Mein SuB kommt zu Wort, 20.9.17

"Mein SuB kommt zu Wort"
Guten Morgen

Endlich, endlich schaffen wir es wieder einmal, an Annas SuB-Aktion teilzunehmen und sind selber überrascht über unsere Antwort zur letzten Frage. Weil ich noch ein wenig wach werden und meinen Kaffee trinken will und muss, wird SuBrina gleich in die Tasten hauen und euch die vier Fragen beantworten.
Viel Spass beim Stöbern und Schmökern :-)

Wie groß/dick bist du aktuell (du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)?
Hallo ihr Lieben auch noch von mir :-) Ich finde die Frage nach dem Gewicht gleich zu Beginn ja jeweils ein wenig unhöflich...aber na ja. Da ich abgenommen habe (wie jeden Monat seit Mai), bereitet mir die Frage aber kein Kopfzerbrechen. Im Gegenteil, in meinem Regal wird es immer gemütlicher, Livia hat Freude an jedem meiner Bücher und es wird sogar bald wieder Platz für neue Bücher geben (aber pssssst, das darf Livia nicht wissen).

Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen? Zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Wir warten schon sehnsüchtig auf die September-Neuzugänge. Bestellt und angefragt sind einige Bücher. Was dann hier wirklich einziehen wird und wann genau, steht irgendwie noch in den Sternen. Bis jetzt kann ich euch deshalb nur Bücher zeigen, die im August hier eingezogen sind. Und da dies genau drei sind, verlinke ich euch gleich hier den Nezugänge-Post aus dem August und zeige nur die drei Bilder, ohne grosse Worte :-)  
https://www.randomhouse.de/Paperback/In-ewiger-Schuld/Harlan-Coben/Goldmann/e503743.rhd#info  https://www.randomhouse.de/ebook/Wolkenkuesse/Debbie-Macomber/Blanvalet-Taschenbuch/e517367.rhd#infohttps://www.randomhouse.de/Buch/Die-Schattenschwester/Lucinda-Riley/Goldmann/e472359.rhd

Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Zuletzt hat Livia "Tom Dickens und die Geliebte des Malers" von Amy Myers gelesen. Das Buch war schon länger bei mir im Regal, ist aber noch nicht rezensiert. Livias letzte Rezension war zum Buch "Fotzenfenderschweine" und dieses Buch empfiehlt sie euch sehr, sehr gerne weiter. 

Lieber SuB, welches Genre befindet sich am häufigsten auf deinem Stapel?
Livia und ich hatten jetzt gerade eine kleinere Diskussion. Nachdem aber ein wenig gezählt und herumgeschoben worden ist, können wir eindeutig sagen, dass Krimis und Thriller in der Überzahl sind. Das hat ganz einen einfachen Grund: Livia hat hier einmal sehr viele Bücher aus dem Altpapier gerettet und das waren ausschliesslich Krimis und Thriller. Davon sind - trotz Ausmisten - noch einige da. Deshalb diese Bilanz. 

Wie sieht es denn bei euch aus? Welche SuBs wachsen, welche schrumpfen?

Wir grüssen euch auf jeden Fall ganz lieb und kommen dann heute Abend ein wenig stöbern. Ganz liebe Grüsse an euch
Livia und SuBrina 

Gemeinsam Lesen, 19.9.17

Gemeinsam Lesen ist eine von Asaviel ins Leben gerufene Aktion,
die nun von den Schlunzen fortgeführt wird.
Guten Morgen liebe Suchtmenschen

Ich bin auch heute wieder bei der Aktion "Gemeinsam Lesen" dabei und möchte gleich noch ein wenig stöbern und dazu den obligaten Morgenkaffee trinken, bevor hier der Tag richtig losgeht.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich beginne heute im Bus mit "Die Haut und die Maske" von Jesús Díaz und bin schon sehr gespannt auf diesen Roman.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Es mussten zwanzig Versionen des Fotos gemacht werden, bis diese hier gelang, mit der alles beginnen wird.

 
Die Haut und die Maske - Jesús Díaz

Über den Autor und weitere Mitwirkende (via):
Jesus Diaz, geboren 1941, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der kubanischen Gegenwartsliteratur und wurde für seine Romane und Drehbücher mehrfach preisgekrönt. Zunächst unterrichtete er Philosophie in Havanna und später im Exil an der Filmhochschule Berlin. Heute lebt Jesus Diaz in Madrid und ist Herausgeber der wichtigsten Exilzeitschrift "Encuentro". Zuletzt erschien von ihm auf deutsch "Erzähl mir von Kuba".
 

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
"Lies ein Buch, das vom Piper Verlag veröffentlicht wurde" verlangt Diana für ihre Nieder mit dem SuB-Challenge. Kann ich, dachte ich mir und musste dann doch ein wenig stöbern, bis ich ein Buch aus dem SuB gezogen hatte, das mir sofort zusagte und auf das ich direkt Lust hatte. "Die Haut und die Maske" wollte ich schon im Sommer lesen, weshalb ich nun sehr, sehr neugierig bin und mich nachher schon auf die Busfahrt freue, auf der ich mit dem Buch beginnen kann.

4. Was ist dein Lieblingsgenre und warum magst du genau dieses Genre so gerne? (Moni)
Diese Frage kann ich überhaupt nicht beantworten, weil ich so gar kein Lieblingsgenre habe. Ich lese quer durch alle Genres und dies sehr gleichmässig. Nur Fantasy und historische Romane kommen bei mir eher zu kurz und Horror und Erotik findet man sogar vergeblich in meinem Regal. Alles andere, wie Krimis, Thriller, Biografien, Jugendbücher, Liebesromane, Wohlfühlromane (ich denke, dass dies ein eigenes Genre ist😉), Fachliteratur, Gesellschaftsromane und, und, und dafür aber reichlich und nach Lust und Laune querbeet.
Darauf bin ich auch sehr stolz und geniesse es, wenn ich beim Lesen etwas lernen und dieses Wissen mit anderen teilen oder spannende Diskussionen über Themen führen kann, auf die ich erst durch das Lesen aufmerksam worden bin.

Wie geht es euch? Lest ihr auch so gerne querbeet und schätzt von Zeit zu Zeit einen gewissen intellektuellen Anspruch bei euren Lektüren?

Ich wünsche allen einen wunderschönen Tag. Über kreative und interessierte Kommentare freue ich mich sehr und beantworte diese sehr gerne direkt bei einem Gegenbesuch.

