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22 März 2020

Rezension: Cold Case - Das verschwundene Mädchen

 
Dieses Buch ist eine Buchprämie aus der Lesejury, vielen Dank.

Cold Case: Das verschwundene Mädchen - Tina Frennstedt

Beschreibung des Verlages:
Spannung pur von Schwedens neuer Top-Thrillerautorin
Er lauert Frauen in den frühen Morgenstunden auf. Er überfällt sie in ihren Wohnungen. Er tötet sie – und verschwindet. Als an einem Tatort Spuren auftauchen, die auf einen alten Vermisstenfall hinweisen, übernimmt Tess Hjalmarsson, Expertin für COLD CASES, die Ermittlungen. Hängt das spurlose Verschwinden der damals 19-jährigen Annika, deren Fall nie gelöst wurde, tatsächlich mit den aktuellen Serienmorden zusammen? Tess ermittelt unter Hochdruck. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt. Denn eines ist sicher: Der Serienmörder wird wieder zuschlagen …
 
Inhalt:
Tess ist Expertin für "Cold Cases", befasst sich also mit diesen Fällen, die schon seit langer Zeit auf eine Auflösung warten. Als ein neuer Fall plötzlich Verbindungen zu einem alten Fall, dem Verschwinden einer jungen Frau, zu haben scheint, ist nicht nur Tess, sondern das ganze Präsidium gefragt, schliesslich scheint der Vergewaltiger und Mörder in immer kürzeren Abständen zuzuschlagen.
 
Meine Meinung:
Zuerst einmal: eine 19-jährige, weibliche Person ist sicher kein Mädchen, sondern eine junge Frau, die zudem bereits volljährig ist. Wir sind nicht bei Madame Klum und nicht im 18. Jahrhundert (was in Bezug auf die Emanzipation ja eigentlich identisch ist), weshalb es mich zuerst einmal einfach nur irritiert hat, dass immer von einem "Mädchen" gesprochen wurde.
Abgesehen davon bin ich sehr leicht und mit ein wenig Gänsehaut in den Thriller gestartet. Die ersten paar Seiten hatten es wirklich in sich. Die Spannung war greifbar, die Sprache packend und ich wollte unbedingt sofort weiterlesen und wissen, wie alles zusammenhängt. Dann wurde es immer träger, langweiliger und verwirrender. Figuren und Handlungsstränge wurden wild durcheinandergewirbelt, das Schwergewicht wurde nicht auf den "Cold Case", sondern auf den aktuellen Fall gelegt, die Sprache wirkte zusammengeschustert und vor allem war das nicht einmal mehr ein Krimi, geschweige denn ein Thriller. Spannung kam nämlich bis zum enttäuschenden, mehr Fragen aufwerfenden als beantwortenden Schluss, nicht mehr auf.
 
Sprache:
Auf mich wirkte dieses Buch, als wären die ersten paar wirklich packenden Seiten mit dem stringent erzählten Beginn von einer anderen Person geschrieben worden als der Rest des Buches. Ich kann mir nicht erklären, wie 400 Seiten lang nur unwichtige Nebenschauplätze, oberflächliche Figuren ohne Wiedererkennungswert und eine komplett falsch gewichtete Behandlung der beiden Fälle auf so starke erste Seiten folgen können. Abgesehen von der Ermittlerin Tess Hjalmarsson bleiben alle Figuren im Schatten und wirken äusserst unrund eingeflochten. Unwichtige, verwirrende und vor allem uninteressant und dilettantisch zusammengeflickte Nebensätze sorgen dafür, dass die Erzählung immer wieder abschweift und die Auflösung am Ende ist weniger als unbefriedigend, die macht weder wirklich Sinn (abgesehen von der Vorhersehbarkeit, aber das bin ich mir gewohnt, ich weiss nicht, wann mich ein "Krimi"/"Thriller" zum letzten Mal überrascht hat), noch ist sie wirklich eine Auflösung.
 
Fazit: 
Leider habe ich nicht viele positive Worte für dieses Buch übrig. Abgesehen vom Cover, das mich mit seiner düsteren, geheimnisvollen Stimmung komplett in die Irre geführt hat und abgesehen von der Bezeichnung "Thriller", die sicher auch nicht auf dem Mist der Autorin gewachsen ist - und zudem auch gar nicht passt - haben mich lediglich die ersten paar Seiten und die Protagonistin für sich eingenommen. Mehr als zwei Wochen habe ich mich durch dieses Buch mit seiner holprigen Sprache und der langweiligen Geschichte gequält und dies auch nur, weil es eine Buchprämie der Lesejury war, ansonsten hätte ich schon lange abgebrochen. Ich kann für dieses Buch nicht einmal mit dem besten Willen eine Empfehlung aussprechen, das war leider nichts, da hat zu viel gefehlt.
 
