Freiburg im Breisgau




Am Samstag war ich in Freiburg im Breisgau um mich dort mit dem Flötendozenten zu treffen, der ab September 2014 in Bern unterrichten wird. Nachdem ich sein Haus endlich, endlich gefunden hatte, arbeiteten wir ganze zwei Stunden zusammen. Ich hatte vor einigen Wochen bereits ein Interpretationswochenende für moderne Spieltechniken bei ihm und habe an seiner Probelektion gespielt. Schon bei diesen Gelegenheiten habe ich erkannt, dass er als Lehrer sehr gut zu mir passen würde. Im Moment sieht es bei mir auch so aus, als würde ich in Bern bleiben und einfach zu ihm wechseln. Nächste Woche gehe ich aber noch einmal nach Luzern und auch noch zu einem weiteren Lehrer in Zürich um mir meine definitive Meinung zu bilden.
Auf dem Nachhauseweg dann ein von der deutschen Bahn nun schon gewohntes Bild; der Zug, der um 18.12 hätte fahren sollen, traf erst 18.45 im Bahnhof ein. Die Anzeige blieb stur bei 15 Minuten angekündigter Verspätung stehen und die Passagiere wurden auch nicht per Lautsprecher informiert oder gar um Verzeihung gebeten. In der Schweiz wäre dies undenkbar. Vor allem wäre es undenkbar, dass die Passagiere anständig und ruhig bleiben würden. Wenn bei uns ein Zug mit drei Minuten Verspätung im Bahnhof eintrifft, sind bereits alle am jammern und das Zugteam wird angeschnauzt. Auch hört man dann schon überall Lautsprecherdurchsagen, welche die Verspätigung ankündigen und sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigen. Dann merkt man wieder, wie verweichlicht und verwöhnt gewisse Schweizerinnen und Schweizer sind. In Deutschland war isch schon in einem Zug, der mehr als eine Stunde Verspätung hatte und bei dem die Klimaanlage ausgefallen war, die Passagiere nahmen es mit Humor. In Wien sass ich eine geschlagene Stunde in einem Zug im Bahnhof fest, weil das System sich nicht richtig aufstarten liess, natürlich auch ohne Klimaanlage. Und der Zug von Bosnien nach Serbien wurde gleich abgeschafft, was ich aber erst erfuhr, als mein Liebster mit beiden betroffenen Bahnhöfen telefoniert hatte.
Muss ich noch weitere Beispiele aufzählen? Manchmal wünschte ich wirklich, die Menschen hätten ab und zu einmal ein richtiges Problem, damit sie sich nicht mehr über solche Lappalien aufregen müssten...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen