Rezension: Der Duft von zu Hause

Der Duft von zu Hause - Elisabett Severina

Beschreibung des Verlages:
Elisabetta hält das Rezeptbuch ihrer Familie in Händen. Als ihre Mutter mit nur 43 Jahren starb, war sie selbst noch ein kleines Mädchen. Beim Blättern spürt sie den Düften ihrer Kindheit nach und erinnert sich an die Geschichte ihrer Familie. Und versteht schließlich, was ihre Mutter ihr mit auf den Weg geben wollte: ein glücklicher Mensch zu sein, ein eigenes Leben zu führen, also neue Rezepte zu erfinden und dem Buch der Familie hinzuzufügen.

Meine Meinung:
Ich hatte dieses Buch schon ziemlich lange auf meinem SuB liegen und wurde plötzlich vom Cover wie magisch angezogen. Ich schnappte mir also den Roman aus dem Regal und las in mir in einem Abend durch. Ich weiss nicht, was ich von diesem Buch erwartet hätte, wenn ich den Klappentext gelesen hätte. Aber ich wurde auf jeden Fall überrascht. Sieben Rezepte leiten sieben Kapitel und sieben Stationen in Elisabettas Lebens- und Familiengeschichte ein. Jedes Rezept ist eines, das stark mit Elisabettas Erinnerung an ihre Mutter verbunden ist. Die Mutter, die in allem und überall gefehlt hat. Diese Mutter, welche die noch junge Elisabetta viel zu früh verloren und von da an immer vermisst und gesucht hat. Ich habe bis jetzt eines der Rezepte, den Nudelauflauf, nachgekocht und muss ganz ehrlich sagen, dass ich total begeistert war. So einfach und doch so magisch...das kann wohl nur die italienische Küche. Der Liebste war auf jeden Fall genau so begeistert wie ich und das will etwas heissen. Wer weiss, vielleicht kann ich das Rezept sogar bald einmal nachkochen und für euch festhalten :-)

Schreibstil und Handlung:
Vom Schreibstil her hat mich die tragische und düstere Familiengeschichte von Anfang an total gefesselt. Die verbitterte, vom Leben enttäuschte Elisabetta hat mich mit ihrer Geschichte tief berührt und sie hat mir beim Lesen leid getan, weil sie sich so sehr von der Welt und ihrer Familie verlassen gefühlt hatte. Trotzdem hat mir beim Lesen so einiges an Erkenntnissen und Handlung gefehlt. Ja, klar, Elisabetta hat einen tragischen Schicksalsschlag verkraften müssen und ich weiss, dass dies eine unvorstellbar schwere Last für ein Kind sein muss. Und ja, klar will ihr ihre Mutter sagen, dass sie weiter leben und sich entwickeln muss. Und?
Irgendwie hat mir da eine tiefere Botschaft gefehlt, irgendwie blieb mir alles zu flach, blieb zu fest in alten, immer noch festgefahrenen Mustern stehen. Dies hat auch stark mit der Handlung zu tun. Eindringlich wird eine tragische Familiengeschichte erzählt. Aber trotzdem blieb da bei mir das Gefühl, die Geschichte, die Protagonistin, die Autorin, ihre Erinnerungen, nicht wirklich fassen zu können. Ein wenig ausssen vor zu bleiben als Leserein.

Meine Empfehlung:
Wer sich auf ein sehr poetisches, berührendes, aber trotzdem nicht ganz fassbares Buch mit tollen Rezepten einlassen möchte, der ist mit diesem kurzen Roman sehr gut beraten. Ein wunderschönes Cover, tragische Erinnerungen und ein erzählerischer Sog machen die Geschichte - wenn sie mir am Ende auch nicht so viel gesagt hat, wie ich mir erhofft hatte - zu einem lesenswerten Buch.
Elisabetta Severina
© Luisa Morniroli

Zusätzliche Infos:
Titel: Der Duft von zu Hause
Originaltitel: Quarantatré
Autorin: Elisabetta Severina ist Mitte 40 und stammt aus Turin. Heute lebt sie in Mailand und unterrichtet Italienisch und Geschichte. Der Duft von zu Hause ist ihr erster Roman.  
Taschenbuch: 208 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Originalsprache
Übersetzt von: Esther Hansen
Verlag: List
Erschienen: 11.03.2009
ISBN:13 9783548608853

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