Rezension: Es war einmal Indianerland

 
Es war einmal Indianerland - Nils Mohl

Erster Band der Stadtrand-Trilogie

Beschreibung des Verlages:
Stell dir vor, du bist 17 und lebst in den Hochhäusern am Stadtrand. Der Sommer ist heiß. Es ist Mittwochnacht, als dir Jackie den Kopf verdreht. Im Freibad. Fuchsrotes Haar. Sandbraune Haut. Stell dir vor, wie dir die Funken aus den Fingern sprühen vor Glück. Und plötzlich fliegt die Welt aus den Angeln: Zöllner erwürgt seine Frau. Edda, die 21-Jährige aus der Videothek, stellt dir nach. Mauser steigt mit Kondor in den Ring. Immer wieder meinst du, diesen Indianer mit der Adlerfederkrone zu sehen. Und dann zieht zum Showdown ein geradezu biblisches Gewitter auf – fühlt es sich so an, erwachsen zu werden?
Kommt am 26. Oktober 2017 in die deutschen Kinos!

Meine Meinung:
Dieses Buch liegt seit 2013 auf meinem SuB. Ich habe es mir direkt nach der Lektüre des Nachfolgebandes "Stadtrandritter" gekauft. Erst beim Durchstöbern der Verlagsseite habe ich bemerkt, dass es ja sogar noch einen dritten Teil der Reihe gibt, den ich mir sicher bei Gelegenheit einmal gönnen werde. Die einzelnen Bände lassen sich aber unabhängig voneinander lesen. Einzelne Personen kommen zwar immer wieder vor oder manchmal nimmt die Handlung auch Bezug auf spätere oder vergangene Ereignisse, dies sorgt beim Lesen aber weder für Verständnisschwierigkeiten, noch für Lücken im Erzählfluss.
In diesem ersten Band der Reihe lernen wir den Protagonisen Mauser kennen und verbringen einen Sommer mit ihm. Einzelne Ereignisse dieses Sommers erleben wir wie in Zeitschleife immer wieder und bei jeder Wiederholung kommen neue Elemente und Details ans Licht, welche die Leerstellen der Erzählung füllen. Diese Erzählweise wird auch im zweiten Band der Reihe angewendet und ich erinnere mich, dass einige Leserinnen und Leser damals bei der Leserunde von Lovelybooks Mühe hatten mit den vielen Zeitsprüngen. Mich selber haben sie aber nicht gestört, sondern eher noch näher an den Protagonisten heran und in seine Welt hinein gelassen.
So nämlich erkennt der Leser nach und nach, welchen täglichen Problemen sich Mauser stellen muss. Nicht nur, dass er sich als Boxer auch gerne einmal einen Kampf unter "Freunden" liefert oder sich nicht wirklich zwischen zwei plötzlich aufgetauchten Frauen entscheiden kann, nein. Er sieht sich nämlich auch noch mit der Ermordung seiner Stiefmutter durch seinen eigenen Vater konfrontiert und mit dem Ferienende, das wie ein Ziel und ein Schlussstrich zugleich drohend in der Luft hängt und stetig näherrückt.

Schreibstil und Handlung:
Wie bereits erwähnt sind die kurzen Sequenzen, die schnellen Wechsel zwischen den Zeiten, sehr einem Film und seinen schnellen Schnitten nachempfunden. Auch der Protagonist Mauser, der ein wenig gefangen scheint in seinem Leben und den vielen Rückblenden, sowie seinen Suche nach einem Platz in der Welt und die beschwerliche Reise des Erwachsenwerdens passen da sehr gut ins Konzept. So auch die Teilung des Buches in zwei gleiche Teile, wobei sich jeweils ein Kapitel des zweiten Teiles auf eines des ersten Teiles bezieht und so weiter. Diese total durchdachte Konstruktion ist gleichzeitig so genial, dass sie auffällt und trotzdem so gut ausgearbeitet, dass sie eigentlich gar nicht konstruiert wirkt.
Von der Handlung her passiert nicht die grosse Masse an Handlung, sondern es geschehen vielmehr kleine Sequenzen, die immer wieder neu beleuchtet, besetzt und betrachtet erzählt werden. Natürlich gibt es spannende Handlungselemente - von denen ich euch jetzt nicht mehr berichten will (ich erinnere da nur an ein Wildschwein, hach, dieses Wildschschwein) - die mich wirklich umgehauen haben und wenn man sich erst einmal mit der ganzen Symbolik befasst hat, dann entdeckt man immer mehr noch kleinere Details, die so unwichtig scheinen und doch so eine grosse Rolle innehaben, dass man gar nicht wirklich über Handlung sprechen kann sondern vielleicht eher über einen Teppich, der immer weitergewebt, mit neuen Farben bestückt und und Glitzerfäden verziert wird.
Und die düstere Grundstimmung, das Warten auf den erlösenden Regen und das drohende und zugleich ersehnte Ferienende erinnert ausserdem an den grandiosen Roman "Misfit", den ich ebenfalls nur empfehlen kann.

