Rezension: Der Nachbar

Der Nachbar - Sebastian Fitzek

Beschreibung des Verlages:
Sie dachte, ihre größte Angst ist es, allein zu sein. Bis sie herausfindet, dass sie es nie war...
Wer ist der »Nachbar«? Sebastian Fitzeks raffinierter Gänsehaut-Thriller für 2025
Die Strafverteidigerin Sarah Wolff leidet an Monophobie, der Angst vor Einsamkeit. Was sie nicht weiß: Nachdem sie mit ihrer Tochter an den Stadtrand Berlins gezogen ist, hat sie einen unsichtbaren Nachbarn, der sie keine Sekunde lang allein lassen wird …
Das Unheimliche lauert im engsten Umfeld - der neue nervenzerreißende Psychothriller von #1-Bestseller-Autor Sebastian Fitzek sorgt für garantiert unruhige Nächte!

Inhalt:
Es sind kleine Dinge, an denen Sarah bemerkt, dass sich jemand zuerst unerkannt in ihren vier Wänden bewegt hat; gegossene Pflanzen, ein voller Kühlschrank oder auch eine kleine Reparatur. Bald wird klar, dass sie weder ihre eigene Zerstreutheit noch ihre Tochter dafür verantwortlich  machen kann und dass sich ein Stalker, der sich als "Der Nachbar" bezeichnet und sie auf eine sehr eigene Art und Weise zu "beschützen" versucht, in ihr Leben geschlichen hat.

Meine Meinung:
Mein erster Fitzek seit Jaaaahren und gekauft hätte ich mir das Buch wohl nicht, aber einem geschenkten Gaul... Und ich muss sagen, dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe. Denn auch wenn das jetzt sicher für einige sehr irritierend klingt, irgendwie hat mich die Geschichte nämlich super unterhalten und sie wirkte sogar ziemlich gemütlich auf mich. Die Handlung ist nämlich so absurd und teilweise auch vorhersehbar konstruiert und überhaupt nicht spannend oder gruselig, dass ich ganz viele Dinge gar nicht ernst nehmen konnte und dass ich beim Lesen sehr neugierig auf die nächste schräge Idee oder Figur war. Die Logik bleibt ziemlich auf der Strecke, aber dafür hat mir gefallen, dass Fitzek ziemlich am Puls der Zeit ist und sexistische Gesellschaftsstrukturen und Vorurteile in seinem "Thriller" aufgreift, auch wenn er mit Sarah - wie irgendwie in allen Büchern, die ich von ihm gelesen habe - eine Frau in die Opferrolle zwingt.

Schreibstil und Aufbau:
Das Buch besteht aus sehr kurzen Kapiteln und liest sich dadurch extrem schnell weg. Die unlogische und sehr konstruierte Handlung hat bei mir aber nicht für Kopfschütteln, sondern für beste Unterhaltung gesorgt. Ein Thriller als cozy crime? Irgendwie fühlt sich dieses Buch so an. Es passt alles stets verdächtig gut zusammen, der Täter ist immer genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, obwohl das zeitlich gar nicht aufgehen kann und alles, was irgendwie nicht so richtig passt, wird im Nachhinein noch passend gemacht. Das hat bei mir für den einen oder anderen Lacher gesorgt und irgendwie habe ich mich gerne an Sarahs Seite durch die zahlreichen Rätsel und Konstrukte gewühlt.

