Einmal Hölle und zurück

Einmal Hölle und zurück, Mein Leben als Heilige und Hure, Carla van Raay

Klappentext:
Carla van Raay ist drei Tode gestorben: Als kleines Mädchen wird sie von ihrem grausamen Vater gequält. Als Klosternovizin wird sie von den Nonnen schickaniert. Sie flüchtet in die Prostitution und findet sich in der Hölle körperlicher und seelischer Erniedrigung wieder. Doch Carla van Raay ist eine starke junge Frau, die es schliesslich schafft. Ihr Schicksal zum Guten zu wenden.

Inhalt:
Carla ist die Älteste von vielen Kindern. Ihre religiöse Mutter traut sich nicht, gegen ihren Mann aufzubegehren und wird deshalb wieder und wieder schwanger. So macht sich der brutale Vater an seine älteste Tochter heran und weckt ihn ihr zweispältige Gefühle von bedingungsloser Liebe und Abhängigkeit, sowie Hass. Carla klammert sich bereits als kleines Kind sehr stark an den Glauben und befasst sich intesiv mit Gott. Nach der Klosterschule folgt eine Zeit als Novizin und später als Nonne, in welcher ihr die Verlogenheit und Heuchelei der katholischen Kirche aufgezeigt wird und welche sie immer mehr zweifeln lässt. Doch da sie vor allem Befehle ausführt und nicht selber Entscheidungen fällt, geht es sehr lange, bevor ihr der Austritt aus dem Orden gelingt. Ihre jahrelang unterdrückte Sexualität lässt sie zu einer Besessenen werden, die ihren Mann betrügt und als Prostituierte und Masseurin arbeitet. Dort findet sie auf ihre Weise eine Art Seelenfrieden und Gleichgewicht. Doch dieses Hochgefühl hält nicht an, als ihr die negativen Seiten ihres Geschäftes über den Kopf wachsen.

Meine Meinung:
Ein erschütternd ehrlicher Bericht einer Frau, welche wirklich alle Abgründe gesehen hat. Doch selbst wenn ich die Tatsache, dass Mädchen zu Carlas Zeit nicht aufgeklärt wurden und dass sie unter sehr schwierigen Bedingungen leben musste, nicht aus den Augen lasse, muss ich ehrlich sagen, dass diese Frau ihr Leben lang von einer tief sitzenden Naivität gezeichnet war. Gewisse Stellen des Buches liessen mich peinlich berührt zurück weil sich meiner Meinung nach gewisse Dinge, die man anderen Menschen antut (Betrug des Geliebten, Vernachlässigung der eigenen Kinder) einfach nicht mit Spiritualität, dem eigenen Gleichgewicht oder schlechten Kindheitserfahrungen rechtfertigen lassen. Die Autorin macht es sich hier ein wenig zu einfach und stellt sich auch während ihres späteren Lebens als eine naive und verantwortungslose Person dar, was mich teilweise richtiggehend zum Frendschämen einlud. Trotzdem bewundere ich sie für ihren Mut und ihre Stärke, diese Situationen durchzustehen und mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.

Zusätzliche Daten:
Autorin: Carla van Raay
Taschenbuch: 464 Seiten (abgebrochen)
Verlag: Knaur.
Originalsprache: Australisch
ISBN 978-3-426-77824-1

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