Rezension: Die Firma

Die Firma - John Grisham

Beschreibung des Verlages:
«Der perfekte Thriller!» Stern
Etwas ist faul an der exklusiven Kanzlei, der Mitch McDeere sich verschrieben hat. Der hochbegabte junge Anwalt wird auf Schritt und Tritt beschattet, er ist umgeben von tödlichen Geheimnissen. Als er dann noch vom FBI unter Druck gesetzt wird, erweist sich der Traumjob endgültig als Alptraum.

Meine Meinung:
Wie bereits in meinem Beitrag zur Aktion Gemeinsam Lesen vom 15.8.17 erwähnt, hatte ich dieses Buch seit März 2013 auf meinem SuB und durfte es nun endlich befreien.
Schon nach den ersten paar Seiten hätte ich - ohne einen Blick auf das Cover, den Autoren oder die Beschreibung werfen zu müssen - sagen können, dass ich es mit einem "Grisham" zu tun hatte. Der nüchterne und trotzem so fesselnde Stil, die Spannung, die detaillierten Beschreibungen und der Aufbau der ganzen Handlung sind sehr charakteristisch für John Grisham und genau wie die weiteren Bücher dieses Autors, hat mir auch "Die Firma" sehr gut gefallen.
Es war für mich ein spannendes Gedankenexperiment, mir diese mächtige Firma mit ihrem Einfluss und der Mafia im Hintergrund vorzustellen. Wie hätte ich an Mitchs Position gehandelt? Oder an Stelle seiner Frau? Wie wäre ich mit den Erkenntnissen umgegangen, die ich gewonnen hätte? Auf jeder Seite habe ich gespürt, wie genau John Grisham die Welt der Anwälte und Gerichte kennt. Und auch wenn sein Thriller "Die Firma" Fiktion ist, so kann ich mir gut vorstellen, dass es vor allem bei Steueranwälten für riesige Finanzimperien oft genau so oder ähnlichen zugehen kann, was natürlich schon ein wenig beängstigend ist. Dass sich die Handlung sehr realistisch anfühlt, verdankt sie vor allem dem Autoren, der genau weiss, was er tut, wohin er mit seinem Thriller zielen will und wie er den Handlungsbogen von der ersten zur letzten Seite spannen muss. Und damit ist ihm ein Meisterstück sondergleichen gelungen.

Schreibstil und Handlung:
Während der Geschichte befindet sich Mitch bald zwischen zwei Fronten. Seiner Firma und dem FBI, das bereits Lunte gerochen hat und ihn als Informanten gewinnen will. Und so wird "Die Firma" nach und nach aus drei Sichten erzählt. Man ist als Leser also immer über Mitchs Situation, die Schritte des FBI und den Wissensstand der Firma informiert und erkennt so schnell die Gefahren, in denen Mitch schwebt und das Netz, das sich immer mehr um ihn und seine Frau zusammenzieht. Diese Form der Hochspannung liegt Grisham sehr gut. Er schafft es, einen grossen Bogen über die ganze Geschichte zu spannen und den roten Faden immer klar erkennen zu lassen, was trotz der vielen Figuren, Zeit- und Handlungsstränge für Klarheit sorgt.
Die Sprache bleibt dabei schlicht und sachlich, beschreibt sehr genau und lässt klar erkennen, dass der Autor aus Erfahrung weiss, von was er schreibt und wie er das tun muss, damit man sich als Leser sofort als Teil der Geschichte fühlt.

Meine Empfehlung:
Grishams erste Werke wurden vor mehr als zwanzig Jahren geschrieben. Es fliesst wenig Blut, aber trotzdem wird viel Spannung erzeugt. Auch wenn sich alles ein wenig langsamer entwickelt, als von aktuellen Thrillern gewohnt und auch wenn sich die Ereignisse oft erst gegen Ende überschlagen, schaffen der nüchterne Schreibstil, das enorme Fachwissen und die intellektuelle Herangehensweise des Autors ein klassisches Thrillererlebnis sondergleichen, weshalb ich auch "Die Firma" von John Grisham gerne weiterempfehle.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Firma
Originaltitel: The Firm
Autor: John Grisham hat 31 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.
Taschenbuch: 576 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisch
Übersetzt von: Christel Wiemken
Verlag: Heyne
Erschienen: 01.09.1993
ISBN: 978-3-453-07117-9 

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