Drei Jahre, oder wie doch die Zeit vergeht

Eigentlich dachte ich, dass ich zwischen der Abgabe meiner Bachelorarbeit an meinen Mentor und der letzten Korrektur wieder viel Zeit haben würde. Aber seit ich nicht mehr täglich am Computer sitzen muss, will ich es auch gar nicht mehr. Das Wetter ist so schön und warm und ich muss gut aufpassen, dass ich auf meine mir vorgenommenen Stunden komme beim Üben, weil ich gerade wirklich so viel anderes zu tun habe und dann doch nicht irgendwo in einer Übezelle sitzen will, wenn die Sonne scheint. Das ist aber nur am Anfang des Jahres so, wenn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf meinen Balkon fallen und ich dann lieber dort draussen sitze und Partituren studiere und lese, statt Etüden und Tonleitern zu erarbeiten.
Aber zum Lesen komme ich gerade auch nicht. Die Nachtschichten im Januar und Februar machen sich in einer einschneidenden Frühjahrsmüdigkeit bemerkbar und ich brauche gerade so viel Schlaf, wie schon lange nicht mehr. Aber ich hatte meine Arbeit einfach so schnell wie möglich beenden wollen, was mir auch gut gelungen ist. Die definitive Abgabe ist am ersten April und da ich nur noch eine Schlusskorrektur zu erledigen habe und mit allem anderen ausserordentlich früh fertig war, bin ich sehr zuversichtlich.

Der Liebste und ich feierten gestern unseren dritten Jahrestag. Weil der
mitten in der Woche war, hatten wir nichts wirklich grosses geplant. Am Wochenende waren wir aber von Freitag bis Sonntag im kleinen Städtchen Bludenz. Zuerst besuchten wir eine gute Bekannte aus Kindheitstagen von ihm, die er schon lange nicht mehr gesehen hatte, assen zusammen mit ihr und ihrem Mann ein leckeres Käsefondue, tranken dann Kaffee und assen Dessert und plauderten noch zu dritt weiter, als ihr Mann arbeiten musste. Dann fuhren wir mit dem Zug weiter nach Österreich. Ich habe ihm diese kleine Reise mit dem Besuch bei der Bekannten geschenkt und ihn damit überrascht. Bludenz selber hatten wir dann ganz für uns.
Ausserhalb der Saison futterten wir uns durch alle (italienischen) Restaurants der Stadt (und es gibt dort nur italienische Restaurants), tranken viel Kaffee und ab und zu ein gutes Bier und spazierten im warmen Frühlingswetter durch die Strassen. Am Sonntag nach dem Aus-checken besuchten wir dann noch das Alpenerlebnisbad in Bludenz und machten uns nach einem sehr späten Mittagessen wieder auf den Nachhauseweg.

Gestern nun hatte ich ein grosses Essen vorbereitet, das der Liebste nur noch in den Ofen schieben musste, während dem im mich bemühte, so schnell wie möglich von der Hochschule nach Hause zu gelangen um bei ihm zu sein.
Wir verbrachten zusammen einen gemütlichen Abend mit leckerem Essen und weil er heute Morgen schon wieder früh auf den Zug musste, geniesse ich nun ganz alleine den Anblick eines wunderschönes Geschenkes. Als ich nämlich gestern ausser Atem und in Gedanken noch beim eben besuchten Seminar die Wohnung betreten hatte fiel mein Blick sofort auf einen wunderschönen Blumenstrauss in frühlingshaften Farben. Weil ich es nicht mag, Blumen wegzuwerfen, wenn sie verblüht sind, werde ich zumindest die drei prächtigen Rosen in der Mitte trocknen und aufhängen, sobald sie zu welken beginnen.

Genug nun aber der Nostalgie.
Ich setze mich jetzt hin und beginne einmal, alle meine Rezensionen und ein paar ausstehende Mails zu tippen, bevor ich mich wieder an die Etüden mache.
Geniesst das Wetter und speichert die Sonnenwärme in euch, die kalten und nassen Tage kommen bestimmt wieder.

Alles Liebe
Livia

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