Rezenion: Blauer Montag

Blauer Montag - Nicci French, Psychologin Frieda Klein als Ermittlerin (1)

Beschreibung des Verlages:
Manchmal ist die Psyche ein gefährlicher Ort.
Als der 5-jährige Matthew verschwindet, geht ein Aufschrei durch London. In den Zeitungen erscheint sein Bild – und die Psychotherapeutin Frieda Klein kann es nicht fassen: Matthew gleicht bis ins Detail dem Wunschkind eines verzweifelten kinderlosen Patienten von ihr. Ist dieser Mann ein brutaler Psychopath? Warum hat sie das als Therapeutin nicht schon vorher bemerkt? Zusammen mit Inspector Karlsson stößt Frieda auf Parallelen zum Verschwinden eines Mädchens vor mehr als zwanzig Jahren. Mit höchst eigenwilligen Mitteln kommt Frieda dem Entführer sehr nahe. Doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit …

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich auf den ersten paar Seiten nicht richtig warm wurde mit der Handlung. Natürlich war mir klar, wie sich der Prolog, die Entführung der kleinen Jo mehr als zwanzig Jahre, bevor die eigentliche Handlung einsetzt, zum Rest der Geschichte verhalten sollte, aber trotzdem war mir das alles ein wenig zu wohlbekannt, zu sehr wie sonst auch immer, zu 08/15.
Dann kam aber Frieda ins Spiel und ihre analytische, sehr rationale und bestimmte Art erinnerte mich sehr an mein eigenes Vorgehen beim Lösen von Problemen. Was ihr auffiel, hatte auch ich bemerkt, wie sie dachte, dachte auch ich und dann war da plötzlich eine Sogwirkung, die es mir schwer machte, das Buch aus der Hand zu legen. War da anfänglich noch der Wunsch nach einer längeren Lesepause (die ich mir auch gönnte), wurde dann der Rest des Buches in einem Tag und einer Nacht gelesen und obwohl ich schon gehört habe, dass die Reihe ihre Höhen und Tiefen haben soll, werde ich mir die weiteren Bände auf jeden Fall besorgen, da es mir die Protagonistin Frieda auf eine besondere Art und Weise angetan hat.

Schreibstil und Handlung:
Ich finde es ja immer sehr spannend, wenn ein Krimi oder Thriller nicht nur von der Ermittlerseite her aufgegleist wird, sondern alle Beteiligten beleuchtet. So erfährt man als Leser anfangs, wie der Entführer bei der "Auswahl" seines Opfers vorgeht und dann immer wieder, wie sich der arme, entführte Matthew fühlt. Auch wird sehr passend beschrieben, wie es dazu kommt, dass Frieda in den Fall verwickelt wird und trotzdem erfährt man als Leser zusätzlich kleine Begebenheiten aus ihrem Leben und ihrer Arbeit als Psychotherapeutin. So spielen beispielsweise ihre Schwägerin und Nichte, ein Handwerker und ihr ehemaliger Mentor eine sehr wichtige Rolle in ihrer privaten und auch beruflichen Geschichte.
Was wirklich schade war: nach ca. 300 Seiten war für mich klar, wie das Buch ausgehen wusste und zwar im Detail. Vielleicht war ich besonders findig, vielleicht war Friedas Vorgehensweise auch einfach zu sehr so, wie ich gedacht und gehandelt hätte, vielleicht habe ich nun definitiv langsam aber sicher zu viele Krimis und Thriller gelesen, aber die letzten 150 Seiten enthielten gar keine einzige Überraschung mehr für mich. Trotzdem hat mich das Buch nicht gelangweilt, weil ich unbedingt erfahren wollte, wie genau nun alles erklärt und aneinandergefügt wird und tatsächlich hat mich dies auch total überzeugt. Obwohl in kurzer Zeit einiges aufgelöst werden musste, gab es keinen Spannungsabfall oder gar eine Überstürztheit, wie es ja sonst manchmal gegen Ende vorkommen kann. Es schien, als hätten die Autoren von Anfang an einen klaren Plan gehabt, was sich auch in der Erzählsprache manifestierte, die mit viel Spannung, packendem Bezug zur Protagonistin, Humor und ganz viel Fachwissen daherkam.

