Die Tränen meines Vaters

Die Tränen meines Vaters - John Updike

Beschreibung des Verlages:
"Der Meister nimmt Abschied."
Frankfurter Allgemeine Sonntags-Zeitung
Von der Weltwirtschaftskrise der 30er bis zu den Nachwehen des elften September, vom ländlichen Alton bis ins ferne Indien spannt sich der Bogen eines ganzen Menschenlebens. In seinen nachgelassenen Erzählungen erweist John Updike sich ein letztes Mal als " Meister der unangestrengten Bewegung " (Ian McEwan), als "ein Genie der Gegenwartsentschlüsselung in Geschichten " (Die Welt).
"Die lebhafteste, menschenfreundlichste Stimme der amerikanischen Literatur." (Die Zeit)

Meine Meinung:
Ich wusste eigentlich, dass "Die Tränen meines Vaters" eine Sammlung von Kurzgeschichten beinhaltet, hatte das aber gestern Abend bei meiner Leseplanung irgendwie ausser Acht gelassen. Sonst hätte ich meine zwei Bücher wahrscheinlich parallel gelesen und hätte so nicht nach jeder Kurzgeschichte eine Pause einlegen müssen. Aber meine Wohnung ist nun dafür perfekt aufgeräumt, das ist ja auch kein Verbrechen.
Ich war sehr überrascht von der Vielfalt der Geschichten. Leider kenne ich es nur zu gut, dass sich gewisse Geschichten, Figuren, Wendungen oder gar ganze Textstellen in Geschichtensammlungen eines einzelnen Autors wiederholen. Dies ist hier aber überhaupt nicht der Fall. John Updike behält einen ganz eigenen Stil bei, vermeidet aber die Wiederholung und hat einen bunten Strauss nachdenklicher, trauriger, melancholischer und auch unterhaltsamer und spannender Geschichten geschrieben. Sie gleichen sich nur in der Schönheit, die ihnen allen eigen ist und sind sonst ganz verschieden. Natürlich haben mir einige Geschichten besser gefallen als andere und einige sagten mir nicht wirklich zu. Dies ist aber ein subjektives Empfinden und hat vor allem mit persönlichen Interessen und der jeweiligen Gemütslage des Lesers zu tun.

Inhalt:
Häufig begleiten wir Familien bei Ausflügen, Ferien oder einfach in ihrem Alltag. Updike gelingen hier immer sehr genaue Betrachtungen von Situationen, Menschen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch schauen wir einem Mann bei der Selbstfindung über die Schulter. Es fällt auf, dass vor allem Männer zu Protagonisten werden. Junge Männer, Kinder sogar, ältere Männer, oder eben ganze Familien. Einige Geschichten sind in der ersten Person erzählt, andere in der dritten und sie bilden zusammen eine sehr abwechslungsreiche und lesenswerte Sammlung.

Schreibstil:
Ich empfinde es als eine sehr schwierige Aufgabe, John Updikes Schreibstil zu beschreiben und trotzdem möchte ich es versuchen, weil er einfach ganz einzigartig ist.
Updike geht nicht so sehr ins Detail, wie andere Autoren. Er produziert nicht Bilder von Landschaften, Wohnräumen oder Personen, sondern beschreibt alles, was geschieht, gesagt oder gedacht wird. Es kommen sowohl Vergangenheit, Gegenwart, als auch Zukunft ins Spiel und man erfährt dabei nicht, wie die Protagonisten aussehen oder wohnen, aber man erfährt, was sie schon alles erlebt haben. Obwohl ich sonst vor allem bildlich beschreibende Schreibstile in den Himmel lobe, so hat diese Art des Schreibens doch auch einen ganz eigenen Reiz, den ich nach der Lektüre dieses Buches nicht mehr missen möchte.

Meine Empfehlung:
Ich empfehle "Die Tränen meines Vaters" jeder und jedem. Es eignet sich besonders gut als Lektüre zwischen verschiedenen Tätigkeiten, damit man nach jeder einzelnen Geschichte eine kurze Pause einlegen und über das Gelesene nachdenken kann.

Zusätzliche Infos:
Autor: John Updike
Taschenbuch: 368 Seiten
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Maria Carlsson
Verlag: Rowohlt
ISBN 978-3-499-25887-9

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