Hexenliebe

Hexenliebe - Marita Spang

Dieses Buch habe ich bei Lovelybooks gewonnen und durfte damit an einer spannenden Leserunde teilnehmen.

Klappentext:
1613. Überall in Deutschland lodern die Scheiterhaufen.
Der Hexenwahn greift um sich und hält auch Einzug in der
Eifelherrschaft Neuerburg, nahe Trier. Die junge Claudia
von Leuchtenberg kämpft vergeblich dagegen, dass ihr
Oheim als Landesvater die Verfolgungen unterstützt.
Hilflos muss sie mit ansehen, wie Unschuldige sterben und
sich gewissenlose Richter und Henker schamlos am Gut
der Verurteilten bereichern.
Erst als Claudias Jugendfreundin Barbara verhaftet und der
Hexerei angeklagt wird, ersinnt sie einen waghalsigen Plan,
um das System mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.

Meine Meinung:
Marita Spang erzählt mit diesem Roman eine grausame Geschichte. Eine Geschichte, welche die tiefsten Abgründe der Menschheit zu ergründen versucht, eine Geschichte, die die ganze Absurdität der Hexenverfolgung aufzeigt und eine Geschichte, die trotzdem noch Liebe und Freundschaft, Glück und Vertrauen thematisiert.

Personen:
Claudia von Leuchterberg ist eine fantastische Person. Sie ist mutig, sehr fortschrittlich denkend, hat eine eigene Meinung und entscheidet mit Kopf und Herz. Schon von Anfang an ist sie skeptisch gegenüber der Hexenverfolgung und dem schlechten Frauenbild, das von Kirche und Gesellschaft gezeichnet wird.
Barbara ist ein wenig naiv, aber sie trägt das Herz am rechten Fleck. Ihre Freundschaft zu Claudia besteht schon seit Kindheitstagen und die beiden Frauen halten zusammen durch dick und dünn.
Magdalena ist die beste und somit am schnellsten verunglimpfte Kräuterfrau in der Stadt. Als eine schlimme Seuche die Stadt heimsucht, ist Magdalena die Erste, die sich an die Betten der Kranken wagt, dieser Mut wird ihr aber schon bald zum Verhängnis.
Sebastian schaut der Hochzeit mit Barbara mit gemischten Gefühlen entgegen, was vor allem daran liegt, dass er sie für zu naiv hält, um mit ihm wirklich intensive Gespräche zu führen und dass es ihm an Liebe mangelt. Auch geht Sebastian die Hexenjagd sehr nahe und er versucht alles in seiner Macht Stehende, um eine Lösung für alle Beteiligten zu finden.

Handlung und Schreibstil:
Der Leser erfährt viel über das Leben im Mittelalter und über die Stadt Neuerburg. Der Alltag, die gesellschaftlichen Normen, familiäre Beziehungen, dies alles erklärt sich in anschaulichen Szenen und Geschichten und alle diese schönen Bilder werden mit einem Schreibstil gezeichnet, der eine prickelnde Spannung vermittelt und voller Liebe zum Detail erzählt.
Nach und nach gerät die Stadt in einen furchtbaren Strudel aus Lügen und übler Nachrede, aus Hass und Misstrauen und immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner von Neuerburg müssen um ihre Sicherheit und ihr Leben fürchten. Marita Spang schafft mit ihrer klaren und genauen Sprache Bilder, Abgründe und eine stimmige, spannende und berührende Geschichte.

Fazit:
Wer also gerne einen toll recherchierten,  authentischen und kritischen historischen Roman lesen möchte, ist mit "Hexenliebe" gut beraten. Ihr braucht ein wenig starke Nerven und solltet euch nicht von detailliert beschriebenen Szenen fürchten. Belohnt werdet ihr mit einem fantastischen und ausgearbeiteten Schreibstil und einer Geschichte, die an Spannung kaum zu übertreffen ist.

Zusätzliche Infos:
Autorin: Marita Spang
Taschenbuch: 650 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Knaur
ISBN  978-3-426-51431-3

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