Überlebenstraining für unfreiwilige Zeitreisende

Überlebenstraining für unfreiwillige Zeitreisende - Mil Millington

Klappentext:
Jeder kennt wahrscheinlich das Gefühl nach einer durchzechten Nacht verschlafen zu haben aber wie mag sich wohl der Kater anfühlen, wenn man 20 Jahre verschlafen hat?! So ergeht es Chris Mortimer, als er an einem Morgen des Jahres 2006 aufwacht und sich mit einer Reihe ernster Fragen konfrontiert sieht: Wer ist die Frau da neben ihm? Was hat dieses Spiegelbild eines Mittvierzigers mit ihm zu tun? Und was, um Himmels willen, ist seit 1986 mit seinem Leben geschehen?

Meine Meinung:
Ich war von diesem Buch nicht gerade enttäuscht, aber es ging leider - zumindest am Anfang - ein wenig in diese Richtung. Eine an sich absolut tolle Idee und fantastische und amüsante Wortspiele und Witze vermischen sich mit skurrilen Personen und einer genau so irrwitzigen Handlung. Klingt doch eigentlich gut. Nur leider hat mich das Buch auf den ersten hundert Seiten ziemlich gelangweilt, was vor allem am Schreibstil lag.
Auch war mir Chris Mortimer während der Lektüre nicht auf Anhieb sympathisch. Nach und nach hatte ich mich aber besser in den Stil eingelesen und war dann am Ende viel zufriedener als erwartet. Warum genau kann ich euch aber nicht verraten, weil es unter anderem auch mit dem direkten Ende der Geschichte zu tun hat.

Schreibstil und Handlung:
Hier beweist sich einmal mehr, dass selbst die intelligenteste und aussergewöhnlichste Handlung der Welt alleine kein überragendes Buch ergibt. An der Handlung selber gibt es wirklich nichts zurütteln, auf so eine Idee muss man erst einmal kommen und was sich aus dem ziemlich bösen Erwachen von Chris noch alles ergibt, lässt sich sehen. Natürlich ist der Schreibstil Geschmacksache, aber bei diesem Buch hätte ich mir ein wenig mehr Tempo, ein wenig mehr Emotion und ein wenig mehr Situationskomik in der Situationskomik gewünscht. Ich wage zu behaupten, dass wir es hier mit einem "männlicheren" Schreibstil zu tun haben. Mil Millington (war für ein toller Name) schreibt eher trocken, distanziert und lässt auch einmal ziemlich viel Zeit zwischen einzelnen Handlungssträngen verstreichen. Wahrscheinlich habe ich mir einfach mehr Details, mehr Drama und einen viel persönlicheren Stil gewünscht und war deshalb am Anfang ziemlich gelangweilt von diesem Buch. Durchhalten lohnt sich aber weil Chris doch irgendwann noch ein wenig sympathischer wird und doch noch absolut lustige Abenteuer erlebt. Ich wäre aber froh um eine Rückmeldung von euch. Kennt jemand dieses Buch und ist es euch bei der Lektüre ähnlich ergangen wie mir?

Meine Empfehlung:
Weil es in erster Linie unterhaltsam ist und man nicht immer so genau mit dem Kopf dabei sein muss eignet sich dieses Buch ideal für lange Zugfahrten und andere Reisen. Wem es am Anfang so geht wie mir und wer sich darum ein wenig gelangweilt fühlt von diesem Buch der sollte einfach durchhalten und weiter lesen. Es lohnt sich wirklich.

Zusätzliche Infos:
Autor: Mil Millington
Taschenbuch: 380 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Jörn Ingwersen
ISBN 978-3-442-47213-0

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