Kurzrezension: Axolotl Roadkill

Axolotl Roadkill:

Beschreibung des Verlages:
Radikal und klug »in die Fresse geschrieben« (taz) – Helene Hegemann erzählt in ihrem ersten Roman vom Leben in einer Welt, die sich von allen Konventionen befreit hat. Das fiktive Tagebuch der 16-jährigen Mifti, die seit dem Tod ihrer Mutter in Berlin lebt und ganz bewusst eine extrem negative Entwicklung durchmacht, löste eine der heftigsten Literaturdebatten seit langem aus.

Meine Meinung:
Erste Leseeindrücke zu diesem Buch habe ich euch am Dienstag HIER präsentiert. Wie schon damals erwähnt, hatte ich mir davon eine Art Schockmoment oder zumindest Überraschung erhofft. Irgendwie wollte ich von diesem Buch überrannt und umgehauen werden, mitgerissen und von einem Sog erfasst. Nur leider ist dies alles nicht eingetroffen. Die "Provokationen" waren irgendwann nur noch langweilig und auch wenn die Autorin extrem gebildet ist und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gerade erst 17/18 Jahre alt war, so reichen klug gewählte Fremdwörter (die nun aber nicht von einer anderen Welt sind und mir keinerlei Mühe bereitet haben) und intelligente, ein wenig abgespacte und sexuell überladene Phrasen alleine nicht, um einen intellektuellen Roman mit tieferem Sinn zu schreiben. Ein Wort zu den Plagiaten will ich aber tatsächlich noch verlieren. Durch das Stilmittel der Intertextualität werden Texte verschiedenster Autoren und Quellen verändert oder im selben Wortlaut eingebaut. Dabei lässt es sich fast nicht verhindern, dass der Ursprung einzelner Quellen sich nicht immer komplett ergründen lässt. Dass ein reiferer, bewusster vorgehender Autor dieses Stilmittel so gezielt und kontrolliert gewählt hätte, dass er jede einzelne Quelle ganz klar hätte nachweisen können, steht ausser Frage. Dass der jungen, unerfahrenen Helene Hegemann aber vom Verlag und den Lektoren noch ein wenig besser auf die Finger hätte geschaut werden müssen, auch. In meinem Taschenbuch, das natürlich bereits überarbeitet ist, findet sich ein umfassendes Quellenverzeichnis. Somit wird nun wohl den Ansprüchen des Bloggers Airen Genüge getan. Wer mehr dazu wissen will, mache sich ein eigenes Bild.

Fazit:
Auch wenn die Handlung in sich stimmig, die Idee mit dem Tagebuch der sechzehnjährigen Mifti und ihrem kaputten Leben kreativ und klug gewählt ist, hat mich "Axolotl Roadkill" nicht überzeugen können. Ein gewisses Amusement beim Lesen kann ich dem Roman aber nicht absprechen und für eine so junge Autorin ist dieses Buch sicher eine beachtliche Leistung.   

Zusätzliche Infos:
Titel: Axolotl Roadkill
Autorin: Helene Hegemann, 1992 in Freiburg geboren, lebt in Berlin. Im Oktober 2008 wurde ihr erster Film Torpedo während der Hofer Filmtage als Entdeckung des Jahres gefeiert und mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet. Zurzeit arbeitet Helene Hegemann an verschiedenen künstlerischen Projekten. 
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: Ullstein
Erschienen: 13.05.2011
ISBN-13 9783548283234

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