| Rezensionsexemplar aus dem Penguinverlag (via Bloggerportal), vielen Dank |
Rauhnächte - Ellen Sandberg
Beschreibung des Verlages (Achtung, der Klappentext verrät viel vom Inhalt, lesen auf eigene Gefahr!):
„Sie darf das nie erfahren. Du hast es mir versprochen!“ Wie ein
Faustschlag trifft dieser Satz die 22-jährige Pia an Heiligabend, als
sie ein Streitgespräch ihrer Eltern belauscht. Als sie kurz darauf
herausfindet, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis
dahin gekannte Welt vollends zusammen. Schon ihr Leben lang fühlte sie
sich anders, seltsam fremd, als ob ein Tabu sie umgibt. Nun scheint all
das bestätigt. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am
Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in
den winterlichen Inn Auen und durch das mittelalterliche Städtchen
tanzen schauerliche Gestalten, die nach altem Brauch die Geister
vertreiben sollen. In den Rauhnächten, so sagt man, drängen alte, gut
gehütete Geheimnisse wieder an die Oberfläche. Und je näher Pia der
Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der
Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt
...
Inhalt:
Von einer Sekunde auf die andere ist in Pias Leben nichts mehr, wie es vorher war. Ausgerechnet am 24. Dezember erfährt sie eine unbequeme Wahrheit über ihre Familie, die alles in ganz anderem Licht dastehen lässt. In der mystischen Zeit der Raunächte macht sie sich auf die Suche nach Spuren, die tief in die Vergangenheit ihrer Familie führen und bringt sich dabei in grosse Gefahr.
Meine Meinung:
Aufmerksam auf das Buch wurde ich durch die Rezensionen von Martina und Irene vor allem die von ihnen gelobte Spannung und die mystische Stimmung hat mich neugierig gemacht. Tatsächlich empfand ich die Geschichte aber zumindest am Anfang als eher langatmig erzählt. Düster und mystisch war die Geschichte aber und das hat mir sehr gut gefallen. Gegen Ende wurde es aber immer spannender und obwohl ich ein paar Ideen hatte, wie alles zusammenhängen könnte, habe ich doch nicht ganz ins Schwarze getroffen. Leider hat mich - wie auch andere Rezensent*innen - die Hauptfigur Pia, respektive vor allem ihre anfänglich extrem kindliche und naive Art gestört. Die Figur macht zwar im Laufe des Romans eine grosse und dadurch fast unglaubwürdige Entwicklung durch, ich finde aber, dass man dem Roman auch nach dessen gründlicher Überarbeitung immer noch anmerkt, dass er von der Autorin zuerst als Jugendbuch konzipiert worden ist.
Schreibstil und Aufbau:
Die Handlung beginnt übrigens am 24. Dezember und ich habe die Kapitel immer am entsprechenden Datum respektive der entsprechenden Raunacht gelesen und so war das Buch eine Art Kalender zwischen den Jahren, was für mich sehr gut gepasst hat. So kommt die mystische Atmosphäre um so besser zum Zug und an verschneiten, kalten Winterabenden liest sich dieses Buch besonders gut.
Die Figuren bleiben leider ein wenig blass und wie erwähnt hatte ich meine liebe Mühe mit der Protagonistin, da hätte sicher einiges noch besser ausgearbeitet werden können. Leider hat nämlich der Schreibstil nicht ganz mit der wirklich tollen Grundidee mithalten können.
Eine Notiz noch am Rande, die mich eventuell als Nerd enttarnt...: es hat mich gestört und es wundert mich auch, dass sowohl im Titel als auch im Fliesstext die alte Rechtschreibung "Rauhnacht/Rauhnächte" verwendet wird. Mir ist bewusst, dass diese Schreibweise immer noch rege genutzt wird und ich hatte auch schon einige Male den Eindruck, als würden vor allem eher esoterisch angehauchte Kreise daran festhalten, aber irgendwie finde ich, dass in einem so druckfrischen Buch eigentlich die Schreibweise verwendet werden sollte, die auch im Duden zu finden ist (die alte Schreibweise findet sich nicht einmal mehr im Duden). Zuerst habe ich erwartet, dass sich die Entscheidung für diese Schreibweise aus dem Inhalt des Buches erschliesst, aber tatsächlich wurde da im Lektorat wohl einfach falsch entschieden.
Meine Empfehlung:
Wer atemlose Spannung sucht, ist mit diesem Roman sicher falsch beraten, die besondere Mystik der Raunächte und ein gefährliches Geheimnis machen dieses Buch aber zu einem lesenswerten Kalender für die Zeit zwischen den Jahren.
Zusätzliche Infos:
Titel: Rauhnächte
Autorin: Ellen Sandberg arbeitete zunächst in der Werbebranche, ehe sie sich ganz
dem Schreiben widmete – mit riesigem Erfolg: Ihre psychologischen
Spannungs- und Familienromane, die immer monatelang auf der
SPIEGEL-Bestsellerliste stehen und denen immer ein wichtiges Thema
unserer deutschen Vergangenheit zugrunde liegt, bewegen und begeistern
zahllose Leserinnen und Leser – wie zuletzt »Das Geheimnis«, »Das
Unrecht« und »Keine Reue«. 2022 wurde ihr der Verfassungsorden des
Freistaats Bayern verliehen. Unter ihrem bürgerlichen Namen Inge Löhnig
veröffentlicht sie erfolgreiche Kriminalromane.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag: 352 Seiten
Verlag: Penguin
Erschienen am: 12.11.2025
ISBN: 978-3-328-60437-2

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