Rezension: Das Gefühl von Sommerblau

 
Das Gefühl von Sommerblau - Hannah Tunnicliffe

Beschreibung des Verlages:
Max wird vierzig und lädt seine Freunde in sein Haus in der Bretagne ein. Mit ihnen möchte er ein Wochenende lang tanzen, trinken und lachen. Und er will ihnen sein Geheimnis verraten … Juliette hat für ihre pflegebedürftigen Eltern ihr gefeiertes Restaurant in Paris aufgegeben. Ihre große Leidenschaft ist das Kochen und Backen. Zurück in der bretonischen Heimat braucht sie einen Neuanfang – und Max eine Köchin für seinen Geburtstag. Sie ahnen beide nicht, was das Schicksal an diesem Wochenende für sie bereithält.

Meine Meinung:
"Das Gefühl von Sommerblau" habe ich beim Bloggerporal von Randomhouse angefragt und auch bekommen. Das Cover war der Grund dafür, dass ich es sehr gerne lesen wollte.
Zuerst dachte ich mir vor der Lektüre noch, dass sich hinter diesem Titel und Cover ein leichter Sommerroman verbergen könnte. Vom Diana Verlag lasse ich mich aber immer gerne überraschen und weiss mittlerweile, dass es in den Büchern auch sehr schnell einmal dramatisch werden kann. Grundsätzlich blieb das Buch aber schön leicht und unterhaltsam und dennoch ist "Das Gefühl von Sommerblau" bittersüss, wie die Liebe und das Leben. Es lädt ein, in vergangenen Zeiten zu schwelgen und erzählt von Freundschaften, die sich mit den Jahren veränderten.
Zudem ist dieses Buch eine Ode an die französische Küche und während Juliette Gang um Gang auftischt, läuft sogar einer Vegetarierin wie mir das Wasser im Mund zusammen. Vielleicht hätte man das Buch noch mit einem zusätzlichen Kapitel und "Juliettes Empfehlungen aus der Küche" ausstatten können? Das wäre wundervoll gewesen.
Grundsätzlich habe ich "Das Gefühl von Sommerblau" sehr gerne gemocht. Leider nur war mir das Ende ein wenig zu optimistisch und zudem haben sich beim Lesen einige Längen ergeben. Wenn auch eine eher überraschende Wendung in den letzten Kapiteln die Sicht auf Helen noch einmal verändert, so war diese Wendung doch ein wenig zu angekündigt und für mich leider nicht komplett überraschend. Dennoch überwiegt die melancholische Stimmung, die so gut zu Frankreich passt und mich dieses Buch kaum mehr aus der Hand legen liess.

Schreibstil und Handlung:
Wenn sich alte Freunde zu einem gemeinsamen Wochenende treffen, wird es sentimental, tragisch, und feuchtfröhlich. Ausserdem kann die Stimmung innerhalb von Sekunden von ausgelassen zu angespannt umschlagen (und wieder zurück).
Erzählt wird von diesem Wochenende in chronologischer Reihenfolge mit Rückblenden in die weitere Vergangenheit. Dabei wechselt die Perspektive zwischen den Figuren hin und her und vor allem Juliette und Max nehmen eine wichtige Rolle in der Erzählung ein. Beide haben schwere Schicksalsschläge erlebt und während Juliette sich bereits sehr gut erholt und ein neues Leben aufgebaut hat, trauert ihr Arbeitgeber Max immer noch den alten Zeiten nach und möchte endlich aufräumen damit, was ihm aber aufgrund von seinem übertriebenen Konsum legaler und illegaler Substanzen nicht ganz so leicht gelingt.
Die Sprache hat einen wundervoll melancholischen Unterton. Es ist von Anfang an klar, dass es an diesem Wochenende nicht nur heitere Stunden geben wird und dies wird meiner Meinung nach stimmig und sehr realistisch erzählt. Kennen wir doch alle diese Situationen, wenn wir auf alte Freunde treffen: einerseits hat man noch so viel gemeinsam, vor allem natürlich die gemeinsame Vergangenheit, andererseits ist man sich auch ein wenig fremd geworden mit den Jahren, was aber nicht heissen muss, dass man an einem Ende der Freundschaft angelangt ist, sondern vielmehr an einer Entwicklung oder einem Wendepunkt.

Zwei Worte zum Lektorat:
1. In diese deutsche Erstausgabe haben sich sehr viele Fehler - namentlich Wortwiederholungen in Form von doppelten (oder komplett vergessenen) Verben im ersten und zweiten Satzteil - eingeschlichen, die ich mir nur mit vielen umgestellten und dann nicht mehr komplett korrigierten Sätzen erklären kann. Diese stören den Lesefluss immer mal wieder und passen nicht zum sonst sehr überzeugenden Lektorat des Verlages.
2. Ich wusste nicht, dass man den Gebrauch des Wortes "sanft" übertreiben kann. Kann man aber sehr wohl. Juliettes Hände sind "sanft", Nina spricht mit "sanfter" Stimme zu ihrer Tochter und "sanft" wird Rosies Gesicht, als sie den schlafenden Hugo betrachtet. "Sanft" kommt so unsanft daher, dass es auffällt, schade.
Meine Empfehlung:
Trotz einigen Längen und einem zu versöhnlichen Ende hat mir dieses Buch sehr gut gefallen, weshalb ich es gerne weiterempfehle. Wer lediglich einen luftig-leichten Sommerroman erwartet, dem wird das Buch nicht zusagen. Wenn ihr aber offen seid für ernstere Themen, dann passt dieses Buch perfekt in den Sommer.

Zusätzliche Infos:
Titel: Das Gefühl von Sommberblau
Originaltitel: A French Wedding
Autorin: Hannah Tunnicliffe wurde in Neuseeland geboren. Sie studierte Sozialwissenschaften und lebte danach in Australien, England, Macao und Kanada. Sie arbeitete einige Zeit in der Personalwirtschaft und als Karriere-Coach und wandte sich dann ihrem Traum, dem Schreiben, zu. Mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern lebt sie heute in Sydney, Australien.
Taschenbuch, Broschur: 336 Seiten
Verlag: Diana
Erschienen: 10.04.2018
ISBN: 978-3-453-35954-3 

Rezension: Alles begehren

 
Alles begehren - Ruth Jones

Beschreibung des Verlages:
Jeder kennt diesen einen Moment, der die Weichen neu stellt und alles verändert. Und wenn man das Leben zurückspulen könnte, dann würde man auf diesen Moment spulen – um sich anders zu entscheiden.
1985: Callum ist ein glücklich verheirateter Familienvater. Die Studentin Kate ist bildschön und gewohnt, sich das zu nehmen, was sie braucht. Sie begegnen sich – und begehren einander mit solch einer Macht, dass es ihrer beider Leben beinahe zerstört. Aber nur beinahe.
17 Jahre später treffen sie sich wieder. Das Leben hat auf den Moment der Entscheidung zurückgespult. Sie können noch einmal wählen. Doch das Leben verfolgt einen eigenen Plan.

Meine Meinung:
Dieses Buch kam im Dezember ganz unerwartet bei mir an und als ich das Rezensionsexemplar aus dem Verlag Harper Collins zum ersten mal in den Händen hielt, erwartete ich aufgrund der Beschreibung eine tiefgründige Story über Menschen, die sich der Liebe aussetzen, sich dadurch verletzlich machen und alles riskieren, was ihnen sonst noch im Leben wichtig ist. In den letzten Tagen habe ich mich intensiv mit den Figuren auseinandergesetzt und war positiv überrascht vom flüssigen und sehr fesselnden Schreibstil, der Lust auf mehr macht und mich wirklich hoffen lässt, dass die Autorin sehr bald ein weiteres Buch schreibt, das inhaltlich überzeugt. Denn da waren Anklänge von Feinsinn, von grossem Verständnis der menschlichen Gefühle, von Einfallsreichtum. Nur leider war das zu wenig ausgereift. Zu oberflächlich war mir die Handlung, zu unreflektiert blieben die Charaktere und ihre jeweiligen Rollen in der Geschichte. Und das Ende dieses Buches, das hat mich dann einfach nur noch enttäuscht. Und ohne gross etwas zu verraten möchte ich doch sagen, dass die Geschichte insgesamt vielleicht besser bei mir abgeschnitten hätte, wenn sie mit einem bissigeren Humor ausgestattet worden und mit einem pastellpinken Cover, und einem gewissen Hang zum seichten Liebesroman vermarktet worden wäre.

