Rezension: Die Sonnenschwester

 
 
Die Sonnenschwester - Lucinda Riley

Reihe: Die sieben Schwestern
6. Die Sonnenschwester

Beschreibung des Verlages:
Reich, berühmt und bildschön: das ist Elektra d’Aplièse, die als Model ein glamouröses Leben in New York führt. Doch der Schein trügt – in Wahrheit ist sie eine verzweifelte junge Frau, die im Begriff ist, ihr Leben zu ruinieren. Da taucht eines Tages ihre Großmutter Stella auf, von deren Existenz Elektra nichts wusste. Sie ist ein Adoptivkind und kennt ihre Wurzeln nicht. Als Stella ihr die berührende Lebensgeschichte der jungen Amerikanerin Cecily Huntley-Morgan erzählt, öffnet sich für Elektra die Tür zu einer neuen Welt. Denn Cecily lebte in den 1940er Jahren auf einer Farm in Afrika – wo einst Elektras Schicksal seinen Anfang nahm … 

Leserunde:
Bei Andrea vom Blog Leseblick hat eine Blogleserunde zu "Die Sonnenschwester" stattgefunden und ich habe mich sehr gerne mit meinen Mitleserinnen ausgetauscht. Schaut unbedingt vorbei, wenn ihr auch noch ein wenig über das Buch diskutieren oder euch unsere Gedanken zur Lektüre ansehen wollt.

Inhalt:
Es wird spannend mit der sechsten Schwester, schliesslich ist Elektra so gar keine einfache Person und möchte eigentlich von ihrer Familie und ihrer Vergangenheit auch nicht sehr viel wissen. Als gefragtes Model tourt sie durch die ganze Welt und stürzt sich von einem Exzess in den nächsten. Drogen, Alkohol, Männer... Doch ihre Grossmutter Stella und ihre neue Assistentin Mariam bewegen sie mit ihren Lebensgeschichten dazu, sich Schritt für Schritt zu verändern und die Mauer, die sie um ihre Gefühle herum errichtet hat, beginnt zu bröckeln.

Meine Meinung:
Eine süchtige Person, die stets zwischen den extremsten Hochs und Tiefs schwebt und sich selber gar nicht aushalten kann, aber dennoch grandios in ihrem Job ist, darzustellen, ist sicher nicht ganz einfach. Die vielen Facetten von Elektra und ihrer Gefühlswelt hat Riley meiner Meinung nach aber hervorragend aufgegriffen und authentisch beschreiben können. Ich habe Elektra - trotz ihres komplizierten Charakters - von Anfang an gemocht und verstanden und mir haben sowohl die Erzählung in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart sehr gut gefallen. Die beiden Handlungen gingen flüssig und schlüssig ineinander über und mit der Erzählsprache hat sich Riley wieder einmal selber übertroffen. Ich flog nur so durch die Seiten.
Auch in diesem Band gab es wieder einiges zu rätseln und diskutieren und obwohl mir zum ersten Mal aufgefallen ist, dass Riley schon sehr stark in Schubladen denkt und ihre Figuren stets ein wenig stereotyp aussehen und handeln, was mir in diesem Band dann leider definitiv zu viel des Guten war, habe ich die vielen schönen Beschreibungen - vor allem der Schauplätze - wieder sehr geschätzt.

Aufteilung:
Ein paar Worte zur Aufteilung des Buches möchte ich aber doch noch verlieren, weil die mir leider so gar nicht zugesagt hat.  Es scheint, als hätte Lucinda Riley mit ihrer Sonnenschwester irgendwie nicht herausfinden können, wie viel Platz und Zeit und somit auch Seiten die einzelnen Abschnitte sillvollerweise hätten einnehmen sollen. Riley verzettelt sich immer wieder - somit auch die mehr als 800 Seiten - und obwohl sich das Buch gewohnt flüssig liest, werden vor allem den ersten Abschnitten sehr viel Platz eingeräumt, während die letzten paar Jahre aus Elektras Vergangenheit (und somit Stellas Geschichte) lediglich auf einigen wenigen Seiten abgehandelt werden. Gegen Ende lässt sich Riley gar zu einem übertrieben "amerikanischen" Schluss hinreissen, der so definitiv fehl am Platz war.

Meine Empfehlung:
Trotz ein wenig Kritik, die definitiv Jammern auf hohem Niveau ist, möchte ich euch diesen sechsten Band der Reihe ebenfalls sehr gerne weiterempfehlen und kann es vor allem kaum mehr erwarten, endlich zu wissen, die die Reihe endet.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Sonnenschwester
Originaltitel: The Sun Sister
Autorin: Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern an der englischen Küste in North Norfolk und in West Cork, Irland.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag: 832 Seiten 
Verlag: Goldmann
Erschienen am:  25. November 2019
ISBN: 978-3-442-31447-8

4 Kommentare:

  1. Liebe Livia,
    jetzt bist du die Erste, die das Buch rezensiert =) Du hast es wie immer gut auf den Punkt gebracht, auch wenn wir uns bei einem Thema in der LR nicht einig waren ;) Aber deine Kritikpunkte unterstreiche ich auf jeden Fall. TRotzdem fand ich dieses Buch der Reihe wieder um einiges besser, als die letzten beiden Teile, die mir nicht so zugesagt haben.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina

      Ja, stimmt, das ist mir auch aufgefallen. Auf deine Rezension bin ich aber schon sehr gespannt.

      Vielen lieben Dank für deine Worte, das freut mich sehr. Aber wir waren uns über inhaltliche Aspekte nicht einig, nicht über qualitative, von dem her ist das doch total in Ordnung, da unsere Meinungen nicht sehr stark auseinanderdriften. Mir hat "Die Perlenschwester" wirklich gar nicht gefallen, CeCe war für mich leider eine Zumutung. Aber: "Die Mondschwester" hat mir sehr zugesagt, von dem her wird dieser positivere Eindruck mit Elektra für mich persönlich definitiv weitergeführt.

      Alles Liebe und noch ganz ein schönes Wochenende
      Livia

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    2. Liebe Livia,
      mir ging es damals genauso...ich mochte die Perlenschwester nicht sehr, weil mir ebenfalls CeCe total unsympathisch war und mir der Gegenwartstrang gar nicht gefiel. Dabei war der Vergangenheitsstragn richtig gut.

      Bei der Mondschwester war ich durch meinen vorherigen Aufenthalt in Adalusien doch etwas voreingenommen ;) Auch hier gefiel mir wieder der Vergangenheitsstrang besser, auch wenn viele meinten er wäre zu lang und langweilig. Definitiv waren beide Bücher (4+5) schwächer als die Sonnenschwester.
      Liebe Grüße
      Martina

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    3. Liebe Martina

      Das stimmt, das sehe ich genau gleich, wie schön, dass wir uns einig sind darüber. Bei der Perlenschwester gefiel mir der Vergangenheitsstrang auch sehr gut, genau wie bei dir,

      Ich bin nun aber vor allem auf den siebten Band gespannt, da sind ja noch einige offene Fragen und ich freue mich schon sehr auf die Auflösung.

      Alles Liebe
      Livia

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