Livia goes Instagram


Guten Vormittag, liebe Mitsüchtigen

Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir ein Profil auf Instagram anzulegen und nun ist dieser Schritt geschafft. Obwohl noch nicht ganz alles klappt, hat sich mir eine neue Welt geöffnet und ihr findet rechts in der Sidebar den Direktlink. Da ich mir zum Thema sehr viele Gedanken gemacht habe, möchte ich euch daran teilhaben lassen. Gerade, wer sich ebenfalls noch unsicher ist, oder sein Profil ein wenig klarer strukturieren will, wird dabei einige Anregungen finden.

Die Faktoren Zeit und Sucht

Ja, ich meine es genau so, wie ich es schreibe. Ich kenne mich und ich habe mich zum Glück nie dazu überreden lassen, mit ein fb-Profil anzulegen. Ohne Grenzen würde ich alles stalken, was sich bewegt, wäre permanent online und würde meine so oder so schon nicht vorhandene knappe Freizeit sinnlos mit falschen online-Freunden vertun.
Struktur ist also ein Stichwort, kontrollierter Umgang ein anderes. Mein Handy ist oft gar nicht online, ich nutze es nur für Anrufe, SMS, oder lasse es gleich ganz im Flugmodus und benötige es im Alltag als Stimmgerät und Metronom. Nur in Pausen beende ich den Flugmodus, checke und bearbeite Mails, bin auf Whatsapp aktiv und recherchiere im Intenet. Durch passende Einstellungen bei jeder App vermeide ich es, unnötig durch Pop-up-Fenstern abgelenkt zu werden und dies werde ich so beibehalten. Oft ist bei mir vormittags, wenn das Büro erledigt und bevor es an die Hochschule geht, oder abends, wenn ich wieder nach Hause komme, meine online-Zeit, die ich geniesse. Dann blogge ich, dann beantworte ich Kommentare und gehe auf Gegenbesuche und genau dies werde ich weiterhin so handhaben und auch für Instagram so ummünzen.

Wofür benötige ich dieses Profil?

Zuerst einmal: weil es Spass macht und weil ich dann endlich auch kommentieren und noch übersichtlicher beobachten kann, was auf meinen Lieblingskanälen bis jetzt nur zum blossen Anschauen verfügbar war. Dies ist auf jeden Fall ein wichtiger Faktor. Mir sind die Menschen wichtig, ich will nicht bloss zuschauen, will aktiv werden, mich austauschen, nachfragen, loben.  
Ich will also Social Media wirklich zum Vernetzen und Austauschen nutzen, also sozial. Es geht nicht in erster Linie um Werbung in eigener Sache, sondern weil ich enger in Kontakt treten will mit Menschen, welche ich vom Zuschauen und Lesen her kenne.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist für mich, dass mein Blog mir Grenzen aufzeigt, die ich blogtechnisch nicht umschiffen kann und will. Gerne stöbere ich in Currently Reading-Beiträgen und habe mir auch schon oft überlegt, mein Leseverhalten, aktuelle Neuzugänge oder brennende Fragen zu bestimmten Lektüren zeitnah auf meinem Blog zu posten. Mein Tag hat aber nicht mehr Stunden, als er hat und ich möchte auch nicht täglich mehrere Beiträge verfassen und deshalb werden alle Neuzugänge am Ende des Monats in einem Post gesammelt vorgestellt, Fragen und wichtige Infos oder Überlegungen teile ich euch in meinen Rezensionen mit und das aktuelle Leseverhalten bleibt aussen vor.
Genau dafür werde ich aber in Zukunft Instagram nutzen. Ein Foto von einem Buch ist schnell gemacht, ein Neuzugang kann so auch schon mit zwei, drei Sätzen vorgestellt werden und somit kann ich eine Lücke füllen, die ich schon lange füllen wollte, die aber mein bisheriges Blogformat gesprengt hätte.