Fazit:
Als Thriller kann ich euch das Buch nicht empfehlen, auch wenn ich mir sicher bin, dass Fitzek-Fans auch mit diesem Buch voll auf ihre Kosten kommen. Unterhaltsam und vor allem sehr kurzweilig war die Geschichte aber allemal.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Der Nachbar
Autor: Sebastian Fitzek, geboren 1971 in Berlin, ist einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands. Er studierte Jura, promovierte im Urheberrecht und arbeitete als Programmdirektor für verschiedene Radiostationen in Deutschland. Seit 2006 schreibt Fitzek Psychothriller, die allesamt zu Bestsellern wurden. Sein erster Roman „Die Therapie“ eroberte innerhalb kürzester Zeit die Bestsellerliste und wurde als bestes Krimidebüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.  
Fitzeks Bücher wurden bisher in 36 Sprachen übersetzt und weltweit über 21 Millionen Mal verkauft. Viele davon sind inzwischen erfolgreich verfilmt – so wurde „Die Therapie“ als sechsteilige Miniserie für Prime Video produziert und stieg sofort auf Platz 1 der meistgesehenen deutschsprachigen Sendungen ein. Zudem ist Sebastian Fitzek für seine spektakulären Buchvorstellungen bekannt, die er als Shows inszeniert - im Herbst 2024 brach er mit der "Größten Thriller Tour der Welt" alle Zuschauerrekorde. 
Sebastian Fitzek wurde als erster deutscher Autor mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er ist Preisstifter des Viktor Crime Awards und engagiert sich als Schirmherr für den Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.
Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Farbschnitt und Schutzhülle: 368 Seiten
Verlag: Droemer Knaur
Erscheinungsdatum: 22.10.2025
ISBN: 978-3-426-28175-8

12 Kommentare:

  1. Hallo Livia,

    na das klingt ja nach einem interessanten Ansatz, seine neuen Bücher zu lesen *g*
    Ich bemängele ja schon länger dass mir die Logik in seinen Geschichten wirklich sehr zu kurz kommt und alles zu abstrus wirkt - aber wenn man es von der humorigen Seite betrachtet und das alles eher als Witz mit Spannung und guter Unterhaltung sieht und liest, fühlt es sich vielleicht ganz anders an beim lesen.
    Jetzt hab ich direkt Lust, das mit diesem Buch auch mal auszuprobieren xD

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Liebe Aleshanee

      Spannung war leider auch nicht wirklich vorhanden, aber irgendwie hat sich das Buch wirklich....sonderbar gemütlich und lustig angefühlt beim Lesen. Vielleicht ist das DER neue Ansatz schlechthin? ;-)

      Alles Liebe
      Livia

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    2. Ok, ich hab jetzt irgendwie gehofft, dass doch irgendwie Spannung da war *lach* Weil Spannung war bei mir in seinen zuletzt gelesenen Büchern schon noch vorhanden. Aber gut, dann müssen wir wohl hinnehmen, dass sich der Autor verändert und weiter entwickelt und jetzt eher in die skurrile gemütliche Ecke rutscht :D

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    3. Das wurde aber in einigen Rezensionen ganz unterschiedlich beschrieben. Ich persönlich fand die Geschichte aber wirklich nicht spannend ;-)

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  2. Hallo Livia,

    ich habe mich köstlich bei deiner Rezension amüsiert. xD

    Ich fand dieses Buch tatsächlich mal nicht so unlogisch, aber das sieht jede anders, ist ja auch okay. Deine Herangehensweise an das Buch ist großartig. Aber ich kann es irgendwie gut verstehen, ist so ein bisschen Katastrophentourismus: Was kann wohl jetzt noch kommen? xD

    Dass in seinen Büchern immer Frauen die Opfer sind, ist mir auch schon sehr aufgefallen und ich mag es nicht. Aber ich habe auch das Gefühl, dass das nicht nur bei ihm so ist, sondern ein generelles Problem des Genres. Ich hätte ja gerne Mal einen Thriller, in dem ein Mann das Opfer und eine Frau der (Serien-)Killer ist. Man sagt ja eh, dass Frauen anders morden, dann wäre es evtl. auch eine ganz andere Geschichte.

