Blogleserunde zu "Du erinnerst mich an morgen" von Katie Marsh

Ein fröhliches Hallo in die Runde, ihr Lieben

Ich bin schon ganz aufgeregt und freue mich, bald ins Buch "Du erinnerst mich an morgen" von Katie Marsh hineinzuschnuppern. Wie ihr aber vielleicht schon gesehen habt, muss ich mich nicht alleine freuen, sondern darf gemeinsam mit Patrizia vom Blog Maaraavillosa eine Leserunde bestreiten. Davon haben wir euch ja schon am letzten Samstag erzählt. Wir würden uns natürlich freuen, wenn ihr fleissig mitlesen würdet, denn ein Einstieg ist selbstverständlich jederzeit möglich. Das Buch ist ab dem 10.4.17 in allen Buchhandlungen erhältlich und vielleicht ist es ja von einigen von euch vorbestellt worden und bereits jetzt unterwegs. Es lohnt sich aber so oder so, diese Leserunde ein wenig zu verfolgen und vor allem am 23.4.17 bei uns vorbeizulesen und sich unsere Aktion zum Welttag des Buches anzuschauen :-)

In diese Abschnitte haben wir das Buch eingeteilt (Seitenzahlen beziehen sich auf das Leseexemplar):
1.   7.4. (bei uns beiden): allgemeine Eindrücke, Anmeldungen zur Leserunde, keine Spoiler erlaubt
2.   9.4. (bei Patrizia): Anfang bis S. 80, spoilern ausdrücklich erwünscht
3. 11.4. (bei mir): S. 80 - S. 157, spoilern ausdrücklich erwünscht
4. 13.4. (bei Patrizia): S. 157 - S. 223, spoilern ausdrücklich erwünscht
5. 15.4. (bei mir): S. 223 - S. 300, spoilern ausdrücklich erwünscht
6. 17.4. (bei Patrizia): S. 300 - S. 365, spoilern ausdrücklich erwünscht
7. 19.4. (bei mir): S. 365 bis Schluss, spoilern ausdrücklich erwünscht
8. 23.4. (bei uns beiden): Interview-Rezensionen, allgemeine Eindrücke nach der Lektüre, kleine Überraschung zum Welttag des Buches 2017, keine Spoiler erlaubt
Darum geht es im Buch:
Du erinnerst mich an morgen - Katie Marsh

Beschreibung des Verlages:
Was, wenn deine Zukunft beginnt, dich aber deine Vergangenheit in diesem Moment einholt?
Eine Tochter, die ihre große Liebe heiraten will und sich nicht von einer schmerzhaften Erinnerung lösen kann. Eine Mutter, die sich nach Versöhnung mit ihrer Familie sehnt und langsam ihre Erinnerung verliert. Die berührende Geschichte von Zoe und Gina erzählt von Verlust, zweiten Chancen und bedingungsloser Liebe. 

Nun aber zu den ersten (spoilerfreien) Eindrücken:
Wie ihr unschwer erkennen könnt, ist auch dieses Buchcover - wie bereits das Cover vom ersten Buch der Autorin "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer" - ein kleines Meisterwerk. Bunte Blütenblätter, Regentropfen oder Tränen bewegen sich vom Zentrum weg (oder zum Zentrum hin?) und wirken auf mich sehr in sich ruhend und trotzdem bewegt. Ausserdem strahlt das Cover eine zarte, weiche und leichte Grundstimmung aus, die trotzdem sehr tiefsinnig daherkommt. Ohne spoilern zu wollen - diese Information findet ihr schon, wenn ihr einmal kurz auf der Verlagsseite stöbert oder auch einfach nur den Klappentext genau lest - wird in diesem zweiten Buch der Autorin ebenfalls eine schwere Krankheit thematisiert. Es handelt sich dabei um Alzheimer/Demenz und ich bin schon sehr neugierig, wie es der Autorin gelingt, diese Erkrankung mit teilweise dramatischem Verlauf, der vor allem für die Angehörigen der betroffenen Person nicht leicht zu akzeptieren ist, in ihre Geschichte zu integrieren. Das Cover lässt auf jeden Fall schon einmal auf viel Melancholie aber auch bunte, lichte Momente hoffen.