Alles Liebe
Livia

Rezension: Fotzenfenderschweine

Fotzenfenderschweine - Almut Klotz

Beschreibung des Verlages:
Herausgegeben von Aaron Klotz und Reverend Christian Dabeler, mit einem Nachwort von Jörg Sundermeier.
Die Musikerin und Autorin Almut Klotz beschreibt in diesem Buch ihre Liebesgeschichte mit dem Musiker und Autor Rev. Christian Dabeler – den sie im Mai 2013 heiratete. Zugleich aber ist »Fotzenfenderschweine« eine Abrechnung mit der Indie-Pop-Szene und den alten und neuen Frauenrollen darin. Almut Klotz schreibt leidenschaftlich und mitreißend, offen und ohne Denkverbote.
Almut Klotz hat mit ihrem Text eine genaue Beschreibung eines Künstlerlebens gegeben und eine wunderschöne Liebesgeschichte mit allen Höhen und Tiefen erzählt.
Bis zu ihrem Tod hat sie an »Fotzenfenderschweine« gearbeitet, der Text erscheint nun erstmals und ungekürzt aus ihrem Nachlass.

Meine Meinung:
Über "Fotzenfenderschweine" bin ich auf Pinkfisch gestolpert. Sarah hat meiner Meinung nach eine fantastische Rezension verfasst, die definitiv neugierig macht. Das Buch war mir zwar vorher schon oft begegnet, Pinkfisch hat mich dann aber definitiv davon überzeugt, "Fotzenfenderschweine" zu kaufen. Erst vor einigen Tagen konnte ich endlich zu diesem Buch greifen und habe es dann nicht mehr weglegen können. Der direkte Schreibstil, die ungeschönten Details und die tiefe Liebe der Autorin zu "ihrem" Reverend sprechen aus jeder Seite und sorgen für einen Sog, der fesselt und berührt.
Zusätzlich zur aussergewöhnlich intensiven, leidenschaftlichen und manchmal auch zerstörerischen Liebesgeschichte werden tiefe Einblicke in die deutsche Popmusikszene der 80-er- und 90-erjahre des zwanzigsten Jahrhunderts gewährt. Details über Musiker und Musikgruppen, die mir total unbekannt waren, werden geschickt eingeflochten und in den vielen autobiografischen Erzählungen erwähnt. Ich habe mir viele Aufnahmen angehört und einiges an Artikeln im Internet gelesen, um mich besser über Almut Klotz, ihr Leben, ihre Musik und ihr Umfeld zu informieren, was sehr spannend war.

Schreibstil und Handlung:
Mitreissend, berührend und unverblümt werden Höhen und vor allem Tiefen einer Beziehung geschildert. Es scheint, als wäre Almut Klotz ziemlich von Reverends Meinung und seinem Charisma abhängig gewesen, er aber von ihrer Bewunderung und uneingeschränkten Liebe. So hat sich eine nicht immer ganz gesunde und wohltuende, aber leidenschaftliche Liebesbeziehung entwickelt, deren Protagonisten weder miteinander, noch ohne einander wirklich leben konnten. Genau diese Geschichte, bei der auch Almut Klotz selber nicht immer gut wegkommt, beschreibt sie anschaulich und mitreissend und voller Liebe und Leidenschaft. Es ist ihren Hinterbliebenen hoch anzurechnen, dass sie ihren letzen Wunsch erfüllt und diesen Text lediglich korrigiert, aber in keinster Weise überarbeitet haben.
So ist ein authentisches Zeitdokument entstanden, welches sprachlich und inhaltlich zu überzeugen vermag.

Meine Empfehlung:
"Fotzenfenderschweine" (und ja, der Titel erklärt sich bei der Lektüre) überzeugt mit einer Sprachgewalt, die ihresgleichen sucht und einer Ehrlichkeit, die berührt. Zahlreiche Bilder und die wundervolle Aufmachung machen dieses Buch zu einer sehr lesenswerten, informativen, liebenswerten und mitreissenden Biografie.

Zusätzliche Infos:
Autorin: Almut Klotz-Dabeler, 1962 in Pforzheim geboren, kam 1985 nach Berlin. Mit Funny van Dannen und Christiane Rösinger gründete sie die Band Lassie Singers, die sich 1998 nach zehn Jahren auflöste. Mit Rösinger betrieb sie auch das Label Flittchen Records und die Flittchenbar. Den Popchor Berlin gründete sie 2001, der Chor nahm Coverversionen bekannter Popsongs auf. Mit Rev. Christian Dabeler bildete sie ein Duo, die Platte »Klotz + Dabeler« erschien 2007.
Klotz arbeitete auch als freie Autorin, von 2001 an erschienen zehn Jahre lang ihre Kolumnen in der Berliner Zeitung. 2005 veröffentlichten Klotz und Dabeler den gemeinsam verfassten Roman »Aus dem Leben des Manuel Zorn«, der Erzählungsband »Tamara und Konsorten« erschien 2008.
Almut Klotz starb im August 2013. Das Album »Lass die Lady rein«, das sie gemeinsam mit Dabeler aufgenommen hatte, erschien eine Woche nach ihrem Tod.
Titel: Fotzenfenderschweine
Hardcover: 144 Seiten, mit Abbildungen
Sprache: Deutsch 
ISBN: 9783957321657

Roadtrip Kroatien/Bosnien, 4. Teil: Šibenik

Nachdem wir uns von unserem Ausflug in den Krka Nationalpark erholt hatten, wollten wir uns die Stadt Šibenik, wo wir in einem liebenswürdigen Apartment untergebracht waren, noch ein wenig ansehen und vor allem etwas essen. Leider haben wir in unseren ganzen Ferien immer so gut gegessen, dass ich oft ganz vergessen habe, Bilder von unseren Gerichten zu machen. Dafür kann ich euch zeigen, dass wir nach dem Essen noch einen grossen Spaziergang durch die mittlerweile dunkel gewordene Stadt gemacht und dabei den Dom und die vielen herausgeputzten Gässchen bewundert haben.

Leider hatten wir nur zwei Nächte in Šibenik gebucht und wollten auch schon sehr bald die Familie des Liebsten in Bosnien besuchen, weshalb wir bereits am nächsten Tag nach Bosnien reisen wollten. Nicht allerdings, ohne noch ein wenig bei Tageslicht durch Šibenik geschlendert zu sein und uns ein fantastisches Frühstück zu gönnen.
Die Altstadt von Šibenik ist wirklich nicht gross, aber wunderbar begrünt, gepflegt und einfach nur liebenswert. Romantische Eckchen, begrünte Hauseingänge, offene und freundliche Menschen und fantastisches Essen. Was will man mehr?
Beeindruckend, nicht?
Und weil wir beim Frühstücken unbedingt noch unsere ersten Postkarten schreiben wollten (insgesamt haben wir wohl ca. 30 Postkarten verschickt), hatte ich sogar Zeit, euch zu fotografieren, was bei uns auf den Teller gekommen ist. Es war so schön angerichtet, dass es einfach zu schade gewesen wäre, euch dies vorzuenthalten:
Fleisch und Fisch blieben dabei natürlich dem Liebsten vorbehalten. Aber mit dem frischen Brot zum Käse und den Antipasti, wurde auch ich satt :-)
Und dann begaben wir uns auf die längste Fahrt in unseren Ferien und fuhren in die Region Travnik nach Bosnien, wo die Familie des Liebsten uns schon sehsüchtig erwartete.