Handlung und Schreibstil:
Das Buch weckt Sehnsüchte. Sehnsüchte nach der grossen Liebe, nach dem überwältigenden Gefühl, das einen nicht mehr atmen, nicht mehr klar denken lässt. Das einen alles vergessen lässt. Und genau hier beginnt das Problem: Untreue, Lügen und der Missbrauch des Vertrauens so vieler Menschen - gepaart mit einer grossen Portion Naivität und Egoismus - lassen dieses Buch flach wirken. Es ist alles irgendwie zu einfach gestrickt, die schwerwiegenden Folgen gewisser Fehltritte lassen zu lange auf sich warten und die Akteure Kate und Callum (vor allem aber Callum, dem man auch noch ein wenig Intelligenz zutrauen könnte) handeln zu unreflektiert und inkonsequent.
Callums Frau Belinda aber hat mir als Figur sehr gut gefallen. Obwohl man auch aus ihr noch wesentlich mehr hätte machen können, war sie die einzige Person, die nahezu "fertig" wirkte, während die anderen Figuren komplett austauschbar und oberflächlich blieben.
Leider kann da auch ein Schreibstil, der wirklich seinesgleichen sucht, nicht mehr viel retten. Ich habe dieses Buch so gerne gelesen und trotzdem hat es mich so sehr genervt. Aus dieser Idee hätte viel mehr entstehen können und dies ist sehr, sehr schade. Es fehlt nämlich Tiefe, es fehlt ein Auge für die Details, es fehlen die angekündigten ganz grossen Gefühle, es fehlt so unendlich viel Schmerz und Leid und das Flehen um Erlösung und Vergebung. Und das tut mir wirklich einfach nur leid, denn da ist noch dieses Ende...und dieses Ende, das rettet dann leider wirklich gar nichts mehr.

Mein Fazit:
Vorhersehbare Handlungen, einfallslose Wendungen und Figuren, die an Oberflächlichkeit nicht zu überbieten sind, lassen mich mit einem unguten Gefühl zurück. Was im Chaos enden sollte, in der Zerstörung von Familien und Freundschaften, löst sich dann aber so unrealistisch auf, dass "Alles begehren" jegliche Glaubwürdigkeit verliert. Und trotz flüssigem und mitreissendem Schreibstil, trotz Belinda, die mir wirklich sehr gut gefallen hat, bleibt am Ende noch mehr Sehnsucht übrig: die Sehnsucht nach Tiefgang, Ehrlichkeit und einer überzeugenden Handlung.

Zusätzliche Infos:
Titel: Alles begehren
Originaltitel: Never Greener
Autorin: Ruth Jones, geboren 1966 in Bridgend, Südwales, ist eine walisische Schauspielerin und Drehbuchautorin. Sie lebt mit ihrem Ehemann in Cardiff. »Alles Begehren« ist ihr Debütroman. 
Fester Einband mit Schutzumschlag (Leseexemplar): 480 Seiten 
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Julia Walther
Erscheinungstag: Mi, 02.05.2018
ISBN: 9783959672023

Lese-Statistik April 2018

 
Liebe Mitsüchtigen

Der April ist für mich wie im Flug vergangen und langsam aber sicher wird mir bewusst, dass ich noch ziemlich genau einen Monat lang Studentin und dann nach meiner grossen Abschlussprüfung ganz auf mich alleine gestellt bin. Einerseits freue ich mich sehr auf diese Zeit, weil es so viele Projekte zu planen und verwirklichen gibt und weil meine Schülerzahl - mit grosser Wahrscheinlichkeit und wenn alles klappt - ansteigen wird. Gleichzeitig habe ich aber auch ein wenig Respekt vor dieser Zeit. Davor, die wohlbehütete Hochschule zu verlassen, komplett selber für mein ganzes Leben verantwortlich zu sein und natürlich auch vor der Prüfung selber. Aber klar, bald ist es geschafft und wenn mich die Panik übermannt, dann greife ich einfach zu einem Buch, das mich ablenken wird und hoffe deshalb darauf, im Mai ein wenig mehr zum Lesen zu kommen :-)

