Carmina Burana morgen in Bern

Wer hat Lust auf das vulgärste, satirischste und perverseste Werk der Musikgeschichte? Mit Orff kann kein MInnesänger mithalten. Seine grandiose und spitzfindige Vertonung von Texten aus Klöstern aus dem 13. und 14 Jahrhundert wurde teilweise schon eher wie Popularmusik verwendet und fast niemand weiss um den Hintergrund und den Inhalt. In den Texten werden Saufgelage, Kinderschändung und Frauen besungen und hochgelobt und dies alles in lateinischer oder altdeutscher Sprache, damit das Volk auf keinen Fall mitbekommt, was da hinter den dicken, dicken Klostermauern von sich geht. Orff hat einige diese Texte in einen Zyklus eingearbeitet, in dem es um das Rad des Glücks geht, das sich immer weiter dreht und immer kann man im Leben halt nicht ganz oben sein, sondern manchmal fällt man so richtig tief. Und genau um diese Traurigkeit und Derbheit, die auf der Schattenseite des Glücks vorherrscht, geht es hauptsächlich. Dabei werden auch Rückblicke in ein früheres und besseres (?) Leben voller Liebe und Unschuld gemacht und auch wenn man den Text nicht versteht, so ist es ein Leichtes, sich morgen Donnerstag um 18.30 Uhr in der französischen Kirche in Bern einzufinden. Dort gibt es eine Einführung in das Werk.

19.00 Uhr in der französischen Kirche Bern steht dann neben einigen kürzeren Stücken das Hauptwerk Carmina Burana auf dem Programm.
Gesungen von Bachelorstudenten aus dem zweiten und dritten Jahr Musik (Klassik, Jazz und Musik und Medienkunst) in der Fassung für Chor, zwei Flügel und Schlagzeugensemble.

Vielleicht sieht man sich ja.
Alles liebe
Livia

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen