Rezension: Der kleine Teeladen zum Glück

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir vom Verlag Blanvalet via Bloggerportal zur Verfügung gestellt worden ist.

Der kleine Teeladen zum Glück - Manuela Inusa

Reiheninfos, Valerie Lane-Reihe:
6. Die kleine Straße der großen Herzen - Manuela Inusa 

Beschreibung des Verlages:
Willkommen in der Valerie Lane – der romantischsten Straße der Welt!
Laurie ist glücklich: Als stolze Besitzerin eines kleinen Teeladens in der romantischen Valerie Lane in Oxford, hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. In Laurie’s Tea Corner verkauft sie köstliche Teesorten aus aller Welt, dort duftet es herrlich, und die Kunden fühlen sich wohl. Denn das gemütliche Lädchen strahlt genau dieselbe Harmonie und Wärme aus wie Laurie selbst. Nur das mit der Liebe wollte bisher noch nicht so richtig klappen, obwohl Laurie seit Monaten von Barry, ihrem attraktiven Teelieferanten, träumt. Das muss sich schleunigst ändern, finden Lauries beste Freundinnen, und schmieden einen Plan …

Meine Meinung:
Die Tatsache, dass dieses Buch gestern Dienstag erst bei mir eingezogen ist und ich nun bereits meine Rezension tippe, spricht wohl für sich. Im Vorfeld habe ich ausschliesslich positive Eindrücke zu Manuela Inusas Valerie Lane-Reihe gelesen. Deshalb habe ich mir ein Herz gefasst und ein Rezensionsexemplar angefragt, das ich dann auch bekommen habe. Ich war von der ersten Seite an begeistert von den charmanten Beschreibungen der wunderschönen Valerie Lane, ihrer Geschichte, ihren Läden (und deren Ladenbesitzerinnen, die - eine nach der anderen - als Protagonistin in je einem Band dieser Reihe ins Zentrum gerückt werden) und deren Bewohnerinnen und Bewohnern.
Natürlich haben wir es hier mit einer grundsätzlich vorhersehbaren Reihe zu tun, aber das gehört meiner Meinung nach genau so zum Genre wie Herzklopfen, Zweifel, ein paar Pannen und ganz viel Drama, das genau so schnell wieder verschwindet, wie es auftaucht.
Besonders an dieser Reihe ist, dass neben den Frauen auch ihre Geschäfte und die jeweiligen Produkte im Zentrum stehen. Dies sorgt für einen besonderen Bezug zu den Protagonistinnen.

Schreibstil und Handlung:
Laurie, Besitzerin eines kleinen Teeladens und Protagonistin des ersten Bandes dieser Reihe, arbeitet mit ihren vier besten Freundinnen in der Valerie Lane. Jede von ihnen besitzt ein eigenes Geschäft und jede von ihnen hat kleine und grössere Sorgen, die sie trotz ihrem sonst glücklichen Leben mit sich trägt. Und dieses Wohlfühlbuch wäre kein Wohlfühlbuch, wenn wir jetzt nicht Laurie (und später dann die anderen Frauen) Schritt für Schritt auf ihrem Weg zu ihrem Glück begleiten würden. Nur steht diese Suche nach dem Glück gar nicht so sehr im Zentrum. Vielmehr werden die auf Vertrauen, Fürsorge und Natürlichkeit basierende Freundschaft der fünf Frauen, einzelne Bewohner der Valerie Lane und auch einige nicht so schöne Episoden aus Lauries Vergangenheit ins Zentrum gerückt.
Erzählt wird die Geschichte um Laurie und Barry mit einer leicht dahinfliessenden Sprache, welche mich nur so durch die Seiten fliegen liess. Dieses Buch stellt keine Ansprüche an den Leser, sondern unterhält einfach nur bestens, fährt ein wenig Kitsch, Drama, Romantik, Freundschaft und ganz viel Liebe auf und ist dadurch einfach gut fürs Herz.

