Ein letzter Tanz

Dieses Buch stammt aus dem Piperverlag und ich habe es bei Lovelybooks gewonnen, um damit an einer Leserunde teilzunehmen.

Ein letzter Tanz - Judith Lennox

Beschreibung des Verlages:
Rosindell, malerisch in einem abgeschiedenen Winkel von Devon gelegen und umgeben von betörend duftenden Rosen, denen das Anwesen seinen Namen verdankt... Zu ihrem 75. Geburtstag hat Esme sich etwas Besonderes einfallen lassen: Noch einmal versammelt sie ihre gesamte Familie in dem einstigen Herrenhaus.
Alles hier erinnert sie an glamouröse Zeiten mit rauschenden Sommerfesten, an den Beginn der einen grossen Liebe ihres Lebens – aber auch an jene unheilvolle Affäre, die hier einst begann und in eine Tragödie mündete, die noch zwei Generationen später nachklingt. Erst jetzt hat Esme den Mut, das Geheimnis ihrer Familie aufzuklären und dem Fluch ein Ende zu setzen.
Meisterhaft verbindet Judith Lennox, die Königin des großen englischen Gesellschaftsromans, das Zeitkolorit des zwanzigsten Jahrhunderts mit einer mitreissenden Saga.

Meine Meinung:
Mit diesem Buch war ich fast den ganzen November hindurch beschäftigt. Das lag zum einen daran, dass ich wieder einmal nicht wirklich viel Zeit zum Lesen hatte und dass ich zum anderen immer wieder mit Längen und mir unlogisch erscheinenden Wendungen zu kämpfen hatte. Die Geschichte dieser Familie erinnerte mich ein wenig an Anna Karenina oder auch an die Buddenbrooks und weckte in mir immer wieder den Verdacht, nicht nur auf der Fantasie der Autorin sondern leider auch auf vielen historischen Vorlagen und Klassikern zu beruhen. Von Anfang an ist klar, dass viele dunkle Ereignisse vorkommen werden und dass ein tragisches Ereignis auf das andere folgen wird. Diese Abwärtsspirale war es aber gar nicht, die mir die Lektüre so schwer gemacht hat. Vielmehr empfand ich einige fiese Tricks, rätselhafte Fügungen und sonderbare Aufklärungen als zu konstruiert.
Das Buch kann aber mit märchenhaften Beschreibungen dieser Zeit einiges wett machen und es hat meine Fantasie beflügelt und mich in den Anfang und die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts zurück versetzt.
Wir haben Esme und Devlin und wir haben ganz viele Lügen, unerwiderte Liebe, Betrug und verletzter Stolz. Und manchmal dachte ich mir: "Himmel, wenn ihr nur offen miteinander geredet hättet" und ich weiss, dass in dieser Zeit einiges anders verlief als heute. Aber die viel zu vielen viel zu späten Einsichten haben mir manchmal den letzten Nerv geraubt. Entweder liebt man jemanden, oder nicht und entweder steht man zu seinen Gefühlen, oder eben nicht. Aber dieses ganze Gerede um den heissen Brei herum hat mich irritiert, manchmal auch genervt und irgendwie am Ende auch ein wenig enttäuscht, weil doch alles gar nicht so schlimm hätte kommen müssen.

Schreibstil und Handlung:
Der Schreibstil selber hat mir sehr zugesagt. Es gab einige Längen, doch die hingen eher mit der konstruierten Handlung zusammen.
Die Personen, ihre Kleidung und ihr Verhalten und vor allem die Landschaft und Rosindell werden sehr gelungen und wunderschön märchenhaft beschrieben.
Die Sprache ist dann auch sehr flüssig und wenn man einmal einen Einstieg gefunden hat, was jeweils so nach zwei bis drei Seiten der Fall war, dann ging es sehr schnell voran mit dem Lesen. Ich finde auch, dass sich die Autorin wirklich viel Mühe gemacht hat, um den Schreibstil dieser Zeit und vor allem auch die Art und Weise, wie man miteinander sprach, zu treffen. Dies ist ihr meiner Meinung nach vor allem am Anfang des Buches sehr gut gelungen.
So muss ich nun aber auch anmerken, dass die Handlung des Buches mich einige Male zum Kopfschütteln gebracht hat. Vor allem gegen Ende überstürzen sich die Ereignisse auf fast absurde Art und Weise, während sich in der Mitte die Zeit dehnt und dehnt. Da hätte man meiner Meinung nach eine sinnvollere Einteilungen von Zeit und Handlung finden können. Dieses Überstürzen am Ende führt dann leider auch dazu, dass die Geschichte auf mich immer unglaubwürdiger wirkte.
Was eigentlich einmal aus so viel Liebe und tiefer Verletzung geschehen und entstanden war, scheint gegen Ende nicht mehr so wichtig zu sein, obwohl am Schluss noch auf die Unzerstörbarkeit der Liebe hingewiesen wird. Dies wirkte dann aber leider einfach nicht mehr so stark.

Fazit:
Obwohl mich das Buch berührt und auch zeitweise sehr gut unterhalten hat und obwohl ich die traumhaften Beschreibungen von Rosindell geliebt habe und Devlins Liebe zum Haus verstehen kann, haben mich gewisse Wendungen nicht wirklich überzeugt und das Buch liess mich mit einem schalen Nachgeschmack zurück.

Zusätzliche Infos:
Autorin: Judith Lennox
Gebunden mit Schutzumschlag: 592 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Mechtild Sandberg
Verlag: Piper
ISBN 978-3-86612-295-6

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