Auch in Bosnien haben wir einiges erlebt und ich werde euch bald noch mehr Bilder zeigen. Bis dahin werden aber wohl auch noch einen oder mehrere buchige Posts online gehen und ich wünsche euch ganz einen guten Tag und lade euch herzlich ein, in meinen bisherigen Reiseberichten zu stöbern
Livia

Gemeinsam Lesen, 12.9.17

Gemeinsam Lesen ist eine von Asaviel ins Leben gerufene Aktion,
die nun von den Schlunzen fortgeführt wird.
Guten Morgen an diesem regnerischen Dienstag

Obwohl ich erst am späteren Nachmittag unterrichten werde, bin ich schon lange wach und heute ist es mir besonders schwer gefallen, mein Bett zu verlassen. Schiesslich eignet sich dieses Wetter perfekt dazu, eingemummelt in die Decke in ein Buch abzutauchen und vielleicht auch den einen oder anderen Film zu sehen. Um wenigstens beim Thema "Buch" zu bleiben, nehme ich aber noch an der Aktion "Gemeinsam Lesen" teil, bevor ich mich nach Draussen wage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Tom Dickens und die Geliebte des Malers" von Amy Myers und starte nachher mit dem zweiten Kapitel auf Seite 39.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Wo anfangen, Ned?"



Tom Dickens und die Geliebte des Malers - Amy Myers

Klappentext:
Im nebelverhangenen London wird eine Frauenleiche ans Ufer der Themse gespült. Schornsteinfeger Tom Dickens vermag sie sofort zu identifizieren: Es ist Bessie, das rotblonde Modell des bekannten Malers Valentine Drake. Niemand scheint Bessies Tod zu interessieren, doch da verhaftet die Polizei den Maler als ihren mutmaßlichen Mörder, und der Fall wird Stadtgespräch. Einerseits ist der Schornsteinfeger nicht davon überzeugt, daß Valentine Drake zu so einer schrecklichen Tat in der Lage sein könnte, zum anderen mochte er Bessie sehr und glaubt es ihr schuldig zu sein, ihren wirklichen Mörder zu finden. All dem nachzugehen erweist sich jedoch als nicht ungefährlich für den wackeren Tom Dickens, der eine durch und durch ehrliche Haut mit gottesfürchtiger Gesinnung ist, sich aber durchaus zu wehren weiß. Und wenn ihm mal nichts mehr einfällt, hat sein Lehrjunge Ned bestimmt noch eine Idee.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich habe erst gestern mit diesem Buch begonnen und kann noch nicht sehr viel dazu sagen. Der Schreibstil gefällt mir aber schon einmal ganz gut. Tom Dickens, der Schornsteinfeger, erzählt die Geschichte von der vermutlich ermordeten Bessie aus seiner Perspektive und berichtet zugleich von seinen spannenden Erfahrungen als Schornsteinfeger. Sein Gehilfe Ned und dessen nicht ganz einfache Vergangenheit, sowie eine spezielle Begegnung mit einem Maler werden dabei ebenfalls geschickt in die Geschichte verflochten. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie dieser Krimi mit seinem ungewöhnlichen Antihelden Tom Dickens, der sich trotz ehrbarer Arbeit am Rande der Gesellschaft bewegt, weitergehen wird.

4. Peinliche Erlebnisse beim Lesen - hast du da schonmal eines gehabt? (Bibilotta)
Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass mit "peinlichen Erlebnissen" Erlebnisse in der Öffentlichkeit gemeint sind. Aber was ist schon peinlich? Mir ist es auf jeden Fall nicht peinlich, wenn ich laut lache oder bei einem berührenden Buch auch immer mal wieder im Zug weine. Das gehört halt beim Lesen dazu. Schade, dass ich euch da nicht mehr bieten kann.

Nachtrag: Mir ist doch noch etwas eingefallen: Als ich "Sex and the Dorf" gelesen habe, setzte ich mich immer so in den Bus und Zug, das man Cover und Titel nicht sehen konnte (was mir einige Verrenkungen abverlangt hat). Obwohl das Buch überhaupt nicht schlüpfrig ist, sondern total unterhaltsam und intelligent geschrieben, waren mir vor allem älteren Mitreisenden gegenüber Cover und Titel schon ein wenig peinlich. Weil ich das Buch in einer Leserunde gelesen habe, habe ich der Autorin auch davon berichtet und die hat sich köstlich darüber amüsiert.

Ich wünsche allen einen guten Tag und freue mich darauf, von euren "peinlichen Erlebnissen" zu lesen. Über kreative und interessierte Kommentare freue ich mich sehr und beantworte diese sehr gerne direkt bei einem Gegenbesuch.

Alles Liebe
Livia

Rezension: Lea

Pascal Mercier - Lea

Beschreibung des Verlages:
Die achtjährige Lea hat sich nach dem Tod der Mutter in eine eigene Welt zurückgezogen, zu der auch der Vater keinen Zutritt hat. Erst der Klang einer Geige holt sie ins Leben zurück. Sie erweist sich als außerordentliche musikalische Begabung und mit achtzehn liegen ihr Publikum und Musikwelt zu Füßen. Doch Martin van Vliet, ihren anfangs überglücklichen Vater, treibt es immer tiefer in die Einsamkeit. Bei dem verzweifelten Versuch, die Liebe und Nähe seiner Tochter zurückzugewinnen, verstrickt er sich in ein Verbrechen ... 

Meine Meinung:
Nach "Nachtzug nach Lissabon" ist nun "Lea" mein zweites Buch von Pascal Mercier. Dieser in Bern geborene Autor schafft es, die von mir ebenfalls geliebte Bundeshauptstadt der Schweiz so schön und authentisch darzustellen, die Plätze so klar und realistisch, dass man sich gleich dorthin versetzt fühlt. Und auch in "Lea" war ich beim Lesen oft in unserer wunderschönen Stadt unterwegs. Gedanklich, aber auch in Echtzeit und Realität. Ich denke, dass man eine so stimmungsvolle, tragische Geschichte, so lebhaft beschriebene Figuren und diese poetische und fesselnde Sprache am besten nachvollziehen kann, wenn man die Orte kennt, an denen "Lea" spielt.
Da die junge Lea eine Musikerin ist, die gerade erst in den Bann der Musik gerät und immer fanatischer zu üben beginnt, bis sich ihr Vater Sorgen machen muss, konnte ich mich sehr gut in die Rolle dieser jungen Geigerin versetzen.
Der Sog des Übens, der körperliche Einsatz und die Entbehrungen werden meiner Meinung nach realistisch beschrieben und können gut nachvollzogen werden. Ebenfalls sehr gut hat mir gefallen, wie van Vliet fühlt, dass seine Tochter in Gefahr ist und dass er mit jedem Schritt, den er auf sie zu machen will und mit jeder Handlung, die ihr helfen soll, den Abgrund zwischen ihnen sogar noch vergrössert. Wie ihm Lea mehr und mehr entgleitet. Das war unendlich traurig und berührend dargestellt und ich konnte fast nicht glauben, was ich da las.
 