Der April hat nämlich sehr gut gestartet, aber dann verflogen die Tage nur so und trotz kurzen Nächten und wenig Zeit mit Freunden und dem Liebsten kam ich kaum dazu, zu einem Buch zu greifen. Ein Wunder, dass ich trotzdem fünf Bücher geschafft habe und noch schöner, dass zwar nicht alle komplett überzeugend waren, dass aber kein wirklich schwaches Buch dabei war.

Diese Bücher habe ich im April gelesen (Klick aufs Bild für mehr Infos):
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Stille-Wasser/Angelique-Mundt/btb-Taschenbuch/e523279.rhd#biblios
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Gefaehrliche-Geliebte/Haruki-Murakami/btb-Taschenbuch/e282084.rhd#biblios 
  https://www.dtv.de/buch/john-green-eine-wie-alaska-62403/ http://www.aufbau-verlag.de/index.php/die-papstin.html

Alle Rezensionen auf einen Blick:

Alle Zahlen auf einen Blick:
Gelesene Bücher: 5
Somit in die Leseeule: 5 Franken
Gelesene Seiten: 1858 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 61.9 Seiten
SuB am Monatsbeginn: 156
Aktueller SuB: 155
Differenz: -1

Neuzugänge April 2018

Hallo ihr Lieben

Die zeit rast nur so dahin und wir sind bereits im Wonnemonat Mai angekommen, unglaublich, oder nicht? Obwohl ich aber nicht sio viel zum Lesen gekommen bin, kann ich wenigstens einen kleinen Rückgang im SuB feststellen und dies vor allem darum, weil lediglich drei Neuzugänge bei mir eingetroffen sind.

Und zwar sind diese drei Bücher im April bei mir eingezogen (für mehr Infos: klick aufs Bild):
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Gefuehl-von-Sommerblau/Hannah-Tunnicliffe/Diana/e519459.rhd https://www.fva.de/Buecher/Neuerscheinungen/Dunkelgruen-fast-schwarz.html
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Stille-Wasser/Angelique-Mundt/btb-Taschenbuch/e523279.rhd

"Dunkelgrün fast schwarz" habe ich mir selber gekauft, weil ich einfach schon so viel Gutes gehört und gesehen und gelesen habe und mir unbedingt selber ein Bild machen wollte. Ich hoffe, dass ich das Buch im Mai lesen kann.
"Das Gefühl von Sommerblau" und "Stille Wasser" habe ich beim Bloggerportal von Randomhouse angefragt und freue mich sehr, dass die Bücher dann auch den Weg zu mir gefunden haben. "Stille Wasser" habe ich bereits gelesen und rezensiert und kann das Buch von Herzen empfehlen.

Und hier noch alle Zahlen auf einen Blick:
Geschenkt bekommene Bücher: -
Rezensionsexemplare: 2
Gekaufte Bücher: 1
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 3
SuB am Monatsbeginn: 156
Aktueller SuB: 155

Rezension: Stille Wasser

Stille Wasser - Angélique Mundt

Beschreibung des Verlages:
Eine schöne Unbekannte wird tot auf einem Schiff gefunden, ein junger Mann kämpft verzweifelt um die Liebe seines Lebens, und im Hamburger Hafen droht eine Bombe zu explodieren: Psychotherapeutin Tessa Ravens ist in einen neuen Fall involviert, der in die dunkelsten Tiefen der menschlichen Seele führt, sie immer weiter hinab zieht in einen Strudel aus Zweifel, Angst und Wahnsinn. Als es auch für Tessa um Leben und Tod geht, muss sie sich die Frage stellen: Wie weit geht ein Mensch, um seine Liebe zu retten?  