Meine Empfehlung:
Diesen ersten Band der Valerie Lane-Reihe empfehle ich sehr gerne weiter. Ja, Manuela Inusa hat das Rad nicht neu erfunden, aber dies ist auch überhaupt nicht nötig, weil Laurie und ihre Freundinnen mit Intelligenz, Hilfsbereitschaft und Fürsorge punkten und so für ein entspanntes Leserlebnis sorgen.

Zusätzliche Infos:
Titel: Der kleine Teeladen zum Glück
Autorin: Manuela Inusa wusste schon als Kind, dass sie einmal Autorin werden wollte. Die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin arbeitete sich durch verschiedene Jobs, wollte aber eigentlich immer nur eins: Schreiben. Kurz vor ihrem 30. Geburtstag sagte sie sich: Jetzt oder nie! Inzwischen hat sie im Selfpublishing mehr als dreißig Romane veröffentlicht, die viele Leserinnen erreichten. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in ihrer Heimatstadt Hamburg. In ihrer Freizeit liest und reist sie gern, außerdem liebt sie Musik, Serien, Tee und Schokolade.
Taschenbuch: 288 Seiten 
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 16.10.2017
ISBN: 978-3-7341-0500-5  

Rezension: Skios

 
Skios - Michael Frayn

Beschreibung des Verlages:
On the sunlit Greek island of Skios, the Fred Toppler Foundation's annual lecture is to be given by Dr Norman Wilfred, the world-famous authority on the scientific organisation of science. He turns out to be surprisingly young and charming - not at all the intimidating figure they had been expecting. The Foundation's guests are soon eating out of his hand. So, even sooner, is Nikki, the attractive and efficient organiser.
Meanwhile, in a remote villa at the other end of the island, Nikki's old school-friend Georgie waits for the notorious chancer she has rashly agreed to go on holiday with, and who has only too characteristically failed to turn up. Trapped in the villa with her, by an unfortunate chain of misadventure, is a balding old gent called Dr Norman Wilfred, who has lost his whereabouts, his luggage, his temper and increasingly all normal sense of reality - everything he possesses apart from the flyblown text of a well-travelled lecture on the scientific organisation of science ...

Meine Meinung:
Endlich, endlich komme ich dazu, euch noch die letzte Rezension aus dem Februar zu präsentieren, bevor dann hier hoffentlich bald die ersten März-Rezensionen folgen dürfen :-)
Es ist schon länger her, dass ich ein englisches Buch gelesen habe, da mein SuB halt doch fast nur deutschsprachige Literatur hergibt und ich ausschliesslich mit Deutschen Verlagen zusammenarbeite. Deshalb war ich mir auch nicht so sicher, wie gut ich mit "Skios" zurechtkommen würde. Aber der häufige Gebrauch der englischen Sprache in meinem Alltag macht sich bezahlt und ich hatte beim Lesen überhaupt gar keine Mühe mit "Skios". Ganz im Gegenteil. Ich flog nämlich nur so durch die Seiten dieses amüsanten Buches.
Mit den Protagonisten wurde ich sehr schnell warm und musste mir öfters einmal ein schallendes Lachen verkneifen. Auf diese skurrilen Ideen muss man als Autor erst einmal kommen und auch wenn ich schon einige Romane gelesen habe, in denen Verwechslungen an der Tagesordnung waren, so werden hier definitiv alle Möglichkeiten ausgereizt, was dann schon fast ein wenig zu konstruiert daherkommt. Aber weil die Figuren, allen voran Oliver Fox, so cool bleiben und irgendwie immer wieder das Beste aus der Situation holen, passt das dann doch alles immer sehr gut zusammen.

Schreibstil und Handlung:
Die Sprache liest sich sehr flüssig und auch wenn ich schon länger kein englisches Buch mehr gelesen habe, bereitete mir "Skios" gar keine Mühen. Besonders gut sind meiner Meinung nach auch die inneren Monologe der Protagonisten gestaltet und so ist man als Leser stets darüber informiert, was in den Figuren vorgeht und man kann so sogar teilweise vorausahnen oder vermuten, was sie als nächstes tun könnten und das macht wirklich Spass.
Wie oben erwähnt, wird handlungsmässig in die Vollen gegangen, was wirklich an die Grenzen des Konstruierten geht. Dank des Genres, den überspitzten Figuren und diesen vielen tollen und intelligenten Ideen des Autors, ist "Skios" aber einfach eine sehr unterhaltsame Geschichte, die zugleich philosophische Anklänge hat und immer wieder durchblicken lässt, wie wunderschön Griechenland ist und welch tolle Kulisse die Insel Skios für diesen Roman darstellt.