Schreibstil und Handlung:
Erzählt wird die Geschichte aber eigentlich vom Erzähler, der Martijn van Vliet in Frankreich trifft, mit ihm ins Gespräch kommt und von ihm die ganze Geschichte von Lea erzählt bekommt. Mich berührten diese Innensichten in Martijn van Vliet sehr, weil sie die Sorgen eines Vaters aufzeigen, der seine Tochter an die Musik verliert. Mit ihr mitfiebert, um sie bangt, sogar Angst um sie und vor ihr bekommt. Ich will gar nicht wissen, wie oft meine Eltern vor Panik erstarrten, als sie merkten, dass ich auf der Bühne kurz die Konzentration verlor, über den Saum des Kleides stolperte, als die Technik nicht wollte, wie sie sollte, die Korrepetitorin sich verspielte oder das Instrument am Tag der Zwischenprüfung notfallmässig repariert werden musste.
Vor allem auch dieses Gefühl, dass man sein Kind nun alleine auf der Bühne stehen lassen und es sich dem grausamen Publikum aussetzen lassen muss und nichts mehr tun kann als mitfühlen, war sehr realistisch beschrieben.
Von Anfang an ist klar, dass sowohl der Erzähler, als vor allem auch van Vliet zerbrochene Existenzen mit zerstörten Familien sind. Und diese Gemeinsamkeit verbindet die beiden Männer in einer sonderbaren Freundschaft, die von Mitgefühl, Fürsorge, Achtung, Entsetzen und Grauen geprägt ist. Und nach und nach erzählt van Vliet, was mit Lea geschah, was er damit zu tun hatte und wie er das Leben und diese eine Geige und diesen einen Lehrer dafür verantwortlich macht, wie er Gründe sucht, Wege, die er hätte gehen können und die nicht ins Verderben geführt hätten.
Dies geschieht so mitreissend und spannend, wie in einem guten Krimi, ich erinnere mich da vor allem an die Szene der zwielichtigen Geigenaktion. Aber es geschieht auch wunderbar poetisch und tiefgründig, fesselnd, berührend und verstörend, dass man "Lea" auch nach dem Beenden der letzten Seiten noch in sich nachhallen hört und spürt.

Meine Empfehlung:
"Lea" ist ein wahrer Schatz und die Lektüre dieser Novelle lohnt sich aufgrund der poetischen und berührenden Sprache, der tragischen und fesselnden Geschichte und der lebensecht dargestellten Figuren. "Lea" hallt nach und hat mich lange beschäftigt und ich empfehle euch diese sehr besondere Geschichte von Herzen.

Zusätzliche Infos:
Titel: Lea
Autor: Pascal Mercier, 1944 in Bern geboren, lebt in Berlin. Nach Perlmanns Schweigen (1995) und Der Klavierstimmer (1998) wurde sein Roman Nachtzug nach Lissabon (Carl Hanser Verlag 2004) einer der großen Bestseller der vergangenen Jahre und in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2007 folgte die Novelle Lea. Unter seinem bürgerlichen Namen Peter Bieri veröffentlichte er, ebenfalls bei Hanser, Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens (2001).  Pascal Mercier wurde 2006 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis ausgezeichnet und 2007 in Italien mit dem Premio Grinzane Cavour für den besten ausländischen Roman geehrt. 2007 erhielt er die Lichtenberg-Medaille der Universität Göttingen. 
Sprache: Deutsch
Fester Einband mit Schutzumschlag: 256 Seiten
Verlag: Hanser Verlag
Erscheinungsdatum: 01.09.2012 
ISBN: 978-3-446-24117-6

Roadtrip Kroatien/Bosnien, 3. Teil: Krka Nationalpark

 
Nach unserem kurzen Halt in Primošten fuhren wir nach Šibenik. Von dieser herausgeputzten und liebenswerten Stadt haben wir aber vorerst gar nicht einmal so viel gesehen, weil wir sofort am nächsten Tag in den Krka Nationalpark (benannt nach dem Fluss Krka, der durch diesen Nationalpark fliesst)  reisten, um uns dort die zauberhaften Wasserfälle, wo Szenen der Filme “Old Shatterhand”, “Unter Geiern”, “Der Ölprinz” und “Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten” gedreht worden sind, anzuschauen. Ein Besuch in diesem schönen Nationalpark lohnt sich für die ganze Familie. Neben verschiedenen Spaziergängen kann man unterschiedlich lange Schifffahrten machen, auf eigene Faust lange Wanderungen unternehmen, im kühlen Wasser baden (Badekleidung also unbedingt mitnehmen) und ein kleines ethnografisches Museum besichtigen.

Besucht man den Krka Nationalpark, geht man zuerst dem eben erwähnten Hauptweg entlang, der bereits einen kleinen Blick auf die zwei grossen Wasserfälle gewährt und im Schatten durch den Wald führt. Dort kann man verschiedenste Tierarten entdecken, die Seele ein wenig baumeln lassen und den schönen Bächen und Flüsschen entlangschlendern.
Am Ende dieses Weges ist man am Fuss des grössten Wasserfalls angelangt, wo man baden, sich (für teures Geld) verpflegen oder auch einfach noch ein wenig spazieren kann.
Nachdem man sich mit gefühlten Millionen von Menschen über einen schmalen Steg gezwängt hat, geht man dann nach oben und kommt an allen Wasserfällen vorbei, die man unterwegs von der Seite und oben begutachten kann. Und weil dieses Naturschauspiel so imposant ist, lasse ich jetzt einfach einmal Bilder sprechen:
Hat man sich diese traumhafte Aussicht einverleibt, kann man sich noch eine Schifffahrt gönnen (oder auch zuerst mit der Schifffahrt beginnen, damit man diese auf jeden Fall auch machen kann und nicht alles ausgebucht ist). Wir entschieden uns für eine zweistündige Bootstour, welche uns zum Kloster (Manastir) Krka, eigentlich Sveti Arhandel genannt, führte, auf der Klosterinsel Visovac eine halbe Stunde Aufenthalt mit Besichtigung der Kapelle und der Gärten beinhaltete und uns die malerischen Hügelketten, welche ebenfalls Winnetou Kulisse gestanden hatten, näherbrachten.
 