Alltag

Bilder und Portraits von mir sind nach wie vor nicht sehr oft auf meinem Blog und auch zukünftig meinem Instagramaccount anzutreffen. Mir ist aber bewusst, dass mit wenigen Klicks mein Familienname und Wohnort ermittelt werden kann. Wer es also darauf anlegt, mich wirklich zu stalken, ist bereits jetzt (und war sogar eigentlich auch schon vor meiner Bloggerzeit) in der Lage dazu. Ich bin Musikerin, man findet mich.
Aber ich bin auch Lehrerin und somit frage ich mich vor jedem Bild, das online geht, jedem Beitrag, den ich tippe, bei jedem Aktualisieren meiner Profilbilder bei Whatsapp und anderen Medien, sowie bei Kommentaren, die ich irgendwo hinterlasse und vor allem auch bei Bilder von mir und Berichten über mich, die ich nicht selber verfasst habe, sondern von irgendwem veröffentlich wurden: darf mein Chef, dürfen meine Schülerinnen, dürfen ihre Eltern und auch meine Familie dies sehen? Kann ich zu allem stehen, was ich sage, schreibe und zeige? Können ein zukünftiger Arbeitgeber oder Musikerkollegen, die mit mir zusammenarbeiten (wollen) negativ beeinflusst werden, oder unterstützt mein Blog, mein Internetauftritt, wer und was ich bin, ohne meine Arbeit zu gefährden? Wird meine zukünftige Künstlerhomepage, die ich mit dem Liebsten zusammen erstellen will, neben und mit diesen Kanälen existieren können, ohne mich blosszustellen oder unglaubwürdig zu machen?
Nur so lange ich diese Fragen mit einem klaren "ja" beantworten kann, werde ich mein Hobby so pflegen, wie ich es jetzt tue. Und auch wenn ich mithilfe von meinem neuen Profil bei Instagram vielleicht ein wenig mehr Alltag zeigen werde, als ich dies auf meinem Blog mache, so werde ich doch meiner Linie treu bleiben und ins Zentrum rücken, was für mich und diese Medien ins Zentrum gehört: meine Leidenschaft zum Lesen und zu Büchern.

Welche Gedanken habt ihr euch gemacht, bevor ihr auf Social Media aktiv wurdet? Habt ihr bereits negative Erfahrungen damit gemacht oder wurdet ihr davon verschont? Habt ihr gewisse Prinzipien, die für euch unverrückbar sind?

Und nun Kommentare frei für eure Ideen, Ergänzungen und Rückmeldungen. Ich freue mich darauf und wünsche euch einen schönen, sonnigen Tag
Livia

Kommentare:

  1. Hey :)

    Wow! Da hast du dir wirklich eine ganze Menge Gedanken darüber gemacht, ehe du dir das Profil zugelegt hast ... Ich weiß nicht, wie andere das handhaben, aber ich vermute, nicht jeder ist da so organisiert - und vor allem so diszipliniert - wie du. Ich fürchte, nicht mal ich bekomme das so hin :D. Und das obwohl ich mich in sozialen Netzwerken schon recht lange bewege.

    Einen Unterschied hat der Start des Buchblogs allerdings gemacht: Ich habe zum ersten Mal überlegt, wo ich tatsächlich vertreten sein will und wo nicht. Und mittlerweile habe ich einen Schwerpunkt für mich gesetzt, wo ich mich mehr und wo ich mich weniger herumtreibe :).

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Liebe Ascari

      Das war mir ganz wichtig und ich wollte mir da unbedingt vorher auch über gewisse Vor- und Nachteile klar werden.

      Das ist auch gut bei dir, es ist schön, wenn man für sich selber klarer sieht. Oder?

      Alles Liebe
      Livia

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    2. Stimmt :).

      Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
      Ascari

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  2. Liebe Livia,

    da muss ich Ascari zustimmen: du hast dir wirklich ganz schön viele Gedanken zu dem Thema gemacht und finde, dass deine Gründe dafür alle sehr schlüssig klingen. Da sprichst du sogar eine Sache an, an die ich so gar nicht gedacht habe: zeitnah etwas zu posten, das man gerne mit seinen lieben Mitsüchtigen teilen möchte. Ein Blogbeitrag dauert ja doch etwas länger zu erstellen. Ein schneller Instagram-Post mit Foto hingegen nicht. Das spricht eindeutig dafür, denn dieses Verlangen habe ich auch manchmal, leider hält mich meine begrenzte Zeit oft von der Erstellung eines Posts ab. Meine Bedenken dazu wären nur: ich bin nicht so die tolle Fotografin und ich mache auch nicht so häufig Fotos, nur wenn ich aktiv eines plane/geplant habe, ansonsten denke ich weniger daran. Ich denke, ich hätte mit einem Instagram-Profil mehr den Druck "auch mal öfter" eine Kleinigkeit zu posten, obwohl ich das gar nicht immer unbedingt möchte. Kontrollierter Umgang mit Social Media ist bei mir kein Thema - da habe ich mich voll im Griff. Facebook habe ich, ich bin aber keine 15 Mintuen am Tag online. Auch What's App habe ich - wie du ja weißt ;) - aber auch da bin ich nur wenig online, nur wenn ich sehe, es hat mir jemand geschrieben, schreib ich schnell zurück und dann kommt das Handy auch schon wieder an seinen Platz. Ich bin einfach in der Typ dafür, ständig sein Handy im Griff zu haben. Es gibt Tage, da ist das Social Networken mehr, aber dann merke ich auch: es kommen andere Sachen zu kurz, die mich eigenlich glücklicher machen. :)

    Alles Liebe ♥,
    Janine

    P.S.: Ich danke dir für deine schöne Karte mit dem lieben Text! Sie ist vor ein paar Tagen angekommen und hängt jetzt erst mal für geraume Zeit auf meiner Pinnwand über meinem Schreibtisch. :)

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    1. Liebe Janine

      Schön, dass meine Ideen und Anregungend dich ebenfalls zum Nachdenken gebracht haben. Manchmal denke ich mir, dass es viel zu viele Menschen gibt, welche sich leichtsinnig bei Social Media anmelden und dann zu persönlich, zu unklar oder einfach nicht authentisch posten. Ich finde das immer sehr schade, da sich doch mit ein wenig Aufwand viel freudbringendes erreichen lässt.

      Das ist ein sehr guter Punkt, den du da aufgreifst. Wenn man nicht so oft fotografiert oder das Handy nicht andauernd griffbereit hat, ist Instagram tatsächlich zeitraubend und ich kann mir auch gut vorstellen, dass man vielleicht unter Druck gerät.
      Dies wird mir aber eher nicht passieren, da ich tatsächlich sehr oft Fotos mache und diese dann in einer freien Minute gerne mit Freunden teile. Von dem her ist bei mir Bildmaterial immer reichlich vorhanden :-)

      Ich las früher vor allem an den Abenden, hatte keinen Fernseher, nur langsam funktionierendes Internet und der Liebste lebte nicht bei mir. Ausserdem hatte ich zu Beginn des Studiums noch nicht so viele Konzerte und Proben, die ja fast ausschliesslich am Abend stattfinden.

      Mit dem Liebsten sind auch ein grosser Fernseher und Netflix mit mir zusammengezogen, ich probe und konzertiere sehr oft abends und bin selten vor 22.00 Uhr Zuhause. Dann bin ich aber meistens so erschöpft, dass ich vielleicht noch meine Tasche für den nächsten Tag packen oder ein Sandwich vorbereiten kann. Es ist also gar nicht Social Media, das mir die Lesezeit klaut, sondern mein ganzer Alltag, aber das kennst du ja auch. Deshalb mache ich mir da auch keine zu grossen Sorgen :-)

      Alles Liebe dir und sehr, sehr gerne geschehen
      Livia

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