Meine Empfehlung:
Wie bereits verraten, kann ich euch dieses Buch nur empfehlen. Lasst euch nicht täuschen von Mauser, geniesst die Hitze und die Spannung, sowie die unendlichen Möglichkeiten, die man - zumindest in Büchern - nur in den Sommerferien hat.

Zusätzliche Infos:
Titel: Es war einmal Indianerland
Autor: Nils Mohl, geboren 1971, lebt und arbeitet in Hamburg. Für seinen Roman «Es war einmal Indianerland» wurde er u. a. mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis und mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Paperback: 352 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: rororo rotfuchs
Erscheinungstermin: 01.02.2011
ISBN: 978-3-499-21552-0

Rezension: Stirb, Schätzchen, stirb

Stirb, Schätzchen, stirb - J.D. Robb (Nora Roberts)

Beschreibung des Verlages:
Irgendwann holt Dich die Vergangenheit immer ein …
New York 2059. Eve Dallas erkennt die elegant gekleidete Besucherin in ihrem Büro erst auf den zweiten Blick: Es ist ihre Pflegemutter Trudy Lombard. Einst hat sie nichts unversucht gelassen, die kleine Eve zu quälen, und auch jetzt hat sie nichts Gutes im Sinn. Sie droht, Eves dunkelstes Geheimnis öffentlich zu machen – wenn sie ihr nicht zwei Millionen Dollar gibt. Als Eves geliebter Roarke davon erfährt, lässt er nichts unversucht, diesen Schrecken aus der Vergangenheit zu bannen. Doch dann geschieht ein Mord …
 
Meine Meinung:
"Stirb, Schätzchen, stirb" war mein erstes Buch aus der Reihe um Eve Dallas von J.D. Robb (Nora Roberts. Es ist der 22. Band dieser Reihe, wobei aber alle Bände unabhängig voneinander gelesen werden können. Ich muss ehrlich sagen, dass ich von Anfang an positiv überrascht und sehr begeistert war vom fesselnden Schreibstil. Auch die Protagonistin Eve hat mich für sich eingenommen. Ihr sehr scharfer Verstand, der ihr erlaubt, um die Ecken zu denken und ihre Emotionen hinten anzustellen, hat mir imponiert. Weil nämlich ihre damalige Pflegemutter und Peinigerin Trudy Lombard ermordet wird, muss sie sich den Schrecken ihrer eigenen Vergangenheit stellen und trotzdem versuchen, nie den Fokus zu verlieren. Schade nur, dass ich weit vor ihr wusste, wie genau sich dieser Mord ereignet hat und wer dafür verwantwortlich ist. Dies war leider ein wenig zu eindeutig vorhersehbar.
 
