Die Patin

Die Patin - Kerstin Gier

Klappentext:
Wer sagt denn, dass der Pate immer alt, übergewichtig und männlich sein und mit heiserer Stimme sprechen muss? Nichts gegen Marlon Brando, aber warum sollte der Job nicht auch mal von einer Frau gemacht werden? Einer Blondine. Mit langen Beinen. Gestählt durch die Erziehung einer pubertierenden Tochter und eines vierjährigen Sohnes. Und wahnsinnig verliebt in Anton, den bestaussehenden Anwalt der Stadt. Constanze ist "die Patin" der streng geheimen Mütter-Mafia. Gegen intrigante Super-Mamis, fremdgehende Ehemänner und bösartige Sorgerechtsschmarotzer kommen die Waffen der Frauen zum Einsatz. Ein Angriff auf Ihre Lachmuskulatur.

Meine Meinung:
"Die Patin" lag schon länger auf meinem SuB, aber weil ich meine Bücher meistens in der Reihenfolge lese, in der ich sie bekomme/kaufe, musste ich nun ein wenig auf das Buch warten. Und das Warten hat sich meiner Meinung nach total gelohnt. Ich war schon von der "Mütter-Mafia" hellauf begeistert und hatte aus diesem Grund hohe Erwartungen an den zweiten Teil dieser Reihe. Ich wurde aber nicht enttäuscht. Viel kluger Witz, eine absolut fantasievolle und teilweise sehr überraschende Handlung, sowie eine Frauenrunde, die es wohl mit allen aufnehmen kann (oder es zumindest versucht) und die an Skurrilität kaum zu überbieten ist, machen dieses Buch zu einer angenehm unterhaltsamen, intelligenten und kurzweiligen Lektüre.

Handlung:
Constanze wird von Anton zum Essen ausgeführt und hat den ganzen Tag im Badezimmer verbracht, schliesslich soll es  heute endlich zur "Nacht der Nächte" kommen. Dass dieser Plan natürlich grandios scheitert und dass Constanze einmal mehr alle Hände voll zu tun damit hat und haben wird, die Probleme ihrer Freundinnen zu lösen, ist absehbar. Fast alles andere ist so spannend, witzig und teilweise absurd konstruiert, dass man sich schon wieder mitten im Leben wähnt. Und wer jetzt denkt, dass Constanze, ihr Leben, ihre Familie und ihre Freundinnen zu überspitzt dargestellt werden, der kennt mich und meinen Freundeskreis schlecht. Vielleicht renne ich nicht andauern vor Kampfhunden oder Männern davon und organisiere gezielt Schlägertypen, um meine Rechungen zu begleichen, aber einige Charaktereigenschaften und das dargestellte Mass an "Schrägheit" kommen mir durchaus sehr bekannt vor.
Die Handlung ist also total sinnvoll aufgebaut und in unendlich viele kleine Szenen gegliedert, was meiner Meinung nach gut zum Buch und zum Schreibstil passt und was mir darum auch sehr gefällt.

Schreibstil:
Für einen solchen Roman braucht es einen lockeren Schreibstil, der ernste Themen durchaus mit dem nötigen Respekt behandelt, treffsicher beschreibt und flüssig zu lesen ist. Genau einen solchen Schreibstil findet man in "Die Patin" und Kerstin Gier beweist einmal mehr, dass sie eine Autorin ist, die man nicht in die (leider ein wenig verstaubte) Ecke "Frauen-/Liebesroman" stecken darf, weil sie viel zu klug und humorvoll schreibt.

Personen:
Aus der Sicht von Constanze erzählt erhalten alle geschilderten Ereignisse einen Hauch von Drama und bleiben dabei trotzdem ziemlich abgeklärt. Meistens jedenfalls. Da wird Anton, der schöne aber zurückhaltende Mann beschrieben und da sind auch die uns bereits aus der "Müter-Mafia" bekannten Personen wie Mimi und Ronnie, Anna und Trudi und die Frauen aus dem steifen Supermami-Club "Mütter-Society". Dank Constanzes Beschreibungen, schliesst man die "Mütter-Mafia" und Constanzes ganze Familie sofort ins Herz, während man sich den "gegnerischen" Frauen gegenüber eher vorsichtig verhält. Die klare Einteilung in zwei Gruppen und die trotzdem sehr individuell ausgearbeiteten Charaktere sprechen für Kerstin Gier.

Meine Empfehlung:
Es geht wieder hoch zu in der Insektensiedlung und wir wollen alle dabei sein. Es empfiehlt sich, den ersten Teil der Reihe gelesen zu haben, man kann aber auch gleich mitten drin einsteigen. Wichtig sind auf jeden Fall eine ausdauernde Lachmuskulatur und dann kann das Buch von allen, vielleicht sogar von Männern, gelesen werden.

Zusätzliche Infos:
Autorin: Kerstin Gier
Taschenbuch: 315 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: Vastei Lübbe
ISBN 978-3-404-15462-3

1 Kommentar:

  1. Liebe Livia,
    sorry, dass es mit dem Zurückschreiben etwas gedauert hat ;-)
    Also ich studiere an einer pädagogischen Hochschule. Das ist also kein reines Musikstudium. (Man kann bei uns natürlich auch nur Musik studieren, was dann wesentlich umfangreicher ist, also wahrscheinlich vergleichbar mit dem was du machst). Ich studiere Musik zwar als Hauptfach, aber dadurch das das ganze auf Lehramt ausgelegt ist, ist es eben kein reines Musikstudium und es kommen eben noch 2 weitere Wahlfächer, sowie Psychologie und Erziehungswissenschaften dazu). Keine Sorge ich bin also kein "Übermensch" der Dinge bewältigen kann, die niemals zu bewältigen sind - ich bin auch nur eine normale Studentin. Bei mir war es zeitweise zwar auch ganz schön stressig, aber zeitweise auch mal wieder lockerer. Als Hauptinstrument spiele ich Klavier, und du? Muss man bei euch aber schon auch Gesangs-, Dirigerprüfungen und solche Sachen machen, oder?

    Liebe Grüße
    Jinx

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