Von diesen wunderschönen Eindrücken, den gewanderten Kilometern und der Hitze erschöpft, fuhren wir dann zurück nach Šibenik. Dort gönnten wir uns ein erfrischendes Bad im Meer (das Letzte, bevor es am nächsten Tag nach Bosnien ging), eine Dusche und ein traumhaftes Abendessen. Davon werde ich euch aber in den nächsten Tagen berichten, schaut also öfter einmal hier vorbei :-)

Der Krka-Nationalpark, meine Empfehlung:
Ein Besuch im Krka-Nationalpark lohnt sich für Familien, Winnetou-Fans, Wanderer, Schwimmer und andere Menschen jeglichen Alters. Es gibt sogar viele rollstuhl- und kinderwagengeeignete Wege. Die vielen verschiedenen Angebote haben für alle etwas zu bieten und das Preis-Leistung-Verhältnis ist fair, wenn auch in der oberen Preisklasse. Es lohnt sich aber, nach Studenten- und Familienrabatt zu fragen, der gerne gewährt wird.
Der einzige Nachteil waren für uns die extrem vielen Touristen. Der Nationalpark war leider total überlaufen und da es nur einen Hauptweg zu den Wasserfällen gab, den wir alle ablaufen mussten, wurde dieser Besucheranstrom nicht sehr gut gemanagt.
Alles in allem kann ich aber einen Besuch dieses zauberhaften Fleckchens Erde nur empfehlen.

Ihr lest bald wieder einen Reisebericht von mir und dürft gerne auch in den bisherigen Reiseberichten stöbern:
Ich wünsche allen einen wunderschönen und erholsamen Sonntag und auf bald
Livia

Rezension: Wolkenküsse

https://www.randomhouse.de/ebook/Wolkenkuesse/Debbie-Macomber/Blanvalet-Taschenbuch/e517367.rhd#info
Vorsicht Spoiler, 4. Teil der Rose Harbor-Reihe:
2. Frühlingsnächte
3. Sommersterne
4. Wolkenküsse
5. Herbstleuchten
6. Rosenstunden


Wolkenküsse - Debbie Macomber

Beschreibung des Verlages:
Über den Wolken scheint immer die Sonne ...
Mark Taylor kam in die gemütliche Küstenstadt Cedar Cove, um seine schmerzhafte Vergangenheit hinter sich zu lassen und noch einmal neu anzufangen. Die letzten Jahre hat er sehr zurückgezogen verbracht, doch als er Jo Marie Rose trifft, steht sein Leben von jetzt auf gleich Kopf.
Die Besitzerin des Rose Habor Inn, einer kleinen Pension, hatte Mark angeheuert, um ihr in Haus und Garten zur Hand zu gehen. Je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr merkt Mark, dass sie ihm immer wichtiger wird – doch langgehegte Geheimnisse stehen zwischen ihnen. Außerdem wollte er sein Herz nie wieder an eine Frau verlieren.
Als sich Mark eines Tages aber das Bein bricht, bleibt ihm nichts anderes übrig, als Jo Marie um Hilfe zu bitten. Und obwohl er versucht, sie auf Abstand zu halten, kann er nicht länger verleugnen, wie sehr er sie inzwischen liebt … 

Meine Meinung:
"Wolkenküsse" ist der vierte Teil der Rose Harbor-Reihe, in die ich mich von der ersten Seite an verliebt habe. Vor allem die Protagonistin Jo Marie und ihre fürsorgliche Art haben es mir angetan. Die wohnliche Stimmung in ihrem Bed & Breakfast, die tollen Rezepte und Speisen, welche man beim Lesen mitbekommt und vor allem auch die spezielle Bindung, welche sie zu ihren Gästen und ihrem Nachbar und Angestellten Mark hat, machen diese Reihe sehr lesenswert. 
In "Wolkenküsse" wird nun die Sicht von eben genau diesem Mark auf ein einschneidendes Ereignis in seinem und Jo Maries Leben geschildert. Marks Beinbruch und die Hilfe, die er daraufhin annehmen musste, haben ihn Schwäche spüren und auch zeigen lassen, haben Gefühle in ihm geweckt, die er definitiv unterdrücken wollte und mit denen er nun nicht umgehen kann.
Dies alles wurde im gewohnt flüssigen Schreibstil erzählt, hat mich inhaltlich aber leider ein wenig enttäuscht, weil mir da insgesamt zu wenig passiert ist und Mark nun für die paar Sätze aus seiner Reserve gelockt und für dieses kurze eShort bemüht werden musste.

Schreibstil und Handlung:
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich "Wolkenküsse" für nicht ganz rund, nicht ganz gelungen halte, weil das, was die Rose Harbor-Reihe ausmacht, nämlich Jo Maries Wärme und die Stimmung im  Bed & Breakfast, gar keine Rolle darin spielen. Aus Marks Sicht wird erzählt, was man sich als Leser bereits zusammengereimt und vorgestellt hat und somit bietet "Wolkenküsse" nicht wirklich viel Neues. Die rätselhafte Geschichte um Mark wird zwar ein wenig mehr entwirrt, aufgelöst wird aber nach wie vor nichts. Seine Sicht auf die Dinge füllt aber ein paar Leerstellen, was durchaus unterhaltsam war.
Trotzdem hat mir da einfach etwas gefehlt, das dieses sShort noch ein wenig hätte aufwerten können.
Vom Schreibstil muss ich aber eigentlich gar nicht erst anfangen, der liess mich alle Bücher der Reihe richtiggehend inhalieren und war gewohnt flüssig und fesselnd.
Natürlich fehlte mir Jo Maries Wärme, aber Marks Charakter und seine weiche Schale im harten Kern waren meiner Meinung nach sehr authentisch beschrieben und haben die doch ein wenig seichte Geschichte gerettet.

Mein Fazit:
"Wolkenküsse" gehört zur Rose Harbor-Reihe, muss aber nicht unbedingt gelesen werden, da es sich eigentlich eine Ergänzung aus Marks Sicht zur Handlung um Jo Marie handelt. Diese Idee finde ich sehr schön, wenn auch die Umsetzung meiner Meinung nach nicht ganz rund gelungen ist.