Weitere Bücher und Materialien zum Thema:
Der Verlag stellt auf seiner Seite zum Buch einige Materialien zur Verfügung. Wer mag, kann beispielsweise gerne in die Leseprobe (pdf) hineinschnuppern und sich so einen ersten Eindruck verschaffen. 
In meiner bisherigen Bloggerzeit habe ich zudem zwei Bücher gelesen (oder erinnere mich an zwei Bücher), welche sich mit Alzheimer befassen. Einmal war da "Der alte König in seinem Exil" von Arno Geiger. Geiger schreibt darin sehr persönlich über die schleichende Erkrankung seines Vaters und wie sich diese auf das Leben der ganzen Familie und vor allem auf seine Beziehung zum Vater ausgewirkt hat.
In "A History of Loneliness" von John Boyne wird Alzheimer zwar nur am Rande erwähnt, wirkt sich aber trotzdem sehr stark auf den Protagonisten Odran aus. Seine Schwester ist nämlich an Alzheimer erkrankt und da sie eine der wichtigsten Personen in seinem Leben ist, wird ihre Isolation auch zu seiner Isolation und ihr Vergessen zu seiner Einsamkeit.
Patrizia hat übrigens in ihrem Leserundenpost auf den Film "Still Alice", ebenfalls passend zum Thema, hingewiesen. Ich kenne ihn noch nicht, sie empfiehlt ihn aber von Herzen weiter.

Los gehts:
Und nun darf gestartet werden und am Sonntag lesen wir uns wieder und plaudern und spoilern in den Kommentaren über den ersten Abschnitt. Schaut auf jeden Fall noch bei Patrizia vorbei. Es ist sehr spannend, in welchen Punkten sich unsere Einschätzungen gleichen aber auch voneinander unterscheiden.

Es bleibt mir nur noch, euch ein erholsames Wochenende mit vielen sonnigen Lesestunden zu wünschen.
Alles Liebe euch
Livia

Kommentare:

  1. 7.4.: allgemeine Eindrücke, Anmeldungen zur Leserunde, keine Spoiler erlaubt

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    1. Deine vorgestellten Bücher zum Thema setze ich mal auf meine WuLi :)

      Meine Eindrücke der ersten 80 Seiten habe ich schonmal in den Kommentaren online gestellt, ich bin sehr gespannt auf deinen ersten Eindruck!

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    2. Vor allem "Der alte König in seinem Exil" ist wirklich sehr passend zum Thema und total liebevoll geschrieben.

      Ganz liebe Grüsse und eine sonnige Woche
      Livia

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  2. 11.4.: S. 80 - S. 157, spoilern ausdrücklich erwünscht

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    1. Soooo, endlich schaffe ich es, meine Eindrücke zum nächsten Kapitel zu tippen. Ich hoffe, dass du Patrizia nun besser ins Buch hineingefunden hast und natürlich, dass vielleicht auch noch jemand sonst an der Leserunde teilnehmen kann.

      Ich komme mit der Handlung total gut mit und finde die Momente, in denen Zoes und Lilys Mutter immer mehr den Bezug zur aktuellen Wirklichkeit verliert, sehr spannend gestaltet. Trotzdem denke ich, dass nun - obwohl sie wahrscheinlich den Streit mit Zoe vergessen hat, was zwar nicht sehr viel Sinn macht, weil der ja schon mehr als zehn Jahre zurückliegen muss und sie scheint noch nicht an diesem Punkt des Vergessens angelangt zu sein - plötzlich zu viel und zu schnell vorwärtsgegangen wird. Zoes Mutter zieht sozusagen bei ihr ein (Zoe verzeiht ihr zwar nicht, akzeptiert die plötzliche Nähe aber), plötzlich fällt ihre Krankheit auf (aber die hätte Lily schon viel früher auffallen müssen, da sie ja regen Kontakt hatte) und das passt für mich leider logisch nicht ganz zusammen. Aber: Schreibstil und Figuren sind top, alle diese Elemente werden toll verknüpft, einzelne Dialoge und Situationen haben mich total zum Lachen gebracht und insgesamt gefällt mir das Buch sehr gut.