Meine Empfehlung:
Ich empfehle "Skios" von Michael Frayn sehr gerne an alle weiter, die sich von einer humorvollen Geschichte und spannenden Protagonisten in einen heissen griechischen Sommer entführen lassen wollen. "Skios" ist eine Verwechslungskomödie voller skurriler Figuren und unterhaltsamer Dialoge, die perfekt in den Reisekoffer passt, aber auch während dieser kalten Jahreszeit gelesen werden kann.

Zusätzliche Infos:
Titel: Skios
Autor: Michael Frayn was born in London in 1933 and began his career as a journalist on the Guardian and the Observer. His novels include Towards the End of the Morning, Headlong, Spies and Skios. His seventeen plays range from Noises Off, recently chosen as one of the nation's three favourite plays, to Copenhagen, which won the 1998 Evening Standard Award for Best Play of the Year and the 2000 Tony Award for Best Play. He is married to the writer Claire Tomalin.
Seiten: 280 Seiten
Sprache: Englisch
Verlag: faber and faber
Erstveröffentlichung: 2012
ISBN: 978-0-571-28145-9

Lese-Statistik Februar 2018

 
Hallo ihr Lieben

Nun ist auch schon wieder März. Und auch wenn der Februar nur wenige Tage kürzer ist, als die anderen Monate, fliegt der bei mir immer besonders schnell vorbei und bringt auch eine ausgewachsene Wintermüdigkeit mit sich. Im Februar steht bei mir jeweils alles still, ich kann mich zu fast nichts aufraffen, brauche unendlich viel Zeit für meine täglichen Aufgaben und würde mich am liebsten nur verkriechen. Den ganzen Dezember durch habe ich mich auf Weihnachten gefreut und im Januar durfte ich ein paar ruhige Tage geniessen. Aber im Februar... Da ist nicht mehr wirklich Winter, noch nicht richtig Frühling und die grosse Orientierungslosigkeit greift voll durch. Ausserdem war hier gefühlsmässig sehr viel los, fast täglich stürzte ich aufgrund von Jobzusagen und -absagen, tollen Projekten und verpassten Chancen, einem unerwarteten Verlust in der Familie des Liebsten, wunderschönen Stunden mit Freunden, definitiven Zukunftsplänen und dann auch wieder geplatzten Träumen von himmelhochjauchzend zu zu Tode bedrübt und zurück. Das zerrt an der Substanz und weil die paar freien Tage, die ich mir in den Semesterferien nehmen wollte, sich aus verschiedensten Gründen in Luft aufgelöst haben, hätte ich eigentlich genau jetzt ein paar freie Tage nötig. Aber genug gejammert, denn:

Heute, am 1. März, ging es schon wieder bergauf. Es lag soooo viel Schnee, ich ging mit einem Lächeln durch den Tag, habe eine Zusage für eine tolle Stellvertretung an einer Musikschule bekommen, die ich Mitte März/April beginnen kann und die bis Juli dauern wird  (neben einer anderen Stellvertretung an einer anderen Musikschule, mit der ich letzte Woche begonnen habe) und hatte einen tollen Unterricht mit meinem Dozenten. Das Wetter ist ein Traum, der Liebste hat die erste Prüfung mit einem guten Gefühl hinter sich gebracht, ich komme mit allem voran, morgen hiflt mir eine gute Freundin, ein wenig Farbe und Design in meine Masterarbeit zu bringen und in einigen Tagen werde ich mit dem Trio im Radio auftreten. Es läuft und so soll es bleiben. Ich bin angekommen, bei mir, im Jahr 2018, es geht mir gut.

