Mein SuB kommt zu Wort, 20.6.16

 "Mein SuB kommt zu Wort"

Guten Morgen ihr lieben Lesesüchtigen

Ich bin wieder bei der Aktion "Mein SuB kommt zu Wort" von Annas Bücherstapel dabei und freue mich schon auf die Fragen. Ausserdem bin ich durch die Aktion immer "verpflichtet" meinen SuB zu aktualisieren. Da ich dies am Ende des Monats für die Lese-Statistik noch einmal mache, ist dann schon einiges erledigt und ich muss nur noch einzelne Bücher auflisten.
Die Aktion findet jeweils am 20. des Monats statt und besteht aus drei immer gleichen und einer vierten variablen Frage und mehr Informationen findet ihr direkt bei Anna.
Und nun lasse ich meinen SuB zu Wort kommen und bin schon gespannt auf seine Antworten. Viel Spass beim Lesen.

1. Wie groß/dick bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)
Guten Morgen auch von mir, Livias SuB. Ich freue mich sehr, Annas Fragen zu beantworten und die Antworten der anderen SuBs zu lesen. Ich möchte aber zuerst einmal mehr betonen, dass ich nicht dick bin, sondern schwere Knochen habe und breit gebaut bin. Und gross :-) Momentan befinden sich in meiner Obhut genau 220 Bücher, eine ein wenig kleinere Zahl als beim letzten Mal. 

2.Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
http://www.moses-verlag.de/de/component/content/article/11-presse/633-pressemitteilung-how-to-speak-emojihttp://www.rowohlt.de/paperback/fiona-barton-die-witwe.htmlhttp://www.randomhouse.de/Paperback/So-wuerde-ich-dich-lieben/Hannah-Woods/e473463.rhd

Diese drei sehr unterschiedlichen Bücher sind gerade erst bei mir eingezogen und ein Klick aufs Bild führt euch direkt zum jeweiligen Verlag.
  1. How to speak emoji von Fred Benenson hat Livia bei Blog dein Buch gewonnen. Die Idee dahinter hat sie total fasziniert und da sie sehr gerne Emojis verwendet (was meiner Meinung nach total lächerlich ist, da sie mit Worten eigentlich besser umgehen kann), wollte sie sich gerne einen Eindruck über die verschiedensten, nicht immer ganz ernst gemeinten Redewendungen und Wortschöpfungen von Fred Benenson machen. Ich als ihr SuB muss allerdings zugeben, dass das Buch zum Schreien komisch ist und wenn Livia die "deutsche Übersetzung" verdeckt und zusammen mit ihren Freunden oder ihrem Liebsten über die möglichen Bedeutungen der Emojis rätselt, kommen einige witzige Beiträge zusammen.
  2. Die Witwe von Fiona Barton ist ebenfalls über Blogg dein Buch zu mir gewandert und da Livia eine totale Cover-Fanatikerin ist, erklärt sich fast von selber, weshalb das Buch hier gelandet ist. Ausserdem hat sie - das sagt sie selber - schon länger kein wirklich spannendes und gruseliges Buch mehr gelesen und "Die Witwe" passt perfekt zu regnerischen Sommertagen und düsteren Wolken.
  3. So würde ich dich lieben von Hannah Woods ist über das Bloggerportal von Randomhouse bei Livia gelandet und ist im Diana Verlag erschienen. Livia hat bis jetzt nur gute Erfahrungen mit dem Verlag gemacht und die Cover sind ja auch wirklich bei jedem Buch ein absoluter Traum, weshalb Livia sofort zugreifen musste.

3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Zuletzt hat Livia "Fast perfekt ist gut genug" von Kristan Higgins gelesen, aber noch nicht rezensiert. Das wird sie aber bald nachholen, ruft sie mir gerade zu. Das Buch hat ihr sehr, sehr gut gefallen und es ist vor ziemlich genau einem Monat via Blogg dein Buch bei ihr eingezogen. Weil es aber ein paar Probleme mit dem Versand gegeben hatte, hat Livia zuvor ziemlich lange auf das Buch warten müssen und gar nicht mehr damit gerechnet, es zu bekommen. Um so grösser war dann die Freude, als sie es endlich im Briefkasten gefunden hatte. Und die Rezension wird sie noch heute oder spätestens morgen tippen, das verspricht sie hoch und heilig :-)