      Weiterhin spannend bleibt, wie es mit Zoe und Jamie weiter gehen wird. Mein Verdacht hat sich leider bestätigt, Zoe hat tatsächlich ein Kind verloren. Anfangs dachte ich noch, dies sei vor der Zeit mit Jamie geschehen, aber nun ist klar, dass er davon wusste, wahrscheinlich auch der Vater war. Offen bleibt weiterhin, was genau geschehen ist. Handelte es sich bei der Eisenstange, die in Zoes Bauch schlug um Gewalt? Einen Unfall? War Jamie involviert? Kam danach der tragische Abend im Mai, als ihr Herz gebrochen war?
      Und warum gibt es da noch etwas zu besprechen? Weiss Jamie nicht, dass Zoe das Kind verloren hat? Kann doch fast nicht sein. Oder verschweigt sie ihm, dass es nicht sein Kind gewesen ist oder dass sie gar keine Kinder mehr bekommen kann? Und was hat es mit diesem anderen Mann auf sich? War er beteiligt, schuld oder eben gar der Vater des Kindes? Rätselhaft...

      Auch sehr, sehr gut gefallen hat mir, wie die Beziehung zwischen Zoe und Lily in den Briefen geschildert wird. So liebevoll und harmonisch. So ist es ja eigentlich jetzt noch. Wenn auch Zoe und Lily sich ein wenig auseinandergelebt haben. Und was ist mit Zoe passiert, dass sie von einem aufgestellten, verantwortungsvollen aber auch wilden Mädchen zu einem so rechthaberischen Kontrollfreak geworden ist? Wo ist die ganze Liebe, Unbeschwertheit und Freude hin?

      Ich bin der Meinung, dass Zoe die Hauptperson ist in dieser ganzen Geschichte und dass der Fokus gar nicht so sehr auf der Krankheit der Mutter liegt. Das stört mich aber überhaupt nicht, ich bin nur total neugierig, wie alles weiter gehen wird.

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    2. Hallöchen meine Liebe :)

      Mittlerweile läuft es bei mir und der Geschichte :D Schreibstil, wechselnde Textformen etc., damit komme ich nun zurecht.

      Also ich meine ja, dass Lily tief in ihrem Inneren sich durchaus bewusst ist, dass mit ihrer Mutter etwas nicht stimmt, sie aber eher so der... Optimist in der Sache zu sein scheint, als Zoe, die ganz realistisch an die Sache herangeht und viel hinterfragt, wie ja in der Diskussion im Café auch deutlich wurde, als Lily ihr genau dies zum Vorwurf macht. Da wir solch einen Fall einmal selbst in der Familie hatten (andere Krankheit), finde ich es interessant zu lesen, wie traumtänzerisch die Personen dann eigentlich agieren.

      Zum Einzug der Mutter kann ich dir nur zustimmen, das war wirklich sehr holterdipolter, aber vielleicht gibt es dafür noch eine akzeptable Begründung. Die Briefe zwischendrinn bremsen viele Geschehen in der Gegenwart ganz schön aus, wenn du mich fragst - so ganz nach dem Motto:"Ah ok, sie zieht jetzt ein ... oh Rückblende!". Sie sind zwar gut und wichtig, aber ich habe mir schon die Frage gestellt, ob die Briefe nicht eher als Tagebucheinträge zu werten sind, die Zoe nie zu Gesicht bekommen sollte, da die Mutter hier vor allem persönlichen Schmerz aufarbeitet.

