannsche-Vermutung-773980467-w/

Weihnachtlich, romantisch und sehr tiefgründig liest sich dieses Buch am besten mit Keksen am Kamin
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Weihnachten-in-dem-kleinen-Haus-am-Meer/Veronica-Henry/Diana/e563037.rhd

Ganz viel Liebe zum Erzählen, zur Literatur, zu den Buchmenschen und der Bücherwelt, herzliche Empfehlung
https://www.verbrecherverlag.de/book/detail/713

Eine spezielle Familiengeschichte, eine brillant geschilderte Mutter-Tochter-Beziehung
https://www.dumont-buchverlag.de/buch/heuser-augustas-garten-9783832197636/

Träge Erzählung mit überzeugender Grundidee, welche das Potenzial von Simon Beckett erahnen lässt
https://www.rowohlt.de/taschenbuch/simon-beckett-obsession.html

Charmant und humorvoll erzählt, kurzweilig, gesellschaftskritisch und einfach typisch Miss Marple
https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Mord-im-Spiegel-142726210-w/


Alle Rezensionen und Seitenzahlen im Überblick:
Granit - Adalbert Stifter   (62 Seiten, keine Rezension)


Neuzugänge Januar 2020:
Ich konnte mich im Januar sehr gut zurückhalten und habe lediglich zwei neue Bücher hier einziehen lassen. Einerseits war das "Weihnachten in dem kleinen Haus am Meer" von Veronica Henry aus dem Diana-Verlag, das mich als Rezensionsexemplar erreicht hat.
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Weihnachten-in-dem-kleinen-Haus-am-Meer/Veronica-Henry/Diana/e563037.rhd

Weiter hatte ich in der Bloggerjury von Bastei Lübbe Glück und das Buch "Das Glück ist zum Greifen da" von Sylvia Deloy gewonnen. Leider sind mir bereits ein paar eher negative Rezensionen begegnet, aber ich möchte mich nicht beeinflussen lassen und das Buch sehr bald lesen und vor allem geniessen.
Kennt ihr meine gelesenen Bücher oder eines meiner Neuzugängebücher schon? Auf eure Rückmeldungen bin ich schon sehr gespannt :-D

Und weil das jetzt ganz schön viel war, gibt es noch einmal alle Zahlen im Überblick:
Gelesene Bücher: 9
Somit in die Leseeule: 9 Franken
Gelesene Seiten: 2386
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 76.97 Seiten
Geschenkt bekommene Bücher: -
Buchprämien: -
Rezensionsexemplare: 2
Gekaufte Bücher: -
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 2
SuB am Monatsbeginn: 135
Aktueller SuB: 130
Differenz: - 5