Und trotz allem habe ich tatsächlich ein wenig gelesen und zwar diese 5 Bücher (klickt aufs Bild für mehr Infos):
https://www.dtv.de/buch/dora-heldt-herzlichen-glueckwunsch-sie-haben-gewonnen-21529/ https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/kakerlaken-ein-harry-hole-krimi-2-9783548280493.html https://www.fischerverlage.de/buch/die_mittagsfrau/9783596175529 https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Abschied-in-Prag/Alyson-Richman/Diana/e522367.rhd
https://www.faber.co.uk/9780571281459-skios.html

Die Rezensionen dazu:
Abschied in Prag - Alyson Richman   (384 Seiten)
Skios - Miachel Frayn   (280 Seiten) Rezension folgt

Zum Schluss noch alle Zahlen auf einen Blick:
Gelesene Bücher: 5
Somit in die Leseeule: 5 Franken
Gelesene Seiten: 1880 Seiten
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 67.14 Seiten
SuB am Monatsbeginn: 163
Aktueller SuB: 160
Differenz: - 3

Neuzugang Februar 2018

Und es schmilzt - Lize Spit

Beschreibung des Verlages:
Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt.
Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit.
Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt Eva zurück in ihr Dorf – mit einem großen Eisblock im Kofferraum. 

Und so fand dieses Buch den Weg zu mir:
Ihr lest richtig: Neuzugang. Und zwar mein erster und einziger seit Dezember 2017. Und wie es natürlich das Leben so schön will, gibt es zu diesem Buch eine Geschichte. Klar, eine Geschichte gibt es zu jedem Buch, aber diese hier ist meiner Meinung nach besonders schön :-)
Gestern war ich nämlich an der Lesung von Lukas Hartmann zu seinem neuen Roman "Ein Bild von Lydia" und zwar zusammen mit einer guten Freundin. Zuerst aber mussten die Tickets für die Lesung in einer Buchhandlung in Bern abgeholt werden. Da wir schon mal dort waren, kaufte ich meiner lieben Freundin gleich "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky, das ich ihr eigentlich schon zu Weihnachten hatte schenken wollen. Wir haben uns aber länger nicht gesehen, weshalb sie das Buch gestern bekam. Sie wollte mich aber nicht mit leeren Händen nach Hause gehen lassen und so durfte ich mir EIN BUCH AUSWÄHLEN.
Und so kam also "Und es schmilzt" von Lize Spit zu mir, das ich mich erst gerade vor einigen Tagen - nach der Lektüre der grandiosen Rezension von Damaris - erneut sehnlichst herbeigewünscht habe.

So gehen Wünsche in Erfüllung und so wird man beschenkt, wie man nur von wahren Freunden beschenkt werden kann :-)

Und hier noch die harten Fakten:
Geschenkt bekommene Bücher: 1
Rezensionsexemplare: -
Gekaufte Bücher: -
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 1
SuB am Monatsbeginn: 163
Aktueller SuB: 160

Rezension: Abschied in Prag

Abschied in Prag - Alyson Richman

Beschreibung des Verlages:
Lenkas und Josefs Geschichte beginnt im Prag der 1930er Jahre. Kurz nach ihrer Heirat werden die jungen Liebenden beim Einmarsch der Deutschen auseinandergerissen. Josef emigriert, arbeitet als Arzt in New York, heiratet. Lenka entrinnt im Konzentrationslager dem Tod nur knapp und beginnt nach dem Krieg ein neues Leben in den USA. Obwohl sie glauben, einander nie wiederzusehen, vergessen sie ihre Liebe nie. Bis sie sich sechs Jahrzehnte später in New York zufällig begegnen…

