Rezension: So friedlich, das Meer

So friedlich, das Meer - Brigitte Beil

Beschreibung des Verlages:
»Immer schön locker bleiben«, empfiehlt Ilaria Costa ihrer Tochter, als sie erfährt, dass Camilla eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat. In Italien eine alltägliche Sache. Obwohl Camilla eigentlich nicht in die Rolle der Gespielin auf Zeit passt, lässt sie sich, kaum dass sie ihren Job bei einer renommierten Vicentiner Werbeagentur angetreten hat, auf eine prickelnde Liaison mit ihrem Chef ein. Ein Rausch, der jäh endet, als dieser sie schnöde abhalftert. Camilla kennt die Spielregeln, verwindet die massive Kränkung – vermeintlich. Jahre später, sie ist längst glücklich verheiratet, holt die Geschichte sie wieder ein. Und urplötzlich springt sie der Verdacht an, Gianni, ihr geliebter Mann, könnte das übliche Spiel ebenfalls betreiben ...

Meine Meinung:
Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, hatte dann aber, als es bei mir auf dem Lesestapel lag, plötzlich und aus mir unerklärlichen Gründen gar keine Lust mehr darauf und bin ihm immer wieder ausgewichen. Vor einigen Tagen habe ich mich nun ein wenig überwinden müssen und habe zum Buch gegriffen und es in wenigen Tagen ausgelesen.
Der Kaufgrund war das traumhaft schöne Cover, das in Realität noch viel schöner aussieht. Vom Inhalt war ich aber ebenfalls überzeugt. Nur die ersten hundert Seiten haben sich bei mir ein wenig in die Länge gezogen, weil ich mit dem Inhalt des Anfangs leider nicht so viel anfangen konnte und auch die Reaktionen und Verhaltensweisen der Protagonistin nicht immer nachvollziehen konnte. Dann aber haben sich die Ereignisse immer wieder überschlagen, ein rasantes Tempo wurde aufgenommen und das Buch hat mich total in seinen Bann gezogen.

Schreibstil und Handlung:
Der Schreibstil hat mir von der ersten Seite an sehr gut gefallen. Schöne Landschaften und Orte, tolle Essensberichte und Schilderungen von leckeren Festspeisen, sowie sehr fassbar und authentisch gestaltete Figuren haben das Buch für mich zu einem richtigen Lesegenuss gemacht.
Die Handlung aber hat mich am Anfang ein wenig irritiert. Ich verstand zwar noch die eifersüchtige und unterstellende Reaktion der Protagonistin, konnte aber nicht nachvollziehen, wie sie damit ihren liebenden und liebevollen Ehemann so sehr vergraulen konnte und dass sie vor allem so lange keinen Fehler bei sich gesehen hat. Ich hätte sie gerne ein wenig geschüttelt oder wenigstens auf einige Dinge aufmerksam gemacht. Dann aber, nach den ersten hundert Seiten, hat sich das Tempo der Erzählung stark gesteigert, die Ereignisse haben sich überschlagen und trotzdem sind ganz viele tolle und liebevoll gestaltete Details, wie Camillas Gespräche mit ihrer "Steinfreundin" und weitere wunderschöne Ortsbeschreibungen und neue Personen im Leben der Protagonisten eingebaut worden. Dies hat mir sehr gut gefallen und das Buch hat mich nach dem Lesen der letzten Seite total begeistert zurück gelassen.

Meine Empfehlung:
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter und wer anfangs auch nicht ganz überzeugt ist vom Buch, kann beruhigt sein. Es wird immer besser und die Lektüre lohnt sich wirklich.

Zusätzliche Infos:
Autorin: Brigitte Beil, aufgewachsen in Münster, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Publizistik und arbeitet als freie Journalistin und Buchautorin. Schwerpunkte ihrer zahlreichen Sachbücher sind soziale und psychologische Themen. Brigitte Beil hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann in München. Zuletzt erschienen bei btb ihre Romane »Eiswinter« und »Ein Brief aus England.
Titel: So friedlich, das Meer
Taschenbuch: 352 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: btb Verlag
Erschienen: 14.04.2015
ISBN: 978-3-442-74727-6

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