4. Lieber SuB, hast du dein Wohlfühlgewicht erreicht oder möchtest du lieber zu- oder abnehmen? (Frage von Tine – danke!)
Ihr lieben anderen SuBs, ihr müsst jetzt ganz stark sein, weil ich ein Geständnis machen muss. Wenn ihr das nicht aushaltet, dann lest bitte nicht weiter. Und auf die Gefahr hin, dass ihr anderen SuB-Frauchen und - Herrchen nun die Hände reibt: glaubt nicht, dass es euren SuBs auch so geht, weil jeder SuB ganz anders ist.
Also: Natürlich würde ich gerne eine unendliche Anzahl Bücher bei mir beherbergen. Natürlich möchte das Livia auch. Aber natürlich müssen wir auch ehrlich sein und festhalten: so viele Bücher kann ein Mensch alleine gar nie lesen. Und: Livia ist nicht immer ganz nett zu mir und lässt mich in ihrem Wohnzimmer nur ein einziges Regal (also einen ganzen Bücherschrank) in ihrer Bücherwand bewohnen. Da sich da bereits Bücher in zwei Reihen befinden und übereinander stapeln, muss ich ehrlich zugeben, dass es hier nicht mehr wirklich viel Platz gibt und dass dies aber auch irgendwie gut so ist. Und dass es (ich schäme mich, das zu sagen) auch sehr in Ordnung und fast ein wenig erleichternd wäre, ein wenig mehr Platz zu haben. Und da Livia mich doch ab und zu ein wenig verflucht (wir sind zwar in Therapie deswegen, macht euch keine Sorgen, Livias Freund kann wirklich gut und einfühlsam vermitteln), wäre es mir nicht unrecht, ein paar Bücher weniger zu beherbergen. Nur ein paar.

So, nach diesen ehrlichen Worten meines SuBs (und also wirklich, ich bin immer nett...) nehmen wir uns noch kurz in den Arm (also ich versuche, sein Regal zu umfassen), weil wir uns lieb haben und doch irgendwie an einem Strang ziehen möchten und gehen nun bei euch stöbern und eure Antworten bestaunen. Alles Liebe euch

Livia und ihr wunderbarer SuB

SuB Sonntag #3


Guten Sonntagmittag ihr Lieben

Mit Schrecken habe ich gerade festgestellt, dass mein letzter Post zum SuB-Sonntag mehr als einen Monat in der Vergangenheit liegt!!!! Wo ist die Zeit hin? Was habe ich in diesem Monat gemacht? Ihr findet alle Informationen und die aktuelle Frage wie immer bei Bookwavemiri und ich werde nun sogleich meine Antwort zusammen basteln :-)


Welches Buch auf eurem SuB werdet ihr als nächstes Lesen?
Diese Frage kann ich nicht ganz eindeutig beantworten, da bei mir immer ein paar Bücher parallel gelesen werden. Ich werde mich wohl aber bald mit Julia Zehs Essaysammlung  "Alles auf dem Rasen" befassen, weil man einzelne Essays immer so gut nebenbei lesen kann und ich sollte endlich auch einmal zum Rezensionsexemplar "Zerrspiegel" von Katja Montejano greifen.

Und ihr? Welche Bücher von eurem SuB werdet ihr euch als nächstes gönnen?

Gemeinsam Lesen, 14.6.16


Gemeinsam Lesen ist eine Aktion, die ursprünglich von Asaviel ins Leben gerufen wurde und nun bei den Schlunzen Bücher fortgeführt wird.
  


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade "Fast perfekt ist gut genug" von Kristan Higgins und bin aktuell auf Seite 204.