Schreibstil und Handlung:
In "Stirb, Schätzchen, stirb" geschieht um die Weihnachtszeit herum ein Mord, in dessen Aufklärung und die Lebensgeschichte des Opfers Lieutenant Eve Dallas verwickelt ist. Ihre persönlichen seelischen Verletzungen und heftigen Albträume, sowie die Weihnachtsvorbereitungen, um die sie sich ebenfalls kümmern will und soll, bringen sie an den Rand ihrer Belastbarkeit. Zum Glück hat sie ihren Mann Roarke an ihrer Seite, der ihr beisteht und den Rücken freihält.
Ein wenig zu sehr "Nora Roberts" waren mir die Liebesszenen zwischen Eve und Roarke, die nicht wirklich zur Handlung beitragen, sowie die ergebene Haltung Eve Dallas gegenüber ihrem Mann. Dafür haben einige sehr amüsante Szenen innerhalb des Ermittlungsteams und der Protagonisten dazu beigetragen, dass der Fluss dieser Erzählung nie gestoppt hat. Innerhalb von kurzer Zeit waren die 500 Seiten gelesen und ich bin mir sicher, bald wieder einmal ein Buch aus dieser Reihe zu lesen. 
 
Meine Empfehlung:
Ich empfehle euch diesen 22. Band der Eve Dallas-Reihe weiter. Die Mischung aus Romantik, Komödie, Krimi und Zukunftsroman ist meiner Meinung nach sehr stimmig konstruiert. Ausserdem bin ich mir sicher, dass die Protagonistin und ihr Ermittlungsteam mich auch in jedem anderen Band der Reihe überzeugen könnten, weshalb ich sicher schon bald weitere Dallas-Bücher lesen möchte. 
 
Zusätzliche Infos:
Titel: Stirb, Schätzchen, stirb
Originaltitel: Memory in Death (Death 22)
Autorin: J. D. Robb ist das Pseudonym der international höchst erfolgreichen Autorin Nora Roberts. Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und veröffentlichte 1981 ihren ersten Roman. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.
Taschenbuch: 512 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisch
Übersetzt von: Uta Hege
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 17.09.2012
ISBN: 978-3-442-37046-7 

Rezension: Silbervogel und andere Meistererzählungen

Silbervogel und andere Meistererzählungen - Liam O'Flaherty

Beschreibung des Verlages:
Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Elisabeth Schnack
Ein kräftiger junger Mann liegt mit einer seltsamen Krankheit namens Liebe darnieder. Eine alte Dame muss als Jockey bei einem Pferderennen einspringen. Ein kleiner Junge träumt von seinem ersten Anzug. Das Leben eines Neugeborenen blüht auf, während dasjenige seines Großvaters schwindet. O'Flahertys Erzählungen haben das große Ganze des menschlichen Lebens im Blick genauso wie das unverwechselbare Detail. Zartheit und Heftigkeit, diskretes Pathos und kühler Realismus, skurriler Humor und Mitgefühl mit den Armen und Unterdrückten verbinden sich in O'Flahertys Erzählkunst zu einer unverwechselbar irischen Mischung.
Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass mir Liam O'Flaherty vor der Lektüre dieses Buches noch kein Begriff war. Um so gespannter war ich auf die verschiedenen Erzählungen. Dies konnte ich auch wirklich sein. Wie es der Untertitel schon sagt, sind diese "Meistererzählungen" nämlich nicht etwa beliebige Kurzgeschichten, die sich mal so schnell nebenbei lesen lassen. Vielmehr sind sie Gesellschaftsstudien, die manchmal komplett skurril und fast schon kafkaesk daherkommen und manchmal so berührend und bewegend sind, dass man förmlich eingreifen möchte. Auch sind die Figuren in jeder Erzählung komplett unterschiedlich gestaltet. Manchmal kann man einfach nur über den betrunkenen Anwalt lachen und bemitleidet ihn zugleich und manchmal fühlt man sich fast schon persönlich verbunden mit einem Kalb oder einem Anzug. Dies gelingt dem Autoren stets mit einem Augenzwinkern und die Erzählweise lässt zugleich Mitgefühl mit den Figuren empfinden, als dass sie auch für beste Unterhalgung sorgt.