Zusätzliche Infos:
Titel: Cold Case: Das verschwundene Mädchen 
Originaltitel: Cold Case. Försvunnen
Autorin: Tina Frennstedt ist eine der renommiertesten Kriminalreporterinnen Schwedens und gilt als Expertin für Fälle, die nie aufgeklärt wurden. Sie hat bei den Tageszeitungen „Dagens Nyheter“ und „Expressen“ gearbeitet. Ihre Reportagen über schwedische Kriminalfälle sind preisgekrönt und bilden den realitätsnahen Hintergrund für ihr hochspannendes Thrillerdebüt COLD CASE – Das verschwundene Mädchen. Tina Frennstedt lebt in Stockholm und schreibt bereits an der Fortsetzung der COLD-CASE-Reihe.
Sprache: Deutsch
Aus dem Schwedischen von: Hanna Granz
Paperback: 444 Seiten
Ersterscheinung: 31.01.2020
ISBN: 978-3-431-04138-5

6 Kommentare:

  1. Liebe Livia,
    ích kenne das Buch nicht, aber ich bin bei Thriller schon sehr, sehr vorsichtig geworden. Entweder sind sie mega langweilig oder ich weiß zu früh, wer der Täter ist.
    Meinen momentanen Thriller "Die Maske der Schuld" kann aich davon ausschließne. Jennifer B. Wind kann mich immer gut überraschen. Aber noch bin ich nicht fertig...;)
    Liebe Grüße und bleib gesund!
    Martina

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    1. Hallo liebe Martina

      Das stimmt, die Erfahrung habe ich auch schon machen müssen und ich lasse normalerweise auch die Finger von vom Verlag "überpromoteten" Büchern (wenn sie gut wären, würden sie sich von selbst verkaufen), aber hier habe ich eine Ausnahme geamcht, weil die Leseprobe so gut klang (dass nachher 400 Seiten lang Flaute folgen würde, hätte ich mir nie gedacht) und das Cover und die ganze Aufmachung so toll sind.

      Schade...

      Jennifer B. Wind kenne ich noch nicht, ich schaue mir ihre Bücher einmal näher an. Aber aktuell ziehen hier keine Bücher ein, das wäre mir zu viel Stress ;-)

      Alles Liebe an dich
      Livia

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  2. Hey Livia,

    schade dass dich das Buch jetzt doch enttäuscht hat. Mir kommt es auch so vor, als würde die Bezeichnung "Thriller" immer mehr falsch verwendet werden um eine größere Reichweite zu erzeugen, was nicht unbedingt zu einer besseren Rezeption beiträgt. Ich hätte das Buch bestimmt besser bewertet, wenn ich nicht enttäuscht gewesen wäre, nicht bekommen zu haben, was ich erwartet hatte. Hätte ich mich einfach nur auf einen soliden Krimi gefreut, wäre ich bestimmt viel zufriedener mit der Geschichte gewesen.

    Liebe Grüße
    Sophia

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    1. Liebe Sophia

      Das stimmt, es kann wirklich sein, dass "Thriller" oft als Verkaufsargument verwendet wird, obwohl es mit dem Inhalt nicht viel zu tun hat. Leider aber habe ich das Buch nicht so gut bewerten können, wie du. Es war in meinen Augen auch kein Krimi und schon gar kein solider, sondern ziemlich stümperhaft...

      Aber bald kommen andere Bücher, ich werde vermehrt abbrechen und nicht durchziehen, dann kann ich meine Lebenszeit für spannendere und generell besser geschriebene Bücher verwenden ;-)

      Alles Liebe
      Livia

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  3. Hallo Livia,

    als das Buch damals vor Veröffentlichung in der lesejury beworben wurde, war ich sooo neugierig darauf. Ich lese ja eh gern Thriller, aber ganz besonders Cold Cases finde ich super spannend und könnte mir vorstellen, irgendwann mal selbst in diesen Bereich zu wechseln.

    Die Meinungen scheinen aber gar nicht so positiv zu sein. Total schade. Ich hätte es vielleicht trotz durchwachsener Meinungen noch versucht, aber wenn der Fokus gar nicht auf dem liegt, was mich eigentlich interessiert...

    Schade, aber meine Wunschliste freut sich über Entlastung ;)

    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Liebe Julia

      Ja, das stimmt und auch Cover, Beschreibung und vor allem der Leseeindruck verheissen nur Gutes. Aber leider war das so gar nichts, deine Wunschliste darf sich freuen ;-)

      Alles Liebe
      Livia

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