Kristan Higgins - Fast perfekt ist gut genug

Beschreibung des Verlages:
Alle um sie herum scheinen das Bilderbuch-Familienglück zu haben – nur Brautmodendesignerin Jenny nicht. Also kehrt Jenny Manhattan den Rücken und in ihre Heimatstadt zurück. Vielleicht färbt das perfekte Familienleben ihrer Schwester auf sie ab, vielleicht findet Jenny eine neue Liebe? Ein Sommer voller Geheimnisse und Lügen, der Versuchungen und Offenbarungen liegt vor den Schwestern – aber auch ein Sommer des wahren Lebensglücks.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Ich schnalle die Mädchen in ihren Sitzen fest und steige ein.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Eigentlich bin ich kein typisches "Mädchen", das auf alle Pink- und Lilatöne abfährt. Aber irgendwie wollte ich dieses Buch unbedingt haben und lesen und da ich aktuell wirklich fast gar keine Zeit zum Lesen habe, begleitet mich das Buch täglich im Bus auf dem Weg zur Hochschule. Es gefällt mir nämlich sehr gut, unterhält mich bestens und mir sind die Protagonistinnen Jenny und Rachel total sympathisch. Besonders interessant finde ich, dass die Geschichte abwechslungsweise aus der Sicht dieser zwei unterschiedlichen Schwestern erzählt wird.
4. In welcher Sprache liest du am liebsten Bücher? Deutsch, Englisch oder in einer anderen? 
Was das Lesen anbelangt, bin ich ziemlich faul und lese am liebsten deutsche Bücher. Ab und zu ist auch ein Buch in englischer oder französischer Sprache dabei und da ich brav und mehr oder weniger fleissig am lernen bin, schmökere ich manchmal in meiner serbischen Ausgabe vom kleinen Prinzen, aber mit meiner Muttersprache, also mit deutschen Büchern, habe ich doch am meisten das Gefühl, in ein Buch auch wirklich eintauchen zu können. Bei Fachbüchern mache ich es oft so, dass ich die wichtigsten Kapitel in der Originalsprache lese und dann noch einmal auf Deutsch. So, dass ich das Gefühl für die ursprüngliche Aussage bekomme und trotzdem ganz genau jedes Wort verstehen kann.

Rezension: Die Liebe, das Glück und ein Todesfall

Die Liebe, das Glück und ein Todesfall - Kerry Fisher

Beschreibung des Verlages:
Maia stellt keine hohen Ansprüche ans Leben, aber etwas mehr als eine Sozialwohnung und ein Couchpotato-Mann wäre schön. Mit diversen Putzstellen versucht sie, ihre kleine Familie über Wasser zu halten – umso tiefer sitzt der Schock, als sie erfährt, dass ihre Lieblingskundin, eine nette Professorin, verstorben ist. Doch dann die Überraschung: Maia wurde im Testament bedacht, vielmehr: Maias Kinder. Aus dem Nachlass soll das Geld für eine teure Privatschule bestritten werden. Und plötzlich finden sich Maia und ihre Kinder in einer Welt wieder, in der ein Leben ohne Bio-Obst und Geigenunterricht undenkbar ist – und in der ein hinreißender Lehrer Maias Herz höher schlagen lässt ...

Meine Meinung:
Ich kann fast nicht zum Ausdruck bringen, wie gut mir dieses Buch gefallen hat und warum genau es sich so sehr von der teilweise doch sehr fantasielosen, immer gleichen, manchmal leider fast lächerlich vorhersehbaren Masse aus sogenannter "Frauenliteratur" abhebt. Ich beginne ganz vorne mit dem ersten Eindruck. Leider, leider ist das Cover so schlicht (aber trotzdem wunderschön), dass ich fast nicht auf das Buch aufmerksam geworden wäre und es sogar fast ein wenig auf meinem SuB habe vergammeln lassen. Zum Glück wurde ich rechtzeitig darauf aufmerksam und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich bin ehrlich: in zwei Wochen habe ich mein Abschlusskonzert das gleichzeitig meine letzte Prüfung dieses Masters ist und ich habe eigentlich wirklich keine Zeit zum Lesen. Ich lese momentan nur, wenn ich im Bus unterwegs bin oder manchmal im Zug, wenn ich mich von meinen anderen Arbeiten loseisen kann oder ein, zwei Seiten vor dem Einschlafen. Aber irgendwie habe ich in diesem Buch immer gelesen. Beim Zähneputzen, beim Kochen, auf dem Weg zur Bushaltestelle...
Und was ich dabei entdeckt habe, war eine fantastische, fesselnde, kreative, tragisch-komische Geschichte voller ganz grosser Gefühle und dem ganz normalen Alltagswahnsinn.
Maia ist mit ihrem schrecklichen Colin schon lange zusammen und hat zwei Kinder mit ihm. Sie schmeisst den Haushalt, hält die Familie so ganz knapp mit Putzjobs über Wasser und koordiniert das Familienleben und er hängt zu Hause herum, beleidigt und blamiert sie, wo er kann und ist dabei so hilflos und abstossend, wie man nur sein kann.
Maia erbt zwar viel Geld, wie im Klappentext beschrieben, sie erhält dieses Geld aber nicht, damit es Colin nicht verspielen oder nicht für unnötige Ausgaben aus dem Fenster werfen kann, sondern die teure Privatschule, für die das Geld gedacht ist, bekommt dieses Geld direkt überwiesen.
Maia, für die Bildung etwas vom Wichtigsten ist und die ihren Kindern das bestmögliche Leben ermöglichen will, ist davon total begeistert, hat aber auch so ihre Bedenken. Die Probleme gehen nun nämlich erst richtig los. Zickenmütter, die sich für etwas Besseres halten, teure Schulmaterialien, Colin, der sich zwar kurz zusammen reisst, dann aber immer mehr Probleme macht, ihre Kinder, die alles haben wollen, das ihre reichen Freunde auch haben... Maia verzweifelt fast. Und diese Verzweiflung, dieser tatsächliche Kampf ums Überleben, diese Ohnmacht und die Mutterliebe, die sind so gut spürbar, dass es schmerzt, dass man mitleidet, dass man ihr ein paar Scheine zustecken möchte, dass man einfach nur mitfühlt und ganz genau versteht, was in ihr vorgeht.

Schreibstil und Handlung:
Den Schreibstil kann ich nur als unglaublich fesselnd und eindringlich beschreiben. Es gibt so viele Momente, in denen man Maia, die mutige Kämpferin und Alltagsheldin, einfach in den Arm nehmen möchte, in denen es mir beim Lesen so oft eng in der Brust wurde und ich leer schlucken musste und jede ihrer noch so schwerer Entscheidungen im Alltag nachvollziehen konnte, obwohl ich selber so ein komplett anderes Leben leben darf und obwohl ich sie manchmal gerne geschüttelt hätte. Und dann gleich wieder getröstet, weil es manchmal wirklich keinen anderen Ausweg gab, als das kleinste Übel zu wählen. Es ist faszinierend, wie sich die Figur der Maia während der Geschichte verändert, wie sie Stärke und Mut und Optimismus aufbringt, wo ich schon lange aufgegeben hätte, wo sie sich so kreativ zu helfen weiss, dass man sie nur bewundern kann.
Zum Glück hat Maja ihre warmherzige, chaotische, an- und zupackende Freundin Clover an ihrer Seite. Clovers Kinder gehen ebenfalls auf die Privatschule, aber Clover und Maia verstehen sich von Anfang an sehr gut. Die Sprache von Kerry Fisher schafft es, einen ganz anderen Charakter zu erschaffen, der trotzdem von Herz zu Herz mit Maias Charakter verbunden ist. Grundsätzlich sind die Beschreibungen authentisch, bunt, einfühlsam und so total kreativ, dass man einfach aus jedem Wort, jedem Satz, die Liebe zum Erzählen erkennen kann.
Auch die Handlung ist wunderbar gestaltet und aufgebaut. Das ist nämlich eines der bisher nur ganz wenigen "Frauenbücher" bei denen ich das Ende nicht auf das letzte Detail genau vorhersehen konnte. Ganz im Gegenteil. Ich wurde gegen Ende noch einmal richtig überrascht.
Auch der grundsätzliche Aufbau unterscheidet sich von anderen Romanen. Es passiert so viel, auf den vierhundert Seiten. So viel Handlung, so viel Dialog, so viel Witz, so viel Tragik, so viel Fantasie und trotzdem wirkt das Buch nie, nie, nie überladen. Es überwiegen die schwierigen Seiten, es ist kein leichtes Buch, es gibt so viele Momente, in denen alles kurz vor dem Zusammenbruch steht und das ist so fesselnd, so berührend, so eindringlich und es stimmt wirklich nachdenklich.

Meine Empfehlung:
Lest bitte dieses wunderbar erzählte, tragische, berührende und tiefgründige Buch, das trotzdem so witzig ist und unterhaltsam und das so viel Liebe beinhaltet, dass man die Figuren einfach ins Herz schliessen muss. Ihr werdet begeistert sein.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Liebe das Glück und ein Todesfall
Originaltitel: The School Gate Survival Guide
Autorin: Kerry Fisher, die fließend Italienisch, Spanisch und Französisch spricht, ist in Peterborough aufgewachsen und lebt heute mit ihrem Ehemann, ihren zwei wundervollen Kindern und dem Familienhund Poppy in Surrey. Im Anschluss an ihr Studium an der Bath University hat sie an der City University ein Aufbaustudium zur Journalistin absolviert – um nach einigen Jahren in ihrem vermeintlichen Traumjob zu erkennen, dass sie in Wahrheit vom Bücherschreiben träumt. Mehr Informationen zur Kerry Fisher unter: www.kerryfisherauthor.com und www.facebook.com/kerryfisherauthor.
Taschenbuch: 416 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Marie-Luise Bezzenberger
Verlag: Goldmann
Erschienen: 14.03.2016  
ISBN: 978-3-442-48213-9