Schreibstil:
Wie bereits beschrieben haben alle diese Erzählungen nicht nur einen ganz für sich stehenden Inhalt, sondern sie heben sich auch sprachlich sehr voneinander ab. Was bleibt und wohl den Stil von Liam O'Flaherty ausmacht, sind die manchmal fast nüchtern wirkenden Beschreibungen. Durch ihre Distanziertheit und die kunstvoll in die Sätze verflochtenen erzählerischen Details und äusseren Merkmalen von Mensch und Tier, gelingt dem Autoren das Erzeugen einer besonderen Atmosphäre, die uns Leser sowohl zum Zuschauer machen, als auch mitten im Geschehen ansiedeln.
So entsteht ein stetiger Sog aus Spannung, Unterhaltung und dramatischen Entwicklungen, die beim Lesen dafür sorgen, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann, sondern immer zuerst eine ganze Erzählung zu Ende lesen muss. Diese sind zum Glück alle eher kurz gehalten, so dass nach Beendigen der einzelnen Kapitel stets ein wenig Zeit bleibt, um über das Gelesene nachzudenken. 

Meine Empfehlung:
Diese Meistererzählungen machen ihrem Namen alle Ehre. Jede steht für sich und behandelt ein ganz eigenes, sehr menschliches Thema, das zum Nachdenken anregt. Auf jeden Fall lohnt sich die Anschaffung dieser Sammlung allemal, weil man beim Lesen derselben einen Einblick in die Vielseitigkeit von O'Flahertys Schaffen erhält und dabei definitiv Lust auf mehr bekommt.
Zusätzliche Infos: 
Titel: Silbervogel und andere Meistererzählungen
Aus dem Sammelband: "Two Lovely Beasts"
Autor: Liam O'Flaherty; geboren 1896 auf den Aran-Inseln. Studium in Dublin. Er ficht im Ersten Weltkrieg bei den Irish Guards. Beginnt nach der Entlassung ein Wanderleben, bereist alle Erdteile, arbeitet in vielen Berufen. Schreibt Romane und Erzählungen. Man hat ihn als ›irischen Zola‹ bezeichnet. Er starb 1984 in Dublin.
Taschenbuch: 304 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von: Elisabeth Schnack 
Verlag: Diogenes
Erschienen am: 18. März 2008 
ISBN: 978-3-257-23771-9

Mein SuB kommt zu Wort, 20.1.18

"Mein SuB kommt zu Wort"
Für mehr Beiträge: bei Anna vorbeischauen
Guten Abend liebe SuBs und SuB-Menschen

SuBrina und ich haben uns für das Jahr 2018 ganz viel vorgenommen, weshalb die heutige vierte Frage seeeeehr perfekt ist für uns. Schliesslich soll man ja ganz oft von seinen guten Vorsätzen erzählen, damit man dann ein wenig unter sozialem Druck steht und diese dann wirklich umsetzen will. Na gut, wohlauf. Während ich dann mal schaue, was die Küche für das Abendessen hergibt, berichtet euch SuBrina, was bei uns so ansteht. Viel Spass beim Lesen.

Wie groß/dick bist du aktuell (du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Ein dickes Hallo und ein herzliches Willkommen im neuen SuBjahr auch von mir. Nach einer kurzen Zählung hat sich ergeben, dass ich aktuell genau 166 Bücher wiege/umfasse/beherberge. Und dies ist perfekt so, der Januar steht ganz im Zeichen der Gewichts- und Umfangsreduktion. Livia macht da gleich mit. Die Pfunde, die sich seit dem letzten Herbst hartnäckig eingenistet haben, wollen wir nämlich beide loswerden. Wir sind also vorerst ein tolles Team. Bis dann jemand von uns wieder die Geduld verliert und zickig wird. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht ich dies sein werde...

Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen? Zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Ich darf sehr, sehr stolz auf Livias Neuzugänge-Post aus dem Dezember verweisen. Seither wurde hier nämlich nur gelesen und dies ist auch gut so und soll noch ein Weilchen so bleiben.
 
Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Livia hat vor einigen Tagen "Die Perlenschwester" von Lucinda Riley beendet und auch gleich rezensiert. Dieses Buch hat sie mit gemischten Gefühlen ins Regal gestellt, weil sie mit der Gegenwartsprotagonistin CeCe leider so gar nicht warm wurde. Der Vergangenheitsstrang hat ihr aber sehr gut gefallen. So auch die Tatsache, dass sie dieses Buch mit Janine in einer Blogleserunde lesen durfte.
Neues Jahr, neue Ziele – lieber SuB, welche Ziele hat dein Besitzer für dich in 2018? Gibt es Challenges, die beim Erreichen der Ziele helfen sollen?
Und nun kommen wir endlich zu den Zielen und ich kann wirklich sagen, dass es nicht Livias Ziele, sondern UNSERE Ziele sind. Und dies ist ein tolles Gefühl.
Zuerst einmal soll ich wieder in den zweistelligen Bereich kommen und dies natürlich am liebsten deutlich. Der Platz in den Regalen soll dann für gelesene Bücher genutzt werden können, die sich ja logischwerweise weiterhin anhäufen. Livia will also noch mindestens 67 Bücher lesen. Eine stolze Zahl. Und da sicher Neuzugänge hinzukommen werden, auch noch die unterste Grenze. Insgesamt müsste sie also um die 100 Bücher lesen oder ausmisten und da sie gerne streng mit sich selber ist, will sie nicht mehr als zwölf Buchkäufe und zwölf Rezensionsexemplare zulassen im gesamten Jahr 2018. Ich bezweifle, dass sie dies schaffen wird (und sie wohl auch ein wenig), also drücke ich ganz fest die Daumen, dass sie viel Lesezeit findet.
Zur Unterstützung hat sie sich für "Die grosse Cover-Challenge" von Charleen und die "Bookish Rainbow-Challenge" von Ines entschieden.

Und nun sind wir sehr gespannt auf eure Vorsätze für das Jahr 2018 und wenn ihr Tipps zur Reduktion des SuBs oder tolle Challenges kennt, dann lasst sie uns alle in den Kommentaren da. Wir kommen sehr gerne und garantiert auf einen Gegenbesuch vorbei.

Alles Liebe euch
Livia und SuBrina

Rezension: Die Perlenschwester

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Perlenschwester/Lucinda-Riley/Goldmann/e507459.rhd 
Die Perlenschwester - Lucinda Riley

Reihe: Die sieben Schwestern

Beschreibung des Verlages:
Wie auch ihre Schwestern ist CeCe d'Aplièse ein Adoptivkind, und ihre Herkunft ist ihr unbekannt. Als ihr Vater stirbt, hinterlässt er einen Hinweis – sie soll in Australien die Spur einer gewissen Kitty Mercer ausfindig machen. Ihre Reise führt sie zunächst nach Thailand, wo sie die Bekanntschaft eines geheimnisvollen Mannes macht. Durch ihn fällt CeCe eine Biographie von Kitty Mercer in die Hände – eine Schottin, die vor über hundert Jahren nach Australien kam und den Perlenhandel zu ungeahnter Blüte brachte. CeCe fliegt nach Down Under, um den verschlungenen Pfaden von Kittys Schicksal zu folgen. Und taucht dabei ein in die magische Kunst der Aborigines, die ihr den Weg weist ins Herz ihrer eigenen Geschichte ... 