Zusätzliche Infos:
Titel: Wolkenküsse
Originaltitel: Falling For Her
Autorin: Debbie Macomber ist mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie eine begeisterte Strickerin und verbringt mit Vorliebe viel Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie lebt mit ihrem Mann in Port Orchard, Washington, und im Winter in Florida.
eBook: 48 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Amerikanisch
Übersetzt von: Nina Bader
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 01.08.2016
ISBN: 978-3-641-20850-9

Rezension: Vierzehn

Vierzehn - Tamara Bach

Beschreibung des Verlages:
Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017! (Kritikerjury und Jugendjury)
Der erste Schultag. Zwei Wochen vor den Sommerferien ist Beh krank geworden und konnte nicht mit den anderen in den Urlaub fahren. Als das neue Schuljahr anfängt, hat sie alle acht Wochen lang nicht gesehen. Viel ist passiert, ihre Freundinnen haben neue Leute kennengelernt und Geschichten zu erzählen. Beh dagegen war nur zu Hause. Aber eigentlich war da mehr, von dem ihre Freundinnen nichts wissen. Zu Hause liegt eine Postkarte für sie im Briefkasten, in der Stadt gibt es ein Zimmer mit blauen Wänden, da ist ein Hund, ein Mädchen mit Schwimmflügeln und lauter Orte, die Beh bis zum Abend noch fotografieren wird, weil ihnen etwas fehlt. Und als Beh am Ende des Tages ihre Zimmertür schließt, hat sie auch jemand bei ihrem vollen Namen genannt.

Meine Meinung:
Ich bin sehr froh, dass das liebe Bröselchen noch einmal auf den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 aufmerksam gemacht und die nominierten Bücher in diesem Post erwähnt hat. Grün ist eine meiner absoluten Lieblingsfarben, das Cover, die ganze Aufmachung und der wundervolle Klappentext von "Vierzehn" sind mir deshalb gleich ins Auge gestochen und haben mich überzeugt. Ich habe mir das Buch sofort bestellt und innerhalb von nur einem Tag gelesen. Das kleine Büchlein ist ein wahrer Schatz, der sagenhafte Schreibstil hat mich umgehauen, die Tragik und der Schmerz aber auch Hoffnung haben mich überrollt und die Handlung mit den vielen Leerstellen hat mich restlos begeistert. Schon lange habe ich kein so dichtes und fesselndes Buch, mit so wenig Text aber mit so viel Gefühl gelesen. Und als ich dann das Buch noch aus seinem Schutzumschlag gepackt habe, damit beim Lesen nichts zerknittert, habe ich gesehen, wie schön es daherkommt. Weil einfach alles passt.
Ich frage mich gerade, warum "Vierzehn" nicht wesentlich mehr verdiente Aufmerksamkeit bekommen hat, warum es mir bis vor wenigen Tagen komplett unbekannt war und warum ich vorher noch kein anderes Buch der Autorin gelesen habe. Es ist wirklich eine Schande.

Schreibstil und Handlung:
Ein einziger Tag. Ein Tag, der Behs Leben umkrempelt und der eine Achterbahn der Gefühle beinhaltet. Der erste Tag nach den Sommerferien, sieben Stunden Unterricht, ein Hundespaziergang, ein Besuch im Freibad, ein Abendessen. Alles wäre so normal, wenn es nicht dieses Ding gäbe, wenn da nicht eine Leere wäre. Und dieses Zimmer.
Im Kunstunterricht wird von der Lehrerin ein neues Schulprojekt vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler sollen verlassene Orte und Gebiete fotografieren und später zeichnen. Leerstellen. Dieses wunderschöne Handlungsdetail passt einfach so gut zum Schreibstil, weil die Autorin um die Ereignisse herum erzählt. Weil sie auslässt, weil erst am Ende klar wird, was es mit all den Dingen, Menschen und Orten auf sich hat, die Beh an diesem Tag angetroffen hat. Weil sich erst da alles zusammenfügt, Handlung und Sprache, Beh und ihre Sommerferien, Beh und ihr erster Schultag.
Vom allwissenden Erzähler, der manchmal vorgreift, manchmal zurückschaut und auch erzählt, was gewisse Ereignisse für Folgen haben, die Beh gar nicht wahrnimmt, wird Beh immer direkt in der zweiten Person Singular angesprochen. Und so wird im "Du-Stil" en Detail beschrieben wie sie diesen ersten Schultag erlebt. Und weil dies so wunderbar aussergewöhnlich und auch komplett konsequent geschieht, habe ich euch hier ein herrlich poetisch-amüsantes Beispiel herausgesucht:

Fill in the gaps.
Na gut.
Du kennst das Lied.
Jeder kennt das Lied.
Die ganze Menschheit kennt das Lied.
Instructions sind wie folgt: Listen closely, what do you think this song ist about? Well, duh, America!
Du hörst zu, du fillst in the gaps, du vergleichst mit deinen peers und korrigierst everything Falsches. Du lernst bestimmt sehr viel heute.
Vierzehn, S.39

Und genau so wird die ganze Geschichte von Beh erzählt und wie sie selber ihren Platz in dieser Geschichte findet oder vielleicht mit der Zeit finden wird. Und wie in ganz viel Leere auch neue Hoffnung wachsen kann.

Meine Empfehlung:
"Vierzehn" von Tamara Bach ist poetisch und traurig, unterhaltsam und voller Gefühl und es fesselt vom ersten bis zum letzten Satz. Obwohl ich dieses Buch so geliebt habe und einige Seiten mehrmals gelesen habe, weil sie mir einfach so gut gefallen haben, kann ich noch immer nicht in Worte fassen, was "Vierzehn" mir bedeutet und in mir ausgelöst hat. Ich empfehle es euch auf jeden Fall ohen Wenn und Aber weiter und lege es euch direkt ans Herz, damit es dort einen guten Platz finden kann.

Zusätzliche Infos:
Titel: Vierzehn
Autorin: Tamara Bach, 1976 in Limburg an der Lahn geboren, studierte in Berlin Englisch und Deutsch für das Lehramt. Ihr erstes Buch, "Marsmädchen", wurde als noch unveröffentlichtes Manuskript mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet und erhielt außerdem den Deutschen Jugendliteraturpreis. Weitere Bücher und Auszeichnungen folgten, u.a. der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis 2013 für "Was vom Sommer übrig ist". 2014 stand "Marienbilder" auf der internationalen Auswahlliste White Ravens. Heute lebt und schreibt Tamara Bach in Berlin. Ihr neuestes Buch heißt "Vierzehn" und ist ebenfalls bei Carlsen erschienen.
Sprache: Deutsch
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 112 Seiten 
Verlag: Carlsen
Erschienen am: September 2016
ISBN: 978-3-551-58359-8

Gemeinsam Lesen, 5.9.17

Gemeinsam Lesen ist eine von Asaviel ins Leben gerufene Aktion,
die nun von den Schlunzen fortgeführt wird.
Guten Morgen ihr alle

Ich habe gestern im Zug ein Buch begonnen, das mich jetzt schon total gefesselt hat, auch wenn ich noch ganz am Anfang bin und ich möchte unbedingt herausfinden, wie es weitergeht, weshalb es mich die nächsten Tage begleiten wird.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Lea" von Pascal Mercier" und bin auf Seite 47.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Vor mir lag eine Notiz meiner Sekretärin über einen Anruf des Rektors, der mich zu sich zitierte.