Meine Empfehlung:
Ich empfehle euch den Auftakt der Frieda Klein-Reihe sehr gerne weiter, weil sich in diesem ersten Band viel Spannung, eine tolle Protagonistin und ihre komplizierte Familiengeschichte, interessante Details zur Arbeit von Psychotherapeuten und anderen Medizinern und eine brisante Handlungsidee vereinen. Dies alles natürlich vor der Kulisse des düsteren, winterlichen Londons, was der Erzählung eine besondere Stimmung angedeihen lässt.

Zusätzliche Infos:
Titel: Blauer Montag
Originaltitel: Blue Monday
Autoren: Nicci French - hinter diesem Namen verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren höchst erfolgreichen Psychothrillern international für Furore. Die beiden leben mit ihren Kindern in Südengland. "Blauer Montag" ist der Beginn einer neuen 8-teiligen Krimireihe mit der Therapeutin Frieda Klein als Serienheldin.
Taschenbuch: 448 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Birgit Moosmüller 
Originalverlag: Michael Joseph (Penguin Group), London 2011
Verlag: btb
Erschienen: 13.05.2013 
ISBN: 978-3-442-74585-2 

Kommentare:

  1. Hallo Livia,
    schön das dir das Buch ebenso gut gefällt...ich liebe die Serie und habe sie bis zum letzten Buch (welches bisher erschienen ist) gelesen und bin bis zum Schluss begeistert von der Serie. Viel Spaß beim weiter lesen der Serie!
    Liebe Grüße Anett

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    1. Liebe Anett

      Dann kann ich mich ja auf die weiteren Bände freuen. Bis jetzt habe ich aber schon verschiedenste Meinungen dazu gelesen.

      War aber das Ende, resp. die letzten 150 Seiten, für dich auch so absehbar? Oder war es noch eine Überraschung?

      Ganz liebe Grüsse dir
      Livia

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    2. Ja, irgendwie schon. Aber ich mag Frieda von Anfang an - ich denke, mit ihr und ihrer Art kann nicht jeder Leser umgehen. Ich mag die etwas anderen Charaktere :D
      Ich finde sogar, dass die Bücher von mal zu mal besser werden! Also weiter lesen lohnt sich!
      Liebe Grüße Anett.

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    3. Super, das freut mich total. Dann weiss ich, was nun auf meiner Wunschliste ein wenig nach oben rutscht :-)

      Einen guten Tag dir
      Livia

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  2. Liebe Livia,
    schön, dass dir die Reihe auch gefällt! ich mag sie sehr, auch wenn es eine eher ruhiger Krimi ist, der besonders von der Hauptprota lebt. Frieda ist toll, allerdings war sie mir in Band 4 und 5 nicht mehr so sympathisch. Aber keine Angst ;)....im letzten Buch fand ich sie wieder großartig!
    Für mich war die Reihe, wie du schon sagst, ein auf und ab, aber man bleibt dran!!!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina

      Es soll ja eigentlich auch ein Thriller sein, der mehr mit atmosphärischer Spannung als mit Blutvergiessen auskommt. Passt schon, finde ich, auch wenn mir das Ganze schon ein wenig brenziliger hätte sein können. War es aber wahrscheinlich auch nicht, weil Frieda immer so abgeklärt war.

      Stimmt, du warst nicht immer komplett begeistert. Ich bin aber auf jeden Fall gspannt und bald darf sicher ein weiterer Band bei mir einziehen.

      Ganz liebe Grüsse dir
      Livia

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  3. Hey Livia,

    das Buch steht schon länger auch auf meiner Wunschliste.

    Ich bin vor allem sehr gespannt auf die Protagonistin Frieda, weil ich da immer gute Sachen gehört habe.

    Nach deiner Rezension freue ich mich noch mehr, das Buch irgendwann bei mir einziehen zu lassen :)

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    1. Liebe Julia

      Ich war ja komplett begeistert von ihr und sie erinnert mich wirklich sehr an mich selber. Ich weiss nun zwar nicht, ob mich das beängstigen oder eher beruhigen soll, aber egal :-)

      Darauf darfst du dich also auf jeden Fall freuen.
      Ganz liebe Grüsse
      Livia

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  4. Huhu Livia,
    ich liebe die Reihe auch total! Bei mir wird als nächstes endlich der "Freitag" gelesen:-)
    Liebe Grüße, Petra

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    1. Liebe Petra

      Das freut mich sehr, da werde ich mich jetzt auch nach und nach "vorarbeiten" und sicher schon bald den nächsten Band lesen.

      Auch dir ganz liebe Grüsse
      Livia

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