      Ich denke, dass sich Zoe ihr unbeschwertes Leben bestimmt eine lange Zeit bewahrt hat, aber diese ständige Abwesenheit des Vaters und die ständigen Wohnortwechsel verbunden mit den perönlichen Konflikten in der Familie selbst bestimmt schon einen wesentlichen Teil dazu beigetragen haben, dass sie so ist wie sie heute ist.

      Ich denke trotzdem, dass man alleine durch diese Briefe/Tagebucheinträge der Mutter eine gleichwertige Rolle zusprechen kann. Sie agiert halt viel in der Vergangenheit, weil sie da die mündige Person ist. In der Gegenwart fällt eben Zoe der Part zu, weil ihre Mutter immer mehr an Mündigkeit verliert.

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    3. Stimmt, wahrscheinlich verdrängt da Lily doch so einiges oder will es halt gar nicht erst sehen.

      Ich bin mir aber einfach nicht sicher, ob die Art, wie Zoes Mutter vergisst, typisch ist. Dass sie nicht einmal das Wort "Bett" mehr erkennt....scheint mir doch übertrieben, zumal sie bis vor Kurzem alleine gelebt und gearbeitet hat. Auch wenn einiges vergessen worden ist, das geht hier irgendwie zu schnell. Ausserdem äussert sich Alzheimer so, dass man vom aktuellen Lebenszeitpunkt an vergisst und dann immer weiter in die Vergangenheit zurück, wie ein Bücherregal, das man chronologisch ausräumt. Darum vergisst man ja auch nach und nach Dinge wie Scheidungen, Verlust des Partners, die Namen der Kinder, den aktuellen Wohnort und reist einfach immer weiter in die Vergangenheit zurück. An den Dingen, über die ein Alzheimerpatient berichtet, erkennt man, "wo" er sich gerade befindet. So müsste Zoes Mutter nun langsam in der Zeit angelangt sein, als Zoe und Lily klein waren (was dramaturgisch Sinn machen würde, da dann der Anfang des Buches, also der erste Brief, in eine ähnliche Zeit fallen würde, wie das Ende, wenn Gina wieder in dieser Zeit angelangt ist). Nur spricht sie davon, dass sie sich erinnert, was dann auch wieder keinen Sinn macht, weil sie ja auch vergessen müsste, dass Zoe und Lily bereits erwachsen sind und wirklich von ihnen als Kinder sprechen... So ganz geht das für mich nicht auf. Aber es stimmt, dass am Anfang einer Erkrankung oft alles irgendwie durcheinandergerät und sich dann nach und nach Muster erkennen lassen. Natürlich gibt es immer gute und bessere Tage und auch Lichtblicke, aber trotzdem scheint das mir hier ein wenig zu drastisch dargestellt.
      Verstehst du, was ich meine? Ein wenig verwirrend :-)

      Ich kann mir vorstellen, dass Zoes Mutter ihr die Briefe/Tagebucheinträge wirklich geben wollte, dass sie sich aber da schon auseinandergelebt hatten. Auf jeden Fall spricht daraus unendlich viel Liebe.

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  3. 15.4.: S. 223 - S. 300, spoilern ausdrücklich erwünscht

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    1. Hallo :-)

      Ich bin sozusagen ein wenig früh, aber ich habe gerade weitergelesen und (halt nun mitten in der Nacht) den nächsten Abschnitt geschafft.

      Nun kommen wir der Sache langsam näher und ganz ehrlich: überrascht hat mich die Geschichte nicht wirklich (leider wurde die Auflösung so lange hinausgezögert, dass ich mir das alles schon zusammenreimen konnte), aber trotzdem wirkte diese "Enthüllung" von Zoes Geheimnis stimmig auf mich.

      Was ich aber komplett nicht verstehen kann: die Haltung, dass Frauen sich schuldig fühlen müssen, wenn sie ein Kind verlieren. Und dieser Haltung wird ja nicht wirklich widersprochen (nur von Jamie, hach Jamie) und das hat mich total schockiert. Ebenfalls die Reaktion von Zoes Vater und auch grundsätzlich, dass er anscheinend nichts davon gewusst haben soll. Weder von ihrer Beziehung zu Simon, noch von der Schwangerschaft. Kann ich mir fast nicht vorstellen. Und irgendwie auch nicht, dass Zoe innerhalb der Familie (oder wenigstens gegenüber guten Freunden)immer geschwiegen hat. Vor allem aber verstehe ich wirklich nicht, wie Zoe ihre Vergangenheit dem wunderbaren, verständnisvollen, tollen, tollen, tollen Jamie verschweigen konnte.

      Ich verstehe, dass er nun Zeit braucht. Für sich, für seine Gefühle, aber ich mag ihn total - unschwer zu erkennen - und hoffe (und vermute), dass die beiden doch wieder ein wenig zueinander finden können.

      Zum Thema Alzheimer noch: ich finde, dass hier das Vergessen und Verdrängen, die Aussetzer und die Lichtblicke an sich sehr gut dargestellt werden. Aber Gina durchlebt die Krankheit - dramaturgisch sinnvoll, aber total überzogen - im Zeitraffer und scheint auch von Etappe zu Etappe zu springen. Es scheint so, als hätte die Autorin gute Recherchearbeit geleistet aber irgendwie zu viel gewollt.

      So und nun gehe ich schlafen und bin schon gespannt auf andere Meinungen.
      Gute Nacht :-)

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    2. Hallöchen meine Liebe :)

      Ich gestehe: ich bin seit heute fertig mit dem Buch :D Bezieh mich aber trotzdem erstmal nur auf diesen Abschnitt.

      OH mein Gott, es war leider so gar nicht überraschend. Und ich muss auch ganz klar sagen, für mich ist das einfach too much. Wir hatten ja schon vermutet, dass sich hier mehrere Handlungsstränge durchziehen werden, aber ich bin (auch nach Beendingung des Buches) mehr und mehr der Meinung, dass gerade dieses Drama um die 16-jährige Zoe vielleicht gar nicht so notwendig für die Geschichte gewesen wäre? Ich fand es leider sehr überdramatisiert und überzogen. Vor allem weil in den Briefen ja auch immer wieder der Vorwurf seitens Alistairs da ist, die Mutter greife zur Flasche, und das soll den großen Anstoß gegeben haben, wenn es doch schon vorher zig plausiblere Gründe gegeben hätte, mit dem Trinken zu beginnen? Hätte man das nicht anders aufziehen können? Dass die familiäre Situation so war wie sie nunmal war, reicht doch schon für mehrere Dramen aus? Wieso dann noch solch einen Hammer einbauen? Das ist vielleicht plotfördernd, weil man somit Zoes Beziehungsabbruch zur Mutter erklären kann (und selbst da dachte ich mir stellenweise, dass dieses Rebellische seitens Zoe bereits zu überzogen ist), aber für mich war das echt der Gipfel von over the top :D Hat mir überhaupt nicht gefallen, ehrlich nicht. Es ist immer mies zu sagen, hätte die Autorin es nicht so und so machen können, aber ich dachte mir wirklich durchgängig, dass ein Seitensprung der Mutter vielleicht noch am glaubhaftesten wäre (nicht nur dieser Möchtegernkuss), weil er in den Rahmen, wie die Geschichte aufgezogen ist, passen würde. Da hätte Zoe genauso einen Grund gehabt, ihre Mutter zu hassen.

      Dann dieser Fehlgeburtenaspekt: Stimme dir voll und ganz zu und auch hier wieder: hier wurde zu viel gewollt, siehe oben. Wo liegt denn hier nun der Fokus? Liebe mit älteren Männern? Fehlgeburten, die heutzutage einzukalkulieren sind? Verworrene Familien? Demenz?

      Besonders schade finde ich, dass diese ganzen Ereignisse aus der Vergangenheit den eigentlichen Krankheitsverlauf der Mutter total in den Schatten stellen, vor allem weil sie ja so gut dargestellt sind. Mir kam es im weiteren Verlauf jedoch zunehmend wie ein Beiwerk vor.