    Liebe Grüße,
    Sandra

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    1. Liebe Sandra

      Haha, danke für deine Rückmeldung. Das stimmt, im Vergleich zu anderen Fitzeks scheint der "Thriller" (ich bin ja dafür, dass es bald ein eigenes Genre namens "Thriller" geben sollte) noch ziemlich logisch zu sein, für mich als eigentlich-gar-nicht-Fitzek-Leserin wirkte das wirklich alles aber wirklich zu konstruiert. Vor allem das Auftauchen zur richtigen Zeit am richtigen Ort usw. und dass niemand gemerkt hat, wie alles zusammenhängen könnte, ich habe da sehr schnell viel Lunte gerochen...

      Aber ja, irgendwie habe ich mich wirklich sehr gut amüsiert und habe gern im Buch gelesen und mich einfach gut unterhalten gefühlt. Fandest du das Buch denn spannend? Das weiss ich leider nicht mehr. Spannung hat mir - für das Genre - schon gefehlt, aber am Ende war es wirklich ein wenig egal und "Katastrophentourismus" trifft es sehr gut, finde ich :-D

      Ja, das stimmt, das ist ein grosses Problem des Genres, finde ich. Aber es hat mich wohl besonders gestört, weil der Autor ansonsten so wirkt, als wäre er zumindest ein wenig sensibel, was bestimmte Strukturen, Benachteiligungen usw. anbelangt.

      Und ich möchte dir "Die fünfte Frau" von Henning Mankell sehr, sehr, sehr, sehr ans Herz legen. Es ist mein liebster Wallander-Krimi und ich habe ihn zwar schon vor Eeeeewigkeiten gelesen, aber ich denke, er könnte dir gefallen.

      Ganz liebe Grüsse und liebe Dank für deinen Kommentar
      Livia

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  3. Hallo Livia,
    bin durch Aleshanees Verlinkung mal zu dir gekommen. Hab die Rezension durchgelesen und hab gleich mal an den Youtube Kanal Phils Osophie erinnert. Er hat Fitzeks Bücher auch auf geniale Weise rezensiert. Hab da mal zwei Beispiel:

    https://www.youtube.com/watch?v=pC9MlMEA-9M
    https://www.youtube.com/watch?v=l_E9EAsxnbY

    Einfach mal reinschauen. Die Videos haben mich echt unterhalten.

    Ich selbst hab vom Autor nur Flug 7A gelesen.

    LG Lisa

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    1. Liebe Lisa

      Oh, danke!!! Den Kanal kenne ich noch gar nicht und werde ihn mir in Ruhe ansehen.

      Alles Liebe
      Livia

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  4. Liebe Livia,

    das ist wirklich mal eine ganz andere Sichtweise (:
    Ich hab das Buch auch letzten Monat gelesen, nein ganz so schlimm empfand ich das nicht, aber recht konstruiert sind seine Bücher schon. Immer gefühlt immer nach Schema F geschrieben.

    Liebe Grüße
    Anett

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    1. Liebe Anett

      Ich habe es wirklich versucht und wollte mich einfach nur amüsieren :-D

      Alles Liebe für dich
      Livia

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  5. Hallo Livia, :)
    jetzt musste ich direkt mal schauen, wie genau du an das Buch herangegangen bist. Und ja, es ist super, dass es mit Humor so gut geklappt hat. Ob das gewollt ist, keine Ahnung, aber Hauptsache, es funktioniert. :D
    Allerdings müsste dann der Verlag wohl auch mal seine Werbung ändern, weil nach nervenzerreißendem Psychotriller klingt deine Rezension jetzt nicht. XD

    Liebe Grüße
    Marina

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    1. Liebe Marina

      Also ich bin mir seeeeeehr sicher, dass dies nicht gewollt ist, weder vom Autor, noch vom Verlag ;-)

      Genau, das Genre müsste - wenn es nicht spannend und dann auch noch unlogisch ist - "Thriller" heissen. Dann wüsste man, woran man ist :-D

      Aber ist es dir auch schon aufgefallen, dass ganz viele Bücher aus dem Genre eben wirklich gar nicht spannend sind? Also zumindest nicht Thriller-spannend sondern eher so Spannungsroman-spannend, also unterschwellig oder so?

      Alles Liebe
      Livia

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