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich im Dezember beim Verlag angefragt und dann auch bekommen, worüber ich mich sehr gefreut hat. Treue Leserinnen und Leser wissen von meiner Liebe zu Prag und meinem Interesse an Geschichte und grossen Gefühlen.
Dieses Buch war aber besonders intensiv und berührend für mich. Nicht nur, weil wirklich sehr viele Emotionen transportiert und die Grauen des Krieges und der Judenverfolgung im Detail dargestellt worden sind, sondern weil ich die Schauplätze der Stadt Prag und auch Theresienstadt sehr gut kenne. Lediglich Auschwitz habe ich bis jetzt nicht besucht. Aber meine persönliche Nähe zu den Schauplätzen sowie die Tatsache, dass die Autorin sehr viele reale Schicksale erzählt und sich grundsätzlich an historischen Ereignissen orientiert hat, konnte ich beim Lesen fast gar nicht ertragen. Und trotzdem habe ich mich diesem Leseerlebnis ausgesetzt und trotzdem wollte ich unbedingt wissen, wie die Lebensgeschichte von Lenka und Josef sich entwickeln würde. Belohnt worden bin ich mit einem wundervollen Schreibstil voller Liebe zum Erzählen und den authentisch gestalteten Figuren. Auch wenn ich beim Lesen unzählige Tränen geweint habe. 

Schreibstil und Handlung:
Lenka und Josef treffen sich im hohen Alter auf der Hochzeit ihrer Enkel wieder und erkennen sich auf den ersten Blick gar nicht, obwohl kein Tag vergangen ist, an dem sie nicht aneinander gedacht haben. Mehr als sechzig Jahre sind seit ihrer eigenen Hochzeit vergangen und was die beiden in der Zwischenzeit erlebt haben und erleben mussten, erfahren wir nach dem Prolog. Wir lernen dann nämlich Lenka und Josef als Kinder kennen und sind dabei, wenn sie sich treffen, sich verlieben, heiraten und auseinandergerissen werden.
Während der angehende Arzt Josef nach einem Schiffsunglück auf dem Weg in die USA fälschlicherweise für tot erklärt wird, deportieren die Nazis die junge Künstlerin Lenka und ihre Familie nach Theresienstadt.
Und was dann geschieht, ist an Grauen, Schmerz und Angst kaum zu überbieten und zu ertragen und es gelingt der Autorin meisterhaft, wahre Geschichten, historische Figuren und die verschiedensten Emotionen in diesem Buch unterzubringen. Durch all diese schrecklichen Ereignisse wird aber auch immer wieder die Liebe thematisiert, welche Lenka und Josef über all diese Jahre wie ein unsichtbares Band verbunden hat. Aber nicht nur diese Liebe zwischen Frau und Mann, sondern auch die Liebe zwischen Familienmitgliedern, die Liebe zur Kunst und Musik und die vielen wunderbaren Versuche, sich in den Todeslagern über Wasser zu halten und gegenseitig zum Weiterleben zu motivieren oder gar Widerstand zu leisten, nehmen in diesem Buch eine wichtige Rolle ein. So werden Freundschaft, Geschick, aber auch Verlust und Schmerz zur Kulisse des tragischen Schicksals einer jungen Künstlerin und ihrer Familie, sowie einer Liebesgeschichte, die sich wirklich fast genau so oder ganz ähnlich hat.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch, das mich komplett fassungslos und erschüttert zurückgelassen hat ist unendlich grausam, und zugleich auch wunderschön geschrieben. Detaillierte Beschreibungen, genaueste Recherchen, eine Autorin, die ihr Handwerk beherrscht und mit wenigen Worten gigantische Gefühle festhalten und auslösen kann, sowie historische Ereignisse und Figuren ergeben im perfekten Verhältnis und von einer schriftstellerischen Meisterleistung zusammengehalten ein Gesamtkunstwerk, das vor Liebe, Freundschaft, Trauer und Angst nur so überquillt und genau darum so wichtig ist, weil es - trotz allem - Mut und Hoffnung macht.

Zusätzliche Infos:
Titel: Abschied in Prag
Originaltitel: The Lost Wife
Autorin: Die amerikanische Bestsellerautorin Alyson Richman hat bereits mehrere Romane verfasst, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Zuletzt erschien Ein italienischer Garten im Diana Verlag. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern auf Long Island, New York.
Taschenbuch, Klappenbroschur: 384 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisch
Verlag: Diana
Erschienen: 11.12.2017
ISBN: 978-3-453-35959-8