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    3. Ich kann dir nur zustimmen und bin (bis zu diesem Punkt, aber ich habe auch nur Abschnitt für Abschnitt gelesen und kenne das Ende noch nicht) leider einfach nur total enttäuscht. Cover, Autorin, Verlag, Beschreibung...dies alles verspricht ein Leseerlebnis erster Klasse nur leider sticht dieser Roman nicht aus der Masse in der Eintönigkeit vor sich hin dümpelnder (und leider auch ein wenig fragwürdiger) Familien"tragödien" heraus.

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  4. 19.4.: S. 365 bis Schluss, spoilern ausdrücklich erwünscht

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    1. So, ich lasse mich bereits heute Abend schon hier aus, sonst passt es morgen wieder nicht in den Zeitplan und dann komme ich erst so spät mit meinen Eindrücken um die Ecke UND ich will ein letztes Mal mal die Erste sein, haha :D

      Nunja, in einem Wort: eher enttäuschend. (Gut, es waren zwei Wörter)
      Mal abgesehen davon, dass sich die Autorin ihrem Stil mit den überschnellen Übersprungshandlungen treu geblieben ist, war mir das Ende eindeutig zu sehr Friede Freude Eierkuchen. Alle Ungereimtheiten konnten mit einem Fingerschnips plötzlich geklärt werden, weil das Ende des Buches nahte, oder wie? Daddy hat sich wieder ein und hat auch die Sache mit Simon klären können, für die Kosten der Klinikunterkunft kommt er selbstverstndlich auch auf und am Ende machen sie alle ein schönes Ausflügchen zum Meer. Jamie ist auch da, die Liebe entflammt, alles feini. Das Wörtchen "kitsch" passt eigentlich auch ganz gut.

      Und das alles auf rund 60 Seiten, die sich wie nix lasen. Wenn doch eigentlich insgesamt so vieles so einfach ist, wieso mussten dann die vorherigen 360 Seiten so kompliziert und verstrickt sein?

      Damit konnte ich mich wirklich nicht zufrieden geben. Ich habe der Geschichte noch guten Willens 3 Sterne gegeben, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob es dabei bleiben soll.

      Ich bin ja wirklich sehr gespannt, ob dich das Ende in irgendeiner Weise versöhnen konnte, und du zufrieden bist, oder ob du nicht enttäuschter bist als ich :D Lass mich nicht zu lange warten, haha!

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    2. Was ich noch anfügen will :D

      Ich meine, ich bin nicht darauf erpicht, eine dramatische Geschichte zu lesen, die mich emotional gesehen total fertig macht, aber irgendwie hatte ich mir das genau von dieser Geschichte erwartet, ich wollte mal wieder flennen wie ein Baby - um es mal ganz drastisch zu sagen. Ich habe ja nur den Vergleich zu "Still Alice", aber ziehen wir es ruhig als Vergleich heran (basiert auch auf einen Roman): Alice ist ja eigentlich Wissenschaftlerin, also eine sehr intelligente Frau und nichts fürchtet sie mehr, als ihre Intelligenz, und das, was sie ausmacht zu verlieren! Mir hat solch ein Aspekt in diesem Buch hier echt gefehlt. Klar sind diese Rückblenden vielleicht auch etwas, was Gina manchmal nur zugern vergessen wollen würde (diese Simon-Sache beispielsweise), aber genauso viele tolle Dinge an ihren Kindern ja eben nicht. Die Geschichte kratzt manchmal ganz zaghaft an genau dieser Problematik, dann wenn Gina auf der Straße herumirrt, im vollen Bus fast in Panik ausbricht usw., aber es wird nie so genau darauf eingegangen, was sie eigentlich als Person ausmacht, warum dieser Krankheitsverlauf eigentlich nur zu Bedauern ist, und wie sich die Angehörigen versuchen zu wehren, tun und machen und doch nichts ausrichten können. Mir fehlte die wirklich authentische, menschliche Verzweiflung über etwas, das nicht aufzuhalten ist, weil es über das medizinische Know-How geht.