Meine Meinung:
Vom traumhaft schönen Cover beeindruckt und voller Freude, erneut ein Buch zusammen mit Janine in einer Blogleserunde zu lesen, bin ich in diesen vierten Band der Reihe gestartet. Das Rezensionsexemplar wurde mir übrigens vom Bloggerportal von Randomhouse gestellt.
Sofort fühlte ich mich wieder in Lucinda Rileys Stil angekommen und ich wollte unbedingt sehr schnell wissen, welche Abenteuer ich mit CeCe erleben würde. Genau darum ist es besonders schade, dass ich mit CeCe leider nicht wirklich warm wurde und dies fast während des ganzen Buches. Zu oberflächlich, naiv und weltfremd wirkte sie auf mich. Ausserdem versteckte sie sich permanent hinter ihrer Legasthenie und nahm diese als Entschuldigung für fehlende Allgemeinbildung, Faulheit und ihren ganzen Charakter. Diese Opferhaltung und die ein wenig zu konstruierte Handlung im Gegenwartsstrang vermiesten mir diesen fast komplett. Eine Ausnahme sind da jedoch der Schluss und die letzten Tage, die CeCe in Australien verbringt. Da hatte ich das Gefühl, sie fassen zu können.
Umso besser waren - einmal mehr - die Geschehnisse in der Vergangenheit erzählt. Mit messerschafem Verstand, intensiven Recherchen und einer grossen Portion Empathie hat es Lucinda Riley da geschafft, Geschichte fassbar zu machen und eine ganz neue Welt, die zur Hälfte aus Fakten, zur Hälfte aus Fiktion besteht, zum Leben zu erwecken.
Bei der Lektüre ist mir übrigens aufgefallen, dass es scheinbar oft diese Figuren sind, mit denen sich die Autorinnen und Autoren am meisten identifizieren können, die dann leider am wenigsten glaubwürdig bei mir ankommen. Liegt dies daran, dass man das, was einem vertraut ist, automatisch am wenigsten detailliert schildert und sich mit Figuren, die man vielleicht weniger mag oder weniger gut verstehen kann, genauer befassen muss?

Schreibstil und Handlung:
Immer wieder ist mir beim Lesen aufgefallen, wie genau und durchdacht Lucinda Rileys Gesamtkozept ist. Die Bücher sind alle perfekt aufeinander abgestimmt, die Figuren interagieren durch alle Bände hindurch in einer nachvollziehbaren Weise miteinander und Charakterzüge werden nach und nach herausgearbeitet, Puzzleteile zusammengefügt. Dies ist es wohl, was - nebem dem grandiosen Schreibstil, den fundierten Recherchen und der grossen Prise Romantik und Unterhaltung - die Faszination dieser Reihe ausmacht: das grosse Ganze, das einfach stimmt und der rote Faden, der sich von der ersten bis zur letzten Seite zieht.
Denn auch wenn CeCe zu unsicher wirkte, mir leider sehr unympathisch war und irgendwie nicht glaubwürdig schien, so sind es vor allem die grandiose Erzählsprache und die in der Vergangenheit spielenden Teile, die mich nicht den Glauben an diese Reihe und ihre Figuren verlieren lässt.
Von der Handlung her befinden wir uns in Australien, einem Ort, den ich leider noch viel zu wenig kenne und an dem es mir für längere Reisen wohl auch zu heiss wäre. Wir wandern mit der jungen Kitty aus, die ihre grosse Liebe in dieser für sie ganz neuen Welt findet, die aber auch sehr viele schwere Schicksalsschläge verkraften muss. Dass die Perlenfischerei dabei eine grosse Rolle spielt, ist kein Geheimnis, wie genau Kitty aber in dieses Metier passt, möchte ich hier noch nicht verraten. Schnell wird aber klar, dass da eine Beziehung zu CeCe bestehen muss und als diese nach einigen Umwegen schliesslich in Down Under landet, entdecken wir mit ihr zusammen die Schönheit und Fasziniation dieses magischen Ortes. CeCe muss über sich herauswachsen und Hilfe suchen und annehmen, was ihr besonders schwer fällt. Mit neuen Freunden und neuen Erkenntnissen über sich selber, kommt sie aber ihren Wurzeln immer näher und muss bald einige schicksalhafte Entscheidungen treffen.

Meine Empfehlung:
Wie ihr seht habe ich diesen vierten Band der Reihe mit gemischten Gefühlen beendet. Während mir CeCe und der ganze Gegenwartsstrang als bisher am schwächsten in dieser ganzen Reihe erschienen, wächst Lucinda Riley in den Vergangenheitssträngen über sich selber hinaus, was zu einem fesselnden und magischen Lesevergnügen führt. Deshalb empfehle ich euch auch diesen Band der Reihe sehr gerne weiter.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Perlenschwester
Originaltitel: The Pearl Sister
Autorin: Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern an der englischen Küste in North Norfolk und in West Cork, Irland.
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag: 608 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Sonja Hauser 
Verlag: Goldmann
Erschienen: 30.10.2017
ISBN: 978-3-442-31445-4