Meine Meinung:
"Stille Wasser" von Angélique Mundt habe ich beim Bloggerportal von Randomhouse angefragt, herzlichen Dank dafür. Dieses Buch war mein erstes Buch um Psychotherapeutin Tessa Ravens und ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht das letzte dieser Reihe sein wird, das bei mir einziehen darf. Vielleicht werde ich sogar einmal von vorne beginnen, obwohl mir das bei Krimireihen sonst nicht so wichtig ist.
Persönlich mag ich es sehr gerne, wenn das Ermittlerschema bei einem Krimi ein wenig aufgebrochen wird, wenn also plötzlich Anwälte oder Psychologen ermitteln und so gleichzeitig tief in ihre Berufswelt einblicken lassen und einen Fall lösen. Tessa ist eine sehr sympathische Frau, die ihren Beruf zu lieben scheint und grundsätzlich nicht selber ermittelt, sondern Opfern und Menschen in Krisensituationen beisteht und so immer genau da ist, wo die Musik spielt und darum auch eng mit der Polizei zusammenarbeiten kann, was für beide Seiten eine Bereicherung darstellt.
Obwohl die Handlung meiner Meinung nach sehr vorhersehbar ist und bis auf einige Elemente am Ende keine grossen Überraschungen beinhaltet, hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. "Stille Wasser" ist wohl kein Krimi, in dem in erster Linie Spannung aufkommt (oder auch aufkommen soll), sondern einen, der tiefe Einblicke in die Arbeit einer Psychotherapeutin bringt und so ganz eine neue und andere Seite an der Ermittlungsarbeit und des ganzen Einsatzteams, viel Menschlichkeit und starke Gefühle zeigt.

Schreibstil und Handlung:
Vom Schreibstil her hat sich dieses Buch für mich nicht wirklich wie ein Krimi angefühlt. Beim Lesen kommt keine düstere Stimmung auf, obwohl der Inhalt durchaus sehr grosse menschliche Abgründe thematisiert. Vielmehr liest sich "Stille Wasser" wie ein Wohlfühlroman und dies ist gar nicht negativ gemeint, weil ich mich im Kreise der Ermittler stets gut aufgehoben gefühlt habe und einfach schnell herausfinden wollte, ob alle meine Vermutungen sich bewahrheiten würden und nur so durch die Seiten flog.
Was an dieser Lektüre ebenfalls sehr charmant daherkommt ist die unangestrengte Tollpatschigkeit der Kommissare Torben Koster und Michael Liebetrau, welche Ermittlungsfehler an Ermittlungsfehler reihen und trotzdem stets Fortschritte machen. Ich meine, eine Frau wird tot auf einem Schiff aufgefunden und drei junge Frauen verschwinden, wer denkt da nicht sofort an Menschenhandel? Nur Koster und Liebetreu schaffen dies zum ersten Mal auf Seite 242, aber die tappen ja auch noch in anderen Lebensbereichen total im Dunkeln. Auch dass die Ermittler und Tessa offensichtliche Zusammenhänge zwischen den Ereignissen nicht erkennen und klare Aussagen als Wahn abtun, obwohl schon lange klar ist, wer der Täter sein muss, wirkt eher menschlich, als verstörend und weil auch noch grosse Gefühle und enge Freundschaften im Spiel sind, sowie Gaumenfreuden und ein wenig Hamburg-Feeling, kann man einfach niemandem böse sein.

Meine Empfehlung:
Dieser unterhaltsame und aus einer sehr spannenden Perspektive geschriebene Kriminalroman liest sich nur so weg und macht definitiv Lust auf mehr, was mich zu einer herzlichen Empfehlung an euch alle verleitet.

Zusätzliche Infos:
Titel: Stille Wasser
Autorin: Angélique Mundt wurde 1966 in Hamburg geboren. Nach ihrem Studium der Psychologie arbeitete sie lange in der Psychiatrie, bevor sie sich 2005 als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis selbstständig machte. Sie arbeitet ehrenamtlich im Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes, das Menschen bei potentiell traumatisierenden Ereignissen "Erste Hilfe für die Seele" leistet. Stille Wasser ist nach Denn es wird kein Morgen geben und Nacht ohne Angst ihr dritter Roman in der Serie um die Psychotherapeutin Tessa Ravens und Hauptkommissar Torben Koster. Angélique Mundt lebt in Hamburg.
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: btb
Erschienen: 09.10.2017 
ISBN: 978-3-442-71578-7