Kurzrezension: Mrs Dalloway

Mrs Dalloway - Virginia Woolf

Beschreibung des Verlages:
Clarissa Dalloway führt ein großes Haus im vornehmen Londoner Stadtteil Westminster. Eine ihrer glänzenden Soireen soll an einem Junitag des Jahres 1923 stattfinden. Der Ablauf dieses einen Tages bildet die Gegenwart des Romans, in die Clarissa durch die Stundenschläge des Big Ben immer wieder zurückgeholt wird. Denn die Ereignisse - Besorgungen, Vorbereitungen, Besuche und schließlich die Abendgesellschaft, die allen konventionellen Erwartungen entspricht - lösen Assoziationen aus, die sie zugleich in die Vergangenheit und in die Wirklichkeit ihres inneren Bewußtseins führen, die eigentliche Welt dieses Romans. In langen Erinnerungs- und Gedankenketten wird sie sich nach und nach der Brüche zwischen ihrer äußeren und ihrer inneren Existenz gewahr.

Meine Meinung:
Diesen Klassiker der Literatur wollte ich unbedingt einfach einmal gelesen haben. Aber eigentlich ist dieses Buch auf meiner Wunschliste gelandet, weil ich den Film "The Hours" liebe. Ohne dies zu wissen, hat mir dann eine liebe Freundin genau dieses Stück Literatur zu meinem letzten Geburtstag geschenkt, was mich natürlich unglaublich gefreut hat.
Am Anfang war es für mich nicht ganz einfach, mich in Clarissas Welt zu denken. Fast während dem ganzen Buch ist man als Leser nämlich in ihren Erinnerungen und ihrer Gefühlswelt unterwegs. So springen die Gedanken auch nur so dahin und dieser sogenannte Bewusstseinsstrom, der sich immer auch mit den real erlebten Ereignissen mischt, macht das Buch so bedeutsam und eindringlich.
Ausserdem bietet "Mrs Dalloway" einen guten Einblick in den Tagesablauf einer - eher gebildeten - Dame der höheren Schicht um die Jahrhundertwende herum. Tägliche Sorgen, die sich um repräsentative gesellschaftliche Ereignisse drehen, sowie Neuerungen der Zeit und aktuelle politische Situationen spielen auch immer wieder eine Rolle im Buch und so werden die Kolonialzeit, Flugzeuge, die in den Himmel schreiben und die Stellung der Frau in der Gesellschaft wie nebenher erwähnt und bilden einen fundierten Hintergrund, der zugleich eine Basis, wie auch eine Abgrenzung zu den Gedankenereignissen bildet.

Meine Empfehlung:
Wer sich entführen und treiben lassen will, wer sich Gedanken machen und intensiv mit einem nicht ganz einfachen Buch beschäftigen will, der ist mit "Mrs Dalloway" bestens beraten. Die Lektüre lohnt sich sehr und lässt Raum für eigene Gedanken und Ideen.

Zusätzliche Infos:
Titel: Mrs Dalloway
Originatitel: Mrs Dalloway
Autorin: Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 als Tochter des Biographen und Literaten Sir Leslie Stephen in London geboren. Zusammen mit ihrem Mann, dem Kritiker Leonard Woolf, gründete sie 1917 den Verlag The Hogarth Press. Ihre Romane stellen sie als Schriftstellerin neben James Joyce und Marcel Proust.
Zugleich war sie eine der lebendigsten Essayistinnen ihrer Zeit und hinterließ ein umfangreiches Tagebuch- und Briefwerk. Virginia Woolf nahm sich am 28. März 1941 in dem Fluß Ouse bei Lewes (Sussex) das Leben.
Herausgegeben und kommentiert von: Klaus Reichert 
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Walter Boehlich
Fester Einband: 208 Seiten
Verlag: Fischer
ISBN: 3-596-16977-1

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