      Stattdessen bekommt man Zoe, und dazu fällt mir nach Beenden des Buches eigentlich nichts mehr ein.

      Können wir uns vielleicht auch nochmal über den Buchtitel unterhalten? Warum genau dieser? Oder sollen wir diesem weniger Beachtung schenken? :D Man habe ich gerade einen Redebedarf haha!

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    3. Oh man, ich habe mich immer noch nicht wirklich beruhigt.
      Als Gina ins Heim musste und der Abschied immer fassbarer wurde, dachte ich mir so, "wow, jetzt wirds dramatisch, super". Aber nein, alle wunderbaren, sehr, sehr guten Ideen verliefen irgendwie im Sand.
      Das Thema Alzheimer, das im letzten Abschnitt wieder mehr ins Zentrum rückt (kurzfristig zumindest), kommt leider trotz Intensität, guter Recherchearbeit, persönlichem Bezug der Autorin und guten Ideen irgendwie flach heraus in dieser ganzen Geschichte. Leider wird es von den fast schon lächerlich konstruierten Nebensträngen mehr und mehr an den Rand gedrängt und alles, was so gut begonnen hatte (wie habe ich diesen Anfang geliebt), verpufft.

      Zoe hat sich von meiner Lieblingsfigur zu einer....ich weiss es gar nicht...Figur entwickelt, die immer mehr fehl am Platz wirkt. Anfangs war sie stolz und stur, aber trotzdem liebenswürdig. Nach und nach verlieren sich ihre Prinzipien im Nichts und die ganze Rahmenhandlung um ihre Fehlgeburt und Simon hat mich einfach nur gestört. Dass sie sich, obwohl sie sonst so stolz und stark ist, von diesem Ereignis so herabwürdigen lässt, hat mir gar nicht gefallen. Auch das im Buch vermittelte Frauenbild empfinde ich als alles andere als zeitgemäss.

      Was mir wirklich gefallen hat:
      Der Schreibstil hat es einfach in sich. Flüssig und leicht führt dieser durch die Geschichte. Schöne Beschreibungen und einige Gefühle wurden eindringlich dargestellt. Ich flog nur so durch die Seiten und fühlte mich nach jeder Lesepause wieder mitten in der Geschichte.

      Ebenfalls gefallen hat es mir, dass die Geschichte in zwei Zeitebenen erzählt wird. Diese Aufteilung mit den Briefen, welche die aktuellen Geschehnisse ergänzen und umgekehrt, fand ich total gelungen.

      Alles, was das Fortschreiten der Alzheimererkrankung betrifft, war eindringlich, spannend, authentisch und sehr detailliert beschrieben. Trotzdem reichte dies einfach nicht, um das Buch zu diesem Erfahrungsbericht mit Schwerpunkt Demenz zu machen, wie es vermarktet und angekündigt wird und wurde. Dies ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt und dient wohl mehr als Verkaufsargument, denn als wirkliche Inhaltsbeschreibung. Da hätte man mehr Zoe und ihre Gefühlswirrungen ins Zentrum stellen sollen, das wäre dann vielleicht weniger enttäuschend gewesen.

      Tränen habe ich mir zwar nicht unbedingt erwartet, aber ein wenig mehr Schwerpunkt, Tiefgang, roter Faden, Grundidee....

      Und noch zum Buchtitel: keine Ahnung, warum der so übersetzt wurde, der englische Titel gefällt mir auf jeden Fall viel besser. Es gibt ja aber den Song "Du erinnerst mich an Liebe" von Ich & Ich, vielleicht ist der Titel da angelehnt. Ich empfinde ihn aber als eher unpassend, wenn ich ehrlich bin.

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  5. 23.4.: Rezensionen, allgemeine Eindrücke nach der Lektüre, keine Spoiler erlaubt

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