Bücher-Adventskalender 2011, Buch 8

Bartimäus, das Amulett von Samarkand, Jonathan Stroud

"Die Temperatur im Zimmer sank rasch. Eis bildete sich auf den Vorhängen und überzog die Deckenlampen mit einer dicken Kruste. Die Glühfäden sämtlicher Birnen schnurrten zusammen und verglommen, und die Kerzen, die wie eine Kolonie Giftpilze aus jeder freien Fläche sprossen, erloschen. Das abgedunkelte Zimmer füllte sich mit einer stickigen gelben Schwefelwolke, in der verschwommene schwarze Schatten wühlten und von weit her erklang ein vielstimmiger Schrei. Plötzlich drückte etwas gegen die Tür, die hinaus zur Treppe führte. Das ächzende Gebälk wölbte sich. Unsichtbare Füsse patschten über die Dielen und unsichtbare Lippen zischelten Niederträchtigkeiten hinter dem Bett und unter dem Schreibtisch hervor."

So klingt es, wenn der Zauberschüler Nathanael den mächtigen Dschinn Bartimäus zu sich ruft und genau in diesem Stile geht es weiter. Der intelligente Knabe Nathanael setzt sich gekonnt und voller Witz über die Verbote seines Meisters hinweg und beschwört den 5000 Jahre alten Dschinn als Gehilfen. Sein Ziel ist es nämlich, sich für alte Demütigungen zu rächen und das Amulett von Samarkand zu stehlen. Nathanael hat aber seine Gegner und den Dickkopf seines Dschinns unterschätzt und gerät schon bald von einem gefährlichen Abenteuer ins nächste.
Von der ersten bis zur letzten Seite ist diese Geschichte mit Spannung geladen. Es wird aber auch über tiefe Emotionen und Freundschaften berichtet. Die Geschichte wird vom Erzähler und vom frechen und sarkastischen Dschinn erzählt und mit spitzzüngigen Erklärungen gespickt. Dies lässt den Leser noch direkter in die Situationen hinein blicken. Alles in allem ist dieses Buch so toll, dass ich es allen empfehlen würde, die gefesselt werden wollen. Dieses Buch ist für alle Altersklassen geeignet und wirkt manchmal sogar so, als wäre es gar nicht für Jugendliche geschrieben weil es nicht nur unterhält sondern auch höchste intellektuelle Ansprüche befriedigt. Da aber die meisten Kinder und Jugendlichen über viel Köpfchen verfügen, ist es kein Problem, wenn man dieses Buch seinen Enkellinnen und Enkeln, seinen Geschwistern, seinen Eltern, seinen Kindern und allen anderen Leseratten schenkt.

Das Beste an diesem Buch?
Es ist der erste Teil einer Trilogie :D

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