Pascal Mercier - Lea

Beschreibung des Verlages:
Die achtjährige Lea hat sich nach dem Tod der Mutter in eine eigene Welt zurückgezogen, zu der auch der Vater keinen Zutritt hat. Erst der Klang einer Geige holt sie ins Leben zurück. Sie erweist sich als außerordentliche musikalische Begabung und mit achtzehn liegen ihr Publikum und Musikwelt zu Füßen. Doch Martin van Vliet, ihren anfangs überglücklichen Vater, treibt es immer tiefer in die Einsamkeit. Bei dem verzweifelten Versuch, die Liebe und Nähe seiner Tochter zurückzugewinnen, verstrickt er sich in ein Verbrechen ... 

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
In "Lea" treffen sich zwei Männer, zwei Väter und treten zusammen eine Reise an. Die, welche sich vorher nicht gekannt haben, bemerken, dass sie einiges verbindet. Unter anderem, dass sie beide eine Tragödie erlebt haben. Vor allem Leas Vater scheint gebrochen und mit jedem Detail, das er von seiner Geschichte erzählt, wird klarer, warum.
Diese Geschichte reisst mich mit. Und auch überzeugt mich die erzählerische Kraft, die von der im Buch beschriebenen Musik ausgeht. Ich bin schon sehr gespannt, wie Leas Künstlerleben sich entwickelt und wie authentisch dies Mercier zu erzählen weiss.

4. Pausiert ihr schon mal euren Blog? Oder sollte ein Buchblogger gar mal ein bisschen Abstand zu seinem Hobby suchen? (Der Büchernarr Frank)
Nun ja...was ist das wieder für eine Frage?
Mein Hobby ist ja nicht in erster Linie das Bloggen, mein Hobby ist vor allem das Lesen. Natürlich tausche ich mich gerne über Bücher aus, natürlich liebe ich es, mit euch zu diskutieren, freue ich mich über Kommentare und Aufmerksamkeit und stöbere gerne im Internet. Aber in erster Linie lese ich. Alles, was mit Büchern zu tun hat, so auch das Bloggen, sind für mich Extras, gehören auch zum Hobby dazu, werden aber vernachlässigt, sobald die Zeit drängt. Damit mehr Zeit zum Lesen bleibt.
Und wenn ich mal zwei Wochen wegfahre (wie in diesem Sommer), würde ich es wohl als Druck empfinden, ständig online sein zu wollen, also gibt es eine Blogpause. Ausserdem lese ich dann oft weniger, weil ich die Zeit mit meinen Lieben geniesse, viel unternehme, abends weggehe... Pausiere ich deswegen mit meinem Hobby? Nein, auf keinen Fall. Ein Hobby bleibt ja ein Hobby, auch wenn man es einmal weniger rege pflegt, weniger Zeit hat, zu erschöpft ist, auch die Lust einmal fehlt.

Wie seht ihr das? Versteht ihr den Begriff "Hobby" sehr anders? Oder gibt es gar jemanden unter euch, der wirklich so etwas wie eine "Pause vom Hobby" kennt?

Alles Liebe euch und ich werde erst am Abend Zeit zum Stöbern habe, beantworte dann aber jeden Kommentar sehr gerne bei einem Gegenbesuch
Livia

Lese-Statistik August 2017

Der Lese-Monat August war für mich ein sehr guter Monat, wenn man bedenkt, dass ich in meinen Ferien, also im ersten Drittel des Monats, fast gar nicht zum Lesen kam.
Ich habe aber:
  • zwei Reclam-Bücher gelesen
  • das Buch von meinem SuB befreit, das da schon am längsten lag (März 2013!!!)
  • eine weitere SuB-Leiche gelesen
  • einen Neuzugang aus dem Monat August direkt gelesen.
Insgesamt war das sehr erfolgreich für mich und damit das nicht zu ausufernd wird heute früh, werde ich euch noch kurz alle meine Bücher, die ich rezensiert habe, einzeln zeigen. Ein Klick aufs Bild führt dabei wie immer direkt zum Verlag oder zu Lovelybooks. Die Reclam-Bücher werde ich nicht rezensieren, zu einem davon verliere ich aber gleich hier bei meinem Rückblick noch ein paar Worte.

Meine gelesenen und rezensierten Bücher im August:
https://www.lovelybooks.de/autor/Nigel-McCrery/Die-Fremde-ohne-Gesicht-143004620-w/ https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-Steinflut/Franz-Hohler/btb-Taschenbuch/e369922.rhdhttps://www.randomhouse.de/Paperback/In-ewiger-Schuld/Harlan-Coben/Goldmann/e503743.rhd#info  https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-Firma/John-Grisham/Heyne/e165657.rhd


Meine Rezensionen und weiteren gelesenen Bücher im Überblick:
Die Firma - John Grisham   (576 Seiten) 
Die Kirmes, Bildergeschichten - Wilhelm Busch   (69 Seiten, wird nicht rezensiert)
Nora (Ein Puppenheim) - Henrik Ibsen   (96 Seiten, wird nicht rezensiert)

Ein paar Worte zu "Nora (Ein Puppenheim)":
Ich werde zu "Nora" keine Rezension verfassen, möchte euch dieses kleine Büchlein  aber direkt hier sehr ans Herz legen, weil es Themen aufgreift, die nach wie vor aktuell sind und zur damaligen Zeit nahezu revolutionär waren. Henrik Ibsen (zu dem ich seit HIER und HIER ganz eine spezielle und vor allem enge Beziehung habe) schreibt von Nora, die sich von ihrem Mann und ihrer Mutterrolle emanzipiert, die ihr Leben in die eigenen Hände nehmen will und gesellschaftliche Normen hinterfragt. Ein Buch, das leider nach wie vor topaktuell ist, da es immer noch nicht überall und immer selbstverständlich ist, dass Frauen und Männer vor Gesetz und Gesellschaft gleich sind. Nora macht klare Ansagen und zieht die Konsequenzen:
Fesselnde und klare Worte, ein modernes Frauenbild und vor allem für die damalige Zeit sehr wichtige und mutige Gedanken legt Ibsen Nora un den Mund und stellt in diesem Theaterstück auf wenigen Seiten die Welt ein wenig auf den Kopf. So viel, dass "Nora" zum Nachdenken anregt und uns fragen lässt, wer wann die Puppe in wessen Puppenheim ist.
Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung.

Und hier noch alle Zahlen auf einen Blick:
Gelesene Bücher: 6
Gelesene Seiten: 1676
Durchschnittliche Seitenzahl pro Tag: 54 Seiten
SuB am Monatsbeginn: 171
Aktueller SuB: 170
Differenz: -1
 
Wer von euch kennt "Nora (Ein Puppenheim)"? Und welche meiner anderen Bücher habt ihr schon gelesen? Wie haben sie euch gefallen?
 
Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche, trinke jetzt noch meinen Kaffee aus und mache mich dann bald los an die Hochschule, bevor ich zu einer Freundin putzen gehe (sie zieht um).
 
Alles Liebe euch
Livia

Neuzugänge August 2017

Liebe Büchermenschen

Bevor ich mich bald mit einem Buch ins Bett schleiche, möchte ich euch noch meine Neuzugänge aus dem Monat August zeigen, damit ich dann morgen meine Lese-Statistik tippen und so mit dem August abschliessen und endlich die September-Rezensionen veröffentlichen darf (ja, die gibt es jetzt schon, der Lesemonat hat gut begonnen).

Nach einem Juli ohne Neuzugänge, sind im August drei neue Bücher eingezogen, wovon ich eines bereits gelesen und rezensiert habe. Wenn ihr auf das Bild klickt, kommt ihr direkt zur Verlagsseite Und dies sind meine Neuzugänge aus dem auch schon wieder wie im Flug vergangenen August:

https://www.randomhouse.de/Paperback/In-ewiger-Schuld/Harlan-Coben/Goldmann/e503743.rhd#info
"In ewiger Schuld" von Harlan Coben hat bei mir schon nach einem Blick aufs Cover das muss-haben-Syndrom ausgelöst und diese begeisterte Rezension von Katha hat mir definitiv den Rest gegeben. Ich habe ein Rezensionsexemplar angefragt und der Verlag Goldmann hat mir diesen Wunsch auch gerne und sofort erfüllt, wofür ich sehr dankbar bin. 
Das Buch ist bereits gelesen und rezensiert (HIER geht es zur Rezension) und kann es nur weiterempfehlen, ich war nämlich total begeistert.

https://www.randomhouse.de/ebook/Wolkenkuesse/Debbie-Macomber/Blanvalet-Taschenbuch/e517367.rhd#info
Ihr wisst ja schon, dass ich ein riesiger Fan der Rose-Harbor-Reihe von Debbie Macomber bin. Nun hat mir der Verlag Blanvalet das eShort "Wolkenküsse", den vierten Teil der Reihe, der aus Marks Sicht erzählt wird und die anderen Teile ergänzt, zukommen lassen, was mich riesig freute. Ich werde das Buch morgen im Bus und Zug lesen und vielleicht sogar schon beenden. Praktisch, dass ich kein dickes Buch mitschleppen muss, das Handy habe ich ja so oder so dabei :-)

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Schattenschwester/Lucinda-Riley/Goldmann/e472359.rhd
Den dritten Band der Reihe um die "sieben Schwestern" von Lucinda Riley habe ich mir als Belohnung für meinen Lesemonat Juli gekauft. Dafür, dass ich im Juli gar keine Neuzugänge hatte, habe ich mir das Buch definitiv verdient. Ich freue mich schon sehr darauf "Die Schattenschwester" im September zu lesen und hoffe, dass mich der dritte Band mehr für sich einnehmen kann, als der zweite Band vor wenigen Wochen.

Welches meiner neuen Bücher kennt ihr schon? Wie hat es euch/haben sie euch gefallen?

Und noch ein wenig Statistik:
Geschenkte Bücher: -
Rezensionsexemplare: 2
Gekaufte Bücher: 1
Eingesammelte Bücher: -
Gesamte Neuzugänge: 3
SuB am Monatsbeginn: 171
Aktueller SuB: 170 

Kurzrezension: Die Steinflut

 
Die Steinflut - Franz Hohler

Beschreibung des Verlages:
Am 9. September 1881 in einem kleinen Dorf hoch oben in den Schweizer Bergen: Die kleine Katharina wird zusammen mit ihrem jüngeren Bruder zu den Großeltern geschickt. Dort sollen beide die nächsten Tage verbringen, bis die Mutter ihr sechstes Kind zur Welt gebracht hat. Doch es kündigt sich noch ein anderes Ereignis an. Von einem Hang sind einige Felsbrocken ins Tal hinabgestürzt und der ganze Berghang könnte sich lösen und das Dorf unter sich begraben. Daran möchte niemand glauben, am allerwenigsten die Arbeiter im Schieferbruch, die mit ihren Händen ganze Familien ernähren. Aber der Berg führt in Franz Hohlers hochgelobter, in der Tradition der besten Schweizer Literatur stehenden Novelle sein Eigenleben …



Meine Meinung:
Wer hier schon länger mitliest, kennt meine anderen Rezensionen der Bücher von Franz Hohler (HIER und HIER) und meine grosse Begeisterung für seine Sprache, seinen ganzen Stil, seine skurrilen Ideen und den Hang zum Dramatischen und Tragischen, den er immer wieder an den Tag legt. Bisher mochte ich an den Büchern von Franz Hohler, dass Naturkatastrophen und menschliche Schwächen sich kombinieren und oft fatale Ereignisse zur Folge haben.
In "Die Steinflut" befinden wir uns mit der kleinen Katharina und ihrem Bruder Kaspar bei ihrer Grossmutter in Elm. Dieses Dorf im Kanton Glarus ist der Schauplatz eines Ereignisses, das tatsächlich genau so stattgefunden hat. Und obwohl ich natürlich wusste, wie die Geschichte enden wird, war ich gefesselt, mitgerissen und berührt. Das Leben und die Sorgen und Nöte der einfachen Leute in dieser Region (die ich gut kenne), das wahre historische Ereignis, der im Detail geschilderte Tagesablauf von Katharina und ihrem Bruder und Katharinas Sicht auf alles, was sie sieht und erlebt, lassen diese Novelle zu einem sehr authentischen Leseerlebnis werden. Gerade die kindliche Innensicht beschreibt Hohler sehr fassbar und ich habe mich sofort in Katharina einfühlen und mit ihr mitfiebern können.
Zum Inhalt möchte ich aber nicht mehr verraten, weil das Buch wirklich von Anfang bis Schluss fesselt, sogar wenn man die historischen Ereignisse kennt.

Meine Empfehlung:
Ein fesselnder und bildhafter Schreibstil und sehr fassbare Protagonisten vor dem Hintergrund historischer Ereignisse machen die Novelle "Die Steinflut" zu einem kleinen Stern im deutschsprachigen Literaturhimmel, weshalb ich sie sehr gerne weiterempfehle.

Zusätzliche Infos:
Titel: Die Steinflut
Autor: Franz Hohler wurde 1943 in Biel, Schweiz, geboren, er lebt heute in Zürich und gilt als einer der bedeutendsten Erzähler seines Landes. Franz Hohler ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. erhielt er 2002 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 2005 den Kunstpreis der Stadt Zürich, 2013 den Solothurner Literaturpreis, 2014 den Alice-Salomon-Preis und den Johann-Peter-Hebel-Preis. Sein Werk erscheint seit über vierzig Jahren im Luchterhand Verlag.
Taschenbuch: 176 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: btb
Erschienen: 12.09.2011
ISBN: 978-3-442-74269-1