Geschichten, wie sie nur eine Freundschaft schreiben kann

"Nimm eine grosse Tasche mit. Und du darfst nicht frühstücken."
Das war die Anweisung, die ich von einer lieben Freundin am Donnerstagabend zum wiederholten Mal bekam. Gestern Morgen war es dann so weit. Wir hatten um 8.30 Uhr abgemacht, spazierten zum Bahnhof, sie kaufte mir einen heissen Tee und dann setzten wir uns in eine Tram.
Dort packte sie ein fantastisches Frühstück mit Hörnchen, Brot, Butter, Käse, Essiggurken und Oliven aus ihrer Tasche und erklärte mir den Sinn dahiner. In unserem ersten Studienjahr waren wir jeden Freitagmorgen diese Strecke gefahren um uns in Bern Bethlehem in eine sehr schlecht organisierte, aber obligatorische Veranstaltung zu setzen. Wir feierten gestern also das definitive "hinter-uns-Lassen" dieser Veranstaltung, indem wir fröhlich frühstückend am Gebäude unserer Hochschule vorbei fuhren. Wir blieben so lange sitzen, bis wir alles verputzt und beide Enstationen der Tramlinie passiert hatten. Dann kam der zweite Teil der Überraschung.
Wir stiegen am Bahnhof aus der Tram und setzten uns in einen Bus. Vor einem Bücherbrockenhaus stiegen wir aus.
"Zeig nun einmal deine mitgebrachte Tasche". Ich zeigte.
"Und die darfst du jetzt mit Büchern füllen und ich bezahle".
Natürlich blieb mein Mund offen stehen. "Wie habe ich das verdient?"
Sie habe ja im ersten Jahr drei Wochen gratis in meiner Wohnung gewohnt und mir die Schränke und Essensvorräte geplündert, sagte sie da. Und dies sei der Dank. Und sie habe auch eine Tasche dabei und wir würden uns jetzt ins Getümmel stürzen.
Und wir stürzten und wir staunten und wir konnten uns nicht entscheiden. Aber schon nach einer Stunde waren unsere Taschen prall gefüllt und mein SuB ist nun definitiv nicht nur explodiert, sondern geplatzt... Ich sicherte mir 28 tolle Bücher, ein Teil davon, um weiter gegeben zu werden, der grössere Teil wandert auf meinen SuB.
Wahrscheinlich werden wir nun versuchen, jede Woche einen halben Tag lang zusammen zu lesen. Sonst kommen wir nie durch unsere Bücher hindurch. Aber seht selbst:


Damit ihr mir ein paar Bücher empfehlen könnt, werde ich sie morgen noch einzeln zeigen. Nun muss ich aber los zur Hochschule.

Ich wünsche euch ein tolles Wochenende
Livia

Kommentare:

  1. Welch eine wunderbare Überraschung und welch ein liebenswertes Zeichen der Freundschaft. Ich bin ein wenig überwältigt. Das habt ihr toll gemacht, Beide!

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    1. Liebe Svenja

      Vielen herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar. Ja, ich war auch ganz überwältigt und habe einige grosse Umarmungen verteilt.
      Es ist schön zu wissen, dass man Freunde hat, die einen so gut kennen.

      Alles Liebe dir und eine gute Zeit
      Livia

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