Biss zum Morgengrauen, Rezension

Biss zum Morgengrauen - Stephenie Meyer
 
Beschreibung des Verlages:
Mit Romantik oder gar Leidenschaft hätte Bella ihren Umzug nach Forks, einer langweiligen, verregneten Kleinstadt in Washington State, kaum in Verbindung gebracht. Bis sie den geheimnisvollen und attraktiven Edward kennen lernt. Er fasziniert sie, obwohl irgendetwas mit ihm nicht zu stimmen scheint. So gut aussehend und stark wie er kann kein gewöhnlicher Mensch sein. Aber was ist er dann? Die Geschichte einer verbotenen Liebe beginnt, einer Liebe gegen jede Vernunft. So romantisch und spannend, dass dem Leser bei diesem wunderschön geschriebenen Buch eine Gänsehaut über den Rücken läuft.
 
Meine Meinung:
Guten Vormittag ihr Lieben, damit ich unbeschwert in den Mai starten kann, möchte ich euch noch meine letzte April-Rezension präsentieren. Es handelt sich dabei um ein Buch, das sicher viele von euch gelesen haben und das auf jeden Fall allen schon irgendwie/irgendwo begegnet ist. Die Meinungen sind ja ziemlich geteilt, aber da sich die ganze Reihe auf meinem SuB befindet, wollte ich doch auf jeden Fall einmal wissen, worum es denn nun wirklich geht und von was da immer gesprochen wird. 
Zuerst einmal hat bei mir beim Lesen vor allem die positive Überraschung überwiegt. Natürlich wusste ich, dass ich mich auf eine kitschige Teenagergeschichte einlassen würde, dass der Schreibstil aber so gut und tiefgründig sein würde, hätte ich nie erwartet. Dies hat mich wirklich positiv überrascht. Die fesselnde Sprache liess mich nur so durch die Seiten fliegen und obwohl ich bei aktuellen Jugendbüchern und vor allem Fantasy immer ein wenig skeptisch bin, war dies sehr überzeugend. Nach aber der Hälfte des Buches, als Bella und Edward immer noch keinen Schritt weiter gekommen waren und sich die Szenen zum x-ten Mal wiederholten (nein, ja, nein, ja, wieder in der Schule, wieder Ablehnung, wieder ja, nein, ja, usw.), wurde mir das schon ein wenig zu bunt. Ich habe zwar weiter gelsen, weiterhin in einem atemberaubenden Tempo, aber insgesamt blieb mir das zu langatmig. Gegen Ende wurde es wieder ein wenig besser, spannender und die Figuren haben mir auch besser gefallen, aber insgesamt blieb es leider flach.

Die Figuren:
Dies lag vor allem am von vielen Teenagern vergötterten Edward. Nun ja, vielleicht hätte ich dieses Buch vor zehn Jahren fantastisch gefunden und wäre genau so unsterblich in Edward verliebt gewesen, wie andere Mädels damals. Aber überzeugt ein gutes Jugendbuch nicht vor allem auch damit, dass es zeitlos ist?
Edward nervte mich irgendwann einfach nur noch. So viele Jahre Lebenserfahrung und doch so weich, unsicher und blass? Ist dies das Männerbild, das unsere Mädels heute anziehend finden? Und auch Bella, eigentlich so stark und mutig und entschlossen und reif, aber irgendwie total zu sehr fixiert auf Edward. Der Hauptschwachpunkt der Geschichte ist für mich, dass die Protagonisten eigentlich gar nicht zusammen passen. Und das ist wirklich irgendwie doof, weil so logischerweise der ganze Plot ein wenig sinnlos wird.
Auch mag ich zum Beispiel Bellas Vater total und sie bemitleidet ihn irgendwie nur? Er kommt fast gar nicht in der Geschichte vor. Und was ist mit Bellas Mutter? Bella schreibt ihr andauernd, wie sehr sie sie liebt und vermisst und eigentlich geht auch diese Geschichte mit ihrer Vergangenheit und den Gründen, warum sie nun bei ihrem Vater lebt, so für mich nicht ganz auf. Schade, schade, schade. Da wäre mehr Handlung, mehr Hintergrund, mehr Tiefgang möglich und nötig gewesen. Dafür hätte man im Mittelteil ein wenig an Hin und Her sparen können.

Mein Fazit:
Ich bin gespalten. Einerseit gefällt mir der Stil sehr gut, der Beginn und das Ende des Buches ebenfalls, insgesamt wirkt die Geschichte aber zu konstruiert auf mich und leider doch auch nicht nur schlüssig. Und trotzdem - so geht es ja oft - würde ich wirklich gerne wissen, wie es weiter geht. Vor allem, weil ich das Buch aufgrund der Sprache einfach sehr gerne gelesen habe.
Vielleicht bin ich zu alt, vielleicht zu abgeklärt, vielleicht zu wenig kitschig veranlagt oder realistisch, wer weiss, aber so ganz überzeugt mich das einfach noch nicht.

Zusätzliche Infos:
Titel: Biss zum Morgengrauen
Originaltitel: Twilight
Autorin: Stephenie Meyer wurde 1973 geboren und lebt mit ihrem Mann und drei Söhnen in Arizona, USA. Ihr Debütroman "Bis(s) zum Morgengrauen" wurde aus dem Stand zum Bestseller und in 34 Länder verkauft. Mehr zu Stephenie Meyer unter www.stepheniemeyer.com.
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisch
Übersetzt von: Karsten Kredel
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-31660-8

Kommentare:

  1. Hallo Livia, :)
    diese Logikfehler, die du erwähnst; sind mir damals beim Lesen gar nicht aufgefallen. Aber es macht wirklich nicht so richtig Sinn, warum Bella zu ihrem Vater zieht, wenn sie doch viel lieber bei ihrer Mutter leben möchte. Ich wüsste da auch keine Erklärung mehr.^^
    Aber den Schreibstil fand ich auch echt gut. :)

    Den zweiten Band finde ich im Nachhinein betrachtet von der Geschichte her schlimmer als den ersten. Da dreht sich wirklich alles im Kreis.
    Wenn du weiter liest, bin ich gespannt, wie dir das nächste Buch gefällt.

    Liebe Grüße
    Marina

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    1. Liebe Marina

      Oh....nun ja, die Bücher sind auf meinem SuB, meine Schwester hat die vor ein paar Jahren ausgemistet und mir überlassen. Dann hoffe ich, dass ich mit dem zweiten Band gut klarkomme. Neugierig bin ich ja eigentlich schon.

      Ganz liebe Grüsse dir
      Livia

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