Rezension: Der Gesang der Amsel

Der Gesang der Amsel - Linda Olsson

Beschreibung des Verlages:

An einem Winterabend in Stockholm beobachtet der junge Künstler Elias, wie eine Frau in seinen Wohnkomplex einzieht. Doch nachdem sie ihre Tür geschlossen hat, wird sie nicht mehr gesehen. Ein fehlgeleiteter Brief bietet Elias schließlich die Gelegenheit, mit der Nachbarin Kontakt aufzunehmen. Doch in dem dunklen Apartment rührt sich nichts. Elisabeth will allein sein, und ihre einzige Gesellschaft sind die ungebetenen Geister der Vergangenheit. Elias gibt allerdings nicht so schnell auf und spannt seinen Freund, den älteren Witwer Otto, dazu ein, Elisabeth ins Leben zurückzuholen. Und während der Frühling zum Sommer reift, entspinnt sich zwischen den dreien eine zarte Freundschaft.

Inhalt:
Elisabeth hat sich direkt nach ihrem Einzug kaum mehr aus ihrer Wohnung gewagt. Doch ihr Nachbar Elias beginnt, vorsichtig mit ihr in Kontakt zu treten. Als Dank für eine kleine Geste, erhält er von Elisabeth überraschend ein Buch geschenkt. Eines, das er sich mühsam erarbeiten muss und das ihn dazu inspiriert, sich weiterhin mit Elisabeth auszutauschen. Bücher, Bilder, Texte und Tischgespräche bauen Brücken in diesem leisen Roman. Brücken zwischen Menschen, Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft, Brücken zwischen Tag und Nacht, Einsamkeit und Verbundenheit.

Meine Meinung:
Ich hatte keine Ahnung, was dieses Buch für mich bereithalten würde und habe es lediglich aufgrund des Titels und Covers aus dem Bücherschrank befreit. Bekommen habe ich eine in sanften Tönen erzählte Geschichte über das Leben und das Lieben sowie über die Faszination des Lesens und der Literatur. Zarte Gesten bringen Menschen einander näher, Fremde sind fürsorglich und verbinden sich irgendwann in einer sich langsam entwickelnden Freundschaft, die vom stetigen Ruf der Amsel vor dem Fenster begleitet wird.
Elisabeth, die sich anfangs in ihrem Apartment verkriecht, trägt einen grossen Schmerz mit sich herum, über den wir beim Lesen langsam mehr und mehr erfahren. Aber auch Elias und Otto haben schon einige Schicksalsschläge überlebt und wissen genau, wie wichtig es ist, achtsam miteinander umzugehen.
Es sind kleine, unaufgeregte Taten, welche die Figuren dieses Romans einander näher bringen. Zwischen den Zeilen lässt sich dabei noch so viel mehr Geschichte und Tiefe erahnen, als im Text ausformuliert ist und der flüssige, poetische Schreibstil lässt mit einer traumwandlerischen Sicherheit am Geschehen teilhaben und erweckt die drei so liebenswert erzählten Figuren zum Leben.

Meine Empfehlung:
Ich bin so froh, dass ich diesen leisen, poetischen Roman aus dem Bücherschrank mitgenommen und für mich entdeckt habe. Von Linda Olsson möchte ich unbedingt noch weitere Bücher lesen und empfehle euch "Der Gesang der Amsel" von ganzem Herzen.

Zusätzliche Infos:
Titel:
Der Gesang der Amsel
Originaltitel: The Blackbird Sings at Dusk
Autorin: Linda Olsson, geboren in Schweden, studierte Jura und arbeitete im Finanzgeschäft. Sie lebte in Kenia, Singapur, Japan und England und hat sich schließlich mit ihrem Mann in Neuseeland niedergelassen. Mit ihrem Debütroman »Die Dorfhexe« gelang ihr sofort der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Heute pendelt die Autorin zwischen Neuseeland und Schweden.
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Meredith Barth
Taschenbuch, Broschur: 256 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erschienen am: 08.02.2022
ISBN: